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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Equipment (Seite 1 von 9)

Auf der Suche nach dem perfekten Helm

Wenn man ganz platte Klischees bemühen möchte: was man dem weiblichen Geschlecht in Sachen Schuhe und Taschen kaufen nachsagt, trifft bei mir zu in Sachen Motorradhelmen. Schlimm, ganz schlimm.

Vor 3,5 Jahren habe ich schon mal eine Zusammenfassung der bis dato gefahrenen Helme gegeben, der Einfachheit halber zitiere ich mich hier mal selber:

Noch zu Rollerzeiten fuhr ich einen HJC-Jethelm, mit dem ich sehr zufrieden war. So gesellte sich nach dem Umstieg auf das Motorrad das Integral-Schwestermodell HJC IS-16 dazu, der mit einem Pinlock-Visier und einem Scala Rider Q1 aufgerüstet wurde. Der Nachfolger des HJC wurde im Shootout des Bell Bullit gegen den Nolan N40 Full ermittelt. Der Sieger Nolan wurde ebenfalls mit Pinlock-Visier und einem Intercom ausgerüstet – dem Nolan n-com B5. Weitere Hartmützen im Kettenritzel-Sortiment sind der Nexo Hog für den sommerlichen, urbanen Einsatz und der O’NEAL MX 2 Series, wenn es mal enduromässig schmutzig wird.

Hier mal die Helme als kleine Bildergalerie, bevor wir mit den aktuelleren Modellen weitermachen (zu einigen Helmen gibt es separate Posts, ein Klick aufs Bild führt Euch dahin):

HJC Jethelm

HJC IS-16

O’NEAL MX 2 Series mit Nexo-Brille

Nexo HOG

Nolan N40 Full mit n-com B5 Kommunikationssystem

Nolan X-201 Puro Ultra Carbon 1 Jethelm

Bell Bullit Carbon in Chemical Candy Black Gold

Ende letzten Jahres habe ich mich nach einem Ersatz umgesehen zu meinem nun schon ziemlich verwohnten Nolan N40 und bin zunächst beim Caberg Jackal gelandet. Warum er mich nicht wirklich glücklich gemacht hat und warum nun ein brandneuer Nolan N70-2 X Grandes Alpes nun im Regal steht, dazu kommen wir jetzt.

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Neue Pellen für die F800 GS: Dunlop Trailmax Mission

Den einzigen Enduroreifen, den ich ausgiebig gefahren bin, ist der Heidenau K60 Scout. Auf meiner F650 GS tauschte ich die vorher montierten Metzeler Tourance gegen die Reifen aus der sächsischen Gummibäckerei. Meine F800GS kam gebraucht schon mit ebenden Reifen. Was sich in den Jahren zum Positiven entwickelt hat: der Vorderreifen hat das Singen eingestellt und gefühlt ist die Nasshaftung besser geworden.

Der Heidenau hatte noch einige Kilometer Restlaufleistung vor sich, aber als Dunlop mir einen Satz des Trailmax Mission anbot, sagte ich nicht nein. Nächste Woche wird er aufgezogen und ausgiebig getestet. Hier mal Vorder- und Hinterreifen im Vergleich zum alten Heidenau.

Aber erstmal ein paar Basics zum Reifen: Der Trailmax Mission ergänzt als On/Offroad-Reifen (50/50) Dunlops Reifenangebot für moderne Reiseenduros – für den überwiegenden Straßenbetrieb mit nur gelegentlichem Geländeeinsatz stehen der Trailmax Meridian (90% Straße und 10% Offroad) und der Mutant (80% Straße und 20% Offroad) zur Verfügung.

Der Mission ist in 19- und 21-Zoll-Vorderreifengrößen sowie 17- und 18-Zoll-Hinterreifengrößen verfügbar und hat den Speed-Index T. Aufgrund der M+S Markierung kann der Mission auch auf Fahrzeugen mit höherem Speed-Index eingesetzt werden (gilt für Motorräder mit EG-Betriebserlaubnis). Etliche Reifenfreigaben für Modelle wie Honda Africa Twin, Suzuki V-Strom, BMW GS, KTM 1290/1290S, 790R/790S oder Yamaha Ténéré stehen in Kürze zur Verfügung.

Bislang kann ich ihn ja nur optisch beurteilen und da gefällt er mir schon sehr viel besser als der Heidenau. Die versetzten Profilblöcke machen schon was her. Mal kucken, was er auf der Straße bringt.

Meine neue Reisebegleiterin: DJI Mavic Mini

Kurz nach meinem Motorradführerschein kam die erste GoPro ins Haus. Begleiter auf kleinen und großen Touren, um möglichst alles zu dokumentieren. Ich gebe zu, damals ging Quantität vor Qualität. Einige Generationen GoPros später fotografiere ich auf kleinen Touren mittlerweile nur mit dem iPhone und während der Fahrt mit dem Sena 10C Evo. Lediglich bei den größeren Touren wird mehr mitgefilmt und fotografiert.

Nicht erst seit der Slowenientour – bei der Sandra eine DJI Mavic Air dabei hatte – lungere ich um eine Drohne rum. Die Möglichkeiten, neue Perspektiven und Blinkwinkel zu nutzen, waren einfach zu verlockend. Wir spulen ein paar Jahre vor. Neulich feierte ich einen runden Geburtstag und viele meiner Partygäste trugen dazu bei, daß ich nun eine DJI Mavic Mini mein Eigen nennen kann:

Die Drohne

Bewusst hatte ich mich für die kleinste der DJI Mavic Drohnen entschieden. Als Begleiterin auf Motorradtouren waren für mich kleines Packmaß wichtiger als höchste Auflösung und Fluggeschwindigkeit. Mit 249g Fluggewicht besteht für sie nicht einmal Kennzeichnungspflicht (aber dazu mehr unten bei Versicherungen).

Ein paar Eckdaten:

  • 249 g ultraleicht
  • Bis zu 30 Minuten Flugzeit
  • 2 km HD-Videoübertragung
  • Sichtsensoren + präziser Schwebeflug mit GPS
  • Kamera mit 2,7K Video und Stabilisierung auf drei Achsen
  • Abmessungen gefaltet: 140 × 82 × 57 mm
  • Abmessungen ausgefaltet: 245 × 290 × 55 mm (mit Propellern)

Bezüglich der maximalen Flugzeit reicht sie fast an ihre größeren Schwestern Mavic Air 2 und Mavic 2 Pro heran. Zurückstecken muss sie allerdings bei der maximalen Fluggeschwindigkeit. Hier erreicht sie nur 46,8 km/h im Modus „S“, während die Mavic Air 2 knapp 69 km/h erreichet und die Mavic 2 Pro 72 km/h (Detailvergleich hier). Als Drohnen-Anfänger reicht mir die Kleinkraftrad-Stadt-Höchstgeschwindigkeit völlig aus. Das muss man erstmal kontrolliert fliegen können (und zwar nicht nur geradeaus).

Die maximale Videoauflösung beträgt 2,7K mit 30 fps, die maximale Fotoauflösung 12 Megapixel. Für meine Zwecke reicht das völlig aus, ich will ja keine Riesenposter drucken oder Kinofilme produzieren, sondern Blog und Social Media-Profile damit befeuern.

Die Fly-More-Combo umfasste neben der Drohen und Fernbedienung noch drei Akkus nebst Ladestation sowie Propellerschutz und Tragetasche.

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Lieblingsstück: Held Sambia Sommerhandschuhe

Hat nicht jeder von uns das eine Teil seiner Motorradausrüstung, welches er nicht missen möchte. Bei mir sind es meine ICON 1000 Elsinore Motorradstiefel, die Vigilante Jacket – ebenfalls von ICON – sowie die Held Sambia Motorradhandschuhe.

Die Teile fahre ich nun schon seit mehreren Jahren. Und obwohl sie als Sommerhandschuhe deklariert sind fahre ich sie von April bis Oktober. Gut, hier und da mach ich dann bei frischerer Witterung mal die Griffheizung an.

Sie passen, super, sind auch bei längeren Tagesritten bequem, es zwickt nix, sie sind gut belüftet und bieten eine sehr gute Sicherheitsausstattung.

Wer einen ausführlichen Test lesen will, dem empfehle ich diesen Artikel in Martins Blog 600ccm. Er hat sich wirklich sehr detailiert damit auseinandergesetzt.  Edit: Auch Marco fährt den Sabia seit Jahren und hat seine Erfahrungen damit zusammengetragen.

Nach all den Jahren hat sich nun eine Naht am Zeigefinger verabschiedet. Kann mal passieren, wenn man quasi die ganze Motorradsaison in den Dingern wohnt. Nix, was man nicht flicken lassen kann. Ich habe es aber zum Anlass genaommen, mir ein neues Paar zu bestellen. Dann habe ich nun ein Backup, das ich mal durchwechseln kann.

Was sind denn Eure „Must-Have-Teile“?

Motorradfahren bei Sommerhitze: was zieh ich an?

Dieser Tweet von Clemens erinnerte mich daran, daß ich noch einen Beitrag zu meiner neuen Sommerjacke schreiben wollte.

Bei der derzeitigen Hitze sehe ich immer wieder Motorradfahrer in kurzen Hosen und T-Shirt Motorradfahren. Mag zwar temperaturmäßig angenehmer sein, aber vong Fahrsicherheit her isses halt Scheiße. Auch ich erinnere mich an eine Motorradtour vor einigen Jahren bei ca. 36-38 Grad. Ich trug ne Kombi von Polo mit ner Materialmischung aus Känguruhleder an den Gefährdungsstellen und Meshgewebe an den weniger gefährdeten Stellen. Während der Fahrt war es auszuhalten, aber als ich auf dem Rückweg nach Hause im städtischen Stau stand, wollte nicht nur der Einzylinder unter mit kollabieren sondern ich auch.

Für diesen Sommer habe ich mir was neues zugelegt für die heißen Tage: die Rev’it Eclipse Jacke.

Sturzgefährdete Bereiche bestehen aus abriebfestem Polyester 600D; Front, Rücken und die Ärmel innen aus Mesh-Gewebe gewährleisten die Belüftung des Oberkörpers. CE-Protektoren an Ellbogen und Schulter sind bereits integriert, ein Rückenprotektor kann nachgerüstet werden. Praktischerweise passte der Rückenprotektor meiner anderen Rev’it-Jacke.

Mit den Verstellriemen und an Hüfte und an den Handgelenken kann man die Jacke den eigenen Bedürfnissen bzw. Körperformen anpassen. Hier zeigt sich ein Nachteil der Jacke, die Klettverbindungen sind ziemlich lasch und halten nicht sehr gut.

Gut sind die doppelten Jeansschlaufen, mit der man die Jacke mit dem Hosengürtel verbinden kann, was das verrutschen der Jacke während der Fahrt unterbindet.

Für 120-130€ ist die Jacke superfair bepreist und eine sehr gute Ergänzung zu jeder Motorrad-Garderobe. Mit sieben verschiedenen Farbvarianten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die braune Variante passt auch exzellent zu dem Kalamata Metallic meiner F800GS.

Ich konnte sogar meine Frau davon überzeugen, daß sie die Damenvariante in schwarz für ihre städtischen Vespafahrten sinnvoll und schick ist. Man kann also auch in der sommerlichen Hitze sicher unterwegs sein ohne sich totzuschwitzen.

Wir bauen uns eine Navihalterung

Meine erste Handyhalterung für das Motorrad war das Touratech iBracket, welches ich für das iPhone 4 und 5 im Einsatz hatte. Dies wurde vor vier Jahren durch die Quadlock-Handyhalterung ersetzt, die seitdem auf der Yamaha, Triumph und der Vespa zum Einsatz kam, ebenso bei den zahlreichen Testmotorrädern, die ich im Laufe der Jahre fahren durfte. Die Vorteile: klein, leicht, schnell montiert, inklusive Regenschutz. Auch letzten Samstag fand die Halterung ihrem Weg auf die F800GS.

Auf der Fahrt nach Berlin schaute ich so auf meine Cockpitkanzel, da war noch Platz hinter dem Windschutz. Und ich dachte an Sebastians GS, bei der er auch das iBracket über der Tachoeinheit angebracht hatte:

Die Touratech Desierto Verkleidung bot links und rechts in den Montageschienen noch genug Platz für eine Strebe, die als Aufnahme für eine Handyhalterung dienen konnte. Somit wäre das Handy im direkt sichtbaren Bereich und ich hätte die Strasse und die Routenangaben beide gleichzeitig im Blick. Der Plan machte voll Sinn in meinem Kopf. Damals auf der GS hatte ich das iBracket auf der 12mm dicken Lenkerstrebe sitzen, ein kurzer Ausflug in den Baumarkt brachte mich in den Besitz eines 12mm Alustabs, den ich mir im Keller erstmal auf die passende Länge von 200mm zurecht sägte. Kurz mal an die Verkleidung gehalten: passte.

Nächster Schritt: links und rechts Löcher rein bohren und Gewinde schneiden. Da ich weder einen Standbohrer noch Gewindeschneider besitze, grätschte ich schnell rüber ins Craftwerk. Dienstag abends ist da immer „betreutes Schrauben“ und da kann man kleinere Reparaturen erledigen oder Bastelarbeiten wie meine.

Zurück zu Hause das Teil angeschraubt, danach warten auf den Paketboten. DingDong, heute kam das Paket von Touratech. Back to the roots also, die Halterung die ich auf meiner ersten GS hatte, kommt auch wieder auf die aktuelle. Für die Stromversorgung von der USB-Buchse zum Telefon hatte ich online noch ein passendes Spiralkabel gefunden, das nicht so in der Gegend rumfliegt wie das originale iPhone Ladekabel. Und Bäm, passt doch wie Arsch auf Eimer:

Perfekt, so wollte ich das haben. Und wo ich gerade dabei war, gab es noch zwei kleine Schönheitsreparaturen: die schon etwas gebrauchten Barkbusters und die Grip Puppies wurden durch Neuteile ersetzt.

So, wo fahren wir am Wochenende hin? Ich hätte da schon eine Idee, aber die erzähle ich Euch im nächsten Post.

[Sponsored Post] Mehr Sicherheit durch kleine Helferlein: das Smart Brake Modul und Smart Turn System

Wisst Ihr was ich wirklich gut kann? Also so richtig gut? Den Blinker nach dem Abbiegevorgang nicht zurückzustellen. Vor allem auf der Vespa im Stadtverkehr passiert mir das fast täglich. In den meisten Fällen merke ich es selber. Das eine oder andere Mal kam es dadurch schon zu Mißverständnissen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Diese gingen immer glimpflich aus, aber das muss ja nicht immer so sein.

Eine andere Situation, die ich beim Fahren im Pulk schon erlebt hatte: der Vordermann nimmt das Gas raus oder schaltet runter. Dadurch verzögert er bereits, ohne daß die Bremsleuchte angeht. Selber muss man dann stärker in die Eisen gehen, der Fahrer hinter einem ebenfalls. Irgendwann reicht es dann nicht mehr und man hängt dem Vordermann auf dem Hinterreifen.

Neue Motorräder kommen teilweise schon mit Assistenzsystemen, die diese Situationen berücksichtigen. Zum Nachrüsten gibt es mehrere Produkte von Movalyse, einem Startup aus Slowenien. Sie haben mir zwei Ihrer Lösungen zum Testen geschickt, die ich Euch hier vorstellen möchte.

Smart Brake Modul

Das erste Produkt ist das Smart Brake Module, welches registriert wenn das Motorrad langsamer wird und das Bremslicht automatisch anschaltet. Im Falle einer Verzögerung durch Gaswegnehmen oder Runterschalten kann das Smart Brake Modul das Bremslicht entweder blinken oder aufleuchten lassen, bevor der Fahrer selber die Bremse betätigt. Der nachfolgende Verkehr wird früher gewarnt was für einen Sicherheitsvorteil sorgt.

Im Modul sind ein Bewegungssensor sowie einen Beschleunigungsmesser enthalten. Der Sensor wird mittels Drahtverbindern an die Kabel der Bremsleuchte angeschlossen. In der Anleitung sind die Kabelfarben der wichtigsten Hersteller angegeben, zur Sicherheit checkt aber nochmal den Kabelbaum eures spezifischen Modells, bevor ihr das Modul anschliesst.

Im Falle meiner 2009er Triumph Street Triple R ist die Farbbelegung wie folgt:
Rot/Violett ist die Stromversorgung des Moduls, diese geht an das gelbe Kabel des Positionslichts. Das graue Signalkabel des Moduls geht an das grüne Kabel der Bremsleuchte. Schwarz ist das Erdungskabel und geht auf schwarz.

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Auf einem Bein stehen: Zentralständer für die Street Triple (Teil 1)

Mein erstes Motorrad hatte einen großen Vorteil. Es verfügte über einen Hauptständer. Simple Wartungsarbeiten wie Kette reinigen oder fetten waren mühelos möglich. Später bei der Yamaha behalf ich mir mit einem Montageständer für das Hinterrad, selbiger wollte bei der Street Triple nicht mehr wirklich passen. Zwischenzeitlich gesellte sich ein Lenkkopfständer dazu, aber so einen wirklich stabilen Gesamteindruck machte das ganze nicht.

Schlussendlich entschied ich mich für einen Zentralständer, für meine Triumph Street Triple sollte der Motorradheber Power-Evo von ConStands passen. Trotz eines Aktionsrabattes von 15% schlug dieser immer noch mit über 230 Euro zu buche. Was kann das Ding denn nun so besonders? Mit dem Zentralständer kannst du dein komplettes Motorrad innerhalb weniger Sekunden schnell und mühelos aufbocken. Ebenso wird das Rangieren auf engstem Raum sehr erleichtert. Im aufgebockten Zustand sind jegliche Arbeiten, ob Wartung, Pflege, Reifenwechsel und Reparaturen an Gabel oder Motor einfacher möglich da die Teile besser zugänglich sind.

Beim Überwintern werden Teile wie das Fahrwerk, die Schwinge, der Federweg und die Reifen im aufgebockten Zustand entlastet. Hierdurch wird z.B. die Entstehung von Reifendruckpunkten am Vorderrad verhindert. Da nun Winter ist und das Mopped sich in der Garage langweilt, war der richtige Zeitpunkt gekommen, das seit Wochen im Keller schlummernde Paket mit dem Zentralständer auszupacken und selbigen aufzubauen.

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[Sponsored Post] Zehn Tipps zur Helmreinigung

Winterzeit, Schrauber- und Materialpflegezeit. Das Motorrad steht eingewintert in der Garage, heute widmen wir uns mal der Behelmung. Natürlich sollte man nicht in der Winterpause, sondern auch während der Motorradsaison den Motorradhelm von Zeit zu Zeit einer aufwendigen Komplettreinigung unterziehen. Vor allem wenn er wie in meinem Fall fast wochentäglich im Einsatz ist, zeigen sich doch deutliche Benutzungsspuren. Typische Verschmutzungen der Helmschale entstehen durch Insekten, Straßenschmutz, Staub und Ruß. Das Innenfutter weist Rückstände von Schweiß, Hautpartikeln, Haaren oder Kosmetika auf.

Um den Helm wieder in einen erträglichen Zustand zu versetzen sind ein paar nützliche Tipps für Euch:

Welche Materialien sind bei der Reinigung zu berücksichtigen?

Bevor Ihr den Helm reinigt, solltet Ihr wissen, welche Oberflächen betroffen sind, denn die verschiedenen Materialien stellen unterschiedliche Anforderungen. Eine hochwertige Helmschale besteht in der Regel aus lackiertem Duroplast, das Visier aus Kunststoff, zum Beispiel aus mehrfach beschichtetem Polycarbonat. Das Innenfutter ist aus Baumwolle gefertigt und Schaumstoff, der Helmkern aus Styropor. Dies kann pro Helm unterschiedlich sein.

Welche Reinigungsmittel sind geeignet?

Haushaltsübliche Reinigungsmittel sind ungeeignet für die Helmreinigung, da diese überwiegend auf Fettlösekraft basieren. Abhängig von dem Einsatzgebiet sind einige Haushaltsreiniger recht aggressiv, da sie Lösemittel und Tenside enthalten. Diese greifen die Helmschale und die Beschichtungen des Visiers an. Das Visier kann während der Reinigung zerkratzen, dies gilt auch für Glasreiniger. Pinlock-Visiere sind besonders empfindlich und dürfen nur mit speziellen Tüchern gereinigt werden. Fragen Sie immer die Marke des Helmes, welche Produkte zur Reinigung eines Helmes verwendet werden können.
Besser ist, spezielle, im Fachmarkt erhältliche Helmreinigungsmittel für die Helmaußenschale zu verwenden. Für das Innenpolster gibt es Reinigungssprays, mit denen Sie den Stoff auch zwischendurch kurz mit der Hand reinigen können.

Wenn ihr einen neuen Motorradhelm kaufen wollt findet ihr bei Helmonline eine große Auswahl. Kostenlose und schnelle Lieferung erfolgt innerhalb von 1-2 Werktagen.

Was sind typische Anwendungsfehler?

Die Verwendung von zu scharfen Reinigungsmitteln kann die Farbe der Helmschale ausbleichen und das Material beschädigen. Bei leicht vorgeschädigten Visieren wird die Beschichtung unterwandert oder abgelöst. Das liegt an falsch angewendeten Reinigungsmitteln, die lediglich die ihnen zugedachte Aufgabe, die Ablösung von auf der Oberfläche befindlichen Schmutzschichten, erfüllen.

Visier und Helmschale reinigen

Entfernt das Visier und wischt es mit einem weichen Tuch und milder Seifenlauge ab. Bei starken Verschmutzungen bewährt sich das Einweichen. Alternativ kann Spezialreiniger verwendet werden (kein Glasreiniger).

Die Helmschale wird mit einer milden Seifenlauge oder einem Spezialreiniger gesäubert. Haushaltsübliche Reiniger enthalten Lösemittel und Säure, die Struktur und Material der thermoplastischen Helmschale angreifen.

Im Zweifelsfall erkundigt Euch beim Helmlieferanten, wie der Helm am Besten zu reinigen ist. Dann seit ihr sicher, dass ihr den Helm nicht beschädigt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Helmonline.de.

Im Test: Bell Bullit Carbon Helm

Helme sind wie Turnschuhe, irgendwie kann man nicht genug haben. Das geht Euch doch auch so, oder? ODER?

Mit dem Bell Bullit Helm habe ich schon vor über vier Jahren geliebäugelt. Damals entschied ich mich aber aus praktischeren Gründen für den Nolan N40 Full mit dem n-com B5 Kommunikationssystem. Sowohl bei der täglichen Pendelei ins Büro als auch auf vielen Touren hat er mir sehr gute Dienste geleistet. Der Dauerbetrieb hat aber auch seine Spuren hinterlassen, er ist mittlerweile trotz regelmässiger Pflege etwas verwohnt und das Intercom hat trotz Firmwareupdate seine regelmässigen Aussetzer. Ausserdem wollte ich einen Helm, der etwas besser zu meiner orangenen Street Triple passte.

Beim Rumlungern auf ebay Kleinanzeigen fand ich irgendwann den Bell Bullit Carbon in Chemical Candy Black Gold in meiner Größe und auch noch in Berlin. Und das auch noch unbenutzt und originalverpackt. Also ab nach Charlottenburg, den Helm ausprobiert (passte), noch etwas verhandelt mit dem Verkäufer (klappte) und dann war er mein.

Dafür, daß es eine limitierte Farbausführung des Helmes ist, war der Preis schon fast unverschämt günstig. Das rauchgraue Visier hatte der Verkäufer schon so geordert. Hätte er es nicht getan, hätte ich es mir nachbestellt.

Was kann der Bullit also? Erstmal die Spezifikationen:

  • Herausnehmbarer und waschbarer antibakterieller Innenraum
  • Gepolsterter Kinnriemen mit D-Ring-Verschluss und Leder-Zuglasche
  • 5 Einlassöffnungen aus Metallgewebe über dem Visier und 1 hintere Auslassöffnung
  • Magnet-Visierverschlusssystem
  • Perforiertes Mikroveloursleder innen mit Lederbesatz
  • Gewicht: 1400g
  • 5 Jahre Garantie
  • Lieferung inklusive Lederhelmtasche

Der Helm sitzt sehr angenehm auf meiner großen Rübe, auch nach längerer Fahrt drück und zwickt nix. Durch das dunkle Visier sieht man sehr viel mehr als man von aussen vermuten könnte. Wenn der Stern vom Himmel brennt braucht es keine Sonnenbrille unterm Helm oder ein Innenvisier (wie beim Nolan). Selbst wenn es bewölkt ist oder beginnt zu dämmern ist die Sicht nicht eingeschränkt. Lediglich nach Sonnenuntergang kann man nur noch mit offenem Visier fahren. Für die Wintersaison habe ich mir noch ein zweites, klares Visier bestellt.

Das Innenfutter mit Mikroveloursleder und Lederbesatz sieht sehr wertig aus und ist auch angenehm zu tragen. Vom Ratschenverschluss kommend habe ich mit mittlerweile auch mit dem Doppel-D-Ring angefreundet. Die Lüftung funktioniert sehr gut, so daß auch Sommerausfahrten nicht im Schwitzinferno unter der Mütze enden.

Auf keinen Helm wurde ich so oft angesprochen wie auf diesen. Obwohl man den Bell Bullitt mittlerweile oft sieht – zumindest in Berlin – ist die Lackierung der Hingucker.

Ein paar Dinge aber sind negativ anzumerken:

  • Der Helm macht ab 110 km/h lästige Windgeräusche, die von den vorderen Lüftungsöffnungen herrühren. Leider treten die immer dann auf, wenn ich meine Standard-Fahrposition innehabe (Helm leicht nach vorne in Fahrtrichtung geneigt). Wenn ich den Kopf etwas aufrichte, geht das Pfeifgeräusch weg, aber die Position ist unnatürlich.
  • Der Kinnriemen franst am Ende aus. Ich habe es versucht mit dem Feuerzeug wieder zu versiegeln, hat aber nix geholfen, es franste weiter. Ich habe es nun erstmal provisorisch mit der Heissklebepistole versiegelt, schön ist anders. Ebenso dröselt die Naht an der Leder-Zuglasche auf. Beides sind aus meiner Sicht in dieser Preisklasse nicht in Ordnung.

Für die große Tour werde ich eher zu meinem alten Nolan N40 greifen, geringere Windgeräusche – gerade bei Autobahnetappen wichtig – höhere Flexibilität bezüglich der Sichtverhältnisse und das Interkom geben hier den Ausschlag.

Für die Tagestour im heimischen Revier und für die urbanen Trips zur Arbeit ist der Bell aber erste Wahl.

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