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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Pol Tarrés – The Seeker Movie

Wenn jemand dem Trial-Champion und Extrem-Enduro-Fahrer Pol Tarrés Roca gesagt hat, dass man auf einer 700 Kubik-Enduro keine radikalen, der Schwerkraft trotzenden Stunts machen kann, wird er spätestens hier eines besseren belehrt.

The Seeker, ein wunderschön gedrehter und witziger Kurzfilm, der Pol bei seinen scheinbar unmöglichen Manövern auf einer serienmäßigen Yamaha Ténéré folgt. Dies ist die zweite Kooperation des Spaniers in einer Reihe von Videos, die von den Echevarría-Brüdern, auch bekannt als The Who, gedreht wurden. Aber schaut selber:

Angeblich waren die einzigen Anpassungen am Motorrad der Tausch der Bereifung gegen Mitas Endurogummis sowie Anpassung der Federung durch mehr Öl in der Gabel. Krass, was Pol auf der Maschine abliefert. Das machen andere nicht auf einer Wettbewerbs-Trial oder Hardenduro-Maschine.

Pol lebt und trainiert in Katalonien, wo auch der größte Teil des Videos gefilmt wurde. Mit 27 Jahren ist er bereits eine Trial-Legende und rangiert nun konstant in den Top Ten der aufreibenden WESS World Enduro Championship-Serie. Es überrascht nicht, dass er schon als kleines Kind mit BMX und Trial-Fahren begann, schließlich ist sein Onkel der siebenfache Trial-Weltmeister Jordi Tarres.

Mehr Action findet ihr auf Pols YouTube-Kanal, nicht weniger aufregend ist die Produktion „Hebo Dominicana“ aus dem letzten Jahr:

Deutschland: welches Motorrad fährst Du?

Wenn ich mir meine bisherigen Motorräder anschaue, dann hatte ich das Gefühl, eher abgehangenere Maschinen der mittleren Leistungsklasse im Besitz zu haben (nach Leistung sortiert):

  • Vespa GTS 300 Super, Baujahr 2010, 22 PS
  • Honda CJ 250T, Baujahr 1977, 27 PS
  • BMW F650 GS, Baujahr 2002, 48 PS
  • Yamaha MT-07, Baujahr 2015, 75 PS
  • BMW F800 GS, Baujahr 2014, 86 PS
  • Triumph Street Triple 675 R, Baujahr 2009, 106 PS

Über alle Maschinen ergibt sich daraus ein Durchschnittsalter von 15,5 Jahren und eine Durchschnittsleistung von 60,7 PS. Wenn man die Vespa und die Honda mal ausklammert, ergeben sich ein Durchschnittsalter von 10 Jahren sowie eine Durchschnittsleistung von 78,8 PS.

Wenn ich nun mal nicht meine F800 GS oder die Street Triple als Einzelreferenz nehme, liege ich mit den obigen Durchschnittszahlen wirklich ziemlich nah am Schnitt. Doch wie schaut der denn nach Bundesländern aus? Schauen wir es uns an:

Motorräder nach Alter

Quelle: CHECK24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH https://www.presseportal.de/pm/73164/4596532

Nach dieser Auswertung sind Schleswig-Holsteiner auf den ältesten Motorrädern unterwegs. Im Schnitt haben die Maschinen dort 12,1 Jahre auf dem Buckel. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland (jeweils Ø 12,0 Jahre) sind vergleichsweise alte Maschinen unterwegs. Brandenburger fahren mit durchschnittlich 9,9 Jahren die modernsten Zweiräder. Die meisten Motorräder pro Einwohner fahren in Brandenburg, in Thüringen die wenigsten.

Deutschlands Biker-Hochburg ist Brandenburg. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind dort am meisten Biker unterwegs: 40 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. In Thüringen sind die Zweiräder vergleichsweise unbeliebt. Die Motorradquote ist dort 40 Prozent geringer als im Bundesschnitt.

Motorräder nach Leistung

Quelle: CHECK24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH https://www.check24.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/motorradversicherung%3a-bremer-sind-mit-den-meisten-ps-unterwegs-1449/

Bremen ist die Hochburg der PS-starken Motorräder. Biker sind dort mit durchschnittlich 81,6 Pferdestärken unterwegs. Das sind 22 PS mehr als bei den letztplatzierten Thüringern (Ø 59,6 PS).

Motorradfahrer im Saarland (Ø 77,1 PS) und Niedersachsen (Ø 74,9 PS) fahren ebenfalls Maschinen mit hoher Motorleistung. In Sachsen-Anhalt (Ø 67,7 PS) und Mecklenburg-Vorpommern (Ø 66,0 PS) hingegen sind eher schwach motorisierte Bikes unterwegs.

Übrigens: Männer (Ø 73,8 PS) fahren im Schnitt deutlich stärker motorisierte Zweiräder als Frauen (Ø 58,2 PS) – ein Plus von 27 Prozent.

Ein bisschen überrascht war ich schon von den Zahlen, hatte ich zumindest bei der Leistung mit einem höheren Schnitt gerechnet. Gefühlt fährt doch jeder zweite ne Boxer-BMW neueren Zuschnitts, die je nach Modell nun eben 110 bis 135 PS auf den die Kurbelwelle drücken.

Was mein Bauchgefühl dabei nicht auf dem Zettel hatte sind die Leichtkrafträder, die sich sehr größer Beliebtheit erfreuen. Ein Blick auf die aktuellen Zulassungen bestätigt dies:

Der Motorradmarkt 2020

Im Juni 2020 erreichte der Zweiradmarkt, gegenüber dem Vorjahresmonat, ein Zulassungsplus von 48 Prozent. Stark nachgefragt waren vor allem wieder die Leichtkrafträder-/roller mit einem satten Zuwachs von 129 bzw. 169 Prozent. Auch die Nachfrage nach Motorrädern stieg deutlich auf fast 14.000 Maschinen (+21%). Hier führt der Osten Deutschlands deutlich vor dem Westen. Bayern liegt als einziges Bundesland unter dem Vorjahresniveau.

Ein Zuwachs von 41% (Leichtkrafträder) bzw. 70% bei Leichtkraftrollern sind echt beeindruckend. Ob es die neue Führerscheinregelung ist oder der Umstieg vom Auto auf den Roller oder das Motorrad, begrüßenswert finde ich es auf jeden Fall.

Und, wo reiht ihr Euch mit Euren Motorrädern ein?

Motorradtrainings oder warum Deine Lernkurve nie aufhört

Interessanterweise hatten zwei der Motorrad-Podcasts, die ich regelmässig höre diese Woche das Thema Motorradtrainings.

Bei Gasgeflüster sprechen Michel und Jan über Ihre Erfahrungen mit Motorradtrainings. Von ADAC Sicherheitstrainings über Supermoto- und Wheelietrainings bis hin zu Offroadtrainings schildern sie ihre Erfahrungen. Ihr Fazit unterschreibe ich sofort: egal wie versiert Du als Fahrer bist, Du kannst immer was dazulernen.

Meine Trainingserfahrungen habe ich hier über die Jahre auch dokumentiert:

2012: ADAC Basis-Training
2013: ADAC Intensiv-Training
2015: ADAC Perfektions-Training
2016: Trial Training bei Elmar Heuer
2018: ADAC Top-Training

Was dieses Jahr auf jeden Fall dazu kommen wird ist ein Offroadtraining beim Enduro Action Team. Und egal ob Strassen- oder Offroadtraining: jedes Training macht Dich zum kompletteren und besseren Fahrer.

Vor allem für den Fahranfänger ist es superwichtig. Ich selber habe erst spät mit dem Motorradfahren angefangen. Als ich aus der Fahrschule kam, hatte ich zwar die Fahrerlaubnis, aber die Fahrbefähigung habe ich mir erst über die Fahrpraxis und die oben erwähnten Trainings erarbeitet. Genau den Punkt macht auch Nasty Nils in seiner aktuellen Podcastfolge.

Im Training wirst man kontrolliert an seine Grenzen geführt. Ein guter Instruktor geht individuell auf die Teilnehmer ein und bringt sie in ihrer Lernkurve weiter oder hilft ihnen, Ängste abzubauen. Gerade als Fahranfänger ist das super hilfreich. Ich erinnere mich noch an eine Situation nach meinem ersten Training. Eine Autofahrerin hatte mich übersehen und ich musste eine Gefahrenbremsung mit Ausweichen hinlegen. Ich habe das Motorrad nicht weggeschmissen oder abgewürgt und konnte die Kollision vermeiden. Exakt das Szenario, welches wir im Training geübt hatten. Mehr Bestätigung als das brauchte ich nicht für die Sinnhaftigkeit von Sicherheitstrainings und war seitdem immer wieder fleissig dabei.

Daher mein Appel an Euch:

  • Ihr habt gerade frisch Euren Führerschein? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr seid lange nicht mehr gefahren oder fühlt Euch zum Saisonstart eingerostet? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr wollt andere Fahrzustände erleben als die, die ihr mit Eurer Maschine gewohnt seid? Macht ein Rennstrecken- oder Offroadtraining!
  • Ihr wollt Spaß haben und an Euren Skills arbeiten? Macht ein Training!
  • Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!
  • Ihr wollt die Angstnippel am Reifen weg haben? Macht ein Kurventraining!

Es kostet nicht viel Geld, macht Euch zu besseren Motorradfahrern und ihr werdet dämlich grinsen unterm Helm. Mehr Gründe braucht es doch nicht, oder?

Edit:

Julia sagt auch, dass ihr das machen sollt!

Zu aktuellen Lärm-Diskussion rund um Motorräder

Der Bundesrat hat am 15. Mai beschlossen, die Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen (mehr Informationen hier und hier).

Meine Haltung dazu wird in diesem Statement sehr gut zusammengefasst:

Ich plädiere auch zusätzlich noch für ein Nutzverbot an Wochenenden für alles andere was lauter als 80dB ist wie Rasenmäher, Kettensägen, Traktoren, Sportwagen und Flugzeuge. Danach stören wir uns dann an Kinderspielplätzen in Wohngebieten oder Kleinkindern im Nachbars Garten.

Der Rechtsanwalt und Motorradfahrer Frank Hannig hat zum Verbot eine alternative Meinung:

Wie seht ihr das?

Gegen die drohenden Fahrverbote existiert seit ein paar Tagen eine Online-Petition die bereits jetzt knapp 60.000 Unterstützer gewonnen hat.

Von Sydney nach London : über 20.000 Meilen Abenteuer auf einem Post-Motorrad

Im Jahr 2009 genoss der Brite Nathan Millward das Leben bei der Arbeit in einem Café in Sydney. Aber die guten Zeiten endeten nachdem seine Visumsverlängerung abgelehnt wurde und er drei Tage Zeit bekam, das Land zu verlassen.

Anstatt einen Flug zurück nach Großbritannien zu buchen, traf er die mutige Entscheidung, sich auf den Weg zu machen und nach Hause zu fahren. Er packte seine Habseligkeiten in eine Kiste, schnallte sie auf dem Rücken seines Post-Motorrads (eine 105-ccm-Honda mit der sagenhaften Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h) und machte sich auf den Weg. Ohne Visum auf den Weg, ohne mechanische Kenntnisse und unsicher, ob sein Geld die 23.000 Meilen nach Hause reichen würde.

Als er an diesem Morgen vom Opernhaus in Sydney wegfuhr, ahnte Nathan wohl nicht, daß er am Anfang einer großen Reise stand, die ihn weiter bringen würde, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Nathan findet ihr auf Instagram unter @nathanthepostman.

(via Max Funk)

Mopped Kaputt? Egal, lass mal die Dakar fahren

Die Dakar ist nicht die Art von Rennen, die man mit einem nicht ganz perfekten Motorrad bestreiten möchte. Aber 1985 gelang es dem belgischen Fahrer Gaston Rahier, auf einer kaputten BMW GS zu gewinnen. Rahier hatte bereits 1984 die Dakar gewonnen und war zuversichtlich, dass sein stark überarbeitetes Motorrad von 1985 ihm die Chance auf einen erneuten Sieg geben würde. Doch dann setzte er bei einem Medienauftritt vor dem Rennen einen Fuß falsch auf und maulte sich mächtig auf. Das Video von BMW Group Classic zeigt seine Maschine und beschreibt das Malheur:

Ein Tausch des Chassis wäre nicht regelkonform gewesen, so blieb BMW und dem HPN-Team, das die Maschine gebaut hatte, nichts anderes übrig, als das Wrack so gut es ging wieder zusammenzuschustern. Wie in dem Video unten dokumentiert ist, hinterließ das Motorrad zwei Reifenspuren im Sand, statt einer. Das ist die nette Art zu sagen, dass es ziemlich im Arsch war.

Rahier’s Teamkollegen Eddie Hau und Raymond Loizeaux schieden vorzeitig aus dem Rennen aus, so blieb nur noch Gaston übrig als letzter Hoffnungsträger auf einen Sieg. Trotz der massiven Schäden am Rahmen schaffte es die Maschine jeden Abend ins Biwak, um sich dort jedes Mal umfassenden Reparaturen zu unterziehen.

Aber irgendwie schaffte es der Mann, der nicht einmal seine Füße auf den Boden setzen konnte, mit dieser kaputten Maschine den Rest der Konkurrenz bis zur Ziellinie zu schlagen. Das ist der Stoff, aus dem Dakar-Legenden gemacht sind. BMW hat daraus eine vierteilige Dokumentarserie gemacht, die Ihr Euch hier ansehen könnt. Ich weiß, was ich heute Abend machen werde.

(Via Jalopnik)

Zum Nordpol auf einer Yamaha R1

Als ich dieses Jahr über die Baikal Mile schrieb – das Sprintrennen auf dem zugefrorenen Baikalsee bei zweistelligen Minustemperaturen – hätte man zu der Auffassung kommen können, das das eines der unpassendsten Umgebungen wäre, in der man sein Motorrad bewegen kann.

Äh, nein. Es geht noch extremer.

Darf ich Euch Sjaak Lucassen vorstellen? Er ist ein niederländischer Abenteurer, der mit einer Yamaha R1 zum Nordpol fahren will. Aber wie genau kommt man auf so einen Geistesblitz? Lucassen hatte die Idee zu einer Fahrt zum Nordpol während einer Weltreise, die er 1995 unternahm. „In Pakistan, auf dem Karakorum-Highway, fühlte ich mich wie am Ende der Welt. Aber es ist nicht das Ende der Welt. Das Ende der Welt ist der Nordpol. Das kam mir in den Sinn, und seitdem habe ich mir in den Kopf gesetzt, einmal in meinem Leben dorthin zu gehen.

Und warum eine R1? Sjaak hat für seine Abenteuer immer Sportbikes bevorzugt. In den 90ern tourte er um die Welt auf einer Fireblade mit etwas abenteuerlich anmutendem Gepäckaufbau. Um sein gesamtes Gepäck zum Nordpol zu bekommen, hat er sich einen Schlittenanhänger gebaut. Das einzige, was er auf der letzten Etappe gebracht bekommt, ist der Sprit. Sein Abenteuer plant er in den kommenden drei Wintern entlang dieser Route:

Etappe 1 – Anchorage, Alaska bis Tuktoyaktuk, Kanada (1.800 km/1.100 Meilen): Dieser Abschnitt der Fahrt wird auf winterlichen Straßen verlaufen, was Sjaak Zeit gibt, sich an das Wetter und seine R1 zu gewöhnen und gegebenenfalls kleine Modifikationen vorzunehmen.

Etappe 2 – Tuktoyaktuk nach Ward Hunt Island (2.300 km/1.400 Meilen): Im Jahr 2022 wird es noch schwieriger, wenn er sich über die zugefrorene Beaufortsee und über küstennahe Inseln wagen wird.

Etappe 3 – Ward Hunt Island zum Nordpol (800 km+/500 Meilen+): Im Jahr 2023 wird es verrückt, wenn er seine R1 direkt nach Norden fährt über den gefrorenen Ozwan. Sjaaks genaue Route wird hauptsächlich von den Eisverhältnissen abhängen. Verwerfungen im Eis könnten ihn zu größeren Umwegen zwingen.

Die Vorbereitung dieser Reise dauert schon 13 Jahre und Sjaak ist noch nicht am Ende. Aber lasst es Euch von ihm selber erzählen.

Mehr Infos auf Sjaaks Website oder auf Facebook und YouTube.

(Quelle: Scenic App via ADV Pulse)

Warum die Motorradsaison 2020 bereits jetzt am Arsch ist

Es ist Anfang April und seit knapp drei Wochen sind in Berlin die Schulen zu, meine Frau und ich arbeiten aus dem Homeoffice und es ist an alles zu denken nur nicht ans Motorradfahren.

Bei der letzten Ausfahrt mit Tom vor zwei Wochen stellte er fest, daß mein TÜV seit Februar abgelaufen ist. Ich so „Ne, kann nicht sein, der ist doch im April fällig!“. Der Blick aufs Nummernschild zeigt, daß Tom Recht hat. Na super. Der nächste Service- und TÜV-Termin beim Triumph-Händler, der zu bekommen war, liegt Ende Mai. Es sollte sich herausstellen, daß es eh egal ist, denn wahrscheinlich ist dank Corona vorher eh‘ nicht an eine Ausfahrt zu denken. Zur aktuellen Situation in den Werkstätten schrieb 1000PS bereits neulich.

Ad acta gelegt sind alle Tourenplanungen für dieses Jahr. Mit Rolf plante ich neulich noch einen Ausflug zu den diesjährigen BMW Motorrad Days, bevor diese einige Tage später abgesagt wurden. Ebenso wie BMW seine Teilnahme an der EICMA und INTERMOT gecancelt hat. KTM zog einen Tags später mit einer Absage nach.

Auch wenn das Wetter gerade heute dazu einlädt, sich auf den Bock zu schwingen, es ist nicht einfach mehr so möglich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen (eine Übersicht was noch erlaubt ist findet ihr z.B. hier). Was ja auch sinnvoll ist. Meine Schwester ist Krankenschwester und ihre Berichte über die derzeitige Situation in den Krankenhäusern legen umso mehr nahe, kein Hobby zu verfolgen, bei dem man wenn es blöd läuft ein Krankenhausbett mehr belegt als nötig ist. Und jetzt kommt mir nicht mit den Unfallzahlen im Haushalt.

„If you must take action then take the safe route.“ ist die Empfehlung der Scenic-App, die das Fahrverhalten von Motorradfahrern weltweit in diesen aktuellen Wochen untersucht hat.

Was macht das mit den Händlern? 1000PS sieht die derzeitige Situation als Katalysator für die Branche, als Beschleuniger für Entwicklungen, die eh gekommen wären. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im März 2020 16,3 Prozent weniger Zweiräder zugelassen worden.

Seit einigen Wochen schleiche ich gedanklich um ein Motorrad herum, welches ich vor knapp acht Jahren im Schauraum meines BMW-Händler ansabberte.

Mittlerweile ist die BMW F800 GS in Kalamata Metallic (und nur in dieser Farbe will ich sie) gebraucht in gepflegtem Zustand in Preisregionen angelangt, die für mich langsam erschwinglich werden. Ein paar Exemplare habe ich auch schon auf den gängigen Gebrauchtbörsen gefunden und geparkt. Aber weder an Probefahrt noch an Überführung ist derzeit zu denken und zugelassen bekommt man die sowieso nicht, wenn alle Ämter zu haben oder im Notbetrieb arbeiten.

Aber wer weiß, wie sich die wirtschaftliche Lage insgesamt entwickelt. Wahrscheinlich wäre es derzeit eh töricht, so eine Investition zu tätigen, wenn man nicht weiß, ob man die Kohle demnächst an anderer Stelle nötiger bräuchte.

Was bleibt vom Hobby in 2020? Das ganze Jahr Motorrad putzen oder schrauben? In vergangenen Erinnerungen schwelgen? Oder in Hoffnung auf bessere Zeiten doch die nächste Tour planen? Was macht ihr in diesen Zeiten?

IndianxWorkhorse Appaloosa v2.0 auf der Baikal Mile 2020

Über die Baikal Mile hatte ich bereits im Februar berichet, Indian und Workhorse Speedshop waren mit der umgebauten Appaloosa mit am Start und haben eine kleine Doku dazu gedreht, die heute Abend auf Youtube Premiere hat. Bitte hier lang:

Dragracing auf Eis: Baikal Mile

Der Baikalsee ist ein uralter, riesiger See in Sibirien, einer bergigen Region in Russland nördlich der mongolischen Grenze. Er gilt als der tiefste See der Welt und ist die größte Ansammlung von Süßwasser auf unserem Planeten. Und da es in Sibirien bekanntlich auch kalt werden kann, friert der Baikalsee im Winter auch ordentlich zu. Ich erinnere mich an eine Fernsehreportage über die Eisstrassen – sogenannte Zimniki, die von den örtlichen Behörden eingerichtet werden, sobald das Eis eine gewisse Dicke erreicht hat. Aus verschiedenen Gründen herrscht auf diesen Eisstrassen Überholverbot und ein Tempolimit von 30 km/h.

Das mag einigen Anwohner nicht gereicht haben, die sich wohl dachten: „Was die Schweden können beim Årsunda Speed Weekend können, können wir auch. Und unser See ist größer!“ Ob so oder anders, heraus kam die Baikal Mile, die letztes Jahr ihre Premiere feierte.

Aufgrund der großen Zuschauern-Resonanz wurde es zu einer jährlichen Veranstaltung gemacht. Ähnlich wie bei der Bonneville Speedweek geht es darum, auf der geraden Strecke Geschwindigkeitsrekorde in verschiedenen Fahrzeugklassen aufzustellen. Dafür stehen drei speziell präparierte Eisbahnen mit einer Länge von 1/8 Meile und einer Meile zur Verfügung.

Ein bekanntes Fahrzeug aus dem „Sultans of Sprint“-Zirkus wird kommende Woche bei der zweiten Ausgabe des Baikal Mile Ice Speed Festival antreten: Indian Motorcycle und der Workhorse Speed Shop haben das Comeback der Appaloosa angekündigt. Die Appaloosa v2.0 wird vom 25. Februar bis zum 1. März 2020 ihr Renn-Debüt in Russland geben und dabei einen radikal neuen Look zeigen.

Appaloosa in ihrer 2019er Lackierung

Bislang hat Indian nur Teaserbilder veröffentlicht. Um mit den eisigen Bedingungen zurecht zu kommen und die Appaloosa auf dem Drag Strip wettbewerbsfähig zu machen, wurden die von Reifen von Hand mit Hunderten von Spikes versehen, eine Aufgabe, für die Brices Mechaniker Dorsan vier Tage Arbeit benötigte. Um die Kühlung des Motors vor den extremen Temperaturen zu kontrollieren, wurde das „Maul“ der Verkleidung mit einer neuen Abdeckung aus Kohlefaser verschlossen und die Seitenverkleidungen mit kleineren Kühllufteinlässen versehen. Um den Piloten zu schützen und eine klare Sicht nach vorne zu behalten, wurden die Bereiche um die Räder innerhalb der Verkleidung geschlossen, um das von den Spikereifen aufgeworfene Eis zu kontrollieren.

Pilotiert wird die Appaloosa vom Grandmaster des Sultans of Sprint himself, Sébastien Lorentz .

Wem Sibirien zu weit ist, der kann über diverse Social Media Kanäle auf dem Laufenden bleiben: die Baikal Mile Website, Facebook, Instagram oder YouTube. Indian Motorcycle wird unter dem Hashtag #IndianxWorkhorse über ihr Engagement berichten.

Edit:

Und hier nun die Bilder der enthüllten Appaloosa v.2

Bilder: Indian Motorcycle, Baikal Mile

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