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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: 95 Oktan (Seite 1 von 50)

Eine Sonntagsrunde durch die Schorfheide

Die neuen Reifen sind seid dieser Woche aufgezogen, bevor es kommende Woche damit nach Hamburg geht, wollte ich die Gummis erstmal bei trockener Witterung einfahren. Kurz nach acht am Sonntagmorgen rollte ich also bei frischen 6° aus der heimischen Garage und nahm erstmal die Autobahn Richtung Prenzlau unter die Räder bis zur Ausfahrt bei Chorin. Über den Feldern und Seen stand noch der Morgennebel, zwischenzeitlich fiel das Thermometer auf unter 3°, brrr.

Kurz nach der Autobahnabfahrt brach sich die Sonne den Weg durch die Wolken und bei tollem Morgenlicht hielt ich an um die Drohne das erste mal steigen zu lassen. Die herbstliche Bräunung der Blätter im Morgenlicht konnte schon mal was.

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Überraschung: die 20. BMW Motorrad Days gehen 2021 nach Berlin

Gerade aus dem E-Mail-Postfach gefischt: BMW verkündet, dass nach insgesamt 18 Auflagen der BMW Motorrad Days in Folge in Garmisch-Partenkirchen das weltweit größte Treffen rund um die Marke BMW Motorrad 2021 in Berlin stattfinden wird.  BMW Motorrad will damit neue Wege mit der Traditionsveranstaltung einschlagen, die 2001 als BMW Motorrad Biker-Meeting im österreichischen Seefeld begann.

Genaueres zum Ort und Ablauf wurde noch nicht bekannt gegeben. Zum Hintergrund der Entscheidung schreibt die Pressemitteilung:

Die Entscheidung „BMW Motorrad Days goes Berlin“ wurde mit dem Ziel getroffen, für die Zukunft neue Wege der Markenentwicklung einzuschlagen, neue Konzepte zu entwickeln und den BMW Motorrad Days auf diese Weise weitere starke Impulse zu geben. Gleichzeitig stellt Berlin eine ideale Plattform für moderne urbane Mobilitätskonzepte auch auf zwei Rädern dar.

Mehr Urban und E-Mobility statt Rideouts über Alpenpässe? Klingt so.

Berlin durfte sich bereits über mehrere Pure & Crafted Festivals freuen. Motorrad und Party können wir hier. Ob das Brandenburger Umland ähnlich reizvoll für Motorradfahrer ist wie die Alpen wage ich zu bezweifeln. Aber ich stelle mich gerne als Tourguide für Rideouts zur Verfügung.

Ich bin gespannt, was BMW Motorrad an Infos zur Veranstaltung nachlegt. I keep you posted!

Krowdrace Wolfslake 2020

Mit dem ersten von drei geplanten Rennen startete heute nach langer Corona-Pause der zum KROWDRACE-CUP in die neue Saison! Austragungsort der Auftakt-Veranstaltung war der Eichenring vom Speedway-Team Wolfslake e.V. bei Berlin.

Gestartet wurde in 10 verschiedenen Klassen: Anfänger und Interessierte konnten auf ihren Motorrädern mit Straßen- oder Endurobereifung (keine Motocross-Stollen) in der Klasse „Run What You Brung“ und „Newbies“ erste Runden auf einer Sandbahn drehen, für Damen gab es die „Supergirls“-Klasse und diejenigen Fahrer, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben, starteten in den Klassen „Rookies/Amateure“, Profis und sonstige Haudegen in den Klassen „Pro“ und „Hooligan“, für „Vintage pre-79“ Motorräder war ebenfalls eine eigene Klasse ausgeschrieben.

Samstags war Trainingstag. Hier konnte man auch gegen eine Teilnahmegebühr von 25€ nur mal so mitfahren und Flat Track-Luft schnuppern. Zum Beispiel wenn man die Flat Track Eigenschaften seiner Vespa austesten wollte:

Sohn II und ich machten uns nach dem sonntäglichen Frühstück auf den Weg um die Rennen des Vormittags anzuschauen. Jede Klasse startete zu drei Umläufen à 6 Runden.  Die Newbies liessen es noch etwas verhaltener angehen, aber schon bei den Rookies wurde schon ordentlich um Positionen gekämpft.

Es war großartig zu sehen, was da alles an Zweirädern um den Kurs bewegt wurde. Herkömmliche Enduros, mit Liebe aufgebaute Flattracker bis hin zu Zweitakt-Mofas. Großartig fand ich Nadda, die in der Supergirls-Klasse ihre BSA mit stoischer Ruhe um den Kurs bewegte.

Von einigen Teilnehmern wusste ich, daß sie gerade erst mit dem Flat Track angefangen hatten und dies mit ihre ersten Wettbewerbsrunden waren. Die Freude am Ausprobieren und Lernen war spürbar. Hauptsache erstmal nicht gestürzt und nicht überrundet werden.

Die nächsten beiden Rennen zum Krowdrace-Cup finden im September statt: am 19.-20.09. in Parchim sowie am 26.-27.09. im Rahmen Petrol Days in Nordhastedt.

Edit:

Juliane Eger war für 1000PS in Parchim beim Krowdrace und hat ein tolles Video mitgebracht:

972 Breakdowns – auf dem Landweg nach New York

Sicher jeder von uns hatte mal bekloppte Ideen. Über die meisten hat man sich im Kopf amüsiert, die wenigsten sind zur Umsetzung gekommen. Das Vorhaben, mit russischen Ural-Gespannen von Halle /Saale den Landweg nach New York zu nehmen, gehört sicher zu den abenteuerlicheren Ideen. Ist aber wahr geworden für fünf frisch gebackene Künstler, die gerade ihren Motorradführerschein gemacht haben. Die Reise über 45.000 km sollte vom Herbst 2014 bis Januar 2017 dauern.

Die Wahl des Vehikels war hierbei ausschlaggebend – die Ural 650. Sie gilt als robust, leicht zu reparieren – vor allem aber als extrem unzuverlässig. Dementsprechend hatten die Fünf mehr Pannen, als es Moskitos in Sibirien gibt! Doch das war der Plan. Denn es ging darum in engen Kontakt mit der Bevölkerung zu gelangen. Denn eine Panne zu haben gleicht einer universellen Sprache, jeder kann das einfach verstehen und aktiv werden.

Da keiner von ihnen jemals vor diesem Projekt Motorrad gefahren ist, standen die Künstler vor einer großen Herausforderung. Eigentlich scheiterten sie jeden Tag, lernten aus ihren Fehlern und verstanden den Zufall für sich zu nutzen, um weiter zugehen.

Ihre Geschichte haben sie schon als Vortrag erzählt, als Buch niedergeschrieben und nun auch als Film herausgebracht.

Wo der eigene Plan nicht mehr aufgeht, wird es spannend… Willkommen im Beiwagen eines charmanten aber auch launischen russischen Motorrades auf dem Landweg nach New York.

972 Breakdowns – In diesem Pannentheater begegnen uns die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus. Mit Ihrer Hilfe fahren wir immer ein Stückchen weiter – bis zum nächsten Breakdown.

Wir wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben… stets auf der Suche nach dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergehen kann …!

Den Vortrag bei einem Motocycle PowWow habe ich verpasst. Die Film-Vorführung heute Abend im Sommerkino am Kulturforum verpasse ich gerade. Zahlreiche Vorführungen deutschlandweit geben Euch aber die Chance, die Dokumentation dieses Abenteuers in Spielfilmlänge zu sehen. Sogar in meinem schwäbischen Heimatkaff Kirchheim / Teck wird der Film gezeigt. Ihr habt also keine Entschuldigung, den Film nicht zu sehen. Und vielleicht schaffe ich es auch noch. Abenteuer kann man nicht genug haben!

Motorrad-Reise-Enduro-Training beim ADAC

Dinge, die man nicht oft genug machen kann: Motorrad-Trainings. Vor ein paar Wochen hatte ich mich schon mal dazu ausgelassen. Wenn ich mich mal selber zitieren darf:

Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!

Den eigenen Rat zu Herzen genommen, buchte ich mich fürs Wochenende beim ADAC in Linthe zu einem Reiseenduro-Training ein. Schließlich hatte ich mein neues Motorrad noch nicht im Training bewegt. Das größere Ziel ist ein Trainingswochenende beim Enduro Action Team. Das ADAC-Training sollte das kleine Warmup dazu werden. Ein bisschen Zweifel hatte ich, ob die als Einsteigertraining ausgewiesene Veranstaltung ggf. zu langweilig werden könnte. „An den Basics kann man immer arbeiten!“ dachte ich mir dann aber.

So klingelte Sonntags um 6:00 der Wecker, denn die Trainings beginnen bereits um 08:00 Uhr. Die Morgensonne begleitete mich und ich hatte sogar noch die Zeit, ein Stück Landstrasse durch den Hohen Fläming bis nach Linthe mitzunehmen.

Dort angekommen formierte sich unsere Trainingsgruppe um unseren Trainer Peer. Mit meiner F800GS war ich bischen der Exot, alle anderen fuhren GS-Boxer, von 1100 über 1150, 1200 bis zur neuesten 1250er war alles vertreten. Die einzige Ausnahme bildete ein Teilnehmer mit einer brandneuen Triumph Tiger 900 GT.

Die erste Trainigseinheit am Vormittag verbrachten wir erstmal auf Asphalt. Bergauf- und Bergabbremsungen jeweils nur mit Vorder- oder Hinterradbremse, im Schrittempo am Lenkeranschlag wenden, Notstopp am Berg. Oder wie der Trainer es nannte: „Was tun, wenn der Berg gewinnt?“ In dem Falle die Maschine durch Motor abwürgen mit eingelegtem Gang zum Halten bringen. Anschliessend Lenker an den Anschlag bringen und durch ganz zartes Dosieren der Kupplung rückwärts rollen lassen um die Maschine parallel zum Berg bringen. Anschließend durch wechselnde Lenkereinschläge das Vorderrad dazu bringen, bergab zu rutschen um eine ungefährdete Linie bergab zu haben.

Am späteren Vormittag ging es dann auf den Offroadparcours. Fahren auf Sand war angesagt. Für mich so ein bisschen der ungeliebte Endgegner. Um es richtig zu lernen, standen wir vor der „Elefantengrube“, einer tiefen, mit Sand gefüllten Senke. Aber auch mit einer dicken Adventure-GS mit wenig Profil auf den Strassenreifen war die Durchfahrt durch das Becken zu bewältigen, wie unser Trainer zeigte. Und ich muss gestehen, ich gewöhnte mich immer mehr daran. Erstmal mit den Füßen noch unterstützend am Boden. Dem Vorderrad etwas Spiel geben, damit es sich durchpflügen kann und vor allem wie bei allen anderen Fahrmanövern auch den Blick in der Ferne gerichtet und nicht auf das Terrain kurz vorm Vorderrad. Wenn man auch bei langsamen Tempo die Balance gut halten kann, findet das Motorrad schon seinen Weg.

In Zweierteams fuhren wir Runden durch unseren Parcours, später ergänzt mit Bergauf- und Bergabpassagen. Ich hatte mich mit Achim zusammengetan, lustigerweise kam er aus meiner schwäbischen Heimat. In Brandenburg machte er gerade Urlaub und nahm das Endurotraining als passende Abwechslung mit. Wir ergänzten uns sehr gut und mussten eher den anderen beim Motorrad aufheben helfen. Zwei, drei der Teilnehmer hatten durchaus zu schaffen mit den noch leichten Offroadbedingungen. Nach leichten Stürzen strichen auch zwei Mitfahrer die Segel und brachen das Training ab.

Später am Nachmittag hatten wir das gesamte Offroadgelände für uns und konnten uns durch schmale Pfade im Wald wühlen, auf Waldboden, Sand und Schotter in unterschiedlichster Körnung und Konsistenz. Die hohen Temperaturen den Tag über zehrten aber an der Kondition, viele Trink- und Verschnaufpausen halfen da, die Konzentration dennoch hoch zu halten.

Mach 8 Stunden Training ging es zurück nach Hause. Insgesamt fand ich es gut aufgebaut, an den Grundlagen konnte ich gut weiter feilen. Beim nächsten Training darf es aber gerne etwas anspruchsvoller sein.

Auf der Heimreise fiel die 50.000 Kilometer-Marke. Ich kann meine Maschine also als gut eingefahren bezeichnen. Mögen viele, spannende Kilometer auch abseits asphaltierter Strassen folgen.

Pol Tarrés – The Seeker Movie

Wenn jemand dem Trial-Champion und Extrem-Enduro-Fahrer Pol Tarrés Roca gesagt hat, dass man auf einer 700 Kubik-Enduro keine radikalen, der Schwerkraft trotzenden Stunts machen kann, wird er spätestens hier eines besseren belehrt.

The Seeker, ein wunderschön gedrehter und witziger Kurzfilm, der Pol bei seinen scheinbar unmöglichen Manövern auf einer serienmäßigen Yamaha Ténéré folgt. Dies ist die zweite Kooperation des Spaniers in einer Reihe von Videos, die von den Echevarría-Brüdern, auch bekannt als The Who, gedreht wurden. Aber schaut selber:

Angeblich waren die einzigen Anpassungen am Motorrad der Tausch der Bereifung gegen Mitas Endurogummis sowie Anpassung der Federung durch mehr Öl in der Gabel. Krass, was Pol auf der Maschine abliefert. Das machen andere nicht auf einer Wettbewerbs-Trial oder Hardenduro-Maschine.

Pol lebt und trainiert in Katalonien, wo auch der größte Teil des Videos gefilmt wurde. Mit 27 Jahren ist er bereits eine Trial-Legende und rangiert nun konstant in den Top Ten der aufreibenden WESS World Enduro Championship-Serie. Es überrascht nicht, dass er schon als kleines Kind mit BMX und Trial-Fahren begann, schließlich ist sein Onkel der siebenfache Trial-Weltmeister Jordi Tarres.

Mehr Action findet ihr auf Pols YouTube-Kanal, nicht weniger aufregend ist die Produktion „Hebo Dominicana“ aus dem letzten Jahr:

Deutschland: welches Motorrad fährst Du?

Wenn ich mir meine bisherigen Motorräder anschaue, dann hatte ich das Gefühl, eher abgehangenere Maschinen der mittleren Leistungsklasse im Besitz zu haben (nach Leistung sortiert):

  • Vespa GTS 300 Super, Baujahr 2010, 22 PS
  • Honda CJ 250T, Baujahr 1977, 27 PS
  • BMW F650 GS, Baujahr 2002, 48 PS
  • Yamaha MT-07, Baujahr 2015, 75 PS
  • BMW F800 GS, Baujahr 2014, 86 PS
  • Triumph Street Triple 675 R, Baujahr 2009, 106 PS

Über alle Maschinen ergibt sich daraus ein Durchschnittsalter von 15,5 Jahren und eine Durchschnittsleistung von 60,7 PS. Wenn man die Vespa und die Honda mal ausklammert, ergeben sich ein Durchschnittsalter von 10 Jahren sowie eine Durchschnittsleistung von 78,8 PS.

Wenn ich nun mal nicht meine F800 GS oder die Street Triple als Einzelreferenz nehme, liege ich mit den obigen Durchschnittszahlen wirklich ziemlich nah am Schnitt. Doch wie schaut der denn nach Bundesländern aus? Schauen wir es uns an:

Motorräder nach Alter

Quelle: CHECK24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH https://www.presseportal.de/pm/73164/4596532

Nach dieser Auswertung sind Schleswig-Holsteiner auf den ältesten Motorrädern unterwegs. Im Schnitt haben die Maschinen dort 12,1 Jahre auf dem Buckel. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland (jeweils Ø 12,0 Jahre) sind vergleichsweise alte Maschinen unterwegs. Brandenburger fahren mit durchschnittlich 9,9 Jahren die modernsten Zweiräder. Die meisten Motorräder pro Einwohner fahren in Brandenburg, in Thüringen die wenigsten.

Deutschlands Biker-Hochburg ist Brandenburg. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind dort am meisten Biker unterwegs: 40 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. In Thüringen sind die Zweiräder vergleichsweise unbeliebt. Die Motorradquote ist dort 40 Prozent geringer als im Bundesschnitt.

Motorräder nach Leistung

Quelle: CHECK24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH https://www.check24.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/motorradversicherung%3a-bremer-sind-mit-den-meisten-ps-unterwegs-1449/

Bremen ist die Hochburg der PS-starken Motorräder. Biker sind dort mit durchschnittlich 81,6 Pferdestärken unterwegs. Das sind 22 PS mehr als bei den letztplatzierten Thüringern (Ø 59,6 PS).

Motorradfahrer im Saarland (Ø 77,1 PS) und Niedersachsen (Ø 74,9 PS) fahren ebenfalls Maschinen mit hoher Motorleistung. In Sachsen-Anhalt (Ø 67,7 PS) und Mecklenburg-Vorpommern (Ø 66,0 PS) hingegen sind eher schwach motorisierte Bikes unterwegs.

Übrigens: Männer (Ø 73,8 PS) fahren im Schnitt deutlich stärker motorisierte Zweiräder als Frauen (Ø 58,2 PS) – ein Plus von 27 Prozent.

Ein bisschen überrascht war ich schon von den Zahlen, hatte ich zumindest bei der Leistung mit einem höheren Schnitt gerechnet. Gefühlt fährt doch jeder zweite ne Boxer-BMW neueren Zuschnitts, die je nach Modell nun eben 110 bis 135 PS auf den die Kurbelwelle drücken.

Was mein Bauchgefühl dabei nicht auf dem Zettel hatte sind die Leichtkrafträder, die sich sehr größer Beliebtheit erfreuen. Ein Blick auf die aktuellen Zulassungen bestätigt dies:

Der Motorradmarkt 2020

Im Juni 2020 erreichte der Zweiradmarkt, gegenüber dem Vorjahresmonat, ein Zulassungsplus von 48 Prozent. Stark nachgefragt waren vor allem wieder die Leichtkrafträder-/roller mit einem satten Zuwachs von 129 bzw. 169 Prozent. Auch die Nachfrage nach Motorrädern stieg deutlich auf fast 14.000 Maschinen (+21%). Hier führt der Osten Deutschlands deutlich vor dem Westen. Bayern liegt als einziges Bundesland unter dem Vorjahresniveau.

Ein Zuwachs von 41% (Leichtkrafträder) bzw. 70% bei Leichtkraftrollern sind echt beeindruckend. Ob es die neue Führerscheinregelung ist oder der Umstieg vom Auto auf den Roller oder das Motorrad, begrüßenswert finde ich es auf jeden Fall.

Und, wo reiht ihr Euch mit Euren Motorrädern ein?

Motorradtrainings oder warum Deine Lernkurve nie aufhört

Interessanterweise hatten zwei der Motorrad-Podcasts, die ich regelmässig höre diese Woche das Thema Motorradtrainings.

Bei Gasgeflüster sprechen Michel und Jan über Ihre Erfahrungen mit Motorradtrainings. Von ADAC Sicherheitstrainings über Supermoto- und Wheelietrainings bis hin zu Offroadtrainings schildern sie ihre Erfahrungen. Ihr Fazit unterschreibe ich sofort: egal wie versiert Du als Fahrer bist, Du kannst immer was dazulernen.

Meine Trainingserfahrungen habe ich hier über die Jahre auch dokumentiert:

2012: ADAC Basis-Training
2013: ADAC Intensiv-Training
2015: ADAC Perfektions-Training
2016: Trial Training bei Elmar Heuer
2018: ADAC Top-Training

Was dieses Jahr auf jeden Fall dazu kommen wird ist ein Offroadtraining beim Enduro Action Team. Und egal ob Strassen- oder Offroadtraining: jedes Training macht Dich zum kompletteren und besseren Fahrer.

Vor allem für den Fahranfänger ist es superwichtig. Ich selber habe erst spät mit dem Motorradfahren angefangen. Als ich aus der Fahrschule kam, hatte ich zwar die Fahrerlaubnis, aber die Fahrbefähigung habe ich mir erst über die Fahrpraxis und die oben erwähnten Trainings erarbeitet. Genau den Punkt macht auch Nasty Nils in seiner aktuellen Podcastfolge.

Im Training wirst man kontrolliert an seine Grenzen geführt. Ein guter Instruktor geht individuell auf die Teilnehmer ein und bringt sie in ihrer Lernkurve weiter oder hilft ihnen, Ängste abzubauen. Gerade als Fahranfänger ist das super hilfreich. Ich erinnere mich noch an eine Situation nach meinem ersten Training. Eine Autofahrerin hatte mich übersehen und ich musste eine Gefahrenbremsung mit Ausweichen hinlegen. Ich habe das Motorrad nicht weggeschmissen oder abgewürgt und konnte die Kollision vermeiden. Exakt das Szenario, welches wir im Training geübt hatten. Mehr Bestätigung als das brauchte ich nicht für die Sinnhaftigkeit von Sicherheitstrainings und war seitdem immer wieder fleissig dabei.

Daher mein Appel an Euch:

  • Ihr habt gerade frisch Euren Führerschein? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr seid lange nicht mehr gefahren oder fühlt Euch zum Saisonstart eingerostet? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr wollt andere Fahrzustände erleben als die, die ihr mit Eurer Maschine gewohnt seid? Macht ein Rennstrecken- oder Offroadtraining!
  • Ihr wollt Spaß haben und an Euren Skills arbeiten? Macht ein Training!
  • Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!
  • Ihr wollt die Angstnippel am Reifen weg haben? Macht ein Kurventraining!

Es kostet nicht viel Geld, macht Euch zu besseren Motorradfahrern und ihr werdet dämlich grinsen unterm Helm. Mehr Gründe braucht es doch nicht, oder?

Edit:

Julia sagt auch, dass ihr das machen sollt!

Zu aktuellen Lärm-Diskussion rund um Motorräder

Der Bundesrat hat am 15. Mai beschlossen, die Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen (mehr Informationen hier und hier).

Meine Haltung dazu wird in diesem Statement sehr gut zusammengefasst:

Ich plädiere auch zusätzlich noch für ein Nutzverbot an Wochenenden für alles andere was lauter als 80dB ist wie Rasenmäher, Kettensägen, Traktoren, Sportwagen und Flugzeuge. Danach stören wir uns dann an Kinderspielplätzen in Wohngebieten oder Kleinkindern im Nachbars Garten.

Der Rechtsanwalt und Motorradfahrer Frank Hannig hat zum Verbot eine alternative Meinung:

Wie seht ihr das?

Gegen die drohenden Fahrverbote existiert seit ein paar Tagen eine Online-Petition die bereits jetzt knapp 60.000 Unterstützer gewonnen hat.

Von Sydney nach London : über 20.000 Meilen Abenteuer auf einem Post-Motorrad

Im Jahr 2009 genoss der Brite Nathan Millward das Leben bei der Arbeit in einem Café in Sydney. Aber die guten Zeiten endeten nachdem seine Visumsverlängerung abgelehnt wurde und er drei Tage Zeit bekam, das Land zu verlassen.

Anstatt einen Flug zurück nach Großbritannien zu buchen, traf er die mutige Entscheidung, sich auf den Weg zu machen und nach Hause zu fahren. Er packte seine Habseligkeiten in eine Kiste, schnallte sie auf dem Rücken seines Post-Motorrads (eine 105-ccm-Honda mit der sagenhaften Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h) und machte sich auf den Weg. Ohne Visum auf den Weg, ohne mechanische Kenntnisse und unsicher, ob sein Geld die 23.000 Meilen nach Hause reichen würde.

Als er an diesem Morgen vom Opernhaus in Sydney wegfuhr, ahnte Nathan wohl nicht, daß er am Anfang einer großen Reise stand, die ihn weiter bringen würde, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Nathan findet ihr auf Instagram unter @nathanthepostman.

(via Max Funk)

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