Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

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60 Jahre BMW Motorradwerk Berlin: Von 30 auf 900 am Tag

Januar 2014, Tor 1 in Spandau. Handy weg, auf dem Werksgelände herrscht Fotografierverbot. Unser Werksführer Roland erzählt uns, dass eine der älteren Fertigungsstraßen 200 Meter lang ist. Die neueste schafft dasselbe auf 20 Metern. Ich stehe dazwischen und frage mich, was die Leute früher auf den restlichen 180 Metern gemacht haben. Zwölf Jahre später feiert das BMW Motorradwerk Berlin ein rundes Jubiläum: 60 Jahre Motorradmontage an der Havel.

60 Jahre BMW Motorradwerk Berlin

BMW begann im September 1966 in Spandau die ersten R 60/2 zu montieren – parallel zu München. Erst 1969 war der Umzug der kompletten Motorradproduktion abgeschlossen, das ist laut BMW das eigentliche Geburtsjahr des Motorradwerks.

Von 30 auf 900 Motorräder am Tag

1969 bauten laut BMW rund 400 Leute etwa 30 Motorräder am Tag. Heute sind es über 2.600 Beschäftigte und rund 900 Fahrzeuge täglich, e-Scooter mitgerechnet. Pro Kopf ist das ungefähr die viereinhalbfache Stückzahl.

Zum Vergleich mit meinem eigenen Besuch: 2014 hieß es noch „bis zu 570 Motorräder am Tag“. In gut zehn Jahren kamen also noch mal über 300 Einheiten pro Tag dazu. Insgesamt sollen bis 2026 rund vier Millionen BMW Motorräder und e-Scooter aus Berlin gekommen sein. Eins davon steht seit längerem in meiner Garage – meine F800 GS, Baujahr 2014, auch ein Spandauer Kind.

R 90 S, G/S und ein ABS: Motorräder aus Spandau

Die Liste der Motorräder, die hier entstanden sind, liest sich wie das Inhaltsverzeichnis eines BMW-Bildbands. Die R 90 S kam aus Berlin, ebenso 1980 die R 80 G/S, mit der BMW nebenbei ein ganzes Segment erfunden hat. Laut BMW wurde in Spandau außerdem das weltweit erste serienmäßige Motorrad-ABS verbaut.

Nicht jede BMW ist ein Berliner

Was in der Jubiläumsstimmung gern untergeht: „Made in Berlin“ gilt längst nicht für alle Modelle. Schon 2014 war Spandau die „Geburtsstätte fast aller BMW Motorräder“, der Sechszylinder der K 1600 kam damals zum Beispiel aus München. Heute gibt es eigene Werke in Thailand (seit 2014) und Brasilien (seit 2016), dazu Produktionspartner in China (Loncin) und Indien (TVS).

Die Fertigungstiefe in Berlin ist trotzdem beachtlich. Zylinderköpfe, Kurbelwellen, Kurbelgehäuse, Pleuel und Gelenkwellen werden laut BMW vor Ort gefertigt, dazu Rahmen und Tanks in der eigenen Schweißerei, Galvanik, Pulver- und Nasslack. Und nebenbei über drei Millionen Pkw-Bremsscheiben im Jahr. Die tauchen in keiner Motorradbroschüre auf, bezahlen aber vermutlich ein paar Lichtmaschinen.

BMW Motorrad Welt: das Wohnzimmer am Juliusturm

Mein häufigster Grund, nach Spandau zu fahren, ist inzwischen nicht mehr das Werk, sondern die BMW Motorrad Welt. Seit 2023 steht sie in einem der alten Backsteinbauten direkt am Werksgelände. Die Geschichte dazu hat uns Martin „Lemmi“ Lemcke damals in einer Fuel Story in unserem Podcast erzählt.

Danach wurde die Motorrad Welt für Carina und mich zu einer Art zweitem Aufnahmestudio. Mehrere TwinSpark-Live-Podcasts haben wir dort aufgezeichnet, unter anderem mit Lina van de Mars mit Andreas Keßler und zuletzt mit Kuhlewu. Vor Publikum aufzunehmen, während ein paar Meter weiter Motorräder gebaut werden, hat eine eigene Qualität.

Jubiläumsausstellung und Werksführung

Zum Jubiläum gibt es auf dem Werksgelände eine Ausstellung zu sechs Jahrzehnten Motorradbau in Spandau noch bis Mitte November. Werksführungen lassen sich über die hier buchen.

Wenig Kilometer, viele Fragen: Wo dieser Blog nach 14 Jahren steht

Mai 2014, Mittelgebirgstour, erster Tag. Ich fahre solo von Berlin runter, zwei Stunden Autobahn schrubben, dann endlich rein ins Müglitztal, Erzgebirge, später Vogtland. Die ersten 200 Kilometer sind Pflicht, dann kommt die Kür: enge Kurven, leere Straßen, genau das, wofür man sich so eine Tour ausdenkt. Aber irgendwo hinter Kilometer 350 kippt die Stimmung. Die Kurven sind immer noch da, ich merke sie nur nicht mehr. Ich will nicht mehr fahren, ich will ankommen. Genau so fühlt sich das Bloggen hier gerade an – nicht weil die Strecke schlecht ist, sondern weil ich seit Monaten im letzten Drittel der Etappe stecke.

Der neue Job hat den Kalender aufgefressen

Ich mache mir nichts vor: Die Artikelfrequenz hier ist eingebrochen, und das liegt nicht an fehlenden Ideen, sondern an fehlender Zeit. Seit ich den neuen Job habe, ist Motorradfahren zu „Luxus, den ich mir erkämpfen muss“ geworden. Das nervt mich, auch wenn ich weiß, dass es eine Phase ist.

Ein paar Dinge sind dieses Jahr einfach ausgefallen. Den Twinspark Podcast habe ich abgegeben – Carina macht ihn jetzt allein weiter, und das ist auch gut so, denn zwei halbe Mitarbeiter sind schlechter als eine, die richtig Lust hat. Zum RIDE Motofestival habe ich es wegen familiärer Umstände nicht geschafft. Und wenn ich in den Kategorien nachschaue, wie viele Touren-Artikel 2026 bisher erschienen sind, ist die Antwort: keiner. Null. Die einzige Tour, die ich überhaupt gefahren bin, war ein beruflicher Termin im Frühjahr Richtung Mecklenburgische Seenplatte – und selbst die hat nur deshalb einen Artikel abgeworfen, weil ich unterwegs die Westwind-Tasche getestet habe, die eh am Bike hing.

Das ist die nüchterne Bilanz. Kein Grund für Selbstmitleid, aber auch keiner, es schönzureden.

Die kleinen Highlights in diesem Jahr

Aber es war nicht alles schlecht bisher. Dafür gab es zwei Momente, die mehr wert waren als eine kleine Feierabendrunde.

Der erste: Ich habe die Dominator zusammengeschraubt. Nicht fertig – so ein Projekt ist nie fertig –, aber so weit, dass ich sie jetzt wieder fahren kann. Und: Sandra kauft sie jetzt doch nicht zurück. Sie bleibt also in meiner Garage.

Der zweite: Im Schweden-Urlaub habe ich Gorm Taube in Varberg besucht. Über seinen Dominator-Umbau haben wir vor ein paar Jahren im Podcast gesprochen, und ehrlich gesagt war genau dieser Umbau einer der Gründe, warum ich mir überhaupt eine Dominator gekauft habe. Ihn jetzt live zu treffen, in seiner Werkstatt, hat mir noch mal klargemacht, warum mich dieses Bike überhaupt interessiert: nicht wegen der PS-Zahl, sondern wegen der Bastelei. Ich habe mir vorgenommen, mehr Zeit in der Garage zu verbringen und hoffentlich auch mehr Zeit im Dreck mit ihr. Und ja, es könnten noch ein paar von Gorms Teilen an meine Domi passen.

14 Jahre, viele Phasen

Wenn ich sentimental auf die alten Artikel zurückschaue, sehe ich drei, vier verschiedene Versionen von mir als Motorradfahrer.

2012 fing das hier als reiner Tourenblog an – Berlin, Havel, Elbe, Mecklenburg, Brandenburg, die üblichen Wochenendrunden, dokumentiert mit Ridebooks und Gepäcktipps.

Dann kamen die Tests dazu, die Custombike-Szene, irgendwann Elektromobilität als eigene Kategorie, weil ich zu neugierig war, das Thema zu ignorieren. 2021 dann der Twinspark Podcast. Über die Jahre wurde aus einem Ein-Personen-Reiseblog etwas, das eher wie eine kleine Redaktion funktioniert – mit allem, was das an Grundrauschen mit sich bringt: Rennsport-Berichte, Messe-Rückblicke oder Produktnews.

Weil ich schon beim Zurückblättern war, habe ich mir auch die Zahlen dazu angeschaut.

1.615 Artikel seit „Moin!“ im August 2012 sind hier erschienen, macht im Schnitt 9,4 Posts pro Monat über den gesamten Zeitraum. Am produktivsten war der März 2014 mit 32 Artikeln in einem Monat – und in dieselbe Phase fällt auch die längste Serie: 35 Tage am Stück, an denen mindestens ein Artikel online ging. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich das damals neben allem anderen hinbekommen habe.

Die Kehrseite: Die längste Pause zwischen zwei Artikeln in der gesamten Blog-Geschichte liegt nicht 2014, nicht in der Pandemie, sondern jetzt gerade – 34 Tage zwischen Ende Januar und Ende Februar 2026. Der bisherige Rekord lag bei 26 Tagen, gleich zweimal, 2017 und 2020. Auch die Kategorie „Ohne Kategorie“ erzählt dieselbe Geschichte in Zahlen: Zwischen 2018 und 2024 lag der Anteil unsortierter Posts bei sauberen 0 Prozent. 2026 sind es 13 Prozent. Wenn niemand mehr hinterher aufräumt, sieht man das offenbar zuerst in den Metadaten, bevor man es im Kalender merkt.

BMW ist mit 83 Titelnennungen die klare Nummer eins vor Honda und Triumph, Moto Guzzi kommt in 14 Jahren auf genau eine einzige Erwähnung. Der kürzeste Artikel hat nur eine Headline und ein eingebettetes Video zur neuen Africa Twin von 2015. Der längste ist Siggis Sardinien-Korsika-Bericht von 2022 mit 8.868 Wörtern. Insgesamt kommen alle Artikel zusammen auf etwa 1,25 Millionen Wörter. Das ist mehr Text als „Krieg und Frieden“ – nur mit deutlich mehr Motorrädern und deutlich weniger Napoleon.

Ausblick: kleiner, aber ehrlicher

Ich weiß noch nicht genau, wie dieser Blog in den nächsten Monaten aussieht. Realistisch wird es nicht mehr um jede Tour und jeden Messebesuch gehen können – dafür fehlt mir gerade schlicht die Zeit. Was ich mir vorstellen kann: weniger, aber dafür mehr aus der Garage. Schrauberkram an der Domi, Baustellen, Rückschläge inklusive, ohne das Ganze schönzuschreiben. Vielleicht auch wieder mehr Kurzstrecken statt der großen Alpentouren, einfach weil die eher ins verbleibende Zeitfenster passen.

Was mich noch beschäftigt: 14 Jahre sind eine lange Zeit für ein Motorradblog, und das hier hat sich schon mehrfach neu erfunden – vom Tourentagebuch über die Testplattform bis zum Podcast-Hub. Vielleicht ist genau jetzt wieder so ein Punkt.

Deshalb die Frage an euch, die diesen Blog seit Jahren mitlest oder gerade erst gefunden habt: Was wollt ihr hier eigentlich noch lesen? Schreibt’s mir in die Kommentare – ich lese jeden davon, auch wenn die Antwort gerade mal länger dauert als früher.

Kurvenreich Quartett: Wenn Alpenpässe zur Spielkarte werden

Gefunden habe ich es nicht auf einer Messe oder in einem Shop, sondern unter einem LinkedIn-Posting. Jürgen hatte da kommentiert, unter einem Beitrag von Chris Kubiak, und ich bin durch seinen Kommentar überhaupt erst draufgestoßen. Zwei Minuten gescrollt, sofort bestellt. Als das Kurvenreich Alpenpässe Quartett dann auf meinem Tisch lag, ging es mir nicht wie bei einem gewöhnlichen Kartenspiel. Ich habe die erste Karte gezogen und sofort Kopfkino gehabt.

Viele der Pässe im Stapel bin ich selbst gefahren (könnt ihr hier nachlesen). Bei jeder Karte kommt was hoch: die Tour, mit wem ich unterwegs war, die Aussicht, die wir uns am Rand geteilt haben, bevor es weiterging. Das ist der Punkt, an dem das Quartett für mich kein Kartenspiel mehr ist, sondern ein Auslöser.

Was steckt hinter dem Kurvenreich Quartett

Christoph Kubiak, der unter Goodspeed Media firmiert, hat das Quartett entwickelt. 32 Alpenpässe aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz. Laut Hersteller sind neben bekannten Klassikern auch echte Geheimtipps dabei, also nicht nur Stilfser Joch und Grimsel, sondern auch Pässe, die man nicht sofort auf dem Zettel hat.

Jede Karte trägt Höhe, Länge, Steigung, Kurvenzahl, Eröffnungsjahr und eine Einstufung des Anspruchs. Dazu eine kurze Beschreibung und ein QR-Code, der zu kurviger.de führt und direkt auf den jeweiligen Pass verlinkt. Wer beim Blättern also schon plant, kann sich die Strecke gleich anschauen.

Christoph beschreibt seine Herangehensweise selbst fast schon pathetisch, aber mit einem Kern, der mir gefällt: Für ihn ist die Kurve kein bloßes Verbindungsstück im Straßenbau, sondern der Moment, in dem Radius, Neigung, Tragschicht und Drainage zusammenkommen, damit ein Motorradfahrer am Ende „wahre Glückshormon-Explosionen“ erlebt, wie er es nennt. Man merkt beim Spielen, dass diese Begeisterung nicht nur Marketingtext ist.

RIDE – The Moto Festival 2026: Ruhpolding gehört uns

Es gibt Wochenenden, auf die man sich schon Monate vorher freut. Nicht wegen eines einzelnen Highlights – sondern weil man weiß, dass es einfach stimmt. Das RIDE – The Moto Festival ist so ein Wochenende. Und 2026 zieht es nach Ruhpolding.

Wer das MaxlRIDE kannte, weiß, worum es geht. Matthias und Barbara Berger sowie Silke Hoerl haben 2023 in Maxlrain etwas auf die Beine gestellt, das in der deutschen Motorradszene so nicht existierte: kein Herstellerevent, keine Messe, kein Krawall – sondern ein echtes ein echtes Motorradfestival in Ruhpolding für Leute, die Motorräder lieben. 3.000 kamen zur Premiere, 5.000 ein Jahr später. Dann kam 2025 nicht, weil es nicht gereicht hat. Wer die Kalkulation solcher Events kennt, weiß wie schmal der Grat ist.

Jetzt kommt der nächste Anlauf – und der sieht gut aus.

Warum Ruhpolding funktioniert

Der neue Standort macht auf den ersten Blick einen anderen Eindruck als das überschaubare Brauereigelände in Maxlrain. Ruhpolding ist touristischer, bekannter, größer. Was dafür spricht: Die Infrastruktur ist da. Der Kurpark ist groß genug für eine Bühne und eine ordentliche Händlermeile. Die Hauptstraße lässt sich sperren. Und die Chiemgauer Alpen liegen direkt vor der Tür – was bedeutet, dass geführte Touren ohne stundenlange Anfahrt stattfinden können.

Die Speedway Arena gibt dem Ganzen außerdem einen emotionalen Anker, den eine Wiese nie hätte: Das Stadion hat Geschichte. In den 70ern und 80ern fanden hier WM-Läufe statt. Josef „Seppi“ Angermüller fuhr vor bis zu 8.000 Zuschauern. Dann kamen Lärmbeschwerden und das war’s. Jetzt kommen die Motorräder zurück – als Offroad-Parcours, Fahrtechnikfläche und Trial-Showbühne, betrieben von ACT, High Enduro End, Motorbike Concept und dem MSC Ruhpolding selbst.

Bad & Bold sucht neue Eigentümer – die Marke soll bleiben

Bad & Bold entstand nicht aus einem Businessplan, sondern aus Frust. Frust darüber, dass Motorradkleidung entweder sicher war oder gut aussah – aber selten beides. Barbara kam aus der Mode, Matthias aus Marketing und Community. Motorradfahren war Leidenschaft, Kleidung ein Problem. Also machten sie es selbst. Die Idee war simpel und radikal zugleich: funktionale, zertifizierte Motorradbekleidung, die man auch nach dem Absteigen noch tragen will. Kein Power-Ranger-Look, keine Plastikoptik, keine Logoschlacht. Stattdessen ehrliche Materialien, gute Schnitte, kleine Hersteller, viel Handarbeit und noch mehr Haltung.

Aus dieser Haltung wurde über fast 14 Jahre eine Marke. Ein Online-Shop, der bewusst kein Bauchladen ist. Events, Ausfahrten, eigene Formate. Eine Community, die nicht wegen Rabatten kam, sondern wegen Vertrauen. Bad & Bold war nie laut, nie billig, nie beliebig. Und genau deshalb relevant.

Ein gewachsener Ort für Motorradkultur

Bad & Bold war immer mehr als E-Commerce. Wer dort kaufte, kaufte auch die Geschichte dahinter: warum ein Stoff so ist, warum ein Hersteller ausgewählt wurde, warum manches bewusst nicht verkauft wird. Barbara kennt jedes Teil im Shop nicht nur beim Namen, sondern im Aufbau. Matthias hat das Ganze nach außen getragen, vernetzt, erzählt, weitergedacht.

Das zeigte sich besonders bei Events wie RIDE – The Moto Festival. Kein klassisches Messeformat, sondern ein Treffpunkt für Custom, Adventure, Design und Menschen. Keine Sales-Schlacht, sondern Austausch. Wer da war, hat verstanden, was Bad & Bold meint, wenn sie von Community sprechen.

Der Wendepunkt: Kanada statt Stillstand

Nach vielen Gesprächen, Reisen und Überlegungen haben Barbara und Matthias entschieden, 2026 ein neues Kapitel aufzuschlagen. Sie ziehen nach Victoria auf Vancouver Island in Kanada. Nicht, um etwas zu beenden, sondern um etwas Neues zu beginnen. Eine berufliche Chance, familiäre Verbindungen und die Möglichkeit, ihre Erfahrung in einem anderen Markt einzubringen. Ihre Beweggründe haben sie in diesem Interview bei Moto Reloaded erklärt:

Wichtig dabei: Bad & Bold soll nicht verschwinden. Im Gegenteil. Die Marke soll bleiben – nur mit neuen Menschen, die sie weiterführen.

Bad & Bold sucht eine Nachfolge

Barbara und Matthias suchen aktiv eine Nachfolge für Bad & Bold. Offen für unterschiedliche Modelle: Übernahme, Asset-Deal oder eine andere passende Form. Entscheidend ist nicht die juristische Konstruktion, sondern das Verständnis für die Marke. Gesucht wird niemand, der nur einen funktionierenden Shop übernimmt. Sondern jemand, der versteht, dass Bad & Bold ein Qualitätsversprechen ist. Dass es um Motorradleidenschaft, Community und Haltung geht. Und dass Wachstum hier nie Selbstzweck war, sondern Ergebnis von Glaubwürdigkeit.

RIDE 2026 findet statt – und alles läuft weiter

Bis nach dem RIDE 2026 bleiben Barbara und Matthias präsent. Bad & Bold läuft weiter wie gewohnt. RIDE – The Moto Festival findet vom 24. bis 26. Juli 2026 statt, erste Aussteller sind bestätigt, die Planung läuft, der Ticketverkauf startet bald. Für die beiden wird es ein emotionaler Höhepunkt – und ein bewusster Übergabepunkt.

Rückblick und Ausblick

Wer tiefer verstehen will, wie Bad & Bold tickt, findet in unserem TwinSpark Motorrad Podcast ein ausführliches Gespräch mit Barbara und Matthias, in dem sie erzählen, wie alles begann und warum sie vieles bewusst anders gemacht haben.

Wenn man sich so eine Marke aufgebaut hat, finde ich den Schritt sehr mutig, das alles hinter sich zu lassen und etwas neues aufzubauen.

So steht Bad & Bold jetzt an einem seltenen Punkt. Eine starke Marke, eine treue Community, eine klare Haltung – und die ehrliche Frage: Wer will das weitertragen? Freiwillige vor!

Motorrad App Yomoko – unkompliziert Rider für gemeinsame Touren finden

Allein auf dem Motorrad unterwegs? Viele kennen das: Lust auf eine Tour ist da, aber niemand hat Zeit. Oder man ist neu in der Stadt, kennt die Umgebung nicht und die WhatsApp-Gruppen schlafen. Genau hier setzt die Motorrad App Yomoko an. Sie vernetzt Motorradfahrerinnen und -fahrer, Sozius-Fans und Gruppen in der Nähe – unkompliziert, direkt und ohne endlose Chatverläufe. Statt lange zu suchen, findet man über die App schnell neue Mitfahrende und kann direkt losfahren.

Motorrad App Yomoko Screenshot

Swipe, Ride, Repeat – so funktioniert die Motorrad App Yomoko

Die Motorrad App Yomoko erinnert optisch an eine Dating-App. Profile lassen sich durchswipen, Grüße verschicken, Matches entstehen automatisch. Nur geht es hier nicht um Flirts, sondern ums Fahren.

Motorrad App Yomoko Tour mit mehreren Ridern

Der „Let’s Ride Mode“ zeigt an, wer gerade spontan unterwegs ist. Über „Aktivitäten“ kann man Touren einstellen oder bestehenden Ausfahrten beitreten – mit Detailinfos und Gruppenchat. Die Swipe-Funktion hilft, neue Kontakte nach Umkreis, Motorrad oder Alter zu finden. Auch Sozius-Mitfahrende können gezielt suchen. Und Frauen können ausschließlich nach anderen Fahrerinnen filtern – ein Feature, das für ein sicheres und angenehmes Umfeld sorgt.

Swipe Funktion in der Motorrad App Yomoko

Ein besonderes Highlight ist der spontane Ride-Mode: Wer ihn aktiviert, sendet automatisch Push-Nachrichten an Rider in der Umgebung. So entstehen zufällige Begegnungen – manchmal sogar entlang der Strecke, wie Gründer Norman im TwinSpark Podcast erzählt: „Ich war auf dem Weg zu den BMW Motorrad Days und plötzlich bekam ich drei Nachrichten von Leuten, die mich über die App auf der Karte gesehen haben. Das war der Moment, wo ich wusste: Es funktioniert.“

Die Gründer hinter der Motorrad App Yomoko

Die Motorrad App Yomoko wurde 2024 offiziell gestartet – komplett eigenfinanziert und neben den Vollzeitjobs der drei Gründer. Norman kümmert sich um Community und Strategie, Falk entwickelt die App, Pat gestaltet das Design. Alle drei arbeiten verteilt über Deutschland, treffen sich aber jede Woche online. „Wir haben keinen Investor, keine Agentur im Rücken. Alles, was ihr in der App seht, ist von uns drei gebaut“, meint Norman.

Heute nutzen rund 4.000 bis 5.000 Motorradfahrer:innen die App. Das Wachstum passiert organisch, ohne großes Werbebudget. Die Bewertungen in den App-Stores sind durchweg positiv, viele Nutzer:innen geben Feedback und Ideen.

„Wir merken, dass die Leute Lust auf eine kleinere, authentische Community haben“, sagt Falk. „Yomoko ist nicht Facebook. Es geht uns nicht um Likes, sondern darum, dass sich echte Menschen finden und zusammen fahren.“

Geplante Features und Crowdfunding

Das Team arbeitet bereits an der nächsten Ausbaustufe der Motorrad App Yomoko. Die ursprünglich für Herbst 2025 geplante Kickstarter-Kampagne wurde auf März 2026 verschoben – passend zum Saisonstart. Damit sollen drei neue Features finanziert werden:

  • Crew Base Manager: ein Tool für Gruppen mit Eventkalender, Chat und gemeinsamer Planung
  • Roadstory Tracker: ein digitales Reisetagebuch mit Fotos, Videos und Notizen
  • Full Throttle Achievements: Community-Awards und ein Punktesystem mit Prämien

„Viele lernen sich über die App kennen, aber wir verlieren sie danach oft an WhatsApp“, sagt Norman. „Unser Ziel ist, dass Yomoko der Ort bleibt, an dem die Gruppe zusammenbleibt.“

Frauenquote über Branchenschnitt

Ein besonderes Anliegen des Teams ist es, ein sicheres Umfeld für alle zu schaffen. Mit rund 20 Prozent weiblichen Nutzerinnen liegt die Motorrad App Yomoko deutlich über dem Branchenschnitt. „Frauen vernetzen sich bei uns bewusster – oft für gemeinsame Touren unter sich“, erklärt Norman. „Deshalb kann man bei uns auch reine Frauentouren einstellen. Das ist uns wichtig.“

Fazit – mehr Gemeinschaft auf zwei Rädern

Die Motorrad App Yomoko zeigt, dass Motorradfahren mehr ist als Solo-Abenteuer. Sie schafft Begegnungen, spontane Touren und echte Freundschaften auf zwei Rädern. Mehr Infos unter www.yomoko.app und auf Instagram unter @yomoko.app.

TWNSPRK #92 mit den Gründern von Yomoko

Gründer der Motorrad App Yomoko

Und wer die drei Gründer Norman, Patrick und Falk einmal persönlich erleben möchte: In der aktuellen Folge 92 unseres TwinSpark Motorrad Podcasts sprechen sie ausführlich über die Entstehung der Motorrad App Yomoko, die Herausforderungen einer App-Entwicklung ohne Investoren, das Feedback der Community und ihre Vision für die Zukunft.

EICMA Eindrücke 2025 – Motorradwelten zwischen Hightech und Handwerk

Mailand bleibt das Zentrum der Motorradwelt. Auf der EICMA 2025 zeigen die Hersteller, wie unterschiedlich man Zukunft denken kann. Noch sitze ich hier zwischen den Messeständen, wollte Euch aber schon mal meine ersten Eindrücke mitgeben: BMW bringt moderne Technik in die A2-Klasse, Honda zündet gleich mehrere Innovationsstufen und Royal Enfield bleibt der Meister des Stils.

BMW F 450 GS – kleiner Hubraum, große GS-DNA

Letztes Jahr noch der Prototyp, dieses Jahr stellte BMW die Serienversion der „Baby-GS“ vor. Mit der neuen F 450 GS wagt BMW einen wichtigen Schritt: eine vollwertige GS für die 48-PS-Klasse. Der neue Zweizylinder mit 420 Kubikzentimetern leistet 35 kW (48 PS) bei 8.750 U/min und 43 Nm bei 6.750 U/min. Damit ist sie am Limit der A2-Klasse, bleibt mit 178 Kilogramm fahrfertig aber leicht. Zum Vergleich: die CF Moto 450 MT wiegt 175 Kilo bei 44 PS und kostet rund 6.300 Euro, die Kove 450 Rally bringt 155 Kilo auf die Waage, bietet 52 PS und liegt bei etwa 8.000 Euro.

Für die Basis-Variante der ruft BMW 7.220 Euro auf, liefert dafür aber Top-Ausstattung mit TFT-Display, ABS Pro, Quickshifter und Fahrmodi „Rain“, „Road“ und „Enduro“. Die Ausstattungsvarianten kosten zwischen 300 und 770 € Aufpreis, die oben gezeigte GS Trophy-Version würde entsprechend 7.990 € kosten.

Ein Highlight ist die Easy Ride Clutch (ERC), die das Kuppeln fast überflüssig macht. Damit positioniert sich die F 450 GS klar oberhalb der asiatischen Konkurrenz. Sie wirkt wie eine geschrumpfte R 1300 GS – hochwertig, ausbalanciert und mit echter GS-Ergonomie. Mit 3,8 Litern Verbrauch und über 350 Kilometern Reichweite bleibt sie alltagstauglich.

Honda CB1000GT – Fireblade-Power mit Reisediplom

Die CB1000GT ist Hondas neue Definition des Sporttourers. Der Vierzylinder aus der Fireblade leistet 150 PS und 102 Nm und steckt in einem Tourenrahmen mit Showa-EERA-Fahrwerk und 6-Achsen-IMU. Koffer, Heizgriffe, Tempomat und Quickshifter sind Serie, ebenso das verstellbare Windschild und RoadSync-Konnektivität.

Die GT ist klar Hondas Antwort auf BMW S 1000 XR und Kawasaki Versys 1000 SE. Im Vergleich zur XR tritt sie entspannter auf: weniger aggressiv, komfortabler und leiser. Dafür punktet sie mit Reife, Sitzkomfort und typischer Honda-Sanftheit. Preislich dürfte sie leicht unter der XR liegen – mit mehr Reise-, aber etwas weniger Attacke-Charakter.

Honda WN7 – der Start einer neuen Elektro-Ära

Mit der WN7 startet Honda seine neue Elektro-Generation, Details dazu hatte ich Euch hier bereits vorgestellt. Die Mittelklasse-Maschine bietet 18 kW Leistung, 140 Kilometer Reichweite und CCS-Schnellladung auf 80 Prozent in 30 Minuten. Dazu gibt es Fahrmodi, Rekuperation, Rückfahrhilfe und ein neues Honda-EV-Branding mit modernem Logo.

Honda plant unter dieser neuen E-Linie weitere Modelle – vom Cityroller bis zum sportlichen Naked. Die WN7 markiert den Anfang einer langfristigen Elektrifizierungsstrategie, die Emotion und Alltag verbinden soll, statt reine Technologie zu zeigen.

Honda V3R 900 – Kompressor statt Kompromiss

Der V3R 900-Prototyp war einer der Höhepunkte der Messe. Der 75-Grad-Dreizylinder mit elektronischem Kompressor liefert 130 PS bei 900 Kubik, wiegt rund 200 Kilogramm und soll die Leistung eines 1.200er-Motors bieten – bei geringerem Verbrauch und mehr Kontrolle. Der E-Kompressor sorgt für spontanes Drehmoment schon ab niedrigen Drehzahlen.

Honda V3R900 Prototyp

Das Design ist asymmetrisch, kantig und zukunftsorientiert. Der Preis ist noch offen, Honda nennt als Zielmarke etwa 15.000 bis 17.000 Euro. Mit neuem „Flagship Wing“-Logo und sportlicher Linienführung steht die V3R sinnbildlich für Hondas technologische Ambitionen – ein Motorrad, das in Serie zum Benchmark der Mittelklasse werden könnte.

Honda NX500 – bewährter Allrounder, jetzt smarter

Auch die NX500 profitiert von Hondas neuer E-Clutch-Technologie. Die halbautomatische Kupplung erlaubt Schalten ohne Hebel – auf Wunsch aber auch weiterhin manuell. Damit ist sie perfekt für Einsteiger und Pendler. Dazu kommen neue Farben, TFT und kleine Detailverbesserungen.

Die E-Clutch wird künftig auch für CB500 Hornet, CBR500R, CB750 Hornet und XL750 Transalp verfügbar sein. Damit will Honda den Brückenschlag zwischen klassischem Motorradgefühl und modernem Bedienkomfort schlagen.

Royal Enfield – Custom trifft Serienreife

Royal Enfield setzt seine 650er-Plattform fort und zeigt gleich mehrere Neuheiten. Die Shotgun 650 kommt in einer edlen Darkshot-inspirierten Version mit modifiziertem Sitz, kürzerem Heck und neuen Farben. Die Continental GT R bringt den Café Racer zurück – mit halbverkleideter Front, Clip-ons und klarer Linienführung.

Auch von der Super Meteor gibt es ein Touring-Paket mit Windschild und Seitentaschen. Zudem zeigt Royal Enfield die Scambler-Version der Flying Flea. Die Elektro-Version der Himalayan (mit Antriebsstrang von Stark Future) wird leider noch im Prototypen-Stadium gezeigt.

Zudem hält Royal Enfield als einer der wenigen Hersteller die Custom Bike-Fahne hoch, stellvertretend sei der spektakuläre Umbau “Caliber Royale” der Shotgun 650 von Rough Crafts genannt.

Basierend auf dem Custombike entsteht eine auf 100 Stück limitierte Sonderedition, die die charakteristischen Merkmale übernimmt: ein grau abgesetzter Zierstreifen aus echtem Blattgold zieht sich über die Karosserie und hebt die Kombination aus mattem und glänzendem Schwarz hervor. Das handgegossene Tankemblem aus massivem Messing ist eine exakte Nachbildung des Custombikes. Gestepptes Echtleder auf den Sitzen, goldfarbene Gabelinnenrohre sowie kontrastierende Leichtmetallfelgen und Lenkerendspiegel ergänzen den Charakter.

Über die Vielzahl neuer chinesischer Hersteller und weitere Neuigkeiten aus dem Elektrolager schreibe ich Euch im nächsten Artikel. Jetzt muss ich erstmal zurück zum Flughafen.

Indian Motorcycle Polaris Verkauf

Polaris verkauft Indian Motorcycle – ein neues Kapitel für die Traditionsmarke

Mit diesen Worten „A new exciting chapter – a new era.“ kommentiert Ola Stenegard, Director of Design bei Indian Motorcycle, die Nachricht, dass Polaris seine Kultmarke in die Eigenständigkeit entlässt. Nach Jahren intensiver Arbeit, so schreibt Stenegard auf LinkedIn, beginne jetzt ein neues Kapitel – und das dürfte tatsächlich richtungsweisend werden.

Indian Motorcycle Produktion nach Polaris Verkauf

Indian Motorcycle wird eigenständig

Polaris hat offiziell bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Mehrheitsanteile an Indian Motorcycle verkauft. Käufer ist die US-Investmentfirma Carolwood LP. Der Abschluss des Deals wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Nach dem Verkauf bleibt Polaris Minderheitsgesellschafter, Indian Motorcycle agiert künftig als eigenständige Gesellschaft. Rund 900 Mitarbeitende, darunter Entwickler, Designer und Produktionspersonal, wechseln in das neue Unternehmen. Auch die Werke in Spirit Lake (Iowa), Monticello (Minnesota) und das Entwicklungszentrum in Burgdorf (Schweiz) gehören weiterhin zu Indian.

Husqvarna Svartpilen 701 von Ask Motorcycle – der Sprung in die Zukunft

Schon im Serienzustand ist die Husqvarna Svartpilen 701 ein Motorrad, das auffällt. Als 2016 die ersten Studie auf der EICMA gezeigt wurde war nicht nur ich hin und weg von der Verbindung flattrack-inspirierter Elemente mit einer minimalistischen, futuristischen Formsprache. Aufrechte Sitzposition, breite, zurückgezogene Lenker, grobstollige Pirelli MT60-Reifen und eine Startnummerntafel an der Seite geben ihr ein robustes Auftreten. Unter dem klaren Design steckt KTM-Technik: ein 693-ccm-Einzylinder mit 75 PS und 73 Nm Drehmoment, eingebaut in einen leichten Gitterrohrrahmen. Das Fahrwerk mit voll einstellbarer WP-Apex-Federung und Brembo-Bremsen sorgt für Präzision, während 160 Kilogramm fahrfertiges Gewicht den agilen Charakter unterstreichen. Sie war von Anfang an das wilde Kind in Husqvarnas moderner Pfeil-Familie – und damit eine dankbare Basis für kreative Umbauten.

Husqvarna Svartpilen 701 Custombike von Ask Motorcycle mit Aluminiumverkleidung

Genau das dachte sich auch ein Kunde in Japan und wandte sich an Rad Yamamoto von Ask Motorcycle. Herausgekommen ist eine Svartpilen, die aussieht, als wäre sie direkt aus einem Science-Fiction-Film gerollt. Yamamoto-san hat das Serienbike fast vollständig neu interpretiert. Der Wunsch des Besitzers: ein komplett verkleidetes Motorrad aus Aluminium. Dafür musste der Rahmen umgebaut und ein neuer Alu-Heckrahmen konstruiert werden. Auch Batteriehalter und Airbox wurden neu gestaltet, um der neuen Form zu folgen.

King of the Baggers auf Salz: Indian Challenger erreicht 312 km/h

Ein Motorrad, das eigentlich für die Kurvenjagd auf Rennstrecken gebaut wurde, stand plötzlich auf dem endlosen Weiß der Bonneville Salt Flats. Indian Motorcycle hat gemeinsam mit S&S Cycle und Mission Foods seine Challenger aus der King of the Baggers-Serie zum Hochgeschwindigkeits-Test geschickt – mit Erfolg. Tyler O’Hara, zweifacher King of the Baggers-Champion und Fahrer im Indian Wrecking Crew Team, stellte einen neuen AMA-Geschwindigkeitsrekord in der Klasse 2000cc APS-AG auf: 194,384 mph, also rund 312 km/h. Der bisherige Rekord lag seit 1972 bei 169,828 mph, aufgestellt von J. Angerer auf einer Triumph.

Indian Challenger Bonneville Rekord Motorrad

Dass Indian ausgerechnet nach Bonneville fährt, ist kein Zufall. Die Salzseen sind für die Marke fast heiliger Boden. Hier hat Burt Munro mit seiner legendären „World’s Fastest Indian“ Rekorde gesetzt und die Geschichte des Motorrad-Rennsports geprägt. Mit der Challenger knüpft Indian an dieses Erbe an – wenn auch in einer sehr modernen Form: ein ausgewachsener Bagger, der normalerweise in der US-Rennserie King of the Baggers gegen Harley-Davidson Road Glides antritt.

Das Bike selbst ist weit entfernt von der serienmäßigen Challenger, die man beim Händler kaufen kann. S&S hat den V-Twin für Bonneville optimiert, die Verkleidung aerodynamisch überarbeitet und alles auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt. O’Hara beschrieb die Fahrt als eine Hommage an die Generationen von Fahrern, die hier zuvor Rekorde jagten.

Indian hat das Ganze nicht nur technisch dokumentiert, sondern auch filmisch. Der begleitende Kurzfilm ist mehr als ein simples PR-Video – er fängt die Stimmung von Bonneville ein, das Knistern der Salzkruste unter den Reifen und den Respekt vor dem Ort. Ein sehenswertes Stück Motorradkultur, das die Brücke schlägt zwischen Burt Munro und der Gegenwart.

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