Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

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Bad & Bold sucht neue Eigentümer – die Marke soll bleiben

Bad & Bold entstand nicht aus einem Businessplan, sondern aus Frust. Frust darüber, dass Motorradkleidung entweder sicher war oder gut aussah – aber selten beides. Barbara kam aus der Mode, Matthias aus Marketing und Community. Motorradfahren war Leidenschaft, Kleidung ein Problem. Also machten sie es selbst. Die Idee war simpel und radikal zugleich: funktionale, zertifizierte Motorradbekleidung, die man auch nach dem Absteigen noch tragen will. Kein Power-Ranger-Look, keine Plastikoptik, keine Logoschlacht. Stattdessen ehrliche Materialien, gute Schnitte, kleine Hersteller, viel Handarbeit und noch mehr Haltung.

Aus dieser Haltung wurde über fast 14 Jahre eine Marke. Ein Online-Shop, der bewusst kein Bauchladen ist. Events, Ausfahrten, eigene Formate. Eine Community, die nicht wegen Rabatten kam, sondern wegen Vertrauen. Bad & Bold war nie laut, nie billig, nie beliebig. Und genau deshalb relevant.

Ein gewachsener Ort für Motorradkultur

Bad & Bold war immer mehr als E-Commerce. Wer dort kaufte, kaufte auch die Geschichte dahinter: warum ein Stoff so ist, warum ein Hersteller ausgewählt wurde, warum manches bewusst nicht verkauft wird. Barbara kennt jedes Teil im Shop nicht nur beim Namen, sondern im Aufbau. Matthias hat das Ganze nach außen getragen, vernetzt, erzählt, weitergedacht.

Das zeigte sich besonders bei Events wie RIDE – The Moto Festival. Kein klassisches Messeformat, sondern ein Treffpunkt für Custom, Adventure, Design und Menschen. Keine Sales-Schlacht, sondern Austausch. Wer da war, hat verstanden, was Bad & Bold meint, wenn sie von Community sprechen.

Der Wendepunkt: Kanada statt Stillstand

Nach vielen Gesprächen, Reisen und Überlegungen haben Barbara und Matthias entschieden, 2026 ein neues Kapitel aufzuschlagen. Sie ziehen nach Victoria auf Vancouver Island in Kanada. Nicht, um etwas zu beenden, sondern um etwas Neues zu beginnen. Eine berufliche Chance, familiäre Verbindungen und die Möglichkeit, ihre Erfahrung in einem anderen Markt einzubringen. Ihre Beweggründe haben sie in diesem Interview bei Moto Reloaded erklärt:

Wichtig dabei: Bad & Bold soll nicht verschwinden. Im Gegenteil. Die Marke soll bleiben – nur mit neuen Menschen, die sie weiterführen.

Bad & Bold sucht eine Nachfolge

Barbara und Matthias suchen aktiv eine Nachfolge für Bad & Bold. Offen für unterschiedliche Modelle: Übernahme, Asset-Deal oder eine andere passende Form. Entscheidend ist nicht die juristische Konstruktion, sondern das Verständnis für die Marke. Gesucht wird niemand, der nur einen funktionierenden Shop übernimmt. Sondern jemand, der versteht, dass Bad & Bold ein Qualitätsversprechen ist. Dass es um Motorradleidenschaft, Community und Haltung geht. Und dass Wachstum hier nie Selbstzweck war, sondern Ergebnis von Glaubwürdigkeit.

RIDE 2026 findet statt – und alles läuft weiter

Bis nach dem RIDE 2026 bleiben Barbara und Matthias präsent. Bad & Bold läuft weiter wie gewohnt. RIDE – The Moto Festival findet vom 24. bis 26. Juli 2026 statt, erste Aussteller sind bestätigt, die Planung läuft, der Ticketverkauf startet bald. Für die beiden wird es ein emotionaler Höhepunkt – und ein bewusster Übergabepunkt.

Rückblick und Ausblick

Wer tiefer verstehen will, wie Bad & Bold tickt, findet in unserem TwinSpark Motorrad Podcast ein ausführliches Gespräch mit Barbara und Matthias, in dem sie erzählen, wie alles begann und warum sie vieles bewusst anders gemacht haben.

Wenn man sich so eine Marke aufgebaut hat, finde ich den Schritt sehr mutig, das alles hinter sich zu lassen und etwas neues aufzubauen.

So steht Bad & Bold jetzt an einem seltenen Punkt. Eine starke Marke, eine treue Community, eine klare Haltung – und die ehrliche Frage: Wer will das weitertragen? Freiwillige vor!

Motorrad App Yomoko – unkompliziert Rider für gemeinsame Touren finden

Allein auf dem Motorrad unterwegs? Viele kennen das: Lust auf eine Tour ist da, aber niemand hat Zeit. Oder man ist neu in der Stadt, kennt die Umgebung nicht und die WhatsApp-Gruppen schlafen. Genau hier setzt die Motorrad App Yomoko an. Sie vernetzt Motorradfahrerinnen und -fahrer, Sozius-Fans und Gruppen in der Nähe – unkompliziert, direkt und ohne endlose Chatverläufe. Statt lange zu suchen, findet man über die App schnell neue Mitfahrende und kann direkt losfahren.

Motorrad App Yomoko Screenshot

Swipe, Ride, Repeat – so funktioniert die Motorrad App Yomoko

Die Motorrad App Yomoko erinnert optisch an eine Dating-App. Profile lassen sich durchswipen, Grüße verschicken, Matches entstehen automatisch. Nur geht es hier nicht um Flirts, sondern ums Fahren.

Motorrad App Yomoko Tour mit mehreren Ridern

Der „Let’s Ride Mode“ zeigt an, wer gerade spontan unterwegs ist. Über „Aktivitäten“ kann man Touren einstellen oder bestehenden Ausfahrten beitreten – mit Detailinfos und Gruppenchat. Die Swipe-Funktion hilft, neue Kontakte nach Umkreis, Motorrad oder Alter zu finden. Auch Sozius-Mitfahrende können gezielt suchen. Und Frauen können ausschließlich nach anderen Fahrerinnen filtern – ein Feature, das für ein sicheres und angenehmes Umfeld sorgt.

Swipe Funktion in der Motorrad App Yomoko

Ein besonderes Highlight ist der spontane Ride-Mode: Wer ihn aktiviert, sendet automatisch Push-Nachrichten an Rider in der Umgebung. So entstehen zufällige Begegnungen – manchmal sogar entlang der Strecke, wie Gründer Norman im TwinSpark Podcast erzählt: „Ich war auf dem Weg zu den BMW Motorrad Days und plötzlich bekam ich drei Nachrichten von Leuten, die mich über die App auf der Karte gesehen haben. Das war der Moment, wo ich wusste: Es funktioniert.“

Die Gründer hinter der Motorrad App Yomoko

Die Motorrad App Yomoko wurde 2024 offiziell gestartet – komplett eigenfinanziert und neben den Vollzeitjobs der drei Gründer. Norman kümmert sich um Community und Strategie, Falk entwickelt die App, Pat gestaltet das Design. Alle drei arbeiten verteilt über Deutschland, treffen sich aber jede Woche online. „Wir haben keinen Investor, keine Agentur im Rücken. Alles, was ihr in der App seht, ist von uns drei gebaut“, meint Norman.

Heute nutzen rund 4.000 bis 5.000 Motorradfahrer:innen die App. Das Wachstum passiert organisch, ohne großes Werbebudget. Die Bewertungen in den App-Stores sind durchweg positiv, viele Nutzer:innen geben Feedback und Ideen.

„Wir merken, dass die Leute Lust auf eine kleinere, authentische Community haben“, sagt Falk. „Yomoko ist nicht Facebook. Es geht uns nicht um Likes, sondern darum, dass sich echte Menschen finden und zusammen fahren.“

Geplante Features und Crowdfunding

Das Team arbeitet bereits an der nächsten Ausbaustufe der Motorrad App Yomoko. Die ursprünglich für Herbst 2025 geplante Kickstarter-Kampagne wurde auf März 2026 verschoben – passend zum Saisonstart. Damit sollen drei neue Features finanziert werden:

  • Crew Base Manager: ein Tool für Gruppen mit Eventkalender, Chat und gemeinsamer Planung
  • Roadstory Tracker: ein digitales Reisetagebuch mit Fotos, Videos und Notizen
  • Full Throttle Achievements: Community-Awards und ein Punktesystem mit Prämien

„Viele lernen sich über die App kennen, aber wir verlieren sie danach oft an WhatsApp“, sagt Norman. „Unser Ziel ist, dass Yomoko der Ort bleibt, an dem die Gruppe zusammenbleibt.“

Frauenquote über Branchenschnitt

Ein besonderes Anliegen des Teams ist es, ein sicheres Umfeld für alle zu schaffen. Mit rund 20 Prozent weiblichen Nutzerinnen liegt die Motorrad App Yomoko deutlich über dem Branchenschnitt. „Frauen vernetzen sich bei uns bewusster – oft für gemeinsame Touren unter sich“, erklärt Norman. „Deshalb kann man bei uns auch reine Frauentouren einstellen. Das ist uns wichtig.“

Fazit – mehr Gemeinschaft auf zwei Rädern

Die Motorrad App Yomoko zeigt, dass Motorradfahren mehr ist als Solo-Abenteuer. Sie schafft Begegnungen, spontane Touren und echte Freundschaften auf zwei Rädern. Mehr Infos unter www.yomoko.app und auf Instagram unter @yomoko.app.

TWNSPRK #92 mit den Gründern von Yomoko

Gründer der Motorrad App Yomoko

Und wer die drei Gründer Norman, Patrick und Falk einmal persönlich erleben möchte: In der aktuellen Folge 92 unseres TwinSpark Motorrad Podcasts sprechen sie ausführlich über die Entstehung der Motorrad App Yomoko, die Herausforderungen einer App-Entwicklung ohne Investoren, das Feedback der Community und ihre Vision für die Zukunft.

EICMA Eindrücke 2025 – Motorradwelten zwischen Hightech und Handwerk

Mailand bleibt das Zentrum der Motorradwelt. Auf der EICMA 2025 zeigen die Hersteller, wie unterschiedlich man Zukunft denken kann. Noch sitze ich hier zwischen den Messeständen, wollte Euch aber schon mal meine ersten Eindrücke mitgeben: BMW bringt moderne Technik in die A2-Klasse, Honda zündet gleich mehrere Innovationsstufen und Royal Enfield bleibt der Meister des Stils.

BMW F 450 GS – kleiner Hubraum, große GS-DNA

Letztes Jahr noch der Prototyp, dieses Jahr stellte BMW die Serienversion der „Baby-GS“ vor. Mit der neuen F 450 GS wagt BMW einen wichtigen Schritt: eine vollwertige GS für die 48-PS-Klasse. Der neue Zweizylinder mit 420 Kubikzentimetern leistet 35 kW (48 PS) bei 8.750 U/min und 43 Nm bei 6.750 U/min. Damit ist sie am Limit der A2-Klasse, bleibt mit 178 Kilogramm fahrfertig aber leicht. Zum Vergleich: die CF Moto 450 MT wiegt 175 Kilo bei 44 PS und kostet rund 6.300 Euro, die Kove 450 Rally bringt 155 Kilo auf die Waage, bietet 52 PS und liegt bei etwa 8.000 Euro.

Für die Basis-Variante der ruft BMW 7.220 Euro auf, liefert dafür aber Top-Ausstattung mit TFT-Display, ABS Pro, Quickshifter und Fahrmodi „Rain“, „Road“ und „Enduro“. Die Ausstattungsvarianten kosten zwischen 300 und 770 € Aufpreis, die oben gezeigte GS Trophy-Version würde entsprechend 7.990 € kosten.

Ein Highlight ist die Easy Ride Clutch (ERC), die das Kuppeln fast überflüssig macht. Damit positioniert sich die F 450 GS klar oberhalb der asiatischen Konkurrenz. Sie wirkt wie eine geschrumpfte R 1300 GS – hochwertig, ausbalanciert und mit echter GS-Ergonomie. Mit 3,8 Litern Verbrauch und über 350 Kilometern Reichweite bleibt sie alltagstauglich.

Honda CB1000GT – Fireblade-Power mit Reisediplom

Die CB1000GT ist Hondas neue Definition des Sporttourers. Der Vierzylinder aus der Fireblade leistet 150 PS und 102 Nm und steckt in einem Tourenrahmen mit Showa-EERA-Fahrwerk und 6-Achsen-IMU. Koffer, Heizgriffe, Tempomat und Quickshifter sind Serie, ebenso das verstellbare Windschild und RoadSync-Konnektivität.

Die GT ist klar Hondas Antwort auf BMW S 1000 XR und Kawasaki Versys 1000 SE. Im Vergleich zur XR tritt sie entspannter auf: weniger aggressiv, komfortabler und leiser. Dafür punktet sie mit Reife, Sitzkomfort und typischer Honda-Sanftheit. Preislich dürfte sie leicht unter der XR liegen – mit mehr Reise-, aber etwas weniger Attacke-Charakter.

Honda WN7 – der Start einer neuen Elektro-Ära

Mit der WN7 startet Honda seine neue Elektro-Generation, Details dazu hatte ich Euch hier bereits vorgestellt. Die Mittelklasse-Maschine bietet 18 kW Leistung, 140 Kilometer Reichweite und CCS-Schnellladung auf 80 Prozent in 30 Minuten. Dazu gibt es Fahrmodi, Rekuperation, Rückfahrhilfe und ein neues Honda-EV-Branding mit modernem Logo.

Honda plant unter dieser neuen E-Linie weitere Modelle – vom Cityroller bis zum sportlichen Naked. Die WN7 markiert den Anfang einer langfristigen Elektrifizierungsstrategie, die Emotion und Alltag verbinden soll, statt reine Technologie zu zeigen.

Honda V3R 900 – Kompressor statt Kompromiss

Der V3R 900-Prototyp war einer der Höhepunkte der Messe. Der 75-Grad-Dreizylinder mit elektronischem Kompressor liefert 130 PS bei 900 Kubik, wiegt rund 200 Kilogramm und soll die Leistung eines 1.200er-Motors bieten – bei geringerem Verbrauch und mehr Kontrolle. Der E-Kompressor sorgt für spontanes Drehmoment schon ab niedrigen Drehzahlen.

Honda V3R900 Prototyp

Das Design ist asymmetrisch, kantig und zukunftsorientiert. Der Preis ist noch offen, Honda nennt als Zielmarke etwa 15.000 bis 17.000 Euro. Mit neuem „Flagship Wing“-Logo und sportlicher Linienführung steht die V3R sinnbildlich für Hondas technologische Ambitionen – ein Motorrad, das in Serie zum Benchmark der Mittelklasse werden könnte.

Honda NX500 – bewährter Allrounder, jetzt smarter

Auch die NX500 profitiert von Hondas neuer E-Clutch-Technologie. Die halbautomatische Kupplung erlaubt Schalten ohne Hebel – auf Wunsch aber auch weiterhin manuell. Damit ist sie perfekt für Einsteiger und Pendler. Dazu kommen neue Farben, TFT und kleine Detailverbesserungen.

Die E-Clutch wird künftig auch für CB500 Hornet, CBR500R, CB750 Hornet und XL750 Transalp verfügbar sein. Damit will Honda den Brückenschlag zwischen klassischem Motorradgefühl und modernem Bedienkomfort schlagen.

Royal Enfield – Custom trifft Serienreife

Royal Enfield setzt seine 650er-Plattform fort und zeigt gleich mehrere Neuheiten. Die Shotgun 650 kommt in einer edlen Darkshot-inspirierten Version mit modifiziertem Sitz, kürzerem Heck und neuen Farben. Die Continental GT R bringt den Café Racer zurück – mit halbverkleideter Front, Clip-ons und klarer Linienführung.

Auch von der Super Meteor gibt es ein Touring-Paket mit Windschild und Seitentaschen. Zudem zeigt Royal Enfield die Scambler-Version der Flying Flea. Die Elektro-Version der Himalayan (mit Antriebsstrang von Stark Future) wird leider noch im Prototypen-Stadium gezeigt.

Zudem hält Royal Enfield als einer der wenigen Hersteller die Custom Bike-Fahne hoch, stellvertretend sei der spektakuläre Umbau “Caliber Royale” der Shotgun 650 von Rough Crafts genannt.

Basierend auf dem Custombike entsteht eine auf 100 Stück limitierte Sonderedition, die die charakteristischen Merkmale übernimmt: ein grau abgesetzter Zierstreifen aus echtem Blattgold zieht sich über die Karosserie und hebt die Kombination aus mattem und glänzendem Schwarz hervor. Das handgegossene Tankemblem aus massivem Messing ist eine exakte Nachbildung des Custombikes. Gestepptes Echtleder auf den Sitzen, goldfarbene Gabelinnenrohre sowie kontrastierende Leichtmetallfelgen und Lenkerendspiegel ergänzen den Charakter.

Über die Vielzahl neuer chinesischer Hersteller und weitere Neuigkeiten aus dem Elektrolager schreibe ich Euch im nächsten Artikel. Jetzt muss ich erstmal zurück zum Flughafen.

Indian Motorcycle Polaris Verkauf

Polaris verkauft Indian Motorcycle – ein neues Kapitel für die Traditionsmarke

Mit diesen Worten „A new exciting chapter – a new era.“ kommentiert Ola Stenegard, Director of Design bei Indian Motorcycle, die Nachricht, dass Polaris seine Kultmarke in die Eigenständigkeit entlässt. Nach Jahren intensiver Arbeit, so schreibt Stenegard auf LinkedIn, beginne jetzt ein neues Kapitel – und das dürfte tatsächlich richtungsweisend werden.

Indian Motorcycle Produktion nach Polaris Verkauf

Indian Motorcycle wird eigenständig

Polaris hat offiziell bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Mehrheitsanteile an Indian Motorcycle verkauft. Käufer ist die US-Investmentfirma Carolwood LP. Der Abschluss des Deals wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Nach dem Verkauf bleibt Polaris Minderheitsgesellschafter, Indian Motorcycle agiert künftig als eigenständige Gesellschaft. Rund 900 Mitarbeitende, darunter Entwickler, Designer und Produktionspersonal, wechseln in das neue Unternehmen. Auch die Werke in Spirit Lake (Iowa), Monticello (Minnesota) und das Entwicklungszentrum in Burgdorf (Schweiz) gehören weiterhin zu Indian.

Husqvarna Svartpilen 701 von Ask Motorcycle – der Sprung in die Zukunft

Schon im Serienzustand ist die Husqvarna Svartpilen 701 ein Motorrad, das auffällt. Als 2016 die ersten Studie auf der EICMA gezeigt wurde war nicht nur ich hin und weg von der Verbindung flattrack-inspirierter Elemente mit einer minimalistischen, futuristischen Formsprache. Aufrechte Sitzposition, breite, zurückgezogene Lenker, grobstollige Pirelli MT60-Reifen und eine Startnummerntafel an der Seite geben ihr ein robustes Auftreten. Unter dem klaren Design steckt KTM-Technik: ein 693-ccm-Einzylinder mit 75 PS und 73 Nm Drehmoment, eingebaut in einen leichten Gitterrohrrahmen. Das Fahrwerk mit voll einstellbarer WP-Apex-Federung und Brembo-Bremsen sorgt für Präzision, während 160 Kilogramm fahrfertiges Gewicht den agilen Charakter unterstreichen. Sie war von Anfang an das wilde Kind in Husqvarnas moderner Pfeil-Familie – und damit eine dankbare Basis für kreative Umbauten.

Husqvarna Svartpilen 701 Custombike von Ask Motorcycle mit Aluminiumverkleidung

Genau das dachte sich auch ein Kunde in Japan und wandte sich an Rad Yamamoto von Ask Motorcycle. Herausgekommen ist eine Svartpilen, die aussieht, als wäre sie direkt aus einem Science-Fiction-Film gerollt. Yamamoto-san hat das Serienbike fast vollständig neu interpretiert. Der Wunsch des Besitzers: ein komplett verkleidetes Motorrad aus Aluminium. Dafür musste der Rahmen umgebaut und ein neuer Alu-Heckrahmen konstruiert werden. Auch Batteriehalter und Airbox wurden neu gestaltet, um der neuen Form zu folgen.

King of the Baggers auf Salz: Indian Challenger erreicht 312 km/h

Ein Motorrad, das eigentlich für die Kurvenjagd auf Rennstrecken gebaut wurde, stand plötzlich auf dem endlosen Weiß der Bonneville Salt Flats. Indian Motorcycle hat gemeinsam mit S&S Cycle und Mission Foods seine Challenger aus der King of the Baggers-Serie zum Hochgeschwindigkeits-Test geschickt – mit Erfolg. Tyler O’Hara, zweifacher King of the Baggers-Champion und Fahrer im Indian Wrecking Crew Team, stellte einen neuen AMA-Geschwindigkeitsrekord in der Klasse 2000cc APS-AG auf: 194,384 mph, also rund 312 km/h. Der bisherige Rekord lag seit 1972 bei 169,828 mph, aufgestellt von J. Angerer auf einer Triumph.

Indian Challenger Bonneville Rekord Motorrad

Dass Indian ausgerechnet nach Bonneville fährt, ist kein Zufall. Die Salzseen sind für die Marke fast heiliger Boden. Hier hat Burt Munro mit seiner legendären „World’s Fastest Indian“ Rekorde gesetzt und die Geschichte des Motorrad-Rennsports geprägt. Mit der Challenger knüpft Indian an dieses Erbe an – wenn auch in einer sehr modernen Form: ein ausgewachsener Bagger, der normalerweise in der US-Rennserie King of the Baggers gegen Harley-Davidson Road Glides antritt.

Das Bike selbst ist weit entfernt von der serienmäßigen Challenger, die man beim Händler kaufen kann. S&S hat den V-Twin für Bonneville optimiert, die Verkleidung aerodynamisch überarbeitet und alles auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt. O’Hara beschrieb die Fahrt als eine Hommage an die Generationen von Fahrern, die hier zuvor Rekorde jagten.

Indian hat das Ganze nicht nur technisch dokumentiert, sondern auch filmisch. Der begleitende Kurzfilm ist mehr als ein simples PR-Video – er fängt die Stimmung von Bonneville ein, das Knistern der Salzkruste unter den Reifen und den Respekt vor dem Ort. Ein sehenswertes Stück Motorradkultur, das die Brücke schlägt zwischen Burt Munro und der Gegenwart.

1000 Kilometer Offroad: Niels Peter Jensen und Free Miles MC in Schweden auf Royal Enfields

Zwei Bekannte aus unserem Podcast haben sich zusammengetan: Niels Peter Jensen und Free Miles MC. Beide waren bei uns im TwinSpark Motorrad Podcast zu Gast, nun sind sie gemeinsam in Schweden unterwegs gewesen – auf Royal Enfield Maschinen. Herausgekommen sind zwei Videos, die die gleiche Tour aus unterschiedlicher Perspektive zeigen.

Gefahren wurde nicht auf Asphalt, sondern querfeldein: 1000 Kilometer Offroad durch Schweden. Mit dabei eine Royal Enfield Bear 650 und zwei Himalayan 450. Flüsse, Waldwege, Regen, Sonne und jede Menge Schlamm – das volle Abenteuerprogramm. Nils und Steffen haben ihre Eindrücke in deutscher Sprache festgehalten, Miles zeigt die Reise auf Englisch.

Das macht die Videos spannend: Man erlebt dieselbe Tour aus zwei Blickwinkeln. Mal mit Fokus auf die neuen Himalayans, mal auf die Bear 650. Am Ende bleibt vor allem hängen, wie gut sich die Maschinen im rauen skandinavischen Gelände schlagen.

Hier geht’s zu den Videos:

Von London nach Kapstadt – auf zwei Rädern für einen guten Zweck

Scott und Max sind Brüder. Und Motorradfahrer. Und gerade unterwegs auf einer Reise, die nicht nur beeindruckt, sondern auch einen wichtigen Zweck verfolgt: Die beiden fahren von London bis Kapstadt – über 15.000 Kilometer quer durch Afrika. Keine organisierte Tour, kein Begleitfahrzeug. Nur zwei Bikes, viel Neugier und der Wille, etwas zu bewegen.

Was die beiden antreibt, ist nicht nur der Reiz des Abenteuers. Ihre Reise sammelt Spenden für Two Wheels for Life, eine Organisation, die Motorräder und Fahrtraining für medizinisches Personal in Afrika bereitstellt. Denn in vielen abgelegenen Regionen kommt ein Krankenwagen schlicht nicht an – aber ein Motorrad schon.

Die Idee ist einfach und effektiv: Für 1.400 Pfund kann ein\:e Gesundheitshelfer\:in mit einem Motorrad ausgestattet werden, um Impfstoffe, Medikamente oder Erste Hilfe in Dörfer zu bringen, die sonst abgeschnitten wären. Two Wheels for Life arbeitet mit Partnern vor Ort und stellt sicher, dass die Hilfe ankommt – im Wortsinn.

Scott und Max durchqueren genau die Länder, in denen diese Arbeit lebenswichtig ist. Und sie teilen ihre Reise offen – samt Pannen, Grenzdramen und Lagerfeuermomenten – auf TikTok:
tiktok.com/@scott.and.max

Unbedingt reinschauen: ehrliche Videos, kein Hochglanz, aber dafür umso mehr echtes Fernweh. Und wer das Projekt unterstützen möchte, findet hier den Link zur Spendenseite: justgiving.com/page/scottandmax Man muss nicht gleich selbst nach Kapstadt fahren. Aber man kann helfen, dass ein Motorrad dort Leben rettet.

Headerbild: Foto von Annie Spratt auf Unsplash

BMW R 1300 R TITAN: Sprintmonster mit Lachgas und Attitüde

BMW hat wieder ein Custombike gebaut. Aber nicht irgendeins. Die R 1300 R „TITAN“ ist ein Sprint-Monster auf zwei Rädern – entstanden aus der Zusammenarbeit einiger besonders leidenschaftlicher Mitarbeiter aus Design, Entwicklung und Prototypenbau. Mit dabei: Philipp Ludwig von der Kraftstoffschmiede. Im Sprint-Rennzirkus ist er sehr bekannt und wer noch nie von ihm gehört hat, dem sei Folge 43 unseres TwinSpark Podcasts empfohlen, in dem er ausführlich über seine Umbauten und Viertelmeilensprints erzählt.

Aber zurück zur Titan: die Basis bildet die neue BMW R 1300 R, aber was daraus geworden ist, hat mit Serie nur noch am Rande zu tun. Das Motorrad steht wie eine Raubkatze auf dem Sprung, tief geduckt über dem Asphalt, gebaut rund um den 1300er Boxer. Diese Optik kennt man schon von Phils früheren Umbauten und ich finde es jedes Mal mega. Das Monocoque erinnert formal noch an Tank und Verkleidung der Serienmaschine, ist aber viel radikaler.

Vorn dominiert ein massiver Auftritt, das Gewicht scheint bewusst nach vorn verlagert, um beim Sprint das Vorderrad auf dem Boden zu halten. Am Heck geht es dagegen steil nach oben – dort mündet auch die eigens entwickelte Titan-Komplettanlage von Akrapovič. Boxer-typisch zweiflutig und lautstark.

Optisch fällt vor allem der Mix aus forged Carbon, plakativem Grafikdesign und metallic-blauen Akzenten auf. Das Fahrwerk kommt von Wilbers, extra lang, extra hart, damit beim Start kein PS verloren geht. Und als wäre das nicht genug, gibt’s noch eine Lachgasflasche zwischen die Endtöpfe gezimmert. Mit einem Knopfdruck wird aus der R 1300 R TITAN eine Rakete auf zwei Rädern.

Beim Glemseck101 Anfang September wird man das Biest dann in Action sehen können. Und wir dürfen gespannt sein, wie Philipp sie über den 1/8-Meile-Streifen prügelt. Wir dürfen uns schon auf spektakuläre Bilder und Videos freuen!

Sam Sunderland will in 19 Tagen um die Welt – auf zwei Rädern

Eine Motorrad-Weltumrundung klingt erstmal nach Fernweh, offenen Pässen und langen Abenden am Lagerfeuer. Nach Reiseblogs, Stickern auf Alukoffern und Menschen, die alles hinter sich lassen. Aber was Sam Sunderland vorhat, ist das genaue Gegenteil. Kein Sabbatical, keine Selbstfindung – sondern ein Wettlauf gegen die Zeit. Der zweifache Dakar-Sieger will im September 2025 den offiziellen Weltrekord für die schnellste Erdumrundung auf dem Motorrad knacken. In weniger als 20 Tagen. Allein. Auf Asphalt, Schotter, in Hitze, Kälte, Wind und Jetlag.

Das Ziel: 19 Tage, 8 Stunden, 25 Minuten unterbieten

Der aktuelle Rekord stammt aus dem Jahr 2002. Kevin und Julia Sanders umrundeten damals die Welt in 19 Tagen, 8 Stunden und 25 Minuten. Seitdem hat sich die Welt verändert. Manche Grenzen sind einfacher geworden, viele andere nicht. Der Verkehr hat zugenommen, die Bürokratie auch. Und trotzdem – oder gerade deshalb – will Sunderland es wagen. Nicht, um einfach schneller zu sein. Sondern um zu zeigen, was mit Willen, Planung und Durchhaltevermögen möglich ist. Sein Ziel: den Maßstab so hoch setzen, dass es wirklich jemand Neues braucht, um ihn zu überbieten.

Von London einmal rund um den Globus

Gestartet wird in London. Von dort führt die Route über Frankreich, Italien und den Balkan bis in die Türkei. Dann durch Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate. Ein Flug bringt Fahrer und Bike nach Australien, wo es durch den Outback weitergeht. Danach folgt Neuseeland, ehe es über den Pazifik in die USA und nach Kanada geht. In Marokko erreicht Sunderland schließlich den afrikanischen Kontinent, bevor es über Spanien zurück nach England geht.

Mindestens 18.000 Meilen muss er dabei auf der Straße zurücklegen. Und er muss zwei Punkte auf der Erde erreichen, die genau gegenüberliegen – sogenannte Antipoden. Während der Flüge über die Ozeane wird die Zeit gestoppt, aber alles andere zählt: Straßenverhältnisse, Grenzübertritte, Pannen, Schlafmangel, Wetterumschwünge.

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