Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

Kategorie: Italien Seite 1 von 2

R12 Heritage Tour – Tag 4: übers Würzjoch, Jaufenpass, und das Timmelsjoch zurück nach München

Nach einer ruhigen Nacht und einem stärkenden Frühstück mit Blick auf die Dolomiten machten wir uns auf zur letzten Etappe. Doch bevor wir dazu kommen möchten ich Euch die Halslhütte in der wir genächtigt hatten sehr empfehlen. Die Halslhütte liegt auf 1.620 Metern Höhe am Fuße des Würzjochs und ist gut über die kurvige, teils enge Passstraße von Brixen oder St. Martin in Thurn erreichbar. Wer mit dem Motorrad kommt, parkt direkt vor der Hütte – mit Aussicht auf die Dolomiten inklusive.

Motorradfreundliche Übernachtung auf der Halslhütte

Drinnen erwartet einen eine gemütliche Stube mit viel Holz, Dielenboden und Kachelofen. Draußen gibt’s eine große Sonnenterrasse mit Panoramablick. Die Küche ist bodenständig-südtirolerisch, hausgemacht und ohne Schnickschnack. Knödel, Schlutzkrapfen, Speck – alles, was man nach einem langen Tag im Sattel braucht.

Übernachten kann man in einfachen, aber sauberen Zimmern oder im Lager. Warmes Wasser, frische Bettwäsche, gutes Frühstück – alles da. Wir haben die familiäre Atmosphäre und die herzliche Gastfreundschaft sehr geschätzt. Wenn man abends beim Stiefelbier auf der Terrasse sitzt und die Sonne langsam hinter den Zacken der Dolomiten verschwindet – dann weiß man, warum sich der Weg hierher gelohnt hat. Vielen Dank an Siggi, der die Hütte recherchiert und gebucht hatte.

Kurviger Start über das Würzjoch bis zum Jaufenpass

Über das schmale Asphaltbands des Würzjochs rollten wir hinunter nach Brixen, von dort aus folgten wir der Brennerstrasse bis Sterzing. Hier trennten sich Sandra und Siggi von uns, die über den Brenner den direkteren Heimweg nahmen. Der Rest von uns nahm Kurs auf den Jaufenpass. Der verbindet das Eisacktal mit dem Passeiertal und zählt zu den abwechslungsreichsten Pässen Südtirols. Die Straße ist durchgehend asphaltiert, bietet in der Nordauffahrt schnelle Kurven mit weitem Blick, oben dann enge Kehren, kleine Galerien, kurze Waldstücke – alles dabei. Wer früh unterwegs ist, bekommt das volle Programm fast für sich allein.

R12 Heritage Tour – Tag 3: Schotter, Serpentinen und ein neuer Lieblingspass

Der dritte Fahrtag hatte zwei Routenvarianten. Eine für die Straßen- und eine für die Stollenfraktion. Die Stollenfraktion bestand aus Simon und mir – und weil unsere Route ein paar Kilometer mehr und ein bisschen Schotter enthielt, starteten wir früh in Venzone und fuhren im Tal nordwärts bis Sutrio.

Hier teilten sich die Wege. Die Straßenfraktion bog auf die klassische Auffahrt zum Monte Zoncolan ab – ein Mythos unter Rennradfahrern und fester Bestandteil des Giro d’Italia. Die Westauffahrt ab Ovaro gilt als eine der härtesten Passstraßen Europas mit Steigungen bis zu 22 %. Die Ostseite ab Sutrio, die unsere Gruppe wählte, ist „nur“ extrem steil – mit rund 10 % im Schnitt, auf 13,5 Kilometern, durch dichten Wald und mit engen Kehren. Wer hier oben ankommt, weiß, was er getan hat.

Wir hingegen fuhren einige Kilometer weiter nördlich. In Cercivento zweigt die Strecke eigentlich auf den Monte Zoufplan ab, doch ich hatte die Route am Vorabend noch mal überarbeitet: Die knapp 25 Kilometer rauf und runter hätten uns locker 90 Minuten gekostet – das wäre angesichts des so schon langen Tourtages sportlich geworden.

Und es sollte die richtige Entscheidung gewesen sein. Also ging es für uns ein kleines Stück weiter bis kurz vor Ravascletto, wo in einer Spitzkehre der Abzweig auf die Panoramica delle Vette ausgeschildert war. Auf einem schmalen, sehr brüchigen Asphaltband schraubten wir uns den Berg hoch, dessen Gipfel noch im Nebel hing. In den unteren Kehren offenbarten sich aber schon spektakuläre Aussichten auf den Bergrücken des Monte Zoncolan auf der anderen Talseite. Jenseits der Baumgrenze bewegten wir uns dann durch Nebelschwaden, die immer wieder von Sonnenstrahlen durchbrochen wurden.

R12 Heritage Tour – Tag 2: Vršič, Soča, Mangart – Kurvenkino in Slowenien und Italien

Kranjska Gora ist der perfekte Ort für den Start in einen Tourtag. Nicht nur, weil man hier gut schläft und ordentlich frühstückt, sondern weil direkt hinter dem Ortsausgang die Nordrampe des Vršič-Passes beginnt. Kein Einrollen, kein Vorgeplänkel – einfach direkt rein in die 50 Kehren, viele davon noch mit dem originalen Kopfsteinpflaster aus Zeiten der k.u.k. Armee. Der Pass wurde im Ersten Weltkrieg von russischen Kriegsgefangenen gebaut – ein Mahnmal und eine Kapelle erinnern an diese Geschichte.

Oben auf 1.611 Metern angekommen, eröffnet sich der Blick ins Soča-Tal. Und ab da wird’s wirklich spektakulär. Die Straße schlängelt sich in sanften Bögen dem türkisfarbenen Fluss entlang – glasklar, eiskalt und landschaftlich schwer zu toppen. Wer hier durchrauscht, macht was falsch. Wir halten gefühlt alle paar hundert Meter an, schießen Fotos, lassen die Drohne fliegen. Die G/S wird kurzerhand direkt ins Flussbett gestellt – alles für den Shot.

Alte Leidenschaft, neue Maschinen – Preview unserer R12 Heritage Tour

Vor ziemlich genau zehn Jahren bin ich meine erste richtige Alpentour gefahren. Damals auf einer frisch eingefahrenen BMW R nineT, die mir nicht nur den Einstieg ins sportliche Tourenfahren erleichtert hat, sondern auch die Leidenschaft für lange Tage im Sattel geweckt hat. Kurven, Ausblicke, Alpenpässe – und das Gefühl, sich mit jedem Höhenmeter freier zu fahren. Unter anderem hat sich dieses Bild von damals fest in mein Gehirn eingebrannt, welches bei der Abfahrt von den Drei Zinnen entstand.

Zehn Jahre später ist die R nineT erwachsen geworden – und hat Gesellschaft bekommen. Die neue R 12 Familie von BMW Motorrad besteht aus drei Modellen: der klassisch gestylten R 12 nineT, dem coolen Cruiser R 12 und der offroad-orientierten R 12 G/S. Drei unterschiedliche Charaktere, die sich trotzdem eine technische Basis teilen. Und was liegt da näher, als mit allen dreien genau dorthin zurückzukehren, wo alles begann? Sandra wird die R 12 nineT pilotieren, Stephan die R 12 und ich freue mich sehr auf die R 12 G/S. Begleitet werden wir von Carina, Siggi, Tom und Simon Kommende Woche geht es schon los.

Prolog – Von München nach Berchtesgaden

Am Mittwoch starten wir in München. Nach der Übergabe der Motorräder cruisen wir über Landstraßen Richtung Alpen. Bad Aibling, Aschau im Chiemgau, Reit im Winkl – und dann über die Deutsche Alpenstraße nach Berchtesgaden. Eine entspannte Einrollrunde, um sich schon mal mit den Bikes vertraut zu machen.

Tag 1 – Rossfeld, Katschberg, Nockalm und Wurzenpass

Von Berchtesgaden starten wir auf die Rossfeld-Panoramastraße – eine der höchstgelegenen durchgängig befahrbaren Straßen Deutschlands. Sie schlängelt sich oberhalb von Berchtesgaden entlang, bietet freie Blicke auf das Salzburger Land und die Berchtesgadener Alpen. Perfekt, um den Tag mit einer Portion Panorama zu beginnen.

Siggi on Tour: Sardinien-Korsika 2022

Die Inseln Korsika und Sardinien habe ich auf meinem Giro d’Italia 2018 schon bereist und beide haben mich sehr beeindruckt. Anlass genug für einen zweiten Besuch, den ich diesen Jahr im Frühsommer unternommen habe. Hier meine Eindrücke:

Tag 1 der Anreise

Treffen um 9:00 bei Nils in Weilheim. Kurzer Schnack mit seiner Frau und los geht es. Grobe Eckdaten im Navi: kurvenreiche Strecke mit den Eckpunkten Namlostal – Hahntennjoch („leichte“ Portion Kasspatzen zum Mittagessen) – Piller Höhe – Martina GR – Reschensee – Mals – Glurns (hier gab es ein leckeres Eis) – Ofenpass – Tunnel nach Livigno (billig Tanken) – Tibet Hütte auf dem Stilfser Joch. Das höchstgelegenste Stiefelbier seitdem ich Motorrad fahre inkl. anschließend ein leckeres Abendessen. Drei Gänge: Rote Beete Knödel mit Gorgonzolasoße, Wiener Schnitzel (auf Wunsch noch mal mit Gorgonzolasoße) und Kaiserschmarren. Wir hatten Glück mit der Unterkunft, nicht nur, weil es lecker war bei gleichzeitig grandioser Aussicht und sehr freundlicher Beherbergung, sonder weil es der erste Tag der Saison war, den Gästen am Tag vorher mussten sie sogar absagen.

Alpenblitz 2022 Tag 6 – vom Mortirolo über Bernina zum Stilfser Joch

Wiederhole ich mich, wenn ich sage „Ich liebe es, auf Pässen zu übernachten?“. Egal, man kann das nicht oft genug betonen. Auch in diesem Fall war es ein Genuss, die frühe Morgensonne durchs Zimmerfenster unserer Almhütte im Gesicht zu spüren. Auch wenn der Wecker noch nicht mal 6:00 Uhr zeigte. Den anderen ging es auch so und wir nutzten das schöne Morgenlicht für ein paar Fotos und ich fuhr auch eine kleine Runde zurück Richtung Dosso dei Galli auf dem Schotterpass.

Zurück im Rifugio gab es bei Bud Spencer ein rustikales Frühstück, bevor wir uns talwärts den Crocedomini hinunter arbeiteten Richtung Breno. Die Strasse wurde wohl kurz zuvor zum Vieh-Auf- oder Abtrieb genutzt, der Vielzahl der Kuhfladen auf der Fahrbahn nach zu urteilen. Da nutzt dann auch ein frischer Asphalt nix. Egal, so kurz nach dem Frühstück war es uns eh nicht nach beschleunigter Fahrweise.

Im Tal angekommen folgen wir eine Weile der SS42, bis wir in Incudine den Abzweig zur Ostrampe des Passo di Mortirolo erreichen. Der Mortirolopass ist mit der Auffahrt von Mazzo di Valtellina seit 1990 etwa alle zwei Jahre Teil der Italien-Radrundfahrt Giro d’Italia. Mit einem durchschnittlichen Anstieg von 10,5 % über 12,4 km zählt er zu den Bergwertungen der 1. Kategorie. Insgesamt sind 1.300 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 18 % zu überwinden. Die Scheitelhöhe beträgt 1852 m. Wir merken sofort die Beliebtheit des Passes unter den Fahrradfahrern, denn alle paar Meter überholen wir Grüppchen oder Einzelfahrer, die sich tapfer den Berg hoch kämpfen. Der Pass ist durchgängig asphaltiert, teilweise sehr schmal aber auf jeden Fall etwas für den Genießer. Auch die Westrampe runter nach Mazzo di Valtellina ist sehr reizvoll. So reut es mich gar nicht, den auch sehr schön zu fahrenden Gavia-Pass in der Routenplanung ausgelassen zu haben.

Alpenblitz 2022 Tag 5 – das kleine Abenteuer über den Passo di Baremone und Maniva bis zum Crocedomini

Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von unserem kleinen Domizil am Gardasee. Wir treten langsam die Rückreise in drei Etappen nach München an und besatteln die R nineT’s wieder mit dem vollen Gepäck. Der Tagesbeginn ist ansonsten eine Kopie des gestrigen Tages, denn wir nehmen wieder die Fähre nach Toscolano-Maderno. Auch die Route über den Lago di Valvestino ist die gleiche wie gestern. Diesmal nehmen wir uns aber mehr Zeit für ein paar Foto- und Drohnenaufnahmen.

Um nicht komplett den gleichen Weg zum Idro-See zu nehmen biegen wir hinter Capovalle von der SP58 auf die SP56 ab und mogeln uns über Cavaccio und Trebbo über schmalste und teilweise sehr rumpelige Sträßchen an den Berghängen entlang. Wer es lieber entspannt mag, der bleibt auf der SP58. Wir haben uns auf jeden Fall ein paar schöne Ausblicke erarbeitet. Der schönste kam ein paar Kurven nach dem Ortsausgang von Trebbio, hier hatten wir den perfekten Blick auf den Idrosee.

Alpenblitz 2022 Tag 4 – Lago di Valvestino, Monte Tremalzo und Brasa-Schlucht

Alle, die schon mal am Gardasee waren wissen, wie riesig der Tümpel ist. Man kann natürlich drumrum fahren, wenn man auf die andere Seite will. Man kann aber auch eine der Fährverbindungen über den See nutzen. Und zufälligerweise führt eine dieser Fährverbindungen von unserem Ferienort Torri del Benaco auf die Westseite des Sees nach Toscolano-Maderno.

Die erste Fähre geht um 08:25, wir haben also genug Zeit zum Tanken und für einen Espresso mit Croissant in der Bar nebenan. Am Fähranleger hält neben uns ein wundervoll restaurierter Fiat 500 an und wir plauschen angeregt mit dem Fahrer. Nein, der Fiat musste nicht aus eigener Kraft aus Aichach in Bayern an den oberitalienischen See fahren, er durfte auf dem Hänger mitreisen. Die Aufmerksamkeit der Umstehenden war dem Besitzer auf jeden Fall gewiss.

Auf der anderen Seeseite wartete bereits Siggi auf uns, er möchte uns auch an diesem Tag begleiten und nach einem kurzen Plausch fahren wir ein kleines Stück am See entlang bis wir in Gargnano links abbiegen und uns den Berg hochschnüren. Je nach Kurve erwischten wir wieder wunderschöne Ausblicke auf den See. Ab Navazzo wird die Strecke etwas gerader und man kann ambitioniert dem Lago di Valvestino entgegenfahren. Die Kurven entlang des Stausees durch den Wald sind super schön und beschwingt zu fahren, der Asphalt ist auch ok.

Bei Capovalle überfahren wir den Passo San Rocco, immerhin auch 958m hoch. Perfekt angelegte Kehren und Kurven auf Top-Belag machen die Abfahrt zum Idro-See zu einem großen Spaß!

Am Idro-See angekommen machen wir eine kleine Kaffeepause in der Bar Pizzeria Cinzia direkt am See. Die Lage direkt am Ufer mit einem malerischen Ausblick auf den See hat auch einige andere Biker zur Rast angeregt.

Alpenblitz 2022 Tag 3 – rund um den Monte Baldo

Unser erster Fahrtag am Gardasee führte uns rund um den Hausberg Monte Baldo, der sich direkt hinter unserem Apartment in Torri del Benaco erhob. Nur mit leichtem Gepäck – dem Tankrucksack – machten wir uns zunächst auf den Weg zur Orts-Tankstelle, um sowohl die Motorräder (Benzin) als auch die Fahrer (Espresso) zu betanken. Und an diesem Tag sammelten wir uns an der Tankstelle auch einen weiteren Mitfahrer ein: Siggi machte zu der Zeit auch am Gardasee Urlaub und hatte zufälligerweise seine GS dabei, so dass er uns an diesem und dem nächsten Tag begleiten konnte.

So beschallte der Klang von vier Bayern-Boxern den Anstieg nach Albisano und San Zeno di Montagno und wir erfreuten uns an den ersten, sehr launigen Kurvenkombinationen sobald wir die Ortsschilder hinter uns gelassen hatten. Nach der ersten, kleinen Passhöhe unweit des Monte Belpo ging es schon wieder bergab Richtung Caprino Veronese. Wir waren hier ja erst auf dem Südausläufer des Monte Baldo unterwegs. Von hier aus orientierten wir nordwärts und schraubten uns über nette Landstraßen und weite Kurven Richtung Spiazzi. Ob der grandiosen Umgebung ließ der erste Drohnen-Fotostopp nicht lange auf sich warten.

Alpenblitz 2022 Tag 2 – von Bozen zum Gardasee

An Tag 2 unserer Tour verlassen wir Bozen erstmal nordwestlich in Richtung Meran. Kilometerweit erstrecken sich die Apfelplantagen im Tal und wir mäandrieren über schmale Strassen Richtung Lana. Dort wechseln die Apfelplantagen über in Weinberge und malerischer kann man Kurven nicht in die Landschaft setzen. Oben auf dem Berg ein altes Herrenhaus, die Morgensonne im Rücken, wir haben Gänsehaut, als wir die Anhöhe hoch fahren. Das kann der Mendelpass nicht besser.

Die weitere Strecke durchs Ultental hat eigentlich kaum eine Gerade. Richtig geniessen konnten wir die Kurven nicht, da wir einiges an Verkehr hatten, so stand eben die Freude an der Natur im Vordergrund.

Freie Bahn hatten wir dann wieder, als wir in Lotterbad Richtung Hofmahdjoch – auch Passo Castrin genannt – abbogen. Ein schönes Asphaltband zog sich hinauf durch die Wälder und die Temperaturen wurden angenehmer. Den ersten Kaffeestopp machten wir in Laurein, von der Terrasse der Bar schauten wir auf das nächsten Postkartenmotiv. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man Kurven fahren oder Landschaft kucken will. Beides gleichzeitig wird hier schwierig.

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