Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Bayrischer Wald 2021 – Heimwärts durch das Thüringische Schiefergebierge

Der frühe Vogel fängt den Morgennebel. So erging es Thomas und mir, als wir um 06:30 den Starterknopf am Motorrad drückten. An der Hauptstrasse trennten sich leider schon unsere Wege, aber unsere ersten Landstrassenkilometer nach Norden (ich) oder Süden (Thomas) hatten das gleiche Ambiente. Nebelschwaden in den Tälern, der Sonnenaufgang kämpfte sich langsam durch, ein tolles Wechselspiel bot sich mir hier bei meiner Fahrt um den Bleilochstausee.

Bayrischer Wald 2021 – Nationalpark Bayrischer Wald und Böhmerwald

Ich war mir unsicher, als ich morgens um 7:00 Uhr den Frühstücksraum der Pension betrat. Was hatten wir gestern Abend vereinbart? Um 7:00 aufstehen oder frühstücken? Aus der Küche plärrte laut das Radio mit schlimmster Volksmusik und die Dame wies mich energisch darauf hin, dass es noch fünf Minuten dauere, bis gefrühstückt werden konnte. Ich suchte unseren Tisch und setze mich schon mal. Als kurz darauf der Rest der Truppe kam, war es zumindest sicher, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Wie lange dauert’s noch, bis wir losfahren können?

Noch leicht zerknautscht im Gesicht, aber in Vorfreude auf den Tag frühstückten wir und etwas später knatterten wir vom Hof in Richtung Passau. Es waren nur einige Kilometer bis zur Altstadt und wir beschallten die alten Gemäuer fröhlich auf unserer kleinen Stadtrundfahrt. Da ich noch nie in Passau war, wollte ich mir zumindest einen ersten, Eindruck machen. Die historische Kulisse nutzten wir für ein weiteres Gruppenbild, bevor Siggi sich von uns verabschiedete und sich auf in Richtung Dolomiten machte.

Der Rest von uns folgte der geplanten Route ein Stück der Donau entlang, bei Schleiferberg bogen wir ab in nördöstliche Richtung. Hinter Hauzenberg führte uns eine tolle Strecke den Berg hinauf mit teilweisem Blick auf den benachbarten 947m hohen Oberfrauenwald. Ein kurzes Stück weiter hinter Waldkirchen fanden wir weiteres, schönes Kurvengeläuf, welches uns in einem Bogen um Freyung herumführte. Wir passierten die Wildbachklamm Buchberger Leite und das Keltendorf Gabreta. Aber zum Hiking oder Sightseeing waren wir ja nicht da, sondern auf Kurvensuche. Irgendwo hinter Grafenau fuhren wir dann in den Nationalpark Bayrischer Wald ein. Es sollte eine malerische Strecke durch den Wald folgen, wirklich was für Genießer: kaum Verkehr in wunderschöner Natur.

Bayrischer Wald 2021 – durchs Fichtelgebirge und den Oberpfälzischen Wald bis Passau

Das nächtliche Regenprasseln auf das Dach meiner Kemenate im Landgasthof Haueis deutete es schon an: der nächste Morgen würde etwas feucht werden. Nasse Strassen und Nebelfelder erwarteten uns, als wir nach dem Frühstück die Ponies sattelten.

Frei nach den Blues Brothers ging es los:

„Es sind 310 Kilometer nach Passau, wir haben genug Benzin im Tank, ’n halbes Päckchen Kaugummi, es ist neblig, und wir tragen Helme!“ – „Drück drauf!“

Wirsberg, Gefrees, Mehlmeisel und Waldeck hiessen die Ortschaften, die wir auf unserer zauberhaft kurvigen Strecke durch das Fichtelgebirge unter die Räder nahmen. Sofort waren die Lebensgeister da und wir gaben uns mit Begeisterung dem hügeligen Streckenverlauf hin.

Bayrischer Wald 2021 – Anreise durchs Vogtland

Auch wenn es dieses Jahr wieder nicht für die große Tour ins Ausland gereicht hat, durfte die Saison nicht vorüber gehen ohne einen Ausritt mit meinem Wingman und Roadbuddy Thomas. Als Ziel für dieses Jahr hatten wir uns nach dem Thüringer Wald 2019, dem Erzgebirge 2020 mit dem Bayrischen Wald ein weiteres, deutsches Mittelgebirge ausgewählt.

Für mich bedeutete dies in Bezug auf die Anreise business as usual. Drei Stunden Autobahn ballern bis Höhe Thüringer Wald und dann weiter auf der Landstrasse. Als Autobahn-Ausstiegspunkt hatte ich mir diesmal meine Lieblingsausfahrt „Lederhose“ gewählt. Den Ort gibt es wirklich und er liegt nicht mal in Bayern, sondern in Thüringen. Von dort aus hatte ich mir eine nette Route gelegt bis zum Tagesziel Landgasthof Haueis in Marktleugast.

Auf der heutigen Route hatte ich eigentlich nur einen Fixpunkt. Die Göltzschtalbrücke im Vogtlandkreis. Auf der Erzgebirgstour 2020 hatte ich die Brücke schon auf der Route mit eingeplant, aber als wir dann mit den Spiegelhauers unterwegs waren, änderten wir die Route spontan und die Göltzschtalbrücke fiel durchs Raster. Das musste natürlich nachgeholt werden.

Die schönsten Ecken im Harz vom Motorrad aus gesehen

Eines der Mittelgebirge, welches ich aus motorradfahrerischer Sicht bislang sträflich vernachlässigt hatte, war der Harz. Das erste und einzige Mal auf zwei Rädern war ich dort mit meiner Vespa GTS 300 Super vor sieben Jahren. Und das damals auch nur, um mal einen Blogartikel mit der Überschrift „Harzer Roller“ schreiben zu können. Ja, mein Humor ist etwas einfach gestrickt.

Wir spulen vor ins Jahr 2021 und es ergab sich, dass ich innerhalb einer Woche sogar zweimal in den Harz fahren sollte. Zuerst anlässlich des Triumph Media Days in Oschersleben, am Wochenende drauf führte mich mein Weg nach Hardegsen zum Electric Ride Event auf Hin- und Rückreise beides mal durch das höchste Gebirge Norddeutschlands.

Auf unterschiedlichsten Routen konnte ich den Harz durchmessen, die schönsten Ecken habe ich hier mal zusammengetragen. Quasi als Best-Of meiner bisherigen Touren .

Die Übersicht der Routen findet ihr hier:

Die Hauptroute durch den Harz führt von Bad Grund im Westen des Harzes bis kurz vor Aschersleben im Osten des Harzes (Routendownload hier https://kurv.gr/Aq6FE), wer noch eins drauflegen will, kann die Bonusrunde durch den Kyffhäuser noch mitnehmen (Routendownload hier https://kurv.gr/ZDaHY).

Zwischen Osterode und Hahnenklee – Kurvenspaß im Oberharz

Schon mal vorab gespoilert: der niedersächsische Teil des Harzes ist der in meinen Augen interessanteste. Egal, welche Anfahrt man nimmt, hier lassen sich in kurzer Zeit 400 bis 500 Höhenmeter auf- oder abbauen und das damit verbundene Kurvengeschlängel ist eines der besten der von mir bisher gefahrenen deutschen Mittelgebirge. Und weil es hier so viele schöne Strecken gibt, habe ich versucht, die alle zusammenzufassen in einer Route. Sieht dann halt auf der Karte ein bisschen aus wie eine Brezel.

Anstieg bei Clausthal-Zellerfeld

BMW Heritage R18 Classic

BMW Heritage Ride (mit R nineT und R18 Classic)

Oder: Wie ich als Boxer-Jungfrau den 1800ccm-Monster-Motor erlebte!

Hi! Lasst mich zuerst mit einer kleinen Vorstellung beginnen. Ich bin Nico und hatte vor kurzem die Möglichkeit die BMW Heritage Modelle für Kettenritzel.cc zu „testen“. Alex kenne ich über die Motorradpodcast-Bubble, da ich regelmäßig im BEARCast – Motorrad Reise Podcast als CoHost der Formate „Underdogs“ und „Hauptsache ballert!“ zu hören bin. Ursprünglich bin ich jedoch auch in der Bloggerszene umtriebig und Mitgründer des Genussblogs www.coffeewhiskyandmore.de. Das heißt ich bin alles andere als ein professioneller Motorradtester, habe mich über die Möglichkeit an der Pressetour in die bayrischen Alpen teilzunehmen aber mehr als gefreut. Meine Fahreindrücke mit den luft-/ölgekühlten Boxer-Modellen R nineT Urban G/S und R 18 Classic habe ich in diesem Gastbeitrag zusammengefasst.

Tag 1: BMW R nineT Urban G/S

BMW Heritage R nineT Urban G/S

Montag, 09:30. Da steh ich nun mit leicht flauem Gefühl im Magen vor diesem Ungetüm von Motorrad. Während ich dem Fahrerbriefing des Tourguides lausche stehe ich direkt neben der BMW R 18 Classic, dem neusten Heritage-Modell mit gewaltigem 1800ccm-Boxer. Das Endziel des heutigen Tages ist die Rossfeld Panoramastraße im Nationalpark Berchtesgaden. Ich kenne die Strecke recht gut und bin deshalb froh heute in die R nineT-Gruppe eingeteilt worden zu sein, deren 1170ccm-Boxermotor im Vergleich niedlich wirkt.

Offroad durch Deutschland – ein Film von Stefan Tappert

Als mir Stefan neulich seinen Film über Offroadtouren in Brandenburg schickte, musste ich grinsen. Den Lesern dieses Blogs ist es nicht verborgen geblieben, dass die Gegend rund um Rheinsberg zu meinen Lieblingsgebieten für schöne Touren abseits geteerter Wege gilt. Nicht von ungefähr filmten wir im letzten Jahr meinen YouTube-Kanaltrailer auf der Ecke:

Auch Stefan hat es dorthin verschlagen, als er eine Strecke suchte für gepflegtes Endurowandern suchte. Und als hauptberuflicher Videograf konnte er nicht umhin, aus der Tour, die er zusammen mit Amelie Mooseder und Marco Döbler unternahm einen kleinen Film zu machen.

Amelie habe ich nach Ihren Eindrücken befragt und begeistert erzählte Sie mir:

Deutschland mit dem Motorrad offroad zu bereisen klingt schön, aber erstmal unmöglich – ist es aber nicht. Ich durfte Teil dieser Offroadtour im Norden von Deutschland sein, wo ich eines Besseren belehrt wurde. Wir haben wunderschöne Wiesen, Feldwege, Schotterpisten und Offroadpassagen gefunden und sogar Sand. Das ist ein Traum für jeden GS- und Offroadfan und ein absolutes Muss!

Aber seht selber:

Siggi on Tour: Kroatien – Zum Baden an die Adria auf die Insel Pag

Noch eine Woche Urlaub, Frau muss arbeiten und Kind in die Schule und einen sehr guten Freund, der aktuell mit dem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Simuni auf der Insel Pag an der kroatischen Adria Urlaub macht und laufend schöne Bilder von kristallklarem Wasser, tollen Sonnenuntergängen schickt inkl. dem Angebot, dass er noch genügend Platz im Womo hätte…

Also kurzerhand die Reisefreigabe von Frau und Kind eingeholt, die Flipflops, Badehose und Strandtuch sowie ein paar Klamotten eingepackt und die Karte auf dem Tisch ausgebreitet sowie Google Maps aktiviert. Ergebnis: könnte man in einem Tagesritt schaffen, aber dann bleiben die Dolomiten „ungenutzt“ liegen, und das wäre bei dem vorhergesagten Wetter sowie den laufenden Berichten von leeren Straßen auf der Sella doch viel zu schade. Ungefähr auf der Hälfte sollte nun der Zwischenstopp liegen und Booking.com schlug ein tolles kleines Hotel zu einem super Preis oberhalb von Udine vor. Mit ein paar Klicks stand die Übernachtungsmöglichkeit und mit ein paar weiteren Eingaben in meinen Navigator war die Route auch geplant.

Anreise Kroatien Tag 1 – Tolle entspannte 459 km von München nach Cassacco (Udine)

Um 5:00 hat mich sprichwörtlich der frühe Vogel direkt vor dem Schlafzimmerfenster geweckt. Also schnell eine Katzenwäsche und ein paar Laugenstangen belegt und um 5:45 saß ich auf dem 🏍 .
Gemütlich ging es über Bad Tölz am Sylvenstein-Stausee über Vorderriß nach Wallgau, weil Einsiedel gesperrt war. Den Seefelder Sattel runter und über Axams auf die alte Brennerstraße, die bis oben auf den Brenner „mir gehörte“ – kein anderes Zwei-/Vierrad unterwegs. In Sterzing noch kurz überlegt, ob ich doch bis zum Grödnertal die Autobahn nehme, aber da so wenig Verkehr war, verworfen, was auch gut war, denn unterwegs entschied ich mich für das Val Gardena, was definitiv die richtige Wahl war, denn auch hier so gut wie keiner unterwegs. Dann ging es auch schon vom Grödner Joch auf die Sella Ronda. Passo Sella und Passo Pordoi mit kurzem Fotostop genossen und rauf zum Passo di Falzarego auf die Große Dolomitenstr. nach Cortina d‘Ampezzo.

Der Hitze entfliehen: Early-Bird-Runde nach Grumsin

Ob es nun die tropische Nacht war oder die Aufregung nach dem 4:2 Sieg der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft über Portugal: so richtig gut geschlafen hatte ich letzte Nacht nicht. Als ich um kurz nach 6:00 Uhr den Wecker anstarrte und dran dachte, dass es heute wieder über 35° werden sollten, entschloss ich mich, einfach das Beste draus zu machen. Aufstehen und ne frühe Runde auf dem Mopped drehen vor dem Frühstück, bevor die Tageshitze größere Unternehmungen eh’ vereiteln würde.

Also Katzenwäsche, anplünnen und auf Zehenspitzen aus der Wohnung zum Mopped schleichen. Raus aus der Stadt und ein kurzes Stück auf der A11 bis Bernau Nord. Das Bernauer Stadtzentrum umfuhr ich auf der Schmetzdorfer Strasse und fuhr anschliessend durch den noch kühlen Wald Richtung Norden bis Prenden.

Rund um den Schwielowsee

Der Schwielowsee hat einen großen Nachteil: er ist so weit weg von meinem Wohnort im Nordosten von Berlin. Quasi genau am anderen Ende der Stadt. Am Pfingstwochenende habe ich dann aber wieder mal erfahren, warum sich auch die längere Anreise nach Potsdam lohnt. Die folgende, kleine Tour umfasst keine 60km und ist auch eher zum cruisen und geniessen gedacht, als zum schnellen Strecke machen.

Ausgangspunkt ist das Schloss Sansoucci in Potsdam. Bei der Umfahrung des Schlossparks passieren wir die Orangerie (und fühlen uns ein bisschen wie in der Toskana) sowie das neue Palais.

Schloss Sanssouci

Orangerie

Die Stadt verlassen wir über den Werderschen Damm, durch die dicht belaubten Allebäume blitzt die Frühjahrssonne. Am Wildpark West passieren wir verschiedene Teiche, auf denen Enten und Schwäne ruhig durchs Wasser gleiten.

Auf diesem Bild haben sich zwei Schwäne versteckt.

Hinter Geltow führt uns eine Brücke über die Havel und eröffnet uns einen Blick auf den Schwielowsee, auf dem sich an diesem Pfingstmontag bereits viele Boote tummeln. Richtung Petzow folgen wir der Uferstrasse, ist zwar alles innerorts, aber das ist vielleicht auch ganz gut so, denn der Blick schweift immer etwas nach links ab auf den See.

Schwielowsee bei Petzow

In der Gemeinde Schwielowsee ist der südlichste Punkt der Route erreicht, von hier aus geht es wieder zurück Richtung Berlin durch Caputh. Wer möchte, kann sich hier das Schloss und das Einsteinhaus anschauen oder mit der Seilfähre „Tussy« über das Caputher Gmünde Richtung Geltow schippern.

Zwischen Caputh und Potsdam führt die Uferstrasse am Templiner See entlang, hier lohnt es sich auch mal anzuhalten um einfach bräsig aufs Wasser zu starren.

Wer jetzt noch nicht genug hat, kann durch Potsdam durch und über die berühmte Glienicker Brücke fahren, um dann noch um den Wannsee herum durch den Grunewald bis hin zur Heerstrasse fahren. Zum Abschluss der Tour kann man noch im Restaurantschiff Alte Liebe. Da waren wir auch schon mal vor einigen Jahren mit den Berlin Café Racern, sehr nett.

Und hier ist die gefahrene Route, die ihr Euch auch bei Kurviger.de anschauen und herunterladen könnt!

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