Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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1. Mai-Tour 2022

Steine schmeißen, Myfest feiern, demonstrieren, der Tag der Arbeit hat in Berlin viele Facetten. Für alle, die an diesem Tag einfach ihre Ruhe haben wollen und auf dem Mopped die Natur geniessen wollen, habe ich heute eine schöne Runde entdeckt. Oder vielmehr aus bestehenden Routen eine neue gestrickt. Früh gestartet führte mich ein kleines Stück Autobahn bis Bernau, über die Schmetzdorfer Strasse umfuhr ich das Zentrum und gelang danach gleich auf die L31 die zu meiner Überraschung komplett frisch geteert war. So lange ich diese Strecke kenne, war sie ein Flickwerk von Schlaglöchern und Bodenwellen und urplötzlich gleitet man auf babypopoeskem Asphalt. Um mich nicht zu sehr einzulullen bog ich an der Abfahrt zum Spörgelhof in den Wiesenweg ein. Hier im Wald befand sich im 2. Weltkrieg das Lager Koralle genannte Führungszentrum des Oberkommandos der Marine. Vor allem der alte, überwucherte Bunker ist ein sehr beeindruckendes Relikt vergangener Zeiten.

Unterwegs auf dem TET Deutschland

Der TET ist eine Strecke durch und um Europa auf zumeist unbefestigten Wegen. Von Bremen bis an die polnische Grenze führt ein großer Teilabschnitt der deutschen TET und so machten sich im letzten Jahr ein paar BEARS auf den Weg, ihn bis zur polnischen Grenzen zu befahren, um von dort auf die neue Route im Süden zu gelangen.. doch wie immer bei den BEARS kam alles ganz anders.

Entstanden daraus ist dieser nette Kurzfilm, der Euch ein paar erste Eindrücke der deutschen TET vermittelt.

Lieblingsstrecken anderswo: Von Steinau nach Marjoß

Ihr kennt das: als Motorradfahrer sieht man jede Strecke – egal mit welchem Gefährt man unterwegs ist – aus der Perspektive des Motorrades. Je besser die Route, desto mehr die Vermisslichkeit des Bikes. Und so ging es mir heute, als ich zum österlichen Verwandschaftsbesuch durch den Spessart fuhr und nichts ahnend in Steinau von der A66 abfuhr um der Landstraße Richtung Marjoß zu folgen.

Die sehr gut asphaltierte Straße windet sich in entzückenden Kurvenkombinationen durch den Mischwald, weitläufige Kurven wechseln sich mit engen Haarnadelkurven ab. Die lokalen Biker zirkelten hier in Gruppen oder solo durch, es scheint kein Geheimtipp mehr zu sein. Das für Motorräder vorgeschriebene Tempolimit von 60 km/h zeugt von zahlreichen Unfällen aus der Vergangenheit. Dennoch empfehle ich jedem, die wenigen Kilometer unter die Räder zu nehmen.

Die heilige Dreifaltigkeit der Schweizer Alpenpässe

Heute stolperte ich bei YouTube über Lea Riecks Portrait des Grimsel-, Susten- und Furkapasses oder wie sie es bezeichnete: die heilige Dreifaltigkeit der schweizer Alpenpässe. Garniert mit sehr schönen Drohnenaufnahmen beschreibt sie ihre Tagestour von Zürich aus. Während unsereins in einer Tagestour maximal das Erzgebirge erreicht, erfährt Lea sich einige der beeindruckendsten Pässe der Confoederatio Helvetica. Aber seht selbst:

Für mich bringen diese Pässe die Erinnerungen an meine schönste Motorradtour bisher zurück. Gerade die Übernachtung auf dem Susten-Hospiz markierte den Startpunkt einer gemeinsamen Tour in die Schweizer Seealpen, die ich nicht vergessen werde. Wir fuhren die heilige Dreifaltigkeit in der anderen Richtung, also zunächst den Susten, dann den Grimsel und den Furka. Weiter ging es für uns über den alten Gotthardpass, den Nufenen und den Grossen St. Bernhard bis ins Aostatal.

An dieser Stelle nochmal Dank an meine damaligen Mitfahrer Rolf, Akki, Reinhard und HZ. Es war mir ein inneres Blumenpflücken!

Saisonstart 2022 ins Löwenberger Land

Mit dem Alter lasse ich aber ganz schön nach. In den letzten zehn Jahren bin ich selten so spät in die Saison gestartet wie dieses Jahr. Erst Mitte März durfte die GS wieder raus zum Spielen. Zum Eingrooven hatten Tom und ich uns eine lockere Runde von Oranienburg bis Fürstenberg / Havel und wieder zurück nach Mühlenbeck vorgenommen. Die Tour orientierte sich grob an der Route, die wir im November 2020 noch gefahren waren, ich hatte aber den einen oder anderen Schnörkel rausgenommen.

Neu war unter anderem der Abschnitt zwischen Mesebeck – dem Gästehaus der Bundesregierung – und Gransee. Durch den Wald mäandrierten wir in chilligem Cruisertempo durch schöne Natur. Am Dagowsee in Neuglobsow machten wir Vesperpause. Nach Fürstenberg und Himmelpfort kam noch die kleine Kaffeepause in der Mühle Tornow dazu. Nix wildes, aber schöne drei Stunden um die Gräten auf dem Motorrad wieder zu sortieren und sich wieder aufs Motorrad fahren einzugrooven!

Die Route findet ihr unten orange markiert, unter https://kurv.gr/tbgst könnt ihr Euch den Track herunterladen.

Offroad-Abenteuer in den Pyrenäen mit den Adventure Country Tracks

Um legal in Europa offroad fahren zu können, hat der Reise-Endurist mehrere Möglichkeiten. Entweder sich bei Reiseanbietern wie Eastmoto oder auch dem Enduro Action Team einbuchen, den Trans European Trail fahren oder den Adventure Country Tracks folgen. Letzteres ist ein mittlerweile eingetragener Verein, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Offroad Routen und Tracks in den europäischen Ländern für Reiseenduros zu etablieren und zu erhalten.

ACT versucht hierbei, das Motorradfahren auf unbefestigten Strecken im Hinterland für kommende Generationen zu erhalten und zusätzlich den Tourismus in den ländlichen Gegenden zu fördern. Entstanden ist die Idee im Jahr 2016 auf Initiative einiger Touratech Mitarbeiter aus Deutschland und Portugal. Das erste Projekt ACT Portugal entwickelte sich bereits in kurzer Zeit zu einem große Erfolg mit unzähligen Fans und Fahrern auf der Strecke. Ich erinnere mich noch gut an die Aufregung und Begeisterung, mit der Canan und Stefan von Motorradreise TV 2016 mit dem Scouting begonnen hatten.

Das Thema stieß auf große Begeisterung und so folgten nach Portugal Tracks in Griechenland, Rumänien und Italien. Ganz aktuell feierte gerade der ACT Pyrenäen seine Premiere und nach einzelnen Auszügen ist seit ein paar Tagen der komplette, einstündige Film über diese sensationelle Tour verfügbar.

Auf der ACT Website ist der GPX-Track und die Tourenbeschreibung noch nicht verfügbar, es lohnt sich also demnächst dort wieder reinzuschauen oder den Newsletter für weitere Update zu abonnieren. Persönlich bin ich komplett begeistert von dieser wunderschönen Natur und der tollen sowie anspruchsvollen Route.

Weitere Informationen findet ihr zum ACT auch auf YouTube oder Facebook.

Eastmoto – Reiseenduro-Touren in Ostdeutschland

Viel Feedback und Rückfragen erreichten mich nach den Berichten über Enduro-Touren in Ostdeutschland. „Wo ist das genau?“ „Kannst Du mir die GPX-Daten schicken?“ „Das kann doch alles nicht wahr sein dass man da legal fahren darf!“ Doch, ist alles wahr und ja, es ist legal. Schaut Euch zum einen mal die TET-Route durch Ostdeutschland nach Polen an, da könnt ihr Euch auch den GPX-Track ziehen und die Route selbst unter die Räder nehmen. Ihr habt aber auch ab sofort die Möglichkeit, geführte Offroadtouren durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu buchen.

Stefan Tappert hat mit Freunden Eastmoto gegründet. Unter diesem Label werden Ein- bis Mehrtagestouren angeboten, aber auch individuelle Touren sind möglich. Einen kleinen Eindruck zu den Touren gibt Euch dieser Film von Stefan:

Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, mit den Jungs unterwegs zu sein und der Spaß war derbe groß! Sie wissen absolut, was sie tun, kennen das Revier und sind sicher die kompetentesten Begleiter, die ihr dort haben könnt. Schaut Euch deren Angebot mal an und lernt den Nordosten Deutschlands offroad kennen!

Endurorunde durch Ostprignitz-Ruppin

Im Juni diesen Jahres durfte ich Euch diesen Film von Stefan Tappert präsentieren, der eine wunderschöne Offroad-Tour durch die Ostprignitz zeigte. Diese Runde soll im kommenden Jahr als individuelle Tour angeboten werden. Die Ecke rund um Rheinsberg gehört zu meinem Motorrad-Lieblingsdestinationen. So zögerte ich nicht, als Stefan mich am Freitag anpingte und fragte, ob ich die Tour mitfahren würde.

Am vereinbarten Treffpunkt kam ich als erster an, ein paar Minuten später kamen Stefan mit einem Kumpel an, allerdings nicht auf zwei Rädern, sondern mit Pickup und Trailer. Die beiden hatten ihre kleinen, leichten Offroad-Spaßgeräte dabei. Ich wollte schon anfangen zu meckern, warum ich hier als Einziger mit meiner „großen“ GS fahren muss, als eine F850GS auf den Parkplatz rollte. Drauf sass Marco, der Tourguide aus Stefans Film.

Einen Kaffee später machten wir uns unter seiner Führung auf in die Wälder. Die Bäume hatten ihr herbstliches Laub schon mehrheitlich abgeworfen, auf meiner letzten Tour vor drei Wochen sah das noch etwas anders aus. Es war lustig anzusehen, wie der vor mir fahrende Marco eine Schleppe von aufgewirbeltem Laub hinter sich her zog. Hinter mir tobten die beiden anderen auf ihren Enduros durchs Gemüse.

Bei der heutigen Tour war ich quasi das Versuchskaninchen um zu kucken, wie die Route einem mittelmässig begabten GS-Fahrer passt. Die erste Stunden fuhren wir flott über Wald- und Forststrassen, Schotter wechselte sich ab mit Sand, Kopfsteinpflaster und dem gelegentlichen Betonplattenweg. Die Anzahl der Leute, die wir unterwegs trafen konnten wir an einer Hand abzählen.

Herbsttour durch die Schorfheide, Uckermark und den Müritz Nationalpark

Ein paar Wochen haben wir noch, bevor es Winter wird. Ich sag es ja ungern, aber einer muss es ja tun. Nach der Tour durch den Bayrischen Wald hatte ich das Motorrad nicht mehr bewegt, am Sonntag war trockene Witterung und Sonne vorhergesagt, die perfekte Gelegenheit also für eine Herbstausfahrt. Als Ziel hatte ich mir den Müritz Nationalpark gesetzt, zu lange war ich nicht mehr dort gewesen. Der Weg dahin sollte mich zunächst um den Werbellinsee und durch die Schorheide Chorin als auch die Uckermark führen. Die Route, dich ich mir zurecht gelegt hatte, verband eines meiner bisherigen Lieblingsstrecken, kombiniert mit ein paar neuen Abschnitten, die ich noch nicht gefahren war. Insgesamt standen fast 400km an, also galt es, das Tageslicht bestmöglich auszunutzen. So klingelte der Wecker um 7:00 Uhr und kaum eine Stunde später rollte ich vom Hof.

Indian Summer am Werbellinsee

Die Sonne lugte langsam über die noch nebelbedeckten Felder und kaum hatte ich die Stadtgrenze hinter mir, fiel auch das Thermometer. Zwischenzeitlich hatte ich auf dem kleinen Autobahnstück bis zur Abfahrt Finowfurt 1,5° auf der Anzeige. Gut, dass ich mich eingepackt hatte wie ein Michelin-Männchen.

Die Runde um den Werbellinsee war traumhaft, das bunte Herbstlaub wurde von der Morgensonne schön in Szene gesetzt. Am Tauchplatz Dornbusch hielt ich an, um ein paar Drohnenaufnahmen zu machen. Das Surren meiner Drohne sollte aber nicht das einzige Geräusch sein, welches die morgendliche Stille durchdrang. Im See vor mir blubberte es an verschiedenen Stellen immer wieder und ich konnte es erstmal gar nicht zuordnen. Bis ich merkte, dass am Parkplatz gegenüber bereits ein Auto stand, es war also bereits ein Taucher im Wasser.

Bayrischer Wald 2021 – Heimwärts durch das Thüringische Schiefergebierge

Der frühe Vogel fängt den Morgennebel. So erging es Thomas und mir, als wir um 06:30 den Starterknopf am Motorrad drückten. An der Hauptstrasse trennten sich leider schon unsere Wege, aber unsere ersten Landstrassenkilometer nach Norden (ich) oder Süden (Thomas) hatten das gleiche Ambiente. Nebelschwaden in den Tälern, der Sonnenaufgang kämpfte sich langsam durch, ein tolles Wechselspiel bot sich mir hier bei meiner Fahrt um den Bleilochstausee.

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