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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Touren (Seite 1 von 16)

The Australian Journey: Sydneys Süden – Southern Highlands

Der Mittwochmorgen begann mit strahlendem Sonnenschein und wir starteten bei angenehmen 16 Grad zur zweitägigen Abschlussrunde in die Southern Highlands. Ziel für den Tag war das ca. 300 km entfernte Corang. Zunächst hieß es vom Norden einmal quer durch die 5 Mio. Metropole in den Süden zu kommen. Wider Erwarten war der Berufsverkehr flüssiger als gedacht und so ging es zügig über die Harbour Bridge zum Ausgangspunkt unserer Tour – den Royal National Park.

Normalerweise ist hier Eintritt zu zahlen, aber als Motorradfahrer wurden wir gefragt, ob wir nur durchfahren wollten und brauchten daher nichts zu zahlen. Anfänglich ging es durch das bereits bekannte Buschland, aber je tiefer wir in den Park fuhren, desto dichter wurde der Wald und auch um so kurviger die Straße – wieder ein Traum für uns Motorradfahrer. Genauso traumhaft auch der Ausblick, als wir auf den ersten Aussichtspunkt an der Küste trafen. Anschließend ging es auf der Küstenstraße weiter gen Süden.

Im Historic Scarborough Hotel gab es dann erst einmal einen Kaffee inkl. Meerblick. Über den Marcquarie Pass und Mount Murray fuhren wir dann weiter Richtung Nowra, nicht ohne vorher einen Stopp an den Belmore Falls zu machen, um den weiten Blick ins Kangaroo Valley zu genießen. Über Schotterpisten ging es danach runter ins Tal inkl. Flussdurchfahrt.

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The Australian Journey: Hawkesbury River Tour und von Dungog nach Sydney

Hawkesbury River Tour

Heute früh sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück zu einer Tagestour in den Nordwesten von Sydney aufgebrochen. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen von 19 Grad ging es raus aus Sydney über Hornsby Hights und Glenorie auf der Old Northern Road Richtung Wisemans Ferry. Wenig später sahen wir in der Ferne die Blue Mountains und bei einem kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt hatten wir einen tollen Blick über den später zu überquerenden Hawkesbury River.
Kurz bevor wir auf die Fähre sind, wollte Dirk noch eine neue Strecke ausprobieren. Entlang des Hawkesbury Rivers ging es in das Forgotten Valley bis fast ans Ende und dann nach rechts in einen Waldweg. Dieser unbefestigte Weg war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was später noch kommen sollte. Offroad wäre fast übertrieben, aber auf alle Fälle ein Erlebnis durch den dichten Eukalyptuswald auf Schotterpisten zu fahren!

Nach 5 Kilometer kamen wir wieder auf die Old Northern Road und kurvten dann bis zur Fähre den Berg herunter. Die Fähre selbst ist kostenfrei und braucht nur wenige Minuten bis ans andere Ufer. Dabei kam mir das Lied „Don’t pay the ferryman“ von Chris de Burg in den Sinn. Auf der anderen Seite ging es dann durch lichte Mischwälder entlang des Flusses in Abwechslung mit Farmland und Sumpfgebiet bis nach St. Alban.

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The Australian Journey: Gloucester, Bellingen, Yamba, Dungog

Von Gloucester nach Bellingen

In Australien ist Winter. Das erlebte ich in der Früh beim Blick auf die Sitzbank – Raureif überzog die Moppeds und die Scheiben der Autos waren gefroren. Somit konnten wir uns genügend Zeit lassen für die Tagesplanung und ein Frühstück in Hebby’s Cafe. Währenddessen stiegen die Temperaturen auf dennoch frische 14 Grad als wir uns auf den Weg machten gen Nordwesten auf dem Thunderbolts Way. Unseren ersten Zwischenstopp hatten wir im 145 km entfernten Walcha im berühmten „Makers In Metal Cafe“ eingeplant.

Durch das hügelige Farmland (vergleichbar mit dem Allgäu) und Eukalyptuswälder ging es vorbei am Bretti Nature Reserve. Langgezogene Kurven auf rauem Asphalt ermöglichten ein entspanntes Fahren. Entspannt und gut für Sightseeing auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 – 100 km/h, wodurch man auch den Blick mal abseits der Straße schweifen lassen kann. Zwischenzeitlich stiegen die Temperaturen langsam auf angenehme 20 Grad an.

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The Australian Journey: Von Sydney nach Gloucester (New South Wales)

Heute früh sind wird dann zu unserer Tour gen Brisbane aufgebrochen. Nachdem wir alles in den Koffern und der Gepäckrolle verstaut hatten, ging es um 09:15 Uhr bei frischen 13 Grad los. Als erstes so schnell wie möglich raus aus Sydney (North Balgowlah) durch den dichten Morgenverkehr. Nach wenigen Kilometern erreichten wir die ersten Kurven in den Hornsby Hights und fuhren teilweise durch den Nationalpark und durch die offene Landschaft mit vielen Pferdekoppeln.

Irgendwie schien der Jetlag noch in den Knochen zu stecken, denn im Hinterkopf sagte dauern ein kleines Männchen, dass ich auf der falschen Seite fahre und die mir auf der rechten Straßen entgegenkommenden Autos doch alle falsch fahren. Da half nur ein leckerer Cappuccino im Bridge Cafe in Windsor gegenüber dem ältesten Pub Australiens. Frisch gestärkt und wach ging es dann auf die 166 km lange Putty Road mit dem Ziel Singleton.

Diese Straße bot alles: von langgezogenen bis engen Kurven, Geraden bis zum Horizont, Straßenbelag von glatt wie Kinder-Popo bis rauh wie die Straßen in Sardinien. Dazu eine sehr vielfältige Landschaft: Eukalyptus-Wälder (teilweise mit verbranntem Unterholz), weite Weideflächen und Hänge mit Weinanbau sowie enge Schluchten mit ausgetrockneten Flussbetten. Auch die Tierwelt Australiens konnte ich schon teilweise kennenlernen (Kängurus, Wollabees, Opossums) – leider nicht mehr lebendig, was aber eine klare Warnung war, immer aufmerksam den Wegesrand zu beobachten. Je weiter wir aus „der Zivilisation“ rausfuhren, um so dünner wurde der Verkehr und desto größer die Trucks.

Mittags gab es Sandwichs in Singleton für die Fahrer und 98 Oktan für die Motorräder. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unserem noch ca. 100 km entfernten Tagesziel Gloucester. Dazu erst gen Westen Richtung Stoud und dann nach Norden. Immer wieder konnten wir den Blick in die Ferne schweifen lassen und die weite Landschaft genießen. Rechts und links säumten viele Farmen die Straßen mit riesigen Rinderherden auf teilweise steppenähnlichen Weiden.

Ab 16:00 Uhr senkte sich die Sonne langsam gen Horizont und wir drosselten unsere Geschwindigkeit, denn ab jetzt erwacht die Wildnis und die Gefahr eines der bereits genannten Tiere lebendig vor die Vorderräder zu bekommen steigt rapide an. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang kamen wir an einem Supermarkt vorbei und sicherten uns einen 6-Pack XXXX-Gold und genossen das wohlverdiente Stiefelbier nach 380 Tageskilometern auf unserer Terrasse vor unserem Appartement Coppers Hill.

The Australian Journey: der Norden von Sydney und der Linksverkehr

Das Abenteuer Down Under kann beginnen. Nach 26 Stunden im A380 und Zwischenstopps in Dubai und Bangkok bin ich am Montag im Australischen Winter bei kalten 5 Grad gelandet. Mein Freund Dirk hat mich vom Flughafen abgeholten und mir anschließend einen ersten Eindruck von Sydney und Umgebung verschafft. Da ich im Flieger nur 2 Stunden gedöste hatte fielen dann um 22:00 Uhr die Augen zu.

Dirk musste am Dienstag noch arbeiten. Somit machte ich mich von North Balgowlah (Vorort von Sydney) mit dem Bus und der Fähre von auf nach Downtown Sydney, um mir einen ersten Eindruck von der 5 Mio.-Metropole und deren Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Am späten Nachmittag ging es dann zu Bike Round OZ, dem Vermieter meiner GS für die nächsten 9 Tage. Da ich bereits von Deutschland aus alles über MoVe-Motorradreisen gebucht hatte, ging es reibungslos und ich stand schnell vor „meiner GS“. Mit 2680 km auf der Uhr gerade mal eingefahren – besser hätte ich es nicht erwischen können.

Durch den dichten Feierabendverkehr wühlten wir uns im Dunklen nach Hause und ich konnte erstmals den Linksverkehr kennenlernen. Gar nicht so einfach, aber machbar – wahrscheinlich mit dem Motorrad noch einfacher als mit dem Auto.

Nach einem guten Frühstück ging es am Mittwochmorgen los zur Tagestour in den Norden von Sydney. Gerade mal 14 Grad zeugen davon, dass hier noch Winter ist. Aber egal, mit der entsprechenden Ausrüstung ist es kein Problem. Je näher wir unserem ersten Ziel Palm Beach kamen, desto wärmer wurde es auch. So warm, dass Dirk dann sogar eine Abkühlung im Meer suchte, wozu ich mich aber definitiv nicht hinreißen ließ, auch wenn die Sonne kräftig schien.

Von Palm Beach aus ging es dann in die Berge Richtung Berwora Waters. Bei einem ersten Stopp „in der Natur“ nahm ich die erst Modifikation meiner GS vor – das Windschild musste weg. (Daheim fahre ich auch ohne, da ich mir gerne direkt den Wind um die Nase wehen lasse). Als wir dann noch an einem Motorradladen vorbeikamen gab es für ein paar Dollar einen Throttle Access und der Tag war gerettet und das Fahren genauso gut wie mit meinem Wasserbüffel.

In Berwora Waters gab es zur Stärkung einen deftigen Burger mit Pommes, bevor es dann mit der Fähre über die kleine Bucht und anschließend auf den Old Pacific Highway ging – eine phantastische Straße mit einer Aneinanderreihung von unzähligen langgezogenen Kurven.

Mit der Vorfreude auf den morgigen Tag machten wir in Mooney Creek kehrt und fuhren zurück nach Sydney. Meine erste Tour in Down Under endete mit vielen Eindrücken und 293 Kilometern auf dem Tacho wieder in North Balgowlah (Sydney).

Zwischen zwei Viertelfinalen der Fußball-WM…

… passt fast eine kleine Hausrunde zum Schiffshebewerk Niederfinow und wieder zurück. Ok, mit ein bisschen Autobahn auf dem Rückweg.

Der Vorteil, wenn man nach 18:00 Uhr losfährt? Man hat fast die komplette Route für sich alleine. Großartige Sommerabendstimmung auf der Route inklusive.

Alpenblitz 2018, Tag 4 – Großglockner Hochalpenstrasse und Watschöd Hummelei

Auch die letzte Übernachtung auf der Tour fiel eher kurz aus. Das erste mal wachte ich um 05:30 auf und lugte aus dem offenen Fenster. Leicht dämmerte es schon draußen und die erste Morgenröte schimmerte schon über den Berggipfeln. Eine Stunde später schaute ich nochmal raus und da surrte von rechts eine Drohne ins Bild. Sandra war also auch schon wach.

Wir hatten uns für 7:00 Uhr verabredet, um noch ein paar Drohnenaufnahmen bei Morgenlicht zu machen. Einen ersten Vorgeschmack könnt ihr hier schonmal sehen. In voller Pracht kommen die dann natürlich ins Tourvideo.

Gefrühstückt wurde natürlich auf der Terasse vom Sattleggers Alpenhof bei schönstem Sonnenschein. Amelie und Tim hatten sich für den Tag eine andere Route zurück nach München überlegt, da sie den Großglockner schon sehr oft gefahren waren. Also trennten sich hier unsere Wege und nach einem herzlichen Abschied rollten Sandra, Tom, Thomas und ich den Berg hinunter ins Drautal und fuhren Richtung Heiligenblut.

Beim ersten Alpenblitz 2015 näherten uns wir aus westlicher Richtung der Großglockner Hochalpenstrasse, nun aus östlicher Richtung, in Lienz trafen sich die Strecken von damals und heute. In Winklern machte ich extra Halt an der Stelle, an der wir vor drei Jahren eine kleine Pause gemacht hatten und entdeckte noch den Aufkleber von damals, neben den natürlich gleich der von dieser Tour geklebt wurde.

In Heiligenblut latzten wir mit einem Seufzer die 26€ Maut für die Großglockner Hochalpenstrasse ab. War vor ein paar Wochen die Auffahrt zur Franz-Josefs-Höhe teilweise gesperrt, war an diesem Tag alles frei. An der Mautstation kamen wir ins Gespräch mit zwei R nineT-Fahrern aus Bayern, die dann kurz vor uns weiterfuhren. Nach dem Abzweig am Kreisverkehr hatte ich sie unmittelbar vor mir und es war mir ein großer Spaß, die beiden den Weg zur Pasterze hochzutreiben. Oben fragen sie mich lachend „Wolltest Du nicht überholen?“ „Nö, ich wollte Euch ein bischen ärgern!“.

Der Großglockner hüllte sich etwas schüchtern in Nebel, aber wenigstens pfiffen die Murmeltiere lustig. Auch wenn es Wochenende war, hielt sich der Verkehr wirklich in Grenzen und wir konnten die schönen Kurven ungestört geniessen. Da es die Sonne nicht durch die Wolken schaffte wurde es etwas frisch rund um die Edelweiss-Spitze. So entschlossen wir uns zu einer frühen Mittagspause im Restaurant Fuschertörl und wärmten uns bei einer Frittatensuppe wieder auf.

Von hier an ging es wieder abwärts und auf dem Weg ins Tal begleitete uns zwischendurch der leicht beissende Geruch überanstrengter Autobremsen. Unten angekommen fuhren wir an Zell vorbei um später in Saalfelden Richtung Hochfilzen abzubiegen. Unaufgeregter Streckenabschnitt. Ab Hochfilzen wurde es etwas kurzweiliger, danach mussten wir aber wieder der Bundesstrasse bis Walchsee folgen. Hier legten wir einen kleinen Schwenker um den Miesberg ein, eine kleine Genießerstrecke über schmale Wege führte uns an Weiden und Bauernhöfen vorbei. Und viel Zeit haben wir dabei auch nicht verloren, denn als wir auf die Bundesstrasse zurück fuhren, hatten wir exakt wieder den Fahrer einer S1000RR mit neongelbem Rucksack vor uns, der uns früher schon aufgefallen war.

Bei Niederndorf verliessen wir österreichischen Boden, willkommen im Landkreis Rosenheim. Die Tatzelwurmstraße führte uns durch das Dorf mit dem drolligen Namen Watschöd Hummelei. In Tatzelwurm bogen wir auf die B307 – die Sudelfeldstrasse. Leider ist diese sehr schön ausgebaute und kurvenreiche Strasse auf 60 km/h tempolimitiert. Lasst es mich so sagen: wir waren stets bemüht, uns dieser Vorgabe unterzuordnen. Ob uns das gelungen ist, kann ich jetzt nicht wirklich sagen.

Kurz hinter Osterhofen wartete dann schon die Polizeikontrolle auf uns. Wir hatten uns aber nichts zu Schulde kommen lassen, so daß die Herren in Blau uns nach einem kleinen Plausch wieder ziehen liessen.

Zwischen Hammer und Harzberg hatten wir noch ein schönes, kurvenreiches Stück Landstrasse, was aber etwas getrübt wurde durch den ersten und einzigen Regenschauer auf dieser Tour. Auch hier war dann wieder die Parallele zur Tour 2015, auf der uns am letzten Tag dasselbe passierte.

Den letzten Kaffeestop machten wir in Harzberg, bevor wir uns voneinander verabschiedeten. Wir hatten zwar den gleichen Weg über die A8 zurück nach München, aber Thomas und Tom hatten andere Ziele als Sandra und ich, die wir die beiden BMW’s wieder in den heimischen Stall bringen mussten. Was wir wirklich schweren Herzens taten.

Route findet ihr wie immer hier zum Download oder klickt Euch hier bei Rever rein.

Fazit

Slowenien ist auf jeden Fall mehr als eine Reise wert. Auch und gerade weil wir nicht die komplette geplante Route fahren konnten, ist das ein Grund wieder zu kommen. An der Routenplanung würde ich einige Details anpassen und verändern. Mehr Zeit für den Triglav Nationalpark, den Loiblpass auslassen und lieber hinter Villach nochmal rüber nach Italien machen und über den Nassfeldpass wieder zurück nach Österreich fahren. Oder einfach mal ein paar Nächte auf der Emberger Alm einmieten und von dort aus Tagestouren fahren. Oder, oder, oder! In meinem Kopf drehen sich wieder tausend Rädchen und erdenken die nächste Routenplanung.

Vielen Dank an die Kettenritzelcrew 2018: Sandra, Amelie, Tim, Tom, Thomas, Florian, Siggi, schön, daß ihr dabei ward. Reinhard, Akki und Rolf, schade, daß ihr nicht dabei sein konntet. Vor der Tour ist nach der Tour, ich mach mal schon einen Plan fürs nächste Jahr!

Alpenblitz 2018, Tag 3 – Pässeslalom über die Karawanken

Nachdem die Bässe des Clubs im Vorderhaus unseres Apartments uns sanft in den Schlaf ge-umpft-umpf-umpft hatten, wachten wir nach einer entspannten Nacht voll guter Dinge und neuer Fahrlaune auf. Unser Nuttenfrühstück (Cappucino, Schokocroissant und ne Kippe für die Raucher) nahmen wir im Innenhof, bevor wir uns erneut auf die Reise machten und Ljubljana gen Norden Richtung Karawanken verliessen. Kurz vor der Stadtgrenze wurde noch ein Supermarkt ausgeraubt für die Mittagsjause.

Zum Einrollen in den neuen Tag war die zweispurige Schnellstrasse bis Kamnik genau richtig. Nach Osten konnten wir in die aufgehende Sonne blinzeln, genau vor uns baute sich der Gebirgszug der Karawanken auf.

Ab Kamnik folgten wir der 225, die nach dem Ortsausgang schmaler und kurviger wurde. So langsam schraubten wir uns die Höhenmeter Richtung Velika Planina empor. An einer kleinen Weggabelung stand ein Café, an dem wir bereitwillig das zweite Frühstück einnahmen und die Natur um uns herum genießen konnten. Die Velika Planina wird seit ewigen Zeiten als Hochalm genutzt, entsprechend umgaben uns Almwiesen, Kühe und Schafe wohin das Auge blickte.

Auf der Abfahrt nach Luče fuhr uns ein Laster vor der Nase herum auf der schmalen Straße. Es dauerte aber keine vier Kurven, bis der Fahrer rechts ran fuhr und uns vorbei ließ. Es war nicht das erste Mal, daß die Slowenier uns positiv mit ihrer Umsicht überraschten. Großartig.

Das Baustellenpech sollte uns in Solčava ein zweites Mal einholen. Der Abzweig zur Solčava-Panoramastraße war gesperrt. Leider gab es keine alternative Auffahrt, so fuhren wir weiter das Tal hoch. Den Abzweig zur Logarska Dolina liessen wir rechts liegen, danach begann dann aber ein sehr kurzweiliger und kurvenreicher Aufstieg zum Paulitschsattel. Dieser entschädigte zumindest teilweise für die Höhenstrasse.

Auf österreichischer Seite wird die Strasse etwas schmaler, dafür steht weniger Wald dem Ausblick im Weg. Daher sollte man auch hier und da mal anhalten, um diesen zu genießen. Nach ein paar kurvigen Kilometern stößt man auf den Seebergsattel. Willkommen im Paradies der Knieschleiferfraktion. Sechsundzwanzig Kurven bis zur Passhöhe, sechsundzwanzig Mal die Fußrasten leicht einkürzen. Hammer. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade mit der S1000XR unterwegs und dank des superelastischen Motors konnte ich sie fast ausschließlich im zweiten Gang den Berg hochtreiben und die Maschine hat so dermaßen derbe abgeliefert. H-A-M-M-E-R! Wir waren kurz davor, den Pass auf österreichischer Seite wieder runterzufahren um das ganze Spektakel nochmal zu erleben.

Aber wir folgten dann doch der vorgesehenen Route Richtung Zgorne Jezersko und machten uns auf die Suche nach einem lauschigen Plätzchen für die Mittagsrast. Auf dem Weg kamen uns mehr uns mehr Radfahrer entgegen und kurz nachdem wir ein schönes Vesperplätzchen am Fluss Kokra gefunden hatten, waren plötzlich überall Polizeimotorräder und Streckensicherungspersonal, die die Straße für eine Stunden lang sperrten, denn hier fand ein Fahrradrennen statt. Uns störte das nicht sonderlich, waren wir doch gerade eh mit vespern beschäftigt. Und die übrige Zeit nutzten wir für eine kleine Fotossession mit den Bikes im Fluss.

Den letzte Tankstopp auf slowenischem Boden machten wir in Tupalice, bevor wir dann Richtung Tržič fuhren und den Loiblpass in Angriff nahmen. Der war ok, aber nicht so spektakulär wie der Seebergsattel. Bei der Routenplanung zeigten mir die verwandten Karten den Loiblpass als befahrbar an. Wenn eine Passhöhe da ist, habe ich nämlich keine Lust, einen Tunnel zu fahren. Dei alte Passstraße war auch noch existent, aber für den Verkehr gesperrt und nur per Schusters Rappen zu bewältigen. Also doch Tunnel.

Am anderen Ende der Röhre war der Grenzübergang nach Österreich mitsamt einem Grenzpolizisten, der es bei der Einreisekontrolle sehr genau nahm. Helm ab, Personalausweis zeigen, dann erst Weiterfahrt. Wenn man bedenkt, daß wir kurze Zeit vorher auf der Passhöhe des Paulitschsattels sich nicht mal die Waldameisen für unseren Grenzübertritt interessiert haben, wundert es einen doch ob der Sinnhaftigkeit des Ganzen.

Unten im Tal gondelten wir am Ferlacher und Feistritzer Stausee vorbei in Richtung Villach. Als der Rest der Truppe Kaffeepause machte, fuhr ich weiter nach Villach, ich wollte mir im dortigen Mediamarkt eine neue Halterung für die GoPro besorgen. Die hatte sich beim Absturz am Vortrag auch in ihre Einzelteile zerlegt, so daß ich unterwegs nicht mehr filmen konnte. Das führte dazu, daß ich den ganzen Tag latent stinkig auf mich selber war. Aber neue Halterung, neues Glück.

Die anderen holten mich in Villach wieder ein, dort verabschiedeten wir auch Siggi, der nordwärts Richtung München abdrehte. Zu viert rollten wir dann durch das Gailtal am Dobratsch entlang und konnten nun die Rote Wand von unten betrachten, an deren Abrißkante wir am Nachmittag des ersten Tages standen.

In Hermagor fuhren wir weiter Richtung Weißbraich, die kurvenreiche Weißenseestrasse führte uns nach Kreuzberg und weiter ins Drautal. Mittlerweile hatte ich auf die G310 GS gewechselt und musste zwar etwas am Kabel ziehen, aber vor allem bei den Bergabpassagen war es ein Spaß, den großen Maschinen am Rockzipfel zu hängen. Also wenn man die Maschine im Drehzalbereich von 7.000 bis 9.500 U/min bewegt.

Im Drautal fahren wir eine schöne, schmale Nebenstrecke bevor wir in Berg im Drautal die Auffahrt zu Emberger Alm in Angriff nehmen. Ich stutzte, als das erste Hinweisschild die Entfernung mit 10,5 Kilometern angab. Kein Scherz:

Was für ein geiles Tagesfinale. Und auch in diesem engen Winkelkwerk fühlte sich die kleine GS pudelwohl. Brääääp, brääääp, brääääääääp. Tom fuhr auf seiner R1200 R direkt hinter mir und meinte danach, daß ohne lange Gerade kein Vorbeikommen möglich gewesen wäre. Ich laß das mal so stehen, hehe.

Oben angekommen waren wir komplett überwältigt von dem unfassbaren Panorama, welches sich uns hier bot. Ein Ausblick über sieben Bergketten bis rüber in die Dolomiten.

Etwas mehr überdreht als sonst hatten Sandra und ich unsere drolligen fünf Minuten und tobten uns am zahlreich vorhandenen Kinderspielgerät aus, bevor wir uns zu einem sehr leckeren Abendessen zu den anderen gesellten (wobei natürlich gleich die Aufnahmen des Tages gesichtet werden mussten).

Die Emberger Alm und der Sattlegger Alpenhof sind wirklich ein Geheimtipp. Herzliche Belegschaft, tolle Zimmer, leckeres Essen und das alles für einen echt fairen Tarif. Und über 10km Kurven zur An- und Abfahrt. Was kann man sich als Motorradfahrer mehr wünschen? Sensationell.

Noch einmal genossen wir den abendlichen Blick von der Alm, bevor wir uns satt und glücklich in unsere Bettchen verkrümelten.

Knapp 370 Kilometer sind wir an dem Tag gefahren, die Route des dritten Tages findet ihr hier zum Download oder ihr schaut es Euch bei Rever an.

Alpenblitz 2018, Tag 2 – vom Triglav Nationalpark bis Ljubljana

Auch wenn ich abends müde und k.o. ins Bett gehe, schlafe ich auf Motorradtouren nicht wirklich lange. Zum einen verarbeitet mein Köpfchen noch den zurückliegenden Fahrtag, zum anderen freue ich mich schon auf den kommenden Tag. Das führt dann gerne dazu, daß ich morgens um sechs schon wach im Bett liege und ungeduldig aus dem Fenster kucke, wie das Wetter ist. So auch in Podkoren, hier offenbarte sich beim Blick aus dem Dachfenster bereits die Aussicht auf unser heutiges Revier, den Triglav Nationalpark.

Das Frühstück nahmen wir wieder gegenüber im Hotel ein, für sensationelle sechs Euro. Kann ich wirklich nur weiterempfehlen. Doch dann wurden die Pferdchen gesattelt und bereits nach drei Kilometern bogen wir in Kranjska Gora rechts ab Richtung Vrsič-Pass und es begann der lustige Kurventanz durch die Kopfsteinpflaster-Kehren. Sehr amüsant war die Kehrmaschine, die wir in einer der Kurven überholten. Immer schön das Pflaster sauber halten.

Bereits nach einigen Kilometern musste ich anhalten, denn ich war von der mich umgebenden Natur komplett geflasht. Strasse und Natur gleichzeitig kucken ging nicht. So ging es meinen Mitfahrern auch und so genossen wir den sensationellen Ausblick, der sich uns darbot.

Auf der Passhöhe wurde der obligatorische Touraufkleber geklebt, bevor wir uns wieder ins Tal wuselten und dort etwas dem Flusslauf der wunderschönen Soča folgten. So richtig Fahrfluss kam aber irgendwie nicht auf, wir hingen so bisschen hintendran was unseren Tagesfahrplan anging.

In Bovec bogen wir rechts ab und näherten uns dem höchsten Punkt und dem Höhepunkt der Tour, der Auffahrt zum Mangart (Lahnscharte). Zunächst geht es den Predilpass hinauf und kurz vor der Passhöhe nach überfahren einer Brücke geht es rechts den Abzweig zum Mangart hoch. Das Mauthäuschen war unbesetzt, also konnten wir für umme hochfahren. Hier folgt dann zehn Kilometer tollstes Kurvenfahren auf zumeist sehr schmalen Sträßchen, durch grob in den Fels gehauene, unbeleuchtete Tunnel, gesäumt mit immer atemberaubenderen Ausblicken. Die Abwesenheit von Leitplanken rät zum defensiven Fahren, zumal auch gelegentlicher Gegenverkehr das verfügbare Asphaltband noch etwas verengt.

Kurz vor dem Gipfel hinderte uns ein Schneefeld an der Weiterfahrt, ebenso warnte ein Schild vor Felsstürzen. Die meisten Leute parkten ihre Autos und stiegen zu Fuß zum Gipfel. Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, bis ganz zum Gipfel zu fahren. Also sattelte ich kurzerhand die GS ab und suchte mir einen Weg durch die Wiese zwischen den Felsen hindurch. Ein bischen mehr Stolle auf der Serienbereifung wäre für diese Fahrübung gut gewesen, aber mit etwas Schubhilfe meiner Mitfahrer kam ich gut durch. Wieder auf der Straße nahm ich die letzten Meter bis zum Gipfel und konnte die atemberaubende Aussicht nach Italien geniessen.

Wieder unten am Parkplatz nahmen nach mir Sandra und Thomas die GS als Gipfeltaxi, die anderen fuhren schon mal gemütlich wieder runter, um im nächstgelegenen Ort ein Café zu finden, in dem wir uns wieder treffen wollten.

Meine Abfahrt dauerte etwas länger, denn unterwegs verlor ich meine GoPro, die Saugnapfhalterung am Seitenkoffer hatte sich gelöst und im Gegensatz zu Thomas war ich Pfosten nicht so schlau, diese mit einer Fangleine zu sichern. Mit viel Glück konnte ich sie im Strassengraben finden und machte mich dann auf, die anderen wieder zu treffen. In Log pod Mangartom machten sie im Restaurant „Mangrt“ Pause. Aber es fehlten Florian und Tim und der Grund dafür war kein guter: Florian war beim Abstellen des Motorrads fehlgetreten, hatte das Gleichgewicht verloren und ist mit der Schulter derart blöd auf einen kleinen Bordsteinvorsprung gefallen, daß er sich ernsthafter verletzt hatte. Tim hatte Florian dann auf den Sozius genommen und war nach Bovec zum Arzt gefahren. Kurze Zeit nachdem ich angekommen war, kamen die beiden vom Arzt zurück. Ohne Röntgenbild könne er nix sagen, meinte dieser. Florian hatte den ersten Schreck gut verdaut und traute sich zu, auf eigener Achse ins nahe gelegene Villacher Krankenhaus zu fahren. Tim und Amelie boten sich an, ihn zu begleiten. Nach einem kleinen Mittagessen und einem Kaffee machten sie sich als vorsichtig auf den Weg. An dieser Stelle möchte ich die wirklich sensationelle Hilfsbereitschaft unserer tollen Bedienung im Restaurant Mangrt hervorzuheben. Wenn ihr da auf der Ecke seit, macht da halt und genießt deren Gastfreundschaft.

Zu fünft rollten wir weiter auf der ursprünglichen Route. Da wir allerdings einiges an Zeit verloren hatten, straffte ich die Fahrtstrecke etwas. Den Wasserfall bei Tolmin ließen wir aus und fuhren weiter zum See Bohijnsko Jezero. Leider war die 909 bei Petrovo Brdo wegen Bauarbeiten gesperrt, so daß wir einen Umweg über die 404 in Kauf nehmen wussten, um unser Zwischenziel zu erreichen. Kurzweilig war die Fahrt durch die waldigen Täler auf jeden Fall. Die Strecke hinter Zgornja Sorica führte uns zuerst durch einen schönen Wald und später über einen Bergrücken, von dem wir mehrere wunderschöne Ausblicke Richtung Nemski Rovt und Jezero hatten. und wir hatten die Straße fast komplett für uns alleine, traumhaft.

Am Bohijnsko Jezero genossen wir die Sonne und die Aussicht am See und Siggi schmiss eine Runde Eis. Hier erreichte uns auch Nachricht von Florian, der mittlerweile in Villach geröntgt und untersucht worden war. Er hatte sich den Schulterknochen angebrochen. Zu dritt würden sie jetzt zu unserer für Samstag geplanten Unterkunft fahren und Florian wollte dann am Folgetag über die Autobahn nach München zurück fahren.

Wir diskutierten auch, wie wir weiter fahren wollten zu unserem Tagesziel Ljubljana. Es war mittlerweile später Nachmittag und würden wir die ursprüngliche Route fahren, wären wir gegen 21:00 Uhr erst am Ziel. Da der Tag schon aufregend genug gewesen war und wir auch noch was von der slowenischen Hauptstadt sehen wollten, nahmen wir den direkten Weg am Bled-See vorbei und via Landstrasse über Kranj und Medvode.

So schön der Bledsee mit Inselkapelle und Burg in der Abendsonne anzuschauen war, so rummelig war es um den See herum. Ein Hotel nach dem anderen, Touribusse und Besucherhorden. Schnell weiter.

Gegen 19:30 erreichten wir nach 350 Tageskilometern unser Quartier mitten in der Altstadt von Lubljana. Ich hatte uns zwei Apartments reserviert die direkt in der Fußgängerzone lagen. Duschen, umziehen und diverse Biere und einen leckeren Pulled Pork Burger später machten wir uns noch auf einen Spaziergang durch die Altstadt. An dem lauen Sommerabend war noch eine Menge Volk unterwegs, von irgendwoher spielte Musik und wir nahmen noch einen Absacker in einer Bar am Fuße der Burg. Zum einen war es schade, daß wir nicht zu acht diesen Abend hier genießen konnten, zum anderen waren wir froh, daß es Florian den Umständen entsprechend gut ging.

Die gefahrene Route könnt ihr Euch hier herunterladen oder bei Rever einsehen. Allerdings würde ich Euch hier lieber die ursprünglich geplante Route empfehlen (Download / Rever). Hier ist noch ein paar schöne, kurvige Strecken vor und hinter dem Bled-See enthalten, die wir an dem Tag leider auslassen mussten.

Die Seidenstraße mit dem Motorrad erfahren

Wie ihr schon mitbekommen habt, waren wir gerade vier Tage auf Tour in Slowenien. Im Vergleich zu dem was Pamela Beckmann und Roland Stocker gerade unter die Räder nehmen ist das für’n hohlen Zahn. Die beiden sind vor ein paar Wochen aufgebrochen, um die alten Seidenstraße mit dem Motorrad zu bereisen.

Über Begegnungen mit Schwarzbären und ehemaligen TT-Rennfahrern sowie Kültür im Taurusgebirge lest ihr in ihrem  Blog, Updates gibt es auch bei Facebook und Instagram.

Gute Fahrt Euch beiden und tolle Erlebnisse. Nehmt uns weiter mit auf die Reise!

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