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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Touren (Seite 1 von 17)

Stephans Giro della Nonna

Anscheinend bin ich nicht der einzige, der längere Touren mit der Fuffivespa macht (siehe letzter Post). Seit letztem Sonntag ist mein Freund Stephan unterwegs auf einer Vespa ET2, um die Tour seiner Großeltern nachzufahren. Die hatten sich mal aufgemacht, von Berlin aus über die Alpen bis in die Toskana zu fahren. Mit der brachialen Kraft von 50 Kubik unterm Popo und einer gehörigen Prise Abenteuerlust. Folgt ihm auf Instagram und verfolgt seine Entdeckungsreise.

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So it finally begins: My Giro Della Nonna. My journey in the footsteps of my grandparents and their 45 km/h scooters from Berlin to Toscana and Venice. I really cannot tell how excited I am as it is my first scooter trip ever (and I miss my Nonna). I packed my Vespa et2 some cloths and my tent. 💥 After years of rushing through my days I have to challenge myself in traveling slooooooow. I enjoyed day one so far and made it to a small but beautiful camping in Leipzig. 8 hours, my butt hurts a bit but I’m happy. Good night friends! __________________________ #vespa #vespatour #vespaworld #vespagram #vespamania #vespaclub #scooter #vespaet #travelphotography #explorer #worldshotz #getlost #theworldshotz #createexplore #exploretocreate #travelphoto #travelworld #fujifilmglobal #fujifilmde #fujichrome @vespa_italia_official @vespaclubitalia @vespa_maniacs @vespas_world

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Buon viaggio, Stephan!

Von polnischen Kurven und krummen Bäumen

Was tun, wenn einem die übliche Hausrunde im Norden Berlins zu fad wird? Dann fährt man einfach mal ins Nachbarland Polen!

Diverse Ausflüge zu den Nachbarn hatte ich in der Vergangenheit schon unternommen, haben den Schaufelraddampfer in Gozdowicze zum Übersetzen über die Oder benutzt, bin der Oder in Richtung Norden gefolgt um entweder bei Schwedt wieder auf die deutsche Seite zu wechseln oder weiter bis nach Stettin zu fahren. Ich mag polnische Landstrassen. Zum großen Teil sind sie wirklich gut ausgebaut und folgen der fliessenden Landschaft, so daß man abwechslungsreiche Kurven und Höhenwechsel hat.

Neulich habe ich dann mal aus all den bisherigen Abstechern einen kleine Rundtour geplant durch die Woiwodschaft Westpommern, ergänzt um ein Ziel, welches ich bislang noch nicht besucht hatte: den Krummen Wald. Von seiner Existenz wusste ich schon länger und da Max ihn auch neulich angefahren hatte, diente das als willkommender Impuls, endlich auch mal hinzufahren.

Ausgangspunkt der Tour ist Hohenwutzen, dieser bunte Bazar aus Zigarettenbuden, Tankstellen und sonstigen günstigen Einkaufsmöglichkeiten auf der polnischen Oderseite. Wenn man hier anhalten will, dann bestenfalls zum tanken, denn der Sprit ist um die 20 Cent günstiger pro Liter als auf der deutschen Seite.

Von hier aus geht es erstmal gerade aus weiter auf der Landstrasse 124. Obligatorischer Fotostop ist hier am Berg Czibor am Denkmal für die Schlacht bei Zehden. Weiter geht es Richtung Chojna via Cedynia, Orzechów und Metno. Wie eingangs schon erwähnt kann man hier schönen, langgezogenen Landstrassenkurven frönen, die einen immer wieder in Konflikte mit den polnischem Tempolimit von 90 km/h bringen können.

In Chojna geht es wieder westwärts auf der Bundesstrasse 26 zurück zum Oderbruch. Kurz vor der Brücke nach Schwedt geht es in einer Rechtskurve auf polnischer Seite weiter Richtung Ognica. Nach dem Ortsausgang folgt ein wirklich schöner Kurventanz den Berg hinauf, bis zur Kreuzung mit der Bundesstrasse 31. Diese geht es vergnügt durch eine geschwungenes, waldiges Stück bis hinter Dębogóra die Streckenführung wieder gerader wird.

Der nördliche Wendepunkt der Tour ist dann der Krumme Wald in Gryfino. Nach passieren des Bahnhofs muss man an der kommenden Kreuzung zwei mal links abbiegen und erreicht dann nach ein paar Metern die Einfahrt in den Krummen Wald, einfach auf die Hinweischilder „Krzywy Las“ achten. Folgt dem Waldweg, der dann nochmal links abzweigt und nach einigen Metern steht ihr inmitten der krummen Bäume.

Warum die Bäume so wachsen ist nicht mehr überliefert, einige Theorien stehen im Wikipedia-Eintrag. Es ist aber wirklich faszinierend anzuschauen! Eine Picknickbank lädt auch zur kleinen Brotzeit ein.

Der Rückweg führt zunächst wieder über die gleiche Strecke über Ognica und Krajnik Dolny, jedoch biegen wir dann von der Bundesstrasse 26 gleich wieder auf eine kleinere Landstrasse Richtung Piasek ab. Diese führt über einen teilweise bewaldeten Bergrücken längs der Oder lang. Hier lohnt eine Pause um den Blick in den deutschen Oderbruch zu geniessen. Über beschauliche Landstrassen durch kleine, polnische Dörfer cruisen wir Richtung Cedynia zurück und nehmen hier für ein kurzes Stück erneut die 124 Richtung Osten um in Orzechów aber Richtung Moryń abzubiegen.

Hier war ich das erste Mal in 2014 und genoß damals schon den Ausblick auf den See Jezioro Morzycko. Das Seeufer war neu ausgebaut mit Spazierwegen und einem Badestrand.

Jezioro Morzycko

Jezioro Morzycko

Von Moryń aus gibt es zwei Optionen. Denjenigen, deren Motorräder über etwas mehr Federweg verfügen, empfehle ich die Route durch den Wald nach Stare Łysogórki. Ein schmales Sträßchen, teilweise mit Kopfsteinpflaster führt durch wunderschöne und unberührte Natur. Die andere Option führt über besser ausgebaute Strassen über Mieszkowice und Gozdowice zurück an den Oderbruch.

In Gozdowicze hat man die Möglichkeit, mit einer Fähre nach Deutschland überzusetzen. Unbedingt vorher nach den Fährzeiten erkundigen, denn als ich da war sollte sie laut Fahrplan schon wieder aktiv sein, es war aber kein Schaufelraddampfer weit und breit zu sehen. Für den Fall folgt man einfach der schönen, aber teilweise etwas flickigen Strasse zurück zum Ausgangspunkt der Tour in Hohenwutzen.

Die reine Fahrzeit für 171 Kilometer lange polnische Rundfahrt beträgt knapp drei Stunden. Mit der Anfahrt nach Hohenwutzen und einigen Pausen zwischendrin kommt man auf eine schöne und malerische Tagestour.

Scramble Bee Rallye 2018

Auch in diesem Jahr fanden sich im November einige unermüdliche Motorradfahrer ein, um nach dem Vorbild des polnischen „Scramble Fever“ an der Berliner „Scramble Bee Rallye“ teilzunehmen. Start- und Zielpunkt war wieder die Halle 8 in Reinickendorf. Ich bin immer noch neidisch, wenn ich an diese tolle Schraubergarage denke.

In diesem Jahr war den Teilnehmner wesentlich besseres Wette als 2017 beschert. Fun was being had, wie diese tollen Bilder von David Biene unter Beweis stellen!

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Auch Craftrad hat eine Geschichte dazu!

The Australian Journey: Sydneys Süden – Southern Highlands

Der Mittwochmorgen begann mit strahlendem Sonnenschein und wir starteten bei angenehmen 16 Grad zur zweitägigen Abschlussrunde in die Southern Highlands. Ziel für den Tag war das ca. 300 km entfernte Corang. Zunächst hieß es vom Norden einmal quer durch die 5 Mio. Metropole in den Süden zu kommen. Wider Erwarten war der Berufsverkehr flüssiger als gedacht und so ging es zügig über die Harbour Bridge zum Ausgangspunkt unserer Tour – den Royal National Park.

Normalerweise ist hier Eintritt zu zahlen, aber als Motorradfahrer wurden wir gefragt, ob wir nur durchfahren wollten und brauchten daher nichts zu zahlen. Anfänglich ging es durch das bereits bekannte Buschland, aber je tiefer wir in den Park fuhren, desto dichter wurde der Wald und auch um so kurviger die Straße – wieder ein Traum für uns Motorradfahrer. Genauso traumhaft auch der Ausblick, als wir auf den ersten Aussichtspunkt an der Küste trafen. Anschließend ging es auf der Küstenstraße weiter gen Süden.

Im Historic Scarborough Hotel gab es dann erst einmal einen Kaffee inkl. Meerblick. Über den Marcquarie Pass und Mount Murray fuhren wir dann weiter Richtung Nowra, nicht ohne vorher einen Stopp an den Belmore Falls zu machen, um den weiten Blick ins Kangaroo Valley zu genießen. Über Schotterpisten ging es danach runter ins Tal inkl. Flussdurchfahrt.

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The Australian Journey: Hawkesbury River Tour und von Dungog nach Sydney

Hawkesbury River Tour

Heute früh sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück zu einer Tagestour in den Nordwesten von Sydney aufgebrochen. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen von 19 Grad ging es raus aus Sydney über Hornsby Hights und Glenorie auf der Old Northern Road Richtung Wisemans Ferry. Wenig später sahen wir in der Ferne die Blue Mountains und bei einem kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt hatten wir einen tollen Blick über den später zu überquerenden Hawkesbury River.
Kurz bevor wir auf die Fähre sind, wollte Dirk noch eine neue Strecke ausprobieren. Entlang des Hawkesbury Rivers ging es in das Forgotten Valley bis fast ans Ende und dann nach rechts in einen Waldweg. Dieser unbefestigte Weg war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was später noch kommen sollte. Offroad wäre fast übertrieben, aber auf alle Fälle ein Erlebnis durch den dichten Eukalyptuswald auf Schotterpisten zu fahren!

Nach 5 Kilometer kamen wir wieder auf die Old Northern Road und kurvten dann bis zur Fähre den Berg herunter. Die Fähre selbst ist kostenfrei und braucht nur wenige Minuten bis ans andere Ufer. Dabei kam mir das Lied „Don’t pay the ferryman“ von Chris de Burg in den Sinn. Auf der anderen Seite ging es dann durch lichte Mischwälder entlang des Flusses in Abwechslung mit Farmland und Sumpfgebiet bis nach St. Alban.

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The Australian Journey: Gloucester, Bellingen, Yamba, Dungog

Von Gloucester nach Bellingen

In Australien ist Winter. Das erlebte ich in der Früh beim Blick auf die Sitzbank – Raureif überzog die Moppeds und die Scheiben der Autos waren gefroren. Somit konnten wir uns genügend Zeit lassen für die Tagesplanung und ein Frühstück in Hebby’s Cafe. Währenddessen stiegen die Temperaturen auf dennoch frische 14 Grad als wir uns auf den Weg machten gen Nordwesten auf dem Thunderbolts Way. Unseren ersten Zwischenstopp hatten wir im 145 km entfernten Walcha im berühmten „Makers In Metal Cafe“ eingeplant.

Durch das hügelige Farmland (vergleichbar mit dem Allgäu) und Eukalyptuswälder ging es vorbei am Bretti Nature Reserve. Langgezogene Kurven auf rauem Asphalt ermöglichten ein entspanntes Fahren. Entspannt und gut für Sightseeing auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 – 100 km/h, wodurch man auch den Blick mal abseits der Straße schweifen lassen kann. Zwischenzeitlich stiegen die Temperaturen langsam auf angenehme 20 Grad an.

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The Australian Journey: Von Sydney nach Gloucester (New South Wales)

Heute früh sind wird dann zu unserer Tour gen Brisbane aufgebrochen. Nachdem wir alles in den Koffern und der Gepäckrolle verstaut hatten, ging es um 09:15 Uhr bei frischen 13 Grad los. Als erstes so schnell wie möglich raus aus Sydney (North Balgowlah) durch den dichten Morgenverkehr. Nach wenigen Kilometern erreichten wir die ersten Kurven in den Hornsby Hights und fuhren teilweise durch den Nationalpark und durch die offene Landschaft mit vielen Pferdekoppeln.

Irgendwie schien der Jetlag noch in den Knochen zu stecken, denn im Hinterkopf sagte dauern ein kleines Männchen, dass ich auf der falschen Seite fahre und die mir auf der rechten Straßen entgegenkommenden Autos doch alle falsch fahren. Da half nur ein leckerer Cappuccino im Bridge Cafe in Windsor gegenüber dem ältesten Pub Australiens. Frisch gestärkt und wach ging es dann auf die 166 km lange Putty Road mit dem Ziel Singleton.

Diese Straße bot alles: von langgezogenen bis engen Kurven, Geraden bis zum Horizont, Straßenbelag von glatt wie Kinder-Popo bis rauh wie die Straßen in Sardinien. Dazu eine sehr vielfältige Landschaft: Eukalyptus-Wälder (teilweise mit verbranntem Unterholz), weite Weideflächen und Hänge mit Weinanbau sowie enge Schluchten mit ausgetrockneten Flussbetten. Auch die Tierwelt Australiens konnte ich schon teilweise kennenlernen (Kängurus, Wollabees, Opossums) – leider nicht mehr lebendig, was aber eine klare Warnung war, immer aufmerksam den Wegesrand zu beobachten. Je weiter wir aus „der Zivilisation“ rausfuhren, um so dünner wurde der Verkehr und desto größer die Trucks.

Mittags gab es Sandwichs in Singleton für die Fahrer und 98 Oktan für die Motorräder. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unserem noch ca. 100 km entfernten Tagesziel Gloucester. Dazu erst gen Westen Richtung Stoud und dann nach Norden. Immer wieder konnten wir den Blick in die Ferne schweifen lassen und die weite Landschaft genießen. Rechts und links säumten viele Farmen die Straßen mit riesigen Rinderherden auf teilweise steppenähnlichen Weiden.

Ab 16:00 Uhr senkte sich die Sonne langsam gen Horizont und wir drosselten unsere Geschwindigkeit, denn ab jetzt erwacht die Wildnis und die Gefahr eines der bereits genannten Tiere lebendig vor die Vorderräder zu bekommen steigt rapide an. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang kamen wir an einem Supermarkt vorbei und sicherten uns einen 6-Pack XXXX-Gold und genossen das wohlverdiente Stiefelbier nach 380 Tageskilometern auf unserer Terrasse vor unserem Appartement Coppers Hill.

The Australian Journey: der Norden von Sydney und der Linksverkehr

Das Abenteuer Down Under kann beginnen. Nach 26 Stunden im A380 und Zwischenstopps in Dubai und Bangkok bin ich am Montag im Australischen Winter bei kalten 5 Grad gelandet. Mein Freund Dirk hat mich vom Flughafen abgeholten und mir anschließend einen ersten Eindruck von Sydney und Umgebung verschafft. Da ich im Flieger nur 2 Stunden gedöste hatte fielen dann um 22:00 Uhr die Augen zu.

Dirk musste am Dienstag noch arbeiten. Somit machte ich mich von North Balgowlah (Vorort von Sydney) mit dem Bus und der Fähre von auf nach Downtown Sydney, um mir einen ersten Eindruck von der 5 Mio.-Metropole und deren Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Am späten Nachmittag ging es dann zu Bike Round OZ, dem Vermieter meiner GS für die nächsten 9 Tage. Da ich bereits von Deutschland aus alles über MoVe-Motorradreisen gebucht hatte, ging es reibungslos und ich stand schnell vor „meiner GS“. Mit 2680 km auf der Uhr gerade mal eingefahren – besser hätte ich es nicht erwischen können.

Durch den dichten Feierabendverkehr wühlten wir uns im Dunklen nach Hause und ich konnte erstmals den Linksverkehr kennenlernen. Gar nicht so einfach, aber machbar – wahrscheinlich mit dem Motorrad noch einfacher als mit dem Auto.

Nach einem guten Frühstück ging es am Mittwochmorgen los zur Tagestour in den Norden von Sydney. Gerade mal 14 Grad zeugen davon, dass hier noch Winter ist. Aber egal, mit der entsprechenden Ausrüstung ist es kein Problem. Je näher wir unserem ersten Ziel Palm Beach kamen, desto wärmer wurde es auch. So warm, dass Dirk dann sogar eine Abkühlung im Meer suchte, wozu ich mich aber definitiv nicht hinreißen ließ, auch wenn die Sonne kräftig schien.

Von Palm Beach aus ging es dann in die Berge Richtung Berwora Waters. Bei einem ersten Stopp „in der Natur“ nahm ich die erst Modifikation meiner GS vor – das Windschild musste weg. (Daheim fahre ich auch ohne, da ich mir gerne direkt den Wind um die Nase wehen lasse). Als wir dann noch an einem Motorradladen vorbeikamen gab es für ein paar Dollar einen Throttle Access und der Tag war gerettet und das Fahren genauso gut wie mit meinem Wasserbüffel.

In Berwora Waters gab es zur Stärkung einen deftigen Burger mit Pommes, bevor es dann mit der Fähre über die kleine Bucht und anschließend auf den Old Pacific Highway ging – eine phantastische Straße mit einer Aneinanderreihung von unzähligen langgezogenen Kurven.

Mit der Vorfreude auf den morgigen Tag machten wir in Mooney Creek kehrt und fuhren zurück nach Sydney. Meine erste Tour in Down Under endete mit vielen Eindrücken und 293 Kilometern auf dem Tacho wieder in North Balgowlah (Sydney).

Zwischen zwei Viertelfinalen der Fußball-WM…

… passt fast eine kleine Hausrunde zum Schiffshebewerk Niederfinow und wieder zurück. Ok, mit ein bisschen Autobahn auf dem Rückweg.

Der Vorteil, wenn man nach 18:00 Uhr losfährt? Man hat fast die komplette Route für sich alleine. Großartige Sommerabendstimmung auf der Route inklusive.

Alpenblitz 2018, Tag 4 – Großglockner Hochalpenstrasse und Watschöd Hummelei

Auch die letzte Übernachtung auf der Tour fiel eher kurz aus. Das erste mal wachte ich um 05:30 auf und lugte aus dem offenen Fenster. Leicht dämmerte es schon draußen und die erste Morgenröte schimmerte schon über den Berggipfeln. Eine Stunde später schaute ich nochmal raus und da surrte von rechts eine Drohne ins Bild. Sandra war also auch schon wach.

Wir hatten uns für 7:00 Uhr verabredet, um noch ein paar Drohnenaufnahmen bei Morgenlicht zu machen. Einen ersten Vorgeschmack könnt ihr hier schonmal sehen. In voller Pracht kommen die dann natürlich ins Tourvideo.

Gefrühstückt wurde natürlich auf der Terasse vom Sattleggers Alpenhof bei schönstem Sonnenschein. Amelie und Tim hatten sich für den Tag eine andere Route zurück nach München überlegt, da sie den Großglockner schon sehr oft gefahren waren. Also trennten sich hier unsere Wege und nach einem herzlichen Abschied rollten Sandra, Tom, Thomas und ich den Berg hinunter ins Drautal und fuhren Richtung Heiligenblut.

Beim ersten Alpenblitz 2015 näherten uns wir aus westlicher Richtung der Großglockner Hochalpenstrasse, nun aus östlicher Richtung, in Lienz trafen sich die Strecken von damals und heute. In Winklern machte ich extra Halt an der Stelle, an der wir vor drei Jahren eine kleine Pause gemacht hatten und entdeckte noch den Aufkleber von damals, neben den natürlich gleich der von dieser Tour geklebt wurde.

In Heiligenblut latzten wir mit einem Seufzer die 26€ Maut für die Großglockner Hochalpenstrasse ab. War vor ein paar Wochen die Auffahrt zur Franz-Josefs-Höhe teilweise gesperrt, war an diesem Tag alles frei. An der Mautstation kamen wir ins Gespräch mit zwei R nineT-Fahrern aus Bayern, die dann kurz vor uns weiterfuhren. Nach dem Abzweig am Kreisverkehr hatte ich sie unmittelbar vor mir und es war mir ein großer Spaß, die beiden den Weg zur Pasterze hochzutreiben. Oben fragen sie mich lachend „Wolltest Du nicht überholen?“ „Nö, ich wollte Euch ein bischen ärgern!“.

Der Großglockner hüllte sich etwas schüchtern in Nebel, aber wenigstens pfiffen die Murmeltiere lustig. Auch wenn es Wochenende war, hielt sich der Verkehr wirklich in Grenzen und wir konnten die schönen Kurven ungestört geniessen. Da es die Sonne nicht durch die Wolken schaffte wurde es etwas frisch rund um die Edelweiss-Spitze. So entschlossen wir uns zu einer frühen Mittagspause im Restaurant Fuschertörl und wärmten uns bei einer Frittatensuppe wieder auf.

Von hier an ging es wieder abwärts und auf dem Weg ins Tal begleitete uns zwischendurch der leicht beissende Geruch überanstrengter Autobremsen. Unten angekommen fuhren wir an Zell vorbei um später in Saalfelden Richtung Hochfilzen abzubiegen. Unaufgeregter Streckenabschnitt. Ab Hochfilzen wurde es etwas kurzweiliger, danach mussten wir aber wieder der Bundesstrasse bis Walchsee folgen. Hier legten wir einen kleinen Schwenker um den Miesberg ein, eine kleine Genießerstrecke über schmale Wege führte uns an Weiden und Bauernhöfen vorbei. Und viel Zeit haben wir dabei auch nicht verloren, denn als wir auf die Bundesstrasse zurück fuhren, hatten wir exakt wieder den Fahrer einer S1000RR mit neongelbem Rucksack vor uns, der uns früher schon aufgefallen war.

Bei Niederndorf verliessen wir österreichischen Boden, willkommen im Landkreis Rosenheim. Die Tatzelwurmstraße führte uns durch das Dorf mit dem drolligen Namen Watschöd Hummelei. In Tatzelwurm bogen wir auf die B307 – die Sudelfeldstrasse. Leider ist diese sehr schön ausgebaute und kurvenreiche Strasse auf 60 km/h tempolimitiert. Lasst es mich so sagen: wir waren stets bemüht, uns dieser Vorgabe unterzuordnen. Ob uns das gelungen ist, kann ich jetzt nicht wirklich sagen.

Kurz hinter Osterhofen wartete dann schon die Polizeikontrolle auf uns. Wir hatten uns aber nichts zu Schulde kommen lassen, so daß die Herren in Blau uns nach einem kleinen Plausch wieder ziehen liessen.

Zwischen Hammer und Harzberg hatten wir noch ein schönes, kurvenreiches Stück Landstrasse, was aber etwas getrübt wurde durch den ersten und einzigen Regenschauer auf dieser Tour. Auch hier war dann wieder die Parallele zur Tour 2015, auf der uns am letzten Tag dasselbe passierte.

Den letzten Kaffeestop machten wir in Harzberg, bevor wir uns voneinander verabschiedeten. Wir hatten zwar den gleichen Weg über die A8 zurück nach München, aber Thomas und Tom hatten andere Ziele als Sandra und ich, die wir die beiden BMW’s wieder in den heimischen Stall bringen mussten. Was wir wirklich schweren Herzens taten.

Route findet ihr wie immer hier zum Download oder klickt Euch hier bei Rever rein.

Fazit

Slowenien ist auf jeden Fall mehr als eine Reise wert. Auch und gerade weil wir nicht die komplette geplante Route fahren konnten, ist das ein Grund wieder zu kommen. An der Routenplanung würde ich einige Details anpassen und verändern. Mehr Zeit für den Triglav Nationalpark, den Loiblpass auslassen und lieber hinter Villach nochmal rüber nach Italien machen und über den Nassfeldpass wieder zurück nach Österreich fahren. Oder einfach mal ein paar Nächte auf der Emberger Alm einmieten und von dort aus Tagestouren fahren. Oder, oder, oder! In meinem Kopf drehen sich wieder tausend Rädchen und erdenken die nächste Routenplanung.

Vielen Dank an die Kettenritzelcrew 2018: Sandra, Amelie, Tim, Tom, Thomas, Florian, Siggi, schön, daß ihr dabei ward. Reinhard, Akki und Rolf, schade, daß ihr nicht dabei sein konntet. Vor der Tour ist nach der Tour, ich mach mal schon einen Plan fürs nächste Jahr!

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