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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Touren (Seite 2 von 17)

Die Seidenstraße mit dem Motorrad erfahren

Wie ihr schon mitbekommen habt, waren wir gerade vier Tage auf Tour in Slowenien. Im Vergleich zu dem was Pamela Beckmann und Roland Stocker gerade unter die Räder nehmen ist das für’n hohlen Zahn. Die beiden sind vor ein paar Wochen aufgebrochen, um die alten Seidenstraße mit dem Motorrad zu bereisen.

Über Begegnungen mit Schwarzbären und ehemaligen TT-Rennfahrern sowie Kültür im Taurusgebirge lest ihr in ihrem  Blog, Updates gibt es auch bei Facebook und Instagram.

Gute Fahrt Euch beiden und tolle Erlebnisse. Nehmt uns weiter mit auf die Reise!

Alpenblitz 2018, Tag 1 – Katschberg, Nockalm bis Slowenien

Prolog

Wie jeder Alpenblitz fängt auch dieser mit der Anreise an, die nicht auf eigener Achse stattfindet. Ok, auf eigener Achse kam ich auf jeden Fall zum Flughafen Tegel, meine treue Vespa leistete wieder mal sehr gute Dienste als Lastesel.

Am Flughafen fragte mich der Security-Muckel, ob ich mit dem Piloten schon mal geflogen wäre. „Warum?“ „Weil Sie einen Helm dabei haben?“ Insofern beschloss ich, den Helm am besten gleich aufzuziehen, sehr zur Irritation der Businesskasper um mich herum.

Angekommen in München wurde ich von Sandra abgeholt und wir fuhren voller Vorfreude zum BMW Fuhrparkzentrum, um unsere Testbikes abzuholen. Und hier waren sie, tadaaa!

Es entsponn sich eine spontane Diskussion zwischen Sandra und mir, ob an der XR denn unbedingt die Koffer dran bleiben müssten. Sandra fand sie optisch eher herausfordernd. Nach einem kleinen verbalen Handgemenge einigten wir uns auf einen Kompromiss. Das Topcase kommt runter, die Seitenkoffer bleiben.

Wie immer bei der Übernahme fremder Bikes mach ich mir einen Kopf, was man wie wohin packen kann. In diesem Fall kam mein mitgebrachter Tankrucksack auf die GS, in dem die Drohne transportiert wurde. Die Klamotten blieben in meiner Rolltasche und in die Seitenkoffer der XR kam das Kameraequipment und die Wechselklamotten für tagsüber (Pulli an, Pulli aus, Regenklamotten). Sandras Rucksack verzurrten wir auf dem sehr breiten Heckträger der GS. So fuhren wir dann nach München rein, um bei Freunden zu übernachten und um etwas auf die bevorstehende Tour hinzuhibbeln.

Auf nach Österreich

Nachdem wir uns aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen durch den Münchner Berufsverkehr gequält hatten, trafen sich acht MotorradfahrerInnen an einer Tankstelle im Münchner Süden. Geplant hatte ich mit sieben Leuten, es wurden dann aber spontan noch einer mehr, denn Siggi hatte nach seiner vor kurzem beendeten vierwöchigen Italientour noch nicht genug vom Motorradfahren und schloss sich uns auf der Tour an.

Zu den Alpenblitz-Veteranen Thomas, Siggi und mir gesellten sie die „Neulinge“ Sandra, Amelie, Tim, Florian und Tom. Nach einer kurzen Routenbesprechung rollten dann eine S1000 XR, G310 GS, F800 GT, F800 GS, R1200 R, R1200 GS Adventure und eine 28 Jahre alte Honda VFR 750 auf die Autobahn Richtung Salzburg.

Unterwegs schaute ich des öfteren in den Rückspiegel und grinste in meinen Helm hinein, wenn ich die Perlenschnur der anderen sieben Motorräder sah – die gehörten alle zu mir. Die knapp zwei Stunden bis Radstadt gingen relativ ereignislos vorbei, die vor uns liegende Regenfront lichtete sich etwas. Autobahn fahren in Österreich ist auch etwas spannender als in Deutschland, die Blicke auf die Berge links und rechts der Asphaltbandes machen es ganz kurzweilig.

Dann aber Kurvenattacke. Über Obertauern und Tweng ging es Richtung Katschbergpass, trotz leichtem Regens war gepflegtes Angasen möglich und trotz sehr offensiver Fahrweise verlor ich meinen Mitfahrer Tim nicht im Rückspiegel. Ich mag es mit Leuten unterwegs zu sein, die ihr Fahrgerät beherrschen.

Mittagspause machten wir dann bei Guntram Peter Kassmannhuber in Kremsbrück, eine kleine Stärkung vor dem Kurventanz durch die Nockalmstrasse musste sein. Obwohl die Kasspatzn, die sich Siggi und Sandra teilten locker für vier Personen gereicht hätte. Kurze Zeit später drückten wir an der Mautstelle in Innerkrems 12 € pro Nase ab. Sehr gut investierte Euros, wie sich nur kurz später herausstellen sollte. Die 35 Kilometer Kurvenalarm bis Reichenau sind jeden Cent wert. Großartige Natur, gut ausgebaute Strasse und Kurven, Kurven, Kurven! Dies war mit Sicherheit der Höhepunkt unseres ersten Tourtages.

In Reichenau nahmen wir die acht Kilometer Anstieg bis zur Turracher Höhe noch schnell mit um nach einem kitschigen Erinnerungsfoto wieder den Abstieg und die weitere Route Richtung Villach unter die Räder zu nehmen.

Ziemlich genau im Westen von Villach liegt die Villacher Alpenstrasse, die wir am Nachmittag in Angriff nehmen. Sie führt einmal den Villacher Hausberg Dobratsch rauf und wieder runter. Auch hier latzen wir 11€ an der Mautstelle ab, doch irgendwie fühlen die sich nicht so gut an wie bei der Nockalmstrasse. Kurven gibt es auch hier genug, aber man fährt fast komplett durch den Wald und es wirkt wie im Tunnel. Kurvig und kurzweilig war es zwar schon, aber nicht so spektakulär wie erwartet. Auf der Fahrt den Berg hinab halten wir noch am Aussichtspunkt „Rote Wand“ und luschern schon mal Richtung Slowenien, unserem heutigen Etappenziel.

Kurz hinter dem Mauthäuschen kam die Kaffeefahrt-Fraktion zu ihrem Recht und es wurde pausiert bei Topfenstrudel und Cappucino. Die Motorräder kamen kurze Zeit später zu ihrem Recht beim letzten Tankhalt des Tages kurz vor dem Wurzenpass. Der folgende Anstieg zu Passhöhe war einer der steilsten des Tages, über etwas mehr Leistung bei der pilotierten G310 GS hätte ich mich hier gefreut. Aber dann regeln wir das eben über die Drehzahl. Kurz vor der slowenischen Grenze erinnerte ein alter Panzer an die kriegerische Geschichte in der Gegend. Ein paar Kilometer erreichten wir in Podkoren unser Quartier.

Hier hatte ich im Apartments Belopeški Dvori für uns alle ein Nachtlager reserviert. Im 16. Jahrhundert unter den Habsburgern wurde das Gebäude als Residenz errichtet, nun beherbergte uns das kuschelige Haus für eine Nacht. Gegenüber im Hotel Vitranc nahmen wir nicht nur unser Stiefelbier, sondern aßen auch ein derart leckeres Abendessen, was wir in dieser Abgeschiedenheit nicht erwartet hätten. Der Küchenchef erläuterte uns höchstpersönlich die Spezialitäten des Tages und sowohl das Gemüserisotto als auch das Steak in Trüffelsoße waren unglaublich exzellent. Und das alles für einen derart fairen Preis. Irre. Ein paar Biere und Schnäpse später verkrümelten wir uns ins Bett und grunzten glücklich und zufrieden dem kommenden Tag entgegen.

Aufgrund des Autobahn-Anteils am Vormittag machten wir an diesem Tag 550 Kilometer Strecke. Die Route könnt ihr bei Rever einsehen oder hier als GPX downloaden.

Alpenblitz 2018 – es geht bald los

Im Flur der Wohnung wachsen derzeit mehrere Stapel an Dingen: Motorradzeugs, Klamotten und Technik. Das kann nur eines heissen: die Motorradtour steht kurz bevor! Yeah!

Kommenden Mittwoch werden Sandra und ich die Testmotorräder bei BMW in München übernehmen. Mit der G310GS tritt das das kleinste Bike aus dem Adventure-Segment von BMW Motorrad gegen das stärkste an, die S1000XR.

Die kleine durfte ich schon bei der Premiere in Barcelona um den Montserrat jagen und es war ein wirklich großer Spaß. Sehr gespannt bin ich auf die XR, die Potenz des verbauten 1000er-Vierzylinders durfte ich in der ungezügelten Fassung ja bereit beim Alpenblitz 2016 in Form der S1000 RR erleben.

Donnerstag Morgen treffen sich dann sieben Menschen auf einer Tankstelle im Südosten von München in leicht hibbeliger Vorfreude, because Motorradtour. Die Kettenritzel-Crew hat dieses Jahr ein paar neue Mitglieder, es ist auf jeden Fall die größte Gruppe, die sich bisher zu einer meiner Touren versammelt hat.

Das Ziel ist bekannt, wie werden nach Slowenien fahren, die Route hatte ich Euch im Januar bereits vorgestellt. Machte mir die Wettervorhersage in den letzten Tagen noch etwas Sorge ob der vielen angesagten Gewitter, scheint es sich gerade etwas zu beruhigen. Ganz trocken werden wir wohl nicht durchkommen, aber das muss ja auch nicht. Hauptsache mit lustigen Menschen Motorrad fahren!

Wir werden von unterwegs hauptsächlich auf Instagram posten, folgt da gerne dem Häschtäg #alpenblitz218. Und ich muss jetzt los, weiterpacken!

Siggis Giro d’Italia: das Finale der Tour

Tag 29 und 30 – L’Aquila – Civitavecchia: Letzter Tag meines Giro d’Italia

Das kann nicht sein, mein letzter Tag meines Giro d’Italia kann nicht mit Regen beginnen. Tut er auch nicht, zum Glück habe ich mich getäuscht und beim Blick aus dem Fenster zwar dichte Wolken gesehen, aber auch gleichzeitig den plätschernden Brunnen im Innenhof. Puh, Glück gehabt. Nach einem spärlichen italienischen Frühstück mache ich mich bei 13 Grad auf den Weg zum meinem heutigen Ziel, den Fährhafen Civitavecchia.

Und welche Strecke ? Ich befrage mal das Navi. Dies möchte mich dicht an Rom heranführen. Auf keinen Fall ! Also als Wegpunkt nördlich von L‘Aquila die Stadt Rieti eingegeben. Der neue Tourenvorschlag nach der Neuberechnung sieht schon deutlich besser aus und los geht’s erst einmal durch den bereits dichten Samstags-Einkaufs-Verkehr raus aus der Stadt und dann rein in die Berge. Das Grau am Himmel ist jetzt einigen wenigen Wolken gewichen, die sich um die Bergkämme legen und selbst in der Morgensonne „dahinschmelzen“.

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Siggis Giro d’Italia: zurück auf dem Festland

Tag 27 – Maratea – Campobasso: Mein Navi und ich – eine Hassliebe

Ich öffne die Augen und das hören Meer rauschen – träume ich noch oder bin ich doch schon wach ? Bei solchen Geräuschen fällt das Aufstehen und Packen doppelt leicht. Anschließend ein Frühstück mit Blick aufs Meer – hier könnte ich durchaus noch ein paar Tage bleiben. Aber die Fähre ist am Samstag gebucht und somit gilt es die nächste Etappe nach Campobasso unter die Räder zu nehmen.

Eigentlich sagt jeder, dass man die Amalfi-Küstenstraße fahren soll – aber auch fast jeder berichtet von dem Verkehrschaos dort. Also gebe ich als Zwischenziel erst einmal Agropoli ein und lasse die Einstellung „kurvenreiche Strecke“ und entscheide dann vor Ort, wie ich weiterfahren will. Das Navi will mich nach ein paar Kilometern gleich in die Berge schicken, aber ich hatte doch eigentlich vor, zumindest den ersten Teil der Strecke noch das blau des Meeres zu genießen. Bis Ispani bleibe ich auf der SS18 gebe dann dem Navi nach und es geht in die Berge. Tolle kurvige – überwiegend gut befahrbare – Straßen und viel Natur und immer wieder Fernblicke bis an Meer. Gutes Navi.

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Siggis Giro d’Italia: Rund um den Etna und Abschied von Sizilien

Tag 25 – Nicolosi -Messina: Etna und wenn (meine) Theorie und Praxis nicht immer zusammenpassen

Gestern habe ich mir gesagt: Einfach nicht aufregen, wenn es ein paar Tropfen Regen gibt. Das dachte ich mir auch heute früh, obwohl es sehr sehr viele Tropfen waren. Aber bis zum Frühstück hatte es wieder aufgehört und ich konnte dieses im Beisein der Chefin genießen – ein Vulkan an Freude und Redebedürfnis sprühte schon am frühen Morgen, was aber sehr kurzweilig und informativ war.

Bei kühlen 15 Grad wollte ich heute den Etna erklimmen – allerdings mit dem Motorrad bis zum Rifugio Sapienza – der Mittelstation sozusagen. Dort oben wollte ich dann adhoc entscheiden, ob ich eine Tour bis zum Gipfel buche. Schon bei der Anfahrt zum Rifugio verwarf ich diese Überlegungen, denn die Wolken wurden permanent dichter und dunkler. Trotzdem war die Auffahrt ein Erlebnis zwischen den erkalteten Lavaströmen. Apropos kalt, bis zum Rifugio sank die Temperatur auf doch frische 8 Grad, aber kein Wunder in 1935m Höhe.

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Siggis Giro d’Italia: benvenuti in Sicilia

Tag 22 – Palermo – Sciacca: Sizilien ist irgendwie anders

Heute früh wurde ich durch das sonore Brummen der Schiffsdiesel geweckt. Schnell waren die wenigen Klamotten zusammengepackt und mit einem Cappuccino an Deck die Morgenstimmung und anschließend die Einfahrt in den Hafen von Palermo genossen. Kurz vorm Anlegen dann in den Bauch der Fähre, die Tasche rein in den Koffer und die Rampe runter – ERSTER von der Fähre und von 22 Grad im Hafen empfangen. Puh ist das warm, wenn man eben noch eine frische Meeresbrise gewohnt ist.

Erst mal raus aus der Stadt. Kein leichtes Unterfangen, so groß wie dieser sizilianische Hafenmetropole ist. Es herrschte schon früh um 09:00 Uhr ein reges Gewusel und Treiben mit regem Straßenverkehr und vielen Obst-/Gemüse- und Blumenhändlern, die gerne mal in zweiter Reihe oder an „unmöglichen Ecken“ parkend ihre Ware feilboten. Aber Dank Navi ging das dann doch recht gut und schon ging es westlich entlang der Küste über Capaci – Terrasini – Castellammare zum Capo San Vito. Der erste Eindruck nach ca. 30 Kilometern: Wo bin ich hier gelandet ? Auf der Müllkippe ? Erschreckend, wie man/frau hier mit der Natur umgeht. Überall Müll am Straßenrand, bei einer Tunneldurchfahrt türmte sich Müllsack an Müllsack zwischen alten Autoreifen und sonstigem Unrat zu beiden Seiten an den Tunnelwänden. Viele Bauruinen und die Straßen sind auch nicht so der berauschend (immer im Vergleich zu den letzten Eindrücken auf Sardinien). Dazu kommt eine stetiger Rauchgeruch vor irgendwelchen kleinen Müllfeuern in der Nase.

Wie heißt es so schön: Jeder hat eine zweite Chance verdient! Diese hat Sizilien auch genutzt, denn je weiter ich mich von Palermo entfernt habe, desto besser wurden die Straßen und auch der Müll wurde weniger. Und die Natur hat auch ihren Beitrag zur Stimmungsaufhellung geleistet. Angekommen im Hafen von San Vito gab es ein „Molen-Essen“ und die Welt war so langsam wieder in Ordnung beim Blick auf das klarblaue Wasser und die Sonne im Gesicht.

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Siggis Giro d’Italia: die letzten Tage auf Sardinien

Tag 19 –Olbia – Arbatax: Landschaftliche Krönung der Sardinien-Rundfahrt auf der SS125

Gaaanz entspannt in den Tag starten, die Klamotten auf dem Mopped verstauen und dann frühstücken mit einem Blick hinaus aufs Meer. Mit diesem Start in den Tag begann eine beeindruckende Fahrt durch die Landschaft Sardiniens bei wieder angenehmen 18 Grad am Golfo Aranci (Olbia).

Schnell habe ich die Hafenstadt Olbia hinter mir gelassen und mich direkt der Ostküste zugewandt. Die SS125 sollte heute überwiegend den Tag bestimmen. In San Teodoro habe ich sie trotzdem kurz für einen Abstecher auf die Küstenstraße verlassen, aber in Budoni bis Postada wieder unter die Räder genommen.

Hinter Postada ging es links in die Berge und Sardinien hat wieder einmal bewiesen, warum es so schön ist hier mit dem Motorrad Urlaub zu machen: Kurven, Kurven, Kurven, beste Straßen, (derzeit) so gut wie kein Verkehr auf der Straße, BEINDRUCKENDE und abwechslungsreiche Landschaften wohin das Auge schaut. Über Torpe ging es vorbei am Lago di Posada Richtung Lode. Was für ein Erlebnis durch die Serpentinen gen Himmel zu fahren und dann von oben den Blick hinab ins weite Tal auf den See und die vielen Kurven. Grandios.

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Siggis Giro d’Italia: Sardinien, Teil IV

Tag 18 – Alghero – Olbia: Ende des gemeinsamen „Giro d’Sardegna“ – ab jetzt wieder Solo-Fahrer

Um mit den bekannten Worten (in leichter Abwandlung) von Louis de Funès in den Tag zu starten: Regentropfen ? – Nein – Doch – Oooooh ! Kaum zu glauben aber wahr – alles nass draußen und es tröpfelt noch leicht. So begann der heutige Morgen. Aber was solls, es kann ja nur besser werden. Also gemütlich und ausgiebig gefrühstückt, Klamotten in Ruhe in den Koffern und der Tasche verstaut und die Moppeds bepackt. Und siehe da, der Wettergott hat ein Einsehen mit uns und hat meinem Mitfahrer Nils ein Abschiedsgeschenk für seinen letzten Tag auf Sardinien gemacht, indem es aufgehört hat zu regnen, als wir losfuhren zu unserem heutigen Tagesziel Olbia.

Bis Olbia hatten wir uns die Nordküste Sardiniens vorgenommen und so führte uns der Weg erst einmal von Alghero über Sassarie und Sennori nach Castelsardo. Kurz nach Sassarie bis Sennori hingen die Wolken so tief, dass wir im leichten Nebel fuhren und befürchteten, dass es jeden Moment anfängt zu regnen. Aber je näher wir der Küste kamen, um so besser wurde das Wetter und kurz vor Castelsardo schafften es sogar einige Sonnenstrahlen durch die dicken Wolken. Ab da war dann auch Schluss mit Küstenstraße düsen, da die Straße gen Castelsardo gesperrt ist (Nachtrag zu gestern: auch von Castelsardo gen Porto Torres ist die Straße derzeit gesperrt). Somit ging es ab in die Berge, vorbei am Steinernen Elefant bis Badesi, wo die Straße gen St. Teresa erneut gesperrt war und wir durch die Berge der Umleitung auf engen Straßen folgten. Zurück auf der SP90 konnten wir zügig in langgezogenen Kurven bis Ciuchesu düsen. Dort haben wir uns nach rechts sprichwörtlich „in die Büsche geschlagen“. Auf einer schmalen Straße – zu Beginn gesäumt von meterhohem Schilf – ging es vorbei am Monte Pauloni später durch eine rauhe Felslandschaft bis fast nach Porto Pozza.

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Siggis Giro d’Italia: Sardinien, Teil III

Tag 16 – Cagliari – Alghero: Einmal von Süd- nach fast Nord-Sardinien

Von Cagliari nach Alghero sind es auf direktem Weg insgesamt 165 Kilometer – für manche eine Ganztagestour. Trotzdem wollten wir aber mehr als nur „Autobahn“ fahren. Daher beschlossen wir uns nicht lange mit einen Frühstück aufzuhalten, sondern haben uns in der Bäckerei ums Eck etwas Süßes geholt, einen Kaffee dazu und die Tourplanung dahingehend festgelegt, dass wir bis Oristano erst mal „Strecke machen“ wollten. Gesagt getan, also rauf aufs Mopped und bei angenehmen 16 Grad die Autostrada E25 bis kurz vor Oristano geschrubbt.

In Sta Giusta haben wir kurz in einem Supermarkt die Mittagsverpflegung gekauft und dabei noch die Aufstellung eines Festzuges miterlebt, um dann flott über kurvige Landstraßen via S’Archittu in die Berge nach Cuglieri zu fahren. Durch enge Gassen und einen steilen Anstieg sind bis vor die örtliche Basilika gefahren. Nach einer Besichtigung haben wir uns mit unserem Proviant versorgt und dabei einen traumhaften Blick bis an Meer genossen – Einfach ist manchmal einfach schön und lecker.

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