Fuhrpark

Zweiräder fahre ich, seitdem ich 1988 den Führerschein machte. Vor 2012 waren das 50er Vespas, dann konnte ich mich endlich dazu aufraffen, den Motorradführerschein zu machen, um auf großvolumigere Moppeds umzusatteln.

Meine bisherigen fahrbaren Untersätze waren bzw. sind:

Kettenritzel 01: Vespa V50N Special, Baujahr 1977

vespa_v50_1

Meine erste Smallframe-Vespa übernahm ich von meiner älteren Cousine, nachdem die diese nicht mehr fuhr und sie bei meinem Onkel im Schuppen rumstand. Im zeitgenössischen 70er-Jahre-Orange begleitete sie mich gut durchs Studium. Zur Überwindung des Stuttgarter Talkessels musste sie sich kleineren Stärkungsmaßnahmen unterziehen in Form eines 75er Polini-Zylinders und eines Polini-Sportauspuffes. Zur Finanzierung meines ersten Autos musste ich sie leider verkaufen. Was ich natürlich bis auf den heutigen Tag bereue.

Kettenritzel 02: Vespa V50, Baujahr 1973

Enzo

Meine zweite Smallframe kaufte ich mir in Hamburg. Nach dem Studium im ersten Job war wieder etwas mehr Kohle auf dem Konto, mit der ich die blaue Smallframe – genannt „Enzo“ – etwas umfangreicher aufbauen konnte. Es wurden dann ein 133er Polini mit Membran-Ansaugstutzen, polierte Überströme, Sportkurbelwelle und einem Bananenauspuff einer 125er PV. Enzo war eine echte Rakete, aber unzuverlässig wie ein Jaguar XJS aus den 70er-Jahren. Letzeres war dann auch der Grund, Enzo zu verkaufen, da er als Daily Driver absolut untauglich war. Der neue Besitzer wurde ein Hamburger Werber, der mir dafür unverschämt viel Geld zahlte.

Kettenritzel 03: Vespa ET2, Baujahr 1999

ET2

Als Übergangsgefährt suchte ich nach was unprätentiösem, das mir so lange dienen sollte, bis ich ein neues Smallframe-Projekt starten würde. Ich fand eine Vespa ET2 mit 3.000km und nur 1,5 Jahren auf dem Buckel, die aufgrund einiger optischer Mängel sehr günstig für 700 € zu bekommen war. Daß die Übergangsphase mehr als 10 Jahre dauern sollte, konnte ja keiner ahnen. Bei Verkauf der ET2 gelang mir das Kunststück, den Roller für 300 € mehr zu verkaufen als ich seinerzeit dafür bezahlt hatte; 10 Jahre und 30.000 km später!

Kettenritzel 04: BMW F650 GS, Baujahr 2002

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Als ich dann 2012 meinen Motorradführerschein machte, hatte ich die BMW bereits drei Monate in der Garage stehen.  So schön ich auch die klassischen Motorräder wie eine Triumph Bonneville oder eine Royal Enfield finde, ich brauchte ein Arbeitstier für den täglichen Gebrauch. An der F650 schätze ich die Optik, die Doppelauspuffanlage sieht super aus, der Einzylinder-Bollersound macht Gänsehaut und sie ist super zu fahren. Letzeres konnte ich persönlich erst erfahren, als meine in der Garage stand, aber mein Freund Ingo – passionierter Zweiradfahrer und auch mal Besitzer einer F 650 GS Dakar – bestätigte mich in meiner Meinung.

Auf einer der gängigen Onlinebörsen fand ich dann meins, zwar dritte Hand, zehn Jahre alt, aber optisch wie aus dem Katalog, nur 16.700 km gelaufen zu einem super Preis. Nachteil: sie stand in Witten, von Berlin gerade nicht um die Ecke. Aber besagter Kumpel Ingo wohnt nicht weit davon entfernt und war gerne bereit, sich den Hobel mal anzuschauen. Der Besitzer führ sie als Zweitmotorrad, er besaß noch eine BMW R 1200 GS, die er zumeist ausführte. Nach der Probefahrt meinte Ingo zu mir am Telefon: “Wenn Du sie nicht kaufst, nehme ich sie!” Das war mir Bestätigung genug: zugeschlagen, Kauf abgewickelt und für schlappe 160,00 € nach Berlin spediziert. Großartig. Und im ersten Jahr zusammen haben wir schon knapp 10.000 km zusammen abgeritten.

Im Juli 2016 verkaufte ich sie wieder nach gemeinsamen 17.700 Kilometern, die uns u.a. ins Riesengebirge, Erzgebirge, den Thüringer Wald und auf vielen Tagestouren nach Brandenburg und Polen führten. Der Abschied vom ersten Motorrad fällt genau so schwer wie von der ersten Vespa. Aber das Leben ist zu kurz für nur ein Motorrad. Mal schauen, was folgt.

Kettenritzel 05: Vespa GTS 300 Super, Baujahr 2010

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Nach einem Jahr BMW fahren kam in mir wieder der Vespa-Fahrer durch. Die BMW fahre ich super gerne auf Tour, für das tägliche Gewühle durch den Berliner Stadtverkehr war sie mir aber etwas zu sperrig. So machte ich mich auf die Suche nach einer 300er Vespa. Zunächst liebäugelte ich mit dem SuperSport-Sondermodell in titangrau, aber gebraucht waren und sind die für anständiges Geld nicht zu bekommen. Also erweiterte ich das Suchraster auf alles, was eine 300 im Namen trug. Schlussendlich hatte ich großes Glück, eine schwarze Vespa GTS 300 Super für einen sehr guten Preis zu bekommen. Der Vorbesitzer tat sich mit dem Verkauf des Rollers sehr schwer, aber er brauchte das Geld für eine bereits bestellte Enduro. Als ich ihn überzeugen konnte, daß sie in gute Hände kommen würde, war der Deal perfekt. Seitdem brate ich mit ihr durch den Berliner Stadtverkehr und geniesse den Schub des 22PS-Aggregats, sogar die Gattin ist begeistert. Auf die 13.000 km beim Kauf kamen innerhalb von ein paar Monaten auch schon 2.500 km mehr auf den Tacho. Im Juli 2016 durchbrachen wir die 30.000er-Schallmauer.

Kettenritzel 06: Honda CJ 250T, Baujahr 1977

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Kurz vor Weihnachten 2015 gesellte sich diese alte Honda in meinen Fuhrpark. Für unverschämt wenig Geld und noch einigen Monaten TÜV auf der Uhr kann man das mal machen, dachte ich. Seitdem steht sie mehr als sie fährt. Aber ich lerne neue Dinge wie Tank entrosten, Vergaser revidieren und synchronisieren und sich mit alten Kabelbäumen anfreunden. Ein Langstreckenrenner ist sie noch nicht, aber zumindest ist sie im Juni frisch betüvt worden und das eine oder andere Mal habe ich mich mit ihr schon aus dem Berliner Stadtgebiet rausgetraut.

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8 Gedanken zu “Fuhrpark

  1. Pingback: Der Fuhrpark | kettenritzel.cc

  2. Wow, toller Fuhrpark! Ich habe mir in 2013 meine erste Vespa gekauft. Eine LX 50 in schwarz. Fährt sich echt super! Klar, es sind nur 50ccm, trotzdem macht das Fahren absolut Spaß. Mittlerweile habe ich 640 km verfahren. In diesem Jahr wird dann richtig geknattert 😉 Momentan steht die kleine Diva in der Garage und wird von meinem Audi bewacht… Ihr ist’s zu ungemütlich draußen 😉

  3. Die LX50 ist wirklich ein schönes Teil. Auch wenn Vespas mehr kosten als andere, vergleichbare Roller, das Geld bekommst Du beim Wiederverkauf dicke wieder raus!

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