Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

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Stilfser Joch neu erzählt: „Abseits der Kehren“ zeigt, was man auf dem Motorrad nie sieht

Wenn man oft genug über den Stelvio gefahren ist, glaubt man irgendwann, man hätte den Pass verstanden. Ich dachte das auch. Bis ich den fertigen Film Stilfser Joch – Abseits der Kehren gesehen habe. Jürgen Theiner kennt den Berg wie kaum ein anderer, klar. Aber was der Film zeigt, geht weit über die typische Motorradperspektive hinaus. Plötzlich rückt nicht die Straße in den Mittelpunkt, sondern all das, was man im Vorbeifahren übersieht: die Geschichten, die Narben, die Spuren der Zeit. Und genau deshalb fühlt sich der Film an wie ein neuer Blick auf einen Ort, den man zu kennen glaubte.

Der Film lässt die gewohnten Stelvio-Bilder schnell hinter sich. Keine Selbstdarstellungs-Romantik, kein Serpentinen-Fetisch. Stattdessen öffnen Jürgen und Filmemacher Alex Milz Räume, die man fahrend nie betreten kann. Es wird klar, wie radikal die Geschichte dieser Straße eigentlich ist. Carlo Donegani und seine Arbeiter haben das Ding vor 200 Jahren in den Berg gezimmert – gegen Widerstände, mit Menschen, die unter Bedingungen gearbeitet haben, die heute eher nach „unmöglich“ klingen würden. Der Film erzählt das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch Stimmen und Orte, die mehr sagen als jede Dramamusik.

Richtig eindrücklich wird es, wenn die Erzählung in den Ersten Weltkrieg springt. Dass die Frontlinie direkt über die Passhöhe verlief, liest man immer wieder – aber im Film bekommt das Gewicht. Die Reste der Stellungen, die Schützengräben, die Fundstücke im Geröll: Plötzlich ist man gedanklich nicht mehr auf einer der bekanntesten Motorradstraßen Europas unterwegs, sondern an einem Ort, an dem Geschichte im Fels steckt. Arthur Gfrei erzählt davon mit einer Ruhe, die mehr unter die Haut geht als jede Pathos-Erzählung.

Was mich selbst am stärksten getroffen hat, ist der Blick auf die Veränderung des Berges. Der Ortler-Gletscher, der einst bis ins Tal reichte, ist heute nur noch ein Rest. Das sieht man fahrend nicht – der Film zeigt die Spuren, die Felsen, das kahle Gestein, das in den letzten Jahrzehnten freigelegt wurde. Und dann die Szene an den Drei Brunnen: Die Wallfahrtskirche, halb verschüttet, umgeben von Geröll, das der Berg heute ungebremster ins Tal drückt als früher. Keine Übertreibung, keine apokalyptische Rhetorik. Einfach Realität. Und sie wirkt.

Beim Schauen habe ich mich selbst gefragt, ob ein 45-Minuten-Film über einen Alpenpass nicht irgendwann hängen bleibt. Tut er aber nicht. Im Gegenteil. Es ist spannend zu sehen, dass der Motorradteil nicht versucht, im Vordergrund zu stehen. Er ist da, aber nie Mittelpunkt. Selbst das Elektromotorrad wirkt nicht wie ein „Schaut mal, wie modern wir sind“-Signal, sondern einfach wie ein natürlicher Teil der Szenerie. Fast schon folgerichtig für einen Ort, an dem das Motorengeräusch oft eh im Wind verschwindet.

Das historische Filmmaterial fügt sich harmonisch ein. Es ist kein Rückblick, sondern ein Baustein der Gegenwart – weil es erklärt, warum die Gebäude aussehen, wie sie aussehen, und warum der Trubel, der oben herrscht, eben kein Zufall ist. Was der Film gut hinbekommt: Er bewertet das nicht. Der Pass ist laut, er ist voll, er ist manchmal anstrengend. Aber er lebt davon. Und wer ihn früh morgens oder spät abends erlebt hat, weiß, dass die Ruhe genauso dazugehört wie der Rummel.

Schön ist auch, wie selbstverständlich der Film den Übergang nach Bormio einbindet. In wenigen Kilometern wechselt die Sprache, die Landschaft, die Architektur. Es fühlt sich an wie ein Sprung in eine andere Welt – und zeigt, wie sehr der Stelvio Verbindung und Grenze zugleich ist.

Am Ende bleibt ein Film, der den Pass nicht verklärt. Er zeigt die Schönheit, aber auch die Brüche. Er zeigt die Straße, aber auch das, was unter ihr liegt – im wörtlichen wie im historischen Sinn. Für mich ist „Abseits der Kehren“ deshalb kein Motorradfilm, sondern eine Dokumentation über einen Ort, der viel mehr ist als seine 48 Kehren.

Wenn Du jetzt auch Lust bekommen hast, den Stelvio wieder mal zu befahren, in meinen Tourentipps findest Du viele spannende Routentipps für die Alpen und darüber hinaus.

Nachglühen im Craftwerk Berlin – Motorrad-Geschichten, die den Sommer verlängern

Im November verwandelt sich das Craftwerk Berlin in einen Reisesalon für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Unter dem Titel „Nachglühen – dem Sommer auf der Spur“ läuft dort eine neue Vortragsreihe, die jeden Freitag zwei Motorradreisende auf die Bühne bringt. Sie erzählen ehrlich und ungeschminkt von ihren Touren, vom Staub Südamerikas bis zum Nebel am Nordkap.

Am 7. November eröffnen Christie Sacco und Jo Fischer die Reihe. Christie war allein in Lateinamerika unterwegs. Ihr Vortrag „Solo Latin America“ zeigt die raue Seite des Reisens: Dschungel, Anden, Schokoladenfelder und das Gefühl, irgendwo anzukommen, ohne anzuhalten. Jo Fischer erzählt in „Balkan 2.6“ von seiner Liebe zu Land und Leuten zwischen Kroatien, Bosnien und Albanien. Was als kurzer Fotoausflug begann, wurde zu einem Jahrzehnt voller Geschichten über Licht, Schatten und Schnaps.

Am 14. November geht es weiter mit Casper van der Ven und Cäthe Pfläging, die durch den Westen der USA gefahren sind – Highways, Canyon Roads und offene Horizonte. Danach nimmt Christian Kampmann das Publikum mit nach Alaska und Kanada. Seine Tour führt durch Einsamkeit, Regen und Schotter – und zeigt, warum manchmal gerade die Kälte das Herz wärmt.

Am 21. November bin ich selbst Teil der Reihe. In meinem Vortrag „Ode ans deutsche Mittelgebirge“ geht es von Berlin über Harz, Rhön, Spessart, Taunus, Bergisches Land und Vogelsberg. Keine Alpen, keine Höhenrekorde, aber viel Motorradkino zwischen Regen und Sonne, Asphalt und Schotter. Es ist eine ehrliche Reise durch die Mitte Deutschlands, mit Begegnungen, kleinen Pässen und Momenten, die zeigen, wie schön Nahreisen sein kann.

Nach mir spricht Maria Köpf über „The Fast Ones“. Sie ist Filmemacherin und Motorradfahrerin und erzählt von Geschwindigkeit, Stil und den Menschen hinter dem Gasgriff. Der gemeinsame Abend verbindet zwei Perspektiven – die leise Faszination für Kurven und Landschaften und die Energie des Motorsports.

Den Abschluss der Reihe am 28. November gestalten Karsten Merz mit seiner Tour zum Nordkap und das Duo Daniel Schöps und Ramon Pallaske, die Rumänien mit ihren Motorrädern erkundet haben. Zwischen Nebel, Karpaten und Dreckspur zeigen sie, was echtes Abenteuer bedeutet.

„Nachglühen“ im Craftwerk Berlin ist kein Hochglanzprogramm, sondern ehrliches Erzählen. Geschichten, die nach Benzin, Regen und Fernweh riechen. Jeden Freitag im November, jeweils zwei Vorträge, viel Inspiration und kaltes Bier.

Road2Rally – ein Einsteigerleitfaden für Rallye & Roadbook

Manchmal beginnt ein Abenteuer mit einer simplen Frage: Wie fange ich eigentlich an? Genau hier setzt Christoph Sautter an. Mit Road2Rally – Einsteigerleitfaden Rallye & Roadbook hat er das Buch geschrieben, das er sich selbst zu Beginn seiner Rallye-Reise gewünscht hätte. Kein Hochglanz-Magazin, sondern ein ehrlicher, praxisnaher Begleiter für alle, die den Traum vom Rallyefahren endlich angehen wollen.

Vom Kindheitstraum zum Rallye-Fahrer

Chris kam nicht aus einer Motorsportfamilie. Motorradfahren war kein Thema, aber die Faszination Rallye Dakar hat ihn nie losgelassen. Über Umwege, eine Honda Dominator und viele lehrreiche Kilometer fand er schließlich den Weg in den Rallyesport. Heute ist er nicht nur Fahrer, sondern auch die Stimme hinter Dakar.FM, dem bekanntesten deutschsprachigen Rallye-Podcast.

Im Gespräch mit uns im TwinSpark Motorrad Podcast erzählt Chris, wie alles begann – von der ersten Ausfahrt auf der quietschbunten Dominator bis zu den ersten Roadbook-Kilometern in Südafrika. Er spricht offen über Rückschläge, über mentale Stärke und darüber, was passiert, wenn man sich endlich traut, loszufahren. Seine Geschichten von der Bosnien Rally, der Pharao Rally in Ägypten und dem Transitalia Marathon zeigen, wie nah Abenteuer und Überforderung beieinander liegen – und wie man daran wächst.

Das Buch: Mehr als ein Leitfaden

In Road2Rally – Einsteigerleitfaden Rallye & Roadbook bündelt Christoph alles, was er selbst mühsam herausfinden musste. Das Buch erklärt, wie man ein Rallye-taugliches Motorrad vorbereitet, welche Ausrüstung wirklich zählt, wie Navigation per Roadbook funktioniert und welche Events sich für den Einstieg eignen. Unterstützt wird er dabei von erfahrenen Dakar-Piloten wie Tobias Ebster, Mike Wiedemann, Willem Avenant und Justin Gerlach, die ihre eigenen Tipps und Erfahrungen beisteuern.

Das Buch ist kein Technik-Manual, sondern eine Einladung. Rallye wird hier nicht als exklusiver Profi-Sport verstanden, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die Abenteuer, Freiheit und persönliche Entwicklung suchen.

Roadbook2Rally – die Plattform zum Buch

Parallel zum Buch betreibt Christoph die Website Roadbook2Rally, die inzwischen zu einer wichtigen Anlaufstelle für Rallye-Fahrer geworden ist. Dort gibt es einen internationalen Rallye-Kalender, Trainingsübersichten und bald auch ein Rallye-Pedia mit Begriffserklärungen, Checklisten und Guides. Wer tiefer in die Szene eintauchen will, findet hier den richtigen Einstieg.

Zu Gast im TwinSpark Podcast

In unserer Podcastfolge mit Christoph spricht er über seine ganz persönliche Road2Rally: über Zweifel, erste Stürze, seine Faszination für die Wüste und den Moment, als er in Südafrika sein erstes Roadbook in der Hand hielt. Er erzählt, warum Rallye-Fahren auch mentale Arbeit ist, wie aus Rückschlägen Stärke wird – und wie man aus einem Traum ein Buch macht.

Fazit: Ein Buch für Träumer und Starter

Wer schon lange überlegt, wie man in den Rallyesport einsteigen kann, findet in Road2Rally – Einsteigerleitfaden Rallye & Roadbook einen ehrlichen, motivierenden und fachlich starken Einstieg. Es ist kein Lehrbuch, sondern eine Einladung, sich auf den Weg zu machen.

Das Buch ist seit September 2025 erhältlich, unter anderem bei Amazon. Und wer nach dem Lesen direkt Lust bekommt, selbst ins Rallye-Abenteuer zu starten, findet auf Roadbook2Rally alle Infos zum ersten Event.

Du bist neurierig geworden und willst ins Offroad fahren reinschnuppern? Dann kannst Du Dich hier über Offroadtrainings in Deutschland informieren.

Das Stilfser Joch – Abseits der Kehren. Der Film.

Es gibt Straßen, die sind mehr als Asphalt und Kehren. Das Stilfser Joch gehört für mich dazu. Für Jürgen Theiner, Autor von MotorProsa, ist es sogar sein Hausberg. Immer wenn ich ans Stilfser Joch denke, ist mir sein Satz „vor neun, nach vier“ sehr präsent. Eine einfache Regel, die viel über den Stelvio verrät: Früh morgens oder spät am Nachmittag zeigt er sich von seiner schönsten Seite – frei von Kolonnen, still, beinahe intim. Diese besondere Beziehung zum Pass hat Jürgen in zahllosen Geschichten aufgeschrieben, zuletzt auch in seinem Buch. Nun ist daraus ein Filmprojekt geworden: „Das Stilfser Joch – Abseits der Kehren“.

Motorradtouren Alpen – Serpentinen am Stilfser Joch

Die Idee dazu entstand wie so oft bei guten Projekten aus spontanen Gesprächen. Filmemacher und Motorradreisender Alex Milz schrieb Jürgen an, beide verstanden sich auf Anhieb. Sein Werk „Griechenlands vergessene Dörfer“ hatte Jürgen nachhaltig beeindruckt – und so war der Gedanke schnell geboren, den Stelvio aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Als Kulturraum, Naturdenkmal und Heimat.

Die Recherchen begannen im Frühjahr 2024. Weil der Pass noch gesperrt war, durchstreiften Alex und Jürgen eine Woche lang das Tal, suchten Orte, sammelten Geschichten, verwarfen Drehbücher und füllten Notizbücher. Sie trafen auf Arthur Gfrei, wohl den besten Kenner der Stilfserjochstraße, der nicht nur sein Buch, sondern auch ein riesiges Archiv öffnete. Mit ihm ging es sogar hinauf zu den Resten alter Soldaten-Baracken aus dem Ersten Weltkrieg. Diese historische Dimension fließt ebenso in den Film ein wie die Begegnungen mit Einheimischen, Gastronomen, Hoteliers und Fahrern, die alle ihre eigene Geschichte mit dem Joch haben.

Unterstützt wurde das Projekt von vielen lokalen Partnern, selbst das Filmmaterial vom Bau der Tibet-Hütte fand den Weg ins Projekt. Aus all dem entstand ein Mosaik, das die bekannte Straße in einem ganz neuen Licht zeigt. Der Film zeigt, was abseits der Kehren passiert, was trennt und verbindet, wie Natur und Geschichte bis heute wirken. Er ist Einladung, das Stilfser Joch anders zu sehen: nicht als sportliche Herausforderung oder Selfie-Hotspot, sondern als Verbindung zwischen Regionen und Kulturen, als Denkmal und Mahnmal zugleich.

Seine Premiere feiert der Film am 3. Oktober 2025 an symbolträchtigem Ort: in der Tibethütte, hoch oben mit Blick auf die legendären Serpentinen. Wer dort schon einmal übernachtet hat, weiß, wie besonders die Stimmung am frühen Morgen oder späten Abend ist. Ich erinnere mich gut an unsere Tour 2022, als wir Jürgen dort trafen. Er war abends noch hochgefahren, um mit uns zu essen. Am nächsten Morgen standen wir um 05:00 Uhr auf um den Sonnenaufgang über dem Ortler zu geniessen und das Gefühl war unbeschreiblich. Genau dieses Gefühl transportiert der Film.

Am 4. Oktober folgt die öffentliche Vorführung im Besucherzentrum aquaprad in Prad am Stilfser Joch, Beginn ist um 19:30 Uhr. Alle Interessierten sind eingeladen.

Der Trailer gibt schon einen guten Eindruck. Keine Hektik, keine lauten Effekte – stattdessen ruhige Bilder, die Atmosphäre atmen lassen. Hier anschauen:

Movie Night im Craftwerk: Angels of Dirt

Am Freitagabend wird im Craftwerk Berlin der Dokumentarfilm Angels of Dirt gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte von Charlotte Kainz, einer jungen Flat-Track-Rennfahrerin aus Wisconsin, die in einer männerdominierten Motorsportwelt ihren eigenen Weg ging. Regisseurin Wendy Schneider wird an diesem Abend ebenfalls vor Ort sein.

Charlotte begann im Alter von fünf Jahren auf dem Aztalan Raceway in Wisconsin zu fahren. Ihr Talent und ihre Entschlossenheit brachten sie schnell nach vorn, und sie wurde zu einer der besten Nachwuchsfahrerinnen der US-amerikanischen Flat-Track-Szene. Der Film begleitet sie über 17 Jahre – vom Kind auf der Dreckpiste bis zu ihrem letzten Rennen. Im Jahr 2016 verunglückte sie im Alter von nur 20 Jahren bei einem Rennen in Santa Rosa, Kalifornien.

Angels of Dirt ist ein sehr persönlicher Film. Wendy Schneider begann bereits 2006 mit den Dreharbeiten und kehrte nach Charlottes Tod zum Material zurück. Neben Archivaufnahmen und GoPro-Material von Charlotte selbst kommen auch Familie, Freunde und Weggefährten zu Wort. Es geht um Mut, Gemeinschaft, Leidenschaft – und den Preis, den man für all das manchmal zahlt.

Das Screening am Freitag ist kostenlos. Möglich gemacht wird es durch die Unterstützung von Rev’it! – es gibt für alle Besucher:innen ein kleines Geschenk und einen Drink aufs Haus.

Beginn ist um 18 Uhr, der Film startet gegen 19 Uhr. Wer sich für Motorräder, Rennsport oder einfach gute Geschichten interessiert, sollte vorbeischauen.

Weitere Infos zum Film findest du auf der Facebook-Seite von Angels of Dirt.

Von den ersten Kilometern bis heute: Die Evolution von kettenritzel.cc

Am Tag, als ich meinen Motorradführerschein gemacht habe, begann auch die Geschichte von kettenritzel.cc. Es war mein persönliches Motorrad-Tagebuch – ein Ort, an dem ich meine Erlebnisse auf zwei Rädern festhielt. Anfangs schrieb ich für mich selbst, ohne große Erwartungen. Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Leute fanden den Blog, lasen die Artikel, das und diskutierten mit. Plötzlich war es nicht mehr nur mein Tagebuch, sondern eine Plattform für Austausch und Geschichten rund ums Motorradfahren.

Mit der wachsenden Leserschaft wuchs auch die Themenvielfalt. Testberichte, Touren, Gedanken zur Motorradwelt – kettenritzel.cc entwickelte sich weiter, wurde größer und bekam eine feste Community.

Social Media: Wandel und neue Plattformen

Nach und nach kamen dann Social-Media-Kanäle dazu. Twitter war lange eine Art digitale Kaffeeküche für spontane Gedanken und Diskussionen. Doch mit der zunehmend chaotischen Entwicklung der Plattform unter Elon Musk war für mich irgendwann klar: Das lohnt sich nicht mehr. Also habe ich Twitter gelöscht und mich stattdessen auf andere Plattformen konzentriert.

Instagram bleibt weiterhin der visuelle Begleiter des Blogs – mit Bildern von Touren, Events und neuen Bikes. Und natürlich nutze ich es, um die Inhalte von kettenritzel.cc zu teilen und zu verlinken. Neu hinzugekommen ist eine LinkedIn-Unternehmensseite für das Blog. LinkedIn mag nicht die klassische Plattform für Motorradinhalte sein, aber es gibt dort durchaus eine spannende Zielgruppe für tiefergehende Inhalte rund um Technik, Design und Mobilitätsthemen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Aber während sich der Blog über die Jahre organisch entwickelte, war das Thema Video für mich lange eine Herausforderung. Mein YouTube-Kanal kam erst 2016 dazu – und zunächst hatte ich großen Respekt davor. Bewegtbild ist ein ganz anderes Medium als Schreiben: Aufwendiger, technischer, und die Skills, die ich fürs Bloggen hatte, ließen sich nicht einfach übertragen. Ein gut recherchierter und geschriebener Artikel ist zwar auch Arbeit, aber beim Filmen und Schneiden fehlte mir zunächst das Wissen.

YouTube wächst – und mit ihm neue Möglichkeiten

Doch das hat sich in den letzten Jahren geändert. Vor allem durch den TwinSpark Motorrad Podcast, den wir seit mittlerweile vier Jahren auch als Video-Version auf YouTube veröffentlichen, ist der Kanal stark gewachsen. Die regelmäßige Veröffentlichung von Inhalten hat hier einen klaren Effekt gezeigt: Mehr Reichweite, mehr Follower, mehr Interaktion. Besonders im letzten Jahr haben wir einen deutlichen Anstieg an Kommentaren und Zuschauerbeteiligung gesehen.

Neben dem Podcast haben sich auch kurze Messeberichte als Erfolgsformat herausgestellt. Statt 20-minütiger Rundgänge über eine ganze Messe performen 2- bis 4-minütige Videos zu einzelnen Modellen deutlich besser. Das macht auch Sinn: Wenn jemand Infos zu einem bestimmten Motorrad sucht, will er nicht erst ein langes Video durchsuchen, sondern bekommt direkt die relevanten Inhalte.

Für 2025 nehme ich mir vor, genau in diese Richtung weiterzudenken. Ich werde mit verschiedenen Formaten experimentieren, um herauszufinden, was für mich und meine Community am besten funktioniert. Mehr Reels, mehr kurze Videos, vielleicht auch neue Herangehensweisen an längere Formate.

Ein großes Videoprojekt: Die Gardasee-Tour

Eines der größeren Projekte, die ich mir dieses Jahr vorgenommen habe, ist der Schnitt des gesamten Videomaterials unserer Gardasee-Tour von vor zwei Jahren. Das liegt immer noch ungeschnitten herum – was schade ist, denn wir haben damals wirklich schöne Aufnahmen gemacht. Diese möchte ich nun in einzelnen Episoden aufbereiten. Bisher hat es nur zu diesem Kurzvideo gereicht, dass Stephan Schaar geschnitten hatte:

Das wird für mich ein großes Projekt, weil ich in dieser Größenordnung noch kein aufwendiges Reisevideo geschnitten habe. Ich kann noch nicht versprechen, wann die Videos erscheinen, aber ich werde dieses Jahr auf jeden Fall versuchen, sie fertigzustellen.

Zusätzlich möchte ich bei der geplanten Sommertour 2025 von Anfang an mit Bewegtbild im Kopf arbeiten: nicht nur spontan filmen, sondern gezielt gute Aufnahmen produzieren, die später auch im Schnitt Spaß machen und eine runde Geschichte ergeben.

Das Blog bleibt das Herzstück

Aber eines ist klar: Das Blog bleibt. kettenritzel.cc war nie nur ein Nebenprojekt, sondern hat sich über die Jahre als feste Größe in der Motorradwelt etabliert. Und auch wenn Social Media eine große Rolle spielt, sind es die tiefgehenden Kommentare und Diskussionen im Blog, die mir am meisten bedeuten. Die schnellen Likes und Shares auf Instagram sind nett – aber echte Gespräche entstehen dort, wo es nicht nur ums Scrollen geht.

Aber egal im welchen Kanal, der Spaß an Motorrädern und dem Erzählen von Geschichten darüber steht auch zukünftig überall im Vordergrund!

Abenteuer pur: Adventure Country Tracks Montenegro & Albanien feiert heute Premiere auf YouTube

Es ist soweit: Heute Abend um 20:00 feiert der neueste Film der Adventure Country Tracks Serie auf YouTube Premiere. Diesmal nimmt uns das Team mit auf eine Reise durch die wilden Landschaften von Montenegro und Albanien. Der Film verspricht nicht weniger als epische Motorradabenteuer, extreme Trails und unvergessliche Landschaften.

Warum dieser Film ein Muss ist

Die achte ACT-Route stellt erneut alles in den Schatten. Über sechs Tage hinweg navigieren die Fahrer durch die teils gnadenlose Natur, erklimmen einsame Bergpässe und durchqueren abgelegene Dörfer. Dabei werden sie nicht nur von der unberechenbaren Witterung und anspruchsvollen Strecken gefordert, sondern wachsen auch über ihre eigenen Grenzen hinaus. Dieser Film zeigt nicht nur, wie die Fahrer den widrigsten Bedingungen trotzen, sondern auch, wie sie dabei die wahre Bedeutung von Ausdauer und Teamgeist entdecken.

Highlights der Route

Der Film beginnt in Montenegro im Durmitor Nationalpark – einem Ort, der mit seiner schieren Naturschönheit allein schon den Atem raubt. Von dort geht es weiter nach Albanien, wo die Fahrer unter anderem die berüchtigten Trails von „Hellbania“ bezwingen. Ob unwegsame Schotterpfade, tief eingeschnittene Canyons oder das majestätische Berat Castle – jede Etappe ist ein Highlight für sich.

Neben den Herausforderungen gibt es auch Momente der Besinnung: Die Fahrer begegnen den Menschen vor Ort, entdecken kulturelle Schätze und machen unerwartete Erfahrungen – vom improvisierten Reifenwechsel bis hin zum Ritt auf einem Esel. Kein Tag gleicht dem anderen, und genau das macht den Reiz dieser Tour aus.

Meine Begegnung mit Charley Boorman

Vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit, die Vorpremiere des Films in Köln zu besuchen. Und als ob das nicht schon aufregend genug gewesen wäre, traf ich dort Charley Boorman. Ja, den Charley Boorman – bekannt aus Long Way Round und Long Way Down. Seine Begeisterung für das Projekt war ansteckend, und es war faszinierend, seine Gedanken zur Motorradabenteuerwelt zu hören.

Jetzt einschalten!

Also: Popcorn bereitstellen, die Abend frei machen und den Film geniessen. Falls ihr danach Lust bekommen habt, selbst die Koffer zu packen und euch auf ein Abenteuer zu begeben, könnt ihr weitere Informationen zu den ACT-Tracks auf www.adventurecountrytracks.com finden.

Goodbye FUEL

Ich weiss, es war schon seit dem letztem Jahr angekündigt, dass das Magazin FUEL eingestellt werden würde. Der Moment aber, wenn Du die letzte Ausgabe aus den Briefkasten holst und realisierst, dass es nun wirklich zu Ende ist, stimmt einen schon traurig. Neben der CRAFTRAD verkörperte die FUEL einen für mich sehr wichtige Nische im Motorrad-Journalismus. Weniger teutonisch Test & Technik-getrieben sondern viel emotionaler, verspielter und manchmal auch quatschköpfiger. So wie das Benzingespräch, dass Du mit nem Kumpel abends beim Bier in der Schraubergarage hast.

Hermann und Maria Köpf auf Roadtrip nach Bonneville
Kann eine zehn Jahre alte F800 GS einer brandneuen T700 WR das Wasser reichen?

Die FUEL ist eine der Zeitschriften, die Du nach dem Lesen nicht ins Altpapier schmeisst. Sondern ins Regal stellst zu den anderen Ausgaben um später nochmal drin zu schmökern und Dich an den herrlichen Stories ein zweites oder drittes Mal zu erfreuen! Zumindest bei mir sind mehrere Regalmeter mit der Komplettausgabe der CRAFTRAD, der FUEL sowie die RIDE – die gottseidank noch weiter verlegt wird – belegt.

So werde ich auch in Zukunft noch Freude an der FUEL haben, an dieser Stelle seien Dir, Rolf Henniges und der gesamten Redaktion ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Auch wenn diese Magazin nicht mehr ist, hoffe ich auf weitere Lebenszeichen von Euch an anderer Stelle!

Adventure Country Tracks Kroatien – Filmpremiere

Langsam wird es eine Weihnachts-Tradition: wie bereits im letzten Jahr präsentieren uns die Kollegen von Adventure Country Tracks am ersten Weihnachtsfeiertag eine neue Episode. Diesmal waren sie in Kroation unterwegs und präsentieren damit ihre 7. europäische Strecke speziell für Adventure-Bikes.

Wie bereits bei der letzten Tour in UK ist diesmal auch wieder Motorrad-Ikone Charley Boorman dabei. Der Film zeigt, wie die Crew die 835 km lange Strecke zum ersten Mal erlebte und wie die Fahrer und das Material von der Route herausgefordert wurden. Die Strecke, die am Kap Kamenjak beginnt und auf der Insel Hvar endet, führt durch das vergessene Hinterland Kroatiens und bietet nicht nur zusätzliches Adrenalin entlang alter Minenfelder, sondern auch atemberaubende Landschaften, darunter Bergkämme, Wasserfälle und Wälder, die als Kulisse für die berühmten Winnetou-Filme dienten. Mit einem Offroad-Anteil von 65 Prozent ist ACT Croatia eine der anspruchsvolleren Strecken im ACT-Portfolio.

Heute Abend um 20:00 Uhr hat der Film auf YouTube Premiere:

Nach Portugal, Griechenland, Rumänien, Italien, den Pyrenäen und Großbritannien ist der ACT Kroatien die 7. Ausgabe dieses Projekts. Mitglieder können alle GPS-Tracks und so ihr persönliches Abenteuer in Europa planen. Mehr Infos auf der Website des Adventure Country Tracks e.V.: https://www.adventurecountrytracks.com/

Mythos Porsche RS

Ihr kennt das bereits, ab und zu findet auch mal vierrädriger Content den Weg in diese Publikation. Vor allem wenn es um eine Ikone geht wie den Porsche RS. Und wenn einer meiner geschätzten Kollegen dran beteiligt war. Wir reden drei Zahlen und zwei Buchstaben: seit mehr als 50 Jahren trägt der Porsche 911 in all seinen Generationen das RS-Kürzel. Aerodynamik, Leichtbau, Kraft und Balance: RS-Modelle von Porsche sind stets die schärfste Ausbaustufe diesseits der Rennstrecke. Modelle mit diesen Lettern homologieren die Motorsport-Fahrzeuge, begeistern Puristen, bringen Hobby-Rennfahrer an ihre Grenzen oder machen einfach nur unheimlich viel Spaß.

In Zusammenarbeit mit Porsche stellen Constantin Bergander und Fabian Hoberg diese faszinierenden und rasanten Modelle mit technischen Details, vielen Bildern und spannenden Anekdoten aus der Entwicklung vor. Die Fotografien zum und im Buch kommen von meinem Kollegen Peter Besser.

Das Buch erzählt auf 256 Seiten mit mehr als 280 Fotografien die RS-Geschichte des Porsche 911 vom charismatischen Entenbürzel bis zum aufwändigen Drag-Reduction-System, von Dünnblechkarosserien bis zu Türen aus Karbon, vom 2,7-Liter-Vergasermotor bis zum 4,0-Liter-Hochdrehzahl-Aggregat mit starrem Ventiltrieb. Ausführlich recherchiert, kurzweilig erzählt und begleitet von Zitaten der RS-Macher beschreibt das Werk alle RS-Derivate des Porsche 911 vom legendären 911 Carrera RS 2.7 bis zum aktuellen 911 GT3 RS des Typs 992.

Den großformatigen Bildband bekommt ihr für 69,00€ beim Buchhandel Eures Vertrauens oder in diesem Internetz.

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