Touren-Accessoires 2017, Teil 2: Moto-Detail Trekkingrollen

Die Tourensaison ist so langsam vorbei und es ist an der Zeit, die kleinen Details zu reflektieren. Welche Ausrüstung hat sich als gut erwiesen, welche Navi-App hat mich gut ans Ziel gebracht.

Heute geht es ums Gepäck, genauer gesagt um die Moto-Detail Trekkingrollen, die ich dieses Jahr im Einsatz hatte.

Die 

wasserdichten Trekkingrollen gibt es in zwei Größen, die kleinere fasst 30 Liter, die große 50 Liter. In ihrer 

Ausstattung sind sie gleich und verfügen über:

  • einen querliegender Rollverschluss mit Steckschnallen,
  • diverse Verzurrmöglichkeiten,
  • einen gepolsterten Tragegriff,
  • zwei Zurrgurte zum Fixieren am Motorrad,
  • einen abnehmbaren, gepolsterten Schultergurt,
  • verschweißte Nähte, sowie
  • PVC-beschichtetes Textilmaterial.

In Vorbereitung auf die diesjährige Tour hatte ich mir beide Größen gekauft. Mein gesamtes Gepäck für acht Tage fand darin Platz. Nach Übernahme der Testmaschine konnte ich dann sehen, wieviel Gepäck in die Softcases der Tracer 900 passten und was für die Taschen übrig blieb. Am Ende schnallte ich dann die 50 Liter-Tasche mit auf den Soziussitz und ließ die kleine Tasche in Neuss zurück.

Auf den ersten beiden Tourtagen durfte dann die Tasche beweisen, wie es um ihre Resistenz gegen Nässe bestellt war. Es schüttete fast zwei Tage durchgehend wie aus Eimern. Während die Softcases der Tracer ob der Regenmenge kapitulierten, blieben meine Schlüpper in der Rolltasche trocken.

Beim täglichen Ein- und Ausräumen beeindruckte das Fassungsvermögen der Tasche immer wieder. Ein bischen nervig war der Klettriegel, der zwar die Tasche gut verschloss, aber beim Entnehmen der Klamotten gerne mal die Tendenz hatte, die Kleidungsstücke festzuhalten. War alles eingepackt konnte man danke des eingebauten Entlüftungsventils die Klamotten sehr gut komprimieren, was die vom Material eh schon solide ausgelegte Tasche noch kompakter machte. Zurrgurte an den Taschenseiten sowie die Längsgurte mit den Steckschnallen fixierten alles, so daß eine kompakte Rolle auf dem Motorrad verstaut werden konnte.

Auch beim Transport abseits des Motorrades ist die Tasche ein guter Begleiter. Die Polsterungen am Tragegriff und am Schultergurt erfüllen ihren Zweck gut. Praktischerweise passen auch beide vollgepackten Taschen exakt in den Durchstieg meiner Vespa 300 GTS Super. So konnte ich die Taschen auf dem Weg zum Bahnhof auch problemlos transportieren:

Verfügbar sind die Taschen in den Farbkomibationen Anthrazit/Schwarz oder Neongelb/ Schwarz, die Maße sind:

  • 30 Liter, Maße (B x Durchm.): ca. 50 x 27 cm, Gewicht: ca. 870 g,
  • 50 Liter, Maße (B x Durchm.): ca. 60 x 30 cm, Gewicht: ca. 1000 g,

Preislich liegt die kleine Rolle bei ca. 39,99 €, die große bei ca. 49,99 €. Meiner Meinung nach ein sehr fairer Preis für ein sehr gutes Produkt und wenn man sich die Rezensionen anderer Motorradfahrer so durchliest, bin ich mit meiner Meinung nicht alleine.

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Tschüss, kleine Honda

Fast genau zwei Jahre waren wir zusammen. Als Du zu mir kamst, warst Du noch rot lackiert, hattest einen undichten Tank und einige andere Wehwehchen. Ich habe mehr an Dir rumgeschraubt als daß ich mit Dir gefahren bin. Das Tank abdichten und lackieren war eine kleine, aber letztendlich erfolgreiche Odyssee. Den Vergaser hast Du schick bekommen, die Blinker, Brems- und Kupplungshebel neu genau so wie die Kupplung. Sven hat Dir in einer lustigen Werkstattsession den Kotflügelhalter umgebaut, so daß das schicke Aluschutzblech passte. Statt rot erstrahltest Du zuletzt in silber.

Das Ankicken war immer eine kleine Prozedur bei Dir, aber wenn Du fuhrst, hast Du gelärmt wie eine Große. Ich habe mich gefreut über Dich, war beleidigt mit Dir und habe mich auch geärgert. Ich habe aber auch viel gelernt über alte Motorräder und auch meine eigenen Schraubergrenzen erfahren.

Zum rumstehen warst Du zu schade, daher entschloß ich mich, für Dich einen neuen Besitzer zu finden. Und ich habe mich über die Typen geärgert, die zum Probe fahren vorbeikamen und dann mir erzählen wollten wie Scheiße Du bist und was bei Dir nicht alles stimmt. Schließlich bist Du über 40 Jahre alt und warst für einen fairen Preis zu haben.

Aber manchmal muss man eben warten, bis der Richtige kommt. Und seit gestern Abend hast Du mit Krzysztof einen neuen Besitzer und mit Szczecin eine neue Heimat. Viel Spaß auf den polnischen Strassen.

Touren-Accessoires 2017, Teil 1: Alpine MotoSafe Gehörschutz

Die Tourensaison ist so langsam vorbei und es ist an der Zeit, die kleinen Details zu reflektieren. Welche Ausrüstung hat sich als gut erwiesen, welche Navi-App hat mich gut ans Ziel gebracht.

Heute sind der Alpine MotoSafe Gehörschutz dran. Die älteren Modelle hatte ich bereits 2014 im Test, für die diesjährige Tour durch die französischen Westalpen hatte mir Alpine ihr aktuelles Sortiment geschickt:

Hatten die alten Stöpsel noch austauschbare Dämpfungselemente, so kommen die neuen in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen: dem Alpine MotoSafe TourAlpine MotoSafe Race undAlpine MotoSafe Pro (enthält sowohl die Tour als auch die Race Ohrstöpsel). Die Tour-Ohrstöpsel bieten hierbei etwas weniger Dämpfung als das Race-Modell. Natürlich kann der MotoSafeRace auch ausserhalb der Rennstrecke gefahren werden, wenn man beispielsweise mit dem Naked Bike oder mit dem Jethelm unterwegs ist. Das Pro-Set enthält ausserdem noch ein Reinigungsspray. Die Transporttasche ist sehr kompakt, ich habe sie mir gleich am  Motorradschlüssel befestigt, um auch eine visuelle Erinnerung zu haben, die Stöpsel vor Fahrtbeginn einzusetzen.

Die meisten der 3.300 Kilometer auf der Tour fanden zwar auf der Landstrasse statt, aber wir verbrachten auch einige Stunden auf der Autobahn. Bei Reisegeschwindigkeiten um die 130-150 km/h waren die Ohrstöpsel eine Wohltat. Der Geräuschlevel wurde merklich gesenkt und machte das Fahren um einiges angenehmer. Auch auf sportlich gefahrenen Landstrassenetappen merkte man einen deutlichen Unterschied. Bei geringeren Geschwindigkeiten oder im Stadtverkehr fielen die Ohrstöpsel in ihrer Wirkung für mich nicht mehr so sehr ins Gewicht. Gerade in der Stadt habe ich gerne etwas mehr Umgebungsgeräusche auf dem Ohr, man weiss ja nie, was die Blechdosen um einen herum so machen.

Die gute Dämpfung der Wind- und Umgebungsgeräusche haben die Wahrnehmung der Naviansagen, die Dialoge übers Intercom oder den Musikgenuss unterm Helm dagegen nicht getrübt.

Da ich nur ein paar Stöpsel zur Zeit benutzen konnte, verteilte ich die anderen unter meinen Tourmitfahrern Akki und Thomas. Beide bestätigten mein Urteil, daß es sich mit den Stöpseln viel angenehmer fährt als ohne. Zum Vergleich: Thomas fährt wie ich einen Integralhelm, Akki hingegen war mit seinem Bell Moto 3 unterwegs.

Die Nachteile bei den Alpine MotoSafe allerdings sind aus meiner Sicht die folgenden:

  • Trotz „Einführhilfe“ ist das Einsetzen ein Geduldsspiel. Um ihre optimale Wirkung zu entfalten, müssen die Stöpsel fest im Gehörgang sitzen. Manchmal habe ich den Stöpsel mit der Einführhilfe gleich wieder rausgezogen, manchmal lockerten sie die Dinger nach kurzer Zeit wieder. Aber vielleicht liegt’s ja auch an der Anatomie meiner Gehörgänge.
  • Die Dinger sind so klein, daß man sie leicht wieder verliert. Von den vier Paaren, die wir auf der Tour dabeihatten, hat keines das Ende der Tour erlebt. Zumindest nicht im Paar. Es war also eher ein kurzes Vergnügen.

Grundsätzlich ist ein Gehörschutz während des Motorradfahrens empfehlenswert und macht lange Tourtage durchaus angenehmer.  Wer sich für die Alpines interessiert kann diese bei allen gängigen Motorradshops bestellen oder beim Hersteller direkt. Der UVP liegt bei 14,95€ für die Modelle Tour und Race, das Pro-Package kostet 27,95 €.

Cafe Racer Ride durch die Dolomiten

Kindheitskameraden und Motorradfahrer Joe und Stefan nehmen ihren komplett umgebauten Kawasaki KZ400 Cafe Racer mit auf die erste Testfahrt auf die kurvenreichen Bergstraßen der italienischen Dolomiten. Großartiger Spaß und tolles GoPro-Kino.

Jigsaw Customs XSR700

Der Winter naht mit großen Schritten, es bleibt weniger Zeit fürs Motorrad fahren aber mehr Zeit fürs Motorrad schrauben. So mache auch ich mir Gedanken über den weiteren Umbau meiner Yamaha und stöbere so durch die bisherigen Yard Built-Umbauten.

Eine der in meinen Augen besten Umbauten auf Basis der MT-07 / XSR700-Plattform ist die XSR700 von Jigsaw Customs, die mir das erste Mal auffiel, als ich mich durch die Wheels & Wave-Bilder von Tadashi Kono klickte.

Ein leichter, blitzsauberer und cleaner Flattracker ist da in Griechenland entstanden. Bei dem auf der TZ750 von 1975 basierende Konzept wurde kein Stein auf dem anderen gelassen. Nach einer kompletten Zerlegung des Basis-Motorrades wurden 19-Zoll-Räder mit speziellen Flattrack-Reifen eingepasst und vor allem ein sehr cleanes und geradliniges Monocoque in 70er Jahre Lackierung „drübergestülpt“. Auch der reduzierte Auspuff ist ein Traum, auch wenn er nie das Licht einer Strassenzulassung sehen wird.

XSR700-Flat-Tracker-1XSR700-Flat-Tracker-2

Was pack‘ ich ein, was nehm‘ ich mit: ein Tankrucksack für die MT-07

Auch wenn ich auf der Herbsttour nach Hamburg und zurück mit der modifizierten Touratech Hecktasche eine ganz passable Transportlösung gefunden hatte, war ich damit nicht ganz zufrieden. Ein Tankrucksack bietet in einigen Dingen doch mehr Flexibilität: man hat seine Siebensachen schneller im Zugriff und muss dafür nicht erst absteigen, ebenso kann man dank Kartenfach auch mal analog navigieren.

Tanktasche XLmoto

Bei XLmoto war neulich ein Universal-Tankrucksack für knapp 30 Euro im Angebot, den ich mir dann bestellte. Mittels verstellbarer Riemen wird die Unterkonstruktion auf jeweiligen Tank angepasst. Die Tasche wird anschließend nur noch auf die Unterkonstruktion aufgeschnallt. Über zwei mitgelieferte Schultergurte kann die Tasche auch zum Rucksack umfunktioniert werden.

Der Tankrucksack ist erweiterbar für zusätzliche 8L Stauraum, bietet zwei Seitenfächer und ein transparentes Kartenfach. Ein wasserfester Regenüberzug im Lieferumfang enthalten.

Nach der ersten Tour mit dem Tankrucksack traten leider einige Nachteile auf:

  • Obwohl alle Riemen so eng wie möglich gestellt waren, hatte die Konstruktion immer noch Spiel, so daß der Tankrucksack immer hin- und herrutschte.
  • Beim maximalen Lenkeinschlag drückte der Tankrucksack auf den Hupknopf. Weiter nach hinten konnte ich den Tankrucksack aber leider nicht montieren.
  • Das Material ist relativ dünn, so dass die Tasche eine geringe Eigenstabilität hat. Das führt auch dazu, dass das Kartenfach  einknickt und nicht optimal ablesbar ist.
  • Egal wie man sie einstellt, die Riemenkonstruktion überdeckt immer den Tankdeckel. So muss man bei jedem Tankstopp den Tankrucksack komplett abnehmen. Nervt.

Wer billig kauft, kauft in diesem Fall eben zweimal. Also nahm ich etwas mehr Geld in die Hand und erwarb den:

SW-MOTECH EVO Enduro Riemen-Tankrucksack

Für 130 € spielt der Evo Enduro in einer anderen Preis- aber auch Qualitätsklasse. Gefertigt aus hochwertigen Ballistic Nylon ist er auch unbeladen formstabil dank stabiler Seitenwände. Laut Hersteller „passend für viele Enduros, Sportler und Tourenmaschinen“ schmiegt er sich bei der MT-07 nahtlos an die Tankkontur an, als wäre er nur für dieses Modell gemacht.

Befestigt wird er mit einem Dreipunkt-Riemen-System: Lenkkopfgurt vorne und zwei Schlaufengurte hinten. Diese können einfach an einem Rahmenrohr durchgeschleift und mit einem Klickverschluss an der rutschfesten Bodenplatte befestig werden. Diese kann auch  individuell für den Tankeinfüllstutzen ausgeschnitten werden. Da der Tankrucksack an den hinteren Gurten am Klickverschluss ausgehangen und dann mit Bodenplatte hoch geklappt werden kann ist das Ausschneiden aber eigentlich nicht notwendig. Dank eines umlaufenden Reißverschlusses lässt sich der Tankrucksack auch schnell von der Bodenplatte abnehmen – so kann die Bodenplatte bei einem Stopp fest am Motorrad bleiben.

Im Gegensatz zum Modell von XLmoto löst man beim maximalen Lenkeinschlag nicht die Hupe aus, durch schmale Tankrucksackform im vorderen Bereich ist hier genügend Spielraum vorhanden.

Der Evo Enduro hat ein sehr variables Innenleben:

  • ein großes Hauptfach, welches in der Höhe und damit im Volumen von 13 bis 22 Liter stufenlos über einen Rundumreißverschluss einstellbar ist ,
  • in den Deckel ist ein Kartenfach integriert,
  • Einschubtaschen im Deckel nehmen Kleinteile auf,
  • Netz-Einschubtaschen rechts und links des Hauptfachs, zusätzlich mit zwei Gummibändern zum Fixieren von Teilen versehen,
  • zum Fahrer und zum Cockpit hin befinden sich spritzwassergeschützte Kabeldurchlässe, hierüber kann ich dann das in der Quadlock-Halterung am linken Spiegel montierte Smarphone perfekt mit Strom aus der Powerbank versorgen.

Abgerundet wird das ganze durch drei aufgesetzte Aussentaschen – rechts, links und zum Fahrer hin.

Die Qualität zeigt sich auch in den Details: die Gurtenden verfügen über Gummi-Sicherungsringe um die gegen Flattern sichern und auch die Reissverschluss-Nupsis können mit einem Gummiband fixiert werden.

Im Lieferumfang des Tankrucksacks auch enthalten sind eine normale sowie eine wasserdichte Innentasche aus Tarpaulin, eine Regenhaube sowie eine Rolle Lackschutzfolie zum Schutz des Tanks. Optional ist der Tankrucksack mit wasserdichter Gerätetasche (fürs Tablet oder Smartphone) und einem Navihalter ausrüstbar.

Sitzt, passt, wackelt nicht und bietet Platz. Wenn das Wetter jetzt mal nicht so schmierlappig ist wie heute, freue ich mich auf die erste Runde mit dem Evo Enduro.

Elbtour von Schwarzenbek bis Neuruppin

Nach einer schönen Urlaubswoche in Hamburg machte ich mich vergangenen Samstag auf die Rückfahrt nach Berlin. Diesmal ohne Sturmverzögerung und mit Route nach Plan, die mich auf ungefähr 250 Kilometern durch sieben Bundesländer führen sollte: Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin.

Doch eines nach dem anderen. Nach einem kurzen Stück Autobahn fuhr ich über Schwarzenbek über Lauenburg bis Boitzenburg / Elbe. Am Ortseingang hat man dort am Aussichtspunkt „Zwölf Apostel“ einen sehr schönen Blick auf das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV. Der Flußlauf schillerte silbrig während sich die Sonne ihren Weg durch den diesigen Novembermorgen kämpfte.

Hier verließ ich die B5 und wechselte auf die B195, deren Verlauf ich über Amt Neuhaus durch die Niedersächsische Elbtalaue, Dömitz, Lentzen / Elbe bis nach Wittenberge folgte. Leider wurden auf der Strecke vielerorts Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Dem Fahrspaß stand dies aber kaum im Weg, die gut ausgebaute Strasse führt in vielen Kurven durch eine wunderschöne Landschaft. Und ein bisschen in die Weite schauen kann man auch von einer Deichkrone aus.

In Wittenberge war es dann Zeit für einen Tankstopp und hier wechselte ich auch die Elbseite nach Sachsen-Anhalt. Auf einer der früheren Touren hatte ich bei Havelberg die Elbfähre Räbel genommen. Da ich gut in der Zeit lag, wollte ich das wiederholen. Im Örtchen Werben / Elbe tat ein Hinweisschild kund, daß die Fähre gesperrt war. Dies sei einer Baustelle auf der Havelberger Elbseite geschuldet, wie mich eine freundliche Anwohnerin aufklärte. „Das stand aber auch in der Zeitung!“ Sorry, hatte ich gerade nicht zur Hand. Da es entlang der Elbe gefühlt aber mehr Fähren als Brücken gibt, war eine Alternative gleich gefunden in Form der südlich gelegeneren Fähre in Sandau.

Durch die malerische Altstadt der Hansestadt Havelberg orientierte ich über mich Neustadt / Dosse Richtung Neuruppin, wo ich für die kurze Restdistanz nach Berlin die Autobahn nehmen wollte. Kleinere Umwege wegen umgestürzter Bäume inklusive.

Aber seht selbst:

Tourlänge: 243.43km
Dauer: 4:54 h
Karte und GPX-Daten auf https://a.rever.co/rides/735308/

Walt Siegls L’Avventura – die ultimative Reiseenduro

Als ehemaliger Kunstschüler und gelernter Werkzeugmacher bringt Walt Siegl auf dem Papier schon mal sehr gute Voraussetzungen mit für den Bau von Motorrädern. Design und Funktion auf engstem Raum in Einklang zu bringen stellt hier eine besondere Herausforderung dar. Die Motorräder, die aus seiner Werkstatt in New Hampshire kommen, sehen aus wie Serienmotorräder aus einer alternativen Realität, in der Design und Konstruktion wichtiger sind als billige Massenproduktion.

Sein neuestes Bike namens L‘ Avventura stellt Walts Interpretation des perfekten Abenteuer-Motorrads dar. Wie schon bei anderen seiner Modelle wird auch dieses von einem komplett überarbeiteten, luftgekühlten 1100ccm Ducati L-Twin angetrieben. Eingebettet ist das Triebwerk in einen Trellis-Rahmen aus einer Ducati Hypermotard, gekoppelt mit einer neuen Leichtmetallschwinge und einem robusten Alu-Motorschutz.

Second stage of shaping the model for L’Avventura molds

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Die Karosserie ist komplett aus Kevlar, sie wurde bei Walt Siegl Motorcycles speziell für dieses Modell in Stile der der Abenteuer-Rallye-Motorräder der 80er und 90er Jahre entworfen und produziert. Vorne befinden sich zwei Hella-LED-Doppel-Licht-Scheinwerfer, darunter federt eine kräftige Showa-Upside-Gabel, hinten gleicht eine Doppelschwinge mit einstellbaren Öhlins-Monodämpfer die Schläge der Offroadpisten aus.

Zwei Treibstofftanks mit einer Gesamtkapazität von knapp 25 Litern bieten auch auf längeren, tankstellenlosen Etappen genügend Planungssicherheit. Der Sitz bietet ist breit ausgelegt und bietet mit einer modernen Schaumstoffmischung und mit einem griffigen, wasserdichten Vinylbezug genügend Haftung sowie Langstreckenkomfort. Das Cockpit wird dominiert von einem großen, abnehmbaren GPS-Gerät. Wenn es mal irgendwann mit der Maschine nicht weitergehen soll, kann man das GPS zumindest zu Fuß mitnehmen.

My clients’ L’Avventura on top of Mount Chumstick in Washington.

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Faszinierend finde ich zum einen, eine fernreisetaugliche Enduro in der Leistungsklasse einer 1200 GS oder Multistrada hinzustellen, die deutlich unter 200kg wiegt. Hier beginnt die wahre Offroadtauglichkeit, auch wenn sie in diesem Fall mit einem nicht unerheblichen Einsatz von Leichtbaumaterialien erkauft wird.

Zum anderen ist das performante Gesamtpaket in eine sehr schlanke und stilsichere Form gehüllt. Erkauft wird das ganze mit einem Preisschild, welches sich nur dem geneigten Kaufinteressenten offenbaren wird. Trotzdem dürfen sich Walt Siegls Kunden auf 24 Monate Wartezeit einstellen, bis sie ihr Motorrad in Empfang nehmen dürfen. Wert sein dürfte es die Investition von Geld und Zeit allemal sein.

Die Tour nach dem Sturm – von Berlin nach Hamburg

Familienausflüge nach Hamburg sind für mich immer willkommene Gelegenheiten, das Motorrad auszuführen. So auch anlässlich der diesjährigen Herbstferien. Dank Sturmtief Herwart saßen wir aber erstmal zu Haus und blickten aus dem Fenster und hofften auf Wetterbesserung. Am frühen Nachmittag dann machte sich die Frau mit den Söhnen und dem Hund im Auto auf die Reise, kurz darauf ritt ich auf der MT-07 ebenfalls los.

Pünktlich zur Abfahrt schüttete es wieder wie aus Eimern, aber kaum bog ich von der A114 auf die A10 ab, lichtete sich der Himmel und die Sonne kam raus. Und mit der Sonne kam der Stau. Ursprünglich wollte ich bis Neuruppin die Autobahn nehmen, so bog ich vorher in Kremmen von der A10 an und schmiss den Navigon Cruiser an mit dem groben Ziel Schwarzenbek. Der Plan war, so lange Landstrasse zu fahren, bis die Sonne untergeht und dann wieder auf die Autobahn zu wechseln.

Die Route führte mich durch die Mark Brandenburg und die Prignitz. Mehrfach überquerte ich die Autobahn und konnte so den Stau in mehreren Facetten bewundern. Fast durchgängig begleitete mich die Sonne und wären nicht die vereinzelten Äste und das viele Laub auf der Fahrbahn gewesen, man hätte nicht glauben können, daß vor ein paar Stunden hier ein Sturm durchgezogen war.

Die Temperatur schwankte so um die acht Grad und trotz Sonne war es im Fahrtwind schon sehr frisch. Kurzerhand ließ ich die Regenkombi einfach an und sang ein Loblied auf die Griffheizung. Für das kleine Tourgepäck hatte ich diesmal keinen Tankrucksack dabei. Meine alte Touratech-Hecktasche von der F650 GS passte mit einer kleinen Gurtverlängerung auch perfekt auf die MT-07. Einzig die Regenhaube wollte nicht so recht mitspielen, trotz starkem Gummizug arbeitete sie sich immer an der Aussenseite der Hecktasche hoch und ließ das Gepäck feucht werden. Hier muss ich noch etwas optimieren.

Sehr gut funktionierte auch die Quadlock-Navihalterung, die ich ursprünglich für die Montage am Rollerspiegel gekauft hatte. Dank der mitgelieferten Gummimuffen in unterschiedlichen Größen passte die Halterung auch gut an den Spiegel der MT. Die Regenhülle des Quadlock-Case hielt auch heute erfolgreich die Nässe vom iPhone fern. Einziger Nachteil: unterwegs war keine Stromversorgung möglich.

Die Akkuladung des Handys hielt aber länger als die der Sonne. Beim Tankstopp in Parchim saß ich die letzte Regenfront des Tages aus, dann war auch die Sonne weg. Die letzten 1,5 Stunden bis nach Hamburg fuhr ich dann wieder über die Autobahn.

Für die Rückfahrt am kommenden Samstag werde ich dann – hoffentlich ohne Sturmunterbrechung – die ursprünglich für die Hinfahrt geplante Route entlang der Elbe über Dömitz und Havelberg fahren.

Bikes der Woche

Ein bisschen Russland, ein bischen Toky Motor Show und Dominator geht eh‘ immer!

Ural Wolf

(via Inazumacafé)

Honda Neo Sports Café Concept

(via Gasgriffsalat)

Monkey 125 Concept

(via Gasgriffsalat)

Honda Dominator von North East Custom

(via Bike Exif)