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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

RIDE AND TALK – Der BMW Motorrad Podcast

Über die Renaissance von Podcast freue ich mich persönlich ja sehr. Ein schönes Medienformat was man sehr gut unterwegs konsumieren kann. Der neueste Anbieter in diesem Reigen ist seit heute BMW Motorrad mit dem englischsprachige Podcast „RIDE AND TALK“ seine Weltpremiere.

Die erste Folge umfasst folgende Themen:

  • BMW Motorrad International GS Trophy: Der Podcast blickt auf die Geschichte dieser einzigartigen Veranstaltung und nach Neuseeland – ein Paradies für alle, die das Abenteuer auf zwei Rädern suchen und die ultimative Destination für die Internationale GS Trophy in 2020.
  • Big Boxer: Im Rahmen der Enthüllung des Concept R 18 wurde eröffnet, dass ein BMW Motorrad Cruiser geplant ist – inklusive 1800 ccm purer Emotion. Im Podcast sprechen Insider über das neue Modell.
  • BMW R nineT /5: Noch vor der offiziellen Vorstellung wurde das Sondermodell BMW R nineT /5 auf die Malle Rallye geschickt. Über 2.000 Kilometer aus den Tiefen Cornwalls bis zur Nordspitze Schottlands – ein Erfahrungsbericht.

Weitere Episoden folgen regelmäßig.

Der BMW Motorrad Podcast ist verfügbar über Spotify, Deezer, Sound Cloud, Apple Podcast und Android Podcast.

Im Test: Bell Bullit Carbon Helm

Helme sind wie Turnschuhe, irgendwie kann man nicht genug haben. Das geht Euch doch auch so, oder? ODER?

Mit dem Bell Bullit Helm habe ich schon vor über vier Jahren geliebäugelt. Damals entschied ich mich aber aus praktischeren Gründen für den Nolan N40 Full mit dem n-com B5 Kommunikationssystem. Sowohl bei der täglichen Pendelei ins Büro als auch auf vielen Touren hat er mir sehr gute Dienste geleistet. Der Dauerbetrieb hat aber auch seine Spuren hinterlassen, er ist mittlerweile trotz regelmässiger Pflege etwas verwohnt und das Intercom hat trotz Firmwareupdate seine regelmässigen Aussetzer. Ausserdem wollte ich einen Helm, der etwas besser zu meiner orangenen Street Triple passte.

Beim Rumlungern auf ebay Kleinanzeigen fand ich irgendwann den Bell Bullit Carbon in Chemical Candy Black Gold in meiner Größe und auch noch in Berlin. Und das auch noch unbenutzt und originalverpackt. Also ab nach Charlottenburg, den Helm ausprobiert (passte), noch etwas verhandelt mit dem Verkäufer (klappte) und dann war er mein.

Dafür, daß es eine limitierte Farbausführung des Helmes ist, war der Preis schon fast unverschämt günstig. Das rauchgraue Visier hatte der Verkäufer schon so geordert. Hätte er es nicht getan, hätte ich es mir nachbestellt.

Was kann der Bullit also? Erstmal die Spezifikationen:

  • Herausnehmbarer und waschbarer antibakterieller Innenraum
  • Gepolsterter Kinnriemen mit D-Ring-Verschluss und Leder-Zuglasche
  • 5 Einlassöffnungen aus Metallgewebe über dem Visier und 1 hintere Auslassöffnung
  • Magnet-Visierverschlusssystem
  • Perforiertes Mikroveloursleder innen mit Lederbesatz
  • Gewicht: 1400g
  • 5 Jahre Garantie
  • Lieferung inklusive Lederhelmtasche

Der Helm sitzt sehr angenehm auf meiner großen Rübe, auch nach längerer Fahrt drück und zwickt nix. Durch das dunkle Visier sieht man sehr viel mehr als man von aussen vermuten könnte. Wenn der Stern vom Himmel brennt braucht es keine Sonnenbrille unterm Helm oder ein Innenvisier (wie beim Nolan). Selbst wenn es bewölkt ist oder beginnt zu dämmern ist die Sicht nicht eingeschränkt. Lediglich nach Sonnenuntergang kann man nur noch mit offenem Visier fahren. Für die Wintersaison habe ich mir noch ein zweites, klares Visier bestellt.

Das Innenfutter mit Mikroveloursleder und Lederbesatz sieht sehr wertig aus und ist auch angenehm zu tragen. Vom Ratschenverschluss kommend habe ich mit mittlerweile auch mit dem Doppel-D-Ring angefreundet. Die Lüftung funktioniert sehr gut, so daß auch Sommerausfahrten nicht im Schwitzinferno unter der Mütze enden.

Auf keinen Helm wurde ich so oft angesprochen wie auf diesen. Obwohl man den Bell Bullitt mittlerweile oft sieht – zumindest in Berlin – ist die Lackierung der Hingucker.

Ein paar Dinge aber sind negativ anzumerken:

  • Der Helm macht ab 110 km/h lästige Windgeräusche, die von den vorderen Lüftungsöffnungen herrühren. Leider treten die immer dann auf, wenn ich meine Standard-Fahrposition innehabe (Helm leicht nach vorne in Fahrtrichtung geneigt). Wenn ich den Kopf etwas aufrichte, geht das Pfeifgeräusch weg, aber die Position ist unnatürlich.
  • Der Kinnriemen franst am Ende aus. Ich habe es versucht mit dem Feuerzeug wieder zu versiegeln, hat aber nix geholfen, es franste weiter. Ich habe es nun erstmal provisorisch mit der Heissklebepistole versiegelt, schön ist anders. Ebenso dröselt die Naht an der Leder-Zuglasche auf. Beides sind aus meiner Sicht in dieser Preisklasse nicht in Ordnung.

Für die große Tour werde ich eher zu meinem alten Nolan N40 greifen, geringere Windgeräusche – gerade bei Autobahnetappen wichtig – höhere Flexibilität bezüglich der Sichtverhältnisse und das Interkom geben hier den Ausschlag.

Für die Tagestour im heimischen Revier und für die urbanen Trips zur Arbeit ist der Bell aber erste Wahl.

Morgens einfach mal an den See fahren

Es ist morgens um 6:20 Uhr, als die aufgehende Sonne sehr laut in mein Hotelzimmer scheint. Mit der Firma bin ich für zwei Tage auf Tagung in Neuruppin. Trotz der kurzen Nacht läßt der Blick aus dem Fenster keine andere Option zu als die Motorradkluft anzuziehen und die Street Triple auf eine kleine Frühsportrunde auszuführen. Ich hatte ja schon so meine Hintergedanken, als ich zur Tagung mit dem Motorrad angereist bin.

Die Maschine bollert langsam über den Seedamm, über dem noch leichte Morgennebel liegen. Die Knochen und der Kopf sind noch etwas müde, daher lasse ich es langsam angehen. Über Gildenhall und Alt-Ruppin orientiere ich mich Richtung Krangen und Zermützel. Früher bin ich hier immer gerne mit der GS unten am Rhinufer über Molchow gefahren. Die Sandpiste wollte ich der Triple aber nicht zumuten. Schotter und Sand sollte mich dann aber zwischen Zermützel und Schwanow wieder einholen. Für den kurzen Abschnitt war es aber machbar.

Über Braunsberg liess ich es dann etwas fliegen über gut ausgebaute Landstrassen mit netten Kuppen und Kurven. Ziel war das Schloß in Rheinsberg. Morgens um 7:15 war der Schlossgarten schon geöffnet, die Landschaftsgärnter wunderten sich sicherlich über den behelmten Typen, der um diese frühe Zeit durch den Schlosspark bis zum Ufer stapfte.

Nach kontemplativen Glotzen auf den spiegelglatten See machte ich mich über Köpernitz und Dierberg zurück nach Neuruppin. Dort angekommen machten sich die Kollegen gerade an das Frühstücksbuffet. Perfektes Timing. Fazit? Man muss öfters spontan irgendwo hinfahren!

Sundowner-Run zur Mühle Tornow

Als Gegensatz zum letzten Wochenende ging es gestern nicht früh, sondern spät auf eine kleine Ausfahrt. Ziel war die Mühle Tornow, in der Tom und ich ein kleines Abendbrot zu uns nehmen wollten.

Wir trafen uns in Panketal und da es bis in die Uckermark gehen sollte, nahmen wir erstmal bis Lanke die Autobahn. Über Prenden und am Finowkanal entlang gelangten wir nach Schorfheide und hatten ein längeres Landstraßenstück ohne größere Kurven bis Gollin. Wenn man dies vermeiden will, könnte man auch Alternativ die Route um den Werbellinsee nehmen, was die Tour etwas länger machen würde.

Am Gollinsee und Polsensee vorbei gelangten wir nach Templin und von dort aus über die L23 bis nach Lychen. Es war ein beschwingtes Fahren auf abwechslungsreicher Strecke, bei der Raucherpause in Lychen bekam ich Mecker von Tom, da ich das mit dem Landstrassen-Tempolimit hier und da nicht allzu genau genommen hatte. Die Sonne stand schon etwas tiefer und tauchte den Nesselpfuhl und den Großen Lychensee in silbrig-glänzendes Licht.

Aus Lychen raus ging es über die L15 bis zum Abzweig nach Himmelpfort. Vergnügt dachte ich daran, daß ich damals kurz nach dem Bestehen des Führerscheins vor sieben Jahren meine ersten Tagestouren auf der F650 GS hier in der Gegend unternommen habe.

Die Strecke zwischen Himmelpfort und Bredereiche führte am Havellauf entlang. Hier waren die Strassenbau-Heinzelmännchen im letzten Jahr aktiv und bescherten uns einen sehr schönen, glatten Straßenbelag. Die Straße war etwas enger, aber schön geschwungen, so daß es ein echter Genuß war.

Dafür wurde es von Bredereiche über Blumenow bis zur Mühle Tornow wieder etwas ruppiger. In der Mühle Tornow gönnten wir uns im wunderschönen Ambiente der Mühle ein schönes Abendessen, während nebenan eine Hochzeitsgesellschaft feierte.

Der Weg zurück nach Berlin führte uns über Zehdenick, Liebenwalde bis zum Mühlenbecker Land. Hier wollte ich eigentlich den restlichen Heimweg über die Autobahn nehmen, aber die Auffahrt war wegen Bauarbeiten gesperrt. So blieb mit nur der Weg über die Landstrasse und durch die Stadt, was aber auch Gelegenheit bot, dramatische Sonnenuntergangsbilder zu machen.

Für die knapp 200 Kilometer waren wir knapp vier Stunden unterwegs (inklusive des leckeren Schnitzels).

Wenn Sonntags früh der Wecker klingelt

… dann ist es Zeit für eine kleine Morgenrunde zum Schiffshebewerk Niederfinow und zurück, um fast pünktlich zum Sonntagsfrühstück wieder bei der Familie zu sein.

Auch wenn das frühe Aufstehen erstmal auf den Augen wehtut, lohnt es sich vollkommen. Da wo sich sonst zig Motorradfahrer um die bessere Kurvenlinie streiten, ist gähnende Leere und ich genieße die frühen Sonnenstrahlen. Gute Laune garantiert!

Motogadget m.view Spiegel für die Street Triple

Die Mittelgebirgstour brachte einen kleinen Kollateralschaden an der Street Triple mit sich. Der rechte Aussenspiegel hat sich verabschiedet, kurz über dem Schraubengewinde scherte er ab. Ich hatte im letzten Jahr bereits die Original-Rückspiegel durch ein paar Highsider-Spiegel ersetzt, die für eine etwas klassischere Optik am Mopped sorgten. Leider wurde die Sicht nach hinten nicht besser, dafür weiss ich jetzt genau, wie der Ärmel meiner Motorradjacke aussieht. Damit haderte ich schon eine Weile, es war also klar, daß die neuen Spiegel eine bessere Sicht nach hinten bieten sollten. Natürlich sollten sie das tun ohne bescheuert auszusehen.

Ich dachte kurz über Lenkerendenspiegel nach, aber das mit der Sichtbarkeit machen die ja auch nicht wirklich besser. Also zurück zum herkömmlichen Layout, allerdings mit längerem Spiegelarm als meine bisherigen Spiegel. Gelandet bin ich letztendlich bei Motogadgets m.view Serie. Der Berliner Spezialist für hochwertiges Motorradzubehör im letzten Jahr die erste glaslose Spiegelserie für Motorräder auf den Markt gebracht. Das Besondere an diesem Motorradspiegel ist die Spiegelfläche, die direkt in das Metall des Korpus eingefräst ist. Das Aluminium selbst ist die Spiegelfläche. In der Herstellung wird hier ziemlicher Aufwand getrieben (Flycutting-Verfahren mittels Diamantwerkzeug, Hightech-Plasmabeschichtung im Vakuum), das Ergebnis ist ein bemerkenswert leichter und schmaler Rückspiegel. Die Spiegel und die Spiegelarme aus Billet-Aluminium sind CNC-bearbeitet und in edlem Schwarz eloxiert. Alle Teile wie Schrauben oder Kugelköpfe sind aus Edelstahl gefertigt.

motogadget bietet vier unterschiedliche Spiegeldesigns mit konventionellem Spiegelarm sowie drei Lenkerendenspiegel – alle mit ECE-Kennzeichnung – an. Ebenfalls sind zwei winzige Lenkerendenspiegel ohne ECE-Kennzeichnung im Programm.

Meine Wahl fiel auf den m.view race, der in seiner Form – meiner Meinung nach – der Street Triple sehr gut steht. Die Standardversion mit 150mm Spiegelarm war allerdings etwas zu kurz, so kommt die XL-Version mit 180mm Spiegelarm zum Einsatz. Und so sieht das dann in natura aus:

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Links alt, rechts neu

Links alt, rechts neu

Seeeehr dünn

Seeeehr dünn

Vulkanierohren

Vulkanierohren

So Shiny

So Shiny

Mir gefällts!

Mir gefällts!

Pure&Crafted goes Amsterdam und Du kannst Tickets gewinnen!

Nach drei ausverkauften Festivals von 2015 bis 2017 in Berlin und der Roadtour im letzten Jahr rockt das Pure&Crafted Festival dieses Jahr die Niederlande. Im 5. Jahr ist Amsterdam vom 27.–29.9.2019 nun der erste Halt außerhalb Berlins. BMW Motorrad ist weiterhin Initiator und Titelsponsor des Festivals.

Das diesjährige Festivalgelände Taets Art und Event Park sind Teil des Hembrug-Geländes, einer ehemaligen Munitionsfabrik, die einst zum militärischen Zentrum der Verteidigungslinie von Amsterdam gehörte. Heute ist es UNESCO-Weltkulturerbe. Seine Architektur aus Backstein, Glas und Stahl bildet eine schöne Kulisse für Musik, Motorräder und New Heritage. Als erste Live-Acts verpflichtet sind die „Bad Nerves“, „SONS“, „Indian Askin“ und „Swedish Death Candy“.

In der sogenannten  Wheels Area des Festivals kommen Liebhaber von Motorrädern, insbesondere von außergewöhnlichen Custom-Bikes voll  auf ihre Kosten und können sich von neuen – und auch klassischen – Modellen inspirieren lassen sowie auf die Suche nach hochwertiger Motorradbekleidung, Zubehör und Accessoires begeben. Dazu kommen noch die atemberaubenden Wall of Death Shows, in welchen die berühmte Ken Fox Truppe aus England das Publikum in ihren Bann ziehen wird.

Das Programm des Festivalwochenendes ist wie folgt:

  • Am Freitag, den 27. September beginnt das Wochenende mit der Pure&Crafted Clubnacht im Zentrum von Amsterdam.
  • Am Samstag, den 28. September ist der Taets Art and Event Park the place to be! Mit verschiedenen Areas, wie dem General Store, der Wheels Area, der Wall of Death sowie zwei Bühnen für die musikalischen Acts, gibt es jede Menge zu entdecken.
  • Am Sonntag, den 29. September ist es traditionell Zeit für das gemeinsame Biker-Frühstück vor der Teilnahme am Distinguished Gentleman’s Ride.

Tickets für Pure&Crafted sind ab sofort über www.pureandcrafted.com/tickets erhältlich. Und mit etwas Glück kannst Du eines von zwei Tickets gewinnen. Du musst nichts weiteres tun als unter diesem Blogpost bis zum 17. August einen Kommentar zu hinterlassen. Unter allen Kommentatoren werden am 18. August die beiden glücklichen Gewinner gezogen.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Gestern vor dem lokalen Supermarkt hier in Dänemark: beim Einbiegen auf den Parkplatz fallen mit die beiden Simsons mit deutschem Kennzeichen auf dem Gehweg auf. Auto geparkt, hingelaufen und die beiden Fahrer angesprochen.

Das deutsche Pärchen aus Hannover ist mit ihren Fuffies auf dem Weg nach Skagen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Die beiden schön restaurierten Fahrzeuge – eine Simson Star und eine Simson Schwalbe haben sie im Transporter bis nach Dänemark gefahren und fahren die Tour nun entspannt auf Seitenstrassen.

Symbolbild – ich hatte vergessen ein Bild von den beiden zu machen.

Eine Woche Zeit haben sich die beiden hierfür eingeplant. Um die 1.000 km werden es schon sein um Jütland einmal hin- und zurück zu durchqueren. Schöne Idee. Spontan fühlte ich mich erinnert an meine Touren mit meiner Vespa V50 um den Bodensee während des Studiums. Man hat einfach mehr Zeit zu kucken, wenn man nicht so schnell unterwegs ist.

Mittelgebirgstour, Tag 2: Thüringer Wald

Oberhof, Sonntagsmorgens. Thomas schnorchelt noch ins Kopfkissen, ich kramse langsam meine Sachen zusammen. Draussen strahlt bereits die Sonne vom Himmel. Motorräder aus der Garage geschoben und aufgesattelt. Die erste Etappe des Tages geht 300 Meter um die Ecke zum Bäcker.

Beim Frühstück (Kaffee in den Thomas kippen) disponieren wir die Route um. Statt über Gräfenroda und Gehlberg eine Schleife zu drehen, entschliessen wir uns direkt wieder auf den Rennsteig zu fahren, den wir uns am Vortag noch mit den Rennsteig-Läufern teilen mussten. Es ist 08:30 Uhr und wir haben die Strasse und die Morgensonne komplett für uns. Ein Traum.

Wir folgend der Strecke vom Vortrag zurück bis Neustadt am Rennsteig und biegen hier nördlich ab Richtung Gehren. Ab Pennewitz geht es wieder den Berg rauf über schöne Kehren Richtung Mellenbach-Glasbach. In Schwarzburg standen wir wieder vor einer Streckensperrung, diesmal Richtung Bad Blankenburg. Während wir noch über eine Alternativroute nachdachten hielt neben uns ein rüstiger Rentner auf dem Rennrad. „Da kann man durchfahren, die Sperrung kann man in Bad Blankenburg umfahren. Die Locals wissen das!“ Na denn, ab dafür. Die Fahrt ins Tal entlang des Flusslaufes der Schwarza war sehr malerisch, nur leider musste wir uns hinter eine Schlange Autos einreihen.

Über die K177 und K178 wurschtelten wir uns über kleine Sträßchen durch das Thüringer Hinterland. Sehr viel Landschaft, kaum Verkehr und wenig Menschen. Zurück auf besser ausgebauten Asphalt ginge es dann auf die Bundesstrasse 85 bei Gabe Gottes (ja, der Ort heisst wirklich so). Bei Probstzella orientierten wir uns aber wieder an den kleineren Landstrassen durch Wald und Wiesen und über die thüringischen Bergrücken mit toller Sicht in die umliegenden Täler.

Kurz vor Lehesten hatten die Eingeborenen sehr viel Spaß auf der lokalen Motocross-Strecke. Wir hatten heute leider keine Stollenreifen dabei, daher entschlossen wir uns im nächsten Ort auf einen Zwischenstopp am malerischen Kirchplatz (Kaffee in den Thomas kippen).

Zurück auf der Rennsteig-Route näherten wir und auf kleinen Landstrassen Blankenstein. Hier sollten sich Thomas und meine Wege trennen. Von hier aus fuhr ich nach norden, erstmals noch ein paar Kilometer Landstrasse, bevor es bei Schleiz wieder zurück auf die Autobahn ging.

Es mag an den Temperaturen über der 30 Grad-Grenze gelegen haben daß der Rückweg über die Autobahn anstrengender wirkte als der Hinweg. Durchtranspiriert und etwas gelangweilt fuhr ich bei Coswig (Anhalt) von der Autobahn ab und folgte der Landstrasse in Richtung Hoher Fläming.

Im Schatten der Wälder war es deutlich besser auszuhalten und rund um die Burg Rabenstein liessen sich auch schöne Kurven finden, die die Rückreise angenehmer gestalteten.

Aber auch hier verfolgten mich die Streckensperrungen, vor Bad Belzig war die Brücke, über die ich meinen Heimweg fortsetzen wollte, einfach weg. Also, sie wurde neu gebaut, aber der Umweg wäre langweilig gewesen, so fuhr ich wieder zurück auf die Autobahn und reihte mich wieder in den Ferienverkehr ein. Nach knapp 500 Tageskilometern stellte ich die Streety in der heimischen Garage ab.

Die komplette Route findet ihr hier bei REVER.

Tour-Fazit:

Es müssen nicht immer die Alpen sein. Natürlich sind die auch immer wieder spektakulär, aber für ne kleine Runde um den Block am Wochenende ist der Thüringer Wald eine sehr tolle Alternative. Wir fanden immer unbefahrene und wunderschöne Strecken durch tolle Natur. Für mich war es auch mal wieder schön, vor der eigenen Haustüre mit dem eigenen Bike loszufahren. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr auch nochmal ein Wochenende in den Harz. Microtouring, quasi.

Mittelgebirgstour 2019: von der Saale bis zur Wartburg (fast)

Guten Morgen, Bad Lobenstein. Schön, wenn man beim ersten Blick aus dem Hotelzimmer sowohl sonnigen, blauen Himmel sieht und die beiden Motorräder auf dem Platz vor dem Hotel. Vorfreude galore.

Frühstücken, Espresso in den Thomas kippen, umziehen, aufsatteln, los. Heute sollten uns über 350 Landstrassenkilometer durch den Thüringer Wald erwarten. Zunächst aber orientierten wir uns nordwärts Richtung Ziegenrück. Aus dem Süden kommend hätten wir bereits in Liebschütz Richtung Drognitz fahren können um bis zur Hohenwarte Talsperre zu kommen. Aber in Erinnerung an die erste Mittelgebirgstour vor fünf Jahren wollten wir unbedingt die Fähre über den Stausee nehmen, also fuhren wir erstmal zum Anleger nach Linkenmühle. Nach der kurzen Überfahrt jagten wir um den Stausee, trotz teilweise etwas holprigen Strassenbelag war die Strecke wieder ein großer Spaß.

In Kaulsdorf orientierten wir uns erstmal südlich, um uns dann in Leutenberg über Gräfenthal westwärts Richtung Masserberg zu kurven. Gut ausgebaute und wenig befahrene Strecken machten es zum Spaß. Kurz inter Oelze sollte es eigentlich die L1138 den Berg hoch gehen, aber eine großangelegte ICE Rettungsübung sollte uns zur ersten Routenänderung der Tour führen. Es sollte nicht die letzte bleiben. Das schöne am Thüringer Wald ist, daß einen solcher Umleitungen eigentlich nicht stören müssen, denn es führt einen nur über andere, tolle und kurvige Strecken. Einen kleinen Pausenstopp später (Espresso in den Thomas kippen) erreichten wir wieder unsere ursprüngliche Strecke, den Rennsteig. Diesen mussten wir uns für lange Teile mit den Teilnehmern des Rennsteig Staffellaufs teilen. Es war also eher entspanntes cruisen statt forschem Angasen angesagt. So hatten wir genug Zeit, die schöne Strecke zu genießen. Der obligatorische Fotostop am höchsten Punkt Thüringens, dem Schneekopf, durften natürlich auch nicht fehlen.

Daß Oberhof irgendwas mit Wintersport zu tun hat, blieb uns nicht verborgen. Unsere Route führte uns an der Indoor-Skihalle vorbei, an der ganzjährig Langlauf und Biathlon trainiert werden kann. Kurz darauf hielten wir an der Skisprungschanze Kanzlersgrund an, die sehr gut in die natürliche Topographie des Tals eingebettet war.

Skisprungschanzen finde ich immer wieder beeindruckend. Schon damals in Harrachov auf der Riesengebirgstour stand ich vor den Schanzen und konnte es mir nicht vorstellen, daß Menschen da freiwillig runterspringen. Hier in Oberhof standen wir quasi mitten drin in der Anlage, der Auslauf endete nur ein paar Meter vor der Strasse und hinter der Strasse den Hügel rauf waren weitere Naturtribünen. Hammer.

Im Tal erwartete uns eine weitere Streckensperrung, die Durchfahrt nach Oberschönau war gesperrt, also fuhren wir südwärts Richtung Zella-Mehlis und wollten dann bei Rotterode auf die ursprüngliche Strecke zurück. Es kam aber anders als gedacht, da ich nicht drauf achtete, wohin mich uns mein Navi führt. Keine Ahnung ob es beim Import der Route einen Fehler gab oder es durch die Umleitung durcheinander kam, wir fanden uns irgendwann auf der Umgehungsstraße hinter Schmalkalden. Ich war schon etwas stutzig geworden, hätte ich das früher gemerkt, hätten wir noch die schöne Strecke auf der L2608 zwischen Schmalkalden und Trusetal fahren können, die wir bei der letzten Mittelgebirgstour genommen hatten.

Ab Brotterode ging es wieder den Rennsteig entlang durch den Wald über die L1127, bis wir auf die Kreuzung mit der L1207 stiessen. Hier passierten wir den neu gebauten „Imbiss zur Wallfahrt am Rennsteig“, den wir aber erstmal links liegen liessen. Von hier aus fuhren wir eine große Schleife über Ruhla, Etterwinden, Möhra bis nach Bad Liebenstein. Von Etterwinden wären es zwar nur noch 10 km bis zur Wartburg gewesen, aber wir waren ja zum Kurven jagen und nicht zum Gemäuer kucken in den Thüringer Wald gekommen.

Und zum Kurven jagen hatten wir in Bad Liebenstein genug Gelegenheit. Noch im Ort selber beginnt hier die Glasbach-Rennstrecke. Neu asphaltiert, Leitplanken links und rechts und alle möglichen Kurvenradien von eng bis langgezogen. Ein großer Spaß. Mit 5.500 Metern ist die Strecke die längste Bergrennstrecke Deutschlands.

Oben am Ziel angekommen stießen wir wieder auf den Imbiss zur Wallfahrt am Rennsteig, wo wir diesmal anhielten. Maschinen und Fahrer brauchten mal eine Pause, denn es war schon Nachmittags und wir waren ohne größere Pausen seit dem Frühstück unterwegs. Der Stop hier lohnt sich wirklich, mitten im Wald gelegen kann man sich hier gut stärken und ausruhen. Hier hatten wir auch Zeit, mal wieder auf die Karte mit unserer Tagesroute zu schauen, denn die nächste Sperrung stand an.

So liessen wir die geplante Schleife über Fischbach und Bad Trabarz aus und fuhren wieder über den Rennsteig nach Brotterode zurück. War nicht so schlimm, denn die Strecke ist echt ein Sahnestückchen. Gut ausgebaut, schöne Kurven und kaum Verkehr.

Ab Brotterode fuhren wir dann die Strecke zurück über Kleinschmalkaden und Floh-Seligenthal, die wir am Mittag verpasst hatten. Der Himmel hatte sich langsam zugezogen und irgendwo auf der Höhe Rotterode sollte uns der einzige Regenschauer der Tour erwischen. Wir hatten aber nur den Rand des Regengebietes abbekommen, wie sich auf der Schlußetappe über Zella-Mehlis bis Oberhof zeigen sollte. Hier war deutlich mehr Wasser vom Himmel gefallen, aber zum Zeitpunkt als wir da waren zeugten nur nasse Straßen davon. Trotzdem sollten wir es tempomässig auf der L3247 bergauf nach Oberhof nicht übertreiben. Die breiten Kurven luden zwar dazu ein, am Gashahn zu ziehen, aber der auf den Bitumenstreifen wegzuckende Hinterreifen mahnte zur Umsicht. Wäre ja blöd, nach 370 Tageskilometern kurz vor dem Ziel das Mopped noch in den Graben zu schmeissen.

In Oberhof holte ich an der Tanke noch schnell zwei Stiefelbiere, während Thomas schon unser Quartier in der Pension Danzer klarmachte. Unsere Gastgeberin war sehr nett und gab uns statt des gebuchten Doppelzimmers freundlicherweise gleich das Ferienappartement, die Motorräder fanden ihren Platz in der Garage des Hauses. Bei eher rustikalem thüringischen Essen fand dieser tolle Tag seinen Abschluss. Zufrieden checkten wir die Wettervorhersage für Sonntag, die nur Sonne für uns vorsah. So wollten wir das haben!

Die komplette, gefahrene Route findet ihr hier bei REVER.

Die geplante Route war ursprünglich diese:

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