Ducati Zero Concept

Noch heute beim Mittagessen diskutierte ich mit Max das u.a. über die neuen Möglichkeiten im Motorraddesign durch die Elektroantriebe. Andere Formen und veränderte, funktionale Anordnungen ergeben andere Flächen und zu umhüllende Körper. Unserer sehr unvollständigen und subjektiv geprägten Bestandsaufnahme nutzen die wenigsten Hersteller die neuen Möglichkeiten um wirklich eine neue Formensprache zu schaffen. Das mag auch daran liegen, daß sich die wenigsten Zweiradmarken bislang ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen.

Heute abend dann spülte mir mein Facebook-Feed das folgende Video vor die Füße. Es zeigt eine „Ducati Zero Concept“ genannte Designstudie des Studenten Fernando Pastre Fertonani. Mit Ducati hat die Studie offiziell nichts zu tun, es würde der Marke aber gut zu Gesicht stehen. Und es besitzt eine tolle Formensprache, welche sehr gut mit den Anforderungen eines E-Bikes umgeht.

Ducati Zero Concept from Fernando Pastre Fertonani on Vimeo.

Das war die Dakar 2017

Nach zwei Wochen ist sie auch schon wieder rum, die Dakar 2017. Auch dieses Jahr war sie sehr abwechslungsreich: Favoriten schieden z.T. frühzeitig aus (Nasser Al-Attiyah, Carlos Sainz, Toby Price), das Honda Motorrad-Werksteam wusste nicht, wo es tanken durfte und bekamen saftige Strafen, widrige Wetterverhältnisse sorgten für Etappenkürzungen und -ausfälle.

Zudem sorgten so lustige Vögel wie Lyndon Poskitt, der in der Malle Moto-Klasse den zweiten Platz einfuhr, fast täglich für Highlights.

Auch in diesem Jahr gilt ein besonderer Dank dem alten Griesgram, der fach- und sachkundig jeden Tag über das Renngeschehen berichtete. Einen sehr guten Rückblick findet ihr bei Asphalt & Rubber.

Best of Bike

Best of Car

Best of Truck

Best of Quad

Best of UTV

Oberflächenbehandlung mit Owatrol

Wie schon bei den Seitendeckeln der CJ250T vorexerziert hat nun auch der Tank der Honda seine (zweite) Oberflächenversiegelung mit Owatrol bekommen.

Mit dem Ergebnis auf den Seitendeckeln bin ich sehr zufrieden. Nach Entfernen des vorherigen Lacks und der Strukturierung des Metalls mit einer Messingbürste habe ich die Deckel erst innen und dann aussen mit Owatrol besprüht. Natürlich muss man genau wie bei einer herkömmlichen Lackierung darauf achten, daß die zu behandelnden Oberflächen trocken sowie staub- und fettfrei sind. Owatrol gibt es in mehreren Darreichungsformen, zu empfehlen ist die Sprühdose, die das gleichmässige Aufbringen sehr viel einfacher macht als beispielsweise Aufpinseln.

krcc_owatrol_seitendeckel_finish

Da Owatrol ein Kriechöl und kein Lack ist, dauert das Aushärten auch deutlich länger. Den Seitendeckeln habe ich zwei Wochen gegeben im lauwarmen Keller, bis ich sie wieder ans Motorrad montiert habe. Das Finish sieht aus wie Klarlack, ist aber weicher, man kann es beispielsweise mit dem Fingernagel leicht eindrücken.

Als nächstes war dann der Tank dran. Zum zweiten Mal. Eigentlich war er schon mal fertig lackiert und ich hatte ihn schon aufs Motorrad montiert und mit Benzin befüllt, als folgendes Problem auftrat:

Der Tank hatte zwei kleine Löcher, die anscheinend nur durch den vorher darauf befindlichen Lack abgedichtet waren. Jetzt war der Lack nicht mehr da und das Benzin konnte ungehindert herauspieseln. Wie man am Video auch sieht, löst das Benzin die Owatrol-Beschichtung auf. Man sollte also beim Tanken vorsichtig sein und sich auch eher darauf einstellen, daß die Behandlung mit Owatrol kein Ding für die Ewigkeit ist.

Aber zurück zu den Löchern im Tank. Diese konnten durch zulöten abgedichtet werden. Danach wusch ich die alte Owatrol-Beschichtung mit Nitroverdünnung wieder ab und bürstete den Tank nochmal frisch.

krcc_owatrol_tank_vorbereitet

Dann folgte der Auftrag des Owatrol. Beim Besprühen bilden sich teilweise Schaumbläschen, die sich aber nach kurzer Zeit auflösen.

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Das Owatrol läuft dann langsam von der Oberfläche ab und es bildet sich ein gleichmässiger Film.

krcc_owatrol_tank_detail

Um den Film etwas dicker zu bekommen, entschloss ich mich, nach einem Tag eine zweite Schicht Owatrol aufzutragen. War keine so gute Idee, wie sich herausstellen sollte. Der bereits etwas abgetrocknete erste Auftrag ließ das Öl des zweiten Auftrages nicht so gut abfliessen wie der Erstauftrag auf das blanke Metall. Daher haben sich an den Seiten des Tank jetzt leichte Nasen gebildet.

krcc_owatrol_tank_nasenbildung

Blöde Idee, lass ich jetzt aber mal so. Mal schauen, ob sich das noch etwas verteilt in den kommenden Tagen

Was lernen wir also daraus:

  • Owatrol eher in einem Durchgang aufbringen,
  • nicht von der Schaumbildung irritieren lassen,
  • lange durchhärten lassen,
  • auf möglichst staubfreie Umgebung achten, da sich Staubpartikel in der dann noch klebrigen Oberfläche leicht festsetzen,
  • Kontakt mit Benzin vermeiden.

Was die Dauerhaftigkeit des Auftrages angeht, so werde ich das dieses Saison mal beobachten und berichten.

Touratech Rambler R1200GS LC

Vor über 12 Jahren debütierte die BMW HP2 Enduro, ein beeindruckendes Stück Offroadmopped. Wenn überhaupt eine gebrauchte HP2 in den Markt kommt, dann zu saftigen Preisen. Leider gibt es von BMW keinen offiziellen Nachfolger. Mit großem Kohlefaser-Aufwand baut Kohlenwerk eine 185kg leichte Performance-Maschine auf Basis der alten, luftgekühlten GS.

Heute hat Touratech mit der Rambler ihre Vision einer Leichtbau-GS auf Wasserboxer-Basis vorgestellt:

touratech_rambler_5

Das fahrfertige Konzeptbike, welches Touratech in Abstimmung mit BMW Motorrad entwickelt hat, trägt die Motor-Getriebe-Einheit des Roadster-Modells R 1200 R mit dem Kardanantrieb der GS. Und es gab noch einen weiteren Grund, den Roadster als Basis für den Prototypen zu verwenden: Das Chassis dieses Modells ist bereits serienmäßig mit einer Telegabel ausgestattet.

Die Verwendung moderner Materialien und Technologien, Verkleidungsteile aus super leichtem Aluminiumrohr in Verbindung mit Kohlefaser, eine Abgasanlage aus Titan sowie der Austausch der Batterie gegen einen leistungsstarken, aber leichteren Lithium-Ionen-Akku tragen zur Gewichtsreduzierung bei. Im Vergleich zum Serienmotorrad hat die Rambler fast 50 Kilo abgespeckt.

Die Originalverkleidung musste der aus carbonfaserverstärktem Kunststoff maßgefertigten Airbox mit Verkleidung und adaptierten Schutzbügeln weichen. Dahinter schließt sich ein selbsttragender, 16,2 Liter fassender Tank aus Aluminium an, der gleichzeitig das Rahmenheck bildet. Zusammen mit dem separaten Kunststofftank (1,8 Liter), der auch die Benzinpumpe beherbergt, ergibt sich ein Tankvolumen von insgesamt 18 Litern. Die neu entwickelte Sitzbank kommt ohne Grundplatte aus und ist somit extrem leicht. Die Motorschutzplatte aus carbonfaserverstärktem Kunststoff schützt Motorgehäuse und -ölwanne bei der Extrem-Wanderung über Stock und Stein.

Mehr Informationen zur Rambler finden sich unter http://rambler.touratech.de/

Fotos: Touratech

Berlin Builds: Yamaha XT600 von Rockmann Brothers Racing

Als Motorradfahrer kann man nicht aus seiner Haut. Auch wenn man in der eigenen vierrädrigen Blechdose unterwegs ist, muss man immer den anderen Motorrädern hinterher schielen. Vor allem, wenn einem so ein Prachtexemplar wie dieses begegnet:

Und immer schön den anderen Bikes hinterherglotzen! #berlinbikes #rockmannbrothersracing

A photo posted by Alexander Hauser (@kettenritzel) on

So schnell wie die XT neben mir auftauchte, so schnell war sie wieder weg. Später entdeckte ich die Maschine noch auf dem Parkplatz beim Built not Bought 2016, aber viel mehr konnte ich nicht über sie in Erfahrung bringen. Der dezente Schriftzug „Rockmann Brothers Racing“ auf dem Tank war der einzige Hinweis über die Erbauer, die Berliner Brüder Norman und Sven Rockmann.

Ihr erstes Umbauprojekt haben sich beide vor drei Jahren zur Brust genommen. Da beide sehr crossaffin sind musste etwas mit Geländegenen als Basis her. Etwas, was auch leicht und agil ist und für die Stadt und Tagestouren ins Brandenburger Umland geeignet ist. So fiel ihre Wahl auf eine 1992er Yamaha XT 600 3UW, die sie von Grund auf neu aufbauten. Viele Teile für den Umbau fanden sie bei Kedo, unter anderem auch einiges von JvB moto wie die Fender und die Lampenmaske. Der Alutank wurde von einer 79er XT genommen, angepasst und aufgearbeitet.

Das Farbschema in mattweiss, silber und schwarz gibt der Maschine ein geschmackvolles Finish und so wurde aus der Enduro die Rockmann Brothers Racing XT.

yamaha_xt600_rockmann_3

Die Umbaudetails:

  • Fender vorn JvB Moto stumpf weiss lackiert
  • Gabel vorne weiss gepulvert
  • Lampenmaske JvB Moto mattweiss lackiert
  • Lenker LSL
  • Gabelbrücken weiss bzw. schwarz gepulvert
  • Tacho Kedo
  • komplette Front gecleant (u.a. Elektrik zur Seite verlegt, Hupe verlegt und versteckt, Ausgleichsbehälter verlegt nach hinten)
  • Blinker Alu schwarz von Arizona
  • Alu Tank angepasst von 79er XT, aufgearbeitet + mattweiss lackiert
  • Motor mit Soda gereinigt und schwarz lackiert
  • Sitzbank Kedo, Halterungen angepasst
  • Rahmen gekürzt und schwarz gepulvert
  • Schwinge schwarz gepulvert
  • Kedo Alu Kettenschutz schwarz gepulvert
  • Motorschutz schwarz gepulvert
  • Supermoto-Felgen „San Remo“ von Friedrich Menze
  • Dunlop Mutant Reifen hinten und vorn – keine 500km gelaufen
  • Edelstahl-Krümmer auf LeoVinci SBK
  • Stahlflex Leitungen rundrum
  • Fender hinten mattweiss lackiert
  • Tank und Fender schwarz liniert

Und das beste an dem Motorrad? Es steht zum Verkauf, weil die Brüder den nächsten Umbau bereits geplant haben. Für ehrliche 5.000€ kann dieses Bike demnächst in Eurer Garage stehen.

Bilder: Norman und Sven Rockmann, Sven Wedemeyer / Wheels of Stil

Lampenwechsel – Honda CJ250 gegen Vespa 300 GTS

Innerhalb weniger Tage musste ich zufälligerweise an beiden Zweirädern die Lampen wechseln. Unterschiedlicher hätten die beiden Wechselprocedere kaum sein können. Auf der einen Seite die 40 Jahre alte Honda CJ250, auf der anderen die noch recht junge Vespa 300 GTS.

honda_cj250t_lampenmaske_kabelverhau

Bei der Honda löst man am Lampenring zwei Halteschrauben und klappt die Lampenmaske nach vorne, dreht die Lampenfassung raus, welchselt das Leuchtmittel und baut alles wieder zusammen. Eine Sache von maximal drei Minuten.

Bei der Vespa ist es ein klitzeklein wenig komplizierter, wenn ich mal die Bedienungsanleitung zitieren darf:

Zum Ausbau des Scheinwerfers wie folgt vorgehen:

1. Die Rückspiegel abbauen.

2. Die Schraube «A» an der vorderen Kühlerhaube entfernen.

3. Die Schraube «B» zur Befestigung der vorderen Lenkerverkleidung entfernen.
4. Die Befestigungsschrauben «C» der hinteren Lenkerverkleidung entfernen.
5. Die vordere Lenkerverkleidung anheben.
So gelangt man an die Lampen. Den Gewindering drehen und die Scheinwerferlampe Fernlicht/ Abblendlicht «D» herausziehen. Zum Wechseln der Standlichtlampen muss die Gummi-Lampenfassung aus ihrem Sitz genommen werden. Beim Wiedereinbau in umgekehrter Reihenfolge vorgehen.

Besser illustriert das der folgende YouTube-Film:

Und natürlich habe ich die Schraube für die Lenkerverkleidung trotz des sachdienlichen Hinweis bei 4:30 Minuten im Video in das Vespa-Beinschild fallen lassen und nicht wieder gefunden.

Und wenn alles ab ist, sieht die Vespa ganz schön nackig aus.

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Statt der schnellen Rein-Raus-Nummer bei der Honda ist man bei der Vespa deutlich länger am Schrauben. Moderne Technik muss also nicht immer einfacher sein. Zumal die Entfernung der Kühlerhaube vermeidbar gewesen wäre, hätte man an deren oberen Ende eine runde Aussparung mit eingeplant, durch die man freien Durchgriff auf die Befestigungsschraube der Lenkerverkleidung gehabt hätte. Der Italiener hats anscheinend gerne etwas komplizierter!

Verbaut habe ich statt der alten GE-Glühbirne eine Philips H4 Vision, die 30% mehr Leuchtweite verspricht. Das trübe Wetter der kommenden Tage wird genug Möglichkeit geben, die zu überprüfen.

Kettenritzel.cc auf YouTube

In einem Anfall von jahresendlichem Aufräumwahn habe ich mich meinen quer im Web verstreuten Motorradvideos gewidmet. Teils dümpelten diese auf Vimeo herum, teils in meinem privaten YouTube-Kanal. Haltlose Zustände!

Jetzt sind diese alle gesammelt verfügbar im Kettenritzel.cc-YouTube Kanal.

krcc_youtube_kanal

Nicht, daß ich jetzt unter die YouTuber gehe, dazu bin ich zu talentfrei im Videoschnitt, wie man auch unzweifelhaft an den älteren Videos im Kanal sehen kann. Aber man muss auch zu seinen Fehlern stehen.

Vielmehr werde ich versuchen, ab und zu mehr kurze Videos in meine Blogbeiträge einfliessen zu lassen. Und wenn es nur dazu dient, Euch das neueste Dilemma aus meiner Werkstatt zu zeigen.

Viel Spaß beim Kucken!

Jahresrückblick 2017

Das Jahr geht zu Ende und wie immer hätte man mehr Motorrad fahren können. In diesem Jahr war es aber besonders schlimm. Die Motorradtour war nur ein Wochenende lang. Die BMW stand sich die Reifen eckig, die Honda war die meiste Zeit unpässlich, nur die Vespa wurde als daily driver ihren Muli-Aufgaben gerecht.

Doch alles der Reihe nach.

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Im Januar passierte nicht viel, ich blickte kurz zurück auf den kleinen Ausflug in den Sand mit der GS, den ich kurz vor Silvester noch unternommen hatte.

Honda_CJ250_1

Die ersten Gedanken zum Umbau der Honda machte ich mir im Februar. Es kommt nun vieles anders als damals gedacht. Letztendlich habe ich für mich gelernt, daß man bei Umbauten nichts überstürzen sollte, sondern seine Gedanken erstmal reifen lassen soll, bevor man kurzerhand in Hektik verfällt. Vieles, was ich an der CJ damals ändern wollte ist für mich jetzt für den Charakter der Maschine wichtig wie die Original-Instrumente oder der Auspuff.
Ebenso plante ich ausführlich an einen Motorradtrip durch Kalifornien und Nevada herum, der dann doch nicht zustande kam. Das schöne aber an den Plänen: man kann sie auch noch später realisieren. An der Route wird sich nicht viel ändern, an den Vorbereitungen vielleicht ein bisschen was.
Nach langer Pause fanden auch die Berliner Motorradtage wieder statt.

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Die mechanische Instandsetzung der Honda beschäftigte mich ab März häufiger, als mir vielleicht lieb war. 
Die erste, kleine Wochenendausfahrt zog mich in die Uckermark, wobei ich fast nicht hingefunden hätte. Nachts, im Regen, ohne Navi und Handy.

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Ein Motorrad sollte mich in diesem Jahr ausführlicher beschäftigen, nämlich die Yamaha XSR700 / MT-07. Im April stellten die Jungs von Bunker Custom einen sehr schönen Enduro-Umbau vor, der meiner Meinung nach mit den Umbauten von Jens vom Brauck das beste Custombike auf dieser Fahrzeugbasis darstellt. In diesem Kontext sinnierte ich auch ein wenig über zukunfts- oder vergangenheitsgewandtes Motorraddesign.
Die Tourenplanung für den Alpenblitz 2016 stellte ich Euch ebenfalls vor, die ich zum großen Teil mit dem tollen Planungstool von kurviger.de umgesetzt hatte. Das man auch auf kleinen Hügeln Spaß haben kann, fand ich beim Trialkurs in Jüterbog heraus.

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Im Mai war erstmal das Anrollern angesagt.  BMW Motorrad überraschte auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este mit der R5 Hommage. Bei meiner Honda kümmerte ich mich um Vergaser und Benzintank und unternahm eine erste „größere“ Ausfahrt nach Finowfurt.

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Der Juni brachte ein paar kleinere Touren in die Ostpriegnitz und die Uckermark. Generell sollte man viel öfter in die Uckermark fahren, Landschaft können sie da besonders gut und es gibt auch ein paar kleinere Kurven sowie Bergauf-  und Bergabpassagen.

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Auf den BMW Motorrad Days im Juni präsentierten die Bender-Brüder ihre Benduro auf der Basis der BMW R nineT, eine wirklich beeindruckende Maschine mit einem Fahrwerk vom Feinsten.
Ich durfte das erste Mal auf einer BMW S1000RR Platz nehmen.  Nicht nur das, ich durfte sie auch zum Alpenblitz 2016 ausführen.
Abschied nehmen hieß es dann in Berlin von meiner BMW F650 GS. Nach vier Jahren und 16.000 gemeinsamen Kilometern gelang mir das kleine Kunststück, sie zu einem höheren Preis zu verkaufen als ich sie damals gekauft hatte. Warum ich sie verkaufte? Zum einen hatte ich kaum mehr Gelegenheit, sie regelmässig zu bewegen, zum anderen wollte ich Raum für etwas Neues machen. Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, was dieses Neue sein soll.

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Das Jahres-Highlight unserer gemeinsamen Alpentour schaffte ich dann im August ausführlich in Reisebericht und Video zu dokumentieren.
Währenddessen feierten die Petrolettes bei ihrem ersten Frauen-Motorrad-Festival in Berlin ordentlich ab.

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Was ich beim Motorrad fahren immer sehr schätze sind die Begegnungen mit interessanten Menschen. Beim Alpenblitz traf ich Rolf Lange nach langer digitaler Bekanntschaft das erste mal in Fleisch und Blut, Grund genug für ein kleines Portrait. Der Blogkollege Griesgram kam im Rahmen seiner Roadblog-Aktion im September nach Berlin für eine gemeinsame Ausfahrt.
Das schöne Herbstwetter an diesem Wochenende nutzte ich für eine kleine Spritztour durch Berlin, ebenso genossen wir es auf dem Distinguished Gentlemans Ride, bei dem Stefan und ich die Distinguished Sanitäter gaben.

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Mit der Honda war ich über den Sommer hinweg beleidigt. Weil sie nicht lief, dauernd rumzickte und überhaupt. Ich hatte sie schon zum Verkauf inseriert bis ich mich im Oktober eines besseren besann und mich entschloss, ihr und mir eine zweite Chance zu geben.
Die Ausfahrt zum einjährigen Jubiläum der Berlin Café Racers verpasste ich, weil ich an dem Wochenende ein Event auf Sizilien betreuen musste. Aber wenn man schon mal auf dem Ätna herumgurkt, kann man auch zumindest in Gedanken eine Motorradtour dort planen.
Der Besuch auf der Intermot gehörte auch zum Pflichtprogramm und ich schaute mir dort die Neuvorstellungen sowie die Custombikes an.

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Sträflich vernachlässigt hatte ich in diesem Jahr die Rubrik „Benzingespräche“, aber im November durfte ich Euch ein besonderes Schmankerl kredenzen: ein spannendes und umfangreiches Interview mit Jens vom Brauck. Die anschliessende Probefahrt auf seiner umgebauten Yamaha MT-07 hängt mir noch bis heute nach. Dieses Motorrad ist das ultimative Spaßpaket auf zwei Rädern.
Mit dem Umbau der CJ250T ging es auch langsam voran. Die Seitendeckel wurden entlackt und geschliffen, die neue Sitzbank vorbereitet und zusammen mit Sven Wedemayer der Schutzblechhalter umgearbeitet für das neue Aluschutzblech.
Für die Anhänger des fliegenden Ziegelsteins überraschten und das Team von Titan Motorcycles mit ihrem „Xaver“ genannten Umbau einer K100.

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Der Dezember ist noch nicht ganz rum und ich bin guter Hoffnung, daß ich die Honda wieder auf die Strasse ausführen kann. Den Tank habe ich nochmal professionell entrosten lassen, entlackt und schon mal probehalber montiert. Mit den neuen Blinkern ist der Umbau des Vorderteils der Honda abgeschlossen. Für den Heckumbau werde ich mir Hilfe holen müssen, zwischen den Jahren ist da hoffentlich Zeit für eine erste Konsultation bei Herold Motors.
Ein kleines Klassentreffen der Berliner Motorradszene hatten wir bei der Präsentation des neuen Triumph Bonneville Bobbers in Berlin. Einige kontroverse Diskussionen um das neue Bike wurden an dem Abend am Lagerfeuer noch geführt.

Was bleibt nun von 2016?

1. Die Sehnsucht nach der Ferne
Nicht nur, weil Touren dieses Jahr viel zu kurz kamen habe ich den Drang zur nächsten großen Ausfahrt. Schöne Strecken mit den richtigen Leuten fahren ist einfach ein großartiges Geschenk. Das zeigte sich auch wieder dieses Jahr beim Alpenblitz, auch wenn dieser nur zwei Tage dauerte. Für 2017 planen wir mindestens eine Woche in den Westalpen. Am Tourlayout frickel ich schon seit längerem, die Strassenkarten liegen hier vor mir auf dem Couchtisch und werden regelmäßig mit dem Zeigefinger abgefahren. Ach ja, liebe Motorradhersteller: in der Geschichte des Alpenblitz 2017 ist noch Platz für eines Eurer Motorräder! 😉

2. Die Lust am Schrauben
Vor der Lust kam bei mir der Frust, als es mit der Honda überhaupt nicht voranging und ich vor allem immer wieder merkte, wie wenig Ahnung ich von den Dingen hatte, die ich mir vorgenommen hatte. Aber wie sagt der Lateiner so schön? „Per Ardua as Astra“, durch den Staub zu den Sternen. Man muss einfach machen und aus seinem Scheitern lernen. Wenn Dinge in die Hose gehen, einmal laut „Scheisse“ schreien, ein Frustbier trinken und vielleicht mal jemanden Fragen, der davon Ahnung hat (s.a. Punkt 3). Jeder von uns Gelegenheitsschraubern hat mal ahnungslos angefangen und dazu gelernt. Den Vergaser der Honda kann ich mittlerweile blind zerlegen, irgendwann verstehe ich auch mal die Fahrzeugelektrik oder kann selber eine Sitzbank aufbauen. Man muss halt einfach mal anfangen.

3. Die Gemeinschaft
Viele neue Bekanntschaften haben mein Motorrad-Universum in diesem Jahr bereichert. Vor allem die kleinen Dinge waren es, die dazu beigetragen haben, wie die schönen Motorcycle Nights im Bassy, die Treffen und Ausfahrten mit den Berlin Café Racern über die man immer neue Bekanntschaften gemacht haben, die einem auch gleich mit Rat und Tat beiseite standen (siehe 2). Oder einfach die Gewissheit, Montag abends auf ein Feierabendbier im Crossroads aufzuschlagen und garantiert einen Petrolhead zu treffen. Eine besondere Nennung haben sich hier Aileen, Sven und Stefan verdient. Aileen als Mutter der Kompanie der Berlin Café Racer, die in ihrer Herzlichkeit und ihrer positiven Energie das emotionale Bindeglied zwischen so vielen Menschen ist. Sven, der auch mal gerne und ohne mit der Wimper zu zucken drei Stunden seines Samstagnachmittags opfert, um mir mal schnell was zu schweissen. Und Stefan, mein Brother in Crime: keiner trägt eine Sani-Armbinde so stylish und sexy wie wir!

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In diesem Sinne: bleibt diesem Blog auch in 2017 gewogen und „always keep the rubber side down“!

Adventsblinker

Gestern war schon der 4. Advent und welch besseren Anlaß kann es geben, sich neue Lichter ans Mopped zu stecken. Also Blinker, um genau zu sein. Die riesigen Yamaha-Blinker vorne an der Honda waren mir schon länger ein Dorn im Auge.

Also bohrte ich erstmal als Aufnahme für die neuen Blinker links und rechts 10er Löcher in die Lampenhalterungen.

honda_cj250t_bohrloch_blinker_lampenhalterung

Mit den neuen und den alten Blinkern hatte ich dann schon meinen Motorrad-Adventskranz fertig:

honda_cj250t_blinker_adventskranz

Anschliessend musste ich mich meinem Endgegner stellen, dem Kabelverhau in der Lampenmaske.

honda_cj250t_lampenmaske_kabelverhau

Hier tummeln sich Kabel und Stecker in den verschiedensten Farben und Formen. Mit der Originalverkabelung hat das nur noch sehr wenig zu tun.

Honda-CB-CJ250-Electrical-Wiring-Diagram

Im Falle der Blinker war das noch ein lösbares Problem, da man nur dem kurzen schwarzen Kabel des alten Blinkers folgen musste, um an den richtigen Stecker in der Lampenmaske zu finden. Trotzdem hat es mich gewundert, daß mehrere Kabelenden einfach so offen in der Lampenmaske rumhingen. Ich habe erstmal alles grob aufgeräumt, so lange keine Funktionen eingeschränkt sind, lass ich das einfach mal so.

Und siehe da, es funktioniert alles. Und sieht auch noch viiieell besser aus, meiner eigenen, unbescheidenen Meinung nach.

honda_cj250t_blinker_final

It's aliiiiiive! Hach, wat sin die neuen Blinker schick! #honda #cj250t #blinker

A video posted by Alexander Hauser (@kettenritzel) on

Die Rally #Dakar 2017 – Ein bisschen Hintergrund

Die nächste Dakar-Rallye steht wieder kurz bevor und ich kann Euch keine bessere Informationsquelle für Vor-, Während- und Nachberichterstattung empfehlen als den Blogkollegen Griesgram. BItte hier entlang.

Griesgram999

Wer mich kennt oder irgendwo (g+) im Sozialen Netz (Twitter) verfolgt, der weiß, dass ich ein großer Fan der Dakar bin. Das war nicht immer so.

Zu der Zeit, als ich die Dakar nur aus den Reportagen von Mopped-Zeitschriften (die meistens erst Monate nach Ende des Rennens erschienen) kannte oder später dann, als Eurosport nachts eine halbe Stunde Tageszusammenfassung (nachdem Snooker eine Stunde überzogen hatte) zeigte, war ich kein großer Fan. Ich musste mich erst eingehender mit dem Rennen beschäftigen um die Faszination zu verstehen.

Navigation

Die Dakar ist eine Rally ohne E. Das bedeutet, dass die Fahrer die Strecke nicht kennen und mit Hilfe des Roadbooks selbst finden müssen. Dieses Jahr sind die Navigationsregeln verschärft worden, es wird geheime, nicht markierte Checkpunkte geben.
Das GPS, das der Veranstalter stellt, zeigt die meiste Zeit nur die gefahrene Himmelsrichtung und Geschwindigkeit an, nur in der Nähe der Weg- und…

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