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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Taipei Flow | A Rough Crafts Story

Es kann ja sein, daß ich mich wiederhole. Aber Winston Yeh ist für mich einer der spannendsten Custom Bike Builder derzeit. Hier ein schönes Portrait über ihn und seinen Royal Enfield 650 Umbau!

Das kleine 1×1 von Zug- und Druckstufe

Im Berliner Dainese-Store kann man nicht nur feines Leder und Helme kaufen, man kann auch noch etwas lernen. Ab und zu werden dort auch Workshops veranstaltet wie gestern nachmittag zum Thema Fahrwerk. Steven von MG RaceTec teilte seine langjährigen Erfahrungen mit uns. Unter anderem betreut er seit 2017 bis heute alle Dainese & AGV Trackdays in Sachen Fahrwerk und hat darüber hinaus auch noch Moto3-Erfahrung.

Für mich war der ausschlaggebende Grund zur Teilnahme die Tatsache, daß meine Street Triple über ein einstellbares Fahrwerk verfügt und bevor ich da einfach dran rumschraube, wollte ich zumindest in der Basis wissen, was ich da tue.

Die zahlreichen Einzelteile auf dem Tisch zeigten, daß es hier ans Eigemachte gehen würde. So diskutierten wir die unterschiedlichsten Fragen rund um Gabeln und Federbein:

  • Wo ist die Zug- und wo die Druckstufe, was machen die überhaupt?
  • Was sind Shims?
  • Warum sind die überhaupt in der Gabel verbaut?
  • Wie erarbeite ich mir mein Basis-Setup und kann ich was falsch machen?

Die über zwei Stunden vergingen sehr schnell und waren sehr erhellend. Nicht, daß ich jetzt Fahrwerks-Experte wäre, aber ich verließ den Workshop mit einem tieferen Verständnis für das Thema. So werde ich zukünftig neben der Wartung aller anderen Fahrzeugkomponenten auch ein Augenmerk auf die Wartung von Gabeln und Dämpfer legen. Wie das Motorenöl unterliegt auch das Gabelöl einem Verschleiß, wie dieser Vergleich von altem (20.000km gelaufen) und frischen Gabelöl zeigt:

Schon bei meiner MT-07 sinnierte ich über ein Upgrade des Federbeins, weil dies eine der wenigen Schwachstellen der MT war. Für die neue Saison werde ich auf jeden Fall dem Setup und der Einstellung des Triumph-Fahrwerks widmen, um es optimal auf mein Gewicht und meine Fahrpräferenzen einstellen zu lassen.

Im neuen Jahr wird es hierzu eine weitere Veranstaltung im Dainese Store geben, checkt deren Facebook-Seite, wenn ihr es nicht verpassen wollt.

Scramble Bee Rallye 2018

Auch in diesem Jahr fanden sich im November einige unermüdliche Motorradfahrer ein, um nach dem Vorbild des polnischen „Scramble Fever“ an der Berliner „Scramble Bee Rallye“ teilzunehmen. Start- und Zielpunkt war wieder die Halle 8 in Reinickendorf. Ich bin immer noch neidisch, wenn ich an diese tolle Schraubergarage denke.

In diesem Jahr war den Teilnehmner wesentlich besseres Wette als 2017 beschert. Fun was being had, wie diese tollen Bilder von David Biene unter Beweis stellen!

(c) www. david-biene.de

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Auch Craftrad hat eine Geschichte dazu!

The Salt Flats – Eleven Ninety Eight

Filme über die Bonneville Speed Week habe ich Euch schon mehrere vorgestellt, zuletzt Salt Fever, davor Out of Nothing oder Why we Ride.

Den neuesten Film in diesen Reigen hat heute der englische Regisseur Josh Allen vorgestellt: The Salt Flats – Eleven Ninety Eight

Kein geringerer als der supertalentierte Max Hazan schwingt sich hiermit deinem Kumpel Gerald ‚Gerry‘ Harrison in den Sattel einer umgebauten Ducati. Nicht, um Rekorde zu brechen, aber um den Geist dieser legendären Veranstaltung in sich aufzunehmen. Schöne Kurzdokumentation, schauts Euch gerne mal an.

Rolf Langes Weltenreise – Mit dem Motorrad ins Abenteuer und zurück

Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Die Geschichte des Buches neben mir auf dem Schreibtisch begann für mich mit einem Motorradblog, welches ich vor ein paar Jahren entdeckte. Unter www.thisworldahead.com dokumentierte Rolf Lange die Vorbereitungen zu einer Weltumrundung mit dem Motorrad. Mit Spannung verfolgte ich die Reise, interviewte ihn unterwegs und fuhr mittlerweile zwei Alpentouren mit ihm.

Wenn ich jetzt also hier über sein Buch schreibe, fällt mir das sehr schwer, dies mit einem neutralen Blick zu tun. Denn Rolf ist von irgendeinem Motorradfahrer der ins Internet schreibt zu einem Freund und Roadbuddy geworden.

65.266 Kilometer fuhr er in 17 Monaten durch 42 Länger auf 5 Kontinenten. Anfangs zu zweit mit seinem Freund Joe, am Schluß alleine. Er läßt Freunde, Familie, eine erfolgreiche Karriere und seine Komfortzone hinter sich. Anders als andere Bücher über Weltreisen mit dem Motorrad ist Rolfs Buch kein Motorrad-Reiseführer. Man findet keine detaillierten Routenempfehlungen oder Planungshilfen. Was man findet ist ein persönlicher Blick auf diese Welt, auf überraschende Begegnungen und nicht gekannte Einblicke in Menschen, Länder und Kulturen.

Die neun Kapitel des Buches zeigen Highlights aus dieser langen Reise, prägende Erlebnisse, die Rolf auf eine sehr warmherzige und wertschätzende Art und Weise schildert. Die Kapitel stehen aber auch stellvertretend für neun inspirierende Erkenntnissen über das Leben außerhalb der Komfortzone. Neben vielen wunderschönen Landschafts- und Naturaufnahmen findet Rolfs Kamera immer wieder den Fokus auf die Menschen, die er traf. Man sitzt förmlich neben Rolf in der kirgisischen Jurte oder in Godfreys Haus in Tansania. Man fühlt mit ihm, wenn er das Dadestal in der marokkanischen Provinz Tinghir durchfährt und so dem Reisetipp seines verstorbenen Vaters folgt.

Diese sehr persönlichen Erzählungen machen die Lektüre des Buches für mich so wertvoll. Sie sind wie eine Begegnung mit Rolf: warmherzig, wertschätzend, weltoffen.

Das Buch „Weltenreise: Mit dem Motorrad ins Abenteuer und zurück.“ könnt ihr hier bei Amazon bestellen.

Alle Berliner haben die Möglichkeit, Rolfs Vortrag über seine Reise am 6. November hier in Berlin zu hören. Er stellt seine Reise und sein Buch beim 11. Moto Cycle Pow Wow vor. Los geht es um 19:00 Uhr im Rosis in der Revaler Str. 29, 10245 Berlin. Weitere Details hierzu findet ihr im Facebook-Event.

Das Motorradklamotten Testtagebuch – die Herbstausgabe

Nicht nur beim Motorrad, auch an der Outfit-Front hat sich dieses Jahr einiges getan. Nach einem intensiven Sommer des Testens kann ich euch hier einige Erkenntnisse zur getragenen Rumpfkluft notieren.

Nolan X-201 Puro Ultra Carbon 1 Jethelm

Schuld am Nachfolger meines Nexo Hog Jethelms ist ein verlorenes Wangenpolster. Da dies nicht mehr nachbestellbar war und der Nachfolger Nexo Hog II nur in den Grüßen S und M vorrätig war, blieb mir nichts anderes übrig, als mich nach etwas neuem umzusehen. Die Motorradsaison neigte sich dem Ende zu und so setzten im stationären Handel die Preisnachlässe ein, welche mich letztendlich zum Nolan X-201 führten. Der Preis war natürlich nicht der ausschlaggebende Grund sondern zuallererst die Passform. Bei meinem großen und länglichen Kopf passt nicht alles, aber interessanterweise sitzen die Nolan Helme immer perfekt.

Zu einem sehr guten Preis konnte ich so einen topmodernen Jethelm mit stilvoll klassischer Optik erstehen. Die Carbon-Helmschale wird abgerundet durch die umfassende Chromleiste und ein wertiges Innenfutter aus Leder und Alcantara (vermute ich zumindest). Die Innenausstattung ist herausnehmbar und waschbar, der Helm verfügt über einen Doppel-D Ring-Verschluss und an die Befestigungs-Knöpfe mit genormtem Abstand kann man nach belieben einen kurzen Schirm oder ein Visier befestigen.

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The Motocycle Pow Wow: Premiere des italienischen Chopperfilms RIDE ON

The Motocycle Pow Wow ist Berlins monatliche Motorradkultur-Veranstaltung, die seit September endlich ein neues Zuhause im Rosis Berlin gefunden hat. Hier treffen sich Berlins Motorradenthusiasten und -innen, um sich in familiärem und entspanntem Rahmen auszutauschen und Spass zu haben, Eigenumbauten zu präsentieren und Reiserouten auszutauschen. Dazu gibt es jeden Monat ein Special wie Livekonzerte, Reisevorträge, Ausstellungen oder Filmvorführungen.

Diese Woche fand das treffen schon zum 10. Mal statt und es gab ein besonderes Special: die deutsche Premiere des italienischen Chopperfilms RIDE ON, der in diesen Tagen auf DVD erscheinen wird.

Foto: Mike Auerbach

Foto: Mike Auerbach

Foto: Mike Auerbach

Foto: Mike Auerbach

Foto: Mike Auerbach

Foto: Mike Auerbach

„RIDE ON ist ein selbstproduzierter Dokumentarfilm des Regisseurs Luca Mazza. In Zentrum stehen die von Francesco „Frankino“ Torredimare unter dem Namen „Chop Works“ entworfenen und gebauten Chopper, die seine grosse Faszination für die 60er und 70er Jahre wiederspiegeln. Jedes dieser individuellen Bikes hat seinen eigenen Soundtrack, seine eigene Persönlichkeit und seine eigene Entstehungsreise. Auf diesen Motorrädern trägt uns der Film auf einen wilden Ritt durch die Welt der Kustom Kulture, Grafik, Musik und Underground Obskuritäten in der Motorcity Turin, in Italien und ganz Europa.
Unterschiedlichste Künstler und Musiker begleiten die Geschichte um Chop Works und den umgebenden Mikrokosmos voller bizarrer Momente und Deja-Vues aus der Welt der B-Movies der 60er Jahre.“

Wie der Trailer schon erkennen lässt, ist der Film eher rustikal produziert und mit einigen psychedelischen Elementen versetzt, aber sehr authentisch. Auch wenn Chopper nicht so mein Ding sind, fand ich es sehr kurzweilig, über den Film in diese Szene einzutauchen und ihre italienische Seite kennen zu lernen!

Mehr dazu auf der Filmwebsite und auf Instagram.

Intermot 2018

Alle zwei Jahre wieder findet die Intermot in Köln statt und so machte ich mich gemeinsam mit Sandra von http://bike-addicted.de/ auf den Weg, die Neuheiten bei Motorrädern und Zubehör unter die Lupe zu nehmen. Bei den Motorrädern zumindest waren der wirklichen Premieren sehr wenig vorhanden, wie fast jedes Mal sparen sich die Hersteller die großen Neuheiten zur EICMA auf, die wenige Wochen später in Mailand stattfindet.

Hier also unser kleiner, digitaler Messerundgang in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

BMW

Deutlich reduziert war der Messestand von BMW Motorrad und die Neuheiten waren bereits seit Wochen in der Presse. Die BMW R1250 GS ist das neue Flagschiff der BMW Reiseenduros. Optisch nur dezent verändert, steckt die wahre Innovation im Motor. Ein kleines Hubraum-Upgrade sorgen nun für eine Leistung von 136 PS bei 7.750 Touren leistet und ein sattes Drehmoment von 143 Newtonmetern bei 6.250 Touren. Diese Mehrleistung soll bei weniger Spritzverbrauch erreicht werden. Durch eine „Shift Cam“ genannte Technik, werden über zwei variabel eingesetzte Nockenwellen die Variierung der Ventilsteuerzeiten und des Ventilhubs auf Einlassseite erreicht. So wird eine optimale Steuerung bei Teil- und Volllast erreicht.

Den gleichen Antrieb erhält auch die R1250 RT. Und das wars auch schon mit den Neuigkeiten bei den Bajuwaren. Neue Lackierungen für diverse Modelle mal ausgenommen.

Custombikes

Die Custombikes standen vor allem in Halle 10.1 in sehr unterschiedlicher optischer Güte und Machart.

Einer der schönsten Umbauten aus meiner Sicht war dieser cleane Flat Tracker von Hombrese Bikes. Aber auch Mellow Motorcycles beweist mal wieder ihren guten Geschmack:

Hersteller wie BMW oder Indian gönnten sich einen Zweitstand, um ihre eigenen Custom-Modelle auszustellen. „Custom ist das neue Stock“, las ich diese Woche ein einer Online-Diskussion und da ist was dran. Die Zubehörkataloge vieler Hersteller wachsen, heißen „Option 719“ bei BMW oder „Inspiration Kits“ und hier kann man schon ab Werk so ziemlich alles umkonfigurieren, was das Herz begehrt.

Wer aber immer noch selber Hand ans Bike anlegt, der findet zum Beispiel bei BERHAM Customs qualitativ hochwertige Teile, z.B. für die Zweiventilboxer von BMW.

Aber gerade bei diesen Modellen muss ich gestehen, daß ich mich dran satt gesehen habe. Zu inflationär waren die Umbauten auf dieser Basis in den letzten Jahren und zu uniform die Ergebnisse. Vor allem wenn man wie beim Walzwerk da fast ne Serienproduktion draus macht.

Balsam für mein Auge waren dann wieder Jens vom Braucks Bikes auf dem Kedo-Stand. Ich stehe einfach auf seinen Stil, da bin ich Fanboy.

Ducati

Bei den Italienern gab es ein Facelift für die Scrambler-Baureihe, optische Nettigkeiten und neue Lackierungen. Aber auch jetzt mit Kurven-ABS. Ich finde es aber erstaunlich, daß Kleinigkeiten wie „uuuh, wir haben jetzt LED-Blinker..“ ernsthaft in einer Pressekonferenz auf der Bühne erwähnt werden.

Der Panigale V4 konnte ich bei der Gelegenheit auch mal tief in die Augen sehen.

Fantic

ENDLICH! Endlich konnte ich mal ein Fantic Cabellero 500 aus der Nähe sehen und Probe sitzen.

Leider ist der Markteintritt dieses schönen Scramblers immer wieder Verzögerungen unterworfen. Gerade bei der 500er sollen es Probleme mit dem Auspuffsystem gewesen sein, die jetzt aber vom Zulieferer Arrow gelöst worden sind. In ein paar Wochen soll diese Schönheit auch in Berlin beim Händler stehen und dann ist eine Probefahrt so was von fällig!

Die Qualitätsanmutung und die Ergonomie passen auf jeden Fall schon mal.

Husqvarna

Die Husqvarna 401 Svartpilen und Vitpilen sowie die 701 Vitpilen sind schon mal gut am Markt angekommen. Und der nächste Knaller stand in Form des Prototypen der 701 Svartpilen auf dem Messestand der Schweden. I like!

Indian

Die großer Premiere bei Indian war nicht das oben gezeigte, schön gemachte Custombike von Anvil Motocyclette, nein, es war die FTR1200. Den Prototypen konnte ich schon am Glemseck aus der Nähe sehen und hören, das hier war dann endlich die Serienversion. Gute Proportionen, komfortable Sitzposition und der Motor is von der Papierform wahrlich kein Schwächling. Endlich ein ernstzunehmendes Bike jenseits der barocken Fulldresser und Cruiser. Und die Tatsache, daß die Weltpremiere in Europa stattfand, sagt glaube ich einiges über den Zielmarkt der Amerikaner.

 Aber jetzt mal unter uns Gebetsschwestern: was ist denn mit dem Auspuff passiert? Welcher Brotkastenhersteller wurde denn hier als Zulieferer verpflichtet? Naja, die Aftermarket Parts werden es schon richten.

Der Sitzvergleich zur Scout zeigte schon mal, daß ich auf diesem Bike keine 10 Kilometer fahren könnte, ohne das mir der Hintern einschliefe.

MotoGuzzi

Eine weitere Weltpremiere auf der Intermot war die MotoGuzzi V85 TT. Der 850 Kubik-Motor liefert 80 PS ab und soll so für angenehmen Reiseenduro-Vortrieb sorgen. Optisch fand ich sie eher gewöhnungsbedürftig, zumal in der rot-weiß-gelben Lackierung. Bezeichnenderweise war sie nur von alten Männern umlagert, so daß ich nicht mal ein anständiges Foto machen konnte.

SOL

Die SOL Pocket Rocket stand schon am Glemseck rum. Spannendes Konzept, mehr dazu hier:

Suzuki

Bei Suzuki gab es die zweite Weltpremiere der Messe, mit der Katana kehrt eine Ikone zurück. Technisch basiert sie auf der GSX-S1000, optisch leugnet sie ihre Herkunft nicht.

Die Präsentation war allerdings an Langeweile nicht zu überbieten. Ich kann verstehen, daß bei so wichtigen Neuerungen irgendwelche wichtigen und leitenden Angestellten von Suzuki zum Zuge kommen wollen oder müssen. Aber wenn die dann von vier Telepromptern ablesen und dabei versuchen emotional zu wirken dann kann das nur nach hinten losgehen.

Triumph

Triumph schloss den Reigen der Pressekonferenzen am Fachbesuchertag. Präsentiert wurden die neuen Street Twin und Street Scrambler. Die Motoren leisten nun 10 PS mehr und verzögert wird vorne nun mit Vierkolben-Bremssätteln von Brembo. Ebenso verfügen die Modelle nun über unterschiedliche Fahrmodi Road und Rain.

Schmerzlich vermisst wurde die neue 1200er Scrambler, die gibt es erst in ein paar Wochen auf der EICMA. Aber wenigstens war die Pressekonferenz kurzweilig.

Vespa

Ja, man kann bei Vespa immer noch 9.000€ für einen 125er Roller ausgeben. Jetzt sogar in rot.

Yamaha

Die kleine Sandra möchte gerne aus dem R1-Spieleparadies abgeholt werden.

Hier geht es weiter zu den Messe-Eindrücken bei Kraftrad.com. Drüben bei Instagram haben Sandra und ich noch einige Bilder mehr gepostet.

Fazit: wegen der neuen Motorräder muss man nicht zur Intermot, dann lieder zur EICMA. Schön ist es immer noch, die Bikes mal allesamt aus der Nähe zu sehen und Probe zu sitzen. Aber das wichtigste war, bekannte Gesichter wieder zu sehen und neue Leute kennenzulernen. Die Pressekonferenzen der Hersteller haben keinen wirklichen Neuigkeitswert, die letzten Absatzzahlen kann man sich auch online nachlesen und von den neuen Bikes, wenn mal wirklich welche vorgestellt werden, sieht man auf der PK vor lauter Gedränge eh nichts.

The Distinguished Gentlemans Ride Berlin 2018

Jeden letzten Sonntag im September zelebrieren wir seit einigen Jahren den Distinguished Gentlemans Ride. Waren wir am Anfang nur ein paar wenige Fahrer, versammelten sich dieses Jahr fast 350 FahrerInnen in Berlin, um auf Prostatakrebs-Vorsorge aufmerksam zu machen. Zum ersten Mal teilten wir uns diesen Tag nicht mit dem Berlin Marathon und hatten somit die Stadt für uns. Die Berliner Polizei gab uns ein tolles Geleit durch die ganze Stadt, am Wegesrand standen hunderte von Menschen, die uns zujubelten und winkten. Über 10.000€ konnten gesammelt werden für den guten Zweck. Was für ein großartiger Tag.

Distinguished Gentleman’s Ride 2018 in Berlin (Foto: Nippon-Classic.de)

Distinguished Gentleman’s Ride 2018 in Berlin (Foto: Nippon-Classic.de)

Mehr Bilder findet ihr unter anderem bei Nippon Classic und Joey Burtoni, den ich heute rückwärts auf dem Beifahrersitz meiner Vespa durch den Konvoi chauffierte, damit er diese tollen Fotos machen konnte.

Und das Video machen habe ich dieses Jahr Leuten überlassen, die das deutlich besser können:

David gegen Goliath oder der etwas ungleiche Vergleichstest zwischen der BMW G310 GS und der BMW S1000 XR

Wieviel Motorrad braucht man, um auf Tour Spaß zu haben? Mein Studenten-Ich war ja schon glücklich, wenn es mit einer Vespa V50N den Bodensee umrundete. Zwanzig Jahre später bin ich – nach eigenem Dafürhalten – immer noch relativ bescheiden, was die Leistung meiner Zweiräder angeht und decke das Spektrum zwischen 22 und 75 106 PS ab. Man mag unken, ich führe ja meistens nur durch Brandenburg, wieviel mehr Leistung braucht man da? Aber was, wenn man eine Alpentour fährt? Genau das wollten wir herausfinden.

BMW Motorrad war so freundlich, uns hierfür das kleinste und das größte Bike aus ihrem Adventure-Bike-Sortiment zur Verfügung zu stellen: die G310 GS mit 34 Einzylinder-PS sowie die S1000 XR mit 165 PS aus einem Vierzylinder.

Die Eckdaten

Als beide Bikes nebeneinander stehen, wirkt die GS aufgrund ihres 19 Zoll-Vorderrades auf den ersten Blick ausgewachsener. Beim näheren Hinsehen läßt die breite Brust der XR schnell ersehen, welches das potentere und auch schwerere Bike ist. Nicht nur trennen beide Motorräder 131 PS, die XR wiegt auch 58 Kilogramm mehr. Was angesichts des Leistungsplus auf dem Papier auch Wurscht ist. Aber fühlt sich das während des Fahrens auch so an? Wir werden sehen. Bei der Sitzhöhe sind sie nahezu identisch, jedoch ist der Kniewinkel bei der XR entspannter, weil sie weniger Bodenfreiheit hat und daher die Fußrasten tiefer liegen. In Tankvolumen und Reichweite ist die XR klar im Vorteil, ihr breit bauendes Spritfaß transportiert nahezu die doppelte Menge als das der GS.

Wohin mit dem Gepäck

Vor der Tour ist natürlich erstmal das Packen angesagt. Die XR stand mit Seitenkoffern und Topcase vor uns mit einem kombinierten Fassungsvermögen von 93 Litern (31l Topcase plus 2x 31l Seitenkoffer). Die Seitenkoffer verfügten über Innentaschen, die mit elastischen Bändern fixiert wurden. hier hätte ich locker mein Gepäck für die Tourtage untergebracht, die Technik hätte ihren Platz im Topcase gefunden. Wir entschlossen uns aber, das Topcase in München zu lassen, dafür kam meine Rolltasche auf den Heckträger. An- und Abbau der Koffer geht sehr einfach, aufschließen, entriegeln, abnehmen.

Im Falle der GS mussten wir uns noch soviel Gedanken machen. Der breite Heckträger bot genug Platz für Sandras Rucksack. Draufschnallen, fertig. Ich hatte zusätzlich noch meinen SW Motech Enduro Evo Tankrucksack dabei, der schnell auf der GS montiert und auch hier sehr gut passte.

Auf der Autobahn

Die Autobahnetappe am ersten Tag der Tour fuhr ich auf der XR, die am letzten Tag auf der GS. Mit beiden Motorrädern kommt man gut von A nach B, aber auf der XR ist es deutlich komfortabler. Das Windschild bietet mehr Schutz, der Tempomat entlastet die Gashand auf langen Etappen und dank Quickshifter haben auch die Kupplungshand Pause. Überholmanöver sind blitzartig erledigt. So schnell, daß man immer einen Blick in den Rückspiegel werfen sollte, ob alle Mitfahrer noch da sind.

Die GS macht das auch alles sehr ordentlich, wenn auch etwas zurückhaltender als die XR. Sitzkomfort und Ergonomie passen auch, man hat halt weniger Helferlein und Knöpfchen, muss vorausschauender beschleunigen und bremsen. Hochgeschwindigkeitsetappen auf der Autobahn sind halt nicht ihr Ding, dazu fehlt es an Hochgeschwindigkeit.

Landstrassen- und Pässetauglichkeit

Auf Landstrassen und im Winkelwerk der Alpenpässe hielt die GS erstaunlich gut mit, sobald man sich daran gewöhnt hat, die Drehzahl nicht unter 7.500 Umdrehungen fallen zu lassen. Wie eine wildgewordene Hummel dröhnte sie den großen Bikes hinterher, fast ohne abreissen lassen zu müssen. Gerne erinnere ich mich an den dritten Tourtag an die Passage zwischen Hermagor und Greifenburg am Weißensee vorbei. War das ein Spaß. Die kleine Maschine hat hier wirklich Herz bewiesen, also wenn man fehlende PS durch ein bißchen Wahnsinn ersetzt. Richtig dünn wird es für die GS dann aber bei starken Steigungen wie den Anstieg zum Wurzenpaß oder zur Turracher Höhe. Hier war über die Drehzahl auch nichts mehr zu reißen.

Bei den Bergabpassagen war die GS dann aber wieder vorne dabei. Ausreichend dimensionierte Bremsen und wenig einzufangendes Gewicht sorgten wiederum dafür, daß man auf der Bremse vor der Kurve die anderen Mitfahrer ärgern konnte. Vor allem wenn man auf schmalen Pfaden unterwegs war wie beispielsweise dem Paulitschsattel.

Die Sternstunde auf der XR in Sachen Pässetauglichkeit wiederum kam kurz nach dem Paulitschsattel. Die Auffahrt zum Seebergsattel mit engen, aber gut ausgebauten Kehren und griffigem Asphalt waren ein Eldorado für die XR. Die knapp 230 kg fahrfertiges Gewicht der XR merkte man ihr nur beim Rangieren an. Sobald sie rollte, war Alarm angesagt. Sahnige und druckvolle Kraftentfaltung des Motors, kraftvolles Bremsen vor und leichtfüßiges Abwinkeln in den Kurven waren ein absolutes Gedicht. Was für eine geile Fahrmaschine. Wenn man den Auslaufplatz für sie hat. Auf den schmaleren Pässen wie beispielsweise den verwinkelteren Passagen der Auffahrt zum Mangart muss man Vorsicht walten lassen. Wenn man nicht aufpasst, zieht der Vierzylinder schneller an als Passtrasse übrig ist.

Was tun, wenn ein Schneefeld den Weg versperrt?

Hierauf gibt es eine einfache Antwort: XR stehen lassen, GS absatteln und ab durchs Gelände.

Wie schon im Tourbericht von Tag 2 geschildert fehlen der kleinen GS für ernsthafte Offroadausflüge die passende Bereifung und etwas mehr Drehmoment bzw. Schwungmasse. Aber wo ein Wille, da ein Weg. Die 170kg der kleinen Maschine sind auch bei Manövern im gröberen Gehölz gut zu halten. Und über die diversen Ansätze, die kleine GS zu einem ernsthaften Offroader umzurüsten, werde ich an anderer Stelle separat berichten.

Die Fahrspaßwertung

Welche Maschine macht denn nun mehr Spaß auf Tour? Ganz salomonisch muss ich da antworten: beide!

Die S1000 XR ist ein sensationell komplettes Motorrad. Fahrbarkeit, Leistung, Tourenkomfort, sie hat einfach alles. In meinen Augen ist sie im Adventure-Segment nicht wirklich richtig platziert Für mich ist sie der perfekte Sporttourer. Lange Strecken kann man mit ihr entspannt zurücklegen und wenn es drauf ankommt, bist Du mit ihr beim Kurven angasen ganz weit vorne.

Bei der G310 GS darf man nicht zurückhaltend sein was die Drehzahl angeht. So lange es dann nicht steil bergauf geht, liefert sie sauber ab und garantiert gute Laune. Ihre Tourtauglichkeit hat sie auf jeden Fall bewiesen. Das einzig wirkliche Manko? Sie hat keine Überholreserven. In der Ebene geht es noch einigermassen, am Berg ist es nahezu nicht möglich, ungefährdet langsamere Verkehrsteilnehmer zu überholen, wenn nicht gerade lange Geraden und genügend Auslauf vorhanden sind. Daher habe ich einen Wunsch an BMW: baut in dieses Motorrad ein A2-taugliches 500 Kubik-Aggregat mit 48 PS ein und ihr habt eine sensationelle, kleine Spaßmaschine. Für die „Emerging Markets“ für die die G310 GS ursprünglich gedacht war, ist das wahrscheinlich zu viel Leistung. Aber wir in Europa würden uns sehr drüber freuen.

Vielen Dank an BMW Motorrad für die Leihstellung beider Motorräder. Die Berichte über unsere Slowenien-Tour findet ihr hier im Blog.

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