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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Das neue Pferd im Stall: Honda Dominator

Menschen, die mich schon länger kennen, werden sich nicht wundern, dass nun eine Honda Dominator den heimischen Fuhrpark bereichert. Zu lange schon lungere ich um dieses Motorrad herum. Es hätte auch gut mein erstes Motorrad werden können anstatt der BMW F650 GS. So weit voneinander entfernt sind sie ja nicht als Einzylinder-Enduros mit Doppelrohr-Auspuff.

Dieses Jahr jährt sich meine bestandene Führerscheinprüfung zum zehnten Mal. Ich habe das einfach mal als Zeichen genommen, mir das zehnte motorisierte Zweirad meines Lebens zu gönnen (die anderen neun seht ihr auf der Fuhrpark-Seite). Sagt mal Hallo:

Royal Enfield Himalayan im Test

Wieviel Leistung ist eigentlich genug? Was braucht man wirklich, um vernünftig und entspannt von A nach B zu kommen? Mit meiner Vespa 300 GTS Super war ich bereits mit 22 PS auf Tour durch den Harz. In den zwei Jahren mit der Honda CJ250T lernte ich, dass man auch mit 27 PS gut auskommen kann (wenn der Oldtimer denn mal lief). Und nun stand die fabrikneue mit 24 PS vor mir. Nicht, um in der Stadt umherzufahren, sondern um eine Tour einmal quer durch die Republik zu fahren. Und ich muss gestehen, ich war sehr gespannt. Bereits 2018 sind wir im Vergleich der BMW S1000 XR und G310 FS der Frage auf den Grund gegangen, wie viel Bike man zum Reisen braucht. Mal sehen, wie sich die Antwort auf diese Frage aus Sicht von Royal Enfield gestaltet.

Die 24 PS bei mobilisiert der 411 ccm große Einzylinder bei 6.500 U / min, die atemberaubenden 32 Nm Drehmoment liegen bei 4.250 Umdrehungen. Damit sollen nun knapp 200kg Motorrad plus Gepäck plus Fahrer bewegt werden. Meine anfängliche Skepsis erschien mir aufgrund der Datenlage berechtigt.

Die erste Stunde unserer Tour führte uns über das Autobahngeschlängel rund um Frankfurt. Und sehr schnell wurde klar, dass dies nicht die Komfortzone der Himalayan war. Weist das Datenblatt 127 km/h als Höchstgeschwindigkeit aus, sind es in der Praxis eher 120 km/h. Und man merkt, wie schwer sich das Maschinchen damit tut, einen ambitioniert pilotierten LKW zu überholen.

Kaum aber auf der Landstrasse angekommen, versetzt einen das Maschinchen in einen sehr entspannten Reisezustand. Der Einzylinder treckert fleissig unter einem und man verzichtet automatisch auf das Fahren auf der letzten Rille. Zum einen ist es nicht das bevorzugte Tempo der Maschine, was sie einem deutlich zu verstehen gibt. Zum anderen wird einem dadurch klar, dass man eh keine andere Option hat, als sich im Rahmen der Möglichkeiten zu bewegen. Und durch diese faktische Akzeptanz des Hier und Jetzt entspannt sich Gehirn und Körper und man geniesst einfach. Dann ist es auch egal, wenn man ein paar Kilometer ohne Überholmöglichkeit hinter einem LKW herzuckelt. Dann steht eben die Freude an der Natur im Vordergrund. Bei den nächsten Bergauf-Kurvenpassagen muss auch keine Bestzeit in den Asphalt gebrannt werden.

Riding in Style – Fuel Motorradhosen im Test

Irgendwie sind wir ja froh, dass die Motorrad-Bekleidungsindustrie in den letzten zehn Jahren so viel Fortschritte gemacht hat. Und wir nicht in Textil- oder Motorradwürsten unterwegs sein müssen, um geschützt zu sein. Gerade im Segment der Motorrad-Jeans gibt es mittlerweile sehr bequeme und dennoch sichere Modelle. Auf unserer Alpenblitz 2022 Tour hatten wir die Möglichkeit, drei Modelle des spanischen Labels Fuel Motorcycles auf Herz und Nieren zu testen. Drei Fahrer, drei unterschiedliche Hosen. Hier sind unsere Eindrücke nach sieben Tagen und 1.700 Kilometern.

Alex: Fuel Sergeant 2.0 Waxed Denim

Die Sergeant 2.0 Waxed Denim in der überarbeiteten Version ist seit diesem Jahr neu auf dem Markt. Der Klassiker wurde komplett überarbeitet und verbessert, ohne das etablierte Design zu verändern, was mir schon von jeher zugesagt hatte. In der Vergangenheit bin ich schon diverse Motorrad-Jeans gefahren, angefangen von Maple Motorcycles (Modell Bonnie und 1976) bis hin zu meiner aktuellen Course Motorradjeans. Letztere habe ich meistens bei kürzeren Etappen durch die Stadt oder kleineren Touren getragen. Auf großer Tour blieb ich dann doch wieder bei meiner klassischen Motorradkombi. Nicht zuletzt wegen der bessern Sicherheitsausstattung. Fürs untenrum stellt die aktuelle Fuel Sergeant aber eine echte Alternative dar, denn die blauschwarze Motorradhose im wasserabweisenden Jeans-Look hat ein AAA CE Zertifikat.

TWNSPRK #38: Soulfuel-Tour

Drei Männer auf BMW R nineTs und ein Ziel: der Gardasee. In diesem Podcast nehmen Euch Stephan (@stephan.schaar) Nico (@documotory) und Alex (@kettenritzel) mit auf ihre Soulfuel-Tour über kleine Pässe und schnuckelige Serpentinen und erzählen Ihre Erlebnisse. Unterwegs treffen sie Freunde wie Siggi, Jürgen (@motorprosa) und Thomas (@motor8de), die uns mit weiteren Tourentipps für Sardinien und das Vinschgau versorgen. Genug Material für die nächsten paar Jahre Tourenplanung. Die Bilder zur Tour und die detaillierte Routenbeschreibung findet ihr hier im Blog unter der Rubrik Alpenblitz 2022 inklusive Trackdownloads.

Dies wird auch der letzte Podcast vor der Sommerpause 2022 sein. Im August werden sich Alex und Carina ein bisschen Zeit nehmen, um gestärkt und mit viel Energie in die neue Podcast-Season zu starten. Anfang September kommt dann die neue Folge, live und voll mit Adrenalin vom Enduro Action Team ❤️ wir freuen uns und habt einen tollen Sommer!

Einzylinder-Feelgood-Tour durch Spessart, Rhön, Thüringer Wald und Harz

Eine Royal Enfield Himalayan, eine Honda Dominator. Auf der einen Seite 24 PS, auf der anderen 44 PS. Zwischen beiden Maschinen liegen fast 30 Jahre. Die eine habe ich für zwei Wochen zum Testen, die andere wird demnächst meinen Fuhrpark erweitern. Und da beide Motorräder im Großraum Frankfurt standen, war die Idee geboren, aus der simplen Überführungsfahrt eine nette Tour zu machen. Entspannt über die Dörfer quer durch die Republik. Die Idee stieß bei Sandra auf große Begeisterung, so hatte sie die Möglichkeit, eine Abschiedstour mit ihrer Dominator zu fahren, bevor es meine Dominator werden sollte.

Spessart

Dem Frankfurter Umland entkamen wir über diverse Autobahnen und stiegen in Steinau an der Straße in die eigentliche Tour ein. Den Streckenabschnitt der L3196 Richtung Marjoß hatte ich Euch im Frühjahr bereits vorgestellt und ich wollte unbedingt nochmal mit dem Motorrad befahren. Und was für ein Spaß es war. Wir hatten die Strasse fast komplett für uns und genossen nach einer kleinen Mittagsrast das Kurvengewurschtel durch den Wald.

Ein paar Landstrassenkilometer später fuhren wir bei Bad Brückenau in die Südrhön ein.

Die Zukunft ist jetzt: Elektromobilität auf dem Reload Festival

Ein Phänomen lässt sich bei der Entwicklung der Elektromobilität beobachten, sowohl bei Zwei- als auch bei Vierrädern. Einige Großserienhersteller spielen zwar mit, aber die wirklichen Innovationen und neuen Denkansätze kommen oftmals von kleinen Marken, von denen man vorher kaum oder nichts gehört hat. Um das zu ändern, hat das Craftwerk-Team um Max Funk das Reload.Land ins Leben gerufen: drei Tage bot man allen möglichen Marken eine Plattform, sich und ihre E-Bikes, Pedelecs und Elektromotorräder zu präsentieren. Für das interessierte Publikum war es eine einzigartige Möglichkeit, die Bikes in echt zu sehen, anzufassen, Probe zu fahren und die Hersteller mit allen möglichen Fragen zu löchern.

Zum Thema E-Mobilität und Reload hatte ich bereits vor ein paar Wochen mit Max Funk ein Interview geführt, welches auch im ersten Teil der neuesten Folge unsere TwinSpark Motorrad Podcasts zu hören ist.

Ein paar der Hersteller möchte ich Euch hier vorstellen und kurz näher bringen.

Auf Tour mit der BMW R nineT Scrambler

Nachdem ich 2015 auf der BMW R nineT meine erste Alpentour gefahren bin, wurde ich 2022 zum Wiederholungstäter und räuberte auf dem Alpenblitz 2022 mit einer R nineT Scrambler über die Passkurven rund um den Gardasee. Sowohl die R nineT als auch ich hatten in der Zwischenzeit sieben Jahre um zu reifen und besser zu werden.

Die Unterscheide der Scrambler zu ihren beiden mitfahrenden Schwestermodellen umfassen im wesentlichen die folgenden Punkte: 19 Zoll-Vorderrad, schmaleres 17-Zoll-Hinterrad, schmalere Reifen, längere Federwege, weichere Feder hinten, konventionelle Gabel, flacherer Lenkkopf, längerer Nachlauf.

Der Fahrkomfort

Die BMW R nineT Scrambler bietet mit 125 mm vorne und 140 mm hinten einen spürbar längeren Federweg als die BMW R nineT Pure mit 120 mm vorne und 120 mm hinten. Es sitzt sich entspannter auf der Scrambler und der Kniewinkel ist auch etwas reisetauglicher – die Sitzhöhe bei Leergewicht beträgt bei der Scrambler 820 mm vs. 805 mm bei der Pure, ebenso ist die Schrittbogenlänge bei der Scrambler 45mm größer als bei der Pure.

Wenn am Ende eines langen Fahrtages trotzdem der Allerwerteste zwickt, dann liegt das eher an der dünnen Sitzbank. Die hat mich schon 2015 gestört, hier würde ich am ehesten Abhilfe schaffen. Zahlreiche Zubehörlösungen sind hier ja bereits am Markt, die auch die originale Optik wieder aufgreifen.

Alpenblitz 2022 Tag 7 – Vom Stilfser Joch zurück nach München

Als Großstadtbewohner ist man kaum mehr absolute Stille gewohnt. Umso faszinierender war es für mich, morgens den Kopf unseres Zimmerfenster auf der Tibethütte zu stecken und – nichts – zu hören. Nicht mal den Pups eines Murmeltieres. Irre. Versonnen betrachtete ich den Sonnenaufgang, der den Ortler und das Stilfser Joch in gnädiges Morgenlicht tauchte.

Wie bereits am Vortag nutzten wir die schöne Stimmung für ein paar Fotoaufnahmen, bevor wir nach dem Frühstück die Pferde sattelten und uns den Weg talwärts durch die Spitzkehren des Stelvio bahnten. Und wir beherzten Jürgen Theiners Tipp: „vor neun, nach vier!“. Als ob es einen Beweis dafür gebraucht hätte, strömten uns je tiefer wir kamen immer mehr Motorräder, Autos und Wohnmobile entgegen.

Alpenblitz 2022 Tag 6 – vom Mortirolo über Bernina zum Stilfser Joch

Wiederhole ich mich, wenn ich sage „Ich liebe es, auf Pässen zu übernachten?“. Egal, man kann das nicht oft genug betonen. Auch in diesem Fall war es ein Genuss, die frühe Morgensonne durchs Zimmerfenster unserer Almhütte im Gesicht zu spüren. Auch wenn der Wecker noch nicht mal 6:00 Uhr zeigte. Den anderen ging es auch so und wir nutzten das schöne Morgenlicht für ein paar Fotos und ich fuhr auch eine kleine Runde zurück Richtung Dosso dei Galli auf dem Schotterpass.

Zurück im Rifugio gab es bei Bud Spencer ein rustikales Frühstück, bevor wir uns talwärts den Crocedomini hinunter arbeiteten Richtung Breno. Die Strasse wurde wohl kurz zuvor zum Vieh-Auf- oder Abtrieb genutzt, der Vielzahl der Kuhfladen auf der Fahrbahn nach zu urteilen. Da nutzt dann auch ein frischer Asphalt nix. Egal, so kurz nach dem Frühstück war es uns eh nicht nach beschleunigter Fahrweise.

Im Tal angekommen folgen wir eine Weile der SS42, bis wir in Incudine den Abzweig zur Ostrampe des Passo di Mortirolo erreichen. Der Mortirolopass ist mit der Auffahrt von Mazzo di Valtellina seit 1990 etwa alle zwei Jahre Teil der Italien-Radrundfahrt Giro d’Italia. Mit einem durchschnittlichen Anstieg von 10,5 % über 12,4 km zählt er zu den Bergwertungen der 1. Kategorie. Insgesamt sind 1.300 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 18 % zu überwinden. Die Scheitelhöhe beträgt 1852 m. Wir merken sofort die Beliebtheit des Passes unter den Fahrradfahrern, denn alle paar Meter überholen wir Grüppchen oder Einzelfahrer, die sich tapfer den Berg hoch kämpfen. Der Pass ist durchgängig asphaltiert, teilweise sehr schmal aber auf jeden Fall etwas für den Genießer. Auch die Westrampe runter nach Mazzo di Valtellina ist sehr reizvoll. So reut es mich gar nicht, den auch sehr schön zu fahrenden Gavia-Pass in der Routenplanung ausgelassen zu haben.

Alpenblitz 2022 Tag 5 – das kleine Abenteuer über den Passo di Baremone und Maniva bis zum Crocedomini

Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von unserem kleinen Domizil am Gardasee. Wir treten langsam die Rückreise in drei Etappen nach München an und besatteln die R nineT’s wieder mit dem vollen Gepäck. Der Tagesbeginn ist ansonsten eine Kopie des gestrigen Tages, denn wir nehmen wieder die Fähre nach Toscolano-Maderno. Auch die Route über den Lago di Valvestino ist die gleiche wie gestern. Diesmal nehmen wir uns aber mehr Zeit für ein paar Foto- und Drohnenaufnahmen.

Um nicht komplett den gleichen Weg zum Idro-See zu nehmen biegen wir hinter Capovalle von der SP58 auf die SP56 ab und mogeln uns über Cavaccio und Trebbo über schmalste und teilweise sehr rumpelige Sträßchen an den Berghängen entlang. Wer es lieber entspannt mag, der bleibt auf der SP58. Wir haben uns auf jeden Fall ein paar schöne Ausblicke erarbeitet. Der schönste kam ein paar Kurven nach dem Ortsausgang von Trebbio, hier hatten wir den perfekten Blick auf den Idrosee.

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