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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

TWNSPRK #69: Clemens Gleich

Es ist noch nicht ganz Sommer, aber Folge `69 steht an. Diesmal zu Gast: Clemens Gleich. Seines Zeichens Autor, Journalist, Podcaster und Tausendsassa wenn es um Technik und Mobilität geht. Alex und Clemens philosophieren übers Schreiben, wie man die Gefühle und Erkenntnisse einer Testfahrt in Worte fassen kann, die allgemeinen Herausforderungen als Motorradjournalist nicht der Routine und Langeweile des Überangebots zu verfallen. Viele spannende Aspekte, nicht nur auf das Motorradfahren bezogen. Viel Technik, viel Faszination, eigentlich kaum zu beschreiben, also hört selbst. Auch sehr zu empfehlen, Clemens Podcast „Die Hupe“.


Startklar zur 4. Auflage: Honda Adventure Roads-Event

Die Historie der Honda Adventure Roads-Events mit der CRF1000L Africa Twin begann 2017 mit einer 8-tägigen und 3.500 km langen Reise von Oslo zum Nordkap, Europas nördlichstem Punkt. Bei der zweiten Ausgabe 2019 wurden zwölf Tage lang 3.700 km der schönsten Landschaften Südafrikas durchquert. Die jüngste Auflage der herausfordernden Veranstaltung fand im Juli 2022 auf Island statt; dabei bewältigten die 30 Fahrer schneebedeckte Berge und entlegene Flusstäler unter abenteuerlichen Wetterbedingungen.

Diese Woche beginnt die 4. Auflage des Honda Adventure Roads-Events in Marokko am Atlantikhafen von Agadir. 30 Fahrer aus 11 Ländern sind bei dem Abenteuerritt mit von der Partie und können ihre Fahrkünste auf der abwechslungsreichen Route von Küste zu Küste unter Beweis stellen; Ziel nach neun Tagen wird die Stadt Nador am Mittelmeer sein.

Die Teilnehmer steuern Honday Adventure-Flaggschiff, die CRF1100L Africa Twin. Die Maschinen sind mit Metzeler Karoo 4-Bereifung ausgestattet und Ausrüster wie Alpinestars, Enduristan und Barkbusters sind unterstützend mit von der Partie.

Die Route des Honda Adventure Roads-Events startet in Agadir an der Westküste Marokkos. Von dort fahren die Teilnehmer gen Osten zu den Dünen von Erg Chebbi am Gara Medouar, durch das Atlasgebirge und den spektakulären Dades Canyon, bevor schließlich im Norden die Stadt Nador als Ziel wartet. Neben der fantastischen Route mit schönster Natur, Gebirgspässen und anspruchsvollen Dünen-Passagen erleben die Teilnehmer die marokkanische Kultur, übernachten in Biwaks und genießen an den Abenden unter dem sternenübersäten afrikanischen Himmel traditionelle Gnaoua-Musik.

Um das Erlebnis beim Adventure Roads-Event abzurunden, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, an der Seite der begleitenden HRC Rally-Fahrer vom Monster Energy Honda Team zu fahren: Adrien Van Beveren und Tosha Schareina sind mit dabei.

Einen kleinen Einblick in das Format bieten Euch die Zusammenfassung der letzten Events:

Honda Adventure Roads 2017: Nordkap

Honda Adventure Roads 2019: Südafrika

Honda Adventure Roads 2022: Island

Wenn ihr dem Event folgen wollt: es gibt einen offiziellen Instagram-Account hier oder folgt dem Christian von Eye See Media, der als Fotograf mitfährt (nein, ich bin nicht neidisch!)

Adapterplatte für DJI RC Steuerung von Addventures

Seit ich eine Drohne besitze ist sie nahezu ein dauerhafter Begleiter auf allen Motorradtouren geworden. Sie ist kompakt genug für den Tankrucksack und schnell genug in der Luft, um auch bei kleinen Zwischenstopps schöne Eindrücke aus der Luft zu liefern. Nach der DJI Mini 1 ist mittlerweile die DJI Mini 3 das Werkzeug der Stunde geworden. Ich habe mir als Fernbedienung den großen RC Controller mit Display gegönnt, damit entfällt das lästige Reinfummeln des Handys in die Steuerung, wie es bei den älteren Modellen der Fall war.

Das Einzige, mit dem ich immer gehadert habe waren die Fahraufnahmen im Follow-Me-Modus. Ich wusste nie, wohin mit der Fernbedienung während der Fahrt. Bei der Unterbringung im Tankrucksack musste man auf jeden Fall die Joysticks abmontieren, Du kannst das Bild während der Fahrt nicht kontrollieren und falls man doch mal eingreifen muss, dauert es zu lange bis man an der Fernbedienung dran ist.

Die Lösung für mein Problem habe ich bei Addventures gefunden, eine Adapterplatte, die man mittels vier Schrauben an der DJI-Fernbedienung befestigt. Und auf die Adapterplatte klebte ich dann einen Universal Mount für das Quadlock-System, was an all meinen Motorrädern bereits verbaut ist.

Die erste Erprobung zeigte: es könnte besser nicht sein. Bei beiden Motorrädern habe ich die Fernbedienung im erweiterten Sichtfeld, sie verdeckt keine anderen wichtigen Anzeigen und ich kann im Zweifelsfall auch schnell eingreifen. Da ich nun die Joysticks nicht abnehmen muss, stellt es auch kein Problem dar, die Drohne mit Motorradhandschuhen zu fliegen.

Ich bin begeistert. Bereitet Euch schon mal auf mehr Drohnen-Verfolgungs-Shots drüben bei Instagram oder YouTube vor.

DAB 1α – eine neo-futuristische Supermoto mit Elektroantrieb

DAB Motors mag vielleicht noch nicht allen bekannt sein: Simon Dabadie gründete den französischen Motorradhersteller im Jahr 2018, brachte 2019 deren erstes Custombike auf den Markt und schwenkte dann 2021 mit einem brutal minimalistischen Prototyp auf Elektromotorräder um. Jetzt, drei Jahre später, geht dieser Prototyp als DAB 1α in Produktion. Dieser Schritt erfolgt ein Jahr nach der Übernahme von DAB durch Peugeot Motocycles. Die Markteinführung des Elektromotorrades von DAB war von Anfang an ein Schwerpunkt der Partnerschaft. Daher wird das DAB 1α auch in der Peugeot-Fabrik in Beaulieu-Mandeure hergestellt und weltweit ausgeliefert.

Wie man es von einer Partnerschaft zwischen zwei französischen Unternehmen erwarten würde, ist das DAB 1α sehr luxuriös. Es ähnelt dem Prototyp, wurde aber von Grund auf neu gestaltet. Die DAB 1α verwendet einen neuen Doppelschleifen-Stahlrahmen, der mit einem Gitterrohr-Hilfsrahmen und einer Aluminium-Gussschwinge kombiniert ist. Darauf sitzt eine Monocoque-Karosserie, die aus spritzgegossenem ABS-Kunststoff gefertigt ist. Das Design ist eine Art neo-futuristisches Supermoto, das mit einem edlen Alcantara-Sattel ausgestattet ist.

Im Dreck spielen für Fortgeschrittene – Training beim Enduro Action Team

Treue Leser erinnern sich an meine Begeisterung und meine immer wiederkehrenden Plädoyers für Motorradtrainings. Und ich kann Euch versprechen, dass das auch in Zukunft nicht aufhören wird. Mein persönlicher Trainings-Schwerpunkt hat sich seit 2020 aufs Offroad fahren verlagert:

Nun stand also das 2. Fortgeschrittenen-Training an, fast auf die Woche genau ein Jahr nach dem letzten Training. Dieses Jahr bestand unsere Gruppe aus sieben Trainingswilligen, mit Frank als Instruktor trag ich wieder auf ein bekanntes Gesicht, hatte er doch auch mein letztes Training angeleitet.

Was neu war: ich war das erste Mal mit meiner F800 GS in Meltewitz. Hatte ich schon auf der Offroadtour nach Polen erfahren können, was mein Mopped abseits der Strasse kann war ich doch sehr gespannt, wie sie sich mein Motorrad im ambitionierten Geländeeinsatz schlagen würde.

Mit kindlicher Vorfreude folgte ich dem Instruktor auf das Gelände, nach einer kleinen Orientierungsrunde und der obligatorischen Erwärmung machten wir uns an die ersten Fahrübungen. Die Basics wie Stehposition, Gewichtsverlagerung, Steuerung über Fußrastenimpulse wurden wiederholt und gefestigt. Ob das nicht langweilig ist, fragt ihr? Überhaupt nicht. So lange du nicht jede Kurve oder Passage in der 100. Wiederholung perfekt fahren kann ist immer noch Luft nach oben.

Ich versuche auch, mir innerhalb der Übung kleine Aufgaben zu stellen: so langsam oder so eng wie es geht die Kurve fahren ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Wie früh kann ich aus der Schräglage aufs Gas gehen? Kann ich einen kontrollierten Beschleunigungsdrift wiederholbar abrufen? Oder ich suche mir die tiefere Stelle im Schotter, auf der das Vorderrad in der Kurve eher anfängt zu schwimmen. So kann man sehr lange mit einer Fahrübung verbringen, ohne dass es uninteressant wird.

Zwischen den einzelnen Übungen machten wir immer wieder Anwendungsfahrten um das Gelernte zu festigen. Über den Winter hat das EAT-Team das Gelände um zwei Bereiche erweitert, hinter der Motocross-Strecke und oben am Aussichtspunkt sind zusätzliche Übungsflächen entstanden. Perfekt fürs technische Fahren, hier kann man sich immer wieder neue Übungen und Routen ausdenken. Das fand ich hier sogar noch besser als auf der großen Fläche links der Einfahrt ins Gelände.

Es folgten Bremsübungen in allen verfügbaren Fahr- und ABS-Modi. Erstaunlich auch wieder hier zu sehen, welcher Modus was macht und welchen Einfluss der Fahrer doch noch hat. Bei meinem allerletzten Bremsmanöver hatte ich es etwas übertrieben und das Vorderrad drohte wegzuklappen. Ich machte beide Bremsen kurz auf, stabilisierte das Mopped und langte dann wieder voll in die Eisen. Und dachte danach erst drüber nach. Früher hätte ich das Mopped wahrscheinlich weggeschmissen. Und genau das ist der Grund, warum Wiederholungen so wichtig sind. Damit es Dir in Fleisch und Blut übergeht und Du eben nicht mehr drüber nachdenken musst sondern es unterbewusst abrufen kannst.

TWNSPRK #68: Dirk Lütkemeier

Zum Geburtstag viel Glück… und einen wunderbaren Podcast-Gast! Mit Dirk Lütkemeier haben wir den perfekten Gesprächspartner um das dreijährige TwinSpark Jubiläum zu feiern. Dirk ist ein Tausendsassa in allen Gassen, kennt die Motorradindustrie wie kein zweiter und lässt uns in dieser Folge an seinem Weg auf’s Motorrad und in die kleine große Welt der Motorradindustrie teilhaben.

Viel Spaß mit diesem wunderbaren Gespräch und vielen Dank für 3 Jahre treue Hörerschaft. Auf mindestens drei weitere Jahre!

Die ersten 1.000 Kilometer mit dem Heidenau K60 Ranger

Die letzten drei Jahre bewegte ich die F800 GS auf den Dunlop Trailmax Mission, einem Reifen, der sowohl Strasse als auch leichtes bis mittleres Gelände kann. Der Reifen hat einen wirklich guten Job gemacht und war auf meinen bisherigen Ausflügen auf und abseits der Strasse ein guter Begleiter. Größere Schwächen zeigte er nur, wenn es sehr nass und matschig wurde. Die Reifenabnutzung ist auch sehr überschaubar, es wäre dem Reifen eine sehr viel längere Laufleistung möglich. Warum also neue Pellen aufziehen?

Der Grund waren schlicht und einfach meine gestiegenen Offroad-Ambitionen mit der GS. Die Honda Dominator rollt bereits auf Continental TKC80 und mit denen hatte ich im groben Geläuf schon sehr viel Spaß und das grobe Profil sorgt für sehr viel mehr Traktion. Das gleiche wollte ich für die BMW auch haben.

Warum wurde es der Heidenau K60 Ranger und nicht ein Metzeler Karoo 4 oder der Dunlop Trailmax Raid? Zum einen weil mir sehr viele Menschen mit Ahnung davon vorgeschwärmt haben – wenn Dir ein GS Trophy Teilnehmer wie Tim Schlage zu dem Reifen rät, weiss er von was er spricht. Zum anderen, weil ich bereits mit dem „Vorgänger“ K60 Scout sowohl auf meiner F650 GS gute Erfahrungen gemacht hatte und die F800 GS auch bereits beim Kauf mit dem Scout kam.

Goodbye FUEL

Ich weiss, es war schon seit dem letztem Jahr angekündigt, dass das Magazin FUEL eingestellt werden würde. Der Moment aber, wenn Du die letzte Ausgabe aus den Briefkasten holst und realisierst, dass es nun wirklich zu Ende ist, stimmt einen schon traurig. Neben der CRAFTRAD verkörperte die FUEL einen für mich sehr wichtige Nische im Motorrad-Journalismus. Weniger teutonisch Test & Technik-getrieben sondern viel emotionaler, verspielter und manchmal auch quatschköpfiger. So wie das Benzingespräch, dass Du mit nem Kumpel abends beim Bier in der Schraubergarage hast.

Hermann und Maria Köpf auf Roadtrip nach Bonneville
Kann eine zehn Jahre alte F800 GS einer brandneuen T700 WR das Wasser reichen?

Die FUEL ist eine der Zeitschriften, die Du nach dem Lesen nicht ins Altpapier schmeisst. Sondern ins Regal stellst zu den anderen Ausgaben um später nochmal drin zu schmökern und Dich an den herrlichen Stories ein zweites oder drittes Mal zu erfreuen! Zumindest bei mir sind mehrere Regalmeter mit der Komplettausgabe der CRAFTRAD, der FUEL sowie die RIDE – die gottseidank noch weiter verlegt wird – belegt.

So werde ich auch in Zukunft noch Freude an der FUEL haben, an dieser Stelle seien Dir, Rolf Henniges und der gesamten Redaktion ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Auch wenn diese Magazin nicht mehr ist, hoffe ich auf weitere Lebenszeichen von Euch an anderer Stelle!

TWNSPRK #67: Simon Hische / Prosimo

Was habt ihr im Sinn, wenn ihr Vespa hört? Bestimmt kleine bis mittelgroße, schöne italienische Roller, mit denen man gemütlich ins Café knattern kann. Genauso können die Vespa-Umbauten von Simon Hische in seiner Firma Prosimo sein, allerdings ohne das Geknatter. Simon bietet einen Elektro-Umbausatz für Smallframe-Vespas an. Kleine Idee, große Auswirkung! Egal ob auf den Tesla beim Ampelstart oder auf die Fußgänger am Straßenrand.

In dieser Folge erzählt Simon, wie die Idee der Elektro-Umbaus einer Vespa zustande kam, wie er die Leidenschaft für Elektrotechnik entdeckt hat und was vielleicht bald noch alles zum Umbau ansteht.

Schönen Gruß von der Rennleitung – der kleine Unterschied zwischen Verbrennern und Elektrofahrzeugen

Gestern auf dem Weg zur Arbeit: ich schnurrte auf unserem NIU MQI GT Elektroroller in Richtung Büro als neben mir an der Ampel ein Polizeifahrzeug anhielt und mir die Kelle vor die Nase hielt mit der freundlichen Aufforderung, mal rechts ran zu fahren. Komisch, weder hatte ich ne rote Ampel überfahren, war auch nicht zu schnell gefahren oder hatte vergessen, beim Abbiegen zu blinken.

Was hatte also die Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter auf mich gelenkt? Die Farbe meiner TÜV-Plakette auf dem Kennzeichen. Das Rosa verriet nämlich, dass es eine 2023er Plakette war, während sie eigentlich Grün (für 2024) oder Orange (für 2025) sein müsste. Es sollte sich herausstellen, dass der TÜV für den NIU schon seit einem Jahr abgelaufen war.

Und hier genau kommt mein Problem, mir das zu merken: während ich bei meinen Verbrennern einmal im Jahr eh Service mache (oder machen lasse) kucke ich in dem Kontext immer auf das Datum der nächsten HU bzw. habe ich es bereits im Kalender stehen.

Beim Elektroroller entfällt das ja weitestgehend und Du bist maximal am Akku laden. Kleiner Mindfuck.

Was passiert konkret in so einem Fall? Ich bekomme ein Bußgeld, einen Punkt (da der TÜV länger als acht Monate drüber ist) und ich habe 10 Tage Zeit, den TÜV neu machen zu lassen. Und dann muss die Werkstatt mir das auf einer vorgedruckten Postkarte abstempeln, die ich dann an die Zulassungsstelle schicken muss. Ein Vorgang, der sich wirklich sehr deutsch anfühlt.

Naja, auf jeden Fall steht jetzt ein weiteres TÜV-Datum im Kalender. Was ist Euch denn schon so passiert in dem Zusammenhang?

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