Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Herbsttour durch die Schorfheide, Uckermark und den Müritz Nationalpark

Ein paar Wochen haben wir noch, bevor es Winter wird. Ich sag es ja ungern, aber einer muss es ja tun. Nach der Tour durch den Bayrischen Wald hatte ich das Motorrad nicht mehr bewegt, am Sonntag war trockene Witterung und Sonne vorhergesagt, die perfekte Gelegenheit also für eine Herbstausfahrt. Als Ziel hatte ich mir den Müritz Nationalpark gesetzt, zu lange war ich nicht mehr dort gewesen. Der Weg dahin sollte mich zunächst um den Werbellinsee und durch die Schorheide Chorin als auch die Uckermark führen. Die Route, dich ich mir zurecht gelegt hatte, verband eines meiner bisherigen Lieblingsstrecken, kombiniert mit ein paar neuen Abschnitten, die ich noch nicht gefahren war. Insgesamt standen fast 400km an, also galt es, das Tageslicht bestmöglich auszunutzen. So klingelte der Wecker um 7:00 Uhr und kaum eine Stunde später rollte ich vom Hof.

Indian Summer am Werbellinsee

Die Sonne lugte langsam über die noch nebelbedeckten Felder und kaum hatte ich die Stadtgrenze hinter mir, fiel auch das Thermometer. Zwischenzeitlich hatte ich auf dem kleinen Autobahnstück bis zur Abfahrt Finowfurt 1,5° auf der Anzeige. Gut, dass ich mich eingepackt hatte wie ein Michelin-Männchen.

Die Runde um den Werbellinsee war traumhaft, das bunte Herbstlaub wurde von der Morgensonne schön in Szene gesetzt. Am Tauchplatz Dornbusch hielt ich an, um ein paar Drohnenaufnahmen zu machen. Das Surren meiner Drohne sollte aber nicht das einzige Geräusch sein, welches die morgendliche Stille durchdrang. Im See vor mir blubberte es an verschiedenen Stellen immer wieder und ich konnte es erstmal gar nicht zuordnen. Bis ich merkte, dass am Parkplatz gegenüber bereits ein Auto stand, es war also bereits ein Taucher im Wasser.

TWNSPRK #17 – Ola Stenegard

Ich muss gestehen, dass ich mich auf diesen Podcast-Gast etwas mehr gefreut hatte als auf unsere vorherigen Gäste. Auf den BMW Motorad Days 2014 hatte ich die Chance Ola Stenegard das erste Mal zu treffen und zu interviewen. Was für ein großartiger und liebenswerter Mensch, Super-Motorrad-Nerd und dankbarster Gesprächspartner. Über die Jahre haben wir uns immer wieder bei verschiedensten Gelegenheiten wieder getroffen und als wir in diesem Jahr mit dem Podcast angefingen, war Ola auf meiner heimlichen Gäste-Wunschliste.

Und gestern Abend war es dann so weit:

Der Oberhammer!

Zum Einen ist damit das Interview gemeint mit fast zwei Stunden Nerd-Talk über Motorradentwicklung und Design. Zum Anderen die Persönlichkeit hinter diesem Ausdruck: Ola Stenegard ist einer DER Namen in der Motorradszene, wenn es um innovatives Motorraddesign geht. Bereits in jungen Jahren kreierte er Symbiosen aus Fahrräder und Kettensägen-Motoren, die aussahen wie die coolen Chopper-Maschinen der Easy Rider-Ära. Als dann noch seine Leidenschaft für’s Zeichnen hinzukam, war der Wegweiser in Richtung Motorraddesign gesetzt.

„Ich mache immer noch das gleiche was ich mit acht Jahren gemacht habe – Motorräder zeichnen – werde aber jetzt dafür bezahlt!“

Ola Stenegard

Zum Mond und viel weiter: Hookie Co. Tardigrade

Der Weltraumunendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2021. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Hookie.Co, das mit seiner Besatzung 9 Monate an einem visionären Gefährt gebaut hat, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen.

Frei nach star trek

Als Gene Roddenberry das erste Skript zu Star Trek geschrieben hatte, war es der Gegenentwurf zur aktuellen, vom kalten Krieg geprägten Gesellschaftsstimmung in den USA. Eine multikulturelle Crew erforschte unbekannte Welten und Planeten, die Geschichten waren zukunftsorientiert, hoffnungsvoll und von Neugier getrieben.

Um dieser Analogie willen unterstelle ich Sylvie und Nico von Hookie.Co die gleiche Neugier als Antrieb für den Bau dieses spektakulären Motorrades genannt „Tardigrade“: Wie wäre es, wenn man auf dem Mond Motorrad fahren wollte? Wie muss das Gefährt aufgebaut sein, um diesen Anforderungen gerecht zu werden?

Den Anstoß zu diesem Bike kam vom russischen Designer Andrew Fabishevskiy, der 2020 diese Studie eines Mond-Motorrades veröffentlichte. Die Hookies waren gehooked und es fiel der Entschluss, aus dem Designentwurf einen fahrfertigen Prototypen zu bauen.

Das Tardigrade – benannt nach den nahezu unbesiegbaren Bärtierchen, die überall im Universum vorkommen – besteht aus einem maßgeschneiderten Chassis und einer Schwinge, die aus einer lasergeschnittenen Aluminiumstruktur besteht, die unter einem rohrförmigen Edelstahl-Exoskelett befestigt ist. Die Entwicklung des digitalen Prototyps dauerte fast sechs Monate.

Mehr Spaß in der Adventure Mittelklasse: Triumph präsentiert die Tiger Sport 660

Höher, schneller, weiter. Reisemotorräder bieten mittlerweile Leistungen wie früher Supersportler. Ist man mit 170PS in einer Ducati Multistrada wirklich besser unterwegs als mit einem Motorrad mit halber Leistung? So faszinierend das Wettrüsten in der Spitzenklasse der Abenteuer-Reisedampfer ist, so erfrischend finde ich die derzeitige Renaissance der Mittelklasse. Und hier will sich Triumph wieder ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Mit der Trident 660 hat Triumph dieses Jahr einen fulminanten Einstieg bei den Naked Bikes hingelegt. Mit fast 22% ist sie mit weitem Abstand das beliebteste Triumph-Modell und tummelt sich in den Top20 der bestverkauften Motorräder in Deutschland dieses Jahr (1.093 verkaufte Einheiten Jan-Aug 2021). Und auf der Basis dieses Erfolgsmotorrades debütiert nun die neue Tiger Sport 660 als neues neue Adventure-Sports-Bike. Begeistern will sie Fahrerinnen und Fahrer mit Vielseitigkeit, Komfort und Fahrspaß auf allen Straßen. Hierbei sollen neben den bekannten Qualitäten des 660er-Triple-Kraftwerks die tourentaugliche Ausstattung und die im Klassenvergleich geringen Betriebskosten überzeugen.

Die neue Triumph 660 Sport in Bildern

TWNSPRK #15: Podcast-Tour durch den Bayrischen Wald

Was wären wir für ein Motorrad Podcast, wenn wir nicht auch mal gemeinsam auf Tour gehen würden (die Tourberichte könnt ihr hier nachlesen). Gesagt, getan. Am zweiten September- Wochenende fanden sich dann neben den Hosts Carina & Alex die Gäste aus Podcast #3 (Stephan), #8 (Nico) und #11 (Thomas) zu einer gemeinsamen Ausfahrt in den Bayrischen Wald zusammen. Abgerundet wurde die Truppe durch Siggi, der schon oft als Gast-Autor auf Kettenritzel.cc seine Tourberichte geteilt hat.

Unterstützt durch das eine oder andere Stiefelbier relektieren wir die Fahrtage, bewundern Stephans Fortschritte auf seiner ersten Motorradtour (er hatte erst vor vier Wochen seinen Führerschein bestanden) und quatschen natürlich über unsere aktuellen Motorräder, Ausrüstung sowie getestete und zukünftige Motorräder. Quasi die Essenz von über 1.400 Kilometern in 90 Minuten.

Die YouTube-Version des Podcasts habe ich mit den Fahraufnahmen von unterwegs garniert, sie sind nicht immer synchron zu den Themen auf der Tonspur, aber sie geben Euch einen guten Eindruck von der Gegend und unserer Route. Enjoy!

Links zu den Themen:

Pure&Crafted is back

Das Pure&Crafted feierte am vergangenen Wochenende sein erfolgreiches Comeback in der Spreemetropole. Seit 2015 gibt es die spannende Mischung zwischen Musikfestival und Motorrad-Event vor meiner Haustür – mit der Ausnahme 2019, als es in Amsterdam stattfand.

Neu war die Location, statt Postbahnhof oder dem alten Kraftwerk in der Rummelsburger Bucht diente in diesem Jahr die alten Hallen der Berliner Messe und des Sommergartens als Kulisse.

Doch bevor es mit dem Event richtig los ging, gab es zum Warmlaufen den

1. Craftwerk Custom Bike Award

Aufgerufen waren ambitionierte Hobbyschrauber, ihre Umbauten in den Wettbewerb zu geben. In kürzester Zeit erreichten 50 Einreichungen die Jury bestehend aus Jens vom Brauck (JvB moto), Helge Thomsen (Motoraver), Axel Budde (Kaffeemaschine), Hermann Köpf (BRUMMM Magazin & Krowdrace) und Max Funk (Craftwerk).

Hookie Co. Cobra
Jury-Mitglied Hermann Köpf mit Podcast-Puschel im Gesicht

Wirklich beeindruckend war die Qualität der Umbauten. Da konnte sich hier und da ein Profi eine Scheibe von Abschneiden. Gerade wenn man sich das Gewinnerbike des gerade mal 21jährigen Richard, der mit einer BMW K100 ein nicht gerade einfaches Basisbike für seinen Umbau gewählt hatte. Alle Carbonteile am Bike hatte er selbst hergestellt mit einem sensationellen Finish! Mit Benzingesprächen an den Feuertonnen endete der Abend und machte Vorfreude auf die

Bayrischer Wald 2021 – Heimwärts durch das Thüringische Schiefergebierge

Der frühe Vogel fängt den Morgennebel. So erging es Thomas und mir, als wir um 06:30 den Starterknopf am Motorrad drückten. An der Hauptstrasse trennten sich leider schon unsere Wege, aber unsere ersten Landstrassenkilometer nach Norden (ich) oder Süden (Thomas) hatten das gleiche Ambiente. Nebelschwaden in den Tälern, der Sonnenaufgang kämpfte sich langsam durch, ein tolles Wechselspiel bot sich mir hier bei meiner Fahrt um den Bleilochstausee.

Bayrischer Wald 2021 – Nationalpark Bayrischer Wald und Böhmerwald

Ich war mir unsicher, als ich morgens um 7:00 Uhr den Frühstücksraum der Pension betrat. Was hatten wir gestern Abend vereinbart? Um 7:00 aufstehen oder frühstücken? Aus der Küche plärrte laut das Radio mit schlimmster Volksmusik und die Dame wies mich energisch darauf hin, dass es noch fünf Minuten dauere, bis gefrühstückt werden konnte. Ich suchte unseren Tisch und setze mich schon mal. Als kurz darauf der Rest der Truppe kam, war es zumindest sicher, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Wie lange dauert’s noch, bis wir losfahren können?

Noch leicht zerknautscht im Gesicht, aber in Vorfreude auf den Tag frühstückten wir und etwas später knatterten wir vom Hof in Richtung Passau. Es waren nur einige Kilometer bis zur Altstadt und wir beschallten die alten Gemäuer fröhlich auf unserer kleinen Stadtrundfahrt. Da ich noch nie in Passau war, wollte ich mir zumindest einen ersten, Eindruck machen. Die historische Kulisse nutzten wir für ein weiteres Gruppenbild, bevor Siggi sich von uns verabschiedete und sich auf in Richtung Dolomiten machte.

Der Rest von uns folgte der geplanten Route ein Stück der Donau entlang, bei Schleiferberg bogen wir ab in nördöstliche Richtung. Hinter Hauzenberg führte uns eine tolle Strecke den Berg hinauf mit teilweisem Blick auf den benachbarten 947m hohen Oberfrauenwald. Ein kurzes Stück weiter hinter Waldkirchen fanden wir weiteres, schönes Kurvengeläuf, welches uns in einem Bogen um Freyung herumführte. Wir passierten die Wildbachklamm Buchberger Leite und das Keltendorf Gabreta. Aber zum Hiking oder Sightseeing waren wir ja nicht da, sondern auf Kurvensuche. Irgendwo hinter Grafenau fuhren wir dann in den Nationalpark Bayrischer Wald ein. Es sollte eine malerische Strecke durch den Wald folgen, wirklich was für Genießer: kaum Verkehr in wunderschöner Natur.

Bayrischer Wald 2021 – durchs Fichtelgebirge und den Oberpfälzischen Wald bis Passau

Das nächtliche Regenprasseln auf das Dach meiner Kemenate im Landgasthof Haueis deutete es schon an: der nächste Morgen würde etwas feucht werden. Nasse Strassen und Nebelfelder erwarteten uns, als wir nach dem Frühstück die Ponies sattelten.

Frei nach den Blues Brothers ging es los:

„Es sind 310 Kilometer nach Passau, wir haben genug Benzin im Tank, ’n halbes Päckchen Kaugummi, es ist neblig, und wir tragen Helme!“ – „Drück drauf!“

Wirsberg, Gefrees, Mehlmeisel und Waldeck hiessen die Ortschaften, die wir auf unserer zauberhaft kurvigen Strecke durch das Fichtelgebirge unter die Räder nahmen. Sofort waren die Lebensgeister da und wir gaben uns mit Begeisterung dem hügeligen Streckenverlauf hin.

Bayrischer Wald 2021 – Anreise durchs Vogtland

Auch wenn es dieses Jahr wieder nicht für die große Tour ins Ausland gereicht hat, durfte die Saison nicht vorüber gehen ohne einen Ausritt mit meinem Wingman und Roadbuddy Thomas. Als Ziel für dieses Jahr hatten wir uns nach dem Thüringer Wald 2019, dem Erzgebirge 2020 mit dem Bayrischen Wald ein weiteres, deutsches Mittelgebirge ausgewählt.

Für mich bedeutete dies in Bezug auf die Anreise business as usual. Drei Stunden Autobahn ballern bis Höhe Thüringer Wald und dann weiter auf der Landstrasse. Als Autobahn-Ausstiegspunkt hatte ich mir diesmal meine Lieblingsausfahrt „Lederhose“ gewählt. Den Ort gibt es wirklich und er liegt nicht mal in Bayern, sondern in Thüringen. Von dort aus hatte ich mir eine nette Route gelegt bis zum Tagesziel Landgasthof Haueis in Marktleugast.

Auf der heutigen Route hatte ich eigentlich nur einen Fixpunkt. Die Göltzschtalbrücke im Vogtlandkreis. Auf der Erzgebirgstour 2020 hatte ich die Brücke schon auf der Route mit eingeplant, aber als wir dann mit den Spiegelhauers unterwegs waren, änderten wir die Route spontan und die Göltzschtalbrücke fiel durchs Raster. Das musste natürlich nachgeholt werden.

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