Unterwegs mit der neuen Elektro-Schwalbe in Berlin

Was sind zwei untrügliche Zeichen, daß trotz aller Unkenrufe der Frühling bald da ist? Die Kleinkrafträder haben neue Kennzeichen und die Mietroller- und Mietfahrradflotten bevölkern wieder die Berliner Strassen und Gehwege.

In Berlin buhlen mehrere Mietroller-Anbieter um die Gunst der mobilen Gesellschaft. Bislang habe ich immer die Gogoro-Roller von Coup bewegt, aber da beim Konkurrenten Emmy nun auch die neue Elektro-Schwalbe verfügbar ist, bot sich hier mal eine Testfahrt an.

Als ich letzten Freitag mein Motorrad zum Service gebracht hatte, wollte es der Zufall so, daß um die Ecke eine Elektro-Schwalbe verfügbar war, die ich mir dann gleich per App reservierte. Im Gegensatz zum Coup-Roller wird der Emmy-Roller nicht per Knopfdruck sondern ganz herkömmlich per Schlüssel gestartet. Um an diesen zu gelangen, muss man erst mittels der App das Topcase öffnen. Ganz hinten im Topcase findet sich dann neben zwei Jethelmen auch der Schlüssel.

Schlüssel drehen, Killschalter auf an, Bremse ziehen und dann gleichzeitig den „Up“-Knopf für die Fahrmodi drücken, dann startet der Roller. Beim Anfahren kommt mir der Roller doch sehr langsam vor. Dann fallen mir die verschiedenen Fahrmodi im Display auf, von „Crawl“ bis „Boost“.

„Go“ ist der Öko-Modus, mit dem man nicht ganz so schnell beschleunigt, dafür aber maximal 125 Kilometer weit kommt. „Cruise“ ist der Stadtmodus mit kräftiger Beschleunigung, aber immer noch guter Reichweite. Da mir die Reichweite Wumpe ist, schalte ich um auf „Boost“ und gebe Stulle. Der Roller zieht gut von der Ampellinie weg und Zwischensprints gehen auf gut von der Gashand. Bei Tempo 47 auf der Digitalanzeige ist allerdings Schluss, mehr ist nicht drin.

Bei den Konkurrenzmodellen von Coup zeigt der Tacho immerhin 6 km/h mehr Endgeschwindigkeit an, ob das real auch so ist mag nebensächlich sein. Mein ganz subjektives Popometer empfand die Elektro-Schwalbe aber als etwas schwerfälliger und unhandlicher als die Gogoro-Modelle von Coup. Nicht nur optisch kommen die grau-grünen Flitzer leichter und filigraner daher, auch von der Fahrdynamik her empfinde ich sie als agiler.

Optisch sind die Gestaltungsanleihen an der Original-Schwalbe gelungen, die Familienähnlichkeit ist unverkennbar. Wenn man aber dann an der Ampel neben einer alten, zweitaktenden Schwalbe steht fallen die deutlichen Unterschiede auf. Auf der Elektro-Schwalbe sitzt man auf der zwar jüngeren, aber deutlich rubenshafteren Ausgabe. Gut, die Batterien müssen irgendwo untergebracht werden, aber muss der Durchstieg so hoch sein? Alles ist etwas breiter und opulenter als beim Original.

Daß Retrocharme gepaart mit Elektromobilität nicht so ausladend daher kommen muss, beweist am besten der eCub von Shanghai Customs:

Natürlich ist er in dieser Form nicht Mietflottentauglich, aber er zeigt, daß es auch anders geht.

Schicker und fahrdynamischer sind meiner Meinung nach immer noch die Gogoro-Modelle von Coup (aber hier auch nur die ältere Generation, die neue ist ein mittlerer Designunfall). Großer Vorteil der Elektroschwalbe ist allerdings, daß sie voll soziustauglich ist und sie auch über 2 Helme verfügt. Mehr über Emmy Roller, deren Tarife und anderen Rollermodelle findet ihr auf deren Website.

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Saisonstart 2018

Well, that escalated quickly. Vor zehn Tagen liefen wir noch Schlittschuh auf den zugefrorenen Weißensee bei Minusgraden. Letzten Sonntag dann durfte die MT-07 endlich wieder raus zum Spielen und bei 18 Grad und Sonnenschein konnte ich die ersten Kilometer der neuen Saison unter die Reifen nehmen.

Meine Nachmittagsrunde führte mich über die Strecke, die ich letzten Oktober mit Tom und Max fuhr. Mit dem Unterschied, daß diesmal der Nebel ausblieb und ich tatsächlich sehen konnte, wo ich hinfuhr: über die Dörfer zum Schiffshebewerk und anschließend über den Werbellinsee wieder zurück nach Hause.

Auf den Seen und Kanälen trieben noch die Eisschollen als letzter Gruß des endenden Winters. Etwas eingerostet waren noch die Reflexe, also ließ ich es entspannt angehen.

Anfangs kam mir alles etwas schnell vor. Bis ich merkte, daß die Armaturen sich nach wiederanklemmen der Batterie auf Meilen zurückgestellt hatten. Statt km/h waren es mp/h, also orientierte ich mich eher nach der 60 auf dem Tacho statt der 100. Sowas hatte ich bislang auch noch nicht, muss mal das Handbuch konsultieren, wie das wieder umzustellen ist.

Es war auch der erste Praxistest des SW Motech EVO Enduro Tankrucksacks. Und er bestätigte den ersten Eindruck, den ich beim Kauf im November hatte. Sitzt wie eine Eins, rutscht und wackelt nicht und hat ordentliches Volumen. Genug Platz für das GoPro-Zubehör und die Spiegelreflexkamera sowie Ersatzhandschuhe und ein Getränk waren drin. Und er sieht auch nicht verkehrt aus, wie ich denke.

Diese Woche sind dann der Jahresservice und neue Reifen fällig, dann kann die Saison kommen.

Ola Stenegard wird Director of Product Design bei Indian Motorcycles

Als ich Ola Stenegard 2014 persönlich kennenlernte, war ich noch ein klitzekleiner, unerfahrener Motorrad-Blogger. Ich saß ihm aufgeregt gegenüber wie ein Fanboy. Er war trotz vieler Interviewtermine an dem Tag superentspannt, nahbar und persönlich. Das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Seine Passion für Motorräder sowie seine unkomplizierte, fast kumpelhafte Art machten ihn neben seiner eigentlichen Designprofession zum BMW Motorrad New Heritage Markenbotschafter. Bei ihm war das aber nicht artifiziell oder aufgesetzt, er war und ist so wie er ist. Authentisch und in der Szene verwurzelt, das beschreibt ihn aus meiner Sicht sehr passend.

Auch bei unseren späteren Zusammentreffen – meist auf irgendwelchen Motorradmessen in Mailand oder Köln – war er immer für einen Schwatz oder ein albernes Selfie zu haben:

Im Jahre 2003 fing Ola bei BMW Motorrad an zu arbeiten. Er wechselte damals von Indian Motorcycles zur weißblauen Marke aus Bayern. Und genau dahin wechselt er nun zurück, diesmal als Director of Product Design. In der Zwischenzeit ist viel passiert bei Indian. Gut, sie bauen immer noch 400kg Dickschiffe auf zwei Rädern, aber auch rattenscharfe Flat Tracker wie die Scout FTR 750. Ich bin sehr gespannt, was Ola dort in den kommenden Jahren bewerkstelligen wird.

Lycka till, Ola!

(Indian Motorcycles Pressemitteilung)

Ritter auf Spikes – der 5. Lauf zur Eisspeedway WM 2018

Nach unserem ersten Besuch der Eisspeedway WM im letzten Jahr war der große Wunsch meiner Söhne, dieses Jahr wieder hinzufahren. Sehr widerwillig beugte ich mich dem Verlangen des Nachwuchses. Hehe.

Die kalte Witterung der Vortage hatte für sehr hartes, sprödes Eis gesorgt. Entsprechend viel flogen die Eisbrocken und die Strecke musste häufiger als im letzen Jahr neu präpariert werden. Bei den quasi russischen Verhältnissen war Eisspeedway-Weltmeister Dmitrij Koltakov nicht zu stoppen. Im fünften GP des Jahres blieb der Russe in allen seinen Rennen ungeschlagen, feierte seinen vierten Saisonsieg und baute die WM-Führung auf sagenhafte 21 Punkte aus. Den Rennbericht findet ihr auf Speedweek.com.

Hier ein paar Eindrücke in Film und Bild:

Årsunda Speed Weekend

Als ich heute morgen aufstand um mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympia mitzufiebern zeigte das Aussenthermometer -9°, die Moppedausfahrt habe ich mir dann doch eher geklemmt. Ich Weichei.

Im schwedischen Årsunda fuhren diese Woche Freitag und Samstag zahlreiche bekloppte bei noch tieferen Temperaturen Eisrennen auf dem zugefrorenen Storsjön-See. Austragungsort ist das Strandbad von Årsunda, gefahren wird in 40 Klassen von 50 Kubik-Mopped über die Class 31 Killer Bee (Pit bike in accordance with Finnish Bomber rules) (WTF?) bis hin zu Elektrofahrzeugen. Hier ein paar Eindrücke aus dem letzten Jahr:

Mit am Start war Ralph Schmuck mit seinem „Moonraker“. Ja, genau, der kompressorgeladene BMW Zweiventilboxer-Eigenbau, der die Achtelmeilensprints u.a. beim Glemseck im letzten Jahr ordentlich aufmischte.

Nach ein paar kleineren Umbauarbeiten war das Motorrad dann bereit, schwedisches Eis aufzureissen:

Vor dem Rennen stand dann aber eine Anreise mit einer Fahrzeit von über 20 Stunden, die technische Abnahme („Keine Vorderradbremse?“ Keine Vorderradbremse!“ „Ok“) und die Herausforderungen der Kälte. Die schnupfte unter anderem die LiPo-Batterie zum Frühstück. Mit viel Bier und guter Laune wurden aber alle Wehwechen weggeschraubt.

Geile Aktion, Schmucki!

Raw Craft with Anthony Bourdain – Episode Twelve: Max Hazan

Max Hazan ist für mich ja einer der Custombike-Götter. Sein ästhetisches Verständnis gepaart mit handwerklichem Geschick produziert immer wieder Motorräder, die einen staunen lassen. Sei es ob der Idee oder des unfassbaren Aufwands und der Detailliebe, mit dem die Idee umgesetzt wurde.

Und ja: das Video enthält Whisky-Produktplatzierungen, lass ich aber mal gelten.

Earle Motors Ducati Scrambler „Alaskan“

Auf der gerade zu Ende gegangenen One Moto Show stand dieser Umbau einer Ducati Scrambler Desert Sled, die auf den ersten Blick nicht wirklich zu erkennen war. Gebaut von Earle Motors aus Venice, Kalifornien beeindruckt der Prototyp mit tollen Details. In den handgefertigten Tank passen 22 Liter Sprit, Kriega hat sein komplettes Softbag-Sortiment drangeworfen und für den Fall, daß man mal im Fluss steckenbleibt, hat man sogar eine Winsch dabei um sich aus der misslichen Lage zu befreien.

@rizoma_official @termignoniexhausts @saddlemen @scramblerducati

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Berliner Motorradtage 2018

In diesem Jahr haben die Berliner Motorradtage ein neues Domizil bezogen. Statt dem Messegelände am Funkturm zogen sie in die Station Berlin ein, um die Ecke vom Potsdamer Platz. Im ehemaligen Postbahnhof Luckenwalder Strasse. Grund genug, der Messe heute einen Besuch abzustatten und eine der Neuerscheinungen persönlich in Augenschein zu nehmen:

KTM

Neu bei KTM stand die 790er Duke, wahrscheinlich einer der heissesten Landstrasseneisen der kommenden Saison. Wenn man das Bike in drei Worten beschreiben sollte so wären das meiner Ansicht nach kantig, kompakt und kraftvoll. Aus 799 Kubik drückt der Paralleltwin bei 9.000 Umdrehungen 105 PS, 86 Newtonmeter liegen bereits 1.000 Umdrehungen früher an. Da mit dieser Leistung nur knapp 170 kg bewegt werden müssen, darf man fahrspassmäßig sehr viel erwarten.

Yamaha

Bei Yamaha stand neben der neuen MT-09 SP, der Tracer 900 GT und der unkonventionellen Niken einiges an Neuheiten, ich hatte aber nur einen Kopf für die neue MT-07. Desingmässig finde ich sie noch besser als meine aktuelle und mit dem Fahrzwerksupdate ist sicherlich noch mehr Spaß garantiert als bisher.

Triumph

Bei Triumph war auch die komplette, aktuelle Motorradpalette zu finden wie die neue Speed Triple und die Bobber Black. Ich machte eine Sitzprobe auf der Street Scrambler, die mir optisch sehr gefiel. Ich frage mal meinen Triumph-Dealer, wann bei ihm Probefahrten möglich sind.

Ducati


Die neue, große 1.100er Scrambler stand bei Ducati in gleich zwei Ausführungen. Sie ist schon um einiges fülliger als die 800er Scrambler, aber von den Proportionen finde ich sie sehr stimmig. Vor allem wenn sie den Termignoni rechts trägt wie oben im Bild.


Auch die neue Monster 821 war am Start. Ihr verleihe ich den Preis für den hässlichsten Wasserkühler der Motorradmesse. Ganz ehrlich, welcher Designer hat denn da seinen Grappa-Rausch nicht ausgeschlafen?


Zwar nicht das neueste Bike im Ducati-Sortiment, aber eines, bei dem ich immer leicht nervös werde. Die Hypermotard bin ich noch nie gefahren, aber ich befürchte, wenn ich das mache muss ich auch eine kaufen. The Fahrspaß seems strong with this one!

BMW

BMW präsentierte die neuen GS-Modelle, den kleinen Roller C400X neben der bereite bekannten Modellpalette. Beeindruckend waren die Dimensionen der K1600 Grand America, aber auch die Details der HP4 Race mit Vollkarbon-Rahmen.

Beim Probe sitzen sowohl auf der F850 GS aber auch der S1000 XR war ich überrascht, wie viel Motorrad noch vor einem ist, wenn man bereits draufsitzt. Im Vergleich zu meiner MT-07 oder auch meiner alten F650 GS war das ein gefühlt großer Unterschied. Man muss ja nicht so direkt integriert ins Fahrzeug sitzen wie bei der 790er Duke, aber etwas „entrückt“ fühlte es sich schon an.

SWM

In der aktuellen Motorrad bekommt die SWM Superdual so mittelgute Noten, aber aus nostalgischen Gründen feiere ich diese Einzylinder-Reiseenduro. Schön, daß ich sie mir auf der Messe mal aus der Nähe anschauen konnte.

Custombikes

Einige Hersteller hatten ihre Stände auch mit Custombikes geschmückt, sehr überraschend fand ich den Umbau einer Suzuki V-Strom von Mellow Motorcycles. Die Jungs bauen ja schon etwas länger schöne Motorräder, aber diese hier hat mich schon überrascht, weil ich die Basis kaum wiedererkannt habe und das Bike dann auch noch STvZO-konform ist. Einige Bilder von dem Bike findet ihr im Video.

Zubehör

Neben den Bikes fanden sich auch viele Zubehörhändler in den Hallen ein. Um den Bell Bullit oben schlich ich schon wieder verdammt lange rum, das ist nach wie vor einer meiner Lieblingshelme. Wenn ich nicht schon vier hier rumliegen hätte!

Sehr überrascht war ich von Headwave Tag, den man an deren Stand testen konnte. Der Headwave ist ein kabelloses Musiksystem für Motorradhelme, der hinten an den Helm angeklebt wird. Der Resonanzlautsprecher nutzt dann den ganzen Helm als Resonanzkörper. Der Klang war sehr ansprechend, nur in den Höhen tat er sich etwas schwer. Durch seine flexible Form passt er an jeden Helm und ist auch wieder ablösbar. Das von einem Berliner Start-Up entwickelte System ist ab 299€ zu haben. Wer mehr über Headwave wissen will, bei Fembike gibt es ein Interview mit der Firmengründerin Sophia Willborn.

Fazit

Die neue Location steht den Berliner Motorradtagen meiner Ansicht sehr gut. Kompakt, kurze Wege, toller Industriecharme statt drögen Messehallen. Von den großen Herstellern fehlte dieses Jahr leider wieder Honda, schön wäre auch gewesen, wenn der A.T.T.Tiedemann sich mit ein paar MV Agusta und der Fantic Caballero eine Hallenecke gesucht hätte. Ein kurzweiliger Sonntagvormittag war es allemal.

Alpenblitz 2018: die Slowenien-Ausgabe

Es ist Januar und ich beschäftige mich mit der Planung der diesjährigen Motorradtour. Die Kollegen im Büro so: „Jetzt schon?“ Alle meine Motorradkumpels so: „Jetzt erst?“

Beim Alpenblitz 2018 schliesst sich der Kreis. In 2015 und 2016 haben wir Österreich, Schweiz und die Dolomiten bereist. In 2017 dann die französischen Seealpen. Was uns nun noch zum perfekten Glück fehlt, ist der östliche Teil der Alpen, namentlich Kärnten und Slowenien.

Einige Abende habe ich nun schon über diversen Karten gesessen und Optionen durchgespielt, wie wir die geplanten vier Tage im Juni mit möglichst viel Kurvenspaß füllen. Zum einen habe ich diverse Tourenbeschreibungen gelesen und spannende POIs notiert, zum anderen habe ich einfach auf die Karte gekuckt, wo es lustig aussieht. Von freytag & berndt Auto + Freizeitkarten habe ich mir die Slowenien-Karte im Maßstab 1:150.000 gekauft. Auf der ist ganz Slowenien und die angrenzenden Nachbarländer drauf, sie ist vom Maßstab her perfekt und hat ein schönes Kartenbild. Die ADAC Oldtimerkarten (online zum Download verfügbar) sind auch immer eine sehr gute Orientierung, die dort eingezeichneten Routen taugen für Motorradtouren immer sehr gut.

Schnell wurde klar, daß zwei Fahrtage für Slowenien bei weitem nicht ausreichen, die Vielfalt des Landes zu erfahren. Aber das ist bei den meisten Revieren so und irgendwo muss man halt anfangen. Die Route durch Slowenien stand relativ schnell fest. Länger habe ich gegrübelt, wie wir die An- und Abfahrt durch Österreich gestalten. Final ist noch nix, aber es hat sich schon eine Präferenz herausgebildet. Zumindest bei mir. Mal kucken, was die Mitfahrer sagen. Und die sind erfreulicherweise die gleichen wie im letzten Jahr, erweitert um zwei Neulinge. Darunter unsere erste weibliche Mitfahrerin, Blogkollegin Sandra von http://bike-addicted.de/, bei der wir im letzten Jahr am ersten Tourtag zum Socken trocknen halten durften. Der zweite Neuling ist ein Überraschungsgast aus München. Somit wären wir mit sieben Bikes die größte Alpenblitz-Truppe bislang. Und hier werden wir so grob lang fahren:

Tag 1: Von München nach Kärnten

Den ersten Entwurf dieser Route habe ich in der Zeit, in der ich diesen Artikel schreibe bereits schon wieder modifiziert.

Der erste Entwurf ging so:
Wir starten in München und machen erstmal etwas Strecke über die Autobahn. Die A8 und die A 93 bringen uns bis Oberaudorf (ca. 93 km, 1h Fahrzeit) wo wir dann auf die Landstrasse abbiegen. Der Walchseestrasse (B172) folgen wir bis Hochmoos, wo wir uns dann anschließend südöstlich nach Saalfelden am Steinernen Meer orientieren. Wir wechseln auf die Hochkönigstrasse (B164) bis Bischofshofen, die uns über den Filzensattel (1.290 Meter) und den Dientner Sattel (1.357 Meter) führen. Über Flachau und Wagrein orientieren wir uns in Richtung B99 zum Radstädter Tauernpass (1.738 Meter) und Twenger Talpass (1.381 Meter). Weiter geht es über den Katschberg (1.641 Meter) bis Kremsbrücke, wo wir dann nach Ostern abbiegen in den Nationalpark Nockberge, eines der Highlights des ersten Tages. Die Nockalmstrasse führt uns kurvenreich bis nach Reichenau.

Hier haben wir dann die Wahl, ob wir uns gleich nach Süden orientieren oder kurz nach Norden auf die Turracher Höhe fahren. Den Gedanken an eine große Schleife über Stadl an der Mur und Flattnitz bis Himmelberg in Kärnten habe ich dann verworfen, das wäre für einen Tag zu lang. Also geht es dann etwas südwestlich über Radenthein in Richtung unseres Tagesziels Villach. Wenn wir nach über 400 Kilometern noch Bock haben zu fahren, nehmen wir die Villacher Alpenstrasse unter die Räder, die uns zum Tagesabschluss nochmal über 2.000 Meter hoch bringt und bei hoffentlich gutem Abendlicht einen tollen Rundumblick über den Dobratsch, die Nockberge und die Karawanken beschert. Länge je nach Variante 420 bis 470 Kilometer mit einer Fahrdauer von 7,5 bis 8,5 Stunden

Dann regte Thomas an, am Abend noch den Wurzenpass (1.073 Meter) nach Slowenien zu fahren, weil es dann slowenischer ist und die Übernachtung wahrscheinlich günstiger ist, als in Villach. Wer kann ihm da schon widersprechen? Dieser Plan hätte aber eine Fahrleistung von über 500 Kilometern bedeutet, was bei einer so großen Truppe nicht ganz ohne ist. Daher überlegte ich, wie wir vielleicht am Vormittag die Strecke straffen könnten. beim ersten Alpenblitz 2015 habe ich in meiner Euphorie auch zu viel Routenornamente im Voralpenland eingeplant, was ich im Nachhinein etwas bereut habe, hätte man doch alternativ mehr Zeit in den „richtigen“ Bergen verbringen können.

Das führte dann zu Plan B: anstatt auf die A93 Richtung Kufstein abzubiegen bleiben wir auf der A8, fahren an Salzburg vorbei und folgen der Tauernautobahn bis Bischofshofen. Das sind zwei Stunden Autobahnschrubben, die uns aber etwas Zeit sparen für die wahren Kurvengenüsse am Nachmittag. Über Radstadt kommen wir dann auf die ursprünglich geplante Route über den Radstädter Tauernpass (s.o.) zurück. Über diese Route sind es bis zum Tagesziel Krajnska Gora dann immer noch stramme 430 Kilometer, aber das ist um einiges entspannter als die ursprüngliche Planung. Zur Erinnerung: beim Alpenblitz 2016 bolzten wir an zwei Tagen jeweils Etappen von 450 Kilometern.

Tag 2: Slowenien – Triglav Nationalpark

Und wenn wir schon in Krajnska Gora übernachten, hat das den Vorteil, dass wir direkt nach dem Frühstück gleich in den Triglav Nationalpark einbiegen können und uns den Weg über kleine, teilweise kopfsteingepflasterte Strassen über den Vrsic-Sattel (1.611 Meter) bahnen können.

Wir folgen der Flusslandschaft des Soča-Tals bis kurz vor Bovec und drehen nach Norden ab Richtung Predelpass (1.156 Meter). Kurz vor der Passhöhe biegen wir rechts ab auf die Mangartstrasse. Die 11,5 km lange mautpflichtige Stichstraße und führt zu dem höchsten anfahrbaren Punkt in Slowenien. Von der Lahnscharte (2.055 Meter) aus hat man auch einen schönen Blick auf die in Italien liegenden Weißenfelser Seen.

Danach wird umgedreht und über Bovec weiter nach Tolmin gefahren. Dort können wir zwei Sehenswürdigkeiten mit einbauen. Der Besuch der Tolmin-Schlucht und die Heiligengeistkirche Javorca kosten einen Umweg von 40 Kilometern, bietet aber spektakuläre Bilder.

Von Tolmin aus drehen wir wieder nordwärts und machen uns auf den Weg zum zweitgrößten See Sloweniens, dem Bohinjsko jezero. Über den Pokljuka Pass (1.345 Meter) und die Pokljuka Schlucht kommen wir anschliessend zum See mit der einzigen Insel in Slowenien, dem Bled-See.

Wenn wir hier keinen Bock mehr auf Kurven haben (als ob), können wir die Autobahn Richtung unseres Etappenziels Ljubljana nehmen. Aber wir wollen doch sicher noch die schöne, kurvenreiche Route über Kropa und Škofja Loka nach Ljubljana.

Mit 305 km wird dieser Fahrtag auch ca. 8 Stunden dauern, umso besser wird uns das Bier oder der Wein in der Hauptstadt Sloweniens schmecken. Und mit Jasmina haben wir eine lokale Motorradfahrerin als Gastgeberin. Über die Facebook-Gruppe Motorcycle Tours kamen wir in Kontakt und sie war sofort Feuer und Flamme, uns ihre Heimat von der besten Seite zu zeigen.

Tag 3: Slowenien – Velika Planina und Karawanken

Wir brechen von Ljubljana auf Richtung Norden und halten direkt auf die Hochebene Velika Planina zu. Hier befindet sich eine der wenigen erhalten gebliebenen hochalpinen Hirtensiedlungen Europas. Noch ist unklar, wie weit wir auf die Hochebene fahren können, es sollen auf jeden Fall ein paar schöne Schotterstrassen dabei sein.

Ein Stück weiter nordwärts biegen wir in Luče auf die B428 ab und folgen dem Tal bis Solčava. Hier ist einer der Eingangspunkte zu Solčava-Panoramastraße, die uns auf zahlreichen Kurven über die Bergrücken bis zur Grenze zu Österreich führt.

Diese passieren wir auf dem Paulitschsattel (1.338 Meter). Auf österreichischer Seite bleiben wir aber nur kurz, denn der benachbarte Seebergsattel (1.218 Meter) führt uns wieder zurück nach Slowenien.

Von hier aus geht es einmal komplett runter ins Tal und dann über Tržič wieder rauf in die Karawanken, wo uns der Loiblpass (1.386 Meter) wieder nach Österreich führt. Das werden dann auch die letzten Kilometer auf slowenischem Boden gewesen sein. Für den Rest des Fahrtages heisst es dann Strecke machen durch Kärnten, damit wir uns so nahe wie möglich an den Großglockner heranrobben. Für die geplanten 355 Kilometer werden wir eine Fahrzeit von 7,5 Stunden benötigen

Tag 4: Über den Großglockner nach München

Beim ersten Alpenblitz 2015 nahmen wir schon mal die Großglockner Hochalpenstrasse unter die Räder, die damals hinter uns anrollende Gewitterfront mahnte aber zur Eile. In diesem Jahr haben wir hoffentlich mehr Zeit, die Panoramen von der Franz-Josefs-Höhe und der Edelweißspitze zu genießen.

Unten im Tal wieder angekommen orientieren wir uns nordwärts an Zell am See vorbei und kommen in Saalfelden am Steinernen Meer wieder auf ein Stück der Route von Tag 1, die uns über Walchsee wieder zu Autobahnanschluss-Stelle in Oberaudorf führt.

Je nach Fahrlust und Witterung haben wir hier dann die Option, über die Autobahn nach München zurück zu fahren oder noch etwas Landstrasse über Bayrischzell und Fischbachau zu geniessen, bevor wir am Irschenberg auf die A8 fahren Richtung München. Dies wird der kürzeste Fahrtag mit ca. 300 Kilometern und einer Fahrdauer von 5,5 Stunden. Aber je nachdem wie ich nach München komme, muss ich dann ja auch wieder Zug oder Flug zurück nach Berlin bekommen.

Ich hab jetzt schon so Bock zu fahren. Wie lange dauert es noch bis Juni?

DAB Design R nineT Kit

Für den semiambitionierten Motorradschrauber wie mich sind Umbau-Kits ein sehr guter Einstieg in das Customizing von Motorrädern. In meiner Garage transformiert sich gerade meine Yamaha MT-07 in eine JvB Moto Super Seven. Die vorgefertigten Teile sind zum einen passgenau, zum anderen kommt man ohne Flex oder Schweissgerät aus. Das Umbauergebnis ist dann zwar kein Unikat, aber schon viel seltener in der Form auf der Strasse zu finden als das Basisbike.

DAB Design aus Südwestfrankreich hat sich einen Namen gemacht mit einigen schönen Dominator-Umbauten und Cross-Maschinen. Nun planen sie einen Kit für die BMW RnineT, den sie derzeit über ein Crowdfunding finanzieren wollen.

Dank moderner Tools wie 3D-Scannern und CNC-Fräsen entstehen hier Anbauteile für die R nineT in verschiedenen Varianten, von Fiberglas bis zu Kohlefaser ist alles möglich. Die Teile passen alle bestehende Montagepunkte. Auch die LED-Lampeneinheit soll einfach anzubringen sein. Und alles mit Strassenzulassung.

Aber lasst Euch das mal von Simon von DAB Design erklären:

Und schwupps, erhält der BMW Retro Roadster ein sehr zukunftsgerichtetes Design, was dem Motorrad auch sehr gut steht. Quasi die futuristische Variante der R nineT Racer.

(via The Bike Shed)