Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Projekt TRIUMPH TE-1: Die Entwicklung eines britischen Elektromotorrads

Triumph baut an einem Elektromotorrad. Ich muss gestehen, dass das Thema etwas an mir vorbeigegangen ist, umso positiver war ich überrascht, als die Nachricht in meinem Posteingang auftauchte. Das Projekt TRIUMPH TE-1 entsteht in Zusammenarbeit zwischen TRIUMPH und britischen Elektrifizierungsexperten, von denen sich jeder auf die Entwicklung von Innovationen in seinem Bereich konzentriert:

  • TRIUMPH Motorcycles ist federführend bei dem Projekt und stellt fortschrittliches Design- und Konstruktions-Know-how für Motorradchassis, Fertigungstechnik und die Sicherheitssysteme zur Verfügung und definiert die Leistungsmerkmale des elektrischen Antriebsstrangs.
  • Williams Advanced Engineering liefert Technologie für Leichtbau-Batteriekonstruktion und -integration und nutzt seine Test- und Entwicklungseinrichtungen, um ein Batteriemanagementsystem in Kombination mit einer Fahrzeugsteuereinheit zu liefern.
  • Die e-Drive Division von Integral Powertrain Ltd. ist federführend bei der Entwicklung von leistungsstarken Elektromotoren und einem Siliziumkarbid-Inverter, die beide in ein einzelnes Motorgehäuse integriert werden.
  • Das an der Universität Warwick beheimatete Institut WMG bietet Elektrifizierungs-Know-how und die allgemeine Expertise um Innovationen von der Forschung und Entwicklung bis hin zum kommerziellen Erfolg voranzutreiben.
  • Das Office for Zero Emission Vehicles (OZEV) ist ein Team, das daran arbeitet, den Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen sowie die Finanzierung der Ladesäuleninfrastruktur in ganz Großbritannien zu unterstützen.
  • Innovate UK ist eine Forschungs- und Innovationsagentur der britischen Regierung, die unternehmensgeführte F&E-Finanzierung und das Wachstum britischer Unternehmen unterstützt.

Das Ziel dieses zweijährigen Projekts konzentriert sich auf die Entwicklung leistungsstarker Elektromotorräder. Hier soll die Basis des zukünftigem Elektromotorrad-Angebot von TRIUMPH gelegt werden, aber auch die Zukunftsfähigkeit der britischen Industrie gefestigt werden.

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Kleine Werkstatthelferlein

BMW Motorrad Batterieladegerät Plus

Jeder BMW Fahrer wird diese Steckdose kennen. Mal seitlich am Motor oder wie bei meiner GS neben dem Zündschloss. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht, war halt ’ne Steckdose. Um damit mein Handy zu laden hätte es eines separaten Adapters gebraucht und schliesslich hatte ich ja die Doppel-USB-Buchse bei den Armaturen. Neulich blättere ich in meinem Reparaturhandbuch und lese, dass man über die Bordsteckdose die Batterie laden kann, wenn man das geeignete Ladegerät dafür hat. WARUM WEISS ICH DAS NICHT? WARUM SAGT MIR DAS KEINER? Und wieso habe ich neulich vor der ersten Tour die Batterie komplett ausgebaut, um sie im Keller an meinem herkömmlichen Ladegerät zu laden? Sechs Schrauben für die Verkleidung, zwei für den Batteriehaltebügel und dann die Batterie. Statt einfach nur den Ladestecker in die Motorradsteckdose zu stöpseln?

Gut, ich habe keine eigene Steckdose in unserer Großgarage, aber dankenswerterweise einen netten Nachbarn, bei dem ich mal mit der Kabeltrommel in der Hand klingeln kann und im Tausch gegen Gerstensaft etwas Strom abluchsen kann.

Was kann das Gerät? Neben dem Laden konventioneller Blei-Säure-Batterien und wartungsfreier Akkus (Gel/AGM) auch das vollautomatische, über Mikroprozessor gesteuerte, Laden und Pflegen aller Original BMW Motorrad Lithium-Ionen-Starterbatterien mit 12 V und einer Kapazität von 6 bis 60 Ah. Für Motorräder ohne Motorradsteckdose kann auch herkömmlich über ein Adapterkabel geladen werden. Es verfügt über einen Kurzschluss-, Verpol- und Überlastungsschutz und ist auch geeignet für BMW Motorräder mit CAN-Bus-Technologie.

Der Ladevorgang erfolgt vollautomatisch, gemäß den im Mikroprozessor gespeicherten Ladedruckkennlinie (geiles Wort), das Gerät kann über einen langen Zeitraum am Fahrzeug oder an der Batterie angeschlossen bleiben. Es werden Ladezyklen durchgeführt, die Batterie wird überwacht und bei Bedarf nachgeladen.  Über das Display wird laufen der  Ladezustand angezeigt. Praktisch finde ich auch die Halteschlaufe für die Befestigung am Lenker.

Technische Daten:

  • 230 V / 50 Hz, Netzleistung mit Stecker Typ C (Eurostecker)
  • Ladespannung: 12 V
  • Maximaler Ladestrom: 2,5 A
  • Ladeschlussspannung: 14,4 V
  • Abmessungen (L x B x H): 135 x 120 x 50 mm
  • Gewicht: ca. 800 g
  • Kabellänge Schukostecker 1,40 Meter
  • Kabellänge Ladekabel 1,50 Meter

Kostenmässig liegt das Batterieladegerät bei 89,99€, was absolut im akzeptablen Rahmen für ein anständiges Ladegerät ist. Mein CTEK hat seinerzeit ca. 65€ gekostet.

Bosch EasyPump Akku-Druckluftpumpe

Eine Akku-Druckluftpumpe? Wirklich? Ja, weil es saupraktisch ist. Vor einer Ausfahrt kann ich alle Vorabchecks (remember WOLKE-Schema?) in der heimischen Garage durchführen. Zur Prüfung des Reifenluftdrucks hatte ich mir irgendwann so ein Manometer mit zusätzlichem Reifenprofilmesser zugelegt. Aber was tun, wenn der Reifen bisschen schlapp ist und man keine gut ausgestattete Schraubergarage mit Kompressor hat? Mit der Fahrradpumpe beigehen? Meistens fuhr ich dann los zur nächsten Tanke und ärgerte mich mit defekten oder ausgenudelten Luftdruckstationen rum. Hier schafft die Akku-Druckluftpumpe Abhilfe.

Mit der Bosch EasyPump kann man alle Anwendungen bis 10,3 bar erledigen. Das kleine, handliche Gerät wiegt 400g und ist ca. 20cm lang. Die Bedienung ist relativ selbsterklärend. Das Bedienfeld und das Display ist auch bei Tageslicht gut ablesbar. Die Pumpe ermöglicht eine Voreinstellung des gewünschten Zieldrucks. Die automatische Abschaltung stoppt das Aufpumpen, sobald dieser Zielwert erreicht ist. Sie kann alle Reifenarten (z. B. vom Auto oder Fahrrad), Bälle (z. B. Fußbälle) oder auch die Luftmatratze am Badesee aufpumpen. Zu diesem Zweck sind in der Pumpe die gängigsten Aufsätze (Kugelnadel, Sclaverand-Ventilaufsatz, Ballonaufsatz) in einem separaten Fach untergebracht. Über das integrierte LED-Licht über dem Schlauch kann auch in dunklen Verhältnissen der Ventilbereichs beleuchtet werden und man sieht, was man tut.

Genug der Theorie, was kann das Teil in der Praxis? Ausgepackt, per USB aufgeladen (ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten) und ab in die Garage. Anschalten, Zielwerte einstellen, aufs Ventil schrauben und los. Das Gerät pröttelt lautstark los und baut mit einem maximalen Leistungsvolumen von 10 l/min den Zieldruck auf. Es dauert einen Moment, aber funktioniert sehr gut. Nach zwei Motorrad- und zwei Roller-Reifen war 1/4 der Akkuladung verbraucht, was für meine Einsatzzwecke aber völlig ok ist. Einen komplett platten Reifen damit wieder aufzupumpen müsste ich nochmal ausprobieren.

Zur Aufbewahrung kann man die Pumpe ins mitgelieferte Säckchen verstauen. Die Pumpe ist auch klein genug, daß man sie im Tourengepäck gut unterbringt, wenn man möchte. Mit 69,99€ ist die Pumpe kein Schnäppchen, für mich ist sie eine sehr praktische Ergänzung meines Werkzeugkastens. Der Gasgriffsalat hat die Pumpe auch und ist ebenso zufrieden.

[Sponsored Post] Custom Bikes von Sport Evolution

Als vor ein paar Jahren die Custombike-Welle anschwoll waren BMW Zweiventilboxer neben Honda CBs mit die meistgefragte Umbaubasis. Im Laufe der Zeit entstanden sehr viele schöne Umbauten und es war immer wieder überraschend, wie aus einem – überspitzt formuliert – häßlichen Entlein wie einer serienmässigen BMW R100 RT ein schmaler, drahtiger Café Racer wurde. Mit der steigenden Anzahl der Umbauten wurde es aber immer schwieriger, aus der Masse herauszustechen. Ambitionierte Privatschrauber sowie professionelle Custombike-Garagen wetteiferten um den nächsten coolen Scrambler-, Café Racer- oder Bratstyle-Umbau. Einige habe ich über die Jahre auch hier im Blog vorgestellt. Es fanden sich aber auch zweifelhafte Umbauten auf Online-Anzeigenportalen, bei denen sich die Erbauer vergallopiert hatten und deren Umbauqualität schon auf den Bildern Mängel erkennen lies.

Und was nützt einem die schönste Optik, wenn Motor und Fahrwerk nicht mit der visuellen Performance des Umbaus herhalten können? Bei einem kompletten Neuaufbau eines Motorrads einschliesslich Optimierung vieler Komponenten werden viele von uns – mich eingeschlossen – an ihre Grenzen stoßen. So würde ich gleichzeitig aber bei Leistung und Fahrbarkeit keine Abstriche machen wollen. Gut, daß es für solche Ansprüche Spezialisten gibt wie die Truppe von Sport Evolution aus Neuwied.

Bei Sport-Evolution entstehen exklusive Cafe Racer, Scrambler, Roadster oder Bobber Umbauten mit TÜV und Garantie. SE ist aber nicht nur Fahrzeughersteller, sie entwickeln, konstruieren und produzieren viele der verwendeten Teile selbst. Durch ihre Spezialisierung auf BMW Zweiventiler kennen sie jedes Detail der Maschinen, egal ob es um den Motor, das Fahrwerk, die Elektrik oder den Rahmenaufbau geht.

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Es ist Podcastwoche bei Kettenritzel.cc

Das Angebot an Motorrad-Podcasts wächst und wächst, vor ein paar Monaten stellte ich Euch schon einige meiner Favoriten vor. Und damit kratzte ich nur an der Oberfläche. Über die von Pegasoreise initierte Podcastgemeinschaft „Motocast“ stieß ich auf weitere, sehr spannende Angebote. In den SSMP-Podcast und den Bearcast höre ich mich gerade rein, seit gestern bin ich auch Supporter des Bearcast auf Patreon. Und: aus dem Bearcast-Universum kommt die sehr charmante Carina, mit der ich sonntäglich unseren Motorrad-Talk auf Clubhouse moderiere.

Diese Woche kam dann eine für mich neue Erfahrung dazu. Ich wurde vom Zuhörer zum Mitmacher. Gleich in zwei Podcasts durfte ich diese Woche zu Gast sein. Ich hatte mir extra noch so ein schickes Podcaster-Mikro geholt, vong Ton her.

KRCC meets GRUL

Mittwochabend ging es los mit Thomas a.k.a. Der Ausreiter und seinem Podcast „Gang rein und los!“. Thomas hat seine YouTube-Aktivitäten Ende Januar diesen Jahres auch auf Podcasts ausgeweitet und hat schon eine gute Frequenz hingelegt, ich war sein siebter Gast. Thematisch hatten wur uns im Vorfeld lediglich auf das Thema „Freestyle“ geeinigt und so ging es lustig von Hölzchen auf Stöckchen.

Podcastaufnahme Ausreiter-Style

GRUL trifft KRCC: heute zu Gast bei »Gang ‚rein und los« ist Alexander vom Motorradblog Kettenritzel.cc. Komplett unseriös und unvorbereitet wird thematisch gefreestyled. Die Tourenscheiben-Kopfschmerzen von Thomas, Forentrolle, Yamaha-Dreizylinder, der liebende Blick zurück aufs Motorrad nach dem Abstellen und coronakonforme Mittelgebirgstouren, heute kommt alles auf den Tisch. Nur für die Schminktipps war am Schuss keine Zeit mehr.

KRCC meets Gasgeflüster

Jan und Michels Podcast höre ich schon länger und wir haben schon fleissig auf Twitter hin- und hergeschrieben. Wir hatten schon länger geplant, dass ich auch zu den beiden mal in den Podcast komme. Es war nun Zufall, dass beide Podcastaufnahmen in der gleichen Woche stattfanden. Mein Arbeitstag am Freitagabend ging nahtlos in die Podcastaufnahme über, nur stilecht mit Augustiner-Bier. Obwohl wir uns das erste Mal so in live sahen, war es ein bisschen wie alte Bekannte treffen. Die Jungs sabbeln beide gerne und viel und ich reihte mich da nahtlos ein. Den schönste Moment fand ich Michels und meine Diskussion über Honda Goldwings und Jan fiel parallel die Kinnlade sowas von in den Keller. Sensationell! Aber ich will nicht spoilern, hört selber rein.

Podcastaufnahme Gasgeflüster-Style, nur stilecht mit Pizza und Augustiner

Alex ist Motorradfan. Und weil er (wenn es nicht gerade Pizza gibt) sich auch abseits der Sitzbank gerne mit dieser Passion beschäftigt, schreibt er über Neuheiten, seine Gedanken und Empfehlungen auf seinem Blog „Kettenritzel“. Wir haben schon öfters daraus zitiert und deshalb war es Zeit, dass wir einmal zu dritt darüber sprechen, wie man überhaupt zum Motorradfahren und darüber sprechen kommt. Und auch, wieso zum Teufel Michel eine Honda Goldwing fährt!?!?

Wie haben wir aufgenommen

Da es ja mein Podcast-Debut war, hatte ich noch keine Vorstellung, wie man das remote aufnimmt:

  • GRUL-Setup: Über Zoom haben wir uns zusammengefunden, jeder hat seine Tonspur parallel über Audacity aufgenommen und Thomas hat das nachher zu einem Track zusammengehäkelt.
  • Gasgeflüster-Setup: die Aufnahme machten wir über Zencastr. Hier können wir uns über ein Webinterface alle drei mit Video zusammenschalten und jeder hat seinen eigenen Audiotrack, die parallel aufgenommen werden. Das System hatte seine Tücken, den Videofeed sollte man besser ausmachen. Als wir zwischendrin kurz Pause machen mussten, war Michels Aufnahme der ersten 20 Minuten komplett weg. Und mein Audio klang hier so, als ob ich in einer Blechdose sitze. Obwohl Mikro und Rechner der gleiche waren.

Und ich habe wieder mal gemerkt, dass ich mich von der Begeisterung oft hinreissen und zu schnell rede. Ab und zu mal Pause machen und durchatmen, Herr Hauser. Aber es hat mir irre viel Spaß gemacht. Danke an Thomas, Jan und Michel, dass ich bei Euch sein durften.

Die Elektrifizierung des Fuhrparks: willkommen NIU MQi GT

Gleich vorab: ich bin ein großer Fan des Elektroantriebes. Nicht nur, weil er zukunftsorientierter und umweltfreundlicher ist (wenn man in Produktion und Stromerzeugung keine Fehler macht), sondern auch, weil es einen besonderen Fahrspaß verspricht. Die unmittelbare Abrufmöglichkeit der vollen Leistung sorgt selbst bei kleineren Modellen für sehr lustige Beschleunigung ab dem Ampelstrich.

Über die Jahre habe ich auch hier das eine oder andere Modell getestet und Euch vorgestellt. Angefangen vom BMW C Evolution (auch schon sieben Jahre her) über die Gogoro-Roller, die von COUP in Berlin als Mietfahrzeuge eingesetzt wurden bis hin zur Elektroschwalbe und Vespa Elettrica. Und das von BMW vorgestellte Konzept ihres neuen Großrollers oder auch den angekündigten Kymco F9 finde ich auch sehr vielversprechend.

Als im letzten Jahr corona- und homeoffice-bedingt unser Zweiradfuhrpark eher rumstand als fleissig bewegt wurde, kam ich ins Grübeln. Die Triumph Street Triple sollte eh‘ weg (und seit diesem Montag hat sie einen netten, neuen Besitzer gefunden). Die BMW F800GS bleibt auf jeden Fall. Aber brauchen wir wirklich zwei Roller? Noch standen da die Vespa ET2 meiner Frau und meine Vespa GTS 300. Und die Antwort lautete „nein“. Die größe Vespa steht noch beim Lackierer für ein paar optische Retuschen, aber sobald sie wieder hier ist, wird sie inseriert.

Aber was wäre dann das richtige Fahrzeug, wenn wir uns auf einen Roller einigen sollten. Auf jeden Fall sollte er elektrisch sein, so viel war klar. Aber auch bei den Elektrorollern ist die 45 km/h Beschränkung für die kleinen Modelle aus meiner Sicht ein Verkehrsrisiko. An der Ampel wirst Du von hinten bedrängelt, wenn Du nicht schnell genug von der Linie kommst. Bei Höchstgeschwindigkeit bist Du ein rollendes Verkehrshindernis, weil alle anderen mit 55 km/h oder schneller fahren. Und manche Autofahrer überholen dich auch einfach, ohne die Spur zu wechseln. Ergo: es sollte ein Roller werden, der mindestens 70 km/h Höchstgeschwindigkeit aufweist. So kannst Du gut mitschwimmen im Verkehr und auch mal eine kurzen Abstecher auf die Stadtautobahn machen, was in Berlin auch mal relevant sein kann.

Also schauten wir uns die unterschiedlichen Modell und Optionen an:

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Übers Fernweh reden – mein erster Motorradvortrag

Seit über 11 Monaten befinden wir uns mit der Firma fast durchgehend im Homeoffice. Ende März letzten Jahres wurde von der Geschäftsführung erst die Arbeit von zu Hause empfohlen, dann zwischenzeitlich verpflichtend gemacht. Organisatorisch hat das auch alles sehr gut funktioniert. Projekte konnten wie geplant umgesetzt werden, die Umsätze und Erträge stimmten und die Aktionäre waren auch zufrieden.

Aber eines litt doch: das Teamfeeling, der Plausch in der Kaffeeküche, das Mittagessen mit Kollegen. Um auch was für das Zwischenmenschliche zu tun, hatte unser Eventteam eine super Idee. Sie stellten ein Format auf die Beine, in denen den Mitarbeitern sprichwörtlich eine Bühne geboten wurde, ihre Hobbies und Passionen mit den Kollegen zu teilen. Den Anfang machte eine Kollegin mit einem hammergeilen DJ-Set, es gab aber auch Koch- und Fotografiekurse. Übertragen wurde das ganze über Zoom, eine Stunde, in der man etwas neues erfuhr, unterhalten wurde und in der man sich innerhalb der Firma wieder näher kommen konnte.

Das brachte mich auf eine Idee. An Urlaubsreisen ist derzeit nicht zu denken, man verlässt seine eigenen vier Wände nur noch zu den allernötigsten Anlässen. Warum versammeln wir uns da nicht um ein virtuelles Lagerfeuer und erzählen uns von unseren Reisen und Erlebnissen und machen für eine Stunde einfach Urlaub im Kopf? Die Idee wurde begeistert angenommen und der Termin organisiert. Ich kramste in meinen Festplatten nach den schönsten Aufnahmen und Momenten und bastelte ein Best-of meiner bisherigen fünf Alpentouren. Es ergab sich eine Reise über Slowenien durch die Dolomiten, über das Stilfser Joch bis hin zu den französischen Seealpen auf die Route des Grandes Alpes.

Studiosetup mit Greenscreen

Übertragen wurde das ganze aus einem Studio in Reinickendorf. Ursprünglich war es geplant, mein Motorrad mit auf die Bühne zu bringen. Anfang Februar hatte es aber noch -12 Grad und auf den Hauptstrassen Berlins lag Salz. Mit den Temperaturen wäre ich vielleicht noch klar gekommen, aber dem Salz wollte ich meine Maschine nicht aussetzen. Die Alternative mit Greenscreen und einem passenden Hintergrundbild wirkte fast echt. Vor mir noch ein paar Holzscheite mit roten Lampen und fertig war das Lagerfeuer.

Im Regieraum

Sieht auf dem Monitor doch fast echt aus

Um meine nicht motorradaffinen Kollegen nicht mit zu viel Benzinsprech zu überfordern konzentrierte ich mich auf schöne Orte und Anekdoten entlang der Strecke. Am Furkapass beispielsweise ließ sich vortrefflich über den Rhônegletscher, das Hotel Belvedère und den Dreh von James Bonds „Goldfinger“ plauschen.

Das Lagerfeuer hätte etwas mehr wärmen können

Nach einer halben Stunde Alpen durften die Kollegen ran und von ihren Lieblingsorten berichten. Den Abschluss machte dann wieder ich mit Tipps für coronagerechte Tagesausflüge ins Brandenburgische.

Das Finale auf dem Cime de la Bonette

Mir hat es viel Spaß gebracht, auch wenn ich immer wieder aufpassen musste nicht ins labern zu kommen. Ich habe ein sensationelles Talent für unendliche Schachtelsätze. Ich blieb aber in der vorgegebenen Zeit und das Feedback der Kolleg:innen war super. Vielen Dank für die Gelegenheit!

TRIUMPH präsentiert die Bonneville-Produktreihe für 2021

TRIUMPH hat ihre Modern Classics Bonneville-Motorradreihe für das Modelljahr 2021 umfangreich überarbeitet. Sieben verschiedene Motorräder und Modellvarianten haben Updates in zahlreichen Bereichen wie Performance und Ausstattung bekommen.

Von den Weiterentwicklungen profitieren die Bonneville T120, T120 Black und T100 sowie die Street Twin inklusive dem neuen Sondermodell Street Twin Gold Line Limited Edition. Ebenfalls aufgewertet wurde der Cruiser Bonneville Speedmaster sowie die Bonneville Bobber. Im Rahmen des Motoren-Updates auf die Euro-5-Norm wurde auch die Performance bei Leistung und Drehmoment, das Ansprechverhalten und die Fahrbarkeit der Motorräder insgesamt weiter verbessert.

Ergänzend zur im vergangenen Jahr vorgestellten Thruxton RS wird die neue Bonneville-Reihe mit der nächsten Generation der Scrambler 1200 und der Street Scrambler noch weiter ausgebaut. Zu diesen Modellen hat TRIUMPH für April 2021 ein weiteres Update angekündigt.

Hier nun in Kurzform die Updates in Stichworten:

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Die Märkische Acht

Unfinished business könnte man es nennen. Meine letzte Tour in 2020 in die Märkische Schweiz musste ich wegen eines Ventilschadens am Vorderrad abbrechen. Dabei hatte ich noch die schönsten Ecken vor mir.

Grund genug, die erste Tour 2021 da anzufangen, wo ich im letzten Jahr aufgehört hatte. An der Routenplanung hatte ich etwas gefeilt und eine neue Variante gebastelt. Da die Route sich einmal selber kreuzt, sieht es aus wie eine liegende Acht.

Seit zehn Wochen hatte ich das Motorrad nicht mehr bewegt, daher ließ ich es ruhig angehen. Auch wenn es tagsüber bis zu 16° werden sollte, war es in den Wäldern deutlich kühler und im Schatten der Bäume lag noch einiges an Schnee, der langsam vor sich hinschmolz. Was dazu führte, dass trotz trockener Strassen immer wieder mit nassen Passagen zu rechnen war. Auch noch teilweise vorhandener Rollsplit mahnte zu vorausschauender Fahrweise.

Über Ahrensfelde verließ ich Berlin und hielt mich zunächst über Birkholz bis Beiersdorf nördlich der B158 bevor es dann südöstlich über Prötzel bis Buckow ging. Hier genoß ich wieder mal die Kurven ins Tal und am Strandbad Buckow ich bei einem kleinen Päuschen den Blick über den noch gefrorenen Schermützelsee.

Im Gegensatz zur geplanten Route fuhr ich von Buckow nicht durch den Wald nach Münchehofe sondern drehte einen Schlenker über Müncheberg und Hermersdorf bis Münchehofe. Das schmale Sträßchen wand sich durch die sonnige Landschaft und irgendwie war ausser mir keine Sau unterwegs. An der Münchehofer Flugsanddüne machte ich kehrt und hielt mich nördlich Richtung Neuhardenberg.

Hier wurde die Strasse wieder mal etwas ruppiger, das für Brandenburg typische 2/3 altes Kopfsteinpflaster und 1/3 Sandpiste. Meine GS juckt das nicht, mit 80 km/h konnte ich da entspannt drüberbügeln. Hier bin ich dem Erstbesitzer der GS echt dankbar, daß er damals in ein Touratech-Upgrade des Fahrwerks investiert hat.

2021: F800 GS vor Schloss Neuhardenberg

2013: F650GS vor Schloss Neuhardenberg

Nach dem obligatorischen Fotostopp am Schloss Neuhardenberg hatte ich noch einen Schlenker nördlich über Schulzendorf und Harnekop eingebaut. Auf der Karte sah das unaufgeregt aus, aber es entpuppte sich als wirklich unterhaltsamer Streckenabschnitt.

In Prötzel kreuzte ich meine Route vom Vormittag und streifte danach Strausberg um dann auf dem Rückweg in Wesendahl noch 10kg Äpfel auf dem Obstgut mitzunehmen. Das war auch der einzige Grund, warum ich die Koffer an der GS hatte.

Über Altlandsberg und Ahrensfelde ging es entspannt zurück nach Hause. Mopped schmutzig. Papa glücklich. Wer von Euch war heute denn noch unterwegs?

Handyhalterung am Motorrad: tschüss Touratech, hallo Quadlock

Manchmal geht es schneller als man denkt. Vor einer Woche hatten wir noch 25 Grad tiefere Temperaturen als jetzt. Nun plötzlich scheint die Sonne und das Thermometer zeigt zweistellige Zahlen ohne ein minus davor. Und plötzlich steht das Motorradfahren wieder auf der Liste der möglichen Tätigkeiten. Und etwas Vorbereitungshektik setzt ein. Dinge, die ich seit Wochen tun wollte, müssen jetzt schnell erledigt werden, damit es morgen auf die erste Ausfahrt in 2021 gehen kann.

Neben dem Ausbau der Batterie zum längst überfälligen Laden wollte ich vor allem eines tun: die Handyhalterung tauschen. Das Touratech iBracket zierte seit letztem Mai das Cockpit der BMW. Zwei Umstände führten allerdings dazu, daß nach nicht mal einem Jahr eine neue Lösung hermusste. Zum einen habe ich beim Handy ein Upgrade von iPhone 8 auf iPhone 11 vorgenommen und somit das iBracket nicht mehr passte. Zum anderen sind die Vibrationen im Cockpit aufgrund des hohen Montagepunktes nicht ohne, so daß ich fürchtete, daß die Dämpfungswirkung des iBracket nicht ausreichen würde und das Handy Schaden nehmen könnte.

Das iBracket muss runter

Letztendlich war auch der Anschaffungspreis eines iBrackets ausschlaggebend. Das Ding kostet nen knappen Hunni. Und bei jedem Handywechsel wäre ne neue Halterung fällig. Ein neues Quadlockcase kostet mit 30€ weniger als ein Drittel. Hinzu kommt, daß ich das Quadlock seit 2014 auf dem Fahrrad und meinen vorherigen Motorrädern und der Vespa bereits nutzte. Und nun auch ein Joggingarmband, eine Tischhalterung und eine Handy-Ringhalterung besitze. Nur auf dem Motorrad musste ich immer die Handyhülle wechseln, um das Handy ins iBracket zu bekommen. Voll umständlich, oder?

Was aber tun wegen der Vibrationen? Hier gibt es schon seit einiger Zeit auch eine Lösung von Quadlock: einen Schwingungsdämpfer, den man auf die herkömmliche Halterung aufschrauben kann. Mittels dreier Gummipuffer ist das Handy dann geschützt gelagert und die gröbsten Stöße werden glattgebügelt.

So habe ich nun ein System für alle Anwendungsgebiete (ok, die Autohalterung fehlt mir noch). Das Handy ist schnell eingeclipst in die Halterung und hält bombenfest. Auf der morgigen Tour werde ich wohl hier und da mal die ruppigeren Straßen unter die Räder nehmen, damit der Schwingungsdämpfer ordentlich was zu tun hat.

Winterzeit – Fernreiseträumzeit

Nachdem ich im letzten Jahr Erik Peters „Himalaya Calling“ gesehen hatte, bestellte ich mir bei ihm die DVDs „Abenteuer Südostasien – Mit dem Motorrad durch Thailand, Laos und Kambodscha“ und „Highlands & Islands – Wo Schottlands Herz am lautesten schlägt„.

Wenn draußen zweistellig Minusgrade herrschen, kann man sich auch mal gepflegt aufs Sofa verpieseln und ein bisschen Motorradreisen-Bingewatching machen. Als Kontrollgruppe waren meine Frau und meine Kinder anwesend.

Das schöne an den Filmen von Erik ist, daß er auch für Nicht-Motorradreisende spannende und empathische Reportagen macht. Er berichtet nicht nur über Routen und Kurven sondern auch über besondere Orte und Begegnungen. Gerade bei seiner Südostasien-Reportage hatte die ganze Familie Spaß und bekam instant Fernweh. Hier zwei Ausschnitte zu den DVDs:

Südostasien

Schottland

Bei Interesse bestellt ihr die DVDs am besten über Eriks Website. Und ich plane schon mal im Kopf nen Trip nach Thailand, um den Mae Hong Son Loop zu fahren.

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