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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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The orange lady has to go: Triumph Street Triple 675 R zu verkaufen

Ich trenne mich von meiner schönen Triumph Street Triple 675R, BJ. 2009. HU und Jahresservice wurden gerade frisch gemacht, sie ist ein einem sehr guten und gepflegten Zustand. Als R-Version verfügt sie über ein einstellbares Fahrwerk. Sie rollt auf Pirelli Diablo Rosso Corsa II Reifen. Kilometerstand ist aktuell 31.920km.

Verbaut sind:

  • LED-Blinker (vorne Triumph, hinten motogadget m-blaze Pins)
  • einstellbare Handbrems- und Kupplungshebel
  • Arrow Sportauspuffanlage (Originalauspuffe werden mitgegeben)
  • umgerüstet auf Einzelscheinwerfer von Motodemic (Original Doppelscheinwerfer sind vorhanden, Rückrüstung ist problemlos möglich)
  • Stahlflex Bremsleitungen
  • motogadget m-view Spiegel
  • USB-Stromanschluss für Navi / Handy

Die Streety ist ein absoluter Landstrassenrenner, aber auch auf Tour macht sie eine sehr gute Figur.

Auf Wunsch kann ich noch weitere Zubehörteile mit verkaufen:

  • Bellypan
  • Soziussitzabdeckung
  • Magnet-Tankrucksack

Gerne in liebende Hände abzugeben.

Wir bauen uns eine Navihalterung

Meine erste Handyhalterung für das Motorrad war das Touratech iBracket, welches ich für das iPhone 4 und 5 im Einsatz hatte. Dies wurde vor vier Jahren durch die Quadlock-Handyhalterung ersetzt, die seitdem auf der Yamaha, Triumph und der Vespa zum Einsatz kam, ebenso bei den zahlreichen Testmotorrädern, die ich im Laufe der Jahre fahren durfte. Die Vorteile: klein, leicht, schnell montiert, inklusive Regenschutz. Auch letzten Samstag fand die Halterung ihrem Weg auf die F800GS.

Auf der Fahrt nach Berlin schaute ich so auf meine Cockpitkanzel, da war noch Platz hinter dem Windschutz. Und ich dachte an Sebastians GS, bei der er auch das iBracket über der Tachoeinheit angebracht hatte:

Die Touratech Desierto Verkleidung bot links und rechts in den Montageschienen noch genug Platz für eine Strebe, die als Aufnahme für eine Handyhalterung dienen konnte. Somit wäre das Handy im direkt sichtbaren Bereich und ich hätte die Strasse und die Routenangaben beide gleichzeitig im Blick. Der Plan machte voll Sinn in meinem Kopf. Damals auf der GS hatte ich das iBracket auf der 12mm dicken Lenkerstrebe sitzen, ein kurzer Ausflug in den Baumarkt brachte mich in den Besitz eines 12mm Alustabs, den ich mir im Keller erstmal auf die passende Länge von 200mm zurecht sägte. Kurz mal an die Verkleidung gehalten: passte.

Nächster Schritt: links und rechts Löcher rein bohren und Gewinde schneiden. Da ich weder einen Standbohrer noch Gewindeschneider besitze, grätschte ich schnell rüber ins Craftwerk. Dienstag abends ist da immer „betreutes Schrauben“ und da kann man kleinere Reparaturen erledigen oder Bastelarbeiten wie meine.

Zurück zu Hause das Teil angeschraubt, danach warten auf den Paketboten. DingDong, heute kam das Paket von Touratech. Back to the roots also, die Halterung die ich auf meiner ersten GS hatte, kommt auch wieder auf die aktuelle. Für die Stromversorgung von der USB-Buchse zum Telefon hatte ich online noch ein passendes Spiralkabel gefunden, das nicht so in der Gegend rumfliegt wie das originale iPhone Ladekabel. Und Bäm, passt doch wie Arsch auf Eimer:

Perfekt, so wollte ich das haben. Und wo ich gerade dabei war, gab es noch zwei kleine Schönheitsreparaturen: die schon etwas gebrauchten Barkbusters und die Grip Puppies wurden durch Neuteile ersetzt.

So, wo fahren wir am Wochenende hin? Ich hätte da schon eine Idee, aber die erzähle ich Euch im nächsten Post.

Das neue Baby nach Hause bringen: Jungfernfahrt mit der F800 GS

Das Gefühl, wenn man als kleines Kind auf den Geburtstag wartet: Ungeduld und Aufgeregtheit. Das Gefühl, wenn man als Erwachsener auf die Zulassung des neuen Motorrads wartet: mindestens genauso ungeduldig und aufgeregt. Am Freitagabend war es dann endlich so weit und ich hielt die Papiere und das Kennzeichen in der Hand. Endlich konnte ich mich auf den Weg machen, um meine F800 GS aus dem fernen Rendsburg abzuholen.

Samstagmorgen, 6:38 Uhr. Mit für diese Uhrzeit erstaunlich vielen Menschen stehe ich am Bahnsteig, als der ICE nach HH einrollt. Nach Umsteigen in den RE nach Flensburg komme ich um kurz vor 10 Uhr in Rendsburg an. Abgeholt werde ich von Kai, dem Kumpel des Vorbesitzers Gert. Kai hat eine Garage in einem ehemaligen Kasernengelände in Rendsburg, in der die GS sicher und trocken stehen durfte. Kennzeichen montiert, Handyhalterung angebaut und Tasche auf die Gepäckbrücke geschnalzt und es konnte losgehen.

Die erste Etappe führte mich nach Kiel über die Autobahn. Gert konnte bei der Übergabe nicht dabei sein, weil er kurzfristig arbeiten musste. Ursprünglich war geplant, daß er mich auf der ersten Strecke meiner Fahrt begleitet. So trafen wir uns auf dem Ikea-Parkplatz, Gert übergab mir noch einiges an Kleinteilen und Zubehör. Und vor allem konnte er sich von seinem Mopped noch verabschieden. Ich drückte ihm noch ein paar Kettenritzel-Aufkleber in die Hand, hier könne er jederzeit nachverfolgen, wie es der GS so ergeht.

Von hier aus setzte ich das Navi auf das Ziel Lauenburg/Elbe. Ohne große Umwege nahm ich die A21 / B404. Auf der Autobahn machte ich das erste Mal den Hahn komplett auf und brachte die BMW auf Endgeschwindigkeit. Bei 200 km/h zerrt es schon einigermassen am Helm, aber das Windschild hielt das Gröbste ab und machte schnelles Reisen gut möglich. Kein Vergleich zur Street Triple, bei der es ab 150 km/h schon verdammt anstrengend wird, dem Winddruck Stand zu halten. Eine Eigenart der GS zeigt sich aber bereits hier: ab 5.000 U/min vibriert es ordentlich in den Fußrasten und im Lenker. An diese Eigenheit des Motors muss ich mich noch gewöhnen. Und an auf Dauer taube Füße und Hände.

Nachdem ich die A24 überquert hatte, suchte ich etwas Abwechslung im Sachsenwald und trieb die GS über einige Waldwege. Endlich anständiges Terrain, musste sich die Maschine gedacht haben. Mir trieb es auch das Grinsen unter dem Helm.

In Lauenburg war der erste Tankstopp angesagt nebst Tankstellencroissant und Cola für den Fahrer. Mitterweile war es schon nach 13:00 Uhr und ich hatte noch mehr als die Hälfte der Tagesetappe vor mir. Also aufgesessen und weiter. Ursprünglich hatte ich überlegt, die bekannte Strecke nördlich der Elbe über Boizenburg und Amt Neuhaus bis nach Dömitz zu fahren. Aber neues Motorrad, neue Strecke. Also querte ich hier die Elbe um südlich derselben über Bleckede und Hitzacker nach Dömitz zu fahren. Ich hatte ja keine Ahnung, was für ein Spaß mich erwarten sollte. Ich folgte dem Elbuferweg und es begann ein lustiges, kurviges Bergauf und Bergab. Zwischendrin wieder flachere Stücke direkt an der Elbe längs, bevor kurz darauf der nächste Anstieg folgen sollte.

Kurz vor Hitzacker ging es bis auf schwindelerregende 86 m über NN. Oben auf dem Kniepenberg angekommen, steht eine Aussichtsplattform mit wunderschönem Panoramablick über das ansonsten eher flache Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Was für eine großartige Strecke. Das wird eine meiner Favoriten für zukünftige Touren von und nach Hamburg.

Mittlerweile hatte ich über 200km im Sattel der GS verbracht und konnte mich wohler nicht fühlen. Es passte einfach alles. Kein Regen, geile Strecke, schöne Natur um einem rum und vor allem: das Motorrad, auf das ich schon seit Jahren hinlungere unter mir und es passte mir wie ein Handschuh! Einer der Gründe warum ich so oft anhielt mag an der schönen Umgebung gelegen haben. Aber vielleicht war die Umgebung auch nur der passende Hintergrund für schöne Bilder vom Mopped. Und ich habe viele Bilder gemacht 😉

An Kühen vorbei, durch Wälder, hinterm Deich, aufm Deich ging es weiter bis nach Havelberg. Dort war eigentlich der Plan, etwas zu essen zu fassen, aber in der Altstadt waren die Bordsteine hochgeklappt, nix hatte offen. Ne Tankstelle war ander Strecke auch nicht vorhanden, also machte ich mit leichtem Grummeln im Magen weiter Richtung Berlin.

Ich folge stumpf dem Kursvorgaben des Navis und entdeckte mehrere Ecken wieder, die ich auf vorigen Touren bereist hatte. Zum Beispiel die Ecke vor Kyritz, bei der mir beim letzten Mal ein quer über der Strasse liegender Baum die Weiterfahrt erschwerte. 

Während ich so über die Dörfer gondelte, dachte ich auch an meine allererste Tour nach dem Führerschein. Dort machte ich morgens das erste Bild der Tour im Wald beim Golfclub Kallin. Dieses hier:

Never waste a good opportunity to make a kitschig picture, dachte ich mir und machte an selbiger Stelle einen Zwischenhalt. Morgensonne war nicht mehr, aber die abendliche Stimmung war nicht zu verachten. So machte ich nicht nur ein Bild, sondern einige.

Die letzten Kilometer in den heimischen Stall nahm ich auf der Autobahn unter die stollenbereiften Räder. Hinter mir machte die Abendsonne Drama und ich war glücklich und zufrieden. Zurück im heimischen Stall nach 450 Kilometern parkte ich die GS neben der Street Triple. Die Ablösung ist da. Willkommen im neuen Kapitel.

Riding the Rocket 3

Als Kind verbrachte ich mit meinen Eltern einmal die Sommerferien am Gardasee, ich mag vielleicht acht Jahre alt gewesen sein. Meine Eltern hatten Freunde aus München, die zum gleichen Zeitpunkt dort Urlaub machten und ein Boot hatten. Nicht irgendein Boot, nein. Eine Riva Aquarama. Ob gekauft oder gemietet weiss ich nicht mehr. Was sich mir aber ins Gedächtnis gebrannt hatte, war neben dem wundervollen Design die Motorisierung des Bootes und was sie damit machte: zwei V8-Motoren im Heck sorgten für eine Gesamtleistung von 700 PS.

Allein das Anlassen und das Brabbeln im Leerlauf, der Sound wurde von der Kaimauer reflektiert. Pure Gänsehaut. Dann langsam aus dem Hafenbecken auslaufen und souverän auf den See gleiten. Und draussen auf dem See sollte ich dann erleben, was es bedeutet, wenn man „den Hebel auf den Tisch legt“. Vollgas. Die 16 Zylinder atmen tief ein, die Antriebswellen erhöhen sprunghaft ihre Rotationsgeschwindigkeit, beide Propeller wirbeln durchs Wasser und beginnen, das Holzboot nach vorne zu treiben. Das vorher sonore Grollen verwandelt sich in ein löwenartiges Brüllen und ich musste mich irgendwo festhalten, um nicht durchs Boot zu purzeln. Erregt und fasziniert zugleich nahm ich dieses Spektakel in mich auf. Irre.

Wir springen ein paar Jahrzehnte nach vorne. Mein freundlicher Triumph-Händler freut sich, daß er wieder komplett öffnen darf und bietet an zwei Tagen die aktuelle Modellpalette zum Probe fahren an. Darunter eine Rocket 3 R. Ein Anruf beim Händler und ich konnte mir den letzten Probefahrt-Termin am Freitag Abend sichern.

Da stand sie nun vor mit in Rot: 2.458 cm³ verteilt auf drei Zylinder. Die 167 PS mögen in Anbetracht des Hubraums nicht so sehr beeindruckend sein, aber die 221 Nm bei 4.000 U/min sind es bereits auf dem Papier! Die Sitzhöhe beträgt lediglich 773 mm, dafür bemisst der Radstand stramme 1677 mm. Die 291 kg Trockengewicht verteilen sich bodennah flach und lang.

Der Händler fragt mich noch, ob er sie vom Gehweg runter fahren soll und ich entgegne ihm scherzhaft, daß das kein Problem sei, ich sei im Besitz eines LKW-Führerscheins. Trotzdem rangierte ich die Maschine mit großer Vorsicht auf die Fahrbahn, Respekt hatte ich vor diesem Trumm.

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Zu aktuellen Lärm-Diskussion rund um Motorräder

Der Bundesrat hat am 15. Mai beschlossen, die Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen (mehr Informationen hier und hier).

Meine Haltung dazu wird in diesem Statement sehr gut zusammengefasst:

Ich plädiere auch zusätzlich noch für ein Nutzverbot an Wochenenden für alles andere was lauter als 80dB ist wie Rasenmäher, Kettensägen, Traktoren, Sportwagen und Flugzeuge. Danach stören wir uns dann an Kinderspielplätzen in Wohngebieten oder Kleinkindern im Nachbars Garten.

Der Rechtsanwalt und Motorradfahrer Frank Hannig hat zum Verbot eine alternative Meinung:

Wie seht ihr das?

Gegen die drohenden Fahrverbote existiert seit ein paar Tagen eine Online-Petition die bereits jetzt knapp 60.000 Unterstützer gewonnen hat.

Unvernünftig, aber geil! Sagt Hallo zum neuen Motorrad.

Ich habe es mir selber ja vor acht Jahren prophezeit, daß dieses Motorrad mal in meinen Besitz kommen würde. Und es verging kaum ein Jahr des Motorrad fahrens, ohne daß ich daran denken musste. Dieses rumlungern auf gängigen Onlinebörsen. Suchergebnisse parken. Feststellen, daß die immer noch zu teuer sind. Idee erstmal wieder verwerfen.

So langsam näherten sich gut abgehangene Modelle aber meiner Finanzierungsgrenze. Und heute ist es passiert: ich habe mit eine BMW F800 GS in Kalamata metallic gekauft. Warum die Farbe so wichtig ist? Weil sie voll mein Beuteschema ist und ich sie in keiner anderen Lackierung genommen hätte.

Diese eine hatte ob seiner Ausstattung mein besonderes Augenmerk. Mit 47.000 Kilometern kann man sie als gut eingefahren bezeichnen. Es gab auch Modelle mit der halben oder nur einem Drittel der Laufleistung. Die hätten aber nicht diese Ausstattung gehabt. Von vorne fällt erstmal die Touratech Desierto-Verkleidung auf, der LED Hauptscheinwerfer und die LED Zusatzscheinwerfer. Gesehen wird man schon mal.

Generell ist am Motorrad der halbe Touratech-Katalog verbaut worden: fast alle Hebel, Schutz für alle Flüssigkeitsbehälter, Motorschutz, Gepäckbrücke, Motorschutz, you name it. Für das Wohl des neuen Kettensatzes sorgt ein CLS Kettenöler, den Schutz der Hände übernehmen Barkbuster, die schon etwas Kampfspuren aufweisen. Der Rotax Zweizylinder bellt kehlig aus dem AC Schnitzer Auspuff in die Welt. Das Fahrwerk wurde mit progressiven Federn für Gabel und Federbein von Touratech aufgewertet.

Bei der Probefahrt stellte ich mich gleich in die Pivot Pegz Fussrasten und genoß es. Einen kleinen Hops über den Bordstein und die Heidenau K60 Scout durften sich durch die Maulwurfshügel auf der Wiese graben. Kreisel links rum, umlegen, Kreisel rechts rum: super Handling. Die Sitzhöhe wird eines der signifikantesten Merkmale beim Umstieg von der Triumph Street Triple sein. Die F800 GS will bestiegen werden, da schwingt mal nicht so einfach den Fuß rüber. Prompt hatte ich beim ersten Aufsitzen gleich das Schienbein gegen die Gepäckbrücke gedengelt.

Jetzt sitze ich in der Bahn – das Motorrad steht nicht in Berlin – und komme aus dem dämlichen Grinsen nicht mehr raus. Jetzt schnell Versicherung klarmachen und hoffen, daß es auf der Zulassungsstelle nicht allzu lang dauert und dann wieder hinfahren und das Motorrad aus seinem Winterschlaf befreien und gaaaaanz ausführlich nach Berlin zurückfahren. Ich freue mich jetzt schon über neue und alte Routen, die ich unter die Stollenreifen nehmen kann.

Gepflegt was auf die Ohren: Motorradpodcasts

Motorradfahren ist ja derzeit nicht so ohne weiteres möglich. Motorrad hören aber auf jeden Fall und ich meine damit nicht das Anlassen des Motorrades in der heimischen Garage um etwas am Gasgriff zu spielen. Mittlerweile haben sich einige Motorrad-Podcasts in meine Playlist geschlichen, die ich Euch heute mal vorstellen möchte.

Pegasoreise

Der Podcast von Sonja & Claudio gehört zu den Klassikern und war der erste Motorrad-Podcast, über den ich gestolpert bin. Seit 2011 sprechen beide über Abenteuer und Motorradreisen, unterhalten sich mit anderen Reisenden und berichten von unterwegs. Anfangs ging das noch als Audiodatei, die man sich über deren Blog runterladen konnte. Mittlerweile aber auch bei Spotify zu finden:

Die Hupe

Der Preis für den besten Podcastnahmen geht an „Die Hupe„. Sebastian Bauer und Clemens Gleich bedienen hier ein breiteres Themenspektrum, alles rund um Mobilität. Da wird nicht nur über Autos und Motorräder gesprochen, sondern auch mal über urbane Mobilität oder das zu Fuß gehen. Inhaltlich immer sehr fundiert und unterhaltsam. Schön ist beispielweise die letze Folge 15 über das Scheitern.

Gasgeflüster

Unter „Gasgeflüster“ betreiben die beiden Mopped-Fans Michel und Jan ihren Motorrad-Stammtisch. Entdeckt habe ich den Podcast erst kürzlich durch ein Posting von Sandra von Bike Addicted. Den thematischen Reigen beschreiben die beiden als „Anregende Diskussionen, packende Einblicke hinter die Kulissen der Motorradbranche gepaart mit einer guten Prise Humor und Ironie sollen allen Motorradfahrern die Zeit versüßen, in der sie selbst nicht auf ihrem Bike sitzen können.“ Die ersten beiden Folgen haben mich noch nicht so gepackt, aber die letzten drei waren wirklich zum gackern! Ich mag ja Menschen mit Selbstironie. Die aktuelle Folge 5 über Motorradfahrer-Typen ist wirklich ein Spaß! Gasgeflüster gibt es auch auf Twitter und Michel betreibt unter dem Namen Asphalt-Süchtig ein Blog und einen YouTube-Channel

BMW Motorrad

So, jetzt wird es ein bischen mehr Corporate. Der englischsprachige Podcast von BMW Motorrad wird moderiert von Andy Dukes. Hier muss man sich die Perlen etwas rauspicken. Sehr spannend fand ich zum Beispiel Folge 11 über Rosie Gabrielle oder Folge 18 über meinen Freund Rolf Lange (dem kann ich immer zu allem zuhören).

Viele Folgen sind mir dann allerdings zu sehr eigene Nabelschau, die eigenen Themen werden da teilweise seeehr ausführlich beleuchtet. Das schafft beispielsweise der Podcast „Reden ist Geld“ von der Sparkasse sehr viel besser. Hier geht es immer um die Erfahrungen von Prominenten mit Geld und ihr Umgang damit, aber es steht nie aufdringlich im Vordergrund.

Mein Leben mit 1000PS. Der Motorrad Podcast von NastyNils

Auch erst diese Woche entdeckt: 1000PS Gruender NastyNils podcastet seit März diesen Jahres. Nils parliert sehr leiwand über die aktuellen Tests und Themen aus der Redaktion. Der Podcast ist also eine gute Ergänzung oder das Audio-Substitut für den 1000PS YouTube Kanal.

Dann stieß ich beim Stöbern noch auf diese beiden Kandidaten, die ich noch nicht angehört habe:

The Full Tank Motorcycle Podcast

Rarefied Road und Motobob kannte ich bislang nur von YouTube, aber Tim und Rob tun sich hier zusammen zu einem gemeinsamen Podcast:

A Bikers Journey by Love Life Triumph

Hier muss ich mich auf die Podcast-Beschreibung verlassen „A weekly podcast with Mr & Mrs Bonneville aka Love Life Triumph. This is a collection of conversations with a common theme of motorcycles, travel, adventure and lifestyle. Sit back, relax and enjoy!“

Und? Was hört Ihr so? Freue mich über neues Hör-Material in den Kommentaren. Das schöne an Motorrad-Podcast ist ja, daß man sie auch beim Motorrad schrauben hören kann. Sehr praktisch in der aktuellen Situation!

Von Sydney nach London : über 20.000 Meilen Abenteuer auf einem Post-Motorrad

Im Jahr 2009 genoss der Brite Nathan Millward das Leben bei der Arbeit in einem Café in Sydney. Aber die guten Zeiten endeten nachdem seine Visumsverlängerung abgelehnt wurde und er drei Tage Zeit bekam, das Land zu verlassen.

Anstatt einen Flug zurück nach Großbritannien zu buchen, traf er die mutige Entscheidung, sich auf den Weg zu machen und nach Hause zu fahren. Er packte seine Habseligkeiten in eine Kiste, schnallte sie auf dem Rücken seines Post-Motorrads (eine 105-ccm-Honda mit der sagenhaften Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h) und machte sich auf den Weg. Ohne Visum auf den Weg, ohne mechanische Kenntnisse und unsicher, ob sein Geld die 23.000 Meilen nach Hause reichen würde.

Als er an diesem Morgen vom Opernhaus in Sydney wegfuhr, ahnte Nathan wohl nicht, daß er am Anfang einer großen Reise stand, die ihn weiter bringen würde, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Nathan findet ihr auf Instagram unter @nathanthepostman.

(via Max Funk)

Mopped Kaputt? Egal, lass mal die Dakar fahren

Die Dakar ist nicht die Art von Rennen, die man mit einem nicht ganz perfekten Motorrad bestreiten möchte. Aber 1985 gelang es dem belgischen Fahrer Gaston Rahier, auf einer kaputten BMW GS zu gewinnen. Rahier hatte bereits 1984 die Dakar gewonnen und war zuversichtlich, dass sein stark überarbeitetes Motorrad von 1985 ihm die Chance auf einen erneuten Sieg geben würde. Doch dann setzte er bei einem Medienauftritt vor dem Rennen einen Fuß falsch auf und maulte sich mächtig auf. Das Video von BMW Group Classic zeigt seine Maschine und beschreibt das Malheur:

Ein Tausch des Chassis wäre nicht regelkonform gewesen, so blieb BMW und dem HPN-Team, das die Maschine gebaut hatte, nichts anderes übrig, als das Wrack so gut es ging wieder zusammenzuschustern. Wie in dem Video unten dokumentiert ist, hinterließ das Motorrad zwei Reifenspuren im Sand, statt einer. Das ist die nette Art zu sagen, dass es ziemlich im Arsch war.

Rahier’s Teamkollegen Eddie Hau und Raymond Loizeaux schieden vorzeitig aus dem Rennen aus, so blieb nur noch Gaston übrig als letzter Hoffnungsträger auf einen Sieg. Trotz der massiven Schäden am Rahmen schaffte es die Maschine jeden Abend ins Biwak, um sich dort jedes Mal umfassenden Reparaturen zu unterziehen.

Aber irgendwie schaffte es der Mann, der nicht einmal seine Füße auf den Boden setzen konnte, mit dieser kaputten Maschine den Rest der Konkurrenz bis zur Ziellinie zu schlagen. Das ist der Stoff, aus dem Dakar-Legenden gemacht sind. BMW hat daraus eine vierteilige Dokumentarserie gemacht, die Ihr Euch hier ansehen könnt. Ich weiß, was ich heute Abend machen werde.

(Via Jalopnik)

Motorprosa – Geschichten aus der Kurve

Über die Jahre hat sich in meinem Bücherregal einiges an Motorradliteratur angesammelt. Den meisten Platz nehmen die Motorradzeitschriften ein gefolgt von den großformatigeren, bildorientierten Werken, neuerdings Coffee-Table-Books genannt. Bei den übrigen Büchern dominiert die Gattung „Reisebericht“, angefangen von Ted Simons Klassiker „Jupiter’s Travel“ bis zu Lea Riecks „Sag dem Abenteuer, ich komme“.

Der aktuellste Neuzugang in meiner Motorradbibliothek ist da anders. „Motorprosa – Geschichten aus der Kurve“ ist zunächst einmal der Name des Blogs von Jürgen Theiner, der das große Glück hat, im italienischen Vinschgau beheimatet zu sein. Was bedeutet, daß seine Hausstrecke die unbedeutende Erhebung namens Stilfser Joch ist (es sei ihm gegönnt, aber neidisch bin ich trotzdem). Auf dem Motorrad ist Jürgen ein alter Hase, sein Blog hingegen ist eines der jüngeren in diesem Internetz. Das soll aber nicht heißen, das Jürgen einer Lernkurve bedurft hätte, was das Erstellen mitreissender Texte und Bilder betrifft.

Im Gegenteil, Geschichten voller Herzblut und Bilder von bestechender Schönheit sind seit jeher in seinem Blog zu finden. Stellvertretend sei dieses hier gezeigt:

Eines von Jürgens Ritualen ist die Sonnenaufgangs-Tour aufs Stilfser Joch. Des Nächstens aufstehen, sich ins Leder zwängen, um diesen magischen Moment des Sonnenaufgangs über dem Ortlermassiv von der Tibethütte aus zu beobachten.

Aber wo waren wir? Richtig, das Buch. Bereits im Blog beschrieb Jürgen einmal seine bisherigen zweirädrigen Begleiter. Angefangen vom Urschleim, was bei ihm eine Piaggio Ciao 50 war, die er als Teenager erstand. Der Blogartikel ist nur ein kleines Abstrakt dessen, was man im Buch von ihm erfahren darf. Geschichten voller Unvernunft, getrieben von der Leidenschaft für die einspurige Fortbewegung. Man mag sich gar nicht ausrechnen, wieviel Geld da ins Hobby floss (und ja, an dieser Stelle dürfen wir alle nicken, denn den meisten von uns geht es auch so). Die Erlebnisse sind so großartig nachgezeichnet, daß man sich mittendrin im Erlebten fühlt. Man hört beim Lesen förmlich das Zerspanen des Knieschleifers und das Kupplungsrasseln seiner Ducati 748.

Eine meiner großen Fragen klärt das Buch übrigens auch auf. Wie kann jemand, der hemmungslos auf der Supermoto Wheelies reisst, auf der KTM 1290 Super Duke quer driftend die Kurven des Stelvios nimmt, Gefallen an einer Harley Davidson Road King finden?

Ich werde es nicht verraten, dazu müsst ihr Euch das Buch kaufen. Verfügbar bei Books on Demand oder auch bei Amazon, u.a. für den Kindle:

Ihr werdet Euren Spaß haben an den auf 136 Seiten komprimierten Erinnerungen und Erlebnissen aus einem bewegten, 25jährigen Motorradleben.

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