Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

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Heilig’s Blechle – Berliner Vespa-Leidenschaft mit schwäbischen Wurzeln

Es gibt Begegnungen, die bleiben hängen – vor allem, wenn sie mit altem Blech und ehrlicher Schrauberei zu tun haben. Für mich war eine davon die Bekanntschaft mit Alex Bonald und seiner Werkstatt Heilig’s Blechle in Berlin. Alex ist gebürtiger Schwabe wie ich, Vespa-Schrauber mit Leib und Seele und jemand, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

Ich selbst komme auch von der Vespa. Meine erste war eine Smallframe, Jahrgang 1977, in knalligem Orange. Sie war laut, roch nach Zweitakt und brachte mich zuverlässig durch Studium und Sommernächte. Diese erste Vespa war mehr als nur ein fahrbarer Untersatz – sie war der Einstieg in eine Haltung. In das Schrauben, das Improvisieren, das Verstehen von Technik.

Als ich Jahre später meine Yamaha MT-07 umbauen wollte, war es Alex, der mir seine Werkstatt öffnete. Einfach so. Hebebühne, Werkzeug, Lötkolben – und dazu ein paar ehrliche Tipps aus der Praxis. Wer ihn kennt, weiß: Bei Heilig’s Blechle geht es nicht um Show, sondern um Substanz. Alex restauriert alte Vespas, überholt Motoren, kümmert sich um Unfallroller, Tuning und Sonderumbauten. Und wer will, bekommt das Ganze auch elektrisch – mit passender Eintragung und Erhalt des klassischen Looks.

Der SIP Scootershop hat Alex vor einiger Zeit besucht und ein sehenswertes Porträtvideo gedreht. Es zeigt ihn bei der Arbeit, erzählt von seiner Geschichte und seinem klaren Anspruch an Qualität. Was mir besonders gefällt: Trotz aller Technikverliebtheit bleibt das Menschliche immer im Vordergrund. Kunden werden hier ernst genommen, genauso wie das, was sie mitbringen – ihre Geschichten, ihre Roller, ihre Vorstellungen.

Heilig’s Blechle ist kein Hochglanzbetrieb, sondern eine Werkstatt mit Herz und Haltung. Für mich ein Ort, an dem sich Vespa-Geschichte und Gegenwart ganz selbstverständlich begegnen. Und wer selbst mal geschraubt hat, weiß: So was ist selten geworden.

Kawasaki Corleo Concept – Wenn das Motorrad laufen lernt

Pferd oder Löwe? Motorrad oder Roboter? Kawasaki stellt auf der Expo 2025 in Osaka das Corleo Concept vor – ein futuristisches Fortbewegungsmittel mit vier Beinen, Wasserstoffantrieb und einer Prise Sci-Fi-Ästhetik. Entwickelt wurde das Ganze nicht von Kawasaki Motors, sondern von der Konzernmutter Kawasaki Heavy Industries. Trotzdem steckt ordentlich Motorrad-DNA im Blech – oder eher im Blechkleid.

Corleo sieht aus wie ein Kreuzung aus Zentaur und sportlichem Zebra. Vorne erinnert der „Kopf“ ein bisschen an die Frontverkleidung einer Ninja, inklusive stilisierter Luftkanäle. Drei grüne Leuchtstreifen auf der Brust? Könnte ein Zufall sein. Könnte aber auch ein Gruß an Monster Energy sein.

Gesteuert wird das Ganze durch Gewichtsverlagerung: Auf den Steigbügeln hockt man wie ein Jockey, nach vorne gebeugt bei hohem Tempo, aufrecht beim Klettern. Zumindest im Werbevideo. Denn was da durchs Gelände galoppiert, ist – Überraschung – größtenteils CGI. Die Version auf der Expo kann immerhin stehen und sich ein bisschen bewegen. Für echtes Gelände reicht das noch nicht.

Eleganz trifft Abenteuer: Die Custombikes von Kingston Custom, Fuel Motorcycles und LSL zur Bike Shed Show und dem Club of Newchurch 2025

Rund um die diesjährige Bike Shed Show in London sowie das finale Club of Newchurch-Festival in Österreich präsentierte Royal Enfield wieder einmal eindrucksvoll, warum die Marke zu den beliebtesten Plattformen in der internationalen Customszene gehört. Drei Umbauten stechen besonders hervor – „The Kingsman“ von Kingston Custom, „Fury 650“ von Fuel Motorcycles und eine agile Supermoto-Bear 650 von LSL-Motorradtechnik. Drei Bikes, drei Stilrichtungen – aber ein gemeinsamer Nenner: Leidenschaft für gutes Motorrad-Design.

The Kingsman – Der Gentleman-Racer von Kingston Custom

Dirk Oehlerking von Kingston Custom ist bekannt für seine skulpturalen Umbauten, bei denen Technik und Kunsthandwerk eine nahezu symbiotische Beziehung eingehen. Mit dem Projekt The Kingsman, das auf der Royal Enfield Shotgun 650 basiert, hat er sich selbst übertroffen. Das Motorrad wurde in seinem Atelier – einer ehemaligen Schmiede im Ruhrgebiet – vollständig von Hand gefertigt. Das gesamte Bodywork besteht aus 2 mm starkem Aluminium, das Oehlerking in klassischer Handarbeit formte. Der Umbau misst fast vier Meter in der Länge und wirkt wie ein Art-Deco-Monument auf zwei Rädern.

Dabei ist The Kingsman nicht nur eine Studie in Eleganz, sondern auch eine Hommage an britische Gentlemen-Kultur. In Anlehnung an den gleichnamigen Filmklassiker trägt das Motorrad eine ganze Reihe stilvoller Accessoires: Neben Spiegel, Kamm, Besteck und Flaschenöffner finden sich auch eine kleine Flasche Gin und Tonic sowie ein integrierter Regenschirm an Bord. Der Tacho ist in den Hauptscheinwerfer integriert, das Rücklicht stammt stilecht aus einem Cadillac von 1958. Der originale Royal Enfield Rahmen wurde lediglich im Bereich der Schwinge um 100 mm verlängert, um die Proportionen des Designs zu stützen. Technisch blieb vieles original, was unterstreicht: Hier stand die Form im Vordergrund, nicht die Funktion – und genau das macht The Kingsman zu einem echten Kunstobjekt.

Zwischen Mythos und Maschinen – zu Besuch im Nationalen Automuseum – The Loh Collection

Eigentlich dachte ich, mich könne nicht mehr viel überraschen, wenn es um Automuseen geht. Dann stand ich in einer ehemaligen Schraubenfabrik in Dietzhölztal – und staunte. Das Nationale Automuseum – The Loh Collection ist nicht nur ein Museum. Es ist ein Statement. Und für mich eine der eindrucksvollsten Fahrzeugsammlungen, die ich je gesehen habe.

Von der privaten Leidenschaft zum öffentlichen Museum

Hinter der Sammlung steht der Unternehmer Rainer M. Loh, der über Jahrzehnte hinweg mit viel Gespür, Fachwissen und Leidenschaft eine der exklusivsten Fahrzeugsammlungen Europas aufgebaut hat. Ursprünglich war die Sammlung nicht öffentlich zugänglich – sie war ein privates Refugium für Liebhaber klassischer Technik. Doch 2023 wurde daraus ein echtes Museum: In den aufwändig restaurierten Industriehallen einer früheren Fabrik in Dietzhölztal-Ewersbach entstand auf 5.000 Quadratmetern ein Ort, der Technikgeschichte, Designikonen und Motorsport-Mythen zusammenbringt.

Exponate mit Gänsehautgarantie

Wer durch die Ausstellung geht, merkt schnell: Hier wurde nicht einfach ein Fuhrpark in Reih und Glied gestellt. Die Fahrzeuge sind sorgfältig kuratiert, thematisch sortiert und mit viel Raum zur Wirkung gebracht. Und das Line-up? Mehr „Wow“ geht kaum.

Eine halbe Milliarde Hondas – und jede hat ihre Geschichte

Meine erste Honda war gar nicht die Dominator. Es war eine CJ 250 T – ein kleines, schlichtes Motorrad mit zwei Zylindern, Trommelbremsen und mehr Rost als Chrom. Aber genau diese CJ hat mir gezeigt, dass Motorradfahren nicht nur auf der Straße stattfindet, sondern auch in der Garage. An ihrer einfachen Technik habe ich wieder den Spaß am Schrauben entdeckt.

Die Dominator kam später. Und obwohl mein erstes Motorrad eine BMW F650 GS war, ähneln sich die beiden ziemlich: Einzylinder, Funduro-Charakter, Doppelauspuff, unkaputtbar. Es hätte genauso gut auch andersherum laufen können – vielleicht wäre Honda dann schon viel früher mein Begleiter geworden.

Und jetzt lese ich: Honda hat 500 Millionen Motorräder gebaut. Eine halbe Milliarde. Und irgendwo mittendrin stehen meine beiden – die kleine CJ und die Domi. Keine Bestseller, keine Ikonen, aber Motorräder mit Geschichte. Mit meiner Geschichte.

Das 500-millionste Motorrad war übrigens kein Sportler, keine Africa Twin, keine Gold Wing. Sondern ein Honda Activa – ein Roller, gebaut in Indien. Ein unscheinbares, aber extrem wichtiges Fahrzeug. In Asien ist der Activa das, was bei uns früher vielleicht der VW Käfer war: Mobilität für alle. Alltag, Arbeit, Leben.

Die Geschichte von Honda beginnt 1949 mit dem „Dream D-Type“. Ein zierliches Motorrad, kaum mehr als ein motorisiertes Fahrrad, aber es war der Anfang. Dann kam 1958 die Super Cub – mit über 100 Millionen Stück das erfolgreichste motorisierte Fahrzeug der Welt. Man findet sie überall, von Tokio bis Timbuktu. Und wenn man sie nicht sieht, hört man sie. Irgendwo tackert immer eine.

Feiner Zwirn, starke Botschaft – der Distinguished Gentleman’s Ride 2025 in Berlin

Wenn sich an einem Sonntagmorgen über 350 Motorradfahrer:innen im Tweed, mit Krawatte oder Fliege und auf klassischen Maschinen durch Berlin bewegen, dann ist wieder Zeit für den Distinguished Gentleman’s Ride – kurz: DGR.

Was auf den ersten Blick wie ein nostalgischer Modeaufmarsch auf zwei Rädern wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Denn beim DGR geht es nicht nur ums stilvolle Cruisen, sondern um Aufmerksamkeit und Spenden für die Männergesundheit. Weltweit werden an diesem Tag Gelder gesammelt – unterstützt von der Movember Foundation – für Projekte zur Suizidprävention und Prostatakrebsforschung.

Berlin war auch dieses Jahr wieder mit Stil und Herz dabei. Über 20.000 Euro sind allein hier zusammengekommen – ein starkes Zeichen der Community. Und es zeigt, dass man auch mit Anzug und Weste auf dem Motorrad Haltung zeigen kann.

Ich war natürlich mit Kamera unterwegs und habe die schönsten Momente des Berliner Rides eingefangen – von blitzenden Café Racern bis hin zu gepflegtem Schnurrbart-Flausch. Das Video gibt’s hier:

Kleines Detail am Rande: ich war erfreut überrascht, den Triumph Scrambler Umbau „Il Sardo“ von Dirk Öhlerking im Feld zu sehen (Im Video ab 0:39).

Und wer nächstes Jahr dabei sein will: Tweed kann man nie zu früh shoppen.

Ride & Connect im Craftwerk – Classic Bike Adventure bringt den Fernweh-Faktor nach Berlin

Was haben das Craftwerk Berlin und die Himalaya-Ausläufer gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel – außer, dass beide Orte ziemlich gute Geschichten über Motorräder erzählen können. Am 5. Juli 2025 treffen diese beiden Welten aufeinander: Classic Bike Adventure lädt ein zu Ride & Connect.

Ein Abend zwischen Kupplung und Curryduft

Vielleicht habt ihr schon die Kurzfilme von Nils-Peter Jensen gesehen und Lust auf ein Motorrad-Abenteuer im Himalaya bekommen. Beim Event im Craftwerk berichten die Tourguides von Classic Bike Adventure von abgelegenen Bergpässen, staubigen Pisten, heißen Masala Chais am Straßenrand – und wie man als ganz normaler Mensch in Nepal Motorrad fahren kann, ohne sich komplett zu verlieren.

Seit über 35 Jahren organisiert Classic Bike Adventure geführte Motorradreisen durch Indien, Bhutan, Nepal, Thailand, Laos, Tibet – und jetzt auch Kolumbien. Gefahren wird stilecht auf Royal Enfields. Die Routen? Eher „wenig befahren“ als „Google Maps-optimiert“. Genau das macht den Reiz aus.

Was dich erwartet

  • Live-Reisevorträge direkt von den Tourguides
  • Gutes Essen, Bier und Musik
  • Exklusive Tour-Angebote für Schnellentschlossene
  • Austausch mit Gleichgesinnten – alte Freunde treffen, neue finden
  • Möglichkeit zur Zeltübernachtung (20 Plätze) oder im Hotel nebenan für die Zugereisten.

Die Plätze sind limitiert: max. 300 Gäste. Der Beitrag beträgt 20 Euro und enthält ein Essen und zwei Getränke. Wichtig: Tickets gibt’s nur im Vorverkauf – keine Abendkasse!

Anmeldung per Mail:
📧 event@ClassicBikeAdventure.com

Egal ob du gerade erst vom Balkan zurück bist oder von Bhutan träumst – dieser Abend bringt die Fernreise auf zwei Rädern greifbar nah. Und vielleicht wird aus der Idee am Tresen die Tour deines Lebens.

Bilder: Classic Bike Adventure

Bike Shed auf Expansionskurs – Franchise-Modell angekündigt

Muss ich euch das Bike Shed noch erklären? Diejenigen, die hier schon länger mitlesen kennen meine Begeisterung für die Marke, den Ort, die Show, das Gefühl, wie will man es nennen? Das Bike Shed steht für eine moderne Motorradkultur, die nicht auf Lärm oder Leistungsdaten reduziert wird. Sondern auf das, was viele von uns am Fahren schätzen: Stil, Menschen, Haltung.

Die Bike Shed Shows sind für mich die mit am besten kuratierten Custombike-Shows der Welt. Die Bike Shed Locations – London habe ich noch nicht besucht, aber in LA waren wir im letzten Jahr – stellen für mich Wohlfühlorte dar, die man gar nicht mehr verlassen möchte. Jetzt öffnet sich das Team aus London mit einem Franchise-Modell für neue Standorte weltweit. Ein spannender Schritt – vielleicht auch mit Blick auf Berlin.

Franchise statt Kopie

Das Konzept kann man hier in der Franchise-Broschüre nachlesen. Nach London und L.A. ist Dubai bereits als nächster Standort bestätigt. Doch es geht nicht um schnelles Wachstum, sondern um sorgfältig ausgewählte Partner, die den Bike Shed-Spirit ernst nehmen.

Es gibt drei Modelle:

  • Tier A: das volle Programm mit Club, Restaurant, Tattoo-Studio, Barbershop und Retail – wie in L.A.
  • Tier B: wie in London – ohne Tattoo, aber mit allem anderen.
  • Tier C: ein kompakteres „Moto Café“ mit reduziertem Angebot an ausgewählten Tagen.

Die Einstiegshürde ist nicht ohne: Wer mitmachen will, muss das Projekt komplett selbst finanzieren, ein tragfähiges Konzept vorlegen und sich an die Markenwerte halten: inklusiv, stilvoll, community-orientiert. Dafür gibt’s Unterstützung bei Design, Kommunikation, Retail, Events und Social Media. Und die Kraft einer starken Marke im Rücken.

Braucht Berlin ein Bike Shed?

Eine Frage, die ich mir beim Lesen gestellt habe: Wäre ein Bike Shed in Berlin denkbar – oder sogar nötig?

Wir haben das Craftwerk, das Deus Café im Wellenwerk, die BMW Motorrad Welt. Orte, die schon viel richtig machen. Aber ein echtes Bike Shed bringt nochmal eine andere Tiefe mit – durch die Verbindung von Gastronomie, Retail, Events und Club-Kultur unter einem Dach.

Ich fände es spannend. Nicht als Kopie, sondern als Berliner Variante – mit lokalem Charakter und globalem Anspruch. Und wer weiß: Vielleicht ist da ja gerade jemand, der genau darüber nachdenkt.

Fazit

Bike Shed geht den nächsten großen Schritt – ohne sich zu verlieren. Das Franchise-Modell ist eine Einladung an Gleichgesinnte, die Motorradkultur leben und weiterentwickeln wollen. Nicht nur mit Benzin im Blut, sondern auch mit Herz und Verstand.

Und ich bin gespannt, wo der nächste Bike Shed auftaucht. Vielleicht in Hamburg. Vielleicht in Zürich. Vielleicht ja doch in Berlin.

Twins meet Classics – Rennspaß mit Charakter

Am 4. und 5. Oktober 2025 wird es wieder laut im Driving Center Groß Dölln: Die zweite Auflage von Twins meet Classics (TmC II) lädt V2-Fans, Gespannfahrer und Klassikliebhaber zum Kurventraining auf den Track 3 ein – einer der fahrerisch interessantesten Strecken Deutschlands, rund 60 Kilometer nördlich von Berlin. Wer Lust hat, seine Fahrtechnik in sicherer Umgebung zu verfeinern und dabei in bester Gesellschaft zwei Tage auf der Rennstrecke zu verbringen, sollte sich diesen Termin rot im Kalender markieren.

Vier Gruppen, ein Ziel: Spaß am Fahren

Egal ob du frisch auf der Rennstrecke unterwegs bist oder deine Linie schon im Schlaf fährst – bei TmC II ist für jede Erfahrungsstufe etwas dabei. Gefahren wird in vier Gruppen:

  • Instruktorengruppe für Rennstrecken-Neulinge
  • Normale Freifahrer
  • Schnelle Freifahrer
  • Renngespanne

Die Einteilung erfolgt zunächst nach Selbsteinschätzung, kann aber auch vor Ort flexibel angepasst werden. Besonders die Instruktorentrainings sind ideal für alle, die sich langsam an die Ideallinie herantasten möchten – mit maximal fünf Teilnehmenden pro Instruktor.

Am zweiten Tag wird zusätzlich ein Hang-Off-Kurs angeboten, in dem es um die richtige Körperhaltung in Schräglage geht. Klingt nicht nur nach Rennsport, sieht auch verdammt gut aus.

Groß Dölln – Laguna Seca in der Uckermark?

Gefahren wird auf den Streckenteilen A und B des Track 3 – insgesamt 2.500 Meter pures Kurvenglück mit bis zu 12 Metern Höhenunterschied. Instruktor Gurky beschreibt die Strecke als Mischung aus Schleiz, Sachsenring und einer Miniaturversion von Laguna Seca. Kein Wunder also, dass sich hier sowohl sportliche Fahrer als auch Oldtimer-Enthusiasten wohlfühlen.

Built not Bought & TmC – ein starkes Team

Twins meet Classics ist ein Ableger des bekannten Formats Built not Bought, das von Racecafe Berlin ins Leben gerufen wurde. Die Idee: Motorradfahrer*innen zusammenbringen, die nicht nur fahren, sondern auch schrauben, umbauen und gestalten. Bei Built not Bought am Spreewaldring (STC) treffen sich alljährlich Fans klassischer Technik, Custom Bikes und sportlicher Ausritte – mit einem klaren Fokus auf „selbst gemacht statt teuer gekauft“.

Dass TmC II direkt im Anschluss an Built not Bought stattfindet, ist kein Zufall. Die beiden Events ergänzen sich perfekt: Erst staubfrei am STC rollen, dann auf dem griffigen Asphalt von Groß Dölln das Fahrkönnen verfeinern. Wer mag, nimmt beide Veranstaltungen mit – eine Art Motorrad-Doppelkonzert für die Sinne.

Atmosphäre, Infrastruktur, Anmeldung

Wie immer bei Racecafe: Das Drumherum stimmt. Motorräder können über Nacht im Shelter eingeschlossen werden, das Fahrerlager bietet Platz für Wohnmobile, Zelte und gemütliches Beisammensein. Kaffee und Wasser sind inklusive, und wer möchte, kann zusätzlich Frühstück, Mittag- und Abendessen buchen – inklusive Grillflatrate.

Die Teilnehmerzahl ist bewusst begrenzt, damit auf der Strecke genügend Platz bleibt. Wer dabei sein will, sollte sich frühzeitig anmelden – die Plätze füllen sich erfahrungsgemäß schnell. Das interaktive Anmeldeformular gibt’s direkt bei kurvenrausch.com oder auf racecafe.berlin.

TmC II – Die Fakten im Überblick:

📍 Ort: Driving Center Groß Dölln, Track A+B
📅 Datum: 4. und 5. Oktober 2025
📦 Leistungen: 10 Turns à 15 Min., Instruktorentraining, Hang-Off-Kurs, Übernachtung im Fahrerlager möglich
💸 Kosten: ab 325 €
🍴 Verpflegung: Frühstück, Mittag, Grillabend zubuchbar
🔧 Extra: Technische Abnahme, Geräuschmessung, optionale Unfallversicherung

Also: Gläser abkleben, Reifen checken, Anmeldung ausfüllen – und dann ab in die Uckermark zum Saisonabschluss mit Stil.
Man sieht sich auf der Strecke!

Anrollern in Berlin – eine kleine Tradition auf zwei Rädern

Jedes Jahr am 1. Mai treffen sich Vespa-Fans aus Berlin und Umgebung zum Anrollern. Treffpunkt ist traditionell der Winterfeldtplatz in Schöneberg. Von dort geht’s gemeinsam auf Ausfahrt – mit Blech, Charme und ordentlich Zweitaktduft.

Vor 17 Jahren war ich zum ersten Mal dabei, damals entstand unter anderem eines meiner ersten YouTube-Videos. So sah das Anrollern 2008 aus:

Seitdem ist viel passiert, aber der Geist ist derselbe geblieben: Gemeinschaft, Schraubergespräche, alte Schätzchen, neue Bekanntschaften – und die Lust aufs Fahren (siehe hier auch meine Eindrücke aus 2014 und 2016).

Dieses Jahr nahm ich wieder teil. Leider kamen wir etwas zu spät am Treffpunkt an, der Korso hatte sich schon in Bewegung gesetzt. So hatte ich nicht mehr die Gelegenheit, Fotos zu machen. Aber für ein kleines Video hat es gereicht:

Ob mit Patina oder frisch lackiert – am 1. Mai zählt vor allem, dass die Kisten wieder rollen. Egal ob Standard-Roller oder hart umgebaut. Und wer einmal mitgefahren ist, weiß: Beim Anrollern geht’s nicht nur ums Blech, sondern ums Dabeisein.

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