Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Tour (Seite 1 von 10)

Herbsttour nach Hamburg mit Alpakas

Die Kinder haben Herbstferien und wie fast in jedem Jahr besuchen wir Freunde und Familie in Hamburg. Für mich ist das der beliebte Anlaß, meinen Tourenklassiker Berlin – Hamburg – Berlin wieder aufleben zu lassen. Irgendwie hänge ich dran, es war auch meine erste Tour nach meinem bestandenen Motorradführerschein vor sieben Jahren.

Dieses Mal standen zwei Besonderheiten auf der Tour:

  • Zum einen wollte ich nicht über die komplett verbaustellte Autobahn aus der Stadt raus und wählte daher eine Route über Spandau Richtung Börnicke,
  • Zum anderen war ein lustiger Zwischenstopp geplant: eine Wanderung mit Alpakas auf dem Alpakahof Ruppiner Land.

Die Route durch Spandau führte mich am BMW Motorrad Werk vorbei, lustigerweise war das erste Motorrad, welches vor dem Werktor stand ebenfalls eine Triumph Street Triple. Man weiß also auch die Konkurrenzware zu schätzen.

Das Gegurke durch die Stadt war annähernd so mühsam wie das Befahren der Autobahn-Baustellen auf dem Berliner Ring. Die Fahrt durch den herbstlichen Spandauer Forst war jedoch eine Wohltat für die Augen.

Über Kuhhorst, Sandhorst, vorbei an Ribbeckshorst und durch Königshorst führte mich meinWeg über kleine, von der Sonne beschienene Herbsttraßen zur Alpakafarm in Segeletz. Da ich bis zu unserem Termin noch etwas Zeit hatte, fuhr ich ab Friesack nicht den direkten Weg nach Segeletz, sondern nahm frei Schnauze einen kleinen Umweg über Kleßen, Neuwerder und Dreetz. Eine hervorragende Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Gut ausgebaute, kurvige Landstrassen durch den Wald ohne jeglichen Verkehr sorgten für jede Menge Spaß am Gashahn. Bestens gelaunt traf ich bei den Alpakas ein, Frau und Kinder trafen im Auto kurz nach mir ein. Perfektes Timing.

Nach einer ausführlichen Einführung in diese domestizierte Kamelform gingen wir mit Merlin, Macho, Felipe und Franz über die Felder spazieren. Es waren mittlerweile spätsommerliche 25 Grad, perfektes Alpaka-Ausführ- sowie Motorradwetter.

Leider hatten wir für die Wanderung viel mehr Zeit gebraucht als geplant. Von meinem ursprünglichen Plan, bei Tageslicht noch bis Dömitz oder gar Boitzenburg zu kommen musste ich mich verabschieden. Es reichte gerade mal bis Havelberg, bevor die Sonne sich verabschiedete.

Zumindest reichte es noch für ein wildromantisches Tankstellenbild mit Sonnenuntergang. Kaum war das Tageslicht weg, wurde es schwierig mit der Sicht. Ich dachte, ich könnte auch im Dunkeln etwas Strecke auf der Landstrasse machen. Pustekuchen. Gerade auf den Strecken, die durch Wald führten war es dunkel wie im Rektum eines Auerochsens.

So entschied ich mich, über Bad Wilsnack und Perleberg Richtung Autobahn zu fahren. Bei Karstädt ging es auf die A14, die mich zur A24 führte. Nach zwei Stunden Autobahngeschrubbe kam ich endlich in Hamburg an. Schade, daß es für die Tour entlang der Elbe nur zur Hälfte gereicht hatte. Aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt.

So bin ich gefahren: 

 

So wollte ich fahren:

Die Entdeckung der Langsamkeit

Gestern vor dem lokalen Supermarkt hier in Dänemark: beim Einbiegen auf den Parkplatz fallen mit die beiden Simsons mit deutschem Kennzeichen auf dem Gehweg auf. Auto geparkt, hingelaufen und die beiden Fahrer angesprochen.

Das deutsche Pärchen aus Hannover ist mit ihren Fuffies auf dem Weg nach Skagen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Die beiden schön restaurierten Fahrzeuge – eine Simson Star und eine Simson Schwalbe haben sie im Transporter bis nach Dänemark gefahren und fahren die Tour nun entspannt auf Seitenstrassen.

Symbolbild – ich hatte vergessen ein Bild von den beiden zu machen.

Eine Woche Zeit haben sich die beiden hierfür eingeplant. Um die 1.000 km werden es schon sein um Jütland einmal hin- und zurück zu durchqueren. Schöne Idee. Spontan fühlte ich mich erinnert an meine Touren mit meiner Vespa V50 um den Bodensee während des Studiums. Man hat einfach mehr Zeit zu kucken, wenn man nicht so schnell unterwegs ist.

Mittelgebirgstour, Tag 2: Thüringer Wald

Oberhof, Sonntagsmorgens. Thomas schnorchelt noch ins Kopfkissen, ich kramse langsam meine Sachen zusammen. Draussen strahlt bereits die Sonne vom Himmel. Motorräder aus der Garage geschoben und aufgesattelt. Die erste Etappe des Tages geht 300 Meter um die Ecke zum Bäcker.

Beim Frühstück (Kaffee in den Thomas kippen) disponieren wir die Route um. Statt über Gräfenroda und Gehlberg eine Schleife zu drehen, entschliessen wir uns direkt wieder auf den Rennsteig zu fahren, den wir uns am Vortag noch mit den Rennsteig-Läufern teilen mussten. Es ist 08:30 Uhr und wir haben die Strasse und die Morgensonne komplett für uns. Ein Traum.

Wir folgend der Strecke vom Vortrag zurück bis Neustadt am Rennsteig und biegen hier nördlich ab Richtung Gehren. Ab Pennewitz geht es wieder den Berg rauf über schöne Kehren Richtung Mellenbach-Glasbach. In Schwarzburg standen wir wieder vor einer Streckensperrung, diesmal Richtung Bad Blankenburg. Während wir noch über eine Alternativroute nachdachten hielt neben uns ein rüstiger Rentner auf dem Rennrad. „Da kann man durchfahren, die Sperrung kann man in Bad Blankenburg umfahren. Die Locals wissen das!“ Na denn, ab dafür. Die Fahrt ins Tal entlang des Flusslaufes der Schwarza war sehr malerisch, nur leider musste wir uns hinter eine Schlange Autos einreihen.

Über die K177 und K178 wurschtelten wir uns über kleine Sträßchen durch das Thüringer Hinterland. Sehr viel Landschaft, kaum Verkehr und wenig Menschen. Zurück auf besser ausgebauten Asphalt ginge es dann auf die Bundesstrasse 85 bei Gabe Gottes (ja, der Ort heisst wirklich so). Bei Probstzella orientierten wir uns aber wieder an den kleineren Landstrassen durch Wald und Wiesen und über die thüringischen Bergrücken mit toller Sicht in die umliegenden Täler.

Kurz vor Lehesten hatten die Eingeborenen sehr viel Spaß auf der lokalen Motocross-Strecke. Wir hatten heute leider keine Stollenreifen dabei, daher entschlossen wir uns im nächsten Ort auf einen Zwischenstopp am malerischen Kirchplatz (Kaffee in den Thomas kippen).

Zurück auf der Rennsteig-Route näherten wir und auf kleinen Landstrassen Blankenstein. Hier sollten sich Thomas und meine Wege trennen. Von hier aus fuhr ich nach norden, erstmals noch ein paar Kilometer Landstrasse, bevor es bei Schleiz wieder zurück auf die Autobahn ging.

Es mag an den Temperaturen über der 30 Grad-Grenze gelegen haben daß der Rückweg über die Autobahn anstrengender wirkte als der Hinweg. Durchtranspiriert und etwas gelangweilt fuhr ich bei Coswig (Anhalt) von der Autobahn ab und folgte der Landstrasse in Richtung Hoher Fläming.

Im Schatten der Wälder war es deutlich besser auszuhalten und rund um die Burg Rabenstein liessen sich auch schöne Kurven finden, die die Rückreise angenehmer gestalteten.

Aber auch hier verfolgten mich die Streckensperrungen, vor Bad Belzig war die Brücke, über die ich meinen Heimweg fortsetzen wollte, einfach weg. Also, sie wurde neu gebaut, aber der Umweg wäre langweilig gewesen, so fuhr ich wieder zurück auf die Autobahn und reihte mich wieder in den Ferienverkehr ein. Nach knapp 500 Tageskilometern stellte ich die Streety in der heimischen Garage ab.

Die komplette Route findet ihr hier bei REVER.

Tour-Fazit:

Es müssen nicht immer die Alpen sein. Natürlich sind die auch immer wieder spektakulär, aber für ne kleine Runde um den Block am Wochenende ist der Thüringer Wald eine sehr tolle Alternative. Wir fanden immer unbefahrene und wunderschöne Strecken durch tolle Natur. Für mich war es auch mal wieder schön, vor der eigenen Haustüre mit dem eigenen Bike loszufahren. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr auch nochmal ein Wochenende in den Harz. Microtouring, quasi.

Mittelgebirgstour 2019: Prolog

Die Kollegen im Büro schauen leicht irritiert. Sie sind ja bereits gewohnt, daß ich morgens mit Helm und Motorradjacke ins Büro stapfe. Doch heute steige ich im kompletten Touren-Ornat mit Satteltaschen und Tankrucksack aus dem Aufzug. „Was vor fürs Wochenende?“ Ja, Motorradfahren. Mit dem besten Kumpel ein Wochenende durch den Thüringer Wald. Dieses Jahr ist keine Zeit für eine mehrtägige Alpentour mit größerer Gruppe. Daher geht es ganz simpel nur zu zweit los. Unser ursprünglicher Gedanke war es, unsere allererste Tour ins Iser- und Riesengebirge zu wiederholen. Das hätte für Thomas allerdings eine etwas längere An- und Abreise bedeutet. Schwierig, wenn man an sich nur den Samstag und den Sonntag hat. Daher treffen wir uns fast genau in der Mitte zwischen Berlin und München im Thüringer Wald. Das bedeutet für jeden von uns 300km Anreise. Fair enough.

Um 14:49 kommt die Whatsapp von Thomas „Ich fahre jetzt los! Yippieh!“. Spätestens jetzt ist es mit meiner Konzentration vorbei. Ich schreibe noch die nötigsten Mails und um 16:00 Uhr fahre ich den Rechner runter und werfe mich wieder in die Motorradklamotten. Schnell ist das Motorrad aufgesattelt, das Navi berechnet eine Ankunftszeit für 19:35 Uhr. Es ist Freitag und die Ferien haben begonnen. Entsprechend mühsam quäle ich mich durch die Stadt und über Stadtautobahn und Avus raus auf den Berliner Ring und die A9.

Und ich merke schon jetzt, daß ich die falsche Klamottenentscheidung getroffen habe. Es ist deutlich wärmer als die Wettervorhersage meinte, die Rede war von Regen und 16-22 Grad, teilweise auch Gewitter. So hatte ich mich für meine Revit Sand-Kombi entschieden statt für die leichtere und atmungsaktivere Kombi aus meiner Revit Ignition 2-Jacke mit der Revit Gear 2-Hose. Am Freitagabend mit ordentlich Fahrtwind auf der Autobahn ging es zwar noch, aber am Wochenende wurde es dich sehr schweisstreibend.

Hinter dem Baustellenalarm am Dreieck Potsdam wurde die Strecke wieder freier und ich konnte der Streety ordentlich die Sporen geben. Vor der Fahrt dachte ich, daß das längere Stück Autobahn mühsam würde, aber es war durchaus kurzweilig. Wenn man sich etwas nach vorne neigte und die Brust auf dem Tankrucksack ablegte, hielt man sich mit dem Fahrtwind bei 150 km/h gut die Waage. Das Pony rannte gut, hatte aber auch ordentlich Durst. Unter 6l/100km war bei der Pace nichts zu machen. Egal, der Tankstopp war eine willkommene Gelegenheit die Gräten zu strecken, denn der spitze Kniewinkel auf der Streety forderte Tribut.

Bei Schleiz fahre ich von der Autobahn ab, die Sonne steht schon tiefer und leuchtet mir stimmungsvoll den Weg über die Landstrasse zur Bleilochtalsperre und bis zum Zielort Bad Lobenstein, wo ich um 20:00 Uhr auf dem Martkplatz ankam

Dort hatte Thomas uns im „Brauereihotel Bad Lobensteiner Destillerie & Marktbrauerei“ ein Zimmer reserviert. Die Motorradstellplätze waren praktischerweise direkt vor dem Hotel, so daß man direkt vom Motorrad runter sich an den Tisch setzen konnte fürs Stiefelbier. Kaum hatte ich den Helm abgenommen schallte durch die Gassen der Altstadt ein das charakteristische Wummern eines BMW Boxers und Thomas bog ums Eck. Timing können wir.

Diverse Biere, Burger und angeregten Gesprächen mit den Einheimischen später plumpsten wir ins Bett voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Lest auch drüben bei Thomas weiter.

Sporttouring mit der Street Triple und dem Kriega US Combo50 DryBag

Nach vier Jahren Touren durch die Alpen werde ich dieses Jahr mal weniger weit reisen und kürzere Touren machen. Aus beruflichen Gründen wird sich das eher in dem Rahmen abspielen, was an einem Wochenende zu realisieren läßt. Das bedeutet auch, daß ich das erste mal seit der Mittelgebirgstour 2014 mit dem eigenen Motorrad auf Tour sein werde. Und vom Revier her werden wir auch da anknüpfen, wo wir vor auch vor fünf Jahren unterwegs waren. Es geht nämlich in den Thüringer Wald.

Für eine Wochenendtour braucht es ja nicht viel an Gepäck, trotzdem muss das irgendwo am Motorrad untergebracht werden. Und treue Leser werden sich erinnern, daß ich immer mehr Technik mitschleppe als Schlüpper und Socken. Für das klassische „Gepäckrolle aufs Heck“ sind bei der Street Triple die geeigneten Verzurrpunkte nicht wirklich da, bzw. es sind die Auspuffrohre im Weg.

Letztes Jahr auf der Intermot hatte ich Gelegenheit am Stand von Kriega deren Gepäcksystem näher in Augenschein zu nehmen. Die in verschiedensten Größen vorhandenen Taschen werden mittels unter der Sitzbank am Motorradrahmen befestigter Schlaufen befestigt und verzurrt. Und wenn das unter dem Beifahrersitzbrötchen der ausgestellten Ducati passt wird es wohl auch bei meiner Street Triple passen.

So bestellte ich mir deren US Combo50, bestehend aus einer 30 Liter Tasche und zwei 10 Liter Taschen. Diese können einzeln auf dem Motorrad montiert werden oder auch miteinander kombiniert werden. So kann ich je nach Transportbedarf alles zwischen 10 und 50 Litern transportieren.

Alles was es an Vorbereitung bedarf ist, die Gepäckschlaufen am Heckrahmen der Street Triple zu installieren.

Zuerst werden die Montagepunkte für die Schlaufen markiert.

Seitenverkleidung ab und Schlaufen durchgefummelt

De Schnalle der hinten montierten Schlaufen interferieren mit dem Gummistopfen in der Sitzbank, daher müssen die Stopfen raus.

Die Tasche legte ich erstmal leer auf die Sitzbank um zu sehen, wo ungefähr ich die Schlaufen am Rahmen würde anbringen müssen. Dann nahm ich die Sitzbank ab und markierte die Stellen am Heckrahmen mit Kreppband, bevor ich die Seitenverkleidungen abnahm. Die vorderen Montagepunkte passten, die hintern musste ich etwas nach vorne verschieben, da sie sich mit der Schraubenaufnahme der Seitenverkleidung überlappten. Als alle Schlaufen drin waren, drückte ich die Sitzbank wieder drauf. Sie ließ sich nur schlecht schliessen. Grund dafür waren Gummistopfen in der Sitzbank, die eigentlich zur Dämpfung da sind. Die Schnallen der hinteren Gurte waren nun genau an der Stelle wo die Gummistopfen auf dem Heckrahmen auflagen. Stopfen raus, Sitzbank wieder drauf, passt.

Das US-30 Drybag fertig montiert auf der Street Triple

Hier die Kombination von US-30 mit einem US-10 Drybag

Das US-30 mit zwei US-10 Drybags

Die Verzurrgurte haben unten einen soliden Aluhaken und oben eine Steckschnalle. Mit den Aluhaken geht es in die Rahmenschlaufen, mit der Steckschnalle oben in das Gegenstück auf der Tasche. Und das von vier Seiten. Anschliessend schön festziehen und die überstehenden Gurtteile sauber mit den angebrachten Clips befestigen, damit während der Fahrt nichts rumflattert.

Schnallen und Haken sind sehr solide ausgeführt

Die miteinander verzurrte Combo kann am Stück vom Motorrad abgenommen werden.

Mit ein bischen Gefummel kann man die Schlaufen unter den Seitenverkleidungen verstecken, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die weiteren Taschen können mit den gleichen Verzurrgurten an der bereits montierten Tasche fixiert werden. Dazu hat jede einzelne Tasche eigene Schlaufen. Und mit maximal 50 Litern bei dieser Combo ist man auch für die große Tour gut gerüstet. Bei der seitlichen Montage der 10er Taschen an der 30er Tasche stehen die Taschen nur leicht seitlich neben dem Fahrer über. Die 30er Tasche alleine wird komplett vom Fahrer verdeckt. Große Turbulenzen oder Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten.

Ob das so ist, werde ich kommende Woche mal rausfinden. Probehalber werde ich dann mal eine Tasche voller Schmutzwäsche auf eine Tagestour mitnehmen.

Siggis Giro d’Italia: Ciao Sardegna

Tag 9 – Olbia via Sassari nach Nuoro – immer einen Gang mehr als in Korsika

Wir hatten ein erstklassiges B&B etwas außerhalb von Olbia und konnten im Schatten der frühen Sonne auf der Terrasse bei strahlendem Sonnenschein ein ausgiebiges Frühstück genießen. Gleichzeitig habe ich die Chance genutzt, für das Ende unserer gemeinsamen Sardinien-Rundreise (Nils muss am 08.05. abends wieder in Olbia auf die Fähre) gleich eine Übernachtung zu buchen. Somit ergab sich auch die Möglichkeit, mein Mopped etwas „abzusatteln“ und einiges an Gepäck zu deponieren. Also schnell die Sachen umgepackt, alles Unnötige in den beiden Rollen verstaut und das Mopped „leicht“ gepackt.

Eine feste Route hatten wir uns für den Tag nicht vorgenommen und beim Frühstück entschieden, dass wir uns vom Navi unter dem Motto „kurvenreiche Stecke“ leiten lassen und so die Insel im Norden erkunden. Gesagt getan – zwei wesentliche P unkte eingegeben: Einerseits unser heutiges Ziel in Nuoro und als Zwischenziel Sassari.

Schnell noch an der erstbesten Tankstelle den Durst der GSen gestillt und dann ging es los auf der SS127 erst einmal bis Tempio. Der erste Eindruck von Sardinien (gilt zumindest für den heutigen Tag): Der sardische Straßenbauminister muss ein Motorradfahrer sein, der weiß, welchen Belag man für ein tolles Kurvenerlebnis benötigt und auch den Kurvenradius so festlegt, dass man (zumindest ich) ihn meist im 3 Gang gemütlich fahren kann – hier macht sich auch der „Bumms“ der GS bemerkbar, aus niedrigen Drehzahlen wieder zügig zu beschleunigen.

weiterlesen

Saisonstart 2018

Well, that escalated quickly. Vor zehn Tagen liefen wir noch Schlittschuh auf den zugefrorenen Weißensee bei Minusgraden. Letzten Sonntag dann durfte die MT-07 endlich wieder raus zum Spielen und bei 18 Grad und Sonnenschein konnte ich die ersten Kilometer der neuen Saison unter die Reifen nehmen.

Meine Nachmittagsrunde führte mich über die Strecke, die ich letzten Oktober mit Tom und Max fuhr. Mit dem Unterschied, daß diesmal der Nebel ausblieb und ich tatsächlich sehen konnte, wo ich hinfuhr: über die Dörfer zum Schiffshebewerk und anschließend über den Werbellinsee wieder zurück nach Hause.

Auf den Seen und Kanälen trieben noch die Eisschollen als letzter Gruß des endenden Winters. Etwas eingerostet waren noch die Reflexe, also ließ ich es entspannt angehen.

Anfangs kam mir alles etwas schnell vor. Bis ich merkte, daß die Armaturen sich nach wiederanklemmen der Batterie auf Meilen zurückgestellt hatten. Statt km/h waren es mp/h, also orientierte ich mich eher nach der 60 auf dem Tacho statt der 100. Sowas hatte ich bislang auch noch nicht, muss mal das Handbuch konsultieren, wie das wieder umzustellen ist.

Es war auch der erste Praxistest des SW Motech EVO Enduro Tankrucksacks. Und er bestätigte den ersten Eindruck, den ich beim Kauf im November hatte. Sitzt wie eine Eins, rutscht und wackelt nicht und hat ordentliches Volumen. Genug Platz für das GoPro-Zubehör und die Spiegelreflexkamera sowie Ersatzhandschuhe und ein Getränk waren drin. Und er sieht auch nicht verkehrt aus, wie ich denke.

Diese Woche sind dann der Jahresservice und neue Reifen fällig, dann kann die Saison kommen.

Elbtour von Schwarzenbek bis Neuruppin

Nach einer schönen Urlaubswoche in Hamburg machte ich mich vergangenen Samstag auf die Rückfahrt nach Berlin. Diesmal ohne Sturmverzögerung und mit Route nach Plan, die mich auf ungefähr 250 Kilometern durch sieben Bundesländer führen sollte: Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin.
Doch eines nach dem anderen. Nach einem kurzen Stück Autobahn fuhr ich über Schwarzenbek über Lauenburg bis Boitzenburg / Elbe. Am Ortseingang hat man dort am Aussichtspunkt „Zwölf Apostel“ einen sehr schönen Blick auf das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV. Der Flußlauf schillerte silbrig während sich die Sonne ihren Weg durch den diesigen Novembermorgen kämpfte.

Hier verließ ich die B5 und wechselte auf die B195, deren Verlauf ich über Amt Neuhaus durch die Niedersächsische Elbtalaue, Dömitz, Lentzen / Elbe bis nach Wittenberge folgte. Leider wurden auf der Strecke vielerorts Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Dem Fahrspaß stand dies aber kaum im Weg, die gut ausgebaute Strasse führt in vielen Kurven durch eine wunderschöne Landschaft. Und ein bisschen in die Weite schauen kann man auch von einer Deichkrone aus.

In Wittenberge war es dann Zeit für einen Tankstopp und hier wechselte ich auch die Elbseite nach Sachsen-Anhalt. Auf einer der früheren Touren hatte ich bei Havelberg die Elbfähre Räbel genommen. Da ich gut in der Zeit lag, wollte ich das wiederholen. Im Örtchen Werben / Elbe tat ein Hinweisschild kund, daß die Fähre gesperrt war. Dies sei einer Baustelle auf der Havelberger Elbseite geschuldet, wie mich eine freundliche Anwohnerin aufklärte. „Das stand aber auch in der Zeitung!“ Sorry, hatte ich gerade nicht zur Hand. Da es entlang der Elbe gefühlt aber mehr Fähren als Brücken gibt, war eine Alternative gleich gefunden in Form der südlich gelegeneren Fähre in Sandau.

Durch die malerische Altstadt der Hansestadt Havelberg orientierte ich über mich Neustadt / Dosse Richtung Neuruppin, wo ich für die kurze Restdistanz nach Berlin die Autobahn nehmen wollte. Kleinere Umwege wegen umgestürzter Bäume inklusive.


Aber seht selbst:

Tourlänge: 243.43km
Dauer: 4:54 h
Karte und GPX-Daten auf https://a.rever.co/rides/735308/

Die Tour nach dem Sturm – von Berlin nach Hamburg

Familienausflüge nach Hamburg sind für mich immer willkommene Gelegenheiten, das Motorrad auszuführen. So auch anlässlich der diesjährigen Herbstferien. Dank Sturmtief Herwart saßen wir aber erstmal zu Haus und blickten aus dem Fenster und hofften auf Wetterbesserung. Am frühen Nachmittag dann machte sich die Frau mit den Söhnen und dem Hund im Auto auf die Reise, kurz darauf ritt ich auf der MT-07 ebenfalls los.
Pünktlich zur Abfahrt schüttete es wieder wie aus Eimern, aber kaum bog ich von der A114 auf die A10 ab, lichtete sich der Himmel und die Sonne kam raus. Und mit der Sonne kam der Stau. Ursprünglich wollte ich bis Neuruppin die Autobahn nehmen, so bog ich vorher in Kremmen von der A10 an und schmiss den Navigon Cruiser an mit dem groben Ziel Schwarzenbek. Der Plan war, so lange Landstrasse zu fahren, bis die Sonne untergeht und dann wieder auf die Autobahn zu wechseln.

Die Route führte mich durch die Mark Brandenburg und die Prignitz. Mehrfach überquerte ich die Autobahn und konnte so den Stau in mehreren Facetten bewundern. Fast durchgängig begleitete mich die Sonne und wären nicht die vereinzelten Äste und das viele Laub auf der Fahrbahn gewesen, man hätte nicht glauben können, daß vor ein paar Stunden hier ein Sturm durchgezogen war.

Die Temperatur schwankte so um die acht Grad und trotz Sonne war es im Fahrtwind schon sehr frisch. Kurzerhand ließ ich die Regenkombi einfach an und sang ein Loblied auf die Griffheizung. Für das kleine Tourgepäck hatte ich diesmal keinen Tankrucksack dabei. Meine alte Touratech-Hecktasche von der F650 GS passte mit einer kleinen Gurtverlängerung auch perfekt auf die MT-07. Einzig die Regenhaube wollte nicht so recht mitspielen, trotz starkem Gummizug arbeitete sie sich immer an der Aussenseite der Hecktasche hoch und ließ das Gepäck feucht werden. Hier muss ich noch etwas optimieren.

Sehr gut funktionierte auch die Quadlock-Navihalterung, die ich ursprünglich für die Montage am Rollerspiegel gekauft hatte. Dank der mitgelieferten Gummimuffen in unterschiedlichen Größen passte die Halterung auch gut an den Spiegel der MT. Die Regenhülle des Quadlock-Case hielt auch heute erfolgreich die Nässe vom iPhone fern. Einziger Nachteil: unterwegs war keine Stromversorgung möglich.

Die Akkuladung des Handys hielt aber länger als die der Sonne. Beim Tankstopp in Parchim saß ich die letzte Regenfront des Tages aus, dann war auch die Sonne weg. Die letzten 1,5 Stunden bis nach Hamburg fuhr ich dann wieder über die Autobahn.

Für die Rückfahrt am kommenden Samstag werde ich dann – hoffentlich ohne Sturmunterbrechung – die ursprünglich für die Hinfahrt geplante Route entlang der Elbe über Dömitz und Havelberg fahren.

Le Tour des Grandes Alpes – Tag 3: vom Sustenpass ins Aostatal

Yeah, das Wetter wird besser. Also, der Nebel wird durchsichtiger. Zu Beginn des dritten Tourtages hüllt sich das Sustenhospiz immer noch in dicke Suppe. Aber es hätte schlimmer kommen können, auf dem Stilfser Joch hat es angeblicherweise in der gleichen Nacht geschneit.

Der um unser leibliches Wohl anscheinend sehr besorgte Wirt des Sustenhospiz läßt uns ein leichtes Käsefrühstück angedeihen, damit wir nicht vom Fleisch fallen.

Sustenpass

Nach einigen Kilometern lichtet sich die Suppe und es offenbart sich eine traumhafte Alpenkulisse. Man hatte das Gefühl, durch eine Märklin H0-Kulisse zu fahren. Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Bahnhof Lachenheim hinter der nächsten Kurve aufgetaucht wäre.


Berauscht von den Panoramen und den Kurven mussten wir im Tal erstmal eine Pause machen. Das und weil wir die Regenpellen wieder ausziehen wollten, die wir für den Rest der Tour nicht mehr brauchen sollten. Nach einem kurzen Tankstopp ging es weiter zum:
Grimselpass und Furkapass

An mehreren beeindruckenden Staumauern vorbei turnten wir den Grimselpass empor. Nach der Überquerung der Passhöhe eröffnete sich uns eines der tollsten Panoramen dieser Tour, der Blick den Grimsel hinab rüber zum Furkapass. Diesen erklommen wir dann sofort als nächstes und machten am Belvedere-Hotel erstmal Pause, um den atemberaubenden Ausblick zu geniessen.

Als wir die Ostseite des Furkas Richtung Hospental herunterfuhren dachte wohl jeder von uns an die legendären Szenen aus dem James Bond-Film „Goldfinger“. Und wir waren mittendrin in der Filmkulisse.
Gotthardpass

Ein Pass reiht sich an den nächsten. Als wir auf der Passhöhe des Gotthard standen, war das für mich ein sehr besonderer Moment. Auf den Monat genau vor 30 Jahren stand ich hier oben schon mal. Allerdings mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Lago Maggiore. Ich gebe zu, mit dem Motorrad war es deutlich kommoder. Und dieses Mal holte ich etwas nach, was ich damals versäumt hatte: die alte Gotthard-Strasse Tremola zu fahren. Altes Kopfsteinpflaster in eng geschwungenen Kehren. Und Kühe, vergesst die Scheiss-Kühe nicht. Ein Traum!

Nufenenpass

Kaum waren wir den Gotthard runtergefahren zeigte uns schon das nächste Schild den Weg zum Nufenenpass. Eigentlich hatte ich in der ersten Version der Routenplanung nach dem Grimselpass den Abzweig nach rechts Richtung Martigny geplant. Dann hätten wir sowohl Furka, Gotthard als auch den Nufenen verpasst. Nicht auszudenken!
Der Nufenenpass ist gut ausgebaut, im Vergleich zur alten Gotthardstrasse fehlt ihr etwas der Flair, aber wenn man auf der Passhöhe bei klarem Wetter das Matterhorn aufragen sieht, dann ist das jeden Umweg wert.
Wieder unten im Tal entschieden wir uns zähneknirschend, den eidgenössischen Autobahn-Obulus zu entrichten und uns Vignetten ans Tauchrohr zu kleben. Die Route bis Martigny durchs Tal wäre auf der Landstrasse nicht die aufregendste gewesen, auf der Autobahn versprachen wir uns neben kühlendem Fahrtwind ein schnelleres Vorankommen bis Martigny. Anfangs war das Autobahnnetz noch etwas bruchstückhaft, aber dann gelang es uns doch, die Fahrtzeit bis zum Großen Sankt Bernhard etwas zu verkürzen.
Großer St. Bernhard


Was für ein schöner Abschluss dieses tollen Tourtages. Wiederum bestes Wetter, tolle Kurven und erstaunlich wenig Verkehr versüßte uns die Überfahrt über den Großen Sankt Bernhard. Im Aostatal herrschten am Abend noch hochsommerliche 34 Grad und so setzten wir uns nach erfrischender Dusche in den Hotelgarten und glichen unseren Flüssigkeitshaushalt erstmal mit reichlich Bier wieder auf. Was für ein Fest.


Lest auch den Tag im Bericht bei Motor8.

Seite 1 von 10

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén