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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Autor: Alexander (Seite 3 von 99)

Die „Nordtour“ von Hamburg nach Berlin

Nach ein paar Tagen Urlaub und Subbotnik in Schwiegermutters Garten war es an der Zeit, wieder die Heimreise nach Berlin anzutreten. Als Route wählte ich die Nordvariante links und rechts entlang der A24.

Die ganze Woche über zeigte die Wettervorhersage für den Samstag penetrant Regen an. Als es dann aber an die Abreise ging, blieb es trocken. Gut, dafür war es relativ frisch mit 6° Grad am Morgen, aber dafür hatte ich ja meine Thermokombi mit dabei, die mir bis Mittags auch gute Dienste leistete, bevor sie wieder ins Gepäck verschwand.

You are now leaving Hamburg-Schnelsen

Die ersten Kilometer um Hamburg herum waren relativ mühsam. Auf der Karte sah es noch relativ possierlich aus, aber in Wahrheit quält man sich von Dorf zu Dorf durch den Speckgürtel. Dies verbesserte sich aber deutlich nach dem Überqueren der A1 und dem Eintritt ins Herzogtum Lauenburg. Schmale, aber kurvige Landstrassen die dazu noch wenig befahren waren machten gute Laune. Acht geben musste man nur auf überbreite Landfahrzeuge, die spontan vom Acker auf die Landstrasse einbogen. Es ist ja schließlich Erntezeit.

Lustige Wölkchen

Lustiger Fahrer

Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Hude

Kaum war vor Zarrentin das Landesgebiet von Mecklenburg-Vorpommern erreicht, begann es etwas eintöniger zu werden. Ich folgte einige Kilometer der L04, bevor ich mich bei Wittenburg entschloss, nicht der Route nach Dümmer zu folgen sondern zur Abkürzung eine Autobahnetappe bis zur Ausfahrt Wöbbelin einzulegen. Lustigerweise holte mich die Familie genau auf diesem Stück Autobahn ein, kurz bevor ich mich wieder auf die Landstrasse verabschiedete.

Rechts abbiegen nach Dümmer

Kuh- und Schafsweiden sowie zahlreiche Karpfenteiche die ich passierte zeugten von der sehr landwirtschaftlich geprägten Infrastruktur MeckPomms.

Müritz-Elde-Wasserstrasse

Egal wo ich hinfahre: überall gesperrt

Die weiteren Ortschaften, die ich durchfuhr – wie Stolpe und Putlitz – kannte ich bisher nur von Autobahnraststätten und – ausfahrten. Da die Streckenführung in diesem Bereich nicht sonderlich aufregend war, blieb umso mehr Zeit um die Weite der Landschaft zu genießen, die durch die abgeernteten Felder noch weiter betont wurde. Ein bischen zen-mässig war das schon.

Auf dem Land hinter Stolpe

Geradeaus können sie in Mecklenburg

Bahnhof Bölzke

Hinter Wittstock / Dosse wechselte ich wieder auf die Nordseite der Autobahn und orientierte mich Richtung Neuruppin. Kurz vor Oranienburg machte ich noch einen kleinen Stopp bei Sven Wedemeyer und schaute mir den Fortschritt seiner Traumgarage an. Wirklich beeindruckend, was er sich da in kompletter Eigenregie aufgebaut hat. Vor lauter Benzin quatschen habe ich vergessen, Fotos zu machen, aber schaut Euch am besten auf einem seiner Kanäle um und macht Euch selber einen Eindruck.

Herbststimmung zwischen Oranienburg und Summt

Geplant:

Gefahren:

Die knapp 380 km dieser Tagestour waren zwischendrin ganz kurzweilig, aber die Route an der Elbe ist definitiv abwechslungsreicher. Das tolle Wetter und die schöne Herbststimmung der Wälder sorgen aber für einen erfüllten Tourtag.

Herbsttour nach Hamburg mit Alpakas

Die Kinder haben Herbstferien und wie fast in jedem Jahr besuchen wir Freunde und Familie in Hamburg. Für mich ist das der beliebte Anlaß, meinen Tourenklassiker Berlin – Hamburg – Berlin wieder aufleben zu lassen. Irgendwie hänge ich dran, es war auch meine erste Tour nach meinem bestandenen Motorradführerschein vor sieben Jahren.

Dieses Mal standen zwei Besonderheiten auf der Tour:

  • Zum einen wollte ich nicht über die komplett verbaustellte Autobahn aus der Stadt raus und wählte daher eine Route über Spandau Richtung Börnicke,
  • Zum anderen war ein lustiger Zwischenstopp geplant: eine Wanderung mit Alpakas auf dem Alpakahof Ruppiner Land.

Die Route durch Spandau führte mich am BMW Motorrad Werk vorbei, lustigerweise war das erste Motorrad, welches vor dem Werktor stand ebenfalls eine Triumph Street Triple. Man weiß also auch die Konkurrenzware zu schätzen.

Das Gegurke durch die Stadt war annähernd so mühsam wie das Befahren der Autobahn-Baustellen auf dem Berliner Ring. Die Fahrt durch den herbstlichen Spandauer Forst war jedoch eine Wohltat für die Augen.

Über Kuhhorst, Sandhorst, vorbei an Ribbeckshorst und durch Königshorst führte mich meinWeg über kleine, von der Sonne beschienene Herbsttraßen zur Alpakafarm in Segeletz. Da ich bis zu unserem Termin noch etwas Zeit hatte, fuhr ich ab Friesack nicht den direkten Weg nach Segeletz, sondern nahm frei Schnauze einen kleinen Umweg über Kleßen, Neuwerder und Dreetz. Eine hervorragende Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Gut ausgebaute, kurvige Landstrassen durch den Wald ohne jeglichen Verkehr sorgten für jede Menge Spaß am Gashahn. Bestens gelaunt traf ich bei den Alpakas ein, Frau und Kinder trafen im Auto kurz nach mir ein. Perfektes Timing.

Nach einer ausführlichen Einführung in diese domestizierte Kamelform gingen wir mit Merlin, Macho, Felipe und Franz über die Felder spazieren. Es waren mittlerweile spätsommerliche 25 Grad, perfektes Alpaka-Ausführ- sowie Motorradwetter.

Leider hatten wir für die Wanderung viel mehr Zeit gebraucht als geplant. Von meinem ursprünglichen Plan, bei Tageslicht noch bis Dömitz oder gar Boitzenburg zu kommen musste ich mich verabschieden. Es reichte gerade mal bis Havelberg, bevor die Sonne sich verabschiedete.

Zumindest reichte es noch für ein wildromantisches Tankstellenbild mit Sonnenuntergang. Kaum war das Tageslicht weg, wurde es schwierig mit der Sicht. Ich dachte, ich könnte auch im Dunkeln etwas Strecke auf der Landstrasse machen. Pustekuchen. Gerade auf den Strecken, die durch Wald führten war es dunkel wie im Rektum eines Auerochsens.

So entschied ich mich, über Bad Wilsnack und Perleberg Richtung Autobahn zu fahren. Bei Karstädt ging es auf die A14, die mich zur A24 führte. Nach zwei Stunden Autobahngeschrubbe kam ich endlich in Hamburg an. Schade, daß es für die Tour entlang der Elbe nur zur Hälfte gereicht hatte. Aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt.

So bin ich gefahren: 

 

So wollte ich fahren:

Distinguished Gentlemans Ride Berlin 2019

Wie jedes Jahr fand der Distinguished Gentlemans Ride am letzten Sonntag im September statt. Bis auf Berlin. Der jährliche Clash mit dem etwas (also nur ein kleines bisschen etwas) größeren Berlin Marathon bewog die Organisatoren des Berliner Rides, diesen eine Woche vorzuverlegen. Sowohl vom Wetter her und von der Teilnehmerzahl sollte dich dies als die perfekte Wahl herausstellen. Aber schaut selbst.

Eine sehr große Bildergalerie zum Event finder ihr auf Facebook bei den Dapper Riders Berlin.

Ich muss dringend aufs Land ziehen!

Der Schweizer FMX-Champion Mat Rebeaud ist eindeutig ein sehr talentierter Fahrer. Und anscheinend hat er auf dem Bauernhof seinen persönlichen Freestyle-Kurs direkt vor dem Kuhstall. Und dank Elektroantrieb stört er auch die Kühe nicht beim Grasen. Perfekt.

(via Red Bull Motorsports)

Enduro-Sehnsucht: Africa Twin und Ténéré

Kann es sein, daß es sowas wie die frühkindliche Prägung auch in Bezug auf Motorräder gibt? Ich ertappe mich derzeit immer wieder bei dem Gedanken an eine Enduro. Mein erstes Motorrad – eine BMW F650 GS – war ein wirklich sehr patentes Motorrad. Handlich on- und offroad, langstrecken- und tourentauglich. Nur war es mir mit seinen 48 PS irgendwann zu schwach auf der Brust. Mit steigender Motorraderfahrung wachsen auch die Ansprüche. Von der größeren Schwester F800 GS war ich damals schon sehr angetan, vor allem in der schönen, braunen Lackierung in Kalamata-Metallic. Aber selbst heute muss man mindestens 8.000 € für ein gebrauchtes Exemplar auf den Tisch legen. Und für den Preis gibt es ein sehr attraktives und neues Alternativmodell, nämlich die:

Yamaha Ténéré 700

Für 9.599€ steht die Ténéré beim freundlichen Yamaha Händler. Also, wenn man Glück hat. Die Maschine verkauft sich nämlich wie geschnitten Brot und ist vielerorts bereits ausverkauft.

Die Presse ist begeistert, es findet sich kaum ein Fachmagazin, daß an der Maschine ernsthaft etwas zu bemängeln hat.

Stellvertretend sei hier mal Jochen Vorfelder zitiert:

Das extrem breite Lächeln nach zwei Tagen harter Testfahrt. Die Ténéré ist eine verzückend einfache Fahrmaschine.

Keine 15.000 Assistenzsysteme und Fahrmodi. ABS an oder aus. Kein verstellbares Fahrwerk. Monochromes LCD-Display. Dafür einen traumhaften Motor, den ich schon in meiner MT-07 geliebt habe und der sensationelle Fahrbarkeit und Fahrspaß abliefert. Mit einem fahrfertigen Gewicht um 200kg verspricht sie auch Handlichkeit und Leichtigkeit im Gelände, bei der sich manche Großenduros nahe der Vierteltonne Gesamtgewicht sehr strecken müssen

Erste Erfahrungen auf großer Tour mit der Ténéré haben sowohl Lea Rieck in Südeuropa und Afrika als auch Erik Peters in Skandinavien gesammelt. Erik kommt von einer XT 1200 Z Super Ténéré und Lea von einer Triumph Tiger 800, beide berichten begeistert von der Maschine:

Neulich auf Tour in der Märkischen Schweiz kam mir die erste Ténéré 700 in freier Wildbahn entgegen. Ich war kurz davor, umzudrehen und den Fahrer einzuholen und mir die Maschine mal in natura anzuschauen. Muss ich mal beim Yamaha-Händler nachholen.

Das, was mir an der Maschine wahrscheinlich am besten gefällt, ist die Reduktion auf das Wesentliche. Und wie es sich zeigt, muss man dadurch keine Abstriche hinsichtlich des Fahrspaßes machen. Einzig an das Design der hochgezogenen Front im Rallye-Stil muss ich mich noch gewöhnen.

In Sachen Optik stach für mich vor allem eine Maschine sehr positiv aus der Reihe der Enduros hervor, die

Honda Africa Twin

Im Gegensatz zur Ténéré konnte ich sowohl mit der Africa Twin und der Africa Twin Adventure Sports praktische Erfahrung sammeln. Beide Versionen haben auch im Sturm den Markt erobert und eine große Fangemeinde gewonnen.

Für das Modelljahr 2020 wurde die Africa Twin überarbeitet: schärfer in der Optik, mehr Leistung und weniger Gewicht.

Obwohl ich großer Fan der blau-weiß-roten Dreifarblackierung bin, mag ich auch die neue, mattschwarze Lackierung:

Ich bin mal sehr auf den Fahreindruck mit der neuen Maschine gespannt. Nicht, daß die alte untermotorisiert gewesen wäre, aber ein bisschen schärfer und knackiger hier und da würde ich gut finden. Einer der Schwachpunkte an der alten Maschine war aus meiner Sicht das Display, mit dem haben sie bei der neuen Maschine gründlich aufgeräumt: ein Vollfarben-TFT-Touchscreen in 6,5 Zoll mit integrierten Apple CarPlay bieten komplettes Mäusekino.

Der Africa Twin-Fahrer muss sich auch mit Begriffen auseinandersetzen, die den Ténéré-Fahrer nicht kümmern müssen wie Sechs-Achsen Intertial Measurement Unit (IMU), Honda Selectable Torque Control (HSTC), Wheelie-Control, Rear Lift Control, Kurven-ABS (mit Offroad-Modus) sowie die Kurvenerkennung des Doppelkupplungsgetriebes (DCT).

All diese Dinge wollen auch bezahlt werden, so ist die Africa Twin ab 13.465€ beim Händler. Knapp 4.000€ über der Ténéré. Bei beiden Maschinen lässt sich der Basispreis um mehrere 1.000€ problemlos durch Zubehör steigern.

Die Frage nach einem neuen Motorrad stellt sich bei mir gerade nicht. Ich merke aber, wie der Gedanke an beide Maschinen mir die Synapsen kribbeln lässt. Ich hätte da noch ein paar Schotterpässe in den französischen Seealpen im Kopf, die die perfekte Kulisse für beide Maschinen wären.

Fotos: Werksbilder Honda Motorrad / Yamaha Motorrad

RIDE AND TALK – Der BMW Motorrad Podcast

Über die Renaissance von Podcast freue ich mich persönlich ja sehr. Ein schönes Medienformat was man sehr gut unterwegs konsumieren kann. Der neueste Anbieter in diesem Reigen ist seit heute BMW Motorrad mit dem englischsprachige Podcast „RIDE AND TALK“ seine Weltpremiere.

Die erste Folge umfasst folgende Themen:

  • BMW Motorrad International GS Trophy: Der Podcast blickt auf die Geschichte dieser einzigartigen Veranstaltung und nach Neuseeland – ein Paradies für alle, die das Abenteuer auf zwei Rädern suchen und die ultimative Destination für die Internationale GS Trophy in 2020.
  • Big Boxer: Im Rahmen der Enthüllung des Concept R 18 wurde eröffnet, dass ein BMW Motorrad Cruiser geplant ist – inklusive 1800 ccm purer Emotion. Im Podcast sprechen Insider über das neue Modell.
  • BMW R nineT /5: Noch vor der offiziellen Vorstellung wurde das Sondermodell BMW R nineT /5 auf die Malle Rallye geschickt. Über 2.000 Kilometer aus den Tiefen Cornwalls bis zur Nordspitze Schottlands – ein Erfahrungsbericht.

Weitere Episoden folgen regelmäßig.

Der BMW Motorrad Podcast ist verfügbar über Spotify, Deezer, Sound Cloud, Apple Podcast und Android Podcast.

Im Test: Bell Bullit Carbon Helm

Helme sind wie Turnschuhe, irgendwie kann man nicht genug haben. Das geht Euch doch auch so, oder? ODER?

Mit dem Bell Bullit Helm habe ich schon vor über vier Jahren geliebäugelt. Damals entschied ich mich aber aus praktischeren Gründen für den Nolan N40 Full mit dem n-com B5 Kommunikationssystem. Sowohl bei der täglichen Pendelei ins Büro als auch auf vielen Touren hat er mir sehr gute Dienste geleistet. Der Dauerbetrieb hat aber auch seine Spuren hinterlassen, er ist mittlerweile trotz regelmässiger Pflege etwas verwohnt und das Intercom hat trotz Firmwareupdate seine regelmässigen Aussetzer. Ausserdem wollte ich einen Helm, der etwas besser zu meiner orangenen Street Triple passte.

Beim Rumlungern auf ebay Kleinanzeigen fand ich irgendwann den Bell Bullit Carbon in Chemical Candy Black Gold in meiner Größe und auch noch in Berlin. Und das auch noch unbenutzt und originalverpackt. Also ab nach Charlottenburg, den Helm ausprobiert (passte), noch etwas verhandelt mit dem Verkäufer (klappte) und dann war er mein.

Dafür, daß es eine limitierte Farbausführung des Helmes ist, war der Preis schon fast unverschämt günstig. Das rauchgraue Visier hatte der Verkäufer schon so geordert. Hätte er es nicht getan, hätte ich es mir nachbestellt.

Was kann der Bullit also? Erstmal die Spezifikationen:

  • Herausnehmbarer und waschbarer antibakterieller Innenraum
  • Gepolsterter Kinnriemen mit D-Ring-Verschluss und Leder-Zuglasche
  • 5 Einlassöffnungen aus Metallgewebe über dem Visier und 1 hintere Auslassöffnung
  • Magnet-Visierverschlusssystem
  • Perforiertes Mikroveloursleder innen mit Lederbesatz
  • Gewicht: 1400g
  • 5 Jahre Garantie
  • Lieferung inklusive Lederhelmtasche

Der Helm sitzt sehr angenehm auf meiner großen Rübe, auch nach längerer Fahrt drück und zwickt nix. Durch das dunkle Visier sieht man sehr viel mehr als man von aussen vermuten könnte. Wenn der Stern vom Himmel brennt braucht es keine Sonnenbrille unterm Helm oder ein Innenvisier (wie beim Nolan). Selbst wenn es bewölkt ist oder beginnt zu dämmern ist die Sicht nicht eingeschränkt. Lediglich nach Sonnenuntergang kann man nur noch mit offenem Visier fahren. Für die Wintersaison habe ich mir noch ein zweites, klares Visier bestellt.

Das Innenfutter mit Mikroveloursleder und Lederbesatz sieht sehr wertig aus und ist auch angenehm zu tragen. Vom Ratschenverschluss kommend habe ich mit mittlerweile auch mit dem Doppel-D-Ring angefreundet. Die Lüftung funktioniert sehr gut, so daß auch Sommerausfahrten nicht im Schwitzinferno unter der Mütze enden.

Auf keinen Helm wurde ich so oft angesprochen wie auf diesen. Obwohl man den Bell Bullitt mittlerweile oft sieht – zumindest in Berlin – ist die Lackierung der Hingucker.

Ein paar Dinge aber sind negativ anzumerken:

  • Der Helm macht ab 110 km/h lästige Windgeräusche, die von den vorderen Lüftungsöffnungen herrühren. Leider treten die immer dann auf, wenn ich meine Standard-Fahrposition innehabe (Helm leicht nach vorne in Fahrtrichtung geneigt). Wenn ich den Kopf etwas aufrichte, geht das Pfeifgeräusch weg, aber die Position ist unnatürlich.
  • Der Kinnriemen franst am Ende aus. Ich habe es versucht mit dem Feuerzeug wieder zu versiegeln, hat aber nix geholfen, es franste weiter. Ich habe es nun erstmal provisorisch mit der Heissklebepistole versiegelt, schön ist anders. Ebenso dröselt die Naht an der Leder-Zuglasche auf. Beides sind aus meiner Sicht in dieser Preisklasse nicht in Ordnung.

Für die große Tour werde ich eher zu meinem alten Nolan N40 greifen, geringere Windgeräusche – gerade bei Autobahnetappen wichtig – höhere Flexibilität bezüglich der Sichtverhältnisse und das Interkom geben hier den Ausschlag.

Für die Tagestour im heimischen Revier und für die urbanen Trips zur Arbeit ist der Bell aber erste Wahl.

Morgens einfach mal an den See fahren

Es ist morgens um 6:20 Uhr, als die aufgehende Sonne sehr laut in mein Hotelzimmer scheint. Mit der Firma bin ich für zwei Tage auf Tagung in Neuruppin. Trotz der kurzen Nacht läßt der Blick aus dem Fenster keine andere Option zu als die Motorradkluft anzuziehen und die Street Triple auf eine kleine Frühsportrunde auszuführen. Ich hatte ja schon so meine Hintergedanken, als ich zur Tagung mit dem Motorrad angereist bin.

Die Maschine bollert langsam über den Seedamm, über dem noch leichte Morgennebel liegen. Die Knochen und der Kopf sind noch etwas müde, daher lasse ich es langsam angehen. Über Gildenhall und Alt-Ruppin orientiere ich mich Richtung Krangen und Zermützel. Früher bin ich hier immer gerne mit der GS unten am Rhinufer über Molchow gefahren. Die Sandpiste wollte ich der Triple aber nicht zumuten. Schotter und Sand sollte mich dann aber zwischen Zermützel und Schwanow wieder einholen. Für den kurzen Abschnitt war es aber machbar.

Über Braunsberg liess ich es dann etwas fliegen über gut ausgebaute Landstrassen mit netten Kuppen und Kurven. Ziel war das Schloß in Rheinsberg. Morgens um 7:15 war der Schlossgarten schon geöffnet, die Landschaftsgärnter wunderten sich sicherlich über den behelmten Typen, der um diese frühe Zeit durch den Schlosspark bis zum Ufer stapfte.

Nach kontemplativen Glotzen auf den spiegelglatten See machte ich mich über Köpernitz und Dierberg zurück nach Neuruppin. Dort angekommen machten sich die Kollegen gerade an das Frühstücksbuffet. Perfektes Timing. Fazit? Man muss öfters spontan irgendwo hinfahren!

Sundowner-Run zur Mühle Tornow

Als Gegensatz zum letzten Wochenende ging es gestern nicht früh, sondern spät auf eine kleine Ausfahrt. Ziel war die Mühle Tornow, in der Tom und ich ein kleines Abendbrot zu uns nehmen wollten.

Wir trafen uns in Panketal und da es bis in die Uckermark gehen sollte, nahmen wir erstmal bis Lanke die Autobahn. Über Prenden und am Finowkanal entlang gelangten wir nach Schorfheide und hatten ein längeres Landstraßenstück ohne größere Kurven bis Gollin. Wenn man dies vermeiden will, könnte man auch Alternativ die Route um den Werbellinsee nehmen, was die Tour etwas länger machen würde.

Am Gollinsee und Polsensee vorbei gelangten wir nach Templin und von dort aus über die L23 bis nach Lychen. Es war ein beschwingtes Fahren auf abwechslungsreicher Strecke, bei der Raucherpause in Lychen bekam ich Mecker von Tom, da ich das mit dem Landstrassen-Tempolimit hier und da nicht allzu genau genommen hatte. Die Sonne stand schon etwas tiefer und tauchte den Nesselpfuhl und den Großen Lychensee in silbrig-glänzendes Licht.

Aus Lychen raus ging es über die L15 bis zum Abzweig nach Himmelpfort. Vergnügt dachte ich daran, daß ich damals kurz nach dem Bestehen des Führerscheins vor sieben Jahren meine ersten Tagestouren auf der F650 GS hier in der Gegend unternommen habe.

Die Strecke zwischen Himmelpfort und Bredereiche führte am Havellauf entlang. Hier waren die Strassenbau-Heinzelmännchen im letzten Jahr aktiv und bescherten uns einen sehr schönen, glatten Straßenbelag. Die Straße war etwas enger, aber schön geschwungen, so daß es ein echter Genuß war.

Dafür wurde es von Bredereiche über Blumenow bis zur Mühle Tornow wieder etwas ruppiger. In der Mühle Tornow gönnten wir uns im wunderschönen Ambiente der Mühle ein schönes Abendessen, während nebenan eine Hochzeitsgesellschaft feierte.

Der Weg zurück nach Berlin führte uns über Zehdenick, Liebenwalde bis zum Mühlenbecker Land. Hier wollte ich eigentlich den restlichen Heimweg über die Autobahn nehmen, aber die Auffahrt war wegen Bauarbeiten gesperrt. So blieb mit nur der Weg über die Landstrasse und durch die Stadt, was aber auch Gelegenheit bot, dramatische Sonnenuntergangsbilder zu machen.

Für die knapp 200 Kilometer waren wir knapp vier Stunden unterwegs (inklusive des leckeren Schnitzels).

Wenn Sonntags früh der Wecker klingelt

… dann ist es Zeit für eine kleine Morgenrunde zum Schiffshebewerk Niederfinow und zurück, um fast pünktlich zum Sonntagsfrühstück wieder bei der Familie zu sein.

Auch wenn das frühe Aufstehen erstmal auf den Augen wehtut, lohnt es sich vollkommen. Da wo sich sonst zig Motorradfahrer um die bessere Kurvenlinie streiten, ist gähnende Leere und ich genieße die frühen Sonnenstrahlen. Gute Laune garantiert!

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