Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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TWNSPRK #36 – Club of Newchurch

Feels like coming home! Nach zwei Jahren Pause fand das Club of Newchurch Festival endlich wieder statt. Fulminant wie eh und je, laut, witzig, verrückt, schnell. Mit unglaublich viel Spaß, Motorensound und Heimatgefühlen traf sich die Gemeinschaft am Fuße des Großvenedigers wieder, um sich und die Liebe zu Motorrädern zu zelebrieren. Mit offenen Armen für jeden, der auch nur einen Tropfen Benzin in den Adern hat, wurde getanzt, gelacht, getrunken und das Leben gefeiert.

Ein paar Eindrücke und Stimmen zum Festival findet ihr in dieser Podcastfolge. Und mit ausdrücklicher Erlaubnis des wunderbaren Jimmy Cornett und wärmster Herzensempfehlung von Carina die Hymne am Schluss: Feels like coming home! Club of Newchurch 2022, du warst eine Wucht <3 Wir freuen und aufs nächste Jahr!

Und hört ganz dringend in die Club of Newchurch Folge von unserem Schwesterpodcast BEARcast rein. Das ist Pflicht mit den Live-Kommentaren vom RokkerRace!

Alpenblitz 2022 Tag 2 – von Bozen zum Gardasee

An Tag 2 unserer Tour verlassen wir Bozen erstmal nordwestlich in Richtung Meran. Kilometerweit erstrecken sich die Apfelplantagen im Tal und wir mäandrieren über schmale Strassen Richtung Lana. Dort wechseln die Apfelplantagen über in Weinberge und malerischer kann man Kurven nicht in die Landschaft setzen. Oben auf dem Berg ein altes Herrenhaus, die Morgensonne im Rücken, wir haben Gänsehaut, als wir die Anhöhe hoch fahren. Das kann der Mendelpass nicht besser.

Die weitere Strecke durchs Ultental hat eigentlich kaum eine Gerade. Richtig geniessen konnten wir die Kurven nicht, da wir einiges an Verkehr hatten, so stand eben die Freude an der Natur im Vordergrund.

Freie Bahn hatten wir dann wieder, als wir in Lotterbad Richtung Hofmahdjoch – auch Passo Castrin genannt – abbogen. Ein schönes Asphaltband zog sich hinauf durch die Wälder und die Temperaturen wurden angenehmer. Den ersten Kaffeestopp machten wir in Laurein, von der Terrasse der Bar schauten wir auf das nächsten Postkartenmotiv. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man Kurven fahren oder Landschaft kucken will. Beides gleichzeitig wird hier schwierig.

Alpenblitz 2022 Tag 1 – München Bozen

Die erste Aufgabe bei einer in München startenden Motorradtour ist es, erstmal aus der Stadt rauszukommen. Nach unserem Treffpunkt am Siegestor und einem kleinen Tourstart-Foto ging es für uns daher erstmal auf die Autobahn A96 für eine halbe Stunde bis wir in Weyarn abfahren. Von hier aus schwingen wir uns erstmal über kleine Landsträsschen vorbei an Kuhweiden in Richtung Tegernsee und gewöhnen uns erstmal an unsere R NineT’s.

Nico pilotiert die klassische R nineT, Stephan sitzt auf der Pure und ich darf eine Scrambler für die nächsten sieben Tage meinen fahrbaren Untersatz nennen.
Von St. Quirin bis Rottach-Egern zuckeln wir am Tegernsee entlang und geniessen den Ausblick. Über die Dörfer führt uns die Route über den unspektakulär zu fahrenden Achenpass. Ein paar Kilometer folgt die Strasse hier fast exakt dem Grenzverlauf zwischen Deutschland und Österreich. Doch wir bleiben erstmal noch auf der deutschen Seite und an der Walchenklamm vorbei erreichen wir den Sylvenstein-Stausee, den wir auf der Faller-Klamm-Brücke überqueren. Ich war schon des öfteren hier, aber der tiefblaue See in den Bergen beeindruckt mich immer wieder. Hier kam dann auch zum ersten Mal die Drohne zum Einsatz.

TWNSPRK #35: Dutch van Someren, Bike Shed London

Ein Zuhause für Menschen, die Motorräder lieben und Menschen, die Menschen lieben, die Motorräder lieben. Das ist es also, der legendäre Motorrad-Schuppen aka. The Bike Shed in London. Dutch van Someren ist einer der Gründer dieser weltweit bekannten Location und Initiator der Bike Shed Motorcycle Show. Inzwischen erweitert um Barbershops, Tattoostudios und Bars und nun auch mit einem Ableger in Los Angeles ist der Bike Shed London nicht mehr nur ein Clubhaus und eine Motorradgarage. Er ist Treffpunkt für Petrolheads, Customizer und Motorradliebhaber aus aller Welt und Kulturzentrum der Motorradszene in UK. Dutch teilt spannende Einblicke aus der Sicht eines wirklichen Motorradliebhabers.

Und am Schluss gibts wieder ein Update von FreeGulliver, die am Nanga Parbat und auf der Road to Fairy Meadows mit ihrem Motorrädern waren und als erste Österreicher auf dem Landweg die Grenze von Pakistan nach Indien passierten. Hört rein, es lohnt sich!

Alpenblitz 2022 – Prolog

Die letzte, richtige Motorradtour in die Alpen liegt schon lange zurück, Slowenien war das im Jahre 2018. In den Jahren dazwischen hielten uns kleinere Touren über ein verlängertes Wochenende bei Laune. Sei es ins Erzgebirge, den Thüringer Wald oder den Bayrischen Wald. Schön waren die auch, aber es blieb die Sehnsucht nach „Berge-Berge“ statt nur „Berge“. Bekloppte Tourenideen habe ich immer genug im Kopf, auf einer dachte ich dabei schon sehr viel länger rum als auf anderen: einer Tour von München an den Gardasee.

Nicht ganz unschuldig daran ist Thomas, der die Pässe zwischen der bayrischen Hauptstadt und den norditalienischen Seen als seine erweiterte Hausstrecke bezeichnen kann und der schon über viele, schöne Touren berichtete. So entstand nun auch der Plan für die diesjährige Tour, die morgen beginnt. Leider ohne Thomas, irgendwie waren dieses Jahr die Terminplanung-Auguren gegen uns. Dabei wäre das unser zehnjähriges Tourjubiläum gewesen. Statt Thomas fahren nun an meiner Seite Nico und Stephan, mit denen ich bereits im letzten Jahr im Bayrischen Wald unterwegs war.

Besonders freue ich mich über unsere Motorräder, keiner von uns dreien fährt sein eigenes. Dank der freundlichen Unterstützung von BMW Motorrad können wir drei verschiedene R NineTs für eine Woche geniessen. Nico fährt die klassische R nineT, Stephan die Pure und ich freue mich sehr über die Scrambler. Auf meiner ersten Alpentour 2015 durfte ich schon eine R nineT ausreiten und seitdem liebe ich dieses charaktervolle Motorrad.

In 2015 mit der R nineT in den Dolomiten

Wie es sich so gehört, haben wir mehr Technik als Schlüpper im Gepäck, um tolle Bilder und Videos von der Tour zu machen. Damit wir auch gut dabei aussehen hat uns Bad & Bold mit drei neuen Fuel Motorradhosen ausgestattet, an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Barbara & Matthias.

Wenn ihr sehen wollt, wo wir uns rumtreiben, folgt uns gerne auf Insta:

Chasing Lost Places in Berlin und Brandenburg – Südosten

Vor zwei Jahren unternahm ich meine erste Lost Places Tour im Nordosten Berlins. Das Rumstöbern nach alten Gemäuern hat mir sehr viel Spaß gemacht und da es genug passende Objekte rund um Berlin gibt, habe ich eine zweite Auflage geplant, die mich diesmal in den Südosten von Berlin führen sollte.

Die Route beginnt in Wenzlow kurz hinter dem Autobahndreieck Spreeau, erreichbar über die Ausfahrt Friedersdorf. Lustige Ortsnamen wie Philadelphia und Neu Boston säumen den Weg durch den Landkreis Oder-Spree bis zu unserem ersten Tourstopp.

Bugker Sahara

Kurz hinter Storkow liegt das Dorf Bugk. Wenn man hier vor dem Gebäude der örtlichen freiwilligen Feuerwehr rechts abbiegt und ein paar hundert Meter dem Feldweg folgt, erreicht man die Bugker Sahara – ein sehr nährstoffarmes und trockenes Sandgebiet, welches sich östlich von Bugk bis an den großen Wucksee erstreckt. Offene Sandflächen sind in Deutschland selten geworden, da sie meistens über die Jahre aufgeforstet wurden. Rund um die Bugker Sahara führt ein Wanderweg, viele Hinweistafeln erklären die örtliche Flora und Fauna.

Aber da wir heute zum Motorrad fahren und nicht zum wandern da sind, geht es nach ein paar Drohnenaufnahmen gleich weiter zum nächsten Stopp. Die Landstrasse schlängelt sich um Seen und durch Alleen bis Lieberose, ich war ganz überrascht, so eine abwechslungsreiche Strecke hatte ich hier gar nicht erwartet.

Lieberoser Wüste

Die Lieberoser Wüste ist eine rund fünf Quadratkilometer große sandige Offenfläche innerhalb der Lieberoser Heide. Sie ist damit die größte Wüste Deutschlands. In Mitteleuropa dürfte sie ansonsten wohl nur von der noch ausgedehnteren polnischen Błędów-Wüste übertroffen werden. Entstanden durch einen großen Waldbrand im Jahr 1942, war sie später Kern des sowjetischen Truppenübungsplatzes Lieberose.

An der B168 ist ein Wanderparkplatz, von dem aus man in ein paar hundert Metern den Generalshügel erreichen kann. Im Oktober 1970 fand hier das sogenannten „Manöver Waffenbrüderschaft“ des Warschauer Vertrages mit ca. 50.000 Soldaten statt. Um gute Sicht für ihre Befehlshaber zu schaffen, legte die Sowjetarmee diesen ca. 7m hohen Hügel mitsamt Beobachtungsbunker und Aussichtsplattform an. Von hier aus sollen dann die Politiker Breschnew, Ulbricht und Honecker die Manöver beobachtet haben.

Durch die ständige Nutzung mit schwerem militärischen Gerät blieb das Gelände dauerhaft offen und entwickelte sich zu einer so genannten Panzerwüste. Nach der Deutschen Wiedervereinigung und dem endgültigen Abzug der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland blieb das Gelände seit 1994 weitgehend sich selbst überlassen und ist nun Teil des Naturschutzgebiets Lieberoser Endmoräne. 

Weiter Richtung Süden geht es um Cottbus herum und anhand der zweisprachigen Beschilderung merkt man, dass man nun in sorbischem Gebiet unterwegs ist.

Let’s go offroad – Vorbereitung und Equipment

Eines der erklärten Ziele für dieses Jahr ist das Spielen im Dreck und im Gemüse. In Sachen Equipment könnte ich vielleicht erstmal mit meiner bestehenden Motorradausrüstung fahren. Könnte ich. Aber als selbsterklärter Ausrüstungsweltmeister kann man das auch als Anlass nehmen, um „dringend“ nötige Erweiterungen an der Fahrergarderobe zu machen. Keine komplette Eskalation, aber aus Sicht des Rookie vielleicht ganz sinnvolle Anschaffungen. So fing ich Ende letzten Jahres an, die Saisonschlussverkaufsrabatte zu screenen. Und während ich das tat, kam parallel eine Anfrage von Pierce AB ins Haus, den Betreibern der Onlineshops XL MOTO und 24MX. In der Vergangenheit durfte ich schon ein paar Mal deren Produkte testen. Und ob meines aktuellen Ansinnens kamen wir überein, dass ich eine Grundausstattung aus deren Produktportfolio gestellt bekomme und über das Jahr hinweg testen kann.

Der Produktvorstellung hier wird also ein ausführliches Review zu Saisonende folgen.

Helm: Raven Airborne Khan

Das erste, was mir und wahrscheinlich auch Euch beim Raven Khan ins Auge fällt ist die coole Lackierung im Zebra-Look. Die grau-weisse Version gefiel mir am besten, die Größe XL passt mir mit meinem 62er Kopfumfang auch sehr gut.

Die Schale des nach ECE 22-05 Norm zertifizierten Helms besteht aus einem strapazierfähigem thermoplastischen Material für ein ausgewogenes Verhältnis von Robustheit und Leichtigkeit. Mehrere Lüftungsöffnungen, sorgen für gute Belüftung und Kühlung. Jeder, der schon mal Offroad unterwegs hat weiss, dass man sich auf dem Bike viel mehr bewegt als im Strassenbetrieb und daher schneller ins Schwitzen kommt. Daher auch wichtig, dass das Innenfutter herausnehmbar und waschbar ist, zusätzlich ist das Futtermaterial auch anti-mikrobiell, um Gerüche zu vermeiden.

Eigenschaften

  • Gewicht: 1350 g +/- 50 g
  • Thermoplastische Schale
  • Doppelte D-Ring Schnalle
  • Einstellbares Visier
  • Waschbares Futter
  • Erfüllt ECE 22-05
  • UVP: 129,99 €

New Urban Gear: Spidi Armor H2Out Hoodie und Course Raider 2.0 Helm

Das Home-Office wird für viele von uns zumindest teilweise vorbei sein, man kann sich also wieder mal auf ins Büro machen. Und als Großstadt-Roller-Pendler habe ich wieder ein paar neue Ausrüstungsgegenstände entdeckt, die es in meine Garderobe geschafft haben: mit dem Spidi Armor H2Out ein regenfestes Protektoren-Hoodie und mit dem Course Raider 2.0 ein neuer Helm. Nach mehreren Monaten Fahrpraxis mit beiden ist hier mein kleines Resumée zu beiden.

Spidi Armor H2Out Motorrad Hoodie

Der Spidi Hoodie Armor H2Out schliesst bei mir eine Lücke, die meine bestehenden, alltagstauglichen Jacken (ICON Vigilante und Revit Eclipse) nicht abdecken: sie ist nämlich wasserfest. Gerade an Tagen mit unsicherer Witterung will ich nicht immer die Regenkombi mitschleifen sondern auch so nicht gleich pudelnass werden.

Bike Shed London 2022

Über die Jahre hat sich das Bike Shed als einer der Institutionen im europäischen, wenn nicht weltweiten Spektrum der Motorrad-Enthusiasten etabliert. Stellvertretend für alle Aktivitäten sticht die Bike Shed Motorcycle Show hervor, die seit über 10 Jahren den Zeitgeist der Custom Bike Branche widerspiegelt. Entstanden ist die Idee aus der Unzufriedenheit der Bike Shed Crew mit den „herkömmlichen“ Motorradmessen. Meckern kann jeder, aber Vikki, Dutch und die Crew wollten es besser machen.

Oh, so young and spirited – still unto this day!

As far as we know, we are the biggest independent motorcycle show in Europe.  

Anthony „Dutch“ van Someren, BSMC Gründer

In 2015 besuchte ich das Bike Shed Paris, was schon eine sehr guten Vorgeschmack bot auf das, was immer am letzten Maiwochenende im Londoner Tobacco Dock vor sich geht. Es sollte aber bis 2022 dauern, bis ich es mal nach London schaffte, um mir den „real deal“ anzuschauen. Die Location „Tobacco Dock“ wurde 1812 als Lager für importierten Tabak erbaut, Ziegelsteine und gußeiserne Träger bieten ein hervorragendes Ambiente für spektakuläre Custom Bikes.

Im Besitz eines „Press & VIP-Tickets“ für den Freitag Abend erhoffte ich mir eine etwas intimere Atmosphäre, um in Ruhe die Motorräder zu begutachten und zu fotografieren. Falsch gedacht, die Warteschlange an beiden Eingängen ging um den halben Block. Aber das spricht wohl für die Qualität und Begehrlichkeit des Events.

10 Jahre Distinguished Gentleman’s Ride

Der geneigten Leserschaft dieses Blogs wird der Distinguished Gentleman’s Ride kein neues Thema mehr sein. Seit nunmehr 10 Jahren existiert der DGR, meinereiner war bei der zweiten Ausgabe das erste Mal dabei. Warum aber fahren an diesem Tag aufgerüschte Frauen und Männer auf meist klassischen Motorrädern durch die Metropolen dieser Welt? Genau: um aufzufallen! Und dieses Aufmerksamkeit zu nutzen, um auf das Thema Männergesundheit und Krebsprävention aufmerksam zu machen.

Im Jubiläumsjahr hatten sich in Berlin rund 430 angemeldete Fahrer am Gendarmenmarkt eingefunden, im Vorfeld waren bereits 13.500€ an Spenden alleine in Berlin zusammengekommen. Nach einer Ansprache durch die Veranstalter wurden die Zweiräder gesattelt, eine bunte Mischung von Modern Classics bis hin zum richtigen Alteisen – das älteste Motorrad in der Gruppe war 70 Jahre alt. Die Strecke führte mitten durch das Herz von Berlin vorbei an vielen begeisterten Zuschauern, begleitet von der Polizei und den Kollegen der Berliner Motorradstaffel.

Ziel der Ausfahrt war die Berliner Dependance von Deus Ex Machina mit entspannter Musik, Benzingesprächen, Fotowand und Gegrilltem.

Danke an Das Orga-Team, allen voran Jan & Thomas sowie an Renato Silva für die Bilder.

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