Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Autor: Alexander (Seite 3 von 103)

Erik Peters: Himalaya Calling

Die Älteren unter uns mögen sich an „Long Way Round“ erinnern mit Charley Boorman und Ewan McGregor. 2004 reisten sie um die Welt, begleitet von Claudio van Planta und einem mehrköpfigen Team, um aus der Reise eine mehrteilige BBC-Serie zu machen. Wir spulen einige Jahre nach vorne, Erik Peters und sein Kumpel Alain machen sich auf den Weg, von Köln aus Indien auf dem Landweg zu erreichen.

Nur zu zweit und mit Actioncam und Drohne ausgerüstet entsteht ein faszinierender Film über ihre sechsmonatige Reise. Ohne Crew. Ohne Kameramann. In vier Folgen zu jeweils knapp einer Stunde schildert Erik mit beeindruckenden Bilder und spannenden Erzählungen die Unwägbarkeiten der Reise und die Begegnungen unterwegs.

Kürzlich traf ich mich mit einer ehemaligen Kollegin, einer begeisterten Bergsteigerin. Sie erzählte mir von ihrer Reise in den Himalaya zum Basecamp des Mount Everest. Sehr plastisch berichtete Sie mir von den körperlichen Belastungen in Höhen von 5.0000 Metern. Alleine das überziehen der Kapuze oder das binden des Schnürsenkels dauerten Minuten und bedurften einiger Minuten Regeneration. Das Hochland von Tibet liegt auf ungefähr der gleichen Höhe wie das Basecamp. Stellt Euch vor auf dieser Höhe ein vollbeladenes Motorrad von rund 400kg zu bewegen. Aufheben wollt ihr das da nicht. Oder etwa einen aufgerippten Ölkühler flicken, ohne dessen Funktion die Weiterreise unmöglich wäre. Aber genau das passierte Alain, der versuchte, einen massiven Stein mit seinem Motorschutz umzupflügen.

Gottseidank konnten die beiden mittels Bordwerkzeug, Flüssigmetall und einer 20 Cent Münze die Super Ténéré wieder flott kriegen.
Zwischendrin habe ich immer wieder einen Flashback zu Rolfs Weltreise, er wählte eine sehr ähnliche Route. Was nicht schlechtes heissen soll, er brachte ähnloch faszinierende Geschichten und Bilder mit nach Hause.

Nach knapp 6 Monaten, 28.000 Kilometern und 14 Ländern endet für Alain und Erik die Fahrt unter den Palmen Goas. Den Zuschauer nahmen sie auf eine ereignisreiche und bildstarke Reise mit. Den Film könnt ihr auf Blueray oder DVD ordern oder streamen. Auf welchem Weg auch immmer er zu Euch findet, er wird Euch nicht enttäuschen.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Erik Peters.

Motorradtrainings oder warum Deine Lernkurve nie aufhört

Interessanterweise hatten zwei der Motorrad-Podcasts, die ich regelmässig höre diese Woche das Thema Motorradtrainings.

Bei Gasgeflüster sprechen Michel und Jan über Ihre Erfahrungen mit Motorradtrainings. Von ADAC Sicherheitstrainings über Supermoto- und Wheelietrainings bis hin zu Offroadtrainings schildern sie ihre Erfahrungen. Ihr Fazit unterschreibe ich sofort: egal wie versiert Du als Fahrer bist, Du kannst immer was dazulernen.

Meine Trainingserfahrungen habe ich hier über die Jahre auch dokumentiert:

2012: ADAC Basis-Training
2013: ADAC Intensiv-Training
2015: ADAC Perfektions-Training
2016: Trial Training bei Elmar Heuer
2018: ADAC Top-Training

Was dieses Jahr auf jeden Fall dazu kommen wird ist ein Offroadtraining beim Enduro Action Team. Und egal ob Strassen- oder Offroadtraining: jedes Training macht Dich zum kompletteren und besseren Fahrer.

Vor allem für den Fahranfänger ist es superwichtig. Ich selber habe erst spät mit dem Motorradfahren angefangen. Als ich aus der Fahrschule kam, hatte ich zwar die Fahrerlaubnis, aber die Fahrbefähigung habe ich mir erst über die Fahrpraxis und die oben erwähnten Trainings erarbeitet. Genau den Punkt macht auch Nasty Nils in seiner aktuellen Podcastfolge.

Im Training wirst man kontrolliert an seine Grenzen geführt. Ein guter Instruktor geht individuell auf die Teilnehmer ein und bringt sie in ihrer Lernkurve weiter oder hilft ihnen, Ängste abzubauen. Gerade als Fahranfänger ist das super hilfreich. Ich erinnere mich noch an eine Situation nach meinem ersten Training. Eine Autofahrerin hatte mich übersehen und ich musste eine Gefahrenbremsung mit Ausweichen hinlegen. Ich habe das Motorrad nicht weggeschmissen oder abgewürgt und konnte die Kollision vermeiden. Exakt das Szenario, welches wir im Training geübt hatten. Mehr Bestätigung als das brauchte ich nicht für die Sinnhaftigkeit von Sicherheitstrainings und war seitdem immer wieder fleissig dabei.

Daher mein Appel an Euch:

  • Ihr habt gerade frisch Euren Führerschein? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr seid lange nicht mehr gefahren oder fühlt Euch zum Saisonstart eingerostet? Macht ein Sicherheitstraining!
  • Ihr wollt andere Fahrzustände erleben als die, die ihr mit Eurer Maschine gewohnt seid? Macht ein Rennstrecken- oder Offroadtraining!
  • Ihr wollt Spaß haben und an Euren Skills arbeiten? Macht ein Training!
  • Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!
  • Ihr wollt die Angstnippel am Reifen weg haben? Macht ein Kurventraining!

Es kostet nicht viel Geld, macht Euch zu besseren Motorradfahrern und ihr werdet dämlich grinsen unterm Helm. Mehr Gründe braucht es doch nicht, oder?

Edit:

Julia sagt auch, dass ihr das machen sollt!

Wenn der Vater mit dem Sohne: die erste Ausfahrt mit dem Nachwuchs

Eigentlich wäer das „nur“ eine gepflegte Nachmittagstour mit meinem Kumpel Tom gewesen. Eigentlich. Hätte nicht Sohn I kürzlich nach Erwerb der F800GS den Wunsch geäußert, doch mal eine Tour mitfahren zu können. Wer wäre ich, der ich dem widersprechen würde! Seinen ersten Helm bekam er, als er 6 Jahre alt war. Gelegentliche, kleine Touren auf der Vespa in der Stadt folgten. Aber so richtig raus in die Wildnis Brandenburgs? Das war neu.

Mittlerweile ist das Kind prepubertär, mein alter Helm passt sowie die Motorradhose seiner Mutter. Eine Motorradjacke in passender Größe hatte ich neulich erst erstanden. Fehlten noch die Motorradschuhe, aber das Problem konnten wir letzten Samstag beim freundlichen Zubehörhändler lösen.

Sonntags nach dem Mittagessen wurde aufgesattelt, am Standardtreffpunkt stieß Tom zu uns und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Mühle Tornow.  Die Tour hatten wir vor einem Jahr schon mal unternommen. Die Routenführung hatte ich leicht modifiziert, um nicht allzu lange Brandenburger Geradeaus-Strecken zu haben.

Natur, Natur, Natur

Berliner Tor in Templin

Nette Strecke vor Annenwalde

Um Annenwalde fanden wir nette Kurven und die „Allee des Jahres 2012“. In Groß Dölln konnten wir einem Amateurrennen zukucken und in der wieder geöffneten Mühle Tornow gab es eine Stärkung für die drei Motorradreisenden.

Das hier ist übriges die Allee des Jahres 2012: die Lindenallee zwischen Densow und Annenwalde bei Templin

Den Amateur-Rossis in Groß Dölln zukucken

Kleine Stärkung in der Mühle Tornow

Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, daß es dem Kind zu lange oder zu langweilig wäre. Aber nein, er zeigte auf allerlei Sehenswürdigkeiten neben der Strecke und genoß die Fahrt. Mangels Intercom hatten wir uns auf Klopfzeichen verständigt für „Festhalten“(ich zu ihm), „Anhalten“ (er zu mir) oder „Langsamer“ (er zu mir, kam aber nie zum Einsatz).

Noch mehr Natur

Klappbrücke oben, Böötchen muss durch

Kurz vorm Ziel musste ich nochmal tanken, da meinte der Sohn zu mir „Papa, können wir auf der Autobahn nochmal ganz schnell fahren?“ Sagt hallo zum neuen Sozius, ich glaube der fährt jetzt öfters mit!

Chasing Lost Places in Berlin und Brandenburg

Lost Places: alte, verlassene Gebäude und Strukturen. Ihren Zweck haben sie längst erfüllt und werden nicht mehr gebraucht. Der Zahn der Zeit nagt an Ihnen und die Natur erobert sich ihren Platz zurück. Schon als Kind fand ich das faszinierend und stöberte gerne in alten Gebäuden herum, auf der Suche nach Artefakten oder spannenden Perspektiven.

Berlin und Brandenburg ist voll von Komplexen, die noch aus der Kaiserzeit stammen, dem ersten oder zweiten Weltkrieg oder dem Kalten Krieg geschuldet sind und die nun so rumstehen. Die Erkundung dieser Orte erschienen mir ein guter Aufhänger für eine kleine Motorradtour und so pickte ich mir als Auftakt sechs Lost Places im Norden von Berlin heraus und machte mich auf einem Samstagnachmittag auf den Weg.

Für den Weg aus der Stand fand ich sogar eine Route abseits der Bundesstrassen über Schotter. Man fährt ja jetzt Enduro. Nordostwärts führte mich die Landstrasse dann zum ersten Stop.

Flugplatz Werneuchen

Der Flugplatz Werneuchen wurde als Ausbildungsplatz der Luftwaffe ab 1935 errichtet, nachdem im gleichen Jahr das Reichsluftfahrtministerium das Gelände erworben hatte. Der Bau der eigentlichen Anlagen begann im Frühjahr 1936 und wurde im November des folgenden Jahres abgeschlossen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Flugpatz weiter ausgebaut und von den Sowjetischen Truppen bis zu deren Abzug 1993 militärisch genutzt. Der Flugplatz ist noch heute ein Sonderverkehrslandeplatz, auf dem Flugzeuge mit einem Gewicht von bis zu 5,7 Tonnen landen dürfen.

Aufgrund von illegalen Autorennen auf dem Platz und auch auf der Startbahn wurde die Bahn geteilt, um diese künftig zu verhindern. Dazu wurde ein ca. 0,7 m hoher Erdwall aufgeschüttet, welcher die Bahn in einen 900 m langen westlichen und einen 1499 m langen östlichen Abschnitt teilt. Für den Flugbetrieb ist nur noch der östliche Abschnitt zugelassen.

Im Umfeld der Landebahn finden sich noch alte, graffitiübersäte, rostige Hangars, eine alte Tankstelle und noch ein Bunker, der von der Schützengilde Werneuchen als Schiessplatz genutzt wird. Ein Großteil des Geländes ist mit Solarpaneelen bedeckt, die man schon von der Zufahrt von der alten Hirschfelder Strasse aus sehen kann.

Heeresbekleidungsamt Bernau

Das Nebenlager des Heeresbekleidungsamtes Bernau wurde 1939-1942 erbaut und von 1941 bis 1945 von der deutschen Wehrmacht zur Herstellung und Lagerung von Uniformen und Armeezubehör genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein Nachschub- und Versorgungsdepot der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Auf Google Maps fand ich den entsprechenden Eintrag für das Heeresbekleidungsamt, nachdem ich vorher noch Bilder auf der Website Pixelgranaten entdeckt hatte. Es passte perfekt in die geplante Route, also machte ich da einen Zwischenstop. Anstelle eines alten Komplexes fand ich aber eine neugebaute Wohnsiedlung vor. Auf der Wiese gegenüber musste das Heeresbekleidungsamt gestanden haben. Jetzt wehten da Gräser im Wind. So bleiben von diesem Ort nur die oben verlinkten Bilder.

Auf zum nächsten Ort, den ich schon öfters besucht hatte.

FDJ-Jugendhochschule Bogensee

Bekannt wurde der Bogensee durch den hier errichteten Landsitz für Joseph Goebbels und die spätere Nutzung als Jugendhochschule der FDJ, deren Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Eigentümer des Bogensees ist das Land Berlin. 1936 schenkte die Stadt Berlin den Borgensee samt eines Blockhaus Reichspropagandaminister Goebbels zu dessen 39. Geburtstag auf Lebenszeit. 1939 ließ sich Goebbels ein neues Landhaus sowie diverse Nebengebäude errichten. Alle Gebäude wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1946 als Lazarett genutzt. Am 9. März 1946 wurden das Gelände und die Gebäude von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) an die zwei Tage zuvor gegründete Freie Deutsche Jugend (FDJ) übergeben, die dort ihre Jugendhochschule Waldhof am Bogensee einrichtete. 1950 wurde der FDJ-Jugendhochschule der Name des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, verliehen. Seit 1990 suchte man vergebens nach einer neue Nutzung. Heute befindet sich dort noch die Waldschule Bogensee.

Den nächsten Ort könnte man von hier aus mit einem kleinen Marsch nordwärts durch den Wald erreichen. Ich nahm aber die kurze Strecke entlang des Obersees mit ihren schönen Kurven bis Lanke und dann nach Prenden.

Bunker 5001 – Honecker Bunker

Im Wald von Prenden verbirgt sich das angeblich technisch aufwendigste Schutzbauwerk im Warschauer Pakt (außerhalb der Sowjetunion). Der Bunker 17/5001 wurde zwischen 1978 und 1983 als Hauptführungsstelle des Nationalen Verteidigungsrates der DDR in der Nähe des Dorfes Prenden gebaut. Der Vorsitzende des NVR war nach Walter Ulbricht ab 1971 Erich Honecker. Da er somit quasi die wichtigste Person im Bauwerk gewesen wäre, wird es oft auch „Honecker-Bunker“ genannt.

Einen Überblick über das Bauwerk gibt der folgende Film:

Die Anfahrt erfolgt über die Utzdorfer Strasse in Prenden. Zur Rechten der Strasse steht noch ein verwittertes Wachhäuschen. Etwas weiter der Strasse entlang steht das Eingangstor des Komplexes, links davon geht eine Sandpiste weiter in den Wald, die der Begrenzung des Geländes folgt. Der Stacheldraht ist nicht mehr, man kann auch kurz durch den Wald laufen und findet sich hinter dem Eingangstor wieder auf der Zufahrtsstrasse zum Bunker.

Zugegebenermassen gibt es von aussen nicht viel zu sehen und leider werden aktuell keine Führungen im Bunker angeboten. Der Bunker soll aber als Museum eröffnet werden, der Besuch wird sich sicher lohnen.

Feuerstellung der Fla-Raketenabteilung 4123 Klosterfelde

Der vorletzte Halt auf der Tour führte mich über Schotter und Sandwege in den Wald nordwestlich von Klosterfelde. Irgendwann zur linken Seite tauchten wieder Gebäude auf, abgesperrt durch einen Zaun und Gitter.

Nach einem Beschluss der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) 1952 sollten in der Republik fliegende Einheiten stationiert werden, darunter auch Flugabwehrsysteme. Dazu gehörte auch die Flugabwehr-Raketenabteilung 4123 (FRA-4123) in einem Waldstück bei Klosterfelde im Norden Berlins. Hier war die 41. Raketenbrigade „Hermann Duncker“ (Ladeburg/Bernau) stationiert.

Auf dem Gelände der ehemaligen Feuerstellung der Fla-Raketenabteilung 4123 Klosterfelde fand 2012 die „artbase“ statt – ein Urban-Art-Festival, welches verlassene Orten Künstlern und Kulturschaffenden Freiräume schaffen möchte und diese aufgegebenen Locations einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Leider ist das Gelände nicht mehr zugänglich, einen guten Eindruck über die Gebäude und die Graffitis findet ihr drüben auf Rottenplaces.

Waldsiedlung Wandlitz

Auf dem Rückweg nach Berlin wollte ich noch in der Waldsiedlung Wandlitz Halt machen. Zu DDR-Zeiten schottete sich hier die SED-Führung ab. Erich und Margot Honecker auch Egon Krenz, Otto Grotewohl, Erich Mielke, Günter Schabowski und Walter Ulbricht hatten hier ihre Häuser. Auf dem Areal finden sich mittlerweile viele Kliniken, die sich coronabedingt abschotteten, Hinweisschilder überall. So entschloss ich mich, den Heimweg anzutreten ohne das Gelände weiter zu erkunden.

Fahrerisch war es weniger aufregend, aber das Entdecken auf Aufspüren der verschiedenen Locations war sehr spannend. Ich denke mal, ich werde das fortsetzen. Genug alten Krams haben wir ja hier in der Gegend.

 

The orange lady has to go: Triumph Street Triple 675 R zu verkaufen

Ich trenne mich von meiner schönen Triumph Street Triple 675R, BJ. 2009. HU und Jahresservice wurden gerade frisch gemacht, sie ist ein einem sehr guten und gepflegten Zustand. Als R-Version verfügt sie über ein einstellbares Fahrwerk. Sie rollt auf Pirelli Diablo Rosso Corsa II Reifen. Kilometerstand ist aktuell 31.920km.

Verbaut sind:

  • LED-Blinker (vorne Triumph, hinten motogadget m-blaze Pins)
  • einstellbare Handbrems- und Kupplungshebel
  • Arrow Sportauspuffanlage (Originalauspuffe werden mitgegeben)
  • umgerüstet auf Einzelscheinwerfer von Motodemic (Original Doppelscheinwerfer sind vorhanden, Rückrüstung ist problemlos möglich)
  • Stahlflex Bremsleitungen
  • motogadget m-view Spiegel
  • USB-Stromanschluss für Navi / Handy

Die Streety ist ein absoluter Landstrassenrenner, aber auch auf Tour macht sie eine sehr gute Figur.

Auf Wunsch kann ich noch weitere Zubehörteile mit verkaufen:

  • Bellypan
  • Soziussitzabdeckung
  • Magnet-Tankrucksack

Gerne in liebende Hände abzugeben.

Wir bauen uns eine Navihalterung

Meine erste Handyhalterung für das Motorrad war das Touratech iBracket, welches ich für das iPhone 4 und 5 im Einsatz hatte. Dies wurde vor vier Jahren durch die Quadlock-Handyhalterung ersetzt, die seitdem auf der Yamaha, Triumph und der Vespa zum Einsatz kam, ebenso bei den zahlreichen Testmotorrädern, die ich im Laufe der Jahre fahren durfte. Die Vorteile: klein, leicht, schnell montiert, inklusive Regenschutz. Auch letzten Samstag fand die Halterung ihrem Weg auf die F800GS.

Auf der Fahrt nach Berlin schaute ich so auf meine Cockpitkanzel, da war noch Platz hinter dem Windschutz. Und ich dachte an Sebastians GS, bei der er auch das iBracket über der Tachoeinheit angebracht hatte:

Die Touratech Desierto Verkleidung bot links und rechts in den Montageschienen noch genug Platz für eine Strebe, die als Aufnahme für eine Handyhalterung dienen konnte. Somit wäre das Handy im direkt sichtbaren Bereich und ich hätte die Strasse und die Routenangaben beide gleichzeitig im Blick. Der Plan machte voll Sinn in meinem Kopf. Damals auf der GS hatte ich das iBracket auf der 12mm dicken Lenkerstrebe sitzen, ein kurzer Ausflug in den Baumarkt brachte mich in den Besitz eines 12mm Alustabs, den ich mir im Keller erstmal auf die passende Länge von 200mm zurecht sägte. Kurz mal an die Verkleidung gehalten: passte.

Nächster Schritt: links und rechts Löcher rein bohren und Gewinde schneiden. Da ich weder einen Standbohrer noch Gewindeschneider besitze, grätschte ich schnell rüber ins Craftwerk. Dienstag abends ist da immer „betreutes Schrauben“ und da kann man kleinere Reparaturen erledigen oder Bastelarbeiten wie meine.

Zurück zu Hause das Teil angeschraubt, danach warten auf den Paketboten. DingDong, heute kam das Paket von Touratech. Back to the roots also, die Halterung die ich auf meiner ersten GS hatte, kommt auch wieder auf die aktuelle. Für die Stromversorgung von der USB-Buchse zum Telefon hatte ich online noch ein passendes Spiralkabel gefunden, das nicht so in der Gegend rumfliegt wie das originale iPhone Ladekabel. Und Bäm, passt doch wie Arsch auf Eimer:

Perfekt, so wollte ich das haben. Und wo ich gerade dabei war, gab es noch zwei kleine Schönheitsreparaturen: die schon etwas gebrauchten Barkbusters und die Grip Puppies wurden durch Neuteile ersetzt.

So, wo fahren wir am Wochenende hin? Ich hätte da schon eine Idee, aber die erzähle ich Euch im nächsten Post.

Das neue Baby nach Hause bringen: Jungfernfahrt mit der F800 GS

Das Gefühl, wenn man als kleines Kind auf den Geburtstag wartet: Ungeduld und Aufgeregtheit. Das Gefühl, wenn man als Erwachsener auf die Zulassung des neuen Motorrads wartet: mindestens genauso ungeduldig und aufgeregt. Am Freitagabend war es dann endlich so weit und ich hielt die Papiere und das Kennzeichen in der Hand. Endlich konnte ich mich auf den Weg machen, um meine F800 GS aus dem fernen Rendsburg abzuholen.

Samstagmorgen, 6:38 Uhr. Mit für diese Uhrzeit erstaunlich vielen Menschen stehe ich am Bahnsteig, als der ICE nach HH einrollt. Nach Umsteigen in den RE nach Flensburg komme ich um kurz vor 10 Uhr in Rendsburg an. Abgeholt werde ich von Kai, dem Kumpel des Vorbesitzers Gert. Kai hat eine Garage in einem ehemaligen Kasernengelände in Rendsburg, in der die GS sicher und trocken stehen durfte. Kennzeichen montiert, Handyhalterung angebaut und Tasche auf die Gepäckbrücke geschnalzt und es konnte losgehen.

Die erste Etappe führte mich nach Kiel über die Autobahn. Gert konnte bei der Übergabe nicht dabei sein, weil er kurzfristig arbeiten musste. Ursprünglich war geplant, daß er mich auf der ersten Strecke meiner Fahrt begleitet. So trafen wir uns auf dem Ikea-Parkplatz, Gert übergab mir noch einiges an Kleinteilen und Zubehör. Und vor allem konnte er sich von seinem Mopped noch verabschieden. Ich drückte ihm noch ein paar Kettenritzel-Aufkleber in die Hand, hier könne er jederzeit nachverfolgen, wie es der GS so ergeht.

Von hier aus setzte ich das Navi auf das Ziel Lauenburg/Elbe. Ohne große Umwege nahm ich die A21 / B404. Auf der Autobahn machte ich das erste Mal den Hahn komplett auf und brachte die BMW auf Endgeschwindigkeit. Bei 200 km/h zerrt es schon einigermassen am Helm, aber das Windschild hielt das Gröbste ab und machte schnelles Reisen gut möglich. Kein Vergleich zur Street Triple, bei der es ab 150 km/h schon verdammt anstrengend wird, dem Winddruck Stand zu halten. Eine Eigenart der GS zeigt sich aber bereits hier: ab 5.000 U/min vibriert es ordentlich in den Fußrasten und im Lenker. An diese Eigenheit des Motors muss ich mich noch gewöhnen. Und an auf Dauer taube Füße und Hände.

Nachdem ich die A24 überquert hatte, suchte ich etwas Abwechslung im Sachsenwald und trieb die GS über einige Waldwege. Endlich anständiges Terrain, musste sich die Maschine gedacht haben. Mir trieb es auch das Grinsen unter dem Helm.

In Lauenburg war der erste Tankstopp angesagt nebst Tankstellencroissant und Cola für den Fahrer. Mitterweile war es schon nach 13:00 Uhr und ich hatte noch mehr als die Hälfte der Tagesetappe vor mir. Also aufgesessen und weiter. Ursprünglich hatte ich überlegt, die bekannte Strecke nördlich der Elbe über Boizenburg und Amt Neuhaus bis nach Dömitz zu fahren. Aber neues Motorrad, neue Strecke. Also querte ich hier die Elbe um südlich derselben über Bleckede und Hitzacker nach Dömitz zu fahren. Ich hatte ja keine Ahnung, was für ein Spaß mich erwarten sollte. Ich folgte dem Elbuferweg und es begann ein lustiges, kurviges Bergauf und Bergab. Zwischendrin wieder flachere Stücke direkt an der Elbe längs, bevor kurz darauf der nächste Anstieg folgen sollte.

Kurz vor Hitzacker ging es bis auf schwindelerregende 86 m über NN. Oben auf dem Kniepenberg angekommen, steht eine Aussichtsplattform mit wunderschönem Panoramablick über das ansonsten eher flache Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Was für eine großartige Strecke. Das wird eine meiner Favoriten für zukünftige Touren von und nach Hamburg.

Mittlerweile hatte ich über 200km im Sattel der GS verbracht und konnte mich wohler nicht fühlen. Es passte einfach alles. Kein Regen, geile Strecke, schöne Natur um einem rum und vor allem: das Motorrad, auf das ich schon seit Jahren hinlungere unter mir und es passte mir wie ein Handschuh! Einer der Gründe warum ich so oft anhielt mag an der schönen Umgebung gelegen haben. Aber vielleicht war die Umgebung auch nur der passende Hintergrund für schöne Bilder vom Mopped. Und ich habe viele Bilder gemacht 😉

An Kühen vorbei, durch Wälder, hinterm Deich, aufm Deich ging es weiter bis nach Havelberg. Dort war eigentlich der Plan, etwas zu essen zu fassen, aber in der Altstadt waren die Bordsteine hochgeklappt, nix hatte offen. Ne Tankstelle war ander Strecke auch nicht vorhanden, also machte ich mit leichtem Grummeln im Magen weiter Richtung Berlin.

Ich folge stumpf dem Kursvorgaben des Navis und entdeckte mehrere Ecken wieder, die ich auf vorigen Touren bereist hatte. Zum Beispiel die Ecke vor Kyritz, bei der mir beim letzten Mal ein quer über der Strasse liegender Baum die Weiterfahrt erschwerte. 

Während ich so über die Dörfer gondelte, dachte ich auch an meine allererste Tour nach dem Führerschein. Dort machte ich morgens das erste Bild der Tour im Wald beim Golfclub Kallin. Dieses hier:

Never waste a good opportunity to make a kitschig picture, dachte ich mir und machte an selbiger Stelle einen Zwischenhalt. Morgensonne war nicht mehr, aber die abendliche Stimmung war nicht zu verachten. So machte ich nicht nur ein Bild, sondern einige.

Die letzten Kilometer in den heimischen Stall nahm ich auf der Autobahn unter die stollenbereiften Räder. Hinter mir machte die Abendsonne Drama und ich war glücklich und zufrieden. Zurück im heimischen Stall nach 450 Kilometern parkte ich die GS neben der Street Triple. Die Ablösung ist da. Willkommen im neuen Kapitel.

Riding the Rocket 3

Als Kind verbrachte ich mit meinen Eltern einmal die Sommerferien am Gardasee, ich mag vielleicht acht Jahre alt gewesen sein. Meine Eltern hatten Freunde aus München, die zum gleichen Zeitpunkt dort Urlaub machten und ein Boot hatten. Nicht irgendein Boot, nein. Eine Riva Aquarama. Ob gekauft oder gemietet weiss ich nicht mehr. Was sich mir aber ins Gedächtnis gebrannt hatte, war neben dem wundervollen Design die Motorisierung des Bootes und was sie damit machte: zwei V8-Motoren im Heck sorgten für eine Gesamtleistung von 700 PS.

Allein das Anlassen und das Brabbeln im Leerlauf, der Sound wurde von der Kaimauer reflektiert. Pure Gänsehaut. Dann langsam aus dem Hafenbecken auslaufen und souverän auf den See gleiten. Und draussen auf dem See sollte ich dann erleben, was es bedeutet, wenn man „den Hebel auf den Tisch legt“. Vollgas. Die 16 Zylinder atmen tief ein, die Antriebswellen erhöhen sprunghaft ihre Rotationsgeschwindigkeit, beide Propeller wirbeln durchs Wasser und beginnen, das Holzboot nach vorne zu treiben. Das vorher sonore Grollen verwandelt sich in ein löwenartiges Brüllen und ich musste mich irgendwo festhalten, um nicht durchs Boot zu purzeln. Erregt und fasziniert zugleich nahm ich dieses Spektakel in mich auf. Irre.

Wir springen ein paar Jahrzehnte nach vorne. Mein freundlicher Triumph-Händler freut sich, daß er wieder komplett öffnen darf und bietet an zwei Tagen die aktuelle Modellpalette zum Probe fahren an. Darunter eine Rocket 3 R. Ein Anruf beim Händler und ich konnte mir den letzten Probefahrt-Termin am Freitag Abend sichern.

Da stand sie nun vor mit in Rot: 2.458 cm³ verteilt auf drei Zylinder. Die 167 PS mögen in Anbetracht des Hubraums nicht so sehr beeindruckend sein, aber die 221 Nm bei 4.000 U/min sind es bereits auf dem Papier! Die Sitzhöhe beträgt lediglich 773 mm, dafür bemisst der Radstand stramme 1677 mm. Die 291 kg Trockengewicht verteilen sich bodennah flach und lang.

Der Händler fragt mich noch, ob er sie vom Gehweg runter fahren soll und ich entgegne ihm scherzhaft, daß das kein Problem sei, ich sei im Besitz eines LKW-Führerscheins. Trotzdem rangierte ich die Maschine mit großer Vorsicht auf die Fahrbahn, Respekt hatte ich vor diesem Trumm.

weiterlesen

Zu aktuellen Lärm-Diskussion rund um Motorräder

Der Bundesrat hat am 15. Mai beschlossen, die Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen (mehr Informationen hier und hier).

Meine Haltung dazu wird in diesem Statement sehr gut zusammengefasst:

Ich plädiere auch zusätzlich noch für ein Nutzverbot an Wochenenden für alles andere was lauter als 80dB ist wie Rasenmäher, Kettensägen, Traktoren, Sportwagen und Flugzeuge. Danach stören wir uns dann an Kinderspielplätzen in Wohngebieten oder Kleinkindern im Nachbars Garten.

Der Rechtsanwalt und Motorradfahrer Frank Hannig hat zum Verbot eine alternative Meinung:

Wie seht ihr das?

Gegen die drohenden Fahrverbote existiert seit ein paar Tagen eine Online-Petition die bereits jetzt knapp 60.000 Unterstützer gewonnen hat.

Unvernünftig, aber geil! Sagt Hallo zum neuen Motorrad.

Ich habe es mir selber ja vor acht Jahren prophezeit, daß dieses Motorrad mal in meinen Besitz kommen würde. Und es verging kaum ein Jahr des Motorrad fahrens, ohne daß ich daran denken musste. Dieses rumlungern auf gängigen Onlinebörsen. Suchergebnisse parken. Feststellen, daß die immer noch zu teuer sind. Idee erstmal wieder verwerfen.

So langsam näherten sich gut abgehangene Modelle aber meiner Finanzierungsgrenze. Und heute ist es passiert: ich habe mit eine BMW F800 GS in Kalamata metallic gekauft. Warum die Farbe so wichtig ist? Weil sie voll mein Beuteschema ist und ich sie in keiner anderen Lackierung genommen hätte.

Diese eine hatte ob seiner Ausstattung mein besonderes Augenmerk. Mit 47.000 Kilometern kann man sie als gut eingefahren bezeichnen. Es gab auch Modelle mit der halben oder nur einem Drittel der Laufleistung. Die hätten aber nicht diese Ausstattung gehabt. Von vorne fällt erstmal die Touratech Desierto-Verkleidung auf, der LED Hauptscheinwerfer und die LED Zusatzscheinwerfer. Gesehen wird man schon mal.

Generell ist am Motorrad der halbe Touratech-Katalog verbaut worden: fast alle Hebel, Schutz für alle Flüssigkeitsbehälter, Motorschutz, Gepäckbrücke, Motorschutz, you name it. Für das Wohl des neuen Kettensatzes sorgt ein CLS Kettenöler, den Schutz der Hände übernehmen Barkbuster, die schon etwas Kampfspuren aufweisen. Der Rotax Zweizylinder bellt kehlig aus dem AC Schnitzer Auspuff in die Welt. Das Fahrwerk wurde mit progressiven Federn für Gabel und Federbein von Touratech aufgewertet.

Bei der Probefahrt stellte ich mich gleich in die Pivot Pegz Fussrasten und genoß es. Einen kleinen Hops über den Bordstein und die Heidenau K60 Scout durften sich durch die Maulwurfshügel auf der Wiese graben. Kreisel links rum, umlegen, Kreisel rechts rum: super Handling. Die Sitzhöhe wird eines der signifikantesten Merkmale beim Umstieg von der Triumph Street Triple sein. Die F800 GS will bestiegen werden, da schwingt mal nicht so einfach den Fuß rüber. Prompt hatte ich beim ersten Aufsitzen gleich das Schienbein gegen die Gepäckbrücke gedengelt.

Jetzt sitze ich in der Bahn – das Motorrad steht nicht in Berlin – und komme aus dem dämlichen Grinsen nicht mehr raus. Jetzt schnell Versicherung klarmachen und hoffen, daß es auf der Zulassungsstelle nicht allzu lang dauert und dann wieder hinfahren und das Motorrad aus seinem Winterschlaf befreien und gaaaaanz ausführlich nach Berlin zurückfahren. Ich freue mich jetzt schon über neue und alte Routen, die ich unter die Stollenreifen nehmen kann.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén