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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Vom Schleizer Dreieck zum Deutschlandring: eine Rundtour durchs Erzgebirge

Wenn ich eines mag, dann ist es etwas Kontext zu den Touren. Zum Beispiel die zehn höchsten Alpengipfel zu erfahren oder verlorene Orte in Brandenburg zu erkunden.

Ich gebe allerdings zu: der Plan, ein Wochenende ins Erzgebirge zu fahren stand vor der Erkenntnis, daß man damit zwei geschichtsträchtige Rennstrecken in Ostdeutschland damit verbinden könnte. Das Erzgebirge war mir dabei nicht neu. Bereits bei der Mittelgebirgstour 2014 lernte ich die Vorzüge von Erzgebirge und Vogtland kennen. Die Sächsische Schweiz hingegen erkundeten wir bereits auf der Riesengebirgstour 2013.

Den westlichen Punkt der diesjährigen Route markiert das Schleizer Dreieck, den östlichen der unbekanntere Deutschlandring.

Start: das Schleizer Dreieck

Am 10. Juni 1923 fand das erste Rennen auf dem Schleizer Dreieck statt, das macht die Strecke zum ältesten Straßenrundkurs Deutschlands. Im Laufe der Jahre wurde die Strecke mehrmals umgebaut. So reduzierte sich die Streckenlänge von 7,6 auf 3,8km. Große Teile der Strecke sind Landstrassen, die unterjährig befahrbar sind wie der Streckenteil Buchhübel mit dem alten Start- und Zielgebäude.

Heute wird das Schleizer Dreieck vor allem für Motorrad-, Gespann- und Veteranen-Rennen sowie für das ADAC-Bergrennen genutzt. Als Saisonhöhepunkt gilt der Lauf der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft.

Ziel: der Deutschlandring

Der Deutschlandring in der Nähe von Hohnstein bei Dresden war eine der ersten Rennstrecken Deutschlands. Von 1919 bis 1922 wurde die Wartenbergstraße vom Polenztal bei Hohnstein bis zur Hocksteinschänke erbaut. Bis 1939 wurde die Rennstrecke zum exakt 10 km langen „Deutschlandring“ ausgebaut und sollte zu einem Gegenstück in Sachsen zum Nürburgring in der Eifel werden. Am 26. April 1939 wurde der Deutschlandring feierlich eingeweiht. Doch Kriegsausbruch und Nachkriegszeit verhinderten einen beachtenswerten Rennbetrieb. Nach dem Krieg fand ein allerletztes Rennen am 14. Oktober 1951 statt.

Im Gegensatz zum Schleizer Dreieck ist die komplette Streckenführung des Deutschlandrings befahrbar. Ausser, man ist auf dem Motorrad unterwegs. Dann kann man die Wartenbergstrasse zwischen Polenztal und Hockstein nicht befahren weil wegen Fahrverbot.

Das Zwischendrin: unsere Route durchs Erzgebirge

Zwischen den beiden historischen Eckpunkten bastelte ich für Thomas und mich eine wochenendtaugliche Route, Samstags auf der tschechischen Seite rein, Sonntags auf der deutschen Seite wieder raus.

Und was wir unterwegs so erlebt haben, das erfahrt ihr im nächsten Post.

Motogadget m.view Spiegel für die Street Triple

Die Mittelgebirgstour brachte einen kleinen Kollateralschaden an der Street Triple mit sich. Der rechte Aussenspiegel hat sich verabschiedet, kurz über dem Schraubengewinde scherte er ab. Ich hatte im letzten Jahr bereits die Original-Rückspiegel durch ein paar Highsider-Spiegel ersetzt, die für eine etwas klassischere Optik am Mopped sorgten. Leider wurde die Sicht nach hinten nicht besser, dafür weiss ich jetzt genau, wie der Ärmel meiner Motorradjacke aussieht. Damit haderte ich schon eine Weile, es war also klar, daß die neuen Spiegel eine bessere Sicht nach hinten bieten sollten. Natürlich sollten sie das tun ohne bescheuert auszusehen.

Ich dachte kurz über Lenkerendenspiegel nach, aber das mit der Sichtbarkeit machen die ja auch nicht wirklich besser. Also zurück zum herkömmlichen Layout, allerdings mit längerem Spiegelarm als meine bisherigen Spiegel. Gelandet bin ich letztendlich bei Motogadgets m.view Serie. Der Berliner Spezialist für hochwertiges Motorradzubehör im letzten Jahr die erste glaslose Spiegelserie für Motorräder auf den Markt gebracht. Das Besondere an diesem Motorradspiegel ist die Spiegelfläche, die direkt in das Metall des Korpus eingefräst ist. Das Aluminium selbst ist die Spiegelfläche. In der Herstellung wird hier ziemlicher Aufwand getrieben (Flycutting-Verfahren mittels Diamantwerkzeug, Hightech-Plasmabeschichtung im Vakuum), das Ergebnis ist ein bemerkenswert leichter und schmaler Rückspiegel. Die Spiegel und die Spiegelarme aus Billet-Aluminium sind CNC-bearbeitet und in edlem Schwarz eloxiert. Alle Teile wie Schrauben oder Kugelköpfe sind aus Edelstahl gefertigt.

motogadget bietet vier unterschiedliche Spiegeldesigns mit konventionellem Spiegelarm sowie drei Lenkerendenspiegel – alle mit ECE-Kennzeichnung – an. Ebenfalls sind zwei winzige Lenkerendenspiegel ohne ECE-Kennzeichnung im Programm.

Meine Wahl fiel auf den m.view race, der in seiner Form – meiner Meinung nach – der Street Triple sehr gut steht. Die Standardversion mit 150mm Spiegelarm war allerdings etwas zu kurz, so kommt die XL-Version mit 180mm Spiegelarm zum Einsatz. Und so sieht das dann in natura aus:

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Links alt, rechts neu

Links alt, rechts neu

Seeeehr dünn

Seeeehr dünn

Vulkanierohren

Vulkanierohren

So Shiny

So Shiny

Mir gefällts!

Mir gefällts!

Sporttouring mit der Street Triple und dem Kriega US Combo50 DryBag

Nach vier Jahren Touren durch die Alpen werde ich dieses Jahr mal weniger weit reisen und kürzere Touren machen. Aus beruflichen Gründen wird sich das eher in dem Rahmen abspielen, was an einem Wochenende zu realisieren läßt. Das bedeutet auch, daß ich das erste mal seit der Mittelgebirgstour 2014 mit dem eigenen Motorrad auf Tour sein werde. Und vom Revier her werden wir auch da anknüpfen, wo wir vor auch vor fünf Jahren unterwegs waren. Es geht nämlich in den Thüringer Wald.

Für eine Wochenendtour braucht es ja nicht viel an Gepäck, trotzdem muss das irgendwo am Motorrad untergebracht werden. Und treue Leser werden sich erinnern, daß ich immer mehr Technik mitschleppe als Schlüpper und Socken. Für das klassische „Gepäckrolle aufs Heck“ sind bei der Street Triple die geeigneten Verzurrpunkte nicht wirklich da, bzw. es sind die Auspuffrohre im Weg.

Letztes Jahr auf der Intermot hatte ich Gelegenheit am Stand von Kriega deren Gepäcksystem näher in Augenschein zu nehmen. Die in verschiedensten Größen vorhandenen Taschen werden mittels unter der Sitzbank am Motorradrahmen befestigter Schlaufen befestigt und verzurrt. Und wenn das unter dem Beifahrersitzbrötchen der ausgestellten Ducati passt wird es wohl auch bei meiner Street Triple passen.

So bestellte ich mir deren US Combo50, bestehend aus einer 30 Liter Tasche und zwei 10 Liter Taschen. Diese können einzeln auf dem Motorrad montiert werden oder auch miteinander kombiniert werden. So kann ich je nach Transportbedarf alles zwischen 10 und 50 Litern transportieren.

Alles was es an Vorbereitung bedarf ist, die Gepäckschlaufen am Heckrahmen der Street Triple zu installieren.

Zuerst werden die Montagepunkte für die Schlaufen markiert.

Seitenverkleidung ab und Schlaufen durchgefummelt

De Schnalle der hinten montierten Schlaufen interferieren mit dem Gummistopfen in der Sitzbank, daher müssen die Stopfen raus.

Die Tasche legte ich erstmal leer auf die Sitzbank um zu sehen, wo ungefähr ich die Schlaufen am Rahmen würde anbringen müssen. Dann nahm ich die Sitzbank ab und markierte die Stellen am Heckrahmen mit Kreppband, bevor ich die Seitenverkleidungen abnahm. Die vorderen Montagepunkte passten, die hintern musste ich etwas nach vorne verschieben, da sie sich mit der Schraubenaufnahme der Seitenverkleidung überlappten. Als alle Schlaufen drin waren, drückte ich die Sitzbank wieder drauf. Sie ließ sich nur schlecht schliessen. Grund dafür waren Gummistopfen in der Sitzbank, die eigentlich zur Dämpfung da sind. Die Schnallen der hinteren Gurte waren nun genau an der Stelle wo die Gummistopfen auf dem Heckrahmen auflagen. Stopfen raus, Sitzbank wieder drauf, passt.

Das US-30 Drybag fertig montiert auf der Street Triple

Hier die Kombination von US-30 mit einem US-10 Drybag

Das US-30 mit zwei US-10 Drybags

Die Verzurrgurte haben unten einen soliden Aluhaken und oben eine Steckschnalle. Mit den Aluhaken geht es in die Rahmenschlaufen, mit der Steckschnalle oben in das Gegenstück auf der Tasche. Und das von vier Seiten. Anschliessend schön festziehen und die überstehenden Gurtteile sauber mit den angebrachten Clips befestigen, damit während der Fahrt nichts rumflattert.

Schnallen und Haken sind sehr solide ausgeführt

Die miteinander verzurrte Combo kann am Stück vom Motorrad abgenommen werden.

Mit ein bischen Gefummel kann man die Schlaufen unter den Seitenverkleidungen verstecken, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die weiteren Taschen können mit den gleichen Verzurrgurten an der bereits montierten Tasche fixiert werden. Dazu hat jede einzelne Tasche eigene Schlaufen. Und mit maximal 50 Litern bei dieser Combo ist man auch für die große Tour gut gerüstet. Bei der seitlichen Montage der 10er Taschen an der 30er Tasche stehen die Taschen nur leicht seitlich neben dem Fahrer über. Die 30er Tasche alleine wird komplett vom Fahrer verdeckt. Große Turbulenzen oder Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten.

Ob das so ist, werde ich kommende Woche mal rausfinden. Probehalber werde ich dann mal eine Tasche voller Schmutzwäsche auf eine Tagestour mitnehmen.

Der Kettenritzel Jahresrückblick 2014

Puh, wie soll man dieses Jahr zusammenfassen? War ich im letzten Jahresrückblick schon sehr euphorisch müsste ich dieses Jahr eigentlich ausrasten! Die Leserzahl dieses kleinen, bescheidenen Motorradblogs hat sich in diesem Jahr verfünffacht! Die 3.380 Leser des erfolgreichsten Artikels diesen Jahres hätten im letzten Jahr für einen ganzen Monat gereicht.

Mit mehr Lesern mache ich mir selber immer mehr Druck auch mehr zu schreiben. Eigentlich unnötig, aber ich mach mir da immer einen Kopf drum. Meinen längsten Lauf hatte ich vom 20 Februar – 28 März: 37 Tage an denen jeden Tag ein neuer Artikel erschien. Das lässt sich natürlich nicht beliebig steigern, wenn man das als Hobby betreibt. Zumal die interessanteren Formate wie die Benzingespräche deutlich mehr Vorlauf benötigen wie ein kleines Posting mit einem Bullshit Hipster Bike Video.

Auch wenn der Blick auf die Leserzahlen eher abstrakt ist, für mich ist es eine schöne Bestätigung dessen, was ich hier mache. Ebenso wertvoll sind die vielen, tollen Kontakte, die ich persönlich oder digital auf- und ausbauen konnte. Ihr Moppedfahrer seid schon ein spezielles Völkchen und ich freu mich, einer von Euch zu sein.

Meine Blog-Highlights des Jahres:

Kommt gut ins neue Jahr!

Neue Motorradstiefel: Alpinestars Roam 2

Da meine alten Botten auf der Mittelgebirgstour das zeitliche gesegnet hatten, war es an der Zeit, was Neues anzuschaffen. Und da stand ich wieder vor dem Dilemma, respektive einem Regal voller häßlicher Motorradstiefel. Naja, ein paar Modelle hätten mir schon gefallen, wäre da nicht der Anschaffungswiderstand von mehr als 300 € auf dem Preisschild.

Letztendlich habe ich mich für die Alpinestars Roam 2 entschieden, einen Tourenstiefel mit einem etwas höheren Schaft als meine alten. Sie sitzen eng, aber nicht unbequem, von der Schuhgröße her bin ich meist eine 44, hier habe ich eine 45 genommen. Durch drei gut sitzende Klettverschlüsse ist man schnell rein und wieder raus.

Alpine-Stars-Roam-2

Optisch ist er auch eher unauffällig, was ich definitiv als Vorteil sehe. Auf der Feierabendrunde diese Woche hatte er seine Premiere und nach drei Stunden bei sommerlichen Temperaturen stellte sich auch kein Schwitzefüßchen ein. Die Wasserfestigkeit konnte ich noch nicht testen, aber die Kundenrezensionen sind sich da einig, daß er Wasser gut abkann. Preislich liegt er mit knapp 140 € im erschwinglichen Rahmen, da ich von der Reklamation meines alten Schuhes noch eine Gutschrift hatte, wurde es für mich noch deutlich billiger.

Red Bull Vogelfrei

Es scheint, daß Red Bull auch jedes noch so kleine Nischenthema aufgreift und ein Event daraus macht. Es scheint so, wenn man sich Red Bull Vogelfrei anschaut. Bei dieser Rundfahrt, die am 6. Juli in der Geburtsstätte der Simson Mopeds im thüringischen Suhl stattfindet, darf man nur antreten, wenn man eine Schwalbe, einen Spatz, Star, Sperber oder Habicht unterm Poppes hat.

Bild: Red Bull

Bild: Red Bull

Die 50 Kilometer lange Rundfahrt startet auf dem „Platz der deutschen Einheit“ in Suhl (ach kuck mal, da sind wir bei der Mittelgebirgstour vorbei gefahren). Angelehnt an das legendäre Sechs-Tage-Enduro-Rennen gilt es, sechs Stationen anzufahren, um dort Wertungs-Prüfungen zu meistern.

Es wird geben:

  • Geschicklichkeitsprüfung
  • „Geh“-Kraft-Prüfung
  • Wissensprüfung
  • Reife(n)prüfung
  • Technikprüfung
  • Geschwindigkeitsprüfung

Teilnehmen kann, wer eine Simsom zwischen Baujahr 1964-1986 sein Eigen nennt, die den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung genügt und als Kleinkraftrad, Moped oder Mofa (EG Klasse L1e) zugelassen ist. Der maximal erlaubte Hubraum liegt bei 50ccm, die Grenze für die Höchstleistung bei 4 KW.

Die Teilnahmegebühr beträgt 5€, die dem Fahrzeugmuseum Suhl zu Gute kommt.

Harzer Roller

Die Mittelgebirgstour liegt schon fast sechs Wochen zurück, es ist Zeit für die nächste Tourplanung. Auch wenn es nur ein verlängerter Tagesausflug geht. Der Plan ist, einmal den Harz zu durchqueren, von unten rechts nach oben links.

Die Anreise erfolgt auf den Freitagabend von Berlin aus über die Autobahn bis Sangershausen. Hier kam ich bereits an Tag 4 der Mittelgebirgstour durch. Nach 260 km Autobahnschrubben fahre ich noch ca. 50 km in den Harz hinein, bevor ich mich in Alexisbad zur Nachtruhe bette.

Ähnlich wie der Thüringer Wald ist der Harz von der Papierform her ein routenplanerischer Traum. Egal wo man abbiegt, überall Kurven! Das wird mein Luxusproblem am Samstag der Tour. Pausenlos werden irgendwelche Mittelgebirgsgipfel umrundet wie die Vktorshöhe, der Große Dambachskopf, der Große Hornberg, alles „stattliche“ 500er. Näher als Schierke werde ich dem Brocken nicht kommen, da der Gipfel nicht befahren werden darf. Statt der 1.142 Meter passiere ich beim Großen Sonnenberg mit 820 Metern den höchsten Punkt der Tour.

Was den weiteren Verlauf der Tour angeht bin ich mir noch nicht in Klaren, ob ich über Goslar fahre und mir die Kaiserpfalz ankucke oder die Höhenmeter über Hahnenklee nach Seesen abbaue. In Seesen geht es dann wieder auf die Autobahn Richtung Hamburg. Das werden dann nochmal 235 Kilometer. Die Durchquerung des Harzes allein sind ca. 210 Kilometer bei 2.690 Gesamthöhenmetern.

Tourplanung Harz

Das Wortspiel im Titel dieses Posts mag den einen oder anderen vielleicht signalisiert haben, welches Verkehrsmittel ich für diese Tour nehmen werde. Die Vespa. Warum? Zum einen weil ich ihr mal etwas Auslauf gönnen möchte nach all den Stadtkilometern, zum anderen um mal die Langstreckenqualitäten der Vespa zu testen. Am Freitag werden es ca. 300 Kilometer sein, am Samstag knapp 400. Die Rückreise nach Berlin am Sonntag schlägt auch nochmal mit 350 Kilometer zu buche. Im Vergleich zur BMW büße ich etwas Fahrdynamik ein, aber von der Durchschnittsgeschwindigkeit auf Landstrassen dürfte ich nicht allzu viel verlieren. Ich bin mal gespannt!

Schuh-Schwierigkeiten

Ja, liebe mitlesende Damen, es kann auch sein, daß wir Männer mal Probleme mit dem passenden Schuhwerk haben. In diesem Falle mit den Motorradstiefeln. Nachdem ich meine Fahrschulfahrten sehr gut mit meinen Blundstone 500 absolvierte, kümmerte ich mich erst relativ spät um den Erwerb motorradtauglichen Schuhwerks. Das erste Paar Motorradstiefel hatte ich mir online bestellt, eher so das sportlichere Modell. Die Dinger waren aber leider so steif, daß ich überhaupt kein Gefühl mehr hatte für die Schaltung. Nach einer kurzen Probefahrt gingen diese direkt zurück an den Händler.

Den nächsten Versuch unternahm ich im Laden und entschied mich für ein schlichteres Tourenmodell der Polo-Eigenmarke Road. Mit knapp 80 € war es preislich auch als Einsteigermodell akzeptabel. Sehr guter Tragekomfort, bei regelmäßiger Pflege auch gut regenresistent und nicht abgrundtief hässlich wie andere Modelle. Eigentlich hätte ich die gerne länger als 1,5 Jahre gefahren, wenn auf der Rückfahrt der Mittelgebirgstour nicht das passiert wäre:

kaputtermotorradstiefel

Ein Riß mitten im Leder genau an der Stelle, an der der Stiefel am meisten beansprucht wird: an der Schaltwippenschaltfläche. Neben diesem großen Riss waren am anderen Schuh auch mehrere kleine vorhanden, ebenfalls im Material. Das darf nicht passieren, nicht nach so kurzer Zeit und nicht bei so guter Pflege – die Stiefel wurden nach jeder Tour geputzt und imprägniert. In Berlin machte ich mich also auf zum Polo-Store, in dem ich die Dinger gekauft hatte. Den Kaufbeleg hatte ich nicht mehr, aber da ich zum Zeitpunkt des Kaufes bereits eine Polo-Kundenkarte hatte, konnte ein Rechnungskopie aus der Zentrale angefordert werden. Und von den ursprünglichen 79,95 € Kaufpreis bekam ich 59,95 € als Gutschrift wiedererstattet. Bei allem Ärger über den Defekt am Stiefel, diese kulante Regelung stellte mich sehr zufrieden.

Auf der Suche nach geeignetem, neuen Schuhwerk hatte ich mir zwischenzeitlich bei FC Moto einen Revit-Stiefel bestellt, der auch als am Lager verfügbar markiert wurde, die Versandzeit wurde mit 2-5 Tagen angegeben. Nach einer Woche keine Nachricht, keine Versandbestätigung, also schrieb ich eine Mail, um mich nach dem Stand meiner Bestellung zu erkundigen. Erst mehrere Tage später erhielt ich eine Nachricht vom Kundendienst: „Wir möchten Sie informieren, dass Ihre Bestellung weiterhin bearbeitet wird. Für den Lieferverzug gibt es verschiedene Gründe. Manche Artikel sind zwischenzeitlich eventuell schon wieder ausverkauft und wir warten noch auf die Lieferung unserer Lieferanten.“ Ein voraussichtliches Lieferdatum wurde nicht genannt. Mittlerweile sind mehr als 14 Tage seit meiner Bestellung vergangen und es ist immer noch nichts passiert. Heute dann habe ich leicht genervt die Bestellung storniert.

Genau das gleiche hatte ich bei FC Moto im März. Damals hatte ich eine Motorradhose und -jacke bestellt, die auch wochenlang nicht lieferbar war und die ich dann auch stornierte. Der Gesamtwert beider nun stornierter Bestellungen bei FC Moto beläuft sich auf über 700 €. Es scheint, als ob manche Online-Händler den Umsatz nicht nötig haben.

Triumph Tiger 800XC im Test

Nach der Mittelgebirgstour war er wieder da, der Wunsch nach mehr Leistung. Mehr Durchzug beim Überholen und Herausbeschleunigen aus Kurven, schaltfauleres Fahren und bischen mehr Komfort bei längeren Autobahnetappen. Gerade bei Letzerem stößt meine F650 GS doch an ihre Grenzen. Als ich diese Woche die Suzuki RF900R von Siggi fuhr, war ich vor allem vom Bums aus allen Lebenslagen beeindruckt. Da war es sekundär, welchen Gang Du drin hast, Druck war da. Jetzt werde ich nicht zum Supersportler-Fahrer, dazu bin ich viel zu sehr Freund der aufrechteren Endurofahrhaltung.

In der Vergangenheit hatte ich bereits die BMW F800 GS getestet sowie die Triumph Tiger Explorer. Die BMW passt mir schon sehr gut, die Triumph war mir zu groß. Genauso wie mir eine BMW R1200 GS auch zu groß wäre.

In meinem Bekanntenkreis gibt es zwei Fahrer einer Triumph Tiger 800XC und beide schwärmten mir von ihren Maschinen vor. Das sollte mir Anlaß genug sein, selber mal eine unter das Popometer zu nehmen.

Testfahrt Triumph Tiger 800 XC from Alexander Hauser on Vimeo.

Der Händler stellte mir ein Sondermodell zur Testfahrt hin, welches durch eine sehr seltsame Farbkombination auffallen sollte: aubergine-metallic mit rot lackierten Rohrrahmen. Wenn, dann käme sie mir eh‘ nur in Matt Khaki Green in die Garage. Die Sitzposition war angenehm hoch so daß ich im Stehen gut mit den Füßen auf den Boden kam. Bei der F800 GS ist die Sitzbank ein paar Zentimeter höher, bei meiner Körpergröße etwas zu viel, die Triumph passte da perfekt. Auch angenehm: der breite Lenker trug zur entspannten Sitzposition und Armhaltung bei.

Nach einer kurzen Einweisung startet ich den Dreizylinder, 95 PS bewegen 215 Kilo (vollgetankt) vorwärts. Zum Vergleich: die 800 GS hat 10 PS weniger und hat 8 Kilo weniger auf den Rippen. Im Leistungsgewicht also ein kleiner Vorteil für die Triumph.

Nachdem ich mich aus dem Stadtverkehr rausgewurschtelt hatte, fuhr ich erst ein paar Kilometer Autobahn. Hammer, wie der Drilling am Gas hing und beschleunigte. Weil es so viel Spaß machte, ließ ich mich des öfteren auf der rechten Spur zurückfallen, um dann wieder zu beschleunigen. Dank der höheren Frontscheibe mit dem mein Testmotorrad ausgestattet war, gingen auch Autobahntempi um die 180 km/h erstaunlich entspannt. Wenn man in Betracht zieht, daß die Koffer der Triumph keine Geschwindigkeitsbegrenzung haben, kommen wir hier dem Tourer für schnelle Autobahnetappen schon seeehr nahe.

Nächster Testabschnitt: Landstrasse. Ähnlich wie damals beim Test der F800 GS war ich auch bei der Triumph beeindruckt, wie präzise Getriebe und Bremsen arbeiteten. Bei Überholvorgängen auf der Landstrasse musste man nicht unbedingt runterschalten, da Leistung genug da war, um auch im sechsten Gang angemessen zu beschleunigen. Aber das klack, klack, klack des Runterschaltens machte so viel Spaß und der Druck war umso größer. Erstaunlich auch hier, wie willig der Drilling hochdrehte. Zum flotten Fortkommen reichten 5.000 U/min, man kann das Triebwerk aber auch bei 9.000 U/min zornig bellen lassen. Braaaaaaaaap!

In den brandenburgischen Wäldern nahm ich auch einen kurzen Abzweig in einen Forstweg und stand in den Fußrasten, um mal zu sehen, wie sich die Tiger offroad benimmt. Da der Tank des Motorrads aber sehr breit baut, hatte ich einen schlechteren Stand auf der Tiger als auf meiner F650 GS. Aber auch hier war wieder die Geschmeidigkeit des Motors sehr angenehm, von dem die Fahrbarkeit auch abseits geteerter Strassen profitiert.

In meiner persönlichen Testwertung nimmt die Triumph Tiger 800XC mit Abstand den ersten Platz ein. Gegenüber der F800 GS bietet sie eine bessere Sitzposition und ein günstigeres Leistungsgewicht. Und sie sieht einfach besser aus – mit einer anständigen Lackierung!

Ich bin mal weg, den Gebrauchtmoppedmarkt checken….!

Riding Bavaria

Wenn das Wetter am Mittwoch hält, werde ich das erste Mal bayrischen Boden mit den Mopped unter die Räder nehmen. Da Siggi ein bekennender Schönwetterfahrer ist, hängt das nun leider von Petrus ab. Momentan sieht es noch mäßig aus.

Da Siggi nun eine niegelnagelneue 1200 GS fährt, kann er mir freundlicherweise sein altes Mopped leihen. Von dem ich ehrlicherweise gar nicht weiß, was es ist. Ein 20 Jahre alter, japanischer Sporttourer eben. Ist ja nicht das schlechteste Fortbewegungsmittel, wie ich bei Thomas mit seiner Honda VFR auf der Riesen- und Mittelgebirgstour gesehen habe. Jedenfalls bin ich gespannt.

Als Planungsstreber habe ich mir eine Tour ausgedacht, die Siggis Zustimmung bekommen hat. Raus aus München fahren wir nach Starnberg. Von dort aus umfahren wir den Starnberger See auf der Westseite und drehen dann nach Penzberg und Benediktbeuren ab. Am Kochelsee vorbei geht es auf die Kesselbergstrecke. Hier wollte ich auch auf dem Alpenblitz durchfahren, aus dem dieses Jahr leider nichts wird.

Drei-Seen-Runde

Nach dem Kochelsee erreichen wir den Wachensee, den wir zu 2/3 umfahren werden, um dann über Jachenau nach Lenggries zu fahren. Dann geht es weiter über Bad Tölz, Dietramszell und Wolfratshausen zurück zum Ausgangspunkt Starnberg.

Insgesamt sind das ohne Anfahrt nach Starnberg 150 km, also ein schöner Nachmittagsausritt. Wenn das Wetter hält. Drückt also die Daumen.

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