Wenn abends die Kinder im Bett sind und mit der Gattin geplauscht wurde, setzte ich mir in den letzten Wochen meine Stirnlampe auf und verschwand in der Garage, um weiter an der Honda zu schrauben. Das mit der Stirnlampe mag bescheuert aussehen, aber in einer Großgarage in der die Beleuchtung zeitgesteuert alle fünf Minuten ausgeht ist es doof, wenn man mit allen Händen in der Maschine steckt und dann aufstehen muss, um das Licht wieder anzumachen. Aber egal, die Nachbarn halten mich eh‘ schon für einigermassen bekloppt.

Vergaserrevision

Zunächst ging es an die Vergaser, der Ausbau war relativ schnell gemacht. Neue Membrane und Dichtunggssätze sowie einen neuen Schraubensatz (wenn schon, denn schon) hatte ich schon online bestellt, damit brachte ich das gute Stück zu Jets Ultraschall in Kreuzberg, die mir Tim empfohlen hatte. Drei Tage und 45€ später hatte ich die Vergaser in sauber und revidiert wieder in den Händen.

Der Wiedereinbau war an sich kein Problem. Wenn man der Gattung der Oktopoden angehören würde. Zum Wiedereinhängen der Gasbowdenzüge braucht man mindestens drei Hände. Nachdem ich lange genug fluchend in der Garage zugebracht hatte, erbarmte sich die Gattin und hat mir eine Hand geliehen. Jetzt mal an die erfahrenen Schrauber unter Euch: gibt es da einen Trick? Stell‘ ich mich zu dämlich an? Naja, jetzt ist er erstmal drin.

Tankentrostung

Parallel zur Vergaserrevision bot es sich an, den Tank einer Rostkur zu unterziehen. Die Ursache des Rasseln im Tank war übrigens nicht wie vermutet die Sicherungskette sondern ein Kieselstein. Wie auch immer der da reingekommen ist. Hier halfen übrigens auch wieder die Engelsgeduld und die schmalen Hände der Gattin, um den aus der kleinen Tanköffnung rauszufriemeln.

Was da sonst noch im Tank rasselte, waren kleine Metallkügelchen, die ich aber sehr gut mit der LED-Teleskoplampe rausfischen konnte, da sie vorne an der Lampe über einen Metallring verfügt.

Anschliessend kam das Rostio-Tankentrostungs-Set zum Einsatz, welches mir wiederum Max empfohlen hatte. Um zu vermeiden, daß der Lack von der Entrostersuppe angegriffen wird, klebte ich den Tank zum Schutz mit Malerkrepp ab. Anschliessend mischte ich das Entrosterkonzentrat mit heißem Wasser und füllte es in den Tank. Am besten funktioniert der Rostumwandlungsprozeß, wenn die Suppe ca. 65°C warm ist, dafür war im Set extra ein Tauchsieder dabei. Das Problem war nur, daß der Tauchsieder mit seinen 45mm Durchmesser zu groß für die Tanköffnung war. Der Umwandlungsprozess funktioniert auch bei kaltem Wasser, er dauert eben nur länger. Nach 48 Stunden wollte ich es wissen und machte mich daran, den Tank zu entleeren. Nicht ohne ihn vorher auf den Boden fallen zu lassen und mir eine Delle in die rechte Seite zu hauen. Ich Arsch.
Nach dem Entleeren des Tanks staunte ich erstmal über die braune Brühe, die da rauskam, spülte danach klar mit Wasser und schwenkte den Tank ordentlich mit der Versiegelung durch. Dann ließ ich ihn gut trocknen.

Gestern dann am Vatertag stöpselte ich alles wieder zusammen, der Benzinhahn bekam noch neue Dichtungen und neue Benzinschläuche kamen auch zum Einsatz. Eine kleine Testfahrt durch die Stadt zeigte, daß die Leerlaufstabilität auf jeden Fall sehr viel besser geworden ist, der Durchzug und die Drehfreudigkeit sind aber noch nicht optimal. Mal kucken was die Vergaser-Feineinstellung und -Synchronisierung noch bringen, das Kerzenbild muss ich auch noch kontrollieren. Auf jeden Fall läuft die kleine Lady wieder. Die nächsten Arbeiten stehen aber schon auf der Liste, doch davon ein andermal.