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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Tour: Rheinsberg-Templin-Niederfinow-Straußberg-Berlin

Für den Rückweg von Rheinsberg nach Berlin hatte ich mir die folgende Route ausgedacht:

  • über Stechlin nach Fürstenberg/Havel nach Lychen,
  • weiter über Templin zum Werbellinsee,
  • durch Eberswalde zum Schiffshebewerk Niederfinow,
  • über Haselberg und Prötzel nach Strausberg,
  • dann zurück über Werneuchen nach Berlin.

Wo das Christkind wohnt
Jetzt wissen wir auch wo das Christkind wohnt

Templin
Schleuse in Templin

Himmelpfort
Zwischen Friedrichswalde und Joachimsthal

Von der Streckenführung waren keine absoluten Highlights dabei, sie war aber sehr angenehm und abwechslungsreich zu fahren. Toll waren auf jeden Fall die Städte, durch die man durchkam. Sowohl Lychen als auch Templin sind wunderschön an Seen gelegen. Vor allem in Lychen lohnt sich ein Stop und eine kleine Sightseeingrunde.

Zwischen Friedrichswalde und Joachimsthal ging es wieder auf ostdeutschen Provinzpflasterstrassen durch verlassene Wälder.

Nach der Passage des Schiffshebewerks in Niederfinow fuhr ich nicht weiter nach Bad Freienwalde sondern nahm in Hohenfinow die Abkürzung über Haselberg nach dem Ort mit dem schönen Namen Prötzel. Auf dem Weg fanden sich ein paar schöne Bergauf- und Bergabpassagen mit nettem Kurven. Allerdings die meisten im Wald, was bei der tieferstehenden Sonne im Herbst nicht zur besten Sicht führt.

In Strausberg gings im ersten Kreisverkehr nach rechts Richtung Wilkendorf, um nicht durch die Stadt fahren zu müssen. Von hier aus kamen bis Wegendorf noch ein paar schöne Streckenpassagen. Ab Werneuchen ging es über die B158 wieder zurück nach Berlin.

Zum Kurvenwetzen ist dies vielleicht nicht die beste Strecke, aber zum gemütlichen Cruisen und Landschaft geniessen taugt die allemal:

Für die 220km war ich gut 3:30 h unterwegs.

Tour: Berlin-Müritz-Rheinsberg

Der Herbst naht mit großen Schritten, daher schnell noch ein paar Touren gefahren, bevor Väterchen Frost wieder zurückkehrt. Der Plan zu dieser Tour sah vor, die Müritz zu umrunden:

  • von Berlin aus am Werbellinsee vorbei nach Prenzlau,
  • durch die Nordwestuckermark und Feldberger Seenlandschaft nach Neustrelitz,
  • weiter durch den Müritz Nationalpark nach Waren,
  • übers Land Fleesensee über Röbel und Vietzen nach Mirow,
  • von dort aus durch den Müritz-Seenpark nach Rheinsberg.

Kanal bei Zerpenschleuse

Bei sehr frischen 6 Grad ging es gegen 07:30 Uhr los, den ersten Fotohalt (s.o.) machte ich in Zerpenschleuse. Der Weg nach Prenzlau war recht geradlinig, bis auf die schöne Kurvenstrecke um den Werbellinsee. Interessanter wurde es dann zwischen Fürstenwerder und Feldberg, eine sehr schöne Strecke mit tollen Kurven sowie Bergauf- und Bergabpassagen. Von dort aus wollte ich eigentlich über Lychen weiterfahren, aber als an einem Sttrassenabzweig ein Schild „Neustrelitz 27km“ direkt in den nächsten Wald hinein zeigte, wich ich hier von der ursprünglichen Routenplanung ab.

Landstrasse in der Norduckermark

Und hier erwartete mich die mecklenburg-vorpommernsche Kopie der Via Appia, die Strasse zu 2/3 Breite gepflastert, das restliche 1/3 mit Schotter aufgefüllt. So ritt ich dann bis zum Dorf Carpin durch den Wald und testete die Leidensfähigkeit meiner Stossdämpfer.

Hinter Neustrelitz fuhr ich dann in den Müritz Nationalpark ein und je weiter ich kam, desto „ländlicher“ der Strassenbelag. Von gut geteerter Strasse zu flickenhaft geteerter Strasse zu Pflasterstrasse bis zum Waldweg. Was die „offizielle“ Strasse nach Zartwitz war:

Strasse nach Zartwitz/Müritz

Von Zartwitz aus sollte es durch den Wald nach Speck gehen, um weiter nach Waren/Müritz zu kommen. So sah es jedenfalls Google Maps vor:

In Realität hörte hier irgendwann die Welt auf, die Strasse wurde immer abenteuerlicher, bröselige Betonplatten bildeten den Weg, links und rechts Moor und Wald. Und dann endete der Weg vor den „Ferienzentrum Zartwitz“. So sieht also das Ende der Welt aus. Naja, dann blieb mir nichts anderes übrig als umzukehren und mich südwärts zurück in die Zivilisation zu bringen.

Über Mirow fuhr ich weiter an der Müritz längs und wurschtelte mich durch die Dorfstrassen längs der Müritz, in Sitow links abgebogen um noch eine kleine Schleife um das „Land Fleesensee“ zu fahren. Auf der Tankstelle in Malchow traf ich ein bikendes Pärchen aus Neuss, mit denen ich einen netten Schwatz übers Motorrad fahren (was sonst) hielt. Bis Mirow ging es dann wieder den gleichen Weg zurück, dort bog ichg dann ab Richtung Zechliner Hütte und Rheinsberg. Und das war zum Abschluss wieder ein total nettes Stück Landstrasse durch enge Alleen mit schönen Kurven und hinter jeder Ecke lag ein weiterer See. Klar, heiss ja auch Müritz-Seen-Park, und das zu Recht. Einmal verführ ich mich dann auch vor der Diemitzer Schleuse, weil ich stumpf der Vorfahrtstrasse gefolgt war. So umfuhr ich den Vilzsee bis zum Zethner See, bis ich meinen Fehler bemerkte. Da aber auch diese Streckenpassage sehr nett war, störte es mich nicht sie nach dem Umkehren noch ein zweites Mal fahren zu müssen.

Zethner See

Über Zechliner Hütte ging es zum Ziel der Tour, das schöne Städtchen Rheinsberg.

Natürlich war ich etwas enttäuscht, daß es mit der Müritz-Umrundung nicht funktioniert hatte. Aber vor allem die Strecke von Prenzlau bis Mirow und von Mirow bis Rheinsberg waren wunderschön zu fahren und führten durch Landschaften zum niederknien. Um hieraus eine Tagestour mit Berlin als Start- und Zielort zu machen würde ich ggf. die Autobahn bis Prenzlau nehmen, dann die Route wie beschrieben bis Mirow fahren, von Dort aber nicht mehr hoch bis Malchow fahren sonder direkt über Rheinsberg bis Neuruppin fahren und dann wieder auf die Autobahn zurück nach Berlin (so wie hier). Letztendlich bin ich diese Strecke gefahren, knapp über 400 km:

Offroad durch Deutschland – ein Film von Stefan Tappert

Als mir Stefan neulich seinen Film über Offroadtouren in Brandenburg schickte, musste ich grinsen. Den Lesern dieses Blogs ist es nicht verborgen geblieben, dass die Gegend rund um Rheinsberg zu meinen Lieblingsgebieten für schöne Touren abseits geteerter Wege gilt. Nicht von ungefähr filmten wir im letzten Jahr meinen YouTube-Kanaltrailer auf der Ecke:

Auch Stefan hat es dorthin verschlagen, als er eine Strecke suchte für gepflegtes Endurowandern suchte. Und als hauptberuflicher Videograf konnte er nicht umhin, aus der Tour, die er zusammen mit Amelie Mooseder und Marco Döbler unternahm einen kleinen Film zu machen.

Amelie habe ich nach Ihren Eindrücken befragt und begeistert erzählte Sie mir:

Deutschland mit dem Motorrad offroad zu bereisen klingt schön, aber erstmal unmöglich – ist es aber nicht. Ich durfte Teil dieser Offroadtour im Norden von Deutschland sein, wo ich eines Besseren belehrt wurde. Wir haben wunderschöne Wiesen, Feldwege, Schotterpisten und Offroadpassagen gefunden und sogar Sand. Das ist ein Traum für jeden GS- und Offroadfan und ein absolutes Muss!

Aber seht selber:

Löwenberger Land und Naturpark Uckermärkische Seen

Auch wenn man denkt, manche Gegenden schon gut zu kennen, ergeben sich immer wieder neue Perspektiven. Rund um das Löwenberger Land fuhr ich meine erste Tour mit Tom 2016. Damals ging es etwas weiter westlich Richtung Neuruppin und Rheinsberg. Vier Jahre später trafen wir uns am gleichen Ausgangspunkt wie damals – einer Tankstelle an der B96 bei Oranienburg. Nur sollte unsere Tour jahreszeitenbedingt etwas kürzer ausfallen.

Zunächst hielten wir uns westwärts bis Sommerfeld, dann ging es weiter über Herzberg (Mark) wieder ostwärts Richtung Häsen. Diesen Teilabschnitt kannte ich noch nicht, er lohnte sich aber sehr. Schöne, kurvige Strassen entlang herbstlicher Alleen waren echt ein Genuß.

Ab Zehdenick ging es weiter über Woltersdorf und Stechlin bis Fürstenberg. Nach einer kurzen Pause in Fürstenberg statteten wir dem Weihnachtsmannpostamt in Himmelpfort einen Besuch ab, bevor es wieder südwärts über die Mühle Tornow über Blumenow bis Zehdenick.

Hier kreuzten wir zweimal die Route der Hinfahrt, weil ich noch zum Hangelberg bei Gransee wollte.

Auf dem Hangelberg

Speaking of Lost Places… Tom jammerte zwar etwas mangels der Bodenfreiheit seiner R1200 aber folgte mir dann doch über das ehemalige NVA-Gelände auf die Erhebung, von der aus wir ein paar schöne Drohnenaufnahmen machen konnten. Seit meinem letzten Besuch hatten sich einige neue Fahrspuren durch ambitionierte Enduristen aufgetan. Die alten Bunker ergaben dann auch einen schönen Fotohintergrund für meine GS.

Am Nachmittag erwartete uns spektakuläres Abendlicht der doch sehr früh untergehenden Sonne. Lustig, wie ich meinen eigenen Schatten verfolgen konnte.

Bevor die Sonne unterging, machte ich noch einen letzten Fotostop im Briesetal.

Tourabschluss im Briesetal

Die Briese ist ein kleiner Nebenfluss der Havel. Vom Parkplatz an der L211 erreicht man schnell die Biberdämme, die den Flußlauf aufstauen. Im sumpfigen See steht der Erlenbruchwald. Sowohl vom Boden als auch aus der Luft ein toller Anblick.

Die Route

Die Route könnt ihr Euch hier bei Kurviger.de anschauen oder herunterladen.

Morgens einfach mal an den See fahren

Es ist morgens um 6:20 Uhr, als die aufgehende Sonne sehr laut in mein Hotelzimmer scheint. Mit der Firma bin ich für zwei Tage auf Tagung in Neuruppin. Trotz der kurzen Nacht läßt der Blick aus dem Fenster keine andere Option zu als die Motorradkluft anzuziehen und die Street Triple auf eine kleine Frühsportrunde auszuführen. Ich hatte ja schon so meine Hintergedanken, als ich zur Tagung mit dem Motorrad angereist bin.

Die Maschine bollert langsam über den Seedamm, über dem noch leichte Morgennebel liegen. Die Knochen und der Kopf sind noch etwas müde, daher lasse ich es langsam angehen. Über Gildenhall und Alt-Ruppin orientiere ich mich Richtung Krangen und Zermützel. Früher bin ich hier immer gerne mit der GS unten am Rhinufer über Molchow gefahren. Die Sandpiste wollte ich der Triple aber nicht zumuten. Schotter und Sand sollte mich dann aber zwischen Zermützel und Schwanow wieder einholen. Für den kurzen Abschnitt war es aber machbar.

Über Braunsberg liess ich es dann etwas fliegen über gut ausgebaute Landstrassen mit netten Kuppen und Kurven. Ziel war das Schloß in Rheinsberg. Morgens um 7:15 war der Schlossgarten schon geöffnet, die Landschaftsgärnter wunderten sich sicherlich über den behelmten Typen, der um diese frühe Zeit durch den Schlosspark bis zum Ufer stapfte.

Nach kontemplativen Glotzen auf den spiegelglatten See machte ich mich über Köpernitz und Dierberg zurück nach Neuruppin. Dort angekommen machten sich die Kollegen gerade an das Frühstücksbuffet. Perfektes Timing. Fazit? Man muss öfters spontan irgendwo hinfahren!

Sundowner-Run zur Mühle Tornow

Als Gegensatz zum letzten Wochenende ging es gestern nicht früh, sondern spät auf eine kleine Ausfahrt. Ziel war die Mühle Tornow, in der Tom und ich ein kleines Abendbrot zu uns nehmen wollten.

Wir trafen uns in Panketal und da es bis in die Uckermark gehen sollte, nahmen wir erstmal bis Lanke die Autobahn. Über Prenden und am Finowkanal entlang gelangten wir nach Schorfheide und hatten ein längeres Landstraßenstück ohne größere Kurven bis Gollin. Wenn man dies vermeiden will, könnte man auch Alternativ die Route um den Werbellinsee nehmen, was die Tour etwas länger machen würde.

Am Gollinsee und Polsensee vorbei gelangten wir nach Templin und von dort aus über die L23 bis nach Lychen. Es war ein beschwingtes Fahren auf abwechslungsreicher Strecke, bei der Raucherpause in Lychen bekam ich Mecker von Tom, da ich das mit dem Landstrassen-Tempolimit hier und da nicht allzu genau genommen hatte. Die Sonne stand schon etwas tiefer und tauchte den Nesselpfuhl und den Großen Lychensee in silbrig-glänzendes Licht.

Aus Lychen raus ging es über die L15 bis zum Abzweig nach Himmelpfort. Vergnügt dachte ich daran, daß ich damals kurz nach dem Bestehen des Führerscheins vor sieben Jahren meine ersten Tagestouren auf der F650 GS hier in der Gegend unternommen habe.

Die Strecke zwischen Himmelpfort und Bredereiche führte am Havellauf entlang. Hier waren die Strassenbau-Heinzelmännchen im letzten Jahr aktiv und bescherten uns einen sehr schönen, glatten Straßenbelag. Die Straße war etwas enger, aber schön geschwungen, so daß es ein echter Genuß war.

Dafür wurde es von Bredereiche über Blumenow bis zur Mühle Tornow wieder etwas ruppiger. In der Mühle Tornow gönnten wir uns im wunderschönen Ambiente der Mühle ein schönes Abendessen, während nebenan eine Hochzeitsgesellschaft feierte.

Der Weg zurück nach Berlin führte uns über Zehdenick, Liebenwalde bis zum Mühlenbecker Land. Hier wollte ich eigentlich den restlichen Heimweg über die Autobahn nehmen, aber die Auffahrt war wegen Bauarbeiten gesperrt. So blieb mit nur der Weg über die Landstrasse und durch die Stadt, was aber auch Gelegenheit bot, dramatische Sonnenuntergangsbilder zu machen.

Für die knapp 200 Kilometer waren wir knapp vier Stunden unterwegs (inklusive des leckeren Schnitzels).

Drei-Schlösser-Tour in der Ostpriegnitz

Mein Kollege Tom hat eine sehr gute Entscheidung getroffen. Er verkaufte sein Auto und legte sich wieder ein Motorrad zu, eine gebrauchte BMW R1150R. Natürlich kam, was kommen musste: unsere erste gemeinsame Ausfahrt.
Wir trafen uns im Norden von Berlin an der Tankstelle bei Germendorf und starteten in westliche Richtung über die Dörfer Richtung Wall, von dort aus über Pflasterwege zwischen den Feldern über Dörfer wie Radensleben und Papstthum nach Neuruppin. Über die Schleuse am Molchowsee fuhren wir bis Molchow. Hier hatte ich Tom schon vorgewarnt, daß es ein klitzekleines Stückchen über einen Waldweg gehen würde bis Zermützel. Von den weiteren 8 Kilometern Schotterpiste bis Braunsberg hatte ich ihm nichts gesagt (hüstel). Aber er schlug sich tapfer und fuhr seine Dicke ruhig über die Piste.

20160612_Ausfahrt_Tom_2

In Rheinsberg erreichten wir das erste Schloß dieser Tour. Statt einer Besichtigung orientierten wir uns aber weiter Richtung Osten über Köpernitz, Schulzendorf nach Keller. Kurz nach dem Ortseingang ging es hier in einer scharfen Rechtskurve ab nach Meseberg. Dort erreichten wir Schloß Nummer 2 mit dem Gästehaus der Bundesregierung. Beim Schlosswirt hätten wir vornehm Kaffee trinken können, aber das war uns zu überkandidelt. Ein paar hundert Meter weiter setzten wir uns in den Dorfkrug und kamen gleich ins Gespräch mit den Eingeborenen über unsere Motorräder und Motorradtouren.

20160612_Ausfahrt_Tom_5

Nach Meseberg kreuzten wir die B96 und gurkten über die Dörfer Buberow, Kraatz und Häsen um im Schloss & Gut Liebenberg das letzte alte Gemäuer unserer kleinen Ausfahrt zu erreichen. Ein kurzes Stück über die B96 brachte uns wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer kleinen Sonntagsvormittagsausfahrt. Für Heizer ist die Runde nichts, für entspanntes Cruisen und ein bischen Endurowandern ist sie aber genau das richtige.

Ostprignitz_Ruppin

Endurowandern in Brandenburg: Ruppiner Heide

Motorradfahren in Brandenburg abseits der großen Bundesstrassen kann schnell etwas abenteuerlich werden. Je kleiner die Nebenstrassen desto ruppiger der Strassenbelag. Vom schlaglochdurchzogenem Asphalt über grob gepflasterte Kopsteinpflaster bis zum sandigen Feldweg ist alles dabei. Beste Voraussetzungen also für Stollenbereifung und längere Federwege.

Nachdem ich die letzten Touren eher Richtung Schorfheide unternahm, zog es mich heute ins Ruppiner Land. Um schnell aus der Stadt rauszukommen nahm ich die Autobahn bis zur Ausfahrt Oberkrämer, dann gings über Wall und Pabstthum Richtung Alt-Ruppin. Von dort folgte ich der Beschilderung nach Krangen, bog aber im Wald gleich links nach Molchow ab, um den Waldweg am Molchow- und Tetzensee nach Zermützel zu fahren. Durch den Wald ging es weiter nach Braunsberg. Von dort aus orientierte ich mich Richtung Flecken Zechlin und passierte den ehemaligen Truppenübungsplatz Wittstock. In Sewekow erreichte ich den nördlichsten Punkt der Tour, um dann Richtung Osten quer durch die Seenplatte zu fahren. In Canow kann man sich entscheiden, ob es südlich nach Rheinsberg gehen soll oder weiter nach Osten Richtung Fürstenberg / Havel. Beide Routen kreuzen sich wieder in Gransee, hier ist es am besten, über Zehdenick und Liebenwalde nach Berlin zurück zu fahren, denn die E251 über Oranienburg ist schnurgerade und langweilig.

Wer noch etwas offroadlustig ist, kann in Buberow links abbiegen und Richtung Kraatz fahren. Man kann sich hier gut an den Windrädern orientieren, die stehen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Früher war das ein Militärkomplex der NVA, nach der Wende übernahm die Bundeswehr kurzzeitig das Gelände. Neben dem Schroten auf Schotterpisten um die Hochbunker kann man hier auch gut seine Fahrskills auf Sand üben.

Brandenburg-Tour mit den Endurofunten

Um den gestrigen Tag mal in Zahlen zu beschreiben: 320 Tageskilometer, 260 davon auf der Endurofunten-Tour, von denen wir 90% auf nicht-asphaltierten Strassen, stehend in den Fußrasten verbrachten. Heute habe ich den zweitschlimmsten Ganzkörpermuskelkater meines Lebens, härter war es nur nach meinem ersten Tag Wakeboarden.

Endurofunten-Brandenburg-Tour

Auf jeden Fall war das das härteste, was ich je auf meinem Motorrad erlebt hatte. Es ging los morgens um 9:00 am Treffpunkt in Bergfelde bei Berlin, insgesamt fanden sich 12 Fahrer ein. Alle auf KTM, Beta oder anderen Hardenduros. Wäre zum Schluss nicht noch ein Fahrer mit einer Africa Twin gekommen, wäre meine F650 GS mit Abstand das schwerste Mopped im Pulk sein. Wie es schien war ich der einzige Enduro-Rookie. Als die Fahrer dann auf zwei Gruppen verteilt wurden, schloss ich mich der gemäßigteren an.

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Die Streckenführung ging grob über Henningsdorf, Velten, Oranienburg, durchs Löwenberger Land, kurz vor Rheinsberg hatten wir glaube ich den nördlichsten Punkt erreicht, von dem aus es über Gransee und Liebenwalde wieder zurück nach Bergfelde ging. Landstrassen waren nur kurze Verbindungsetappen zwischen Feld- und Waldwegen, Äckern und Bahndämmen.

Die Pace war erstaunlich schnell, speziell am Vormittag musste ich permanent am oder über meinem Limit fahren. Vor allem auf sandigem Untergrund ging mir der Puls, damit konnte und kann ich nicht umgehen. Natürlich hatte ich im Vorfeld der Tour den einen oder anderen Ausflug auf nicht-asphaltierten Untergrund unternommen, auch auf Sandpisten in der Müritz. Ich hatte mir – beispielsweise hier und hier – die verschiedensten Tips zu Fahrtechniken durchgelesen. Aber es ist ein himmelweiter Unterschied vom Wissen darüber, daß man bei einem schlingernden Hinterrad auf Sand mehr Gas geben muss um das Motorrad zu stabilisieren bis zur praktischen Umsetzung, wenn dein Unterbewußtsein laut schreit „Langsaaaamer“.

So prügelte ich mich und meine GS mit 60-70 Sachen über die Feldwege und lernte nur langsam die angelesenen Fahrtipps umzusetzen, wie das stärkere Arbeiten mit der Kupplung in den Kurven statt die Bremse zu benutzen. Am Nachmittag ging das schon viel besser und ich wuchtete meine Dicke schon einigermassen enduromäßig ums Eck. Trotzdem kam es noch zu einigen grenzwertigen Szenen auf Sand oder Schotter, wobei ich die GS nur einmal ablegen musste und das bei langsamer Fahrt auf Sand. An das springende Hinterrad gewöhnte ich mich und auch daran, den Lenker nicht wie einen Schraubstock zu umklammern sondern dem Motorrad etwas Spielraum zu geben.

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Als ich schon dachte, ich wäre ganz gut unterwegs, überholte uns die schnellere Gruppe in einem Waldstück und ich fühlte mich als ob ich parken würde. Irre. Ihr werdet das im Video sehen, daß ich noch zusammenschneiden muss. Unser Tourguide Sven fuhr nach meinem Dafürhalten eine sehr schnelle Pace, zwischendrin wurde immer auf die anderen gewartet, aber da der Fahrer der Africa Twin oder ich immer das Schlusslicht der Truppe bildeten hatten wir kaum eine Verschnaufpause, da Sven sofort wieder anfuhr, als wir die anderen wartenden Fahrer erreichten. Am Vormittag ging das noch, aber am Nachmittag schwanden langsam die Kräfte, da wurde es schon nervig. Ein Vorteil für uns war, daß die kleinen Maschinen auch kleine Tanks hatten und zweimal zum nachtanken fahren mussten. Da konnten wir uns mal 10 Minuten ausruhen, bevor es weiterging. Einmal ging einem Fahrer unterwegs das Benzin aus, hier zeigte es sich als Vorteil, ein Dickschiff wie die Africa Twin dabei zu haben, das konnte einen Liter erübrigen, welches wir in eine PET-Flasche abzweigten. Das reichte dann bis zur nächsten Tanke.

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Auch so eine Kleinigkeit: schon beim morgendlichen Treffen hatte ich mich als Offroad-Grünschnabel zu erkennen gegeben. Eher zufällig kamen wir dann im Gespräch auf das Thema Reifendruck und Sven gab mir dann den Tipp, beim ersten Tankstopp den Luftdruck vorne auf 1,5 bar und hinten auf 1,3 bar zu senken, um den Grip abseits der Strasse zu erhöhen. Hätte ich mir auch denken können, aber eine kurze, strukturierte Einweisung am Morgen für Neulinge (oder als Hinweistext im Bestätigungsschreiben) hätte ich besser gefunden.

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Nachdem wir am Vormittag schon bei Velten in einem kleinen Enduropark hielten, in dem vor allem die schnellere Gruppe ihren Spaß hatte, fuhren wir an Nachmittag am Hangelberg bei Kraatz in ein ehemaliges NVA-Militärgelände. Zwischen den Bunkern durchzubraten machte einen Heidenspaß und bei der einen Anhöhe versuchte sich sogar der Kollege mit er Africa Twin im Hillclimb:

Genau an der Stelle legte ich meine GS zum zweiten Mal an diesem Tag nieder. Ich folgte als zweiter im Pulk unserem Teamleader Sven den Berg hoch und oben war leider das kleine Mäuerchen im Weg, auf das ich nicht vorbereitet war. Aber alleine diesen Anstieg ungesehen aus voller Fahrt zu nehmen hätte ich mich am Vormittag wahrscheinlich nicht getraut.

Am späteren Nachmittag sollte sich das hohe Tempo und die geringen Pausen bei mir bemerkbar machen. Die Oberschenkel brannten und die Konzentration lies deutlich nach. So viel Passagen wie möglich versuchte ich im Sitzen zu fahren, was allerdings ob der vielen Bodenwellen auf den Pisten kaum möglich sein sollte. Und meine GS hatte hierfür einfach nicht ausreichend Federweg. So oft gingen die Dämpfer auf Block und ich schlug mit dem Motorschutz oder dem Hauptständer auf dem Boden auf. So heftig, daß sich beim Seitenständer die Bodenplatte verbog. Irgendwann kurz vor Schluss ließ ich die Truppe ziehen und fuhr mit einem anderen Teilnehmer auf dem asphaltierten Weg nach Bergfelde zurück. Wenn es auch nur die letzten 20 Kilometer waren, aber ich war einfach durch und hatte schon in der halben Stunde zuvor zwei, drei haarige Situationen, wo ich die GS fast in den Wald geschmissen hätte. Wir waren zwar nur fünf Minuten vor den anderen am Treffpunkt, aber dafür an einem Stück.

Insgesamt war mir der Pausenanteil viel zu gering. Wir hatten zwei Tankstopps à 10 Minuten und eine kleine Mittagspause von 20 Minuten gemessen an einer Tagesfahrzeit von 8 1/2 Stunden. Bei jeder regulären Tour dieser Länge auf Asphalt hätte ich mehr Pausenzeiten eingeplant. Vielleicht ging es den anderen anders, aber die waren auch keine Neueinsteiger wie ich. Aber zumindest wurde das Tagesziel „Mopped ordentlich einsauen“ voll erreicht:

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Mein Fazit zu dieser Tour: für Anfänger ohne Vorkenntnisse wie mich nur bedingt zu empfehlen. Wenn, dann nur mit einer „richtigen“ Enduro und keiner Reiseenduro wie meiner F650 GS. Zur Not eine anmieten für den Tag. Auf jeden Fall waren die Pausen viel zu gering für die Tourlänge und das anspruchsvolle Gelände.

Und merkt Euch: nur weil ihr Stollenreifen auf dem Mopped habt, könnt ihr noch lange nicht offroad fahren!

Tour: Berlin – Uckermark – Müritz – Berlin

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Gestern fuhr ich meine bewährte Uckermark-Müritz-Runde in neuer Kombination. Nach dem Werbellinsee gings an Schloss Boitzenburg vorbei, von dort aus direkt nach Norden in Richtung Weggun und Fürstenwerder über die Feldberger Seenlandschaft. Von dort aus dann den gewohnten Weg über Neustrelitz in den Müritz-Nationalpark, dann wieder über Rheinsberg nach Neuruppin, von dort aus nahm ich dann wieder die Autobahn nach Hause.

Zwischendrin konnte ich ein paar Feld- und Sandwege unter die Räder nehmen um mich schon mal langsam an die bevorstehende Endurotour zu gewöhnen. Bei 16 Grad und Sonnenschein war es der perfekte Motorradtag.

Berlin - Uckermark - Müritz - Berlin

Und weil es so schön war hier noch ein paar Fotos mehr, mit den Kamerawinkeln bei der GoPro habe ich auch etwas rumexperimentiert:

Die anderen Varianten der Tour könnt ihr hier und hier nachlesen.

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