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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Alpenblitz 2018, Tag 4 – Großglockner Hochalpenstrasse und Watschöd Hummelei

Auch die letzte Übernachtung auf der Tour fiel eher kurz aus. Das erste mal wachte ich um 05:30 auf und lugte aus dem offenen Fenster. Leicht dämmerte es schon draußen und die erste Morgenröte schimmerte schon über den Berggipfeln. Eine Stunde später schaute ich nochmal raus und da surrte von rechts eine Drohne ins Bild. Sandra war also auch schon wach.

Wir hatten uns für 7:00 Uhr verabredet, um noch ein paar Drohnenaufnahmen bei Morgenlicht zu machen. Einen ersten Vorgeschmack könnt ihr hier schonmal sehen. In voller Pracht kommen die dann natürlich ins Tourvideo.

Gefrühstückt wurde natürlich auf der Terasse vom Sattleggers Alpenhof bei schönstem Sonnenschein. Amelie und Tim hatten sich für den Tag eine andere Route zurück nach München überlegt, da sie den Großglockner schon sehr oft gefahren waren. Also trennten sich hier unsere Wege und nach einem herzlichen Abschied rollten Sandra, Tom, Thomas und ich den Berg hinunter ins Drautal und fuhren Richtung Heiligenblut.

Beim ersten Alpenblitz 2015 näherten uns wir aus westlicher Richtung der Großglockner Hochalpenstrasse, nun aus östlicher Richtung, in Lienz trafen sich die Strecken von damals und heute. In Winklern machte ich extra Halt an der Stelle, an der wir vor drei Jahren eine kleine Pause gemacht hatten und entdeckte noch den Aufkleber von damals, neben den natürlich gleich der von dieser Tour geklebt wurde.

In Heiligenblut latzten wir mit einem Seufzer die 26€ Maut für die Großglockner Hochalpenstrasse ab. War vor ein paar Wochen die Auffahrt zur Franz-Josefs-Höhe teilweise gesperrt, war an diesem Tag alles frei. An der Mautstation kamen wir ins Gespräch mit zwei R nineT-Fahrern aus Bayern, die dann kurz vor uns weiterfuhren. Nach dem Abzweig am Kreisverkehr hatte ich sie unmittelbar vor mir und es war mir ein großer Spaß, die beiden den Weg zur Pasterze hochzutreiben. Oben fragen sie mich lachend „Wolltest Du nicht überholen?“ „Nö, ich wollte Euch ein bischen ärgern!“.

Der Großglockner hüllte sich etwas schüchtern in Nebel, aber wenigstens pfiffen die Murmeltiere lustig. Auch wenn es Wochenende war, hielt sich der Verkehr wirklich in Grenzen und wir konnten die schönen Kurven ungestört geniessen. Da es die Sonne nicht durch die Wolken schaffte wurde es etwas frisch rund um die Edelweiss-Spitze. So entschlossen wir uns zu einer frühen Mittagspause im Restaurant Fuschertörl und wärmten uns bei einer Frittatensuppe wieder auf.

Von hier an ging es wieder abwärts und auf dem Weg ins Tal begleitete uns zwischendurch der leicht beissende Geruch überanstrengter Autobremsen. Unten angekommen fuhren wir an Zell vorbei um später in Saalfelden Richtung Hochfilzen abzubiegen. Unaufgeregter Streckenabschnitt. Ab Hochfilzen wurde es etwas kurzweiliger, danach mussten wir aber wieder der Bundesstrasse bis Walchsee folgen. Hier legten wir einen kleinen Schwenker um den Miesberg ein, eine kleine Genießerstrecke über schmale Wege führte uns an Weiden und Bauernhöfen vorbei. Und viel Zeit haben wir dabei auch nicht verloren, denn als wir auf die Bundesstrasse zurück fuhren, hatten wir exakt wieder den Fahrer einer S1000RR mit neongelbem Rucksack vor uns, der uns früher schon aufgefallen war.

Bei Niederndorf verliessen wir österreichischen Boden, willkommen im Landkreis Rosenheim. Die Tatzelwurmstraße führte uns durch das Dorf mit dem drolligen Namen Watschöd Hummelei. In Tatzelwurm bogen wir auf die B307 – die Sudelfeldstrasse. Leider ist diese sehr schön ausgebaute und kurvenreiche Strasse auf 60 km/h tempolimitiert. Lasst es mich so sagen: wir waren stets bemüht, uns dieser Vorgabe unterzuordnen. Ob uns das gelungen ist, kann ich jetzt nicht wirklich sagen.

Kurz hinter Osterhofen wartete dann schon die Polizeikontrolle auf uns. Wir hatten uns aber nichts zu Schulde kommen lassen, so daß die Herren in Blau uns nach einem kleinen Plausch wieder ziehen liessen.

Zwischen Hammer und Harzberg hatten wir noch ein schönes, kurvenreiches Stück Landstrasse, was aber etwas getrübt wurde durch den ersten und einzigen Regenschauer auf dieser Tour. Auch hier war dann wieder die Parallele zur Tour 2015, auf der uns am letzten Tag dasselbe passierte.

Den letzten Kaffeestop machten wir in Harzberg, bevor wir uns voneinander verabschiedeten. Wir hatten zwar den gleichen Weg über die A8 zurück nach München, aber Thomas und Tom hatten andere Ziele als Sandra und ich, die wir die beiden BMW’s wieder in den heimischen Stall bringen mussten. Was wir wirklich schweren Herzens taten.

Route findet ihr wie immer hier zum Download oder klickt Euch hier bei Rever rein.

Fazit

Slowenien ist auf jeden Fall mehr als eine Reise wert. Auch und gerade weil wir nicht die komplette geplante Route fahren konnten, ist das ein Grund wieder zu kommen. An der Routenplanung würde ich einige Details anpassen und verändern. Mehr Zeit für den Triglav Nationalpark, den Loiblpass auslassen und lieber hinter Villach nochmal rüber nach Italien machen und über den Nassfeldpass wieder zurück nach Österreich fahren. Oder einfach mal ein paar Nächte auf der Emberger Alm einmieten und von dort aus Tagestouren fahren. Oder, oder, oder! In meinem Kopf drehen sich wieder tausend Rädchen und erdenken die nächste Routenplanung.

Vielen Dank an die Kettenritzelcrew 2018: Sandra, Amelie, Tim, Tom, Thomas, Florian, Siggi, schön, daß ihr dabei ward. Reinhard, Akki und Rolf, schade, daß ihr nicht dabei sein konntet. Vor der Tour ist nach der Tour, ich mach mal schon einen Plan fürs nächste Jahr!

Alpenblitz 2018, Tag 3 – Pässeslalom über die Karawanken

Nachdem die Bässe des Clubs im Vorderhaus unseres Apartments uns sanft in den Schlaf ge-umpft-umpf-umpft hatten, wachten wir nach einer entspannten Nacht voll guter Dinge und neuer Fahrlaune auf. Unser Nuttenfrühstück (Cappucino, Schokocroissant und ne Kippe für die Raucher) nahmen wir im Innenhof, bevor wir uns erneut auf die Reise machten und Ljubljana gen Norden Richtung Karawanken verliessen. Kurz vor der Stadtgrenze wurde noch ein Supermarkt ausgeraubt für die Mittagsjause.

Zum Einrollen in den neuen Tag war die zweispurige Schnellstrasse bis Kamnik genau richtig. Nach Osten konnten wir in die aufgehende Sonne blinzeln, genau vor uns baute sich der Gebirgszug der Karawanken auf.

Ab Kamnik folgten wir der 225, die nach dem Ortsausgang schmaler und kurviger wurde. So langsam schraubten wir uns die Höhenmeter Richtung Velika Planina empor. An einer kleinen Weggabelung stand ein Café, an dem wir bereitwillig das zweite Frühstück einnahmen und die Natur um uns herum genießen konnten. Die Velika Planina wird seit ewigen Zeiten als Hochalm genutzt, entsprechend umgaben uns Almwiesen, Kühe und Schafe wohin das Auge blickte.

Auf der Abfahrt nach Luče fuhr uns ein Laster vor der Nase herum auf der schmalen Straße. Es dauerte aber keine vier Kurven, bis der Fahrer rechts ran fuhr und uns vorbei ließ. Es war nicht das erste Mal, daß die Slowenier uns positiv mit ihrer Umsicht überraschten. Großartig.

Das Baustellenpech sollte uns in Solčava ein zweites Mal einholen. Der Abzweig zur Solčava-Panoramastraße war gesperrt. Leider gab es keine alternative Auffahrt, so fuhren wir weiter das Tal hoch. Den Abzweig zur Logarska Dolina liessen wir rechts liegen, danach begann dann aber ein sehr kurzweiliger und kurvenreicher Aufstieg zum Paulitschsattel. Dieser entschädigte zumindest teilweise für die Höhenstrasse.

Auf österreichischer Seite wird die Strasse etwas schmaler, dafür steht weniger Wald dem Ausblick im Weg. Daher sollte man auch hier und da mal anhalten, um diesen zu genießen. Nach ein paar kurvigen Kilometern stößt man auf den Seebergsattel. Willkommen im Paradies der Knieschleiferfraktion. Sechsundzwanzig Kurven bis zur Passhöhe, sechsundzwanzig Mal die Fußrasten leicht einkürzen. Hammer. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade mit der S1000XR unterwegs und dank des superelastischen Motors konnte ich sie fast ausschließlich im zweiten Gang den Berg hochtreiben und die Maschine hat so dermaßen derbe abgeliefert. H-A-M-M-E-R! Wir waren kurz davor, den Pass auf österreichischer Seite wieder runterzufahren um das ganze Spektakel nochmal zu erleben.

Aber wir folgten dann doch der vorgesehenen Route Richtung Zgorne Jezersko und machten uns auf die Suche nach einem lauschigen Plätzchen für die Mittagsrast. Auf dem Weg kamen uns mehr uns mehr Radfahrer entgegen und kurz nachdem wir ein schönes Vesperplätzchen am Fluss Kokra gefunden hatten, waren plötzlich überall Polizeimotorräder und Streckensicherungspersonal, die die Straße für eine Stunden lang sperrten, denn hier fand ein Fahrradrennen statt. Uns störte das nicht sonderlich, waren wir doch gerade eh mit vespern beschäftigt. Und die übrige Zeit nutzten wir für eine kleine Fotossession mit den Bikes im Fluss.

Den letzte Tankstopp auf slowenischem Boden machten wir in Tupalice, bevor wir dann Richtung Tržič fuhren und den Loiblpass in Angriff nahmen. Der war ok, aber nicht so spektakulär wie der Seebergsattel. Bei der Routenplanung zeigten mir die verwandten Karten den Loiblpass als befahrbar an. Wenn eine Passhöhe da ist, habe ich nämlich keine Lust, einen Tunnel zu fahren. Dei alte Passstraße war auch noch existent, aber für den Verkehr gesperrt und nur per Schusters Rappen zu bewältigen. Also doch Tunnel.

Am anderen Ende der Röhre war der Grenzübergang nach Österreich mitsamt einem Grenzpolizisten, der es bei der Einreisekontrolle sehr genau nahm. Helm ab, Personalausweis zeigen, dann erst Weiterfahrt. Wenn man bedenkt, daß wir kurze Zeit vorher auf der Passhöhe des Paulitschsattels sich nicht mal die Waldameisen für unseren Grenzübertritt interessiert haben, wundert es einen doch ob der Sinnhaftigkeit des Ganzen.

Unten im Tal gondelten wir am Ferlacher und Feistritzer Stausee vorbei in Richtung Villach. Als der Rest der Truppe Kaffeepause machte, fuhr ich weiter nach Villach, ich wollte mir im dortigen Mediamarkt eine neue Halterung für die GoPro besorgen. Die hatte sich beim Absturz am Vortrag auch in ihre Einzelteile zerlegt, so daß ich unterwegs nicht mehr filmen konnte. Das führte dazu, daß ich den ganzen Tag latent stinkig auf mich selber war. Aber neue Halterung, neues Glück.

Die anderen holten mich in Villach wieder ein, dort verabschiedeten wir auch Siggi, der nordwärts Richtung München abdrehte. Zu viert rollten wir dann durch das Gailtal am Dobratsch entlang und konnten nun die Rote Wand von unten betrachten, an deren Abrißkante wir am Nachmittag des ersten Tages standen.

In Hermagor fuhren wir weiter Richtung Weißbraich, die kurvenreiche Weißenseestrasse führte uns nach Kreuzberg und weiter ins Drautal. Mittlerweile hatte ich auf die G310 GS gewechselt und musste zwar etwas am Kabel ziehen, aber vor allem bei den Bergabpassagen war es ein Spaß, den großen Maschinen am Rockzipfel zu hängen. Also wenn man die Maschine im Drehzalbereich von 7.000 bis 9.500 U/min bewegt.

Im Drautal fahren wir eine schöne, schmale Nebenstrecke bevor wir in Berg im Drautal die Auffahrt zu Emberger Alm in Angriff nehmen. Ich stutzte, als das erste Hinweisschild die Entfernung mit 10,5 Kilometern angab. Kein Scherz:

Was für ein geiles Tagesfinale. Und auch in diesem engen Winkelkwerk fühlte sich die kleine GS pudelwohl. Brääääp, brääääp, brääääääääp. Tom fuhr auf seiner R1200 R direkt hinter mir und meinte danach, daß ohne lange Gerade kein Vorbeikommen möglich gewesen wäre. Ich laß das mal so stehen, hehe.

Oben angekommen waren wir komplett überwältigt von dem unfassbaren Panorama, welches sich uns hier bot. Ein Ausblick über sieben Bergketten bis rüber in die Dolomiten.

Etwas mehr überdreht als sonst hatten Sandra und ich unsere drolligen fünf Minuten und tobten uns am zahlreich vorhandenen Kinderspielgerät aus, bevor wir uns zu einem sehr leckeren Abendessen zu den anderen gesellten (wobei natürlich gleich die Aufnahmen des Tages gesichtet werden mussten).

Die Emberger Alm und der Sattlegger Alpenhof sind wirklich ein Geheimtipp. Herzliche Belegschaft, tolle Zimmer, leckeres Essen und das alles für einen echt fairen Tarif. Und über 10km Kurven zur An- und Abfahrt. Was kann man sich als Motorradfahrer mehr wünschen? Sensationell.

Noch einmal genossen wir den abendlichen Blick von der Alm, bevor wir uns satt und glücklich in unsere Bettchen verkrümelten.

Knapp 370 Kilometer sind wir an dem Tag gefahren, die Route des dritten Tages findet ihr hier zum Download oder ihr schaut es Euch bei Rever an.

Alpenblitz 2018, Tag 2 – vom Triglav Nationalpark bis Ljubljana

Auch wenn ich abends müde und k.o. ins Bett gehe, schlafe ich auf Motorradtouren nicht wirklich lange. Zum einen verarbeitet mein Köpfchen noch den zurückliegenden Fahrtag, zum anderen freue ich mich schon auf den kommenden Tag. Das führt dann gerne dazu, daß ich morgens um sechs schon wach im Bett liege und ungeduldig aus dem Fenster kucke, wie das Wetter ist. So auch in Podkoren, hier offenbarte sich beim Blick aus dem Dachfenster bereits die Aussicht auf unser heutiges Revier, den Triglav Nationalpark.

Das Frühstück nahmen wir wieder gegenüber im Hotel ein, für sensationelle sechs Euro. Kann ich wirklich nur weiterempfehlen. Doch dann wurden die Pferdchen gesattelt und bereits nach drei Kilometern bogen wir in Kranjska Gora rechts ab Richtung Vrsič-Pass und es begann der lustige Kurventanz durch die Kopfsteinpflaster-Kehren. Sehr amüsant war die Kehrmaschine, die wir in einer der Kurven überholten. Immer schön das Pflaster sauber halten.

Bereits nach einigen Kilometern musste ich anhalten, denn ich war von der mich umgebenden Natur komplett geflasht. Strasse und Natur gleichzeitig kucken ging nicht. So ging es meinen Mitfahrern auch und so genossen wir den sensationellen Ausblick, der sich uns darbot.

Auf der Passhöhe wurde der obligatorische Touraufkleber geklebt, bevor wir uns wieder ins Tal wuselten und dort etwas dem Flusslauf der wunderschönen Soča folgten. So richtig Fahrfluss kam aber irgendwie nicht auf, wir hingen so bisschen hintendran was unseren Tagesfahrplan anging.

In Bovec bogen wir rechts ab und näherten uns dem höchsten Punkt und dem Höhepunkt der Tour, der Auffahrt zum Mangart (Lahnscharte). Zunächst geht es den Predilpass hinauf und kurz vor der Passhöhe nach überfahren einer Brücke geht es rechts den Abzweig zum Mangart hoch. Das Mauthäuschen war unbesetzt, also konnten wir für umme hochfahren. Hier folgt dann zehn Kilometer tollstes Kurvenfahren auf zumeist sehr schmalen Sträßchen, durch grob in den Fels gehauene, unbeleuchtete Tunnel, gesäumt mit immer atemberaubenderen Ausblicken. Die Abwesenheit von Leitplanken rät zum defensiven Fahren, zumal auch gelegentlicher Gegenverkehr das verfügbare Asphaltband noch etwas verengt.

Kurz vor dem Gipfel hinderte uns ein Schneefeld an der Weiterfahrt, ebenso warnte ein Schild vor Felsstürzen. Die meisten Leute parkten ihre Autos und stiegen zu Fuß zum Gipfel. Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, bis ganz zum Gipfel zu fahren. Also sattelte ich kurzerhand die GS ab und suchte mir einen Weg durch die Wiese zwischen den Felsen hindurch. Ein bischen mehr Stolle auf der Serienbereifung wäre für diese Fahrübung gut gewesen, aber mit etwas Schubhilfe meiner Mitfahrer kam ich gut durch. Wieder auf der Straße nahm ich die letzten Meter bis zum Gipfel und konnte die atemberaubende Aussicht nach Italien geniessen.

Wieder unten am Parkplatz nahmen nach mir Sandra und Thomas die GS als Gipfeltaxi, die anderen fuhren schon mal gemütlich wieder runter, um im nächstgelegenen Ort ein Café zu finden, in dem wir uns wieder treffen wollten.

Meine Abfahrt dauerte etwas länger, denn unterwegs verlor ich meine GoPro, die Saugnapfhalterung am Seitenkoffer hatte sich gelöst und im Gegensatz zu Thomas war ich Pfosten nicht so schlau, diese mit einer Fangleine zu sichern. Mit viel Glück konnte ich sie im Strassengraben finden und machte mich dann auf, die anderen wieder zu treffen. In Log pod Mangartom machten sie im Restaurant „Mangrt“ Pause. Aber es fehlten Florian und Tim und der Grund dafür war kein guter: Florian war beim Abstellen des Motorrads fehlgetreten, hatte das Gleichgewicht verloren und ist mit der Schulter derart blöd auf einen kleinen Bordsteinvorsprung gefallen, daß er sich ernsthafter verletzt hatte. Tim hatte Florian dann auf den Sozius genommen und war nach Bovec zum Arzt gefahren. Kurze Zeit nachdem ich angekommen war, kamen die beiden vom Arzt zurück. Ohne Röntgenbild könne er nix sagen, meinte dieser. Florian hatte den ersten Schreck gut verdaut und traute sich zu, auf eigener Achse ins nahe gelegene Villacher Krankenhaus zu fahren. Tim und Amelie boten sich an, ihn zu begleiten. Nach einem kleinen Mittagessen und einem Kaffee machten sie sich als vorsichtig auf den Weg. An dieser Stelle möchte ich die wirklich sensationelle Hilfsbereitschaft unserer tollen Bedienung im Restaurant Mangrt hervorzuheben. Wenn ihr da auf der Ecke seit, macht da halt und genießt deren Gastfreundschaft.

Zu fünft rollten wir weiter auf der ursprünglichen Route. Da wir allerdings einiges an Zeit verloren hatten, straffte ich die Fahrtstrecke etwas. Den Wasserfall bei Tolmin ließen wir aus und fuhren weiter zum See Bohijnsko Jezero. Leider war die 909 bei Petrovo Brdo wegen Bauarbeiten gesperrt, so daß wir einen Umweg über die 404 in Kauf nehmen wussten, um unser Zwischenziel zu erreichen. Kurzweilig war die Fahrt durch die waldigen Täler auf jeden Fall. Die Strecke hinter Zgornja Sorica führte uns zuerst durch einen schönen Wald und später über einen Bergrücken, von dem wir mehrere wunderschöne Ausblicke Richtung Nemski Rovt und Jezero hatten. und wir hatten die Straße fast komplett für uns alleine, traumhaft.

Am Bohijnsko Jezero genossen wir die Sonne und die Aussicht am See und Siggi schmiss eine Runde Eis. Hier erreichte uns auch Nachricht von Florian, der mittlerweile in Villach geröntgt und untersucht worden war. Er hatte sich den Schulterknochen angebrochen. Zu dritt würden sie jetzt zu unserer für Samstag geplanten Unterkunft fahren und Florian wollte dann am Folgetag über die Autobahn nach München zurück fahren.

Wir diskutierten auch, wie wir weiter fahren wollten zu unserem Tagesziel Ljubljana. Es war mittlerweile später Nachmittag und würden wir die ursprüngliche Route fahren, wären wir gegen 21:00 Uhr erst am Ziel. Da der Tag schon aufregend genug gewesen war und wir auch noch was von der slowenischen Hauptstadt sehen wollten, nahmen wir den direkten Weg am Bled-See vorbei und via Landstrasse über Kranj und Medvode.

So schön der Bledsee mit Inselkapelle und Burg in der Abendsonne anzuschauen war, so rummelig war es um den See herum. Ein Hotel nach dem anderen, Touribusse und Besucherhorden. Schnell weiter.

Gegen 19:30 erreichten wir nach 350 Tageskilometern unser Quartier mitten in der Altstadt von Lubljana. Ich hatte uns zwei Apartments reserviert die direkt in der Fußgängerzone lagen. Duschen, umziehen und diverse Biere und einen leckeren Pulled Pork Burger später machten wir uns noch auf einen Spaziergang durch die Altstadt. An dem lauen Sommerabend war noch eine Menge Volk unterwegs, von irgendwoher spielte Musik und wir nahmen noch einen Absacker in einer Bar am Fuße der Burg. Zum einen war es schade, daß wir nicht zu acht diesen Abend hier genießen konnten, zum anderen waren wir froh, daß es Florian den Umständen entsprechend gut ging.

Die gefahrene Route könnt ihr Euch hier herunterladen oder bei Rever einsehen. Allerdings würde ich Euch hier lieber die ursprünglich geplante Route empfehlen (Download / Rever). Hier ist noch ein paar schöne, kurvige Strecken vor und hinter dem Bled-See enthalten, die wir an dem Tag leider auslassen mussten.

Alpenblitz 2018, Tag 1 – Katschberg, Nockalm bis Slowenien

Prolog

Wie jeder Alpenblitz fängt auch dieser mit der Anreise an, die nicht auf eigener Achse stattfindet. Ok, auf eigener Achse kam ich auf jeden Fall zum Flughafen Tegel, meine treue Vespa leistete wieder mal sehr gute Dienste als Lastesel.

Am Flughafen fragte mich der Security-Muckel, ob ich mit dem Piloten schon mal geflogen wäre. „Warum?“ „Weil Sie einen Helm dabei haben?“ Insofern beschloss ich, den Helm am besten gleich aufzuziehen, sehr zur Irritation der Businesskasper um mich herum.

Angekommen in München wurde ich von Sandra abgeholt und wir fuhren voller Vorfreude zum BMW Fuhrparkzentrum, um unsere Testbikes abzuholen. Und hier waren sie, tadaaa!

Es entsponn sich eine spontane Diskussion zwischen Sandra und mir, ob an der XR denn unbedingt die Koffer dran bleiben müssten. Sandra fand sie optisch eher herausfordernd. Nach einem kleinen verbalen Handgemenge einigten wir uns auf einen Kompromiss. Das Topcase kommt runter, die Seitenkoffer bleiben.

Wie immer bei der Übernahme fremder Bikes mach ich mir einen Kopf, was man wie wohin packen kann. In diesem Fall kam mein mitgebrachter Tankrucksack auf die GS, in dem die Drohne transportiert wurde. Die Klamotten blieben in meiner Rolltasche und in die Seitenkoffer der XR kam das Kameraequipment und die Wechselklamotten für tagsüber (Pulli an, Pulli aus, Regenklamotten). Sandras Rucksack verzurrten wir auf dem sehr breiten Heckträger der GS. So fuhren wir dann nach München rein, um bei Freunden zu übernachten und um etwas auf die bevorstehende Tour hinzuhibbeln.

Auf nach Österreich

Nachdem wir uns aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen durch den Münchner Berufsverkehr gequält hatten, trafen sich acht MotorradfahrerInnen an einer Tankstelle im Münchner Süden. Geplant hatte ich mit sieben Leuten, es wurden dann aber spontan noch einer mehr, denn Siggi hatte nach seiner vor kurzem beendeten vierwöchigen Italientour noch nicht genug vom Motorradfahren und schloss sich uns auf der Tour an.

Zu den Alpenblitz-Veteranen Thomas, Siggi und mir gesellten sie die „Neulinge“ Sandra, Amelie, Tim, Florian und Tom. Nach einer kurzen Routenbesprechung rollten dann eine S1000 XR, G310 GS, F800 GT, F800 GS, R1200 R, R1200 GS Adventure und eine 28 Jahre alte Honda VFR 750 auf die Autobahn Richtung Salzburg.

Unterwegs schaute ich des öfteren in den Rückspiegel und grinste in meinen Helm hinein, wenn ich die Perlenschnur der anderen sieben Motorräder sah – die gehörten alle zu mir. Die knapp zwei Stunden bis Radstadt gingen relativ ereignislos vorbei, die vor uns liegende Regenfront lichtete sich etwas. Autobahn fahren in Österreich ist auch etwas spannender als in Deutschland, die Blicke auf die Berge links und rechts der Asphaltbandes machen es ganz kurzweilig.

Dann aber Kurvenattacke. Über Obertauern und Tweng ging es Richtung Katschbergpass, trotz leichtem Regens war gepflegtes Angasen möglich und trotz sehr offensiver Fahrweise verlor ich meinen Mitfahrer Tim nicht im Rückspiegel. Ich mag es mit Leuten unterwegs zu sein, die ihr Fahrgerät beherrschen.

Mittagspause machten wir dann bei Guntram Peter Kassmannhuber in Kremsbrück, eine kleine Stärkung vor dem Kurventanz durch die Nockalmstrasse musste sein. Obwohl die Kasspatzn, die sich Siggi und Sandra teilten locker für vier Personen gereicht hätte. Kurze Zeit später drückten wir an der Mautstelle in Innerkrems 12 € pro Nase ab. Sehr gut investierte Euros, wie sich nur kurz später herausstellen sollte. Die 35 Kilometer Kurvenalarm bis Reichenau sind jeden Cent wert. Großartige Natur, gut ausgebaute Strasse und Kurven, Kurven, Kurven! Dies war mit Sicherheit der Höhepunkt unseres ersten Tourtages.

In Reichenau nahmen wir die acht Kilometer Anstieg bis zur Turracher Höhe noch schnell mit um nach einem kitschigen Erinnerungsfoto wieder den Abstieg und die weitere Route Richtung Villach unter die Räder zu nehmen.

Ziemlich genau im Westen von Villach liegt die Villacher Alpenstrasse, die wir am Nachmittag in Angriff nehmen. Sie führt einmal den Villacher Hausberg Dobratsch rauf und wieder runter. Auch hier latzen wir 11€ an der Mautstelle ab, doch irgendwie fühlen die sich nicht so gut an wie bei der Nockalmstrasse. Kurven gibt es auch hier genug, aber man fährt fast komplett durch den Wald und es wirkt wie im Tunnel. Kurvig und kurzweilig war es zwar schon, aber nicht so spektakulär wie erwartet. Auf der Fahrt den Berg hinab halten wir noch am Aussichtspunkt „Rote Wand“ und luschern schon mal Richtung Slowenien, unserem heutigen Etappenziel.

Kurz hinter dem Mauthäuschen kam die Kaffeefahrt-Fraktion zu ihrem Recht und es wurde pausiert bei Topfenstrudel und Cappucino. Die Motorräder kamen kurze Zeit später zu ihrem Recht beim letzten Tankhalt des Tages kurz vor dem Wurzenpass. Der folgende Anstieg zu Passhöhe war einer der steilsten des Tages, über etwas mehr Leistung bei der pilotierten G310 GS hätte ich mich hier gefreut. Aber dann regeln wir das eben über die Drehzahl. Kurz vor der slowenischen Grenze erinnerte ein alter Panzer an die kriegerische Geschichte in der Gegend. Ein paar Kilometer erreichten wir in Podkoren unser Quartier.

Hier hatte ich im Apartments Belopeški Dvori für uns alle ein Nachtlager reserviert. Im 16. Jahrhundert unter den Habsburgern wurde das Gebäude als Residenz errichtet, nun beherbergte uns das kuschelige Haus für eine Nacht. Gegenüber im Hotel Vitranc nahmen wir nicht nur unser Stiefelbier, sondern aßen auch ein derart leckeres Abendessen, was wir in dieser Abgeschiedenheit nicht erwartet hätten. Der Küchenchef erläuterte uns höchstpersönlich die Spezialitäten des Tages und sowohl das Gemüserisotto als auch das Steak in Trüffelsoße waren unglaublich exzellent. Und das alles für einen derart fairen Preis. Irre. Ein paar Biere und Schnäpse später verkrümelten wir uns ins Bett und grunzten glücklich und zufrieden dem kommenden Tag entgegen.

Aufgrund des Autobahn-Anteils am Vormittag machten wir an diesem Tag 550 Kilometer Strecke. Die Route könnt ihr bei Rever einsehen oder hier als GPX downloaden.

Alpenblitz 2018 – es geht bald los

Im Flur der Wohnung wachsen derzeit mehrere Stapel an Dingen: Motorradzeugs, Klamotten und Technik. Das kann nur eines heissen: die Motorradtour steht kurz bevor! Yeah!

Kommenden Mittwoch werden Sandra und ich die Testmotorräder bei BMW in München übernehmen. Mit der G310GS tritt das das kleinste Bike aus dem Adventure-Segment von BMW Motorrad gegen das stärkste an, die S1000XR.

Die kleine durfte ich schon bei der Premiere in Barcelona um den Montserrat jagen und es war ein wirklich großer Spaß. Sehr gespannt bin ich auf die XR, die Potenz des verbauten 1000er-Vierzylinders durfte ich in der ungezügelten Fassung ja bereit beim Alpenblitz 2016 in Form der S1000 RR erleben.

Donnerstag Morgen treffen sich dann sieben Menschen auf einer Tankstelle im Südosten von München in leicht hibbeliger Vorfreude, because Motorradtour. Die Kettenritzel-Crew hat dieses Jahr ein paar neue Mitglieder, es ist auf jeden Fall die größte Gruppe, die sich bisher zu einer meiner Touren versammelt hat.

Das Ziel ist bekannt, wie werden nach Slowenien fahren, die Route hatte ich Euch im Januar bereits vorgestellt. Machte mir die Wettervorhersage in den letzten Tagen noch etwas Sorge ob der vielen angesagten Gewitter, scheint es sich gerade etwas zu beruhigen. Ganz trocken werden wir wohl nicht durchkommen, aber das muss ja auch nicht. Hauptsache mit lustigen Menschen Motorrad fahren!

Wir werden von unterwegs hauptsächlich auf Instagram posten, folgt da gerne dem Häschtäg #alpenblitz218. Und ich muss jetzt los, weiterpacken!

Alpenblitz 2018: die Slowenien-Ausgabe

Es ist Januar und ich beschäftige mich mit der Planung der diesjährigen Motorradtour. Die Kollegen im Büro so: „Jetzt schon?“ Alle meine Motorradkumpels so: „Jetzt erst?“
Beim Alpenblitz 2018 schliesst sich der Kreis. In 2015 und 2016 haben wir Österreich, Schweiz und die Dolomiten bereist. In 2017 dann die französischen Seealpen. Was uns nun noch zum perfekten Glück fehlt, ist der östliche Teil der Alpen, namentlich Kärnten und Slowenien.
Einige Abende habe ich nun schon über diversen Karten gesessen und Optionen durchgespielt, wie wir die geplanten vier Tage im Juni mit möglichst viel Kurvenspaß füllen. Zum einen habe ich diverse Tourenbeschreibungen gelesen und spannende POIs notiert, zum anderen habe ich einfach auf die Karte gekuckt, wo es lustig aussieht. Von freytag & berndt Auto + Freizeitkarten habe ich mir die Slowenien-Karte im Maßstab 1:150.000 gekauft. Auf der ist ganz Slowenien und die angrenzenden Nachbarländer drauf, sie ist vom Maßstab her perfekt und hat ein schönes Kartenbild. Die ADAC Oldtimerkarten (online zum Download verfügbar) sind auch immer eine sehr gute Orientierung, die dort eingezeichneten Routen taugen für Motorradtouren immer sehr gut.
Schnell wurde klar, daß zwei Fahrtage für Slowenien bei weitem nicht ausreichen, die Vielfalt des Landes zu erfahren. Aber das ist bei den meisten Revieren so und irgendwo muss man halt anfangen. Die Route durch Slowenien stand relativ schnell fest. Länger habe ich gegrübelt, wie wir die An- und Abfahrt durch Österreich gestalten. Final ist noch nix, aber es hat sich schon eine Präferenz herausgebildet. Zumindest bei mir. Mal kucken, was die Mitfahrer sagen. Und die sind erfreulicherweise die gleichen wie im letzten Jahr, erweitert um zwei Neulinge. Darunter unsere erste weibliche Mitfahrerin, Blogkollegin Sandra von http://bike-addicted.de/, bei der wir im letzten Jahr am ersten Tourtag zum Socken trocknen halten durften. Der zweite Neuling ist ein Überraschungsgast aus München. Somit wären wir mit sieben Bikes die größte Alpenblitz-Truppe bislang. Und hier werden wir so grob lang fahren:

Tag 1: Von München nach Kärnten

Den ersten Entwurf dieser Route habe ich in der Zeit, in der ich diesen Artikel schreibe bereits schon wieder modifiziert.
Der erste Entwurf ging so:
Wir starten in München und machen erstmal etwas Strecke über die Autobahn. Die A8 und die A 93 bringen uns bis Oberaudorf (ca. 93 km, 1h Fahrzeit) wo wir dann auf die Landstrasse abbiegen. Der Walchseestrasse (B172) folgen wir bis Hochmoos, wo wir uns dann anschließend südöstlich nach Saalfelden am Steinernen Meer orientieren. Wir wechseln auf die Hochkönigstrasse (B164) bis Bischofshofen, die uns über den Filzensattel (1.290 Meter) und den Dientner Sattel (1.357 Meter) führen. Über Flachau und Wagrein orientieren wir uns in Richtung B99 zum Radstädter Tauernpass (1.738 Meter) und Twenger Talpass (1.381 Meter). Weiter geht es über den Katschberg (1.641 Meter) bis Kremsbrücke, wo wir dann nach Ostern abbiegen in den Nationalpark Nockberge, eines der Highlights des ersten Tages. Die Nockalmstrasse führt uns kurvenreich bis nach Reichenau.

Hier haben wir dann die Wahl, ob wir uns gleich nach Süden orientieren oder kurz nach Norden auf die Turracher Höhe fahren. Den Gedanken an eine große Schleife über Stadl an der Mur und Flattnitz bis Himmelberg in Kärnten habe ich dann verworfen, das wäre für einen Tag zu lang. Also geht es dann etwas südwestlich über Radenthein in Richtung unseres Tagesziels Villach. Wenn wir nach über 400 Kilometern noch Bock haben zu fahren, nehmen wir die Villacher Alpenstrasse unter die Räder, die uns zum Tagesabschluss nochmal über 2.000 Meter hoch bringt und bei hoffentlich gutem Abendlicht einen tollen Rundumblick über den Dobratsch, die Nockberge und die Karawanken beschert. Länge je nach Variante 420 bis 470 Kilometer mit einer Fahrdauer von 7,5 bis 8,5 Stunden
Dann regte Thomas an, am Abend noch den Wurzenpass (1.073 Meter) nach Slowenien zu fahren, weil es dann slowenischer ist und die Übernachtung wahrscheinlich günstiger ist, als in Villach. Wer kann ihm da schon widersprechen? Dieser Plan hätte aber eine Fahrleistung von über 500 Kilometern bedeutet, was bei einer so großen Truppe nicht ganz ohne ist. Daher überlegte ich, wie wir vielleicht am Vormittag die Strecke straffen könnten. beim ersten Alpenblitz 2015 habe ich in meiner Euphorie auch zu viel Routenornamente im Voralpenland eingeplant, was ich im Nachhinein etwas bereut habe, hätte man doch alternativ mehr Zeit in den „richtigen“ Bergen verbringen können.
Das führte dann zu Plan B: anstatt auf die A93 Richtung Kufstein abzubiegen bleiben wir auf der A8, fahren an Salzburg vorbei und folgen der Tauernautobahn bis Bischofshofen. Das sind zwei Stunden Autobahnschrubben, die uns aber etwas Zeit sparen für die wahren Kurvengenüsse am Nachmittag. Über Radstadt kommen wir dann auf die ursprünglich geplante Route über den Radstädter Tauernpass (s.o.) zurück. Über diese Route sind es bis zum Tagesziel Krajnska Gora dann immer noch stramme 430 Kilometer, aber das ist um einiges entspannter als die ursprüngliche Planung. Zur Erinnerung: beim Alpenblitz 2016 bolzten wir an zwei Tagen jeweils Etappen von 450 Kilometern.

Tag 2: Slowenien – Triglav Nationalpark

Und wenn wir schon in Krajnska Gora übernachten, hat das den Vorteil, dass wir direkt nach dem Frühstück gleich in den Triglav Nationalpark einbiegen können und uns den Weg über kleine, teilweise kopfsteingepflasterte Strassen über den Vrsic-Sattel (1.611 Meter) bahnen können.

Wir folgen der Flusslandschaft des Soča-Tals bis kurz vor Bovec und drehen nach Norden ab Richtung Predelpass (1.156 Meter). Kurz vor der Passhöhe biegen wir rechts ab auf die Mangartstrasse. Die 11,5 km lange mautpflichtige Stichstraße und führt zu dem höchsten anfahrbaren Punkt in Slowenien. Von der Lahnscharte (2.055 Meter) aus hat man auch einen schönen Blick auf die in Italien liegenden Weißenfelser Seen.

Danach wird umgedreht und über Bovec weiter nach Tolmin gefahren. Dort können wir zwei Sehenswürdigkeiten mit einbauen. Der Besuch der Tolmin-Schlucht und die Heiligengeistkirche Javorca kosten einen Umweg von 40 Kilometern, bietet aber spektakuläre Bilder.
Von Tolmin aus drehen wir wieder nordwärts und machen uns auf den Weg zum zweitgrößten See Sloweniens, dem Bohinjsko jezero. Über den Pokljuka Pass (1.345 Meter) und die Pokljuka Schlucht kommen wir anschliessend zum See mit der einzigen Insel in Slowenien, dem Bled-See.
Wenn wir hier keinen Bock mehr auf Kurven haben (als ob), können wir die Autobahn Richtung unseres Etappenziels Ljubljana nehmen. Aber wir wollen doch sicher noch die schöne, kurvenreiche Route über Kropa und Škofja Loka nach Ljubljana.
Mit 305 km wird dieser Fahrtag auch ca. 8 Stunden dauern, umso besser wird uns das Bier oder der Wein in der Hauptstadt Sloweniens schmecken. Und mit Jasmina haben wir eine lokale Motorradfahrerin als Gastgeberin. Über die Facebook-Gruppe Motorcycle Tours kamen wir in Kontakt und sie war sofort Feuer und Flamme, uns ihre Heimat von der besten Seite zu zeigen.

Tag 3: Slowenien – Velika Planina und Karawanken

Wir brechen von Ljubljana auf Richtung Norden und halten direkt auf die Hochebene Velika Planina zu. Hier befindet sich eine der wenigen erhalten gebliebenen hochalpinen Hirtensiedlungen Europas. Noch ist unklar, wie weit wir auf die Hochebene fahren können, es sollen auf jeden Fall ein paar schöne Schotterstrassen dabei sein.
Ein Stück weiter nordwärts biegen wir in Luče auf die B428 ab und folgen dem Tal bis Solčava. Hier ist einer der Eingangspunkte zu Solčava-Panoramastraße, die uns auf zahlreichen Kurven über die Bergrücken bis zur Grenze zu Österreich führt.

Diese passieren wir auf dem Paulitschsattel (1.338 Meter). Auf österreichischer Seite bleiben wir aber nur kurz, denn der benachbarte Seebergsattel (1.218 Meter) führt uns wieder zurück nach Slowenien.
Von hier aus geht es einmal komplett runter ins Tal und dann über Tržič wieder rauf in die Karawanken, wo uns der Loiblpass (1.386 Meter) wieder nach Österreich führt. Das werden dann auch die letzten Kilometer auf slowenischem Boden gewesen sein. Für den Rest des Fahrtages heisst es dann Strecke machen durch Kärnten, damit wir uns so nahe wie möglich an den Großglockner heranrobben. Für die geplanten 355 Kilometer werden wir eine Fahrzeit von 7,5 Stunden benötigen

Tag 4: Über den Großglockner nach München

Beim ersten Alpenblitz 2015 nahmen wir schon mal die Großglockner Hochalpenstrasse unter die Räder, die damals hinter uns anrollende Gewitterfront mahnte aber zur Eile. In diesem Jahr haben wir hoffentlich mehr Zeit, die Panoramen von der Franz-Josefs-Höhe und der Edelweißspitze zu genießen.


Unten im Tal wieder angekommen orientieren wir uns nordwärts an Zell am See vorbei und kommen in Saalfelden am Steinernen Meer wieder auf ein Stück der Route von Tag 1, die uns über Walchsee wieder zu Autobahnanschluss-Stelle in Oberaudorf führt.

Je nach Fahrlust und Witterung haben wir hier dann die Option, über die Autobahn nach München zurück zu fahren oder noch etwas Landstrasse über Bayrischzell und Fischbachau zu geniessen, bevor wir am Irschenberg auf die A8 fahren Richtung München. Dies wird der kürzeste Fahrtag mit ca. 300 Kilometern und einer Fahrdauer von 5,5 Stunden. Aber je nachdem wie ich nach München komme, muss ich dann ja auch wieder Zug oder Flug zurück nach Berlin bekommen.
Ich hab jetzt schon so Bock zu fahren. Wie lange dauert es noch bis Juni?

HZ an der Erdfunkstelle Raiting.

Gestatten: Hz

Wenn ich mich kurz vorstellen darf: ich bin Thomas, besser gesagt Hz, und der Neue hier. Bis vor einigen Wochen habe ich mich abends statt vor dem Fernseher vor der WordPress Eingabemaske herumgetrieben und damit – fachfremd – meinen eigenen Blog befüllt. Mehr oder weniger erfolgreich, naja sagen wir weniger. Aber als dann der europäische Gesetzgeber mit der DSGVO um’s Eck kam verlies mich die Lust. Und der Blog macht Pause.

Glücklicherweise gibt’s Alex. Alex ist nicht fachfremd und kann europäisches Recht (und bloggen!). Und Alex hat mich eingeladen auf diesem Blog mitzumachen. Kettenritzel.cc. Sowas wie einen richtigen Mopped-Blog. Keine so Handzettel-Publikation wie mein ehemaliger. Sondern mit vielen Lesern. Ich muss sagen, die Latte liegt hoch und die Ehrfurcht lehrt mich das fürchten.

So, jetzt aber allen Mut zusammen. Darf ich mich kurz vorstellen, Thomas bzw. Hz.

Motorradfahrer im Sonnenschein

Der hier ist Hz.

Aber soweit waren wir ja schon.

Motorradfahrer. Aus München. Seit vielen Jahren. Die letzten Jahre mit unterschiedlichen Untersätzen aus dem Hause BMW.

Vor zwei Jahren war ich unterwegs auf einer S1000 RR,

BMW S1000R vor der Zugspitze

Bestellt hatte ich sie ja in weiß…

im Jahr darauf war es die nackerte Version des Bikes, die S1000R,

Hz und die BMW S1000R schauen sich in die Augen.

Schau mir in die Augen Kleines!

gefolgt von einem echten Hingucker: der BMW R nineT Racer:

R nineT Racer am großen Ahornboden im Sonnenlicht

Hallelujah!

Aber sonst immer, seit vielen Jahren, fahre ich die Grand Dame, die nie geputzte, technisch unkaputtbare, 28 Jahre alte Honda VFR 750 Baujahr 1990. So zuletzt auf dem Alpenblitz 2018 mit Alex und vielen anderen.

Honda VFR und Alpenpanorama

Strahlendes weiß. Wunderbar.

Was könnt Ihr hier von mir erwarten? Ein paar Tourenbeschreibungen, hauptsächlich im Münchner Umland aber auch darüber hinaus. Ein bisschen was zur Motorradtechnik. Lamentieren über altes Metall und abgerissene Schrauben. Oder einfach nur meine persönliche Sicht auf die Dinge, vor allem die auf zwei Rädern.

Ich freu mich drauf!

Die Beiträge meines alten Blogs werde ich hier nach und nach importieren. Als Kostprobe empfehle ich zum Beispiel die Tagestour an einen der Lost Places in Bayern, die Geisterkirche Thomasbach.

Touren

Hier sammle ich die Artikel zu den Touren, die ich gefahren bin oder noch fahren möchte:

Zwischen Berlin und Hamburg:

Rund um Berlin: 

Sächsische Schweiz und Riesengebirge:

Mittelgebirge:

Alpen:

Alpenblitz 2015:

Geplant: 

Gefahren: 

Alpenblitz 2016:

Le Tour des Grandes Alpes 2017: 

Alpenblitz 2018:

Italien:

USA:

Motorradtour durch Kalifornien und Nevada

Just cruisin‘: die neue BMW R18 First Edition im Test

Als neulich die Einladung von BMW Motorrad ins Haus flatterte, die neue BMW R18 zu testen, musste ich schmunzeln. Die Motorradkategorie der Cruiser hat sich mir bislang noch nicht wirklich erschlossen. Groß, schwer und drehmomentstark. Bislang nicht „my cup of tea“. Aber so kurz nach meinen 50. Geburtstag dachte sich BMW vielleicht, ich besäße langsam die nötige geistige Reife für diese Art Motorrad.

Berührungspunkte mit dem Segment hatte ich erst bei zwei Gelegenheiten. Vor zwei Jahren führ ich die damals neu präsentierte Honda Goldwing, dieses Jahr durfte ich die Triumph Rocket 3R ausreiten:

  • Honda Goldwing: 1.800 ccm, 126PS bei 5500/min, max. Drehmoment von 170 Nm bei 4500/min, 365kg
  • Triumph Rocket 3: 2.458 ccm, 167 PS bei 6.000/min, max. Drehmoment von 221 Nm bei 4.000 U/min
  • Im Vergleich dazu die BMW R18: 1.802 ccm, 91 PS bei 4.750/min, max Drehmoment 158 Nm bei 3000/min,

Wenn ich mir jetzt meine Erfahrungen von den beiden Tests durchlese, muss ich mir eingestehen, daß es durchaus Spaß gemacht hat, sich dieser Kategorie Motorräder hinzugeben. Für den bevorstehenden Test der R18 nahm ich mir vor, das Motorrad nicht aus dem Kopf sondern vor allem aus dem Bauch heraus zu beurteilen. Weniger „warum kann es das“, mehr „was macht es mit mir“. Meine These ist, daß Menschen dieses Motorrad kaufen, um einen gewissen Gemütszustand zu erreichen. Nicht den Adrenalinrausch beim Kurvenwetzen, vielmehr das Angleichen der inneren Schwingungen an die Leerlaufdrehzahl des Big Boxers.

Ahne der R18: der Heritage Prototyp

BMW hat sich schon länger mit dem Thema Heritage Boxer auseinandergesetzt. Beim Abendessen erfuhr ich von Fred Jakobs – Leiter BMW Group Archiv, daß im oberen Stockwerk der BMW Group Classic der erste Prototyp steht.

Der Rahmen nimmt starke Anleihen beim R7 Prototyp aus dem Jahre 1934 und die Fishtail-Aupuffe waren damals schon Thema, allerdings kleiner dimensioniert. Das Heck mit dem Bobber-Einzelsitz orientiert sich mehr an der R5. Tacho und Blinker waren von motogadget und der Scheinwerfer fand so auch seinen Weg an die R nineT. Als Antrieb hängt der luftgekühlte 1.200ccm Boxer im Rahmen.

Der amerikanischen Klientel und damit der Hauptzielgruppe des Big Boxers war dieser Motor schon bei der R1200 C zu klein. „Nothing beats cubic inches!“. Und hier lag die Maßgröße um Ernst genommen zu werden bei mindestens 110 Kubikzoll. Und die entsprechen ziemlich genau 1.800 ccm.

Und so entstand der größte Boxermotor, den BMW jemals gebaut hat. Ausladende, chromglänzende und selbstbewusste 110kg Metall:

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Meine neue Reisebegleiterin: DJI Mavic Mini

Kurz nach meinem Motorradführerschein kam die erste GoPro ins Haus. Begleiter auf kleinen und großen Touren, um möglichst alles zu dokumentieren. Ich gebe zu, damals ging Quantität vor Qualität. Einige Generationen GoPros später fotografiere ich auf kleinen Touren mittlerweile nur mit dem iPhone und während der Fahrt mit dem Sena 10C Evo. Lediglich bei den größeren Touren wird mehr mitgefilmt und fotografiert.

Nicht erst seit der Slowenientour – bei der Sandra eine DJI Mavic Air dabei hatte – lungere ich um eine Drohne rum. Die Möglichkeiten, neue Perspektiven und Blinkwinkel zu nutzen, waren einfach zu verlockend. Wir spulen ein paar Jahre vor. Neulich feierte ich einen runden Geburtstag und viele meiner Partygäste trugen dazu bei, daß ich nun eine DJI Mavic Mini mein Eigen nennen kann:

Die Drohne

Bewusst hatte ich mich für die kleinste der DJI Mavic Drohnen entschieden. Als Begleiterin auf Motorradtouren waren für mich kleines Packmaß wichtiger als höchste Auflösung und Fluggeschwindigkeit. Mit 249g Fluggewicht besteht für sie nicht einmal Kennzeichnungspflicht (aber dazu mehr unten bei Versicherungen).

Ein paar Eckdaten:

  • 249 g ultraleicht
  • Bis zu 30 Minuten Flugzeit
  • 2 km HD-Videoübertragung
  • Sichtsensoren + präziser Schwebeflug mit GPS
  • Kamera mit 2,7K Video und Stabilisierung auf drei Achsen
  • Abmessungen gefaltet: 140 × 82 × 57 mm
  • Abmessungen ausgefaltet: 245 × 290 × 55 mm (mit Propellern)

Bezüglich der maximalen Flugzeit reicht sie fast an ihre größeren Schwestern Mavic Air 2 und Mavic 2 Pro heran. Zurückstecken muss sie allerdings bei der maximalen Fluggeschwindigkeit. Hier erreicht sie nur 46,8 km/h im Modus „S“, während die Mavic Air 2 knapp 69 km/h erreichet und die Mavic 2 Pro 72 km/h (Detailvergleich hier). Als Drohnen-Anfänger reicht mir die Kleinkraftrad-Stadt-Höchstgeschwindigkeit völlig aus. Das muss man erstmal kontrolliert fliegen können (und zwar nicht nur geradeaus).

Die maximale Videoauflösung beträgt 2,7K mit 30 fps, die maximale Fotoauflösung 12 Megapixel. Für meine Zwecke reicht das völlig aus, ich will ja keine Riesenposter drucken oder Kinofilme produzieren, sondern Blog und Social Media-Profile damit befeuern.

Die Fly-More-Combo umfasste neben der Drohen und Fernbedienung noch drei Akkus nebst Ladestation sowie Propellerschutz und Tragetasche.

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