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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Lucky Cat Garage

Big Bad Wolf: El Solitario's Yard Built Yamaha XJR1300

Wer gerade in Berlin ist kann den neuesten El Solitario Umbau im Gestalten Space besichtigen. Ein sehr zorniges Renngerät ist da entstanden, das mich wirklich überrascht hat.

YAMAHA X EL SOLITARIO: BIG BAD WOLF (REBEL VERSION) from El Solitario on Vimeo.

Sehr nett die kleine Reminiszenz an die Lucky Cat Garage im Film. So ist der Big Bad Wolf beim diesjährigen Glemseck 101 angetreten und hat den Sprintbeemer von SonicSeb Lorentz gerupft. Mehr zum Umbau bei BikeExif.

The Bike Shed Paris: Vol.3 – meine Highlights

Hier nun meine persönlichen Highlights vom Bike Shed Paris. Vollkommen subjektiv und tendenziös.

Honda Enduros
Unübersehbar war die schon vorher im Netz zu beobachtende steigende Beliebtheit von Honda-Enduros als Umbaubasis. Die NX-, XT, XL- oder XR-Modelle scheinen die Vortriebsquelle du jour zu sein. Eine Wachablösung für die sonst ubiquitären Zweiventilboxer oder Triumphs? Wohl noch nicht, dazu sind die Geschmäcker zu verschieden. Für mich persönlich mit meiner Endurovorliebe ist es ein sehr interessanter Trend!

Yamaha Yard Built-Projekte
Shun Miyazawa von Yamaha hatte unter anderem Jens vom Brauck (JvB Moto) und Nicholas Bech sowie Per Nielsen (Wrenchmonkees) im Gepäck. Respektive deren neuesten Umbauten im Rahmen des Yamaha Yard Built-Programmes. Den Vmax-Umbau von JvB Moto hatte ich schon auf den Hamburger Motorradtagen live gesehen, aber da war der so schlecht präsentiert, eingezwängt zwischen anderen Motorrädern und mit Band abgesperrt, daß man ihn gar nicht richtig würdigen konnte. Und besser als mit dem Erbauer kann man nicht über den Umbau sprechen. Es war wirklich sehr lustig, wie Shun und Jens parallel erzählten, wie es zu dem Umbau kam. Wie Jens erst nicht wollte, weil die Vmax gar nicht so richtig in sein Umbauportfolio passen wollte und Shun ihn dann über Wochen damit angepingt hat, bis sie doch zusammen kamen. Sehr spaßig. Auf jeden Fall demonstrierte Jens unfreiwillig, wie gut der Tank als Cupholder für seinen Kaffeebecher geeignet war. Darum baut er die also immer so flach. Die Skullmonkee war ein böses, schwarzes Teil in der gewohnten WM-QUalität. Interessanterweise war an dem Umbau nix geschweisst oder geflext, wie mir Shun erklärte. Macht insofern Sinn, daß sie Umbauteile als Bausatz angeboten werden sollen, um auch Dritten den Nachbau zu ermöglichen.

Kruz Company
Die beiden Jungs aus Brüssel hatte ich garnicht auf dem Schirm, aber Max Funk war da gerne mit sachdienlichen Hinweisen behilflich. Angetreten sind sie mit einer Yamaha SR500 und mit einer Honda Dax. Die SR500 war eines der Highlights der Veranstaltung, sehr schöne Farbgebung in blau und cremeweiss mit tollen Linien. Alle Details des Umbaus kann ich nicht mehr wiedergeben, das müßte Max machen. Ich war aber sehr beeindruckt. Und die Dax war ein geiles Spielmobil und einer der tollen Small-CC’s.

Kleine Hubräume
Man kann auch mit 50-250 Kubik glücklich sein. Neben der Dax von Kruz Company waren noch einige interessante anderen kleinhubräumige Töffs anwesend. Persönlich sehr gefreut hat mit das erstmalig persönliche Treffen mit Arpád von Mokka Cycles, der seine Puch und seine Yamaha dabei hatte, beides auch sehr tolle Umbauten mit viel liebe zum Detail und exzellenter Handwerksqualität.

Lucky Cat Garage / Atelier Chatokhine
Neben dem immer wieder toll anzuschauenden Sprintbeemer hatte Sébastien Lorentz seine neuestes Werk dabei, welches er zusammen mit Atelier Chatokhine aufgebaut hatte: einen Dirt Tracker-Umbau auf der Basis einer 1938er Triumph Speedtwin. Allein der Auspuff war ein Kunstwerk. Toll!

Ducati Scrambler
Neben den drei bereits bekannten Ducati Scrambler-Umbauten von Deus, Officine Mermaid und Mr. Martini war noch eine vierte, in blau gehaltene zu sehen. Mein Favorit bleibt aber der Umbau von Officine Mermaid.

BMW R nineT’s
Viele der anwesenden R nineT’s bewiesen, daß es eigentlich nur einer neuen Lackierung bedarf, um der Ninette einen ganz anderen Charakter zu verleihen. Gold und Weiss fand ich persönlich sehr schick!

Die vielen kleinen Details

Warum Custombike-Schrauber wahnsinnig sind

Heute besuchte ich zu ersten Mal die Intermot. Neben allen möglichen Modellneuheiten, die es zu bestaunen galt (und über die ich in den kommenden Tagen berichten werde) findet dort diese Woche auch der AMD Custom Bike Wettbewerb statt. In den verschiedensten Kategorien wird dort das beste Custom Bike gesucht.

Zwei der Bikes, die dort antreten sind der bereits bekannte Sprintbeemer von Sebastien Lorentz und der K1600-Umbau von Fred Krugger, der letzte Woche in Paris vorgestellt wurde. Mit beiden unterhielt ich mich heute zu ihren Motorrädern und beide Männer sind im gleiche positiven Sinne wahnsinnig. Doch eines nach dem anderen.

Sebastien baute den Sprintbeemer fürs Glemseck101 im letzten Jahr auf. Danach bereiste er damit diverse Shows und Motorradtreffen und nach dem diesjährigen Wheels & Waves hat er das Motorrad komplett zerpflückt. Der Motor wurde bei Edelweiss Motorsport generalüberholt, das Motorrad erhielt einen neuen Tank, eine neue Verkleidung und neben diversen technischen Verbesserungen noch eine NOS-Einspritzung. Und was macht Seb, nachdem er mit dem Motorrad das Glemseck gerockt hat? Er zerlegt es nochmals komplett es noch weiter zu verbessern. Die Lackierung des Tanks passte ihm noch nicht. Die Fußrastenanlagen auch nicht und diverse andere Dinge ebenso. Geschraubt hat er bis Montag früh, bevor der Transport nach Köln anstand.

Sprintbeemer-1

Ähnliches bei Fred Krugger. Nicht nur, daß er sich zu einer extrem ungewöhnlichen Basis für seinen Umbau hat hinreissen lassen – die BMW K1600 GT als Luxustourer ist in Sachen Customizing eher ein dickes Brett (alle Details zum Bike bei BikeExif). Er hat sich auch dazu entschlossen, die gesamte Elektronik des Bikes zu behalten. Wie er eingestand, war das auch der schwerste Part im gesamten Umbau. Wenn ihr Euch das Bike anschaut, ist es schwierig nachzuvollziehen, daß nicht die mechanischen Umbauten sondern die elektrischen die Herausforderungen waren. Und dann stehst Du dabei, wenn Fred die Details des Bikes dem BMW Marketingleiter und dem Designer der neuen R1200 R erklärt und den Jungs komplett die Kinnlade auf dem Boden der Messehalle klappt. Und Fred munter weitererzählt, welche Details am Bike ihn noch stören. Details an den Custom-Rädern oder die Form der Hebel am Gasgestänge.

Krugger-1

Diese Besessenheit und der absolute Wille zur Perfektion sind der Hammer. Danke für Eure Inspiration, Jungs!

Glemseck Preview: Sprintbeemer 2.0

Der Sprintbeemer von Sébastian Lorentz war der Hinkucker des letztjährigen Glemseck 101. SonicSeb gewann damit den Preis „Best of Show“ und das StarrWars-Rennen am Sonntag.

Um dieses Jahr auch im Hauptrennen den ersten Platz zu holen, hat er dem Wort „Wahnsinn“ eine neue Bedeutung gegeben. Der Motor wurde komplett zerlegt und bei Edelweiss Motorsport nach allen klassischen Motortuning-Regeln bearbeitet. Nach ersten Prüfstandsläufen kratzt die R100 RS-Maschine aus den 70ern an der 10.000 U/min-Marke. Damit nicht genug, denn um im Sprintrennen richtig den Hammer rauszuholen braucht der Mann von Welt natürlich eine Lachgaseinspritzung. Unterstützt durch den Verkauf eines limitierten T-Shirts wurde der NOS-Kit finanziert.

Wenn man den Postings auf der Facebook-Seite der Lucky Cat Garage folgt, so hat Séb seit drei Tagen nicht geschlafen, aber es wird. Das Motorrad bekommt noch eine neue Vollverkleidung, ein Helm mit individueller Lackierung und ein neuer Rennoverall für den Fahrer komplettieren das Gesamtbild. Bisher kann ich Euch nur Details zeigen, für finale Bilder müssen wir wohl bis Samstag warten.

Motorrevision bei Edelweiss Motorsport

Motorrevision bei Edelweiss Motorsport

Motorrevision bei Edelweiss Motorsport

Motorrevision bei Edelweiss Motorsport

NOS-Kit, hell yeah!

NOS-Kit, hell yeah!

Neue Tanklackierung

Neue Tanklackierung

Nachtschicht

Nachtschicht

Update:
Und hier der Gerät in voller Pracht:

Benzingespräche bei den Southsiders

Vincent Prat hat gerade einen längeren Artikel über das diesjährige Wheels & Waves veröffentlicht. Neben den Planungen zum Event sind auch drei Interviews enthalten mit Rey Gautier, Sebastien Lorentz von der Lucky Cat Garage und Chris Hunter von BikeExif.

Sebastien Lorentz Lucky Cat Garage

Das Gespräch mit Sebastien Lorentz passt gut zum Interview, welches ich vor kurzem mit Sylvain Berneron geführt habe. Nicht nur, daß die beiden Kollegen bei BMW Motorrad sind, Sylvain pilotierte auch den von der Lucky Cat Garage gebauten Sprintbeemer beim Glemseck 101 im letzen Jahr.

Benzingespräche: Sylvain Berneron a.k.a Holographic Hammer

Manchmal muss man die Leute einfach nur fragen. Sylvain Berneron ist Designer bei BMW Motorrad und erstellt in seiner Freizeit unter seinem Alias „Holographic Hammer“ tolle und aufregende Motorrad-Designstudien. Irgendwann habe ich Sylvain angeschrieben, ob er nicht Lust auf ein Benzingespräch hätte. Und siehe da, er hatte. Und da Sylvains Deutsch so schlecht ist wie mein Französisch, haben wir das Gespräch auf Englisch geführt.

Sylvain, before we get started on bikes, tell us a little bit about yourself. How did you grow up, how did you get into design?

I grew up riding and racing Motocross, I started when I was a kid and it has been the key of all my motivation to learn since then. I have always been drawing during the week and riding on the weekends so when the time to choose a direction for my future came, drawing bikes was the one and only answer!

Your diploma project was pretty impressive. What did you have in mind while designing it? And what did your parents say when you occupied their living room for six weeks building the model in clay?

My diploma project was a design study trying to define what could be the motorcycle architecture when the petrol will be gone. So instead of just drawing a „normal“ bike but with an electric engine inside, the idea here was to use the full potential of an alternative energy in the package itself. Powering a bike with electricity offers a lot of new possibilities like having two powered wheels that could turn using electric brakes and engines in the hubs. The seat was moving as well, helping the pilot to lean on the sides, improving the weight transfer while cornering. It was using the Michelin Tweel concept, combining suspensions in the tyre walls and increasing the grip surface in every situation due to a softer tyre band.
It is a complete different approach to what we do now, explaining the potential of that architecture in a few lines is impossible but hopefully the sketches will help understanding it better.

Erdengast

My school didn´t want to let me build a full size model saying I had no clue what I was doing, so I convinced my dad to turn half of his living room into a modeling studio, it took 8 weeks working day and night but at the end it paid off. It smelled clay in the whole house and we had to live tight during that time but my dad and brother supported me and it was a great experience for sure, the model is now seating in the BMW design studio in Munich, right in front of my desk!

How did you get to BMW Motorrad? What are you woking on there (if you can tell us)? How is it working together with guys like Ola Stenegard?

I started at BMW Motorrad in 2009 as an intern, I learned most of my skills there as I was surrounded with extremely talented people from engineers, modelers to designers. I unfortunately can´t tell you what I am working on even if I would love to share it with all the motorcycles enthusiasts simply because I am so passionate about what I am doing.

I feel blessed everyday working for Ola and with the colleagues I have, we are all true motorcycle freaks and working all together sharing and developing ideas is a very strong process as each concept is emphasized by everyone´s input.

What was your introduction to motorcycles? When did you start riding and what was your first bike?

I started riding when I was 8 years old and my first bike was an old blue PW 80, long and low, 3 gears, no clutch and sketchy brakes. With one full tank I could ride all the afternoon, it was the perfect bike to get addicted to riding. The first strong memories of my childhood that I have are actually on it !

Your current bike „Tsar“ was featured on a lot of websites (e.g. on Inazuma Caferacers). Is it the only bike in your garage? What other bike / builds do you dream of?

Tsar

The Tzar is something I wanted to build for a long time, I like powerful, simple and reliable bikes so it was the perfect match for me ! But I am a motocross guy first so my second ride is a KTM 250 SX. There is one bike I have been dreaming to build, even before I did the Tzar, I have it in my head for 5 or 6 years now and if everything goes well it should see the light of day in a year. It is a big project as it requires specific tools, a lot of time and a good bag of cash, it is a Honda but this is all I can say at the moment 😉

You also ride motocross with Piers from Derestricted. What do you enjoy more, onroad or offroad? What is the bigger fascination?

On an everyday base I ride 70% MX and 30% on the road, so I spent a lot more time on my 250 SX. I am a big 2 stroke fan, modern 2T engines are simply amazing and I hope to see them back on the road one day.

Let’s talk about last years Glemseck 101. How was it to ride the Sprintbeemer? How short-noticed was the call from Sebastién? What is your relation with the Lucky Cat Garage?

Glemseck 2013, what a story ! Sebastian and I both work for BMW Motorrad, so that´s how we met and we became very good friends on the side as well. He was building his sprintbeemer for the sprint race and I helped him for the paint and the graphics, I also did the Lucky Cat Garage logo. I didn´t plan to go there as I wanted to go down south to the beach with my girlfriend. He called me 3 days before the race saying he broke his leg and had to clue how to bring the bike there and participate to the race, so Lucie and I shortened the holidays and drove back home to help him out, true story! We quickly packed everything and I drove Seb and Daniel Beres (our talented photograph friend) to Glemseck, we arrived at 4 o’clock in the morning after an 7h drive and at 9h I was on the drag strip for the first practice !

Sprintbeemer

The sprintbeemer is an hell of a machine, the combination of the Square rear tyre, 15 degrees steering angle, no suspensions at all, the super low seat position and the inverted gear box make it very special to ride, but special in the epic sense of it !

We ended winning our class with 7 victories in a row and on top of that Seb got the BEST OF SHOW award, it was an unbelievable weekend !

It sounds awkward to call „Holographic Hammer“ your hobby. In your spare time you produce some really stunning designs and concepts. What is your motivation?

Building a custom bike takes a lot of time and money, as a designer I realized that the first idea is rarely the best, good things come with exploring different options and trying unusual combinations. All my friends ride or work in the custom motorcycle business and I was always around them to quickly photoshop their garage builds or make them some logos.
That is the all meaning of Holographic Hammer, a digital tool helping and simplifying the manual labour.
I am convinced that doing a sketch before building helps to get the global proportion right and stay on track during the process, because you can easily get lost redoing the same part again and again until it works.
My motivation comes from the satisfaction of being involved in exciting projects with cool people, it is hard as it is extremely time consuming and sometimes frustrating, but when it finally comes together and the final bike is made, there is nothing better.

I noticed you doing a lot of designs for CRD, is there any special relation?

Pedro from CRD is a friend and we have a good creative relationship, that´s why we work together quite often, CRD is one of the major Custom companies in Europe and it is always a pleasure to sketch for them because I know the sketches are gonna be well judged and built.

I loved the CRD #42, based on an BMW R1100 GS – not the prettiest bike for sure – also because of the fact that it doesn’t use the standard base bike like a Kawa W or Triumph to make a stunning custom bike. What was your motivation to use this bike for the design?

This concept is quite different, the idea was to keep all the agreements of a modern bike like comfort, fuel capacity, reliability, power and luggages but with the visual simplicity and the authenticity of the old ones. So of course the proportion is unusual but it got very well received as the main idea is still visible.

CRD42

It has been designed as a technical TOOL bike with a list of things to have no matter what, and then balanced with a touch of elegance in matching textures and colors.

As a last – and personal – question: any thoughts about an 2002 BMW F650 GS?

Being a BMW Motorrad designer, I try not to sketch on modern or actual production bikes as I really don´t want my work and HH to collide with each other. Those are 2 different industries with 2 different mentalities and sometimes they meet of course like when we developed the BMW Ninety for example, but if it happens then it has to come from my BMW work and not from HH, the opposite would be wrong.
But to answer your question I did try on the Scarver version, it was an idea we had with John and Nico from 4h10, but the perimetric frame is really hard to deal with and it requires a complete new tank which makes the price go up a lot, so at the end I stopped because the progress was not satisfying enough and the bike would have cost a fortune to build.

Sylvain, thanks a lot for the interview!

Wenn ihr nun auf den Geschmack gekommen seid, was Sylvains Designs angeht: bei Society6 könnt ihr seine Grafiken bestellen.

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