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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Honda CJ 250 T

Die erste Tour mit der CJ – die 13-Seen-Tour mit den Berlin Café Racers

Gestern brachen fast 40 Freunde des zweirädrigen Alteisens auf zur 13-Seen-Tour. Für die seit einer Woche wieder betriebsbereite CJ sollte es die erste Bewährungsprobe werden. Das Wetter meinte es auch fast durchgehend gut mit uns, ausser einem kleinen Hagel- und Regenschauer bei der Anfahrt zum Treffpunkt in Kreuzberg begleiteten uns nur Sonne und leichte Wolken.

Durch die Stadt tuckerten wir erstmal an der Siegessäule vorbei um dann gaaaanz lange gerade aus zu fahren bis in den Grunewald zum Postfenn, wo der Rest der Truppe zu uns stieß! Trotz des guten Wetters war es doch noch etwas frisch auf dem Bock, da kam ein wärmender Kaffee an Bord des Restaurantschiffs „Alte Liebe“ ganz gelegen.

Über Gatow Kladow und Sacrow ging es nahe am Wasser nach Potsdam. Diese Seite der Havel kannte ich noch nicht und für ein gemütliches Dahintuckern war es eine wirklich schöne Strecke. In Potsdam nahmen wir die Touristenstrecke an den Schlössern vorbei bevor es um den Schwielowsee bis zu unserem Zielort, der Wildschweinbäckerei in Schwielowsee. In uriger Atmosphäre verdrückten wir eine ganze Wildsau.
Bis dahin hatte die CJ sich ganz gut geschlagen, aber an die Kupplung muss ich nochmal ran. Bei höheren Drehzahlen fängt sie bei Gasgeben an zu rutschen. Ebenso scheint der Tank auch noch nicht ganz dicht zu sein, wie man an dem schwarzen Schlunz auf den Vergaserdeckeln sehen konnte:

Trotzdem lief sie auf den 150 Kilometern sehr rund, die Autobahnetappe nach Hause machte sie ebenfalls klaglos mit. Auch wenn man der alten Dame anmerkte, daß das nicht ihre präferierte Gangart war.
Hier ein paar Eindrücke der Tour:

Fuhrparknotizen

Die Erweckung aus dem Winterschlaf ist bei der Honda noch nicht ganz abgeschlossen. Nach den grundlegenden Arbeiten und der Beseitigung des Schalt-Dilemmas kann ich sie auf der Strasse bewegen. Da die Vergaser noch nicht überholt wurden ist das Kaltstartverhalten und die Gasannahme sehr mau. Ebenso sehnt sich der Tank auch noch nach einer Rostkur. Aber was erstmal zählt: sie fährt.
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Bisher habe ich die Honda nur in der Stadt bewegt auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Und was soll ich sagen: es stört mich überhaupt nicht, daß sie schwer und langsam ist. Im Gegensatz zur Vespa, die mit ihrer Spritzigkeit und dem schnellen Antritt andauernd animiert, da noch in die Lücke reinzurutschen oder an der Ampel einen kleinen Sprint einzulegen stell ich mich mit der Honda einfach hinten an die Autoschlange an, bewahre den Motor mit leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl vor dem Absaufen, dreh‘ den Choke runter, checke die Öltemperatur und erfreue mich an der Patina auf der Maschine.
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Gleichzeitig habe ich einen Heidenspaß, abends im Internet nach Ersatzteilen zu suchen. Meine Frau rollt schon scherzhaft mit den Augen, wenn jeden zweiten Tag ein kleines Päckchen ankommt mit irgendwelchen Motorradteilen. Für die Vergaserrevision neue Membrane, ein neuer Dichtungs- sowie Schraubensatz. Wenn der Vergaser raus ist, werden auch gleich die Benzinleitungen und der Benzinfilter ausgetauscht. Meine Söhne haben auch ihren Spaß, abends mit mir noch schnell die Ölstandsmarkierungen vom alten Ölmeßstab auf das RR Ölthermometer zu übertragen und einzufeilen.
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Neben den mechanischen Dingen geht es ja auch ein bisschen um die Optik. Nach der ersten Wäsche die die Honda wahrscheinlich in Jahren gesehen hat kam der ganze Staub und Schlunz (v.a. allen auf dem Motor) mal runter und mit etwas Nevr Dull Polierwatte bekamen die Felgen, das Motorgehäuse und die anderen Chromteile wieder etwas alten Glanz zurück. Hatte ich schon erwähnt, daß ich die Patina mag?
Entgegen der ursprünglichen Planungen werde ich den Scheinwerfer und die Instrumente erstmal nicht umbauen. Die alten Teile gefallen mir dafür zu gut. Das Heck wird aber auf jeden Fall angefasst. Hierzu werden ich in den kommenden Wochen erstmal alles, was hinter dem Tank ist, abbauen und kucken, was übrig bleibt und wieder dran muss. Das Hinterradschutzblech und die Chromhaltegriffe kommen auf Jeden Fall weg.
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Da der Heckrahmen hinten sowieso offen ist, wäre es zu überlegen einen passenden Loop anzufertigen und in die Aufnahmelöcher der Chromhaltegriffe anzuschrauben. Oder ich verzichte auf den Loop, wenn ich das Original-Heckbürzel wiederverwende. Da das eh einen geraden Abschluss hinten hat, kann ich da auch ein gerades Rohr zwischenbauen, welches dann vom Heckbürzel verdeckt wird. Mal schauen, was besser passt.
Eines ist sicher: das dämliche Grinsen im Gesicht, wenn ich die alte Möhre fahre bekomme ich nicht so schnell wieder weg.
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Mein Leben als Elektrikdepp

Momentan steht bei der CJ erst einmal die mechanischen Dinge im Vordergrund wie das Richten der Kupplung und der Wechsel aller Betriebsflüssigkeiten. Vielleicht baue ich die Bremsen noch auf Stahlflex um, weil der Vorbesitzer zwar einen schmaleren Fehling-Lenker verbaut hat, aber die Bremsleitungen nicht in der Länge angepasst hat. Nun stehen die etwas blöd in der Gegend rum.
Was ich dann aber als erste „richtige“ Umbaumassnahme machen möchte ist die Installation eines Bates-Scheinwerfers und der Umbau der Blinker und des Rücklichts auf kleinere, dezentere Lösungen. Und genau hier trete ich meinem Endgegner gegenüber: dem Kabelbaum. Gefühlt läuft der gesamte Kabelbaum durch den Lampentopf des Scheinwerfers.
Als bekennender Elektrikdepp wird es mir ein Grauen sein, all die Kabel da rauszupopeln und vor allem danach wieder sauber und richtig zu verbauen. Und im Zweifelsfall zu entscheiden, ob das eine oder andere Kabel überflüssig ist. Immerhin habe ich in den weiten des Intnernetzes einen farbigen Schaltplan gefunden. Jetzt muss ich ihn nur noch verstehen.
Honda CB CJ250 Schaltplan
Da hilft nur Learning by Doing und den einen oder anderen Kumpel um Rat fragen.

Erste Umbauplanung für die Honda CJ 250

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Seit vier Wochen steht sie nun in meiner Garage, die kleine Honda. Nachdem ich das Thema mit dem abgebrochenen Schlüssel des Lenkradschlosses dank eines findigen Charlottenburger Schlüsseldienstes lösen konnte, ist es an der Zeit, sich zu überlegen, wo dieses Projekt hinführen kann.
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Als erstes will ich sie so wie sie ist wieder auf die Strasse bringen, sie wird also erstmal mit einem Saisonkennzeichen ab März Auslauf bekommen. Bis dahin sind noch einige Kleinigkeiten zu machen. Die Kupplung ist ziemlich durch, das ist die größte Baustelle zur Zeit. Den leichten Ölverlust am linken Zylinder muss man auch mal beobachten, sieht aber erstmal nicht kritisch aus.
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Als erstes werde ich voraussichtlich den Umbau der Frontpartie in Angriff nehmen. Den Scheinwerfer werde ich gegen einen Bates austauschen, den Max noch irgendwo rumliegen hat. Die Blinker vorne und hinten werden gegen m-blaze Pins von Motogadget getauscht. Tachometer und Drehzahlmesser werden auch einem kleineren Modell weichen, wobei ich mir überlege, komplett auf den Drehzahlmesser zu verzichten. Die Kabelage muss auch aufgeräumt werden, der Bremsschlauch vorne ist merkwürdig lang und die Elektrikkabel liegen ziemlich unmotiviert in der Gegend rum.
Den schmalen Fehling-Lenker behalte ich erstmal, der sieht mir sehr stadtverkehrskompatibel aus. Was die ziemlich angeranzten Hebel und Rückspiegel angeht, schaue ich erstmal was mit aufpolieren so geht. Wenn das nicht zufriedenstellend ist, suche ich mir Neuteile dafür.
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Die größte Baustelle an der Honda wird sicherlich der Heckumbau werden. Ich mag ja den Heckbürzel, aber die ansteigende Line und die zum Soziussitz hin dicker werdende Sitzbank finde ich störend. Option A wäre, die Sitzbank und das Heck zu verkürzen und den original Heckbürzel zu verwenden. Option B wäre das Heck mit einer flachen und geraden Sitzbank mehr in Richtung Bratstyle zu trimmen. Da ich das voraussichtlich erst im kommenden Winter machen werde, kann man ja nochmal drüber nachdenken. Vielleicht bau ich mir als Zwischenlösung auch das Bremslicht in den Heckbürzel ein, genug Platz ist ja.
Der Auspuff wird wahrscheinlich einem Megaphone-Auspuff weichen müssen.
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Bei der Lackierung tendiere ich zum zeitgenössischen Candy Gold in Kombination mit schwarz oder silber. Ein passender Farbton für die Sitzbank und die Lenkergriffe muss dann auch noch her.
Da die Reifen noch fast neu sind, lasse ich die erstmal drauf. Als nächster Satz kommen dann aber Avon Distanzia drauf, die ein etwas „charaktervolleres“ Profil haben.

Mein neues Entschleunigungsmotorrad: Honda CJ 250 T

Das Leben ist zu kurz für nur ein Motorrad.
*alle nicken mit dem Kopf*
Gut, dann sind wir uns ja einig. Dann muss ich Euch auch nicht lange erklären, warum ich mir noch eines gekauft habe. Noch dazu ein 38 Jahre altes, welches mit 27 PS aus 250 ccm 170 kg bewegen muss. Nicht gerade ein Asphaltbrenner. Aber es soll ja auch nicht beschleunigen, sondern entschleunigen. Mich.
Als ich die Honda CJ 250 T vor ein paar Wochen in einer Onlinebörse für ein paar schmale Taler entdeckte, dachte ich kurz darauf rum. Klassische Silhouette, die man mit kleineren Umbauten an Sitzbank und Heck noch cleaner machen kann. Robuster Motor, die Lichtmaschine ist etwas unterdimensioniert, aber ansonsten alles beherrschbar. Da der Preis so attraktiv war, entschloß ich mich, die Maschine ungesehen zu kaufen. Und heute mittag wurde sie angeliefert. Tadaaaa!


Abgeladen aus dem Transporter sprang sie beim ersten Kick an. Puh, die größte Sorge war schon mal beseitigt. Kleiner Rundgang: keine größeren optischen Mängel, alles dem Alter entsprechend. Die Bremsleitung hatte am vorderen Kotflügel leichte Scheuerspuren hinterlassen, aber das kann man beheben. Sitzbank hoch, Batteriefach und Elektrik sahen auch gut aus. Allerdings fehlte die hintere Tankbefestigung, der lag nur lose auf der Traverse auf. Aber auch dafür wird sich eine Schraube finden. Der Schalthebel muss etwas besser befestigt werden, Brems- und Kupplungshebel sind etwas abgerockt, der Chrom an den Spiegeln auch. Also alles mehr optische denn mechanische Sachen. Sogar die vom Vorgänger vorgenommene Umlackierung sah in natura nicht so doof aus wie auf den Bildern im Inserat.
Den momentan allergrößten Mangel habe ich allerdings selber verschuldet. Beim abziehen des Lenkradschlossschlüssels habe ich selbigen abgebrochen. Natürlich nachdem das Schloss eingerastet war.
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Bevor ich also irgendwas anderes an der Honda mache, werde ich mir also erst mal den Schlüsseldienst aufsuchen und hoffen, daß er mir einen neuen anfertigen kann. Sonst werde ich erstmal nur ganz enge Rechtskurven fahren können.

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