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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Schleswig-Holstein

Elbtour von Schwarzenbek bis Neuruppin

Nach einer schönen Urlaubswoche in Hamburg machte ich mich vergangenen Samstag auf die Rückfahrt nach Berlin. Diesmal ohne Sturmverzögerung und mit Route nach Plan, die mich auf ungefähr 250 Kilometern durch sieben Bundesländer führen sollte: Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin.
Doch eines nach dem anderen. Nach einem kurzen Stück Autobahn fuhr ich über Schwarzenbek über Lauenburg bis Boitzenburg / Elbe. Am Ortseingang hat man dort am Aussichtspunkt „Zwölf Apostel“ einen sehr schönen Blick auf das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV. Der Flußlauf schillerte silbrig während sich die Sonne ihren Weg durch den diesigen Novembermorgen kämpfte.

Hier verließ ich die B5 und wechselte auf die B195, deren Verlauf ich über Amt Neuhaus durch die Niedersächsische Elbtalaue, Dömitz, Lentzen / Elbe bis nach Wittenberge folgte. Leider wurden auf der Strecke vielerorts Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Dem Fahrspaß stand dies aber kaum im Weg, die gut ausgebaute Strasse führt in vielen Kurven durch eine wunderschöne Landschaft. Und ein bisschen in die Weite schauen kann man auch von einer Deichkrone aus.

In Wittenberge war es dann Zeit für einen Tankstopp und hier wechselte ich auch die Elbseite nach Sachsen-Anhalt. Auf einer der früheren Touren hatte ich bei Havelberg die Elbfähre Räbel genommen. Da ich gut in der Zeit lag, wollte ich das wiederholen. Im Örtchen Werben / Elbe tat ein Hinweisschild kund, daß die Fähre gesperrt war. Dies sei einer Baustelle auf der Havelberger Elbseite geschuldet, wie mich eine freundliche Anwohnerin aufklärte. „Das stand aber auch in der Zeitung!“ Sorry, hatte ich gerade nicht zur Hand. Da es entlang der Elbe gefühlt aber mehr Fähren als Brücken gibt, war eine Alternative gleich gefunden in Form der südlich gelegeneren Fähre in Sandau.

Durch die malerische Altstadt der Hansestadt Havelberg orientierte ich über mich Neustadt / Dosse Richtung Neuruppin, wo ich für die kurze Restdistanz nach Berlin die Autobahn nehmen wollte. Kleinere Umwege wegen umgestürzter Bäume inklusive.


Aber seht selbst:

Tourlänge: 243.43km
Dauer: 4:54 h
Karte und GPX-Daten auf https://a.rever.co/rides/735308/

Tour: Hamburg – Schwerin – Berlin

Wer nach Hamburg fährt muss ja auch irgendwann mal wieder nach Berlin zurückkommen. Für den Rückweg hatte ich mir eine andere Strecke ausgekuckt über Schwerin:

  • von Schnelsen aus Richtung Bad Oldesloe und Ratzeburg,
  • von dort aus Richtung Schwerin,
  • von Schwerin eine kleine Verbindungsetappe über die Autobahn bis Ausfahrt Putlitz,
  • über Pritzwalk nach Wittstock / Dosse,
  • dann durch den Truppenübungsplatz Wittstock nach Rheinsberg,
  • abschliessend über Gransee und Oranienburg nach Berlin zurück.


Zwischen Bad Oldesloe und Ratzeburg

Bis Bad Oldesloe gings noch realativ ruhig an, lange Landstrassengeraden mit Kuhweiden rechts und links. Zwischen Bad Oldesloe und Ratzeburg wurde es dann etwas beschwingter und kurviger. Zwar nicht ganz so spektakulär wie auf der B195 auf dem Hinweg nach Hamburg, aber auch sehr nett. Wenn ihr Durch Ratzeburg kommt, macht ruhig mal einen Moment Pause und geniesst den Blick auf den Ratzeburger See, wirklich sehr nett!

Angekommen in Schwerin wollte ich einfach stur geradeaus fahren bis ich ans Wasser komme, habe mich dann aber hoffnungslos in den Einbahnstrassen der (allerdings sehr netten Altstadt) verheddert. Umfahrt besser die Altstadt auf dem Obotritenring, linksrum oder rechtsrum ist egal, beide Wege führen an den Schweriner See und das Schloss:


Schweriner Stadtschloss

Bis hier könnt ihr den Tourverlauf in der BMW Motorrad Community ansehen oder hier die GPX-Daten fürs Navi herunterladen.

Von hier aus war ich etwas unschlüssig, wie ich meine Tour weiterfahren sollte. Ursprünglich hatte ich geplant, über die B106 bis Ludwigslust zu fahren und dann über die B5 zurück nach Berlin, aber das sah mir auf der Karte zu langweilig aus. Alternativ ging es über die A14 und A24 bis zur Abfahrt Putlitz (inkl. Besichtigung der Burg Putlitz), von dort aus über Pritzwalk nach Wittstock.

Der weitere Weg nach Rheinsberg führte über den Truppenübungsplatz Wittstock, der vor ein paar Jahren noch als Standort für das „Bombodrom“ in Diskussion war. Es war schon komisch, da durch zufahren. Optisch ein Genuß kyritz-ruppinischer Heidelandschaft, allerdings standen links und rechts der hoppeligen Landstrasse im Abstand von 50 Metern Warnschilder „Achtung Kampfstoffe – Lebensgefahr“, die untrüglich auf die Vergangenheit des Geländes als Truppenübungsplatz hinwiesen.

Irgendwann hinter Gransee merkte ich, daß ich noch gar kein Mittagessen hatte. Seit 08:00 unterwegs hatte ich im Flow der Überlandfahrt irgendwie die Zeit aus den Augen verloren. Abhilfe gab es bei „Kaddel’s Brutzelhütte“ bei einer leckeren Bockwurst und einem netten Benzingespräch mit zwei Honda Valkyrie-Fahrern (was für ein Chrommonster ist das denn bidde?). Danach ging es die letzten Kilometer über Oranienburg und den Berliner Ring nach Hause.

Für die 360km braucht ihr ungefähr 6 Stunden Fahrzeit.

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