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Schlagwort: Routenplanung

KRCC VLOG 2/2017: Navigation und Routenplanung

Für die zweite Ausgabe von Kettenritzel.tv bin ich vom Keller an meinen Esstisch umgezogen und gebe einen knapp viertelstündlichen Rundumschlag zum Thema Navigation und Routenplanung. Darin kommen vor:

Und ja, es sind auch Papierkarten anwesend!

Zum Thema Vloggen muss ich noch einiges optimieren, Tonqualität, kürzere Sätze, weniger Ähms, aber die Lernkurve ist steil und es macht Laune. Euch hoffentlich auch!

Routenplanung für das Motorrad mit Kurviger.de

Vor kurzem stolperte ich über einen neuen Routenplaner namens Kurviger.de. In privater Initiative hat hier Robin Boldt einen aufgeräumten Online-Dienst auf die Beine gestellt.
Kurviger_Motorrad_Routenplaner_1_A_nach_B
Kurviger.de bevorzugt kurvige Strecken und Berge und vermeidet zugleich Städte und Autobahnen. Neben der klassischen Routenplanung von A nach B mit diversen Zwischenzielen bietet Kurviger.de auch die Möglichkeiten der Planung von Rundtouren. Eine Rundtour berechnet sich von einem Startort aus mit einer ungefähren Längenangabe. Zusätzlich kann man noch eine ungefähre Himmelsrichtung angeben. Dann versucht Kurviger die Route ungefähr in die angegebene Richtung zu lenken.
Kurviger_Motorrad_Routenplaner_2_Rundtouren
Die dann generierte Rundtour kann – wenn sie noch nicht den persönlichen Vorlieben entspricht – wie eine ganz normale Strecke angepasst werden. Kurviger bietet drei Streckenoptionen an: geradeaus, kurvig und extra kurvig. Bei der Option „geradeaus“ wird dann auch mal die Autobahn in Kauf genommen. Das kann bei Verbindungsetappen sehr sinnvoll sein. Diese Option funktioniert beispielsweise bei Mopedmap nicht.
Die Option kurvig führt über schöne kurvige Straßen und Pässe. Extra kurvig ist ähnlich zu kurvig, nur legt extra kurvig besonders Wert auf kleine, oft abgelegene Straßen mit besonders vielen Kurven.
Was mir beim Testen auffiel ist die etwas großzügige Auslegung der vorgegebenen Kilometerzahl bei der Planung von Rundtouren. Im obigen Screenshot hatte ich eine gewünschte Länge von 200 km für eine Rundtour mit Start und Ziel in Sölden eingegeben. Der Tourenvorschlag von Kurviger.de belief sich dann auf stolze 551 km. Laut Entwickler Robin ist dieser Umstand auch bekannt, in dichter besiedelten Gebieten funktioniert diese Option auch besser.
Kurviger_Motorrad_Routenplaner_3_GPX_Export
Ist die Route fertig geplant kann diese als GPX-Datei exportiert werden zur Übernahme ins Navigationsgerät. Eine entsprechende Anleitung findet sich auf der Seite. Alternativ kann auch ein Downloadlink für die Route generiert werden.
Kurviger_Motorrad_Routenplaner_4_Kartenoptionen
Für die Darstellung der Karten gibt es verschiedene Optionen, persönlich finde ich die Open Streetmap noch am besten. Wer die geplante Route gerne in Papier dabei hat, kann diese auch ausdrucken. Aus der Vollbildansicht klappt das am besten. Ein Roadbook wie bei Mopedmap wird hier aber nicht generiert.
Mehr Informationen zu Kurviger.de findet ihr auf deren Website oder Facebook-Seite. Persönlich gefällt mir Kurviger.de schon mal sehr gut, ich bin gespannt auf die Weiterentwicklungen.

Routenplanung mit Mopedmap

In meinem letzten Rant über Tourenplanung habe ich ziemlich über die vorhandenen Möglichkeiten der Routenplanung über Google, Bing und Here geschimpft. Jetzt bin ich beim Rumfummeln an der Routenplanung für die Mittelgebirgstour auf Mopedmap gestoßen. Und ich muss sagen, dass es einen großen Fortschritt in den Möglichkeiten der Routenplanung darstellt.

Mopedmap ist ein Ableger von Bikemap, daher verlinkt Mopedmap bezüglich der iPhone-App auch auf die von Bikemap. Die Nähe zur Fahrradtourenplanung ist auch nicht verkehrt, so vermeidet Mopedmap automatisch Autobahnen. Etwas, daß man bei herkömmlichen Routenplanern immer erst ausschließen muss.

Man kann wie bei anderen Diensten auch aus vorhandenen, von anderen Nutzern eingestellten Routen auswählen oder anfangen, seine eigene zu planen. Letzteres habe ich gemacht mit den Tagesrouten der Mittelgebirgstour (hier geht’s zu meiner Profilseite bei Mopedmap).

Mopedmap Profilansicht

Per Suchfunktion wählt man den Startpunkt seiner Tour aus und klickt dann einfach mit der Maus die einzelnen Wegpunkte in die Karte und Mopedmap vervollständigt die Route. Das geht viel schneller und intuitiver als die Ortseingabe beispielsweise bei Google Maps und man hat nicht den Ärger mit mehrfach vorhandenen Ortsnamen, bei denen man den falschen wählt und es einem in der Folge die Routenplanung zerhaut. Die Vervollständigung der Route funktioniert erstaunlich gut. Auch bei weniger eng gesetzten Wegpunkten kam bei meinen bisherigen Planungen immer eine schöne Gesamtroute dabei heraus.

Mopedmap Route Standardansicht

Hat man die Route fertig, werden die Gesamtkilometer und Gesamthöhenmeter für die Route angezeigt sowie das Höhenprofil. Die Routendaten kann man sich per GPX-Dowload auf das Navi ziehen. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, bereits gefahrene Routen per GPX-Upload bei Mopedmap einzustellen, ich habe das mal mit meiner letzten Müritz-Tagestour gemacht.

Bezüglich der Kartendarstellung kann man zwischen fünf verschiedenen Typen wählen, im folgenden beispielhaft an der Mopedmap-eigenen Relief Map und der Google Roadmap in Vollbilddarstellung gezeigt.

Mopedmap Route Vollbildansicht Google Roadmap

Mopedmap Route Vollbildansicht Relief Map

Die Vollbilddarstellung ermöglicht einem einen guten Gesamtüberblick über die Route. Zur Navigation ist sie allerdings nicht unbedingt geeignet. Hierfür bietet Mopedmap eine sehr schöne Funktion: man kann sich das Routenbuch ausdrucken und bekommt dann die gesamte Routenübersicht sowie einzelne, detailierte Kartenausschnitte für den gesamten Routenverlauf. Hier mal eine Beispielseite:

Berlin - Stettin - Berlin_Seite_23

Fürs Fahrradfahren ist diese detaillierte Darstellung sicherlich optimal, beim Motorrad käme man mit dem Umblättern nicht mehr hinterher. Schön wäre hier eine etwas grobere Kartenauflösung oder die Möglichkeit, gewisse Kartensegmente auszublenden und nur die zu übernehmen, die für die Navigation wichtig sind wie Abbiegepunkte oder Stadtdurchfahrten.

Alles in allem ist Mopedmap schon ziemlich dran am Optimum, was meine Anforderungen an die Tourenplanung angeht. Jetzt muss nur noch der kleine Wermutstropfen aus der Welt geschaffen werden, der es mir momentan nicht ermöglicht, Mopedmap auf dem Handy zu nutzen: ich kann mich in der Bikemap-App nicht mit meinen Mopedmap-Credentials anmelden, diese werden abgelehnt. Ob das nur bei mir so ist oder auch bei anderen, kann ich momentan nicht überprüfen.

Tourenplanung in den Alpen oder das Kreuz mit den Routenplanern

Die „Operation Alpenblitz“ nimmt langsam Formen an und ich plane mich durch Österreichs und Italiens Alpenpässe, um möglichst viele in drei bis vier Tage zu packen. Bislang habe ich dafür immer Google Maps genutzt, aber aktuell ärgere ich mich mehr über Google Maps als daß es mir nützlich wäre.

Mit der neuen Version von Google Maps kann man lediglich eine Route mit nicht mehr als sieben Wegpunkten planen. Mehr Eingabefelder gibt es nicht. Früher waren fast beliebig viele Wegpunkte möglich, an Grenzen bin ich da bisher nie gestossen.

Was mich aber noch mehr ärgert sind unerklärliche Navigationsfehler. Versucht zum Beispiel mal in Google Maps eine Route von Sölden nach St. Leonhard in Passeier zu planen. Über das Timmelsjoch sind das knapp 50km. Was aber macht Google Maps? Schickt einen über den Brenner auf einer mehr als 200 km längeren Route:

Google Maps

Alle anderen Routenplaner wie Bing Maps oder Here.com sind sich einig, bei denen ist das Timmelsjoch befahrbar:

Route von Sölden  Österreich nach St. Leonhard in Passeier  Tr.A.A.  Italien   Bing Karten

HERE   Stadtpläne und Landkarten   Routenplaner   Satellitenansichten

Bei Here.com hat man zudem eine sehr komfortable Möglichkeit, geplante Routen zu speichern um sich so beispielsweise ein Roadbook für eine Tour zusammenzustellen mit den einzelnen Tagesetappen. Allerdings finde ich bei Bing und Here die Kartendarstellung grafisch nicht so klar wie bei Google Maps.

Es muss allerdings nicht immer digital sein. Bei all dem Ärger mit den digitalen Routenplanern wollte ich mir erstmal eine Karte besorgen, um auf ihr die einzelnen Pässe, die ich befahren wollte zunächst zu markieren und dann die optimale Route drumrum zu planen. Bei der Recherche hier stieß ich auf ein tolles Angebot des ADAC’s. Bei dem kann man sich kostenlos Motorrad- und Oldtimertourenkarten für Österreiche, Schweiz und Italien herunterladen:

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Und so habe ich mir die relevanten gezogen, auf A3 ausgedruckt (ANALOG, EINSELF!!11!) und male nun mit dem Textmarker in den Karten rum und puzzel mir so meine Gedanken zurecht. Und es entsteht sehr schnell ein konkretes Bild, welches ich dann anschließend nochmal in einen Onlineroutenplaner packen werde, um die Route feinzuplanen und die Tageskilometer einigermaßen auszutarieren. Was dann final dabei rauskommt, stell ich Euch demnächst vor.

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