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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: REV’IT

Schuh-Schwierigkeiten

Ja, liebe mitlesende Damen, es kann auch sein, daß wir Männer mal Probleme mit dem passenden Schuhwerk haben. In diesem Falle mit den Motorradstiefeln. Nachdem ich meine Fahrschulfahrten sehr gut mit meinen Blundstone 500 absolvierte, kümmerte ich mich erst relativ spät um den Erwerb motorradtauglichen Schuhwerks. Das erste Paar Motorradstiefel hatte ich mir online bestellt, eher so das sportlichere Modell. Die Dinger waren aber leider so steif, daß ich überhaupt kein Gefühl mehr hatte für die Schaltung. Nach einer kurzen Probefahrt gingen diese direkt zurück an den Händler.

Den nächsten Versuch unternahm ich im Laden und entschied mich für ein schlichteres Tourenmodell der Polo-Eigenmarke Road. Mit knapp 80 € war es preislich auch als Einsteigermodell akzeptabel. Sehr guter Tragekomfort, bei regelmäßiger Pflege auch gut regenresistent und nicht abgrundtief hässlich wie andere Modelle. Eigentlich hätte ich die gerne länger als 1,5 Jahre gefahren, wenn auf der Rückfahrt der Mittelgebirgstour nicht das passiert wäre:

kaputtermotorradstiefel

Ein Riß mitten im Leder genau an der Stelle, an der der Stiefel am meisten beansprucht wird: an der Schaltwippenschaltfläche. Neben diesem großen Riss waren am anderen Schuh auch mehrere kleine vorhanden, ebenfalls im Material. Das darf nicht passieren, nicht nach so kurzer Zeit und nicht bei so guter Pflege – die Stiefel wurden nach jeder Tour geputzt und imprägniert. In Berlin machte ich mich also auf zum Polo-Store, in dem ich die Dinger gekauft hatte. Den Kaufbeleg hatte ich nicht mehr, aber da ich zum Zeitpunkt des Kaufes bereits eine Polo-Kundenkarte hatte, konnte ein Rechnungskopie aus der Zentrale angefordert werden. Und von den ursprünglichen 79,95 € Kaufpreis bekam ich 59,95 € als Gutschrift wiedererstattet. Bei allem Ärger über den Defekt am Stiefel, diese kulante Regelung stellte mich sehr zufrieden.

Auf der Suche nach geeignetem, neuen Schuhwerk hatte ich mir zwischenzeitlich bei FC Moto einen Revit-Stiefel bestellt, der auch als am Lager verfügbar markiert wurde, die Versandzeit wurde mit 2-5 Tagen angegeben. Nach einer Woche keine Nachricht, keine Versandbestätigung, also schrieb ich eine Mail, um mich nach dem Stand meiner Bestellung zu erkundigen. Erst mehrere Tage später erhielt ich eine Nachricht vom Kundendienst: „Wir möchten Sie informieren, dass Ihre Bestellung weiterhin bearbeitet wird. Für den Lieferverzug gibt es verschiedene Gründe. Manche Artikel sind zwischenzeitlich eventuell schon wieder ausverkauft und wir warten noch auf die Lieferung unserer Lieferanten.“ Ein voraussichtliches Lieferdatum wurde nicht genannt. Mittlerweile sind mehr als 14 Tage seit meiner Bestellung vergangen und es ist immer noch nichts passiert. Heute dann habe ich leicht genervt die Bestellung storniert.

Genau das gleiche hatte ich bei FC Moto im März. Damals hatte ich eine Motorradhose und -jacke bestellt, die auch wochenlang nicht lieferbar war und die ich dann auch stornierte. Der Gesamtwert beider nun stornierter Bestellungen bei FC Moto beläuft sich auf über 700 €. Es scheint, als ob manche Online-Händler den Umsatz nicht nötig haben.

Kutte neu macht der Mai

Nachdem das Mopped mit frischem TÜV und durchgeführtem Service bereit für die Saison und die bevorstehende Mittelgebirgstour ist, wurde es Zeit, sich mal dem Fahrerequipment zu widmen. Seit längerem bin ich auf der Suche nach einer neuen Motorradjacke. Die alte Roleff tut es zwar noch aber sie ist zu schwer und relativ dick wattiert und eher für kühlere Temperaturen geeignet, wo sie mir auch gute Dienste geleistet hat.

Zunächst war ich bei den üblichen Verdächtigen im Laden und probierte mich durch mehrere Hersteller durch. Die Büse-Jacken gingen vom Schnitt her gar nicht, die scheinen eher für Pygmäen gemacht zu sein als für 1,80 große Mitteleuropäer mit kleiner Wohlstandsplauze. Irgendwann stand ich dann vor dem REV’IT-Ständer und probierte zunächst die Sand 2-Jacke an. Sehr funktional und gut durchdacht sowie mit ausknöpfbarem Wärmefutter und Windstopper über das ganze Jahr zu tragen. Tolles Ding, aber mit einem Preisschild von 350 € nicht meine Preisklasse.

Später beim rumgoogeln stieß ich auf die REV’IT Horizon und auf ein sehr gute gemachtes Video von Revzilla, die mit schon früher mit ihren guten Videoproduktvorstellungen aufgefallen sind:

Gegenüber der Sand 2-Jacke ist die Horizon mehr auf wärmere Temperaturen ausgelegt und hat auch ein ausgeklügelteres Belüftungssystem. Da Polo am letzten Wochenende die Jacke um fast 40% reduziert anbot, habe ich sie dort bestellt, gestern wurde sie bereits geliefert.

REV'IT Horizon

Bei der Anprobe stellte sich aber heraus, daß sie nicht so optimal passen sollte. Die Arme waren ein kleines Stück zu kurz und sie saß ein kleines bisschen spack. Zwar nicht viel, aber bei dem Gedanken an acht Stunden im Sattel auf Tour in einer etwas zwickenden Jacke entschloss ich mich, abends nochmal in den Laden zu fahren um die Jacke in einer anderen Größe anzuprobieren.

Dort stieß ich dann auf ein drittes Modell von REV’IT namens Safari. Die probierte ich in der gleichen Größe an wie die Horizon, jedoch passte sie sehr viel besser von der Ärmellänge und um die Plauze rum.

REV'IT Safari

Sie hat von der Ausstattung her etwas weniger Belüftungsöffnungen, dafür zwei Brusttaschen, was ich persönlich auch wichtig finde. So bekommt man bei der Tagestour die mitzuführenden Kleinigkeiten besser mit und muss nicht gleich einen Tankrucksack mitnehmen. Die Verstellgurte an der Taille waren auch etwas weniger aufwendig gefertigt, aber taten auch in der Klettvariante ihren Zweck. Vor allem aber überzeugte mich der viel bessere Sitz und preislich lag sie mit 199 € auch noch 30 € unter der Horizon. Das gesparte Geld steckte ich gleich in den passenden Rückenprotektor für die Safari und nahm die Jacke mit. Und die Horizon geht ab in die Retoure.

Und die Safari werde ich demnächst auf einer kleineren Runde mal ausführen um herauszufinden, wie sie sich unterwegs so macht und wie warm sie ist, um auch die Frage zu beantworten, was und wie viel ich noch drunter anziehe.

Was sich für mich mal wieder gezeigt hat: Online-Videos wie die von Revzilla helfen mir sehr, mich mit einem Hersteller, seinen Produkten und deren Funktionen detaillierter auseinanderzusetzen. In seiner Ausführlichkeit habe ich in dem Video mehr erfahren, als ich es auch in einem guten Beratungsgespräch beim Händler vor Ort nicht mitbekommen hätte. Hier können sich die Onlineshops der großen Ketten auch eine Scheibe von Abschneiden. Letztendlich entscheidet aber die Anprobe und das „Anfassen“ der Kleidung über den endgültigen Kauf. Ob ich dann gleich im Laden kaufe oder nach Hause gehe und das Kleidungsstück online kaufe, bleibt jedem selber überlassen. So ärgerlich das aus Händlersicht sein mag, verhindern kann man es nicht, aber sicherlich über ein sehr gutes Onlineangebot selber beeinflussen.

So onlinig ich bin, habe ich letztendlich im Laden gekauft, auch wenn ich die Jacke online 20 € günstiger hätte bekommen können.

 

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