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Schlagwort: Lausitzring

Behind the Grid: Die DTM zeigt sich zum ersten Mal ohne Helm

Ich fotografiere Nicki Thiim, kurz vor der Siegerehrung. Er sitzt einfach am Boden, Helm ab, komplett verausgabt – 0,413 Sekunden hat der Sieg gefehlt, zum zweiten Mal an diesem Wochenende. Keine 10 Meter entfernt bejubelt Finn Wiebelhaus mit seinem Team sein erstes DTM-Podest. Heute Abend erlebe ich diesen Moment noch einmal, als ich mir Episode 1 der neuen DTM-Dokumentation „Behind the Grid“ anschaue. In Minute 22:37 entdecke ich mich selbst, rechts außen am Bildrand, mit meinem rosa Fotografenleibchen.

Worum es geht

„Behind the Grid“ ist die neue Serie der DTM, produziert von der fahrwerkfilm GmbH, die seit Saisonbeginn mit Kamerateams im Fahrerlager, in den Boxen und im Umfeld der Fahrer unterwegs war. Die erste Folge ist seit heute Abend, 28. August online. Nach der heutigen Premiere geht es wöchentlich weiter, bis Episode 7 am 16. Oktober zum Saisonfinale in Hockenheim. Jede Folge ist rund 20 Minuten lang, sieben Folgen insgesamt.

Der Vergleich mit „Drive to Survive“ drängt sich auf, und die DTM selbst scheut ihn nicht: Laut Hersteller soll die Serie „für bestehende Motorsportfans einen echten Mehrwert“ schaffen und gleichzeitig ein Publikum erreichen, das den Sport bisher nur aus der Distanz kennt. Ob das gelingt, muss die Serie über sieben Folgen beweisen. Nach Folge kann ich schon mal sagen dass es für Sohn II und mich funktioniert.

Die erste Folge: Routinier gegen Newcomer

Episode 1 baut sich entlang einer klassischen Konstellation auf: Maro Engel, der Routinier mit Erfahrung aus praktisch jeder GT3-Meisterschaft, die es gibt, gegen Finn Wiebelhaus, den Newcomer, der in seiner ersten vollen DTM-Saison sofort für Aufsehen sorgt. Gezeigt werden die Stationen Red Bull Ring, Zandvoort und Lausitzring – drei völlig unterschiedliche Strecken, drei unterschiedliche Wochenenden.

Was mir positiv auffällt: Die Folge bleibt bei den Menschen, nicht bei der Rundenzeit. Gerade am Lausitzring war ich nah an den Fahrern und konnte sie in der Box, bei der Siegerehrung oder in der Mixed Zone im Media Center selber interviewen. Die Serie zeigt auch die Nähe, die ich selber erleben durfte.

Mich habt ihr schon mal, liebe DTM. Ich schau wieder rein.

DTM-Vorschau: Mit Vollgas in die Lausitz – Rennsonntag am Dekra Lausitzring

Am kommenden Sonntag bin ich mit Sohn II am Lausitzring – nicht nur als Zuschauer, sondern als Teil eines kleinen Familienrituals: gemeinsam Motorsport erleben. Und die DTM liefert dafür wieder mal das passende Programm. Nach dem Saisonauftakt in Oschersleben geht’s jetzt in Runde zwei – genauer gesagt zu den Rennen 3 und 4 auf dem 3,5 Kilometer langen Kurs bei Schipkau. Der Dekra Lausitzring, mit seinen zwölf Kurven und dem rauen Asphalt, verlangt den Fahrern einiges ab – fahrerisch wie technisch. Wer hier vorne mitfahren will, muss Linie, Mut und Material im Griff haben.

Das Feld sortiert sich – Pepper unter Druck

Jordan Pepper (Lamborghini) kommt als Tabellenführer. Doch Lucas Auer (Mercedes) und Ayhancan Güven (Porsche) haben in Oschersleben gezeigt, dass sie vorne mitmischen können. Auer kennt den Lausitzring bestens – hier holte er 2016 seinen ersten DTM-Sieg. Auch Titelverteidiger Mirko Bortolotti will nach einem eher verhaltenen Auftakt zurück in die Spur finden. Beim DTM-Test fuhr er Bestzeit – er kennt also den Weg zum Limit.

Rast, Aitken, Paul – starke Namen, starke Geschichten

René Rast (BMW) gehört mit seinen drei Siegen hier zu den erfolgreichsten Fahrern auf dem Lausitzring. Jack Aitken (Ferrari) hält den aktuellen Rundenrekord – auch er zählt zu den Favoriten. Und dann ist da noch Maximilian Paul. Der Dresdner fährt fast vor der Haustür – für ihn ist das Wochenende ein Heimspiel. Und man spürt: Er hat Bock. Zitat: „Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man so nah an der Heimat mit der DTM fährt.“

Mehr als nur DTM: Trucks, GT Masters, Prototypen

Was mich besonders freut: Neben der DTM gibt’s ein volles Motorsportpaket. Die ADAC GT Masters starten in ihre neue Saison, dazu kommen die Prototypen des Prototype Cup Germany. Und als Bonus rollen die Renn-Trucks an – mit mehr als 1.000 PS und ganz großem Kino auf der Bremse.

Wer am Freitag schon da ist: Die Track Safari mit den DTM-Fahrern im Bus über die Strecke dürfte ein Erlebnis sein. Samstagabend dann DJ Tomekk in der Fan Zone – wer’s mag.

Für Familien geeignet

Gut zu wissen: Kinder unter 16 kommen kostenlos rein – in Begleitung eines Erwachsenen. Tickets gibt’s ab 59 Euro. Wir sind am Sonntag da – und wenn’s regnet, dann eben in Regenjacke und mit Ohrstöpseln. Motorsport ist live einfach ein anderes Erlebnis.

Also: Lausitzring. Sonntag. Rennen. Mal sehen, wer diesmal die Nase vorn hat.

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