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Schlagwort: Kühtai

Alpenblitz Tag 1 – vom Walchensee bis ins Ötztal

Endlich war sie da, unsere Alpentour-Woche. Lange geplant, nun endlich Wirklichkeit. Die Mittelgebirgs-Crew vom letzten Jahr hat sich um einen Mitfahrer erweitert, Akki verstärkte uns mit seiner BMW R1200 GS Adventure, genannt auch das rollende Spritfaß.

Der erste der vier Tourtage diente dem Einrollen und Warmfahren. Daher suchten wir nicht den direkten Weg auf den nächstgelegenen Alpenpass sondern mäandrierten erstmal durch das Alpenvorland. Die Autobahn Richtung Garmisch führte uns zum Kochelsee. Bevor wir den Kesselberg hochfuhren machten wir einen kleinen Abstecher zum Walchenseekraftwerk, ein 1924 in Kochel in Betrieb genommenes Hochdruck-Speicherkraftwerk. Die beeindruckende Turbinenhalle steht offen und man kann dem Strom beim Entstehen zusehen.

Alpenblitz Tag1

Den kastrierten Kesselberg (Tempo 60, Rüttelstreifen und nur wochentags für Motorräder offen) hoch ging es zum Walchensee, am Mauthüttchen entrichteten wir unsere Obulus um den See zu umrunden und Richtung Jachenau weiterzufahren. Die Strecke fuhr ich im vergangenen Jahr bereits mit Siggi, nur diesmal fuhren wir in Lenggrieß weiter Richtung Sylvensteinspeicher. An dessen Ende folgten wir dem Verlauf der Isar weiter bis nach Wallgau, auch dieser Streckenteil war mautpflichtig, ist aber in der vom Walchensee inkludiert, so daß wir hier nicht nochmal extra zahlen musste. Das nette, kurvige Landsträßchen gab oft den Blick frei auf das massive, kiesige Flussbett. Man kann nur erahnen, was hier zur Schneeschmelze los ist.

Alpenblitz-Tag-1-Panorama-Walchensee

Ab Wallgau orientierten wir uns Richtung Garmisch-Partenkirchen und überlegten kurz, ob wir noch nach Schloß Elmau abbiegen sollten, um dort etwas rumzurandalieren. Aber der G7-Gipfel war schon 48 Stunden vor unserer Ankunft zu Ende gegangen, die letzten Polizeiwannen waren gerade dabei, nach Hause zu fahren.

Nach einem guten Mittagessen und einem aufdringlichen Huhn namens Conchita änderten wir unseren Routenplan etwas und beschlossen einen kleinen Umweg über Ettal und den Plansee, da diese Strecke netter zu fahren war als der direkte Weg über Lermoos zum Namlostal. Das Namlostal war ein Tipp von Sven Wedemeyer, kaum Verkehr, schöne Kurven gesäumt von tollen Bergpanoramen. Im Anschluß daran folgte mit dem Hahntennjoch die erste, richtige Paßhöhe der Tour. Mit einer Paßhöhe von 1.894 Metern verbindet er das obere Inntal mit dem Tiroler Lechtal. Im oberen Teil hat er einige schöne, enge Kehren, ansonsten ist er sehr flüssig zu fahren.

Alpenblitz-Tag-1-Hahntennjoch-2

Ab Imst ging es ein kurzes Verbindungsstück auf der Landstrasse entlang der Inntal-Autobahn um in Ötztal Bahnhof den Abzweig Richtung Haimingerberg zu nehmen. Diese wenig befahrene Straße führte uns in Ochsengarten auf den Kühtai, den wir Richtung Ötztal herunterrollten. Der Name Kühtai war hier wörtlich zu nehmen, denn hier standen nicht zum ersten Mal an diesem Tag Kühe mitten auf der Fahrbahn, ein paar Kilometer vorher mussten wir uns noch durch eine aufgeregte Schafherde bugsieren. Wenn ihr also in Österreich Warnschilder „frei laufendes Vieh“ seht, die meinen das Ernst!

Die letzten unserer 350 Tageskilometer führten uns das Ötztal hoch bis nach Granstein, wo wir von unserer Wirtin Gabi gleich mit einem Begrüßungs-Schnaps empfangen wurden.

Vorschau Alpenblitz 2015

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Diejenigen unter Euch, die hier schon etwas länger mitlesen erinnern sich vielleicht, daß ich die Alpentour bereits für den letzten Sommer geplant hatte. Aus Gründen mussten wir diese dann auf dieses Jahr verschieben. In der Zwischenzeit konnte ich noch hier und da etwas an den Details der Tour planen.

Den ursprünglichen Plan meine GS mit dem Autozug über Nacht von Berlin nach München zu bringen musste ich knicken, denn die Verbindung wird nicht mehr angeboten. Plan B war, nach München zu fliegen und mir von Siggi seine von mir bereits einmal zum Kesselberg und Walchensee ausgeführte Suzuki RF900 R auszuleihen. Als ich dann aber auf der Intermot mit den BMW-Leuten plauschte und wir auf meine Tourenpläne zu sprechen kamen, meinten die ganz selbstverständlich „Aber wieso ein Motorrad ausleihen? Wir haben doch einen Fuhrpark!“ Bei dem Angebot konnte ich nicht nein sagen und überlegte, welches Motorrad wohl am besten zu der Tour passen würde. Da meine Mitfahrer in der Überzahl GS-Fahrer sind – also eher GeleitSchutz mit Maximalbekofferung – kam mir die Idee hier eher einen Kontrapunkt zu setzen und mit schmalem Mopped und schmalem Gepäck die Tour zu bestreiten. Die Wahl fiel auf einen R nineT mit dem werksseitig verfügbaren Tankrucksack und Hecktasche. Beide zusammen kommen auf ein Fassungsvermögen von ca. 50 Litern. Also dem, was bei einer GS ins Topcase passt, so ungefähr. Das wird ein schöner Gegensatz werden:

RnineT_Alpenblitz

Begleiten werden mich wieder Thomas auf seiner Honda VFR und Sebastian auf seiner BMW R1200 GS. Siggi musste leider absagen, aber ganz neu dabei ist mein alter Arbeitskollege Akki, den ich seit 20 Jahren nicht mehr am Kopf gesehen habe, der aber auch seit ein paar Jahren unter uns Motorradfahrern weilt und sich just eine gebrauchte R1200 GS Adventure (noch luftgekühlt) zugelegt hat.

In genau 4 Wochen rollen wir dann im Quartett durch die Alpen. An meiner letztjähren, sehr ambitionierten Routenplanung (Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4) habe ich auch gearbeitet und sie auf dringendes anraten aller Beteiligten distanzmäßig etwas entschärft:

  • Tag 1 führt uns zunächst über die Autobahn von München Richtung Garmisch. Über den Kesselberg und den Walchensee fahren wir zum Sylvensteinspeicher, durch Garmisch durch und weiter Richtung Namlospass. Über das Hahntennjoch, dann den Holzleitner Sattel, ein Stück vom Kühtai nehmen wir auch noch mit, bevor wir in Sölden das Tagesziel erreichen.
  • Tag 2 beginnt natürlich mit dem Timmelsjoch. Über Meran und Schlanders nähern wir uns der Königin der Alpenpässe, dem Stilfser Joch. Bei der Gelegenheit nehmen wir einen kleinen Schwenk über den Umbrailpass auch noch mit. Es folgt der Gaviapass und der Passo del Tonale, nach dessen Überquerung wir uns Richtung Bozen orientieren und kurz vor dem Tagesziel noch den Mendelpass mitnehmen.
  • Die Routenplanung für Tag 3 macht mir immer noch graue Haare. Zu viele Optionen bieten sich hier in Südtirol. Wir werden wohl erst am Vorabend die finale Route festlegen. Auf jeden Fall werden wir die Sellarunde fahren, den Fedaia- und Falzaregopass nach Cortina d’Ampezzo fahren sowie den Passo Tre Croci auf dem Weg zu unserem Nachtlager in Misurina.
  • Am Tag 4 orientieren wir uns wieder Richtung Norden. Als erstes werden wir den Anstieg zu den Drei Zinnen in Angriff nehmen um auf knapp 3.000m einen Abschiedsblick über Südtirol schweifen zu lassen. Die Pustertaler Höhenstrasse bringt uns weiter nach Lienz, der Iselsbergpass ist dann die Aufwärmübung für die Großglockner Hochalpenstrasse. Danach ist ausrollen angesagt und hoffentlich abends noch eine Maß im Hirschgarten in München.

Vielen Dank an dieser Stelle an BMW Motorrad für die großzügige Bereitstellung der Ninette und an Skarlett Röhner für das tolle Design unseres Tourlogos. Hatte ich schon erwähnt, DASS ICK UFFJERECHT BIN?

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