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Schlagwort: K1600

BMW Motorrad “Concept 101” – The Spirit of the Open Road

Der Concorso d’Eleganza Villa d’Este versammelt alljährlich das Who is Who der Mobilitätsbranche zu einem besonderen Treffen an den Ufern des Comer Sees. Im Letzten Jahr stellte BMW Motorrad dort die Concept Roadster vor, gestern zogen sie das Tuch von ihrer nächsten Konzeptstudie. Und es war eine, die ich überhaupt nicht erwartet hätte: ein Bagger.

Mit diesem Typus Motorrad hatte sich BMW bislang überhaupt nicht beschäftigt. Die R1200 C war seinerzeit ein eher missglückter Versuch, sich dem Cruiser-Segment anzunähern.

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Die Concept 101 genannte Big-Tourer Studie wurde um den K1600 Sechszylinder herum gebaut, dem wohl geeignetsten Motor im BMW-Regal für diesen Typ Motorad. Dessen 1649 ccm Hubraum entsprechen ungefähr 101 Cubic Inches, der amerikanischen Maßeinheit für Hubraum. Daher der Name der Studie.

Silberne Lackflächen, gebürstetes Aluminium und Karbon werden abgesetzt von dunklen Holzflächen. Scheinwerfer und Armaturen lassen die Studie gleich als BMW erkennen, auch wenn man die Linienführung so überhaupt nicht von BMW gewohnt ist. Obwohl es überhaupt nicht mein Typ Motorrad ist, funktioniert das Design für mich.

Und im Hinblock auf den amerikanischen Markt, in der die „On-Highway“-Kategorie mit Abstand die größten Absatzzahlen aufweist und sich gerade die Bagger und Full-Dresser größter Beliebtheit erfreuen, macht es für BMW Motorrad komplett Sinn, sich diesem Segment zu widmen.

Warum Custombike-Schrauber wahnsinnig sind

Heute besuchte ich zu ersten Mal die Intermot. Neben allen möglichen Modellneuheiten, die es zu bestaunen galt (und über die ich in den kommenden Tagen berichten werde) findet dort diese Woche auch der AMD Custom Bike Wettbewerb statt. In den verschiedensten Kategorien wird dort das beste Custom Bike gesucht.

Zwei der Bikes, die dort antreten sind der bereits bekannte Sprintbeemer von Sebastien Lorentz und der K1600-Umbau von Fred Krugger, der letzte Woche in Paris vorgestellt wurde. Mit beiden unterhielt ich mich heute zu ihren Motorrädern und beide Männer sind im gleiche positiven Sinne wahnsinnig. Doch eines nach dem anderen.

Sebastien baute den Sprintbeemer fürs Glemseck101 im letzten Jahr auf. Danach bereiste er damit diverse Shows und Motorradtreffen und nach dem diesjährigen Wheels & Waves hat er das Motorrad komplett zerpflückt. Der Motor wurde bei Edelweiss Motorsport generalüberholt, das Motorrad erhielt einen neuen Tank, eine neue Verkleidung und neben diversen technischen Verbesserungen noch eine NOS-Einspritzung. Und was macht Seb, nachdem er mit dem Motorrad das Glemseck gerockt hat? Er zerlegt es nochmals komplett es noch weiter zu verbessern. Die Lackierung des Tanks passte ihm noch nicht. Die Fußrastenanlagen auch nicht und diverse andere Dinge ebenso. Geschraubt hat er bis Montag früh, bevor der Transport nach Köln anstand.

Sprintbeemer-1

Ähnliches bei Fred Krugger. Nicht nur, daß er sich zu einer extrem ungewöhnlichen Basis für seinen Umbau hat hinreissen lassen – die BMW K1600 GT als Luxustourer ist in Sachen Customizing eher ein dickes Brett (alle Details zum Bike bei BikeExif). Er hat sich auch dazu entschlossen, die gesamte Elektronik des Bikes zu behalten. Wie er eingestand, war das auch der schwerste Part im gesamten Umbau. Wenn ihr Euch das Bike anschaut, ist es schwierig nachzuvollziehen, daß nicht die mechanischen Umbauten sondern die elektrischen die Herausforderungen waren. Und dann stehst Du dabei, wenn Fred die Details des Bikes dem BMW Marketingleiter und dem Designer der neuen R1200 R erklärt und den Jungs komplett die Kinnlade auf dem Boden der Messehalle klappt. Und Fred munter weitererzählt, welche Details am Bike ihn noch stören. Details an den Custom-Rädern oder die Form der Hebel am Gasgestänge.

Krugger-1

Diese Besessenheit und der absolute Wille zur Perfektion sind der Hammer. Danke für Eure Inspiration, Jungs!

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