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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Gepäck

Sporttouring mit der Street Triple und dem Kriega US Combo50 DryBag

Nach vier Jahren Touren durch die Alpen werde ich dieses Jahr mal weniger weit reisen und kürzere Touren machen. Aus beruflichen Gründen wird sich das eher in dem Rahmen abspielen, was an einem Wochenende zu realisieren läßt. Das bedeutet auch, daß ich das erste mal seit der Mittelgebirgstour 2014 mit dem eigenen Motorrad auf Tour sein werde. Und vom Revier her werden wir auch da anknüpfen, wo wir vor auch vor fünf Jahren unterwegs waren. Es geht nämlich in den Thüringer Wald.

Für eine Wochenendtour braucht es ja nicht viel an Gepäck, trotzdem muss das irgendwo am Motorrad untergebracht werden. Und treue Leser werden sich erinnern, daß ich immer mehr Technik mitschleppe als Schlüpper und Socken. Für das klassische „Gepäckrolle aufs Heck“ sind bei der Street Triple die geeigneten Verzurrpunkte nicht wirklich da, bzw. es sind die Auspuffrohre im Weg.

Letztes Jahr auf der Intermot hatte ich Gelegenheit am Stand von Kriega deren Gepäcksystem näher in Augenschein zu nehmen. Die in verschiedensten Größen vorhandenen Taschen werden mittels unter der Sitzbank am Motorradrahmen befestigter Schlaufen befestigt und verzurrt. Und wenn das unter dem Beifahrersitzbrötchen der ausgestellten Ducati passt wird es wohl auch bei meiner Street Triple passen.

So bestellte ich mir deren US Combo50, bestehend aus einer 30 Liter Tasche und zwei 10 Liter Taschen. Diese können einzeln auf dem Motorrad montiert werden oder auch miteinander kombiniert werden. So kann ich je nach Transportbedarf alles zwischen 10 und 50 Litern transportieren.

Alles was es an Vorbereitung bedarf ist, die Gepäckschlaufen am Heckrahmen der Street Triple zu installieren.

Zuerst werden die Montagepunkte für die Schlaufen markiert.

Seitenverkleidung ab und Schlaufen durchgefummelt

De Schnalle der hinten montierten Schlaufen interferieren mit dem Gummistopfen in der Sitzbank, daher müssen die Stopfen raus.

Die Tasche legte ich erstmal leer auf die Sitzbank um zu sehen, wo ungefähr ich die Schlaufen am Rahmen würde anbringen müssen. Dann nahm ich die Sitzbank ab und markierte die Stellen am Heckrahmen mit Kreppband, bevor ich die Seitenverkleidungen abnahm. Die vorderen Montagepunkte passten, die hintern musste ich etwas nach vorne verschieben, da sie sich mit der Schraubenaufnahme der Seitenverkleidung überlappten. Als alle Schlaufen drin waren, drückte ich die Sitzbank wieder drauf. Sie ließ sich nur schlecht schliessen. Grund dafür waren Gummistopfen in der Sitzbank, die eigentlich zur Dämpfung da sind. Die Schnallen der hinteren Gurte waren nun genau an der Stelle wo die Gummistopfen auf dem Heckrahmen auflagen. Stopfen raus, Sitzbank wieder drauf, passt.

Das US-30 Drybag fertig montiert auf der Street Triple

Hier die Kombination von US-30 mit einem US-10 Drybag

Das US-30 mit zwei US-10 Drybags

Die Verzurrgurte haben unten einen soliden Aluhaken und oben eine Steckschnalle. Mit den Aluhaken geht es in die Rahmenschlaufen, mit der Steckschnalle oben in das Gegenstück auf der Tasche. Und das von vier Seiten. Anschliessend schön festziehen und die überstehenden Gurtteile sauber mit den angebrachten Clips befestigen, damit während der Fahrt nichts rumflattert.

Schnallen und Haken sind sehr solide ausgeführt

Die miteinander verzurrte Combo kann am Stück vom Motorrad abgenommen werden.

Mit ein bischen Gefummel kann man die Schlaufen unter den Seitenverkleidungen verstecken, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die weiteren Taschen können mit den gleichen Verzurrgurten an der bereits montierten Tasche fixiert werden. Dazu hat jede einzelne Tasche eigene Schlaufen. Und mit maximal 50 Litern bei dieser Combo ist man auch für die große Tour gut gerüstet. Bei der seitlichen Montage der 10er Taschen an der 30er Tasche stehen die Taschen nur leicht seitlich neben dem Fahrer über. Die 30er Tasche alleine wird komplett vom Fahrer verdeckt. Große Turbulenzen oder Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten.

Ob das so ist, werde ich kommende Woche mal rausfinden. Probehalber werde ich dann mal eine Tasche voller Schmutzwäsche auf eine Tagestour mitnehmen.

ROKStraps – Spanngurte fürs Motorradgepäck

Neulich las ich in Susys Blog über die ROKStraps-Spanngurte. ROKstraps sind hochbelastbare Gummiriemen. In der Mitte werden sie mit Schnallen zusammengehalten, jeweils aussen an den Riemen befindet sich eine Schlaufe, mit der mal die Riemen am passenden Bauteil des Motorrads durchschlaufen und befestigen kann. Die eine Hälfte des Riemens ist aus Gummi und bietet höchste Elastizität und eine Zugfestigkeit von über 100kg. Die andere Hälfte ist aus festem Gurtband. Die Gurtlänge ist flexibel justierbar.
Bei POLO Motorrad online bestellt kamen die Riemen gestern an. Die erste Aufgabe, die sie meistern mussten waren Getränketransporte auf der Vespa.
rokstraps_spanngurte_1
rokstraps_2
rokstraps_1
Links und rechts die Schlaufen an der Chromreling angebracht, Gurte zusammengeklickt und festgezurrt. Fertig. Die 7,5kg Transportlast verrutschte auf der Fahrt kein bißchen und am Ziel angekommen waren die Gurte schnell wieder abgenommen. Früher verwendete ich zur Gepäckbefestigung auf der Vespa immer Spanngurte (fummelig mit der Knarre und verrutschte dann doch immer wieder) oder mit Expandern (die meist zu nachgiebig sind). Die ROKStraps sind hier ein sehr deutlicher Fortschritt gegenüber meinen bisherigen Befestigungsmethoden und sie kosten auch nicht die Welt.
Das Zweier-Set (kleine Ausführung mit 310-1060mm Länge) kostet z.B. bei POLO 17,95€. Sehr zu empfehlen, wie ich finde.

Das neue Gepäckabteil

Es ist Winter, also die Zeit in der man dauernd was am Motorrad rumoptimieren kann. Im konkreten Fall war ich mit der Tourengepäcksituation unzufrieden. Für mehrtägige Touren bin ich mit den BMW-Koffern bestens ausgerüstet. Auf Tagestouren nehme ich meistens Kamera, GoPro und bei wechselnden Witterungsbedingungen die Regenkombi mit. Hierfür habe ich einen kleinen und einen großen Tankrucksack. Das Problem beim kleinen Tankrucksack ist, daß er die Regenkombi nicht fasste und die Saugnäpfe am Tank nicht sauber halten. In den großen Tankrucksack ging zwar alles rein, aber dann passte die iPhone-Halterung nicht mehr an den Lenker.

Rein aus Navigationssicht habe ich mit der Kartentasche auf dem Tank und dem iPhone als Navi die perfekte Kombination gefunden. Aber für das Tagesgepäck musste noch eine optimale Lösung her. Wenn also nicht auf dem Tank, dann entweder auf dem Soziussitz oder auf der Gepäckbrücke. Nach etwas Onlinerecherche stiess ich bei Touratech auf eine Hecktasche, die meinen Vorstellungen sehr nahe kam.

Diese Woche wurde sie geliefert und heute habe ich sie mal probemontiert:

Touratech-Hecktasche1

Die Tasche passt exakt auf den Soziussitz und mit 12 Litern Inhalt bietet sie genauso viel Platz wie mein großer Tankrucksack. Mit einem Reißverschluss kann man das Volumen noch auf ca. 20 Liter vergrößern. Die Tasche beeinträchigt den Sitz des Fahrers nicht, man merkt nur einen kleinen Widerstand hinter einem.

Touratech-Hecktasche2

Hinten wird die Tasche mit Riemen an den Soziushaltergriffen festgeschnallt. Vorne sind ebenfalls längere Riemen dran, die aber zu kurz sind, um sie irgendwo am Motorrad festzumachen. Auf der linken Seite kann man den Riemen noch durch den kleinen Rahmen an der Auspuffhalterung durchfädeln, doch da scheint er mir zu sehr exponiert und wird der Auspuffhitze zum Opfer fallen.

Touratech-Hecktasche4

Auf der rechten Seite könnte man die Hecktasche mit einem der mitgelieferten Riemen am Ausleger der Soziusfußrasten festmachen. Richtig optimal ist das aber auch nicht.

Touratech-Hecktasche3

Ich werde versuchen, mir einen Riemen zurechtzuschneiden, den in unter der Sitzbank durchziehe und an den beiden vorderen Befestigungspunkten der Tasche festmache. Das sollte den richtigen Halt geben. Auf jeden Fall ist an dieser Stelle die Herstellerbeschreibung nicht zutreffend – zumindest für die F650 GS.

Auch wenn die Tasche gerade reduziert ist, sind knapp 110,00 € kein Schnäppchenpreis. Aber die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, mal schauen wie sich die Tasche im ersten Praxistest erweist.

Wohin mit dem Gepäck?

Ich gebe zu, nach 20 Jahren Roller fahren bin ich sehr verwöhnt, was die Mitnahme von Gepäck auf dem Zweirad angeht. Mein persönlicher Rekord sind drei Kästen Bier auf einer Vespa V50N, zwei im Fussraum und eine auf dem Heckträger, bischen grenzwertig, aber es ging.

Auf jeden Fall ist der Fußraum und bei den neueren Rollern auch das Helmfach ein echter Komfortgewinn. Kurz mal noch ne Sporttasche mit dabei oder den kleinen Einkauf verstauen? Kein Problem.

Der Umstieg auf das Motorrad bringt daher auch ein Umdenken in Sachen Gepäck mit. Helm verstauen? Brauchste ein Topcase für oder schnallst es aussen ans Motorrad. Große Tasche? Musst Du mindestens einen Spanngurt dabei haben um sie auf der Gepäckbrücke zu vertäuen. Für meine BMW habe ich vor ein paar Tagen einigermassen preiswert Alukoffer und Topcase gebraucht erstehen können, neu kann man die Dinger ja echt nicht bezahlen. Alleine für die Kofferhalterung bist Du 110 Tacken los und dann hast Du noch nicht mal einen Schlüpper oder eine Zahnbürste verstaut.

Als einigermassen hässlich aber praktisch für die kleinere Tour hat sich der Tankrucksack bewährt (siehe hierzu auch den Artikel von Uli in seinem Blog einspuriges.de). Ich habe mir erstmal ein relativ günstiges Modell von Pharao geholt. Da die Tankverkleidung meiner F650 aus Kunststoff ist, musste leider die etwas unkomfortablere Riemenkonstruktion her, Magnet wäre mir ja lieber gewesen. Alleine die Fummelage bis die Riemen sauber verlegt sind und die Tasche verzurrt ist! Aber sei es drum. Einmal montiert und richtig positioniert stört er nicht weiter und mit dem Kartenfach bin ich echt glücklich. Bislang hat sich bei mir noch nicht der Bedarf nach einem Navi geregt, die Kartenausdrucke reichten mir bislang vollkommen.

Aber ich bezweifle, daß ich den Stunt mit den drei Kästen Bier mit der Vespa auf der BMW wiederholen kann. Oder gibt es bei Wunderlich oder Touratech passende Träger?

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