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Schlagwort: DTM

DTM Zandvoort 2025: Dünen, Dramen und ein verdienter Sieg

Eine Woche vor dem DTM-Rennen in Zandvoort hat das 24h-Rennen am Nürburgring Maßstäbe gesetzt. Der Start des viermaligen Formel 1-Weltmeisters Max Verstappen war sicherlich Haupttreiber des Interesses, man könnte glauben als aktiver Formel 1-Fahrer sollte er genug ausgelastet sein. Und wenn man schon der „höchsten aller Motorsportklassen“ erfolgreich unterwegs ist, was könnte es sonst noch reizvolles geben? GT-Rennsport ist die Antwort. Beseelt von den Nürburgring-Eindrücken reisten wir nach Zandvoort an. Es war unser erster Besuch an der holländischen Dünenrennstrecke und neben dem Live-Eindruck der Strecke waren wir gespannt drauf, wie „fired up“ Maro Engel nach seinem Gewinn am Nürburgring in das zweite DTM Rennwochenende der Saison gehen würde.

Zandvoort: wie die Nordschleife, nur mit Dünen

Samstag morgen waren wir früh an der Strecke um die Quali für das Samstagrennen zu sehen. Von unseren Plätzen auf der Haupttribüne konnten wir hier nicht nur die Start- / Ziel-Gerade überblicken sondern auch die Hogenholzbocht-Steilkurve (Daniel Ricciardos Handgelenk hat schlechte Erinnerungen hieran), sondern auch die Hunzerug-Gerade bis zur Kuppe, die Hans Ernst Bocht und den Ausgang der Arie Lyendijk Bocht. Ähnlich wie auf dem Lausitzring und in Oschersleben bekommt man auch ohne die Live-Monitore sehr viel von der Rennaction mit. Und die Lage in den Dünen ist wirklich einzigartig. Zandvoort ist kein modernes Rennstreckenkonstrukt. Das ist ein Kurs, der schon existiert hat, bevor irgendwer anfing, Strecken am Reißbrett zu optimieren. Das hat Zandvoort schon mal mit der Nordschleife gemeinsam.

Rennen 1 – Samstag: Cairolis Wochenende

Matteo Cairoli hat den Samstag von Freitagmorgen an in der Hand. Bestzeit im Training, Pole am Samstagvormittag. Im Rennen macht er das, was man von einem Spitzenreiter erwartet: er fährt vorne, baut den Vorsprung aus und lässt nichts anbrennen. Nach dem Pflichtstopp in Runde 16 kommt er als Erster wieder raus – und das war’s eigentlich. Kein Drama, kein Zittern, 36 Runden später Zielflagge.

Hinter ihm: Lucas Auer auf Zwei, Lokalmatador Thierry Vermeulen auf Drei, vor seinen eigenen Fans in den Dünen. Für Auer ist es das dritte Podium in drei Rennen – ein Muster, das sich in der Gesamtwertung niederschlägt. Er übernimmt die Führung von Maro Engel, der sich mit Platz sieben und einem späten Reifenwechsel durchwurschelt, aber gegen die Pace der Spitze nichts ausrichten kann.

Das zeigt, wie eng dieses Feld ist. Und wie teuer ein einziger Fehler werden kann.

Kelvin van der Linde verliert im Training Öl, löst die Red Flag aus, bekommt seine schnellste Quali-Runde gestrichen und startet vom letzten Platz. Was dann passiert, ist eigentlich das Interessanteste am Samstag: Er kämpft sich nicht einfach ins Mittelfeld – er übernimmt zwischendrin die Führung. Letzter Startplatz, Rennführung. Die Grundspeed ist da, das sieht jeder. Dann muss er trotzdem aufgeben. Sehr unglücklich, aber der Hinweis auf den Sonntag ist gesetzt.

Bastian Buus übrigens: kämpft Platz vier bis zur Zielflagge, verteidigt erfolgreich gegen Gounon – und wird danach disqualifiziert, weil sein Porsche das Mindestgewicht nicht erreicht. Für ihn das schlechteste mögliche Ende eines guten Rennens.

Ergebnis Rennen 1 – Zandvoort

Pos.FahrerTeamRückstand
1Matteo CairoliEmil Frey Racing (Ferrari)
2Lucas AuerMercedes-AMG Team Landgraf+3,622 s
3Thierry VermeulenEmil Frey Racing (Ferrari)+4,786 s
4Jules Gounon*Mercedes-AMG Team Mann-Filter+7,187 s
5Ben DörrDörr Motorsport (McLaren)

Bastian Buus ursprünglich P4, nach dem Rennen disqualifiziert.

Rennen 2 – Sonntag: Van der Linde macht Ernst

Am Samstagabend dreht die Rennleitung noch einmal an der BoP – Gewicht und Ladedruck, zugunsten des BMW. Das ist das ausgleichende Prinzip der DTM, manchmal unbefriedigend anzuschauen, aber es sorgt dafür, dass das nächste Rennen anders aussieht. Und van der Linde hat noch etwas in der Hinterhand: seinen Reifensatz vom Samstag, den er sich durch den Ausfall gespart hat.

Wer Samstag so ein Wochenende erlebt, startet Sonntag mit etwas zu beweisen.

DTM 2026: Acht Teams, ein Titelkandidat – und ein Wikinger mit der Startnummer 007

Ende April geht es los. Vom 24. bis 26. April steigt das erste DTM-Wochenende der Saison 2026 auf dem Red Bull Ring in Österreich – zum ersten Mal überhaupt in der über 40-jährigen Geschichte der Serie. Was das für die Rennaction bedeutet, wird sich zeigen. Was das Fahrerfeld angeht, ist der Stand der Dinge jedenfalls klar: Manthey muss geschlagen werden, und das ist leichter gesagt als getan.

Das Maß aller Dinge: Manthey mit Porsche

2025 hat Manthey drei von vier möglichen Titeln geholt – Fahrer, Team, Rookie. Thomas Preining gewann acht Rennen. Für 2026 ist Ricardo Feller neu dabei, der Schweizer kommt von ABT und bringt drei eigene DTM-Siege mit. Gefahren wird ein neuer Porsche 911 GT3 R Evo mit bis zu 565 PS.

Preining arbeitet seit vier Jahren mit demselben Team. Die Abläufe sitzen. Das ist kein romantisches Detail, das ist ein echter Vorteil. Feller hat im Januar bereits in Daytona für Manthey debütiert. Die Eingewöhnung hat also schon stattgefunden. Wer Manthey 2026 schlagen will, braucht mehr als ein gutes Auto.

BMW will Revanche

Das dramatischste Stück der DTM-Geschichte 2025 hat Schubert Motorsport geschrieben – sie kämpften bis zum letzten Lauf in Hockenheim um den Titel und verloren ihn knapp. Für 2026 ist Kelvin van der Linde zurück, nach einem Jahr Pause. Der Südafrikaner hat in der DTM acht Rennen gewonnen und wurde 2024 Vizechampion.

Sein Teamkollege Marco Wittmann bestreitet seine 14. DTM-Saison – alle 210 bisherigen Rennen auf BMW. Der Mann aus Fürth kennt die Meisterschaft so gut wie kaum jemand. Der dritte Titel ist sein erklärtes Ziel. BMW-Motorsportchef Andreas Roos formuliert es nüchterner: Man habe „noch eine Rechnung offen“. Ob das reicht, hängt davon ab, ob der BMW M4 GT3 Evo 2026 endlich die konstante Pace hat, die Preining mit dem Porsche schon lange abrufen kann.

Mercedes-AMG: Vier Fahrer, eine Rechnung

Zwei Teams, vier Piloten – und den letzten Fahrertitel von 2021. Lucas Auer war 2025 lange Tabellenführer, beendete die Saison als Vizemeister. 2026 fährt er im Adidas-Design – was dem Mercedes-AMG GT3 optisch gut steht, ändert nichts an der sportlichen Ausgangslage. Maro Engel landet seit zwei Jahren auf dem dritten Gesamtrang. Jules Gounon bestreitet sein zweites DTM-Jahr. Tom Kalender, 17 Jahre alt, sein zweites ebenfalls.

Wenn Mercedes eine Schwäche hat, dann ist es die Konstanz über ein ganzes Jahr. Auer hat die Pace, aber 2025 hat das nicht gereicht. Die Frage für 2026 ist, ob vier Fahrer mit unterschiedlichen Ambitionen und zwei separaten Teams koordiniert genug arbeiten, um Manthey ernsthaft Druck zu machen.

Lamborghini kommt gleich doppelt – und neu

Das interessanteste Fragezeichen des Feldes trägt eigentlich zwei Gesichter. Sowohl das TGI Team by GRT als auch Abt Sportsline starten 2026 mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3 – Nachfolger des Huracán GT3, mit dem beide Teams jahrelang unterwegs waren.

Bei GRT sitzt Mirko Bortolotti, DTM-Champion 2024, der die Marke kennt wie kaum ein zweiter. Teamkollege Maximilian Paul gewann 2023 auf dem Nürburgring bei seinem allerersten DTM-Wochenende. Teamchef Gottfried Grasser nennt 2026 ausdrücklich ein „Lehrjahr“ – das ist ehrlich. Aber Bortolotti und Paul sind keine Lernenden mehr.

Abt Sportsline ist das dienstälteste und erfolgreichste Team im Feld – fünf Fahrertitel, 78 Rennsiege, 92 Pole-Positions seit dem DTM-Einstieg im Jahr 2000. Luca Engstler, 26, aus Kempten, ist in seiner Kindheit täglich an der Abt-Werkstatt vorbeigefahren und fährt jetzt für das Team. Marco Mapelli, 38, war als Lamborghini-Werksfahrer in die Entwicklung des Temerario GT3 eingebunden – er weiß also im Zweifelsfall mehr über das Auto als mancher Ingenieur. Beide haben klare Erwartungen. CEO Thomas Biermaier auch.

Wenn der Temerario von Anfang an konkurrenzfähig ist, können beide Lamborghini-Teams schnell unangenehm werden. Vier Fahrzeuge derselben Marke mit zwei unterschiedlichen Teams – das wird auch intern interessant.

Ferrari, Ford und McLaren

Emil Frey Racing aus der Schweiz schickt zwei Ferrari 296 GT3 Evo ins Rennen – einer davon brandneu. Thierry Vermeulen hat 2025 drei Podestplätze und zwei Pole-Positions geholt, Neuzugang Matteo Cairoli kommt aus der WEC und hat das 24h-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen. Das Team ist seit vier DTM-Saisons dabei und weiß, was es tut.

HRT Ford Racing tritt mit einem aufgerüsteten Ford Mustang GT3 Evo an. Arjun Maini bestreitet seine sechste DTM-Saison, Finn Wiebelhaus steigt als 19-jähriger Road-to-DTM-Gewinner auf. Wiebelhaus ist der interessante Name: Als ADAC-GT-Masters-Champion kommt er nicht als blinder Debütant, aber die DTM ist eine andere Liga.

Dörr Motorsport aus Frankfurt schickt Timo Glock und Ben Dörr in zwei McLaren 720S GT3 Evo. Glock ist 91-maliger Grand-Prix-Starter und bestreitet seine zweite DTM-Saison für das Team. Ben Dörr holte 2025 die erste McLaren-Pole in der DTM-Geschichte.

Der sympathischste Auftritt: Nicki Thiim, Aston Martin, Nummer 007

Comtoyou Racing aus Belgien startet mit zwei Aston Martin Vantage GT3. Thiim, Sohn von DTM-Champion Kurt Thiim (1986), zweimaliger WEC-Langstreckenweltmeister, fährt seit über zehn Jahren für Aston Martin und trägt die Startnummer 007. Das ist entweder Kitsch oder konsequente Markenpflege – wahrscheinlich beides.

Thiim ist in der DTM ein echter Publikumsliebling, und sein einziger bisheriger Sieg fiel auf dem Norisring. Den nennt er als persönliches Saison-Highlight 2026. Das zweite Cockpit hat Nicolas Baert inne, Sohn des Teameigners, im zweiten DTM-Jahr. Nicht das Favoriten-Gespann, aber das spannendste Charakter-Duo des Feldes.

Ebenfalls neu dabei: Bastian Buus (DK) fährt für Land-Motorsport einen Porsche 911 GT3 R Evo. Über ihn ist bislang wenig bekannt – das kann sich in einem DTM-Jahr schnell ändern.

Was zu erwarten ist

21 Fahrer aus elf Nationen, acht Marken, acht Rennwochenenden. Alle Läufe laufen live auf ProSieben, kostenlos beim Streamingdienst Joyn. Der Saisonkalender:

  • 24.–26. April – Red Bull Ring (A)
  • 22.–24. Mai – Circuit Zandvoort (NL)
  • 19.–21. Juni – Dekra Lausitzring
  • 3.–5. Juli – Norisring
  • 24.–26. Juli – Motorsport Arena Oschersleben
  • 14.–16. August – Nürburgring
  • 11.–13. September – Sachsenring
  • 9.–11. Oktober – Hockenheimring Baden-Württemberg

Manthey ist der Favorit, weil kein anderes Team in ähnlicher Konstanz alle Faktoren zusammengebracht hat. Aber BMW war 2025 nah dran. Mercedes hat statistisch die meisten DTM-Titel aller Zeiten. Bortolotti ist ein amtierender Champion. Und Abt ist Abt.

In vier Wochen geht es Spielberg los. Besonders freue ich mich auf das zweite Rennen in Zandvoort, dann da werden Sohn II und ich live dabei sein! Let’s gooooo!

Spektakuläres DTM-Finale 2025: Güven schreibt Geschichte, Manthey EMA dominiert

Was für ein Finale: Die DTM-Saison 2025 endete in Hockenheim mit einem Wochenende, das alle Erwartungen übertraf. Neun Fahrer hatten vor den letzten beiden Rennen noch Titelchancen, zwei Läufe entschieden über Ruhm oder Enttäuschung – und am Ende triumphierte Ayhancan Güven. Der 27-jährige Türke krönte sich mit einem waghalsigen Überholmanöver in der letzten Runde zum ersten türkischen DTM-Champion der Geschichte.

Die Saison 2025 war von Anfang bis Ende unberechenbar, eng und voller Wendungen. Fünf verschiedene Hersteller, zahlreiche Rennsieger und ein Titelkampf, der bis zum letzten Meter offen blieb – die DTM zeigte sich in Bestform.

Samstag im Regen: Preining schlägt zurück

Das vorletzte Rennen der Saison begann mit einem Wetterdrama. Starker Regen sorgte auf dem Hockenheimring für rutschige Bedingungen, und schon in der ersten Runde drehte sich das Blatt. Pole-Setter Ben Green im Ferrari verlor nach einem Verbremser die Führung an Jack Aitken, wenig später übernahm Thomas Preining das Kommando. Der Österreicher nutzte die Stärken seines Porsche 911 GT3 R im Nassen perfekt aus, zog nach acht Runden an die Spitze und fuhr anschließend ein fast fehlerfreies Rennen.

Mit konstant schnellen Rundenzeiten setzte sich Preining deutlich ab und holte nach 32 Umläufen einen souveränen Sieg – seinen dritten der Saison. Damit kletterte er in der Gesamtwertung vom achten auf den zweiten Platz und brachte sich in eine ideale Ausgangsposition für das Finale.

Thomas Preining siegt im Regen von Hockenheim im Porsche 911 GT3 R

„Ein super Tag für uns“, sagte Preining nach dem Rennen. „Wir haben darauf hingearbeitet, im Titelkampf wieder dabei zu sein. Jetzt wollen wir das Ding morgen holen.“

DTM Sachsenring: Güven mit Doppelsieg, Auer zurück an der Spitze

Der Sachsenring hat wieder einmal gezeigt, warum er zu den spannendsten Stationen der DTM gehört. An beiden Tagen gab es turbulente Rennen, wechselnde Bedingungen und jede Menge Drama – am Ende aber immer denselben Sieger. Ayhancan Güven nutzte seine Chancen eiskalt und feierte sowohl am Samstag als auch am Sonntag den Sieg. Damit steht der Porsche-Pilot nun bei vier Saisonsiegen und ist mitten im Titelkampf angekommen.

Samstag: Last-Minute-Sieg im Regenchaos

Am Samstag war es vor allem das Chaos der letzten Runde, das für Gesprächsstoff sorgte. Jordan Pepper und Thomas Preining lieferten sich im Regen ein Rad-an-Rad-Duell um die Spitze. Beide gingen weit, die Lücke nutzte Güven clever und schoss nach vorn. Der Türke jubelte über seinen dritten Saisonsieg, während Pepper und Aitken die weiteren Podiumsplätze belegten. Preining, der das Rennen fast schon sicher hatte, fiel noch auf Platz vier zurück. Jules Gounon komplettierte die Top Fünf.

Top 5, 11. Meisterschaftslauf am Samstag:

  1. Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche)
  2. Jordan Pepper (TGI Team Lamborghini by GRT, Lamborghini)
  3. Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari)
  4. Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche)
  5. Jules Gounon (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes)

Sonntag: Aitken im Kies, Güven wieder ganz oben

Auch am Sonntag sollte es nicht ruhiger zugehen. Pole-Setter Jack Aitken führte das Feld zunächst souverän an, dahinter lagen Güven und Preining. Nach den Boxenstopps drehte sich das Bild, als Preining im Angriff auf Aitken zu spät bremste und den Briten ins Kiesbett schickte. Preining kassierte eine Strafe, Aitken musste weit hinten weitermachen – und Güven erbte die Führung. Souverän brachte er den Sieg ins Ziel, während Jules Gounon und Ben Green die weiteren Podiumsplätze belegten. Für Freude sorgte auch Marco Wittmann mit einer starken Aufholjagd auf Rang vier, René Rast schaffte es als Fünfter ebenfalls in die Top 5.

Top 5, 12. Meisterschaftslauf am Sonntag:

  1. Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche)
  2. Jules Gounon (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes)
  3. Ben Green (Emil Frey Racing, Ferrari)
  4. Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW)
  5. René Rast (Schubert Motorsport, BMW)

In der Gesamtwertung bleibt es eng: Lucas Auer erkämpfte sich mit Platz acht am Sonntag die Tabellenführung zurück, knapp vor Aitken und Güven. Mit 51.000 Zuschauerinnen und Zuschauern über drei Tage war das Wochenende auch neben der Strecke ein voller Erfolg. Der Titelkampf verspricht in den letzten vier Saisonrennen noch jede Menge Spannung – und Ayhancan Güven ist spätestens jetzt einer der ganz heißen Kandidaten.

Zwischen Mythos und Maschinen – zu Besuch im Nationalen Automuseum – The Loh Collection

Eigentlich dachte ich, mich könne nicht mehr viel überraschen, wenn es um Automuseen geht. Dann stand ich in einer ehemaligen Schraubenfabrik in Dietzhölztal – und staunte. Das Nationale Automuseum – The Loh Collection ist nicht nur ein Museum. Es ist ein Statement. Und für mich eine der eindrucksvollsten Fahrzeugsammlungen, die ich je gesehen habe.

Von der privaten Leidenschaft zum öffentlichen Museum

Hinter der Sammlung steht der Unternehmer Rainer M. Loh, der über Jahrzehnte hinweg mit viel Gespür, Fachwissen und Leidenschaft eine der exklusivsten Fahrzeugsammlungen Europas aufgebaut hat. Ursprünglich war die Sammlung nicht öffentlich zugänglich – sie war ein privates Refugium für Liebhaber klassischer Technik. Doch 2023 wurde daraus ein echtes Museum: In den aufwändig restaurierten Industriehallen einer früheren Fabrik in Dietzhölztal-Ewersbach entstand auf 5.000 Quadratmetern ein Ort, der Technikgeschichte, Designikonen und Motorsport-Mythen zusammenbringt.

Exponate mit Gänsehautgarantie

Wer durch die Ausstellung geht, merkt schnell: Hier wurde nicht einfach ein Fuhrpark in Reih und Glied gestellt. Die Fahrzeuge sind sorgfältig kuratiert, thematisch sortiert und mit viel Raum zur Wirkung gebracht. Und das Line-up? Mehr „Wow“ geht kaum.

DTM-Vorschau: Mit Vollgas in die Lausitz – Rennsonntag am Dekra Lausitzring

Am kommenden Sonntag bin ich mit Sohn II am Lausitzring – nicht nur als Zuschauer, sondern als Teil eines kleinen Familienrituals: gemeinsam Motorsport erleben. Und die DTM liefert dafür wieder mal das passende Programm. Nach dem Saisonauftakt in Oschersleben geht’s jetzt in Runde zwei – genauer gesagt zu den Rennen 3 und 4 auf dem 3,5 Kilometer langen Kurs bei Schipkau. Der Dekra Lausitzring, mit seinen zwölf Kurven und dem rauen Asphalt, verlangt den Fahrern einiges ab – fahrerisch wie technisch. Wer hier vorne mitfahren will, muss Linie, Mut und Material im Griff haben.

Das Feld sortiert sich – Pepper unter Druck

Jordan Pepper (Lamborghini) kommt als Tabellenführer. Doch Lucas Auer (Mercedes) und Ayhancan Güven (Porsche) haben in Oschersleben gezeigt, dass sie vorne mitmischen können. Auer kennt den Lausitzring bestens – hier holte er 2016 seinen ersten DTM-Sieg. Auch Titelverteidiger Mirko Bortolotti will nach einem eher verhaltenen Auftakt zurück in die Spur finden. Beim DTM-Test fuhr er Bestzeit – er kennt also den Weg zum Limit.

Rast, Aitken, Paul – starke Namen, starke Geschichten

René Rast (BMW) gehört mit seinen drei Siegen hier zu den erfolgreichsten Fahrern auf dem Lausitzring. Jack Aitken (Ferrari) hält den aktuellen Rundenrekord – auch er zählt zu den Favoriten. Und dann ist da noch Maximilian Paul. Der Dresdner fährt fast vor der Haustür – für ihn ist das Wochenende ein Heimspiel. Und man spürt: Er hat Bock. Zitat: „Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man so nah an der Heimat mit der DTM fährt.“

Mehr als nur DTM: Trucks, GT Masters, Prototypen

Was mich besonders freut: Neben der DTM gibt’s ein volles Motorsportpaket. Die ADAC GT Masters starten in ihre neue Saison, dazu kommen die Prototypen des Prototype Cup Germany. Und als Bonus rollen die Renn-Trucks an – mit mehr als 1.000 PS und ganz großem Kino auf der Bremse.

Wer am Freitag schon da ist: Die Track Safari mit den DTM-Fahrern im Bus über die Strecke dürfte ein Erlebnis sein. Samstagabend dann DJ Tomekk in der Fan Zone – wer’s mag.

Für Familien geeignet

Gut zu wissen: Kinder unter 16 kommen kostenlos rein – in Begleitung eines Erwachsenen. Tickets gibt’s ab 59 Euro. Wir sind am Sonntag da – und wenn’s regnet, dann eben in Regenjacke und mit Ohrstöpseln. Motorsport ist live einfach ein anderes Erlebnis.

Also: Lausitzring. Sonntag. Rennen. Mal sehen, wer diesmal die Nase vorn hat.

Familienzeit auf der Rennstrecke: Unser DTM-Wochenende in Oschersleben

Manchmal braucht es nicht viel für ein perfektes Wochenende: ein paar Sonnenstrahlen, das Dröhnen von Motoren – und die eigenen Söhne an der Seite. Für uns war der DTM-Saisonstart 2025 in Oschersleben genau so ein Erlebnis. Nach unseren Besuchen am Lausitzring und Sachsenring im letzten Jahr war klar: Motorsport live hat uns gepackt. Und da sowohl der Lausitzring als auch Oschersleben für uns gut erreichbar sind, fiel die Wahl für den Saisonauftakt leicht. Nach rund 2,5 entspannten Stunden Anreise kamen wir an der Motorsport Arena an – nur das Parken dauerte etwas länger. Über eine halbe Stunde brauchten wir, bis wir unseren Platz auf einer Wiese hinter der Strecke gefunden hatten. Da ging es am Lausitzring spürbar schneller.

Für mich persönlich hatte Oschersleben noch eine besondere Bedeutung: Es ist die einzige Strecke im DTM-Kalender, die ich selbst schon befahren habe – und zwar auf zwei Rädern beim Triumph Media Day 2021.

Oschersleben: Motorsport hautnah erleben

Die Motorsport Arena Oschersleben trägt den Zusatz „Arena“ nicht zufällig im Namen. Der von allen Besuchern hoch geschätzte Arena-Charakter ist in Deutschland nahezu einmalig: Alle Zuschauerbereiche sind sechs bis acht Meter oberhalb der Strecke angelegt, sodass man jederzeit eine perfekte Übersicht hat. Vom angrenzenden Campingplatz aus durften die Wohnmobile bis an die Strecke heranfahren und parken. Komfortabler und näher dran geht kaum.

Wir hatten unsere Plätze auf der Hasseröder-Tribüne und konnten vom Ende der Start-Ziel-Geraden bis zur Zuschauerbrücke im Nordbereich einen großen Teil der Strecke einsehen – ideal, um das Renngeschehen hautnah mitzuverfolgen.

Dazu kam ein tolles Rahmenprogramm: Neben der DTM starteten in Oschersleben auch die ADAC GT4 Germany, der NXT Gen Cup (auf MINI Cooper SE) und der Tourenwagen Junior Cup (auf VW up! GTI). Besonders die beiden Nachwuchsserien lieferten spektakuläre Rennen – die kleinen Fahrzeuge ballerten teilweise im Millimeterabstand über die Geraden und lieferten sich packende Positionskämpfe. Mehr Action auf kleinstem Raum geht kaum!

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