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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Brandenburg (Seite 2 von 2)

Herbsttour durch den Hohen Fläming

Was Tagestouren angeht, so habe ich das Revier nördlich von Berlin fast schon komplett abgegrast. Da ich im Nordosten von Berlin lebe, bietet sich das Revier rund um die Schorfheide Chorin auch eher an, als der Berliner Süden, für den ich immer erst eine Dreiviertelstunde durch die Stadt gurken muss. Da der heutige Tag aber mit Sonne und sommerlichen Temperaturen lockte, habe ich heute die Jahresabschlussfahrt der Berliner F650-Crew durch den Hohen Fläming nachgefahren, die ich am Sonntag verpasst hatte. Ausgangs- und Endpunkt der Tour war die Spinnerbrücke.

Herbsttour Hoher Fläming

Von dort aus fuhr ich erstmal ein Stück Autobahn bis zur Ausfahrt Michendorf, wo ich über die B2 Beelitz erreichte – fällt erstmal unter die Kategorie Verbindungsetappe. Über die Dörfer ging es weiter Richtung Bad Belzig, daß Schloß dort würdigte ich keines Zwischenstopps, sondern fuhr direkt weiter zur höchsten Erhebung des Flämings, dem Hagelberg. Sensationelle 200 Meter über dem Meeresspiegel. Alle Leser südlich der Donau pullern sich exakt jetzt beim Lesen dieser Zeilen ein!

Egal, über laubbedeckte Nebenstrassen fuhr ich eine Schlaufe über Schmerwitz zurück nach Hagelberg, um von dort aus weiter zu fahren in den Naturpark Hoher Fläming zur Burg Rabenstein. In der Burgschänke gabs ein zünftiges Mittagessen – Blutwurst mit Kartoffelpüree und Sauerkraut, yeah!

Über Klepzig ging es weiter nach Wiesenburg, wo ich mit 300ml Restsprit im Tank endlich eine Tankstelle fand. Wenn man vergißt, vor der Tour das Mopped zu betanken, bekommt man den Nervenkitzel in Brandenburg umsonst dazu.

Weiter ging es über Görzke, Gräben und Groß Briesen (Brandenburger Ortsnamen FTW) nach Kloster Lehnin. Von dort aus nach Busendorf (*prust*) nach Ferch und zur Umrundung des Schwielowsees nach Potsdam. Die Uferstrasse hier ist wirklich sehr nett!

Generell war die Tour ab Bad Belzig sehr nett und abwechslungsreich zu fahren. Die Nebenstrecken waren schön kurvenreich und immerhin wurden Topographiewechsel von 30 bis 200 Meter über Normalnull geboten. Wenn man auf Zwischenstopps mit Kultur steht, bieten sich die Burgen in Bad Belzig und in Rabenstein an. Oder die alte Mühle hinter Borne, zu der ich über den Feldweg und die Wiese hochfuhr, um oben bereits ein Mopped stehen zu sehen. Das gehörte zu Jürgen, der hier in seinem Heimatrevier unterwegs war und mir noch den einen oder anderen Routentipp mitgab.

Ab Spinnerbrücke fuhr ich 220km für die Runde und je nach Pausenbedarf dauert es 3,5 bis 4 Stunden.

Tour: Berlin – Hamburg an Havel und Elbe entlang II

Heute vor einem Jahr begab ich mich – 4 Tage nach meiner Führerscheinprüfung – auf meine erste Tour von Berlin nach Hamburg an Havel und Elbe entlang. Damals wählte ich die Route nördlich der Elbe mit der Anfahrt über Nauen und Havelberg.

Zum Einjährigen fuhr ich die Tour nochmal, dieses mal aber der Anfahrt über Potsdam, Brandenburg und Rathenow der Havel folgend und dann auf der südlichen Elbseite bis Dömitz.

Ab Lauenburg wechselte ich wieder auf die südliche Elbseite, um op’n Deich bis Hamburg zu fahren.

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Die Anfahrt nach Potsdam machte ich über die Autobahn, hinterm Potsdamer Bahnhof bog ich gleich ab Richtung Caputh am Templiner See entlang. Wenn man nah am Wasser entlang fährt, muss man das auch manchmal kreuzen. Gewöhnlicherweise macht man das ja über Brücken, nicht so aber in Caputh, da ging es an diesem Tag das erste Mal mit der Seilfähre über die Havel. Als nächstes ging es durch Werder, die schöne Altstadt auf der Insel sollte man sich auf jeden Fall ansehen.

Von der Havel an die Elbe

Die zweite Fähre innerhalb einer Stunde nahm‘ ich in Ketzin, um dann auf der nördlichen Seite der Havel weiter nach Brandenburg zu fahren. Fahrerisch war dieser Abschnitt nicht so aufregend, es war halt sehr ländlich und landstrassig.

Von der Havel an die Elbe

Durch Brandenburg durch zog sich die Fahrt etwas, in der Stadt war Verkehr ohne Ende und die Umgehungsstrasse war ne einzige Baustelle. Bis hierhin hatte ich wirklich nicht viel Strecke gemacht, aber das sollte sich auf dem weiteren Weg über Premnitz und Rathenow ändern. Hier konnte man es ganz gut laufen lassen. Bis es zu einem unverhofften Stopp vor Havelberg kam. Eigentlich wollte ich über die L2 nach Havelberg fahren, aber sowohl diese Strasse als auch die L18 über Wulkau und Sandau waren immer noch wegen Hochwasserschäden gesperrt. Leider war diese Vollsperrung nicht ausgeschildert gewesen, die Umfahrung der Vollsperrung hätte ungefähr 50km Umweg bedeutet. Den war ich nicht bereit in Kauf zu nehmen. Aber wozu ist eine Enduro gut, wenn nicht auch dafür, eine in Wiederaufbau befindliche Schotterstrasse zu überwinden.

Kurz vor Havelberg ging es dann links ab zur Elbfähre. Je näher man Hamburg kam, desto teurer wurden auch die Fährpreise (1x Elbfähre = 2,5x Seilfähre Caputh), ein Spaß war es trotzdem jedesmal.

Von der Havel an die Elbe

Durch die beschaulich Altmark ging es weiter Richtung Gorleben und Danneberg. Auch hier waren die Flutschäden noch sehr präsent, hier in der Form von Behelfsdeichen:

Von der Havel an die Elbe

Bei Dömitz ging es wieder auf die nördliche Elbseite, um das Filetstück der heutigen Tour unter die Räder zu nehmen, die B195 bis Boizenburg. Problem nur, daß die Tankleuchte schon seit Ewigkeiten blinkte und mein Magen auch schon grummelte. Also gab es für den Fahrer Bei Tania eine Pferdebockwurst für den Fahrer und in Amt Neuhaus für das Mopped ne neue Tankfüllung (mit verbleibenden 0,4 Liter war es auch Zeit dafür)!

Von der Havel an die Elbe

In Lauenburg wechselte ich wieder auf die südliche Elbseite, in Artlenburg ging es dann auf die Elbuferstrasse (L217), die mich – teilweise hinter dem Deich, teilweise direkt drauf – nach Hamburg-Harburg führte.

Von der Havel an die Elbe

Nach über 400 Kilometern hatte ich Hamburg erreicht. Rein fahrdynamisch blieb diese Tourvariante leicht hinter der von vor einem Jahr zurück. Aber sie hatte Fähren!

Die Bilder der Tour findet ihr bei flickr!, den genauen Tourverlauf könnt ihr bei Checkmytour einsehen.

Tour: Werbellinsee und Schorfheide Chorin

Der Werbellinsee gehört ja fast schon zu meiner Hausstrecke, die Tour um den See fährt sich aber auch sehr schön! Um den Spaß etwas zu verlängern, habe ich mir eine Tour rausgesucht, die neben dem Werbellinsee auch durch die Choriner Schorfheide führt.

Nach der Anfahrt über die Autobahn geht es los in Eichhorst am linken Seeufer des Werbellinsees hoch, in Joachimsthal dann Richtung Althüttendorf und über die Autobahnbrücke weiter auf der B198, dann den ersten Abzweig nach rechts Richtung Senftenhütte.

Hinter Senftenhütte wird es etwas abenteuerlich, das Asphaltband endet aprubt, um in eine alte, ausgelutschte und sehr holprige Kopfsteinpflasterstrasse durch den Wald überzugehen.

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Das Gehoppel endet nach einigen Kilometern beim Bahnhof Chorin, wo es dann gleich links auf der K6013 weitergeht Richtung Brodowin. Dort den Abzweig nach Pehlitz Richtung Parsteinsee. Die Strecke hier ist schön abwechslungsreich, leider war oft Sand auf der Strecke und bei wechselnden Lichtverhältnissen musste man eher defensiv fahren.

Bildschirmfoto 2013-06-16 um 21.19.58

Am Parsteinsee gibt es neben dem Zeltplatz eine sehr schöne Badestelle, wer also ne kurze Pause machen möchte: Badehose nicht vergessen.

Partnitzer See

Weiter geht es nach Angermünde, kurz durch die Altstadt durch und dann weiter über die K7346 Richtung Altkünkendorf und wieder zurück nach Althüttendorf. Bei der Überfahrt der Autobahnbrücke vor Althüttendorf hat man einen sehr schönen Blick auf den Grimnitzsee.

Ab Althüttendorf geht es wieder über die bereits befahrene Strecke diesmal zurück nach Joachimsthal, dort aber weiter an der anderen Seeseite Richtung Altenhof. Nach einer scharfen Linkskurve im Ort gehts ein Stück bergauf, geradeaus käme man weiter Richtung Autobahn, doch ich wollte den See komplett umrunden und bog am Ende der Steigung rechts in die Seitenstrasse ab, die mich über eine lauschige Strasse durch den Wald zurück nach Eichhof führte.

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Ab und bis Eichhof kann man diese sehr nette Runde über 90 km in knapp eineinhalb Stunden fahren. Bis auf die Passage zwischen Senftenhütte und Bahnhof Chorin ist sie auch für Nicht-Enduros gut befahrbar!

Riesengebirgstour, Tag 4: Dresden – Berlin

Schade, schon der letzte Tag der Tour. Nach den beiden tollen und intensiven Tagen durch Sächsische und Böhmische Schweiz sowie Riesen- und Isergebirge hieß es jetzt wieder Solofahrt, da sich hier wieder Thomas und meine Wege trennten.

Um noch zu einigermassen familienfreundlicher Zeit in Berlin zu sein klingelte der Wecker schon um 06:00 Uhr und kaum eine Stunde später brabbelte mein Einzylinder durch das sonntägliche Dresden, das gerade von der Morgensonne wachgeküsst wurde.

1 Dresden-Elbbrücke

Der Beginn der Route glich der Hinfahrt von Tag 1. Zunächst durch Dresden durch und dann auf der B97 grob Richtung Hoyerswerda rollen. In Schwepnitz führte mich die Route weiter nach Osten Richtung Spremberg, Gubin, Eisenhüttenstadt und Frankfurt / Oder.

2 karte-tankrucksack

Die morgendliche Sonne und die leeren Strassen sorgten für ein stressfreies und zügiges Fortkommen und mit Klangkarussell hatte ich mir Gute-Laune-Mucke auf die Ohren gelegt.

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Hinter Hoyerswerda fuhr ich weiter Richtung Schwarze Pumpe durch renaturiertes Braunkohletagebaugebiet. Das sieht insofern etwas ungewohnt aus, daß es streckenweise ein „normales“, von der Natur geformtes Landschaftsbild vermissen lässt. Dies fiel mir aber erst nach einiger Zeit auf, zu vor war es nur eine unterbewusste Wahrnehmung à la „Irgendwas ist hier anders!“. Jedenfalls stand auf dem, was früher Tagebau war nun Windräder, die Landschaft diente also nach wie vor der Energiegewinnung, nur in anderem Kontext.

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Aus der Ferne bereits gut zu erkennen war das Braunkohle-Großkraftwerk „Schwarze Pumpe“. Das Kesselhaus ragt hoch über die umstehenden Wälder hinaus und der Schlot stiess massive Wolkengebilde in den stahlblauen Himmel.

Etwas absurd mutete streckenweise das Tempolimit von 30 an, fuhr ich doch auf sehr gut ausgebauten Landstrassen. Die Begründung lieferte das Zusatzschild unter der „30“, daß diese Massnahme mit Erdabsackungen begründete. Es könnte also durchaus der Fall sein, daß hinter der nächsten Biegung einfach mal statt Strasse ein einfamilienhausgroßes Loch ist.

Fahrerisch war die Strecke bislang eher kurvenarm, das sollte sich auch erst nach Cottbus ändern. Doch zu vor machte ich noch halt an der Talsperre Spremberg, die über das Örtchen Schäferberg zu erreichen ist. An Campingplätzen vorbei kam mir das schattige Plätzchen am Seeufer ganz recht für eine erste Pause für den Tag.

5 talsperre-spremberg

6 spremberger-wald

Weiter ging es hinter Cottbus auf der B97 durch ziemlich ortschaftsloses Gebiet. Dafür passierte ich den einen oder anderen Tagebau sowie Bahngleise, die vornehmlich dem Koheltransport dienen. In seeeeeehr langen Zügen, wie ich an dem einen Bahnübergang feststellen musste, an dem ich gefühlt einen halben Tag stand.

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Eine Ortschaft, genauer gesagt eine Tankstelle wären langsam aber angebracht gewesen, wie mir mein Warnlämpchen im Cockpit anzeigte. Morgens in Dresden hatte ich nur zum Brötchenfassen angehalten, da der Tank noch halb voll war. Es sollte sich herausstellen, daß sich meine treue F650GS auf der Landstrasse um einiges sparsamer herausstellen sollte als im Normalbetrieb, der schwerpunktmässig im Stadtverkehr oder auf kleineren Touren stattfand. Hier musste nach spätestens 220km getankt werden, aber auf dieser Tour ging das Warnlämpchen erst nach 260km an.

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Die Tankreichweite erlaubte es mir jedenfalls noch, in Gubin auf die polnische Seite zu fahren und hier nochmals günstig vollzutanken, bevor ich weiter nach Eisenhüttenstadt fuhr.

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Dort kam ich erstmal an vornehmlich rosa getünchten DDR-Vorzeigewohnblocks vorbei, bevor ich stadtauswärts am Stahlwerk vorbeikam, das der Stadt ihren Namen gab. Auch hier im tiefen Osten hatte die Globalisierung nicht Halt gemacht, prangte doch von der Anlage in großen Lettern das Logo des indischen Stahlmultis ArcelorMittal.

Von Eisenhüttenstadt wäre es noch ein Katzensprung nach Frankfurt / Oder gewesen, aber da ich dermaßen gut in der Zeit lag, erlaubte ich mir eine spontane Routenmodifikation. Also erstmal den Abzweig nach Pohlitz genommen um beim Segelflugplatz eine Pullerpause zu machen.

10 segelflugplatz

Müllroser See

Über Müllrose (ja, so heisst der Ort wirklich) und Beeskow sollte es Richtung Scharmützelsee gehen – oh, kuck mal ein Golfplatz – um dann bei Fürstenwalde auf die Autobahn zu fahren und die letzen Kilometer zur Familie nach Hause zu reiten. 320 Kilometer sollten es am Ende für den Finaltag gewesen sein. Und ich war kurz nach dem Mittagessen zu Hause. Toll!

Die Route der Tour könnt ihr bei Checkmytour einsehen!

Notiz an mich selber: wenn man seine Tour mittels GoPro-Kamera dokumentiert, sollte man neben Batterieladezustand und verbleibender Speicherkapazität auch ab und zu mal die Linse kontrollieren. Dann hat man auch feststellen ob irgendein Fluginsekt auf selbiger nicht spektakulär den Freitod gesucht hat und – nur ein klitzekleines bisschen – die Bildqualität beeinträchtigt.

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Fazit: Schon bereits nach dem Aufstehen an diesem Morgen fragten wir uns „Und wo fahren wir nächstes Jahr hin?“ Am Abend des Tages beantworteten wir uns diese Frage selber:

So viele Touren bin ich ja noch nicht gefahren und in den Alpen war ich auch noch nicht. Aber an dieser Region – Sächsische Schweiz, Osterzgebirge, Riesen- und Isergebirge – habe ich Blut geleckt. Zumal Dresden von Berlin aus relativ schnell erreichbar ist. Man könnte sicherlich eine Woche lang in Dresden das „Basislager“ beziehen und jeden Tag neue, tolle Touren fahren. Oder von Dresden aus das Erzgebirge runter bis in den Bayrischen Wald.

Auf jeden Fall waren diese vier Tage nur ein erster Vorgeschmack. Wie sagte schon Arnold Schwarzenegger? „I’ll be back!“

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