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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Schlagwort: Bayern

Vorschau Alpenblitz 2015

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Diejenigen unter Euch, die hier schon etwas länger mitlesen erinnern sich vielleicht, daß ich die Alpentour bereits für den letzten Sommer geplant hatte. Aus Gründen mussten wir diese dann auf dieses Jahr verschieben. In der Zwischenzeit konnte ich noch hier und da etwas an den Details der Tour planen.

Den ursprünglichen Plan meine GS mit dem Autozug über Nacht von Berlin nach München zu bringen musste ich knicken, denn die Verbindung wird nicht mehr angeboten. Plan B war, nach München zu fliegen und mir von Siggi seine von mir bereits einmal zum Kesselberg und Walchensee ausgeführte Suzuki RF900 R auszuleihen. Als ich dann aber auf der Intermot mit den BMW-Leuten plauschte und wir auf meine Tourenpläne zu sprechen kamen, meinten die ganz selbstverständlich „Aber wieso ein Motorrad ausleihen? Wir haben doch einen Fuhrpark!“ Bei dem Angebot konnte ich nicht nein sagen und überlegte, welches Motorrad wohl am besten zu der Tour passen würde. Da meine Mitfahrer in der Überzahl GS-Fahrer sind – also eher GeleitSchutz mit Maximalbekofferung – kam mir die Idee hier eher einen Kontrapunkt zu setzen und mit schmalem Mopped und schmalem Gepäck die Tour zu bestreiten. Die Wahl fiel auf einen R nineT mit dem werksseitig verfügbaren Tankrucksack und Hecktasche. Beide zusammen kommen auf ein Fassungsvermögen von ca. 50 Litern. Also dem, was bei einer GS ins Topcase passt, so ungefähr. Das wird ein schöner Gegensatz werden:

RnineT_Alpenblitz

Begleiten werden mich wieder Thomas auf seiner Honda VFR und Sebastian auf seiner BMW R1200 GS. Siggi musste leider absagen, aber ganz neu dabei ist mein alter Arbeitskollege Akki, den ich seit 20 Jahren nicht mehr am Kopf gesehen habe, der aber auch seit ein paar Jahren unter uns Motorradfahrern weilt und sich just eine gebrauchte R1200 GS Adventure (noch luftgekühlt) zugelegt hat.

In genau 4 Wochen rollen wir dann im Quartett durch die Alpen. An meiner letztjähren, sehr ambitionierten Routenplanung (Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4) habe ich auch gearbeitet und sie auf dringendes anraten aller Beteiligten distanzmäßig etwas entschärft:

  • Tag 1 führt uns zunächst über die Autobahn von München Richtung Garmisch. Über den Kesselberg und den Walchensee fahren wir zum Sylvensteinspeicher, durch Garmisch durch und weiter Richtung Namlospass. Über das Hahntennjoch, dann den Holzleitner Sattel, ein Stück vom Kühtai nehmen wir auch noch mit, bevor wir in Sölden das Tagesziel erreichen.
  • Tag 2 beginnt natürlich mit dem Timmelsjoch. Über Meran und Schlanders nähern wir uns der Königin der Alpenpässe, dem Stilfser Joch. Bei der Gelegenheit nehmen wir einen kleinen Schwenk über den Umbrailpass auch noch mit. Es folgt der Gaviapass und der Passo del Tonale, nach dessen Überquerung wir uns Richtung Bozen orientieren und kurz vor dem Tagesziel noch den Mendelpass mitnehmen.
  • Die Routenplanung für Tag 3 macht mir immer noch graue Haare. Zu viele Optionen bieten sich hier in Südtirol. Wir werden wohl erst am Vorabend die finale Route festlegen. Auf jeden Fall werden wir die Sellarunde fahren, den Fedaia- und Falzaregopass nach Cortina d’Ampezzo fahren sowie den Passo Tre Croci auf dem Weg zu unserem Nachtlager in Misurina.
  • Am Tag 4 orientieren wir uns wieder Richtung Norden. Als erstes werden wir den Anstieg zu den Drei Zinnen in Angriff nehmen um auf knapp 3.000m einen Abschiedsblick über Südtirol schweifen zu lassen. Die Pustertaler Höhenstrasse bringt uns weiter nach Lienz, der Iselsbergpass ist dann die Aufwärmübung für die Großglockner Hochalpenstrasse. Danach ist ausrollen angesagt und hoffentlich abends noch eine Maß im Hirschgarten in München.

Vielen Dank an dieser Stelle an BMW Motorrad für die großzügige Bereitstellung der Ninette und an Skarlett Röhner für das tolle Design unseres Tourlogos. Hatte ich schon erwähnt, DASS ICK UFFJERECHT BIN?

Am Walchensee ist’s schee!

Am Kesselberg

Am Kesselberg

Die Route für die Voralpenrunde hatte ich Euch Anfangs der Woche vorgestellt. Jetzt bin ich auch mit dem Sortieren der Bilder durch und kann ein paar Eindrücke mit Euch teilen.

Rund um den Starnberg wars nett, aber zu viel Verkehr und eine Ortschaft nach der anderen bremsten so bischen den Fahrfluss. Über Penzberg und Benediktbeuren wurde es schon besser und das näher kommende Alpenpanorama ließ auf Spaß hoffen. Hoffnung hatten wir auch, daß sich die nahende Regenfront nicht in unseren Weg stellt. Das sollte aber nicht klappen, denn just zu Beginn des spannendsten Streckenteils ab Kochel am See begann es zu schiffen und hörte erst hinterm Walchensee auf. So könnte wir die spektakulären Kurven des Kesselbergs nur mit etwas Zurückhaltung geniessen. Trotz Tempo 60 und Rüttelstreifen um oberen Teil ist der Kesselberg ein definitives Muß für jeden Motorradfahrer, der auch nur annähernd in die Gegend kommt. Doch Obacht, an Wochenenden und Feiertagen ist die Strecke für Moppeds gesperrt.

Bei knapp 850m üNN erreichten wir die Passhöhe des Kesselbergs und fuhren weiter bergab Richtung Walchensee. Bei schönem Wetter ist die Sicht hier sicher Atem beraubend. Dank des Regens konnten wir es leider nur erahnen. Aber zumindest entstanden im Tunnel ein paar nette Fotos (siehe Galerie unten). Von der B11 wechselten wir dann auf die mautpflichtige Forststrasse, um Richtung Jachenau und Lenggries weiter zu fahren. Super schön, kaum Verkehr, tolle Natur! Nach Jachenau trocknete auch die Strasse ab und wir konnten es durch das Tal etwas fliegen lassen unter Beobachtung mehrerer Kuhherden.

Schön war auch die Strecke zwischen Bad Tölz und Dietramszell, eine schön kurvige, teilweise etwas enge Landstrasse. Aber da so gut wie kein Verkehr herrschte konnten wir relativ frei fahren. Nach Dietramszell wichen wir von der ursprünglichen Routenplanung ab, da wir in den Münchner Osten zurückfahren mussten. War aber nicht minder nett.

Ach ja, ich fuhr ja Siggis altes Mopped, eine Suzuki RF900R. Für mich als Endurofahrer eine Premiere auf einem Sporttourer. Als ich die ersten Kilometer drauf saß, war es doch sehr gewöhnungsbedürftig mit dem Winkel der Füße zur Bremse und Kupplung und dem höheren Druck auf den Handgelenken wegen der gestreckteren Sitzposition. Aber spätestens ab hinterm Starnberger See hatte ich mich an das Mopped gewohnt und konnte es artgerecht bewegen mit seinen 136 Pferdchen. Siggis Kommentar am Abend: „Ach, das kann man mit dem Motorrad auch machen?“ Ich nahm das mal als Kompliment!

Hier noch ein paar Bildchen zur Runde:

Riding Bavaria

Wenn das Wetter am Mittwoch hält, werde ich das erste Mal bayrischen Boden mit den Mopped unter die Räder nehmen. Da Siggi ein bekennender Schönwetterfahrer ist, hängt das nun leider von Petrus ab. Momentan sieht es noch mäßig aus.

Da Siggi nun eine niegelnagelneue 1200 GS fährt, kann er mir freundlicherweise sein altes Mopped leihen. Von dem ich ehrlicherweise gar nicht weiß, was es ist. Ein 20 Jahre alter, japanischer Sporttourer eben. Ist ja nicht das schlechteste Fortbewegungsmittel, wie ich bei Thomas mit seiner Honda VFR auf der Riesen- und Mittelgebirgstour gesehen habe. Jedenfalls bin ich gespannt.

Als Planungsstreber habe ich mir eine Tour ausgedacht, die Siggis Zustimmung bekommen hat. Raus aus München fahren wir nach Starnberg. Von dort aus umfahren wir den Starnberger See auf der Westseite und drehen dann nach Penzberg und Benediktbeuren ab. Am Kochelsee vorbei geht es auf die Kesselbergstrecke. Hier wollte ich auch auf dem Alpenblitz durchfahren, aus dem dieses Jahr leider nichts wird.

Drei-Seen-Runde

Nach dem Kochelsee erreichen wir den Wachensee, den wir zu 2/3 umfahren werden, um dann über Jachenau nach Lenggries zu fahren. Dann geht es weiter über Bad Tölz, Dietramszell und Wolfratshausen zurück zum Ausgangspunkt Starnberg.

Insgesamt sind das ohne Anfahrt nach Starnberg 150 km, also ein schöner Nachmittagsausritt. Wenn das Wetter hält. Drückt also die Daumen.

Routenplanung Mittelgebirgstour – Tag 3

Mit etwas Verzögerung nun hier die Routenplanung des dritten Tages der Mittelgebirgstour, heute durch Rhön und Spessart (Tag 1 und Tag 2 hier). Mit der Planung dieses Tages tat ich mich aus unerfindlichen Gründen recht schwer. Nicht, daß das Revier langweilig wäre, im Gegenteil. Zur Rhön hatte ich noch etwas Bezug aus dem Pfingsturlaub im letzten Jahr, im Spessart war ich recht ahnungslos, aber praktischerweise erschien letzte Woche eine große deutsche Motorradzeitung mit einem Tourtipp zum Spessart, bei dem ich etwas spicken konnte.

Wir beginnen den Tag in unserem Übernachtungsort Brotterode und wurschteln uns Richtung Wambach aus dem Thüringer Wald raus. Zunächst geht es bis Wasungen ein kleines Stück auf der B19, bevor wir uns auf kurvigen Landstrassen über Stepfenhausen und Helmershausen Fladungen nähern. Hier sind wir mitten im Dreiländereck zwischen Hessen, Thüringen und Bayern, bei Melpers und hinterm Schwarzen Moor können wir an zwei Stellen die ehemaligen Zonengrenzanlagen besichtigen.

Route Mittelgebirgstour Tag 3

Über Stetten und Roth – wo wir leider nicht das köstliche Bier der kleinen Dorfbrauerei geniessen können – schnörkeln wir uns hoch auf die Hochrhönstrasse. Je nach Fernsicht lohnt sich hier schon eine kleine Pause zur Besteigung des Aussichtsturmes auf der Rother Kuppe. Der Hochrhönstrasse folgen wir zum Schwarzen Moor, mit einer Fläche ca. 66 Hektar das größte Hochmoor in der Rhön. Hier stand ich im letzten Jahr auf Familienurlaub und die Motorradgruppen brausten an mir vorbei und ich seufzte ihnen hinterher. Aber nicht dieses Jahr.

Ein paar Kilometer weiter erreichen wir mit der Wasserkuppe den höchsten Berg der Rhön mit 950 m und zugleich die höchste Erhebung in Hessen. Die Wasserkuppe erreichte ihre Bekanntheit mehr als Segelflugzentrum denn als jährlicher Treffpunkt des Harley-Davidson Friendship Rides (dieses Jahr Angang August). Daher werden wir wohl eher Flieger als Moppeds kucken.

(CC BY-ND 2.0) by Jürgen Karneil

Über Poppenhausen und Thalau lassen wir die Rhön hinter und uns nähern uns dem Spessart. Zwischen Büchenberg und Sannerz sowie Niederzell und Marjoß sieht es auf der Karte nach gepflegter Kurvenräuberei aus. Nach einem kleinen Kaffeepäuschen bei der Verwandschaft orientieren wir uns südlich über Lettgenbrunn und Ruppertshausen, bevor wir bei Gemünden auf den Main treffen. Hier drehen wir die Route wieder nordöstlich und schlängeln uns über die Landstrassen zurück in die Rhön zu unserem Tagesziel Bischofsheim. Immerhin kommen wir hier noch am Kreuzberg vorbei, dem dritthöchsten Berg der Rhön nach der Wasserkuppe und der Dammersfeldkuppe. Laut Routenplaner sind das exakt 300 Tageskilometer und 3.930 Gesamthöhenmeter, die wir an diesem Tag zurücklegen werden.

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