Die Tourensaison ist so langsam vorbei und es ist an der Zeit, die kleinen Details zu reflektieren. Welche Ausrüstung hat sich als gut erwiesen, welche Navi-App hat mich gut ans Ziel gebracht.
Heute sind der Alpine MotoSafe Gehörschutz dran. Die älteren Modelle hatte ich bereits 2014 im Test, für die diesjährige Tour durch die französischen Westalpen hatte mir Alpine ihr aktuelles Sortiment geschickt:

Hatten die alten Stöpsel noch austauschbare Dämpfungselemente, so kommen die neuen in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen: dem Alpine MotoSafe TourAlpine MotoSafe Race undAlpine MotoSafe Pro (enthält sowohl die Tour als auch die Race Ohrstöpsel). Die Tour-Ohrstöpsel bieten hierbei etwas weniger Dämpfung als das Race-Modell. Natürlich kann der MotoSafeRace auch ausserhalb der Rennstrecke gefahren werden, wenn man beispielsweise mit dem Naked Bike oder mit dem Jethelm unterwegs ist. Das Pro-Set enthält ausserdem noch ein Reinigungsspray. Die Transporttasche ist sehr kompakt, ich habe sie mir gleich am  Motorradschlüssel befestigt, um auch eine visuelle Erinnerung zu haben, die Stöpsel vor Fahrtbeginn einzusetzen.
Die meisten der 3.300 Kilometer auf der Tour fanden zwar auf der Landstrasse statt, aber wir verbrachten auch einige Stunden auf der Autobahn. Bei Reisegeschwindigkeiten um die 130-150 km/h waren die Ohrstöpsel eine Wohltat. Der Geräuschlevel wurde merklich gesenkt und machte das Fahren um einiges angenehmer. Auch auf sportlich gefahrenen Landstrassenetappen merkte man einen deutlichen Unterschied. Bei geringeren Geschwindigkeiten oder im Stadtverkehr fielen die Ohrstöpsel in ihrer Wirkung für mich nicht mehr so sehr ins Gewicht. Gerade in der Stadt habe ich gerne etwas mehr Umgebungsgeräusche auf dem Ohr, man weiss ja nie, was die Blechdosen um einen herum so machen.
Die gute Dämpfung der Wind- und Umgebungsgeräusche haben die Wahrnehmung der Naviansagen, die Dialoge übers Intercom oder den Musikgenuss unterm Helm dagegen nicht getrübt.
Da ich nur ein paar Stöpsel zur Zeit benutzen konnte, verteilte ich die anderen unter meinen Tourmitfahrern Akki und Thomas. Beide bestätigten mein Urteil, daß es sich mit den Stöpseln viel angenehmer fährt als ohne. Zum Vergleich: Thomas fährt wie ich einen Integralhelm, Akki hingegen war mit seinem Bell Moto 3 unterwegs.
Die Nachteile bei den Alpine MotoSafe allerdings sind aus meiner Sicht die folgenden:

  • Trotz „Einführhilfe“ ist das Einsetzen ein Geduldsspiel. Um ihre optimale Wirkung zu entfalten, müssen die Stöpsel fest im Gehörgang sitzen. Manchmal habe ich den Stöpsel mit der Einführhilfe gleich wieder rausgezogen, manchmal lockerten sie die Dinger nach kurzer Zeit wieder. Aber vielleicht liegt’s ja auch an der Anatomie meiner Gehörgänge.
  • Die Dinger sind so klein, daß man sie leicht wieder verliert. Von den vier Paaren, die wir auf der Tour dabeihatten, hat keines das Ende der Tour erlebt. Zumindest nicht im Paar. Es war also eher ein kurzes Vergnügen.

Grundsätzlich ist ein Gehörschutz während des Motorradfahrens empfehlenswert und macht lange Tourtage durchaus angenehmer.  Wer sich für die Alpines interessiert kann diese bei allen gängigen Motorradshops bestellen oder beim Hersteller direkt. Der UVP liegt bei 14,95€ für die Modelle Tour und Race, das Pro-Package kostet 27,95 €.