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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Motorrad (Seite 1 von 8)

Die erste Ausfahrt mit dem neuen Motorrad

In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli diesen Jahres wurde meine Yamaha MT-07 aus unserer Garage geklaut. Fast auf den Tag genau acht Wochen später parkte ich am Freitagabend dieser Woche ihre Nachfolgerin. Der Kaufentscheidung voraus gingen einige Wochen des Grübelns und Rumsurfens auf Internetbörsen. Den Zwischenstand meiner Überlegungen hatte ich vor ein paar Wochen in diesem Post zusammengefasst und es entsponn sich eine lustige Diskussion in den Kommentaren. Und der Kollege Griesgram erwähnte in seinem Kommentar das Motorrad, welches in meinen ursprünglichen Überlegungen gar keine Rolle spielte, das es aber nun geworden ist. Begrüßt mein neues Pferd im Stall, eine 2009er Triumph Street Triple 675 R:

Bei den Street und Speed Triple-Modelle von Triumph stört mich seit jeher der Doppelscheinwerfer. Als ich eine Street Triple bei mir hier um die Ecke entdeckte, ließ ich meine optischen Bedenken mal beiseite und war bereit, mich den inneren Werten der Triumph zu öffnen. Vor zwei Jahren hatte ich bereits mal das Vergnügen, die von Hanse Qustom umgebaute Street Triple meines Kumpels Tobias Probe fahren zu dürfen. Großartiger Fahrspaß war das damals. Und den gleichen Fahrspaß hatte ich auch bei dieser Probefahrt. Zunächst musste ich mich durch den Feierabendverkehr quälen, aber der seidenweiche Triple-Motor machte klaglos alles mit, präzise Schaltvorgänge, leichtgängige Kupplung, traumhafte Fahrbarkeit. Jenseits der Stadtgrenze konnte ich dann die 106 PS von der Leine lassen und erlebte herrlichen Druck aus allen Lebenslagen. Vom Drehmoment her produziert der Triple die gleichen 68 Nm wie meine MT-07, allerdings bei höheren Drehzahlen. Was allerdings bei der Drehfreude des Motors überhaupt kein Nachteil ist. Das voll einstellbare Kayaba-Fahrwerk filterte alle Unebenheiten der Landstrasse weg und die Arrow Auspuffanlage trötete fröhlich durch ihre beiden Endtöpfe in die Brandenburger Natur.

Zurück beim Händler fiel mir die Entscheidung leicht. Haben will! Nach kleineren Preisverhandlungen war der Deal fix. Die Zulassung ließ ich gleich durch den Händler machen, da das schneller ging. Und ein paar Tage später konnte ich sie dann abholen und habe sie heute dann gleich eine Runde über die Hausstrecke gejagt.

So verärgert ich nach dem Diebstahl der MT-07 war, so versöhnt bin ich jetzt mit der Motorradsituation. Ich habe wieder eine agile, aktive Fahrmaschine, die in die Fußstapfen der Yamaha tritt und dabei noch größere Fußabdrücke hinterlässt. Als erstes werde ich aber – Puristen werden mich verfluchen – die Doppelscheinwerfer auf einen einzelnen umrüsten. Hinten kommt noch ein kurzer Kennzeichenhalter ran und über die Farbe denken wir auch nochmal nach. Wird super!

Bordstrom für die Vespa

Nach all der Schrauberei an der MT-07 war es mal an der Zeit, der Vespa 300GTS mal wieder etwas Zuneigung zukommen zu lassen. Naja, ich bin bei eBay über einen Doppel-USB-Port gestolpert für schmales Geld und hatte Bock, den einzubauen. Also bestellt und ein paar Tage später über das hier gefreut.

Die Qualität ist top und der Einbau ist quasi Plug & Play. Der weiße, rechteckige Stecker passt direkt an den Kabelbaum der meisten Vespa GTS 125, 250 und 300 mit Baujahr vor 2013. Er befindet sich bei Modellen ohne ABS direkt hinter der linken Serviceklappe am Beinschild. Und schwupps, da war er auch bei mir:

Also mussten nur in die Serviceklappe zwei Löcher rein zur Aufnahme des Schalters (20mm Durchmesser) und der USB-Buchse (30mm Durchmesser).

Wenn man etwas mehr Aufwand betreiben möchte, kann man den Schalter auch versteckt in das Handschuhfach einbauen. Dazu muss dann aber die komplette Innenverkleidung abgebaut werden (Anleitung siehe hier). Durch den Schalter kann man entscheiden, ob die USB-Ladebuchse nur bei eingeschalteter Zündung Strom führt oder über Batterieplus auch bei abgesperrtem Roller versorgt wird. In mittlerer Schalterposition ist die USB-Buchse ausgeschaltet und frisst somit auch keinen Strom.

Löcher vorgebohrt, ausgefräst, entgratet, Schalter und Buchse einbauen dauerte keine 10 Minuten. Der Anschluß ging dann noch schneller. Stecker anschliessen, Blende wieder anschrauben. Fertig.

Strom fließt, Handy und Fahrer sind glücklich.

Das war jetzt sicherlich nicht das lebensnotwendigste Upgrade für die Vespa, aber falls ich vor der nächsten Zombieapokalypse fliehen muss, hat das Handy/Navi dauerhaft Strom. Und dafür hat es sich dann doch gelohnt, oder?

Der Heckumbau der Yamaha MT-07 oder einmal das JvB Moto-Komplettpaket, bitte!

Nach dem Frontumbau der MT-07 war ich angefixt (lies hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dazu). Tagelang lungerte ich im Webshop von Kedo um die JvB Moto-Teile für den Heckumbau, doch die standen immer auf „nicht lieferbar“.

Ein Anruf beim Kedo-Support später war ich schlauer. Sie bekämen immer wieder Nachschub, doch wäre das nie ausreichend, um die komplette Nachfrage zu stillen. Ich solle trotzdem bestellen und wäre dann in der Warteschleife für die Teile. Lustigerweise bekam ich die Teile dann bereits eine Woche später geliefert. So fehlten mir nur noch ein paar freie Tage, um den Stellplatz in der Garage in eine Schrauberwerkstatt umzuwandeln.

Die Teile kamen zwar alle mit einer Anbauanleitung, aber bevor was neues dran kann, muss das alte erstmal ab. Als ich mir die MT kaufte, legte ich mir auch gleich ein Werkstatthandbuch zu. Dies gab mir einen guten Überblick über den Aufbau des Motorrades und zeigte mir, wo wie welches Teil befestigt war.

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Shakedown-Run mit der umgebauten MT-07 durch Polen und die Uckermark

Achtung, der folgende Beitrag wird sehr viele Bilder meines Motorrades vor Natur enthalten. Because Motorcycle!

Still war es in den letzten Tagen hier, obwohl viel passiert ist. Mopped fahren, Mopped schrauben, wieder Mopped fahren. Ich konnte die Tage nutzen, um den Heckumbau meiner MT-07 umzusetzen. Die Umbauarbeiten werde ich Euch noch separat Schritt für Schritt vorstellen. Aber jetzt erstmal zeige ich Euch das Endergebnis.

Die frisch fertiggestellte Yamaha führte ich heute auf einen Shakedown-Run aus und dafür wählte ich eine Strecke, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren bin. Über Bad Freienwalde und Hohenwutzen ging es nach Polen, dann der Oder längs bis Schwedt und zurück über Angermünde und den Werbellinsee. Bei perfektem Bike-Wetter konnte ich einfach nur das Bike und die Strasse geniessen.

Ach ja, abgefallen ist auch noch nix.

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Denkmal für die Schlacht bei Cedynia / Polen auf dem Czcibor-Berg

Denkmal für die Schlacht bei Cedynia / Polen auf dem Czcibor-Berg

Am polnischen Oder-Ufer kurz vor Schwedt

Am polnischen Oder-Ufer kurz vor Schwedt

Das Bild hier gibt es auch mehrfach mit meiner alten BMW F650 GS

Das Bild hier gibt es auch mehrfach mit meiner alten BMW F650 GS

In der Altstadt von Angermünde

In der Altstadt von Angermünde

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Liebes Mammut, bitte nicht aufs Mopped kacken

Liebes Mammut, bitte nicht aufs Mopped kacken

Gute Tarnung ist alles

Gute Tarnung ist alles

Raps ist das neue Schwarz

Eindrücke einer kleinen Abendrunde:

Frontumbau der MT-07 – Teil 3

Gestern Abend endlich habe ich den Frontumbau mit Hilfe des anonymen Motoradschraubertreffs Südstern zu Ende bringen können. Yeah! Doch eines nach dem anderen.

Wir erinnern uns an den Teil 2 des Umbaus, hier konnte man schon mal einen guten Blick in die Innereien hinter der Lampenmaske werfen. Und das alles soll hinter der kleinen, zierlichen JvB-Maske verschwinden?

Meinen Lackpfusch vom letzten Mal konnte ich einigermassen ausbessern. Es ist jetzt nicht wirklich gut geworden, vielleicht etwas weniger schlecht. Zumindest kam ich in dem Durchgang auf die Idee, die Schutzblechhalter gleich mattschwarz mitzulackieren.

Auf der Fahrt in die Werkstatt verabschiedete sich das Abblendlicht Ich wertete das als Zeichen des Motorrades, daß es auch an einer neuen Lampenlösung interessiert war. Die ersten Arbeiten waren schnell erledigt: alte Lampenmaske runter, alten Lampanhalter abschrauben, den neuen Lampenhalter in die gleichen Bohrungen anschrauben und die Bremsleitungen verlegen in die neue Aufnahme am Lampenhalter. Dann kam der Gummischutz für die Kabelverbindungen raus und wir machten uns Gedanken, wie wir die Kabel so neu sortieren, damit die JvB-Maske draufpasste.

Nach etwas Gepuzzel hatten wir einen Ansatz. Auf der rechten Seite war der Kabelbaum mittels Kabelschelle an einer Halterung fixiert. Diese Kabelschelle lösten wir und konnten den Kabelbaum etwas zurück unter den Tank ziehen und die anderen Kabelstränge drumrum sortieren und mit anderen Kabelbindern etwas gruppieren. Der etwas kniffligere Part waren die beiden Kabelhalter in den beiden Bildern oben, denn beide standen dem planen Anlegen der Lampenmaske an die Federgabeln im Weg. Den auf der linken Seiten konnten wir etwas nach hinten unten wegbiegen, der auf der rechten Seite war etwas massiver ausgeprägt, umbiegen war hier keine Lösung. Mit der Präzision eines Gehirnchirurgen (hüstel) dremelte ich das Ding schliesslich ab und bogen den Rest dann auch nach hinten.

Die mit den Teilen mitgelieferte Anleitung zeigte die Front der XSR 700, hier sind die Halter anders angeordnet, auch hat es auf der Abbildung den Anschein, daß die Kabelführung etwas anders ist. Ich schreibe mal Kedo, daß sie da vielleicht zwei verschiedene Anleitungen / Abbildungen mitschicken.
Mit dem Endergebnis jedenfalls könnte ich nicht zufriedener sein. Tadaa:

Die nach unten fallende Linie des Serienscheinwerfers wird durch das JvB-Teil aufgehoben. Ich finde sie wird dadurch noch kompakter und gedrungener.

Zur Illustration hier noch eine kleine Gegenüberstellung:

Neue Spiegel hatte ich auch noch rumliegen und bei der Gelegenheit montiert. Aber irgendwie stehen die mir zu hoch, ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Aber jetzt freue ich mir erstmal einen Ast und gehe fahren bei dem schönen Frühlingswetter.

Acht Monate mit der Yamaha MT-07: erstes Zwischenfazit

Seit letztem September nenne ich die Yamaha MT-07 mein Eigen. Und auch wenn zwischendrin Winter war und ich nicht so viel zum Fahren kam, sind zumindest 2.500 Kilometer mehr auf der Uhr. Zeit für ein kleines Resumée.

Wie ihr im Video seht, habe ich nach wie vor Spaß wie ein kleiner Junge mit der Yamaha. Die Handlichkeit (1.400 Millimetern Radstand) und der Druck von unten raus machen (ab 4.000 Umdrehungen liegen fast durchgehend 60 Nm Drehmoment an) die MT-07 zum Landstraßenräuber allererster Güte. Die Drehfreudigkeit bis in den fünfstelligen Bereich lässt auch die bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn den Spaß nicht vermissen. Das Sechsganggetriebe schaltet kurz und knackig, lediglich bei schnellem Runterschalten hakt es gelegentlich und manchmal ist die Suche nach dem Leerlauf etwas fummelig.
Lenkerposition passt mir perfekt, die Schalter und Armaturen geben keine Rätsel auf. Vor allem die Schalter finde ich für ein Serienbike erstaunlich gut und klar gestaltet, aber das nur am Rande. Von der Sitzposition her könnte es für mich ein paar Zentimeter höher sein, 805 Millimeter Sitzhöhe sind bei 182 cm Körperlänge etwas wenig. Bei kürzeren Trips fällt das nicht so ins Gewicht, aber bei längeren Autobahnetappen wir im letzten Herbst nach Hamburg zwickt es ob des etwas engen Kniewinkels doch etwas. Vielleicht bringt hier der geplante Umbau auf die JvB-Sitzbank noch etwas Komfortgewinn.

Bei den Verbräuchen hatte ich je nach Fahrweise eine Bandbreite von knapp unter vier Litern bei entspannter Landstrassenfahrt bis hin zu sechs Litern bei Autobahngeballer – wie bei der Überführung der Maschine aus Niedersachen nach Berlin. Hier habe ich dank freier Bahn längere Zeit Tempi zwischen 180 bis 200 km/h anliegen. Reichweiten über 300 km sind dank des 14 Liter-Tanks auf jeden Fall drin. Beim Tanken braucht es allerdings etwas Geduld, wenn man randvoll füllen möchte. Der letzte Liter ziert sich immer etwas.
Stichwort Autobahn: hier lag die Maschine immer bolzenstabil. Ohne Windschutz wird es aber 160 km/h aber etwas anstrengend. Als ich die Maschine kaufte, war ein Puig Windschild montiert. Sah häßlich aus, verrichtete aber ihre Dienste sehr effektiv. Das Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit war mit Windschild kein Thema, ohne eher eine Qual.

Die Bremsen bremsen: vorne Doppelscheiben im hübsch anzuschauenden Wave-Design, hinten Einzelscheibe verrichten beide ihre Arbeit bissfest und kontrollierbar. Das ABS regelt, alles fein.
Mein einziger Kritikpunkt ist die Federung. Sobald sich der Asphalt vom Oberflächenzustand „glatt“ entfernt, fängt es im Gebälk an zu rumpeln. Bodenwellen könnten schneller weggedrückt werden, geht man kurveneingangs hart in die Bremse und kurvenausgangs ebenso forsch ans Gas, könnte die Maschine noch satter und präziser liegen.
Neben den noch anstehenden optischen Modifikationen habe ich beim Jahresservice dieses Jahr die Serienbereifung Michelin Pilot Road 3 (Reifendimensionen übrigens 120/70 ZR 17 vorne und 180/55 ZR 17 hinten) gegen die Avon Trailrider getauscht. Die Michelin haben ihren Job gut gemacht, sie waren mir optisch aber zu fad. Die Avon-Pellen bringen mehr die Trecker-Optik mit, die ich gerne auf dem Moped hätte. Bei der Ausfahrt am Wochenende waren sie soweit eingefahren, dass man damit auch mal härter ans Gas gehen konnte. Und ich war sehr positiv überrascht. Auch wenn bisher bei meist trockener Witterung unterwegs war, der Reifen fährt sich stabil und baut gut Grip auf. Das Abrollgeräusch ist auch nicht lauter als beim Michelin. Die Regenwertung steht noch aus, aber soweit gibt es von mir sehr gute Noten für den Gummi.

Die Erlösung vom Schandkarren für die Vespa 300 GTS

Es geschah vor nicht allzu vielen Wochen, als wir noch Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten. Auf der Fahrt ins Büro tobte bei der Vespa 300 GTS auf einmal der Lüfter wie bekloppt und nach nicht mal 3-4 Kilometern stand der Temperaturanzeiger im roten Bereich. Das hätte selbst bei den tropischsten Sommertemperaturen nicht sein dürfen, umso mehr machte es mich stutzig und veranlasste mich zum sofortigen Stillstand und zur ersten Diagnose. Waidwund schleppte ich den Roller noch das letzte kurze Stück bis zum Büro. Bei der Ölkontrolle deutete die bräunlich-schlickige Konsistenz bereits auf Wasser im Ölkreislauf. Die Ursache dafür konnte ich noch nicht genau eingrenzen, aber eins war klar: aus eigener Kraft schafft es die Vespa nicht mehr in die Werkstatt. Also blieb mir nur der ADAC Schandkarren:

Drei Stunden nach dem Anruf stand der Fahrer vor der Tür. Aufgeladen war sie schnell, umso länger dauerte die Diskussion, was denn genau die nächstgelegene Fachwerkstatt sei. Erst als ich auf meinem Handy per Google Maps nachweisen konnte, daß der Weg zu meinen Rollerdealern einige Kilometer kürzer war als zu der angeblich nächsten Werkstatt in Schöneberg, gab der Disponent die Fahrt frei und wir setzten uns in Bewegung.
Einige Tage später kam der erklärende Anruf des Mechanikers. Die Wasserpumpe hatte verfrüht das zeitliche gesegnet. Auch wenn sie schon acht Jahre alt ist und 35.000 Kilometer auf dem Buckel hat, die Pumpe hätte gerne länger halten dürfen. Um zu überprüfen, ob der Zylinderkopf thermischen Schaden genommen hatte, musste er eh‘ demontiert werden. So lag es Nahe, dann auch die Kopf- und Fußdichtung zu erneuern und ob der Laufleistung wurde dann auch noch der Zylinder gehont und ein neuer Kolben nebst Kolbenringen eingepasst.
Auch wenn das nun eine nicht unerhebliche Investition war, macht das meinen Daily Driver hoffentlich wieder fit für die nächsten 35.000 Kilometer. Und bis die 500 Einfahrkilometer für den neuen Kolben durch sind, verzichte ich eben auf Burnouts und Wheelies bei den Ampelstarts und Dauervollgas auf der Autobahn.

Abgebaute Front der VFR

2018 wird Vintage!

2018 gibt es keine neue BMW für mich. Stattdessen darf die Grand Dame aus dem Stall, meine Honda VFR 750 F aus dem Jahre 1990 zurück auf die Landstraße. Die letzten Jahre war die VFR immer dann dran, wenn die neue BMW noch nicht oder nicht mehr da war. Also vor und nach der eigentlichen Saison. Dann oft auf versalzenen Straßen, mit Laub oder Split. Keine dankbare Aufgabe. 2018 wird also das Jahr der VFR. 2018 wird vintage!

Genug der lobenden Worte. Denn es gibt auch einen Grund für das Garagendasein. Technische Probleme. Überall. Also ran an den Werkzeugkasten.

VFR Front ohne Verkleidung

Da ist doch hoffentlich nichts schlimmes passiert?

Auseinandergebaut ist schnell, von zwei festgerosteten und folgerichtig abgerissenen Schrauben abgesehen. Und jetzt ist die alte Dame erst einmal richtig rattig.

VFR ohne Verkleidung von der Seite

Da fehlen doch ein paar Teile?!

Es fehlt an der Elektrik, es fehlt an der Hydraulik und es fehlt – leider – NICHT am Rost.

VFR Krümmer, verrostet.

Krümmer-Camouflage.

Doch der Reihe nach:

    • Ölwechsel, easy, check.
    • Kühlwasserwechsel, check.
    • Wechsel Hydraulikflüssigkeit für die Kupplung. Eigentlich auch einfach, aber irgendwie schwimmen da lauter Partikel im alten Öl. Daher spülen, spülen, spülen. Check.
    • Gebrochene Verkleidungsteile kleben. Interessanterweise ist die Verkleidung an fünf Stellen gebrochen. Erstaunlich, dass da noch nichts weggeflogen ist… Gewebematte und 2K-Kleber lösen das Problem.
Gebrochenes Verkleidungsteil der VFR

Ups, kaputt. Ich war’s nicht!

  • Sitzbank. Aufgerissen, unschön, alt. Das habe ich aber vom Profi machen lassen. Die Sitzbank war für zwei Wochen bei www.bikepolster.de  toller Kontakt, schnelle Lieferung und tolle Qualität. Empfehlung!
  • Cockpit-Beleuchtung. Bitte nicht lachen. 6 Birnen, alle kaputt, alles dunkel. Klingt einfach, kommt man aber nur ran, wenn die Verkleidung und die Front komplett abgebaut ist. Japanische Wartungsfreundlichkeit eben.
  • Verrostete Krümmer: Drahtbürste auf Akkuschrauber, und damit die losen Teile entfernt. Mit Ofenrohrlack konserviert. Sieht wieder richtig schick aus und verschwindet (leider) unter der Verkleidung.
  • Viel Kleinzeug beim Wiederzusammenbau.

Karfreitag war dann alles fertig, die Elektrik funktioniert, der Motor springt an und die Maschine läuft.

Karsamstag also raus auf die Straße. Und es ist wie es sein muss: Herbst. Kalt, Regen. Aber das Mopped wie neu. Und die Saison geht ja noch ein paar Tage.

VFR und Fahrer renoviert.

Schöne Blechwand im Hintergrund.

Für die Statistik: Kilometerstand bei der „Wiederinbetriebnahme“: 110.385 km.

 

Frontumbau der MT-07 – Teil 2

Und Martien Delfgaauw sagt mir noch letzten Samstag: „Lass Dir Zeit beim Lackieren, mach da keine Hektik.“ Und was mach ich? Hektik. Schön beim letzten Lackierdurchgang statt zum schwarzen Mattlack zum Klarlack gegriffen und schön drübergenebelt. Fuck. Beim Schutzblech ging es noch einigermassen, aber die Lampenmaske konnte ich so nicht montieren.

Also Planänderung: dann werden heute eben nur die Schutzblechhalter justiert und die neuen Blinker montiert. So schmiss ich mein ganzes Geraffel in den Rucksack und fuhr zu meinem Namensvetter Alex in die Werkstatt, der mir großzügigerweise seinen Nebenraum freiräumte, damit ich da im warmen Werkeln konnte statt in meiner zugigen Großgarage.
Als erstes brachte ich das Vorderrradschutzblech wieder an. Ursprünglich dachte ich ja, wir müssten die Halter etwas nachbiegen, um die 3-4mm Lücke zum Gabelholm zu schliessen. Als wir uns das ganze erstmal in Ruhe anschauten, kam Alex auf die Idee, an der vorderen Schutzblechhalterung etwas schmalere Gummipuffer zu verwenden als die mitgelieferten. Und schwupps, war die Lücke hinten deutlich kleiner und konnte mit zwei Unterlegscheiben überbrückt werden. Jetzt stehen die Sicherungsmuttern auch nicht mehr ganz so nah an der Reifenflanke, so daß der TÜV auch nichts zu meckern haben wird.


Als nächstes ging es an die Blinker. Also Scheinwerfer ab, die Blinkerstecker am Kabelbaum abgesteckt und hinter der bisherigen Löststelle abgeknipst. Der Vorbesitzer hatte hier bereits andere Blinker montieren lassen, daher war da schonmal jemand bei gewesen. Praktischerweise haben die Blinkerstecker am Kabelbaum unterschiedliche Farben. Der schwarze Stecker ist für den rechten Blinker, der graue für den linken. Nach Blinker probehalber montieren und Kabel sowie Schlauch auf die richtige Länge bringen wurden die Stecker umgelötet und wieder eingebaut. Test links, Test rechts, schaut geil aus und funzt.



Auch wenn jetzt an der Elektrik nichts mehr gemacht werden muss habe ich trotzdem noch etwas Respekt vor der Einpasung der neuen Lampenmaske. Das Serienteil ist schon schwierig genug draufzupuhlen, das wird mit der JvB-Lampe nicht einfacher. Aber wo ein Wille, da ein Weg!

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