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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Motorrad (Seite 1 von 8)

Motogadget m.view Spiegel für die Street Triple

Die Mittelgebirgstour brachte einen kleinen Kollateralschaden an der Street Triple mit sich. Der rechte Aussenspiegel hat sich verabschiedet, kurz über dem Schraubengewinde scherte er ab. Ich hatte im letzten Jahr bereits die Original-Rückspiegel durch ein paar Highsider-Spiegel ersetzt, die für eine etwas klassischere Optik am Mopped sorgten. Leider wurde die Sicht nach hinten nicht besser, dafür weiss ich jetzt genau, wie der Ärmel meiner Motorradjacke aussieht. Damit haderte ich schon eine Weile, es war also klar, daß die neuen Spiegel eine bessere Sicht nach hinten bieten sollten. Natürlich sollten sie das tun ohne bescheuert auszusehen.

Ich dachte kurz über Lenkerendenspiegel nach, aber das mit der Sichtbarkeit machen die ja auch nicht wirklich besser. Also zurück zum herkömmlichen Layout, allerdings mit längerem Spiegelarm als meine bisherigen Spiegel. Gelandet bin ich letztendlich bei Motogadgets m.view Serie. Der Berliner Spezialist für hochwertiges Motorradzubehör im letzten Jahr die erste glaslose Spiegelserie für Motorräder auf den Markt gebracht. Das Besondere an diesem Motorradspiegel ist die Spiegelfläche, die direkt in das Metall des Korpus eingefräst ist. Das Aluminium selbst ist die Spiegelfläche. In der Herstellung wird hier ziemlicher Aufwand getrieben (Flycutting-Verfahren mittels Diamantwerkzeug, Hightech-Plasmabeschichtung im Vakuum), das Ergebnis ist ein bemerkenswert leichter und schmaler Rückspiegel. Die Spiegel und die Spiegelarme aus Billet-Aluminium sind CNC-bearbeitet und in edlem Schwarz eloxiert. Alle Teile wie Schrauben oder Kugelköpfe sind aus Edelstahl gefertigt.

motogadget bietet vier unterschiedliche Spiegeldesigns mit konventionellem Spiegelarm sowie drei Lenkerendenspiegel – alle mit ECE-Kennzeichnung – an. Ebenfalls sind zwei winzige Lenkerendenspiegel ohne ECE-Kennzeichnung im Programm.

Meine Wahl fiel auf den m.view race, der in seiner Form – meiner Meinung nach – der Street Triple sehr gut steht. Die Standardversion mit 150mm Spiegelarm war allerdings etwas zu kurz, so kommt die XL-Version mit 180mm Spiegelarm zum Einsatz. Und so sieht das dann in natura aus:

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Vor der Montage die Schrauben leicht fetten

Links alt, rechts neu

Links alt, rechts neu

Seeeehr dünn

Seeeehr dünn

Vulkanierohren

Vulkanierohren

So Shiny

So Shiny

Mir gefällts!

Mir gefällts!

Sporttouring mit der Street Triple und dem Kriega US Combo50 DryBag

Nach vier Jahren Touren durch die Alpen werde ich dieses Jahr mal weniger weit reisen und kürzere Touren machen. Aus beruflichen Gründen wird sich das eher in dem Rahmen abspielen, was an einem Wochenende zu realisieren läßt. Das bedeutet auch, daß ich das erste mal seit der Mittelgebirgstour 2014 mit dem eigenen Motorrad auf Tour sein werde. Und vom Revier her werden wir auch da anknüpfen, wo wir vor auch vor fünf Jahren unterwegs waren. Es geht nämlich in den Thüringer Wald.

Für eine Wochenendtour braucht es ja nicht viel an Gepäck, trotzdem muss das irgendwo am Motorrad untergebracht werden. Und treue Leser werden sich erinnern, daß ich immer mehr Technik mitschleppe als Schlüpper und Socken. Für das klassische „Gepäckrolle aufs Heck“ sind bei der Street Triple die geeigneten Verzurrpunkte nicht wirklich da, bzw. es sind die Auspuffrohre im Weg.

Letztes Jahr auf der Intermot hatte ich Gelegenheit am Stand von Kriega deren Gepäcksystem näher in Augenschein zu nehmen. Die in verschiedensten Größen vorhandenen Taschen werden mittels unter der Sitzbank am Motorradrahmen befestigter Schlaufen befestigt und verzurrt. Und wenn das unter dem Beifahrersitzbrötchen der ausgestellten Ducati passt wird es wohl auch bei meiner Street Triple passen.

So bestellte ich mir deren US Combo50, bestehend aus einer 30 Liter Tasche und zwei 10 Liter Taschen. Diese können einzeln auf dem Motorrad montiert werden oder auch miteinander kombiniert werden. So kann ich je nach Transportbedarf alles zwischen 10 und 50 Litern transportieren.

Alles was es an Vorbereitung bedarf ist, die Gepäckschlaufen am Heckrahmen der Street Triple zu installieren.

Zuerst werden die Montagepunkte für die Schlaufen markiert.

Seitenverkleidung ab und Schlaufen durchgefummelt

De Schnalle der hinten montierten Schlaufen interferieren mit dem Gummistopfen in der Sitzbank, daher müssen die Stopfen raus.

Die Tasche legte ich erstmal leer auf die Sitzbank um zu sehen, wo ungefähr ich die Schlaufen am Rahmen würde anbringen müssen. Dann nahm ich die Sitzbank ab und markierte die Stellen am Heckrahmen mit Kreppband, bevor ich die Seitenverkleidungen abnahm. Die vorderen Montagepunkte passten, die hintern musste ich etwas nach vorne verschieben, da sie sich mit der Schraubenaufnahme der Seitenverkleidung überlappten. Als alle Schlaufen drin waren, drückte ich die Sitzbank wieder drauf. Sie ließ sich nur schlecht schliessen. Grund dafür waren Gummistopfen in der Sitzbank, die eigentlich zur Dämpfung da sind. Die Schnallen der hinteren Gurte waren nun genau an der Stelle wo die Gummistopfen auf dem Heckrahmen auflagen. Stopfen raus, Sitzbank wieder drauf, passt.

Das US-30 Drybag fertig montiert auf der Street Triple

Hier die Kombination von US-30 mit einem US-10 Drybag

Das US-30 mit zwei US-10 Drybags

Die Verzurrgurte haben unten einen soliden Aluhaken und oben eine Steckschnalle. Mit den Aluhaken geht es in die Rahmenschlaufen, mit der Steckschnalle oben in das Gegenstück auf der Tasche. Und das von vier Seiten. Anschliessend schön festziehen und die überstehenden Gurtteile sauber mit den angebrachten Clips befestigen, damit während der Fahrt nichts rumflattert.

Schnallen und Haken sind sehr solide ausgeführt

Die miteinander verzurrte Combo kann am Stück vom Motorrad abgenommen werden.

Mit ein bischen Gefummel kann man die Schlaufen unter den Seitenverkleidungen verstecken, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die weiteren Taschen können mit den gleichen Verzurrgurten an der bereits montierten Tasche fixiert werden. Dazu hat jede einzelne Tasche eigene Schlaufen. Und mit maximal 50 Litern bei dieser Combo ist man auch für die große Tour gut gerüstet. Bei der seitlichen Montage der 10er Taschen an der 30er Tasche stehen die Taschen nur leicht seitlich neben dem Fahrer über. Die 30er Tasche alleine wird komplett vom Fahrer verdeckt. Große Turbulenzen oder Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten.

Ob das so ist, werde ich kommende Woche mal rausfinden. Probehalber werde ich dann mal eine Tasche voller Schmutzwäsche auf eine Tagestour mitnehmen.

Einzelscheinwerferumbau für die Triumph Street Triple: LSL oder Motodemic?

Die Entscheidung für die Street Triple im letzten Jahr war nicht von langer Hand geplant, ich suchte damals nach Motorrädern, die in meinem Preisrahmen waren und idealerweise in Berlin standen. Ein freundlicher Hinweis des Blogkollegen Griesgram brachte mich zur Probefahrt und schliesslich zum Kauf meiner 2009er Street Triple 675 R. Und den Kauf habe ich nicht bereut. Was für ein Knaller-Mopped und leidenschaftlicher Landstrassenräuber.

Nur zwei Dinge stören mich. Zum einen, daß sie kein ABS hat. Das ist schlecht änderbar, da muss ich meine Fahrweise anpassen. Zum anderen störte mich – Puristen mögen jetzt aufschreien – der charakteristische Doppelscheinwerfer. Es war optisch einfach nicht meins. Also schaute ich mich um, welche Optionen zum Umbau auf einen Einzelscheinwerfer es gab und stieß auf zwei Optionen:

Rechnet man bei dem LSL-Kit nochmal 100€ für einen Halogenscheinwerfer drauf, so liegt man bei ca. 320€, umgerechnet in Euro liegt man bei dem Motodemic-Kit mit Halogenscheinwerfer bei 420€ (zzgl. Versand und Zoll). Ein nicht unerheblicher Preisunterschied also.

Ist der Motodemic-Kit den Aufpreis wert? Finden wir es heraus:

Die beiden Kits im Vergleich

LSL Lampenhalte-Kit für die Triumph Street Triple

LSL Lampenhalte-Kit für die Triumph Street Triple

Motodemic-Kit für die Triumph Street Triple

Beide Kits sind qualitativ sehr gut gearbeitet. Solide Materialstärken, schönes Oberflächenfinish. Dem LSL-Kit liegt eine kurze Anleitung bei, Motodemic hingegen verweist auf Installationsvideos auf der Website. Dem LSL-Kit liegt zusätzlich noch eine Abdeckung für die Rahmenöffnung bei, in der der serienmässige Lampen-/Instrumentenhalter montiert ist.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Kits sind die folgenden:

  • der zweiteilige Instrumentenhalter beim LSL-Kit wird an den Schrauben für das Zündschloss befestigt und besteht aus zwei Teilen,
  • zur Montage der Schellen für den Lampenhalter beim LSL-Kit muss die obere Gabelbrücke abgebaut werden, da diese geschlossene Ringe sind,
  • beim Motodemic-Kit wird der einteilige Instrumentenhalter an die Schrauben der Lenker-Klemmböcke unterhalb der Gabelbrücke angebracht,
  • die Schellen der Lampenhalter sind zweiteilig und daher ohne Ausbau der Gabelbrücke an die Standrohre angebracht werden.

Ich habe mich für den Motodemic-Kit entschieden aus folgenden Gründen:

  • die Montagepunkte des Instrumentenhalters sind die Befestigungsschrauben des Zündschlosses. Diese sind aber als Abreißschrauben konzipiert, d.h. ich hätte diese ausbohren und  längere Gewinde einschrauben müssen, um diese montieren zu können.
  • der Ausbau der Gabelbrücke wäre auch mit sehr viel höherem Aufwand einhergegangen als beim Motodemic-Kit.

Also habe ich den LSL-Kit an Louis zurückgeschickt, die mir auch umgehend den Kaufpreis zurück erstatteten. Vielen Dank für die problemlose Retourenabwicklung.

Montage des Motodemic-Kits an der Street Triple

Das Installationsvideo auf der Motodemic-Website zeigte die Montage anhand eines neueren Street Triple-Modells. Sieht doch ganz einfach aus, oder? Naja, ein paar Hindernisse gab es dann bei meiner 675 R dann doch. Aber der Reihe nach.

Ach ja, die nachfolgende Reihenfolge der Montageschritte entspricht nicht meinem ursprünglichen Vorgehen. Ist aber in der Nachbetrachtung der sinnvollste Weg es zu tun aus meiner Sicht.

Schritt 1: Demontage der Instrumente

Zunächst zieht ihr die rückseitige Instrumentenabdeckung ab. Diese ist nur gesteckt und kann durch vorsichtiges Ruckeln gelöst und entfernt werden.

Danach zeit ihr den Verbindungsstecker ab und löst die einzige Befestigungsschraube.

Dann könnt ihr das Instrumentenpanel abnehmen. Anschliessend puhlt ihr die Gummibuchsen aus der Trägerplatte, die brauchen wir nachher noch für die neue Trägerplatte.

Schritt 2: Demontage des serienmässigen Lampenhalters

Als allererstes folgt ihr den beiden Strängen des Kabelbaums von den Lampen bis hin zum Wasserkühler. Hier findet ihr die Verbindungsstecker, die ihr abstöpselt. Die Kabel werden an der Seite von einem kleinen Blech in Position gehalten, hier müsst ihr die Sicherungsschraube lösen, um die beiden Kabelstränge nach vorne zu ziehen.

Anschliessend muss der Lampenhalter demontiert werden. Hierzu müsst ihr erstmal das Abdeckungsgitter an der vorderen Rahmenöffnung abnehmen. Dieses ist nur von unten zu erreichen und ist mit einer Schraube gesichert (oben im leider unscharfen Bild markiert).

Wenn das Gitter ab ist, kommt ihr an die vier Muttern innen im Rahmen an, von aussen könnt ihr dann mit der Ratsche die Schrauben lösen.

Wenn alle vier Schrauben raus sind, könnt ihr den Lampenhalter vorsichtig nach vorne abnehmen. Am beten deckt ihr vorher das vordere Schutzblech mit einem Tuch ab, falls was runterfällt.

Schritt 3: Montage des neuen Instrumentenhalters

Im Gegensatz zum obigen Motodemic-Installationsvideo sind bei der 675er Street Triple die Lenker-Klemmböcke von unten nicht mit zwei, sondern nur mit einer Mutter gesichert. Statt also nur die untere Mutter abzudrehen, muss hier erstmal der Lenker abgenommen werden, um an die Inbusschrauben für die Klemmböcke ranzukommen. Aufgemacht, neue Instrumentenhalterung angeschraubt (auf die Kabelführung der Gaszüge achten), wieder festgeschraubt.  

Ich weiss ja nicht wie ihr die Klemmböcke beim Zuschrauben in Position haltet, damit sie sich nicht verdrehen. Zwei Schraubzwingen waren hier eine gute Hilfe.

Bei der Lenkermontage auf die richtige Position des Lenkers achten, versteht sich ja von selbst.

Schritt 4: Montage des neuen Lampenhalters

Wie gesagt sind die Motodemic Lampenschellen zweiteilig, daher kann man die einfach um das Standrohr herum zusammenstecken. Die schmaleren Schellen kommen nach oben, die breiteren unten. Die Schrauben nur leicht anziehen, damit man Position und abstände noch korrigieren kann. Dann die Lampenhalter anbringen und den Scheinwerfer probehalber einsetzen, um den korrekten Sitz aller Halter und Schellen zu überprüfen.

Wenn alles passt werden die Schrauben ringsrum fest angezogen, hierbei Schraubensicherungskleber nicht vergessen. Anzugsdrehmomente gibt der Hersteller nicht vor, aber knallt die Schrauben nicht zu dolle fest, sonst biegen sich die Verbindungsstellen hinten an den Schellen etwas auf. Das sollte nicht im Sinne des Erfinder sein.

Schritt 5: Anschluss des neuen Scheinwerfers

Wenn der Scheinwerfer drin ist, müsst ihr nur noch den Scheinwerfer an den Kabelbaum anstecken und das Führungsblech für die Kabel wieder anschrauben, fertig.

So einfach war das dann bei mir aber nicht. Denn der Stecker passte nicht. Was sollte das denn? Wozu bestelle ich denn den Kit genau für mein Modell und Baujahr, wenn das dann nicht passt? Also raus aus der Garage und ran an den Laptop, um den Motodemic-Support anzuschreiben. Nach einer kurzen Beschreibung des Problems und der Übersendung eines Bildes kamen wir auf des Rätsels Lösung. In meiner 2009er Street Triple steckte der Kabelbaum eines 2012er Modells (warum auch immer) und dieser hat andere Verbindungsstecker.

Nachdem mir der Support die Kabelbelegung der Lampe mitgeteilt hatte, konnte ich das auf den 2009er Stecker auf den 2012er Stecker umlöten. Nur für den Fall der Fälle, daß ihr ein ähnliches Problem haben solltet, hier die Belegung:

Masse: Lampe Schwarz auf Kabelbaum Schwarz
Abblendlicht: Lampe Gelb auf Kabelbaum Blau-Rot
Fernlicht: Lampe Weiss auf Kabelbaum Blau-Schwarz
Standlicht: Lampe Rot auf Kabelbaum Gelb

Das Einstecken der Lampe in den Kabelbaum war etwas fummelig, weil die Stecker so spack am Kühler anlagen, so daß man das nur mit filigranen Chirurgenhänden hätte meistern können. Mit meinen Wurstfingern blieb mir nur übrig, die Befestigungsschrauben des Kühlers zu lösen, um ihn etwas nach vorne zu klappen. Dann gings.

Jetzt aber, fertig! Tadaaaa!

Fazit

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der neue Scheinwerfer gibt der Street Triple eine in meinen Augen gefälligere Optik. Der Motodemic Umbaukit ist qualitativ sehr gut, eine modellspezifische Einbauanleitung hätte es noch besser gemacht. Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Instrumentenhalter. Da dieser gerade ist, kann das Display schlechter abgelesen werden. Bim LSL-Kit (und beim Motodemic-Kit für die 765er Street Triple) ist dieser angewinkelt und sorgt dadurch für mehr Draufsicht. Vielleicht baue ich den Instrumentenhalter nochmal ab und bearbeite ihn nach. Naja, nächsten Winter vielleicht.

Die erste Ausfahrt mit dem neuen Motorrad

In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli diesen Jahres wurde meine Yamaha MT-07 aus unserer Garage geklaut. Fast auf den Tag genau acht Wochen später parkte ich am Freitagabend dieser Woche ihre Nachfolgerin. Der Kaufentscheidung voraus gingen einige Wochen des Grübelns und Rumsurfens auf Internetbörsen. Den Zwischenstand meiner Überlegungen hatte ich vor ein paar Wochen in diesem Post zusammengefasst und es entsponn sich eine lustige Diskussion in den Kommentaren. Und der Kollege Griesgram erwähnte in seinem Kommentar das Motorrad, welches in meinen ursprünglichen Überlegungen gar keine Rolle spielte, das es aber nun geworden ist. Begrüßt mein neues Pferd im Stall, eine 2009er Triumph Street Triple 675 R:

Bei den Street und Speed Triple-Modelle von Triumph stört mich seit jeher der Doppelscheinwerfer. Als ich eine Street Triple bei mir hier um die Ecke entdeckte, ließ ich meine optischen Bedenken mal beiseite und war bereit, mich den inneren Werten der Triumph zu öffnen. Vor zwei Jahren hatte ich bereits mal das Vergnügen, die von Hanse Qustom umgebaute Street Triple meines Kumpels Tobias Probe fahren zu dürfen. Großartiger Fahrspaß war das damals. Und den gleichen Fahrspaß hatte ich auch bei dieser Probefahrt. Zunächst musste ich mich durch den Feierabendverkehr quälen, aber der seidenweiche Triple-Motor machte klaglos alles mit, präzise Schaltvorgänge, leichtgängige Kupplung, traumhafte Fahrbarkeit. Jenseits der Stadtgrenze konnte ich dann die 106 PS von der Leine lassen und erlebte herrlichen Druck aus allen Lebenslagen. Vom Drehmoment her produziert der Triple die gleichen 68 Nm wie meine MT-07, allerdings bei höheren Drehzahlen. Was allerdings bei der Drehfreude des Motors überhaupt kein Nachteil ist. Das voll einstellbare Kayaba-Fahrwerk filterte alle Unebenheiten der Landstrasse weg und die Arrow Auspuffanlage trötete fröhlich durch ihre beiden Endtöpfe in die Brandenburger Natur.

Zurück beim Händler fiel mir die Entscheidung leicht. Haben will! Nach kleineren Preisverhandlungen war der Deal fix. Die Zulassung ließ ich gleich durch den Händler machen, da das schneller ging. Und ein paar Tage später konnte ich sie dann abholen und habe sie heute dann gleich eine Runde über die Hausstrecke gejagt.

So verärgert ich nach dem Diebstahl der MT-07 war, so versöhnt bin ich jetzt mit der Motorradsituation. Ich habe wieder eine agile, aktive Fahrmaschine, die in die Fußstapfen der Yamaha tritt und dabei noch größere Fußabdrücke hinterlässt. Als erstes werde ich aber – Puristen werden mich verfluchen – die Doppelscheinwerfer auf einen einzelnen umrüsten. Hinten kommt noch ein kurzer Kennzeichenhalter ran und über die Farbe denken wir auch nochmal nach. Wird super!

Bordstrom für die Vespa

Nach all der Schrauberei an der MT-07 war es mal an der Zeit, der Vespa 300GTS mal wieder etwas Zuneigung zukommen zu lassen. Naja, ich bin bei eBay über einen Doppel-USB-Port gestolpert für schmales Geld und hatte Bock, den einzubauen. Also bestellt und ein paar Tage später über das hier gefreut.

Die Qualität ist top und der Einbau ist quasi Plug & Play. Der weiße, rechteckige Stecker passt direkt an den Kabelbaum der meisten Vespa GTS 125, 250 und 300 mit Baujahr vor 2013. Er befindet sich bei Modellen ohne ABS direkt hinter der linken Serviceklappe am Beinschild. Und schwupps, da war er auch bei mir:

Also mussten nur in die Serviceklappe zwei Löcher rein zur Aufnahme des Schalters (20mm Durchmesser) und der USB-Buchse (30mm Durchmesser).

Wenn man etwas mehr Aufwand betreiben möchte, kann man den Schalter auch versteckt in das Handschuhfach einbauen. Dazu muss dann aber die komplette Innenverkleidung abgebaut werden (Anleitung siehe hier). Durch den Schalter kann man entscheiden, ob die USB-Ladebuchse nur bei eingeschalteter Zündung Strom führt oder über Batterieplus auch bei abgesperrtem Roller versorgt wird. In mittlerer Schalterposition ist die USB-Buchse ausgeschaltet und frisst somit auch keinen Strom.

Löcher vorgebohrt, ausgefräst, entgratet, Schalter und Buchse einbauen dauerte keine 10 Minuten. Der Anschluß ging dann noch schneller. Stecker anschliessen, Blende wieder anschrauben. Fertig.

Strom fließt, Handy und Fahrer sind glücklich.

Das war jetzt sicherlich nicht das lebensnotwendigste Upgrade für die Vespa, aber falls ich vor der nächsten Zombieapokalypse fliehen muss, hat das Handy/Navi dauerhaft Strom. Und dafür hat es sich dann doch gelohnt, oder?

Der Heckumbau der Yamaha MT-07 oder einmal das JvB Moto-Komplettpaket, bitte!

Nach dem Frontumbau der MT-07 war ich angefixt (lies hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dazu). Tagelang lungerte ich im Webshop von Kedo um die JvB Moto-Teile für den Heckumbau, doch die standen immer auf „nicht lieferbar“.

Ein Anruf beim Kedo-Support später war ich schlauer. Sie bekämen immer wieder Nachschub, doch wäre das nie ausreichend, um die komplette Nachfrage zu stillen. Ich solle trotzdem bestellen und wäre dann in der Warteschleife für die Teile. Lustigerweise bekam ich die Teile dann bereits eine Woche später geliefert. So fehlten mir nur noch ein paar freie Tage, um den Stellplatz in der Garage in eine Schrauberwerkstatt umzuwandeln.

Die Teile kamen zwar alle mit einer Anbauanleitung, aber bevor was neues dran kann, muss das alte erstmal ab. Als ich mir die MT kaufte, legte ich mir auch gleich ein Werkstatthandbuch zu. Dies gab mir einen guten Überblick über den Aufbau des Motorrades und zeigte mir, wo wie welches Teil befestigt war.

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Shakedown-Run mit der umgebauten MT-07 durch Polen und die Uckermark

Achtung, der folgende Beitrag wird sehr viele Bilder meines Motorrades vor Natur enthalten. Because Motorcycle!

Still war es in den letzten Tagen hier, obwohl viel passiert ist. Mopped fahren, Mopped schrauben, wieder Mopped fahren. Ich konnte die Tage nutzen, um den Heckumbau meiner MT-07 umzusetzen. Die Umbauarbeiten werde ich Euch noch separat Schritt für Schritt vorstellen. Aber jetzt erstmal zeige ich Euch das Endergebnis.

Die frisch fertiggestellte Yamaha führte ich heute auf einen Shakedown-Run aus und dafür wählte ich eine Strecke, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren bin. Über Bad Freienwalde und Hohenwutzen ging es nach Polen, dann der Oder längs bis Schwedt und zurück über Angermünde und den Werbellinsee. Bei perfektem Bike-Wetter konnte ich einfach nur das Bike und die Strasse geniessen.

Ach ja, abgefallen ist auch noch nix.

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Im brandenburger (Ur-)wald

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Papengrundschanze in Bad Freienwalde

Denkmal für die Schlacht bei Cedynia / Polen auf dem Czcibor-Berg

Denkmal für die Schlacht bei Cedynia / Polen auf dem Czcibor-Berg

Am polnischen Oder-Ufer kurz vor Schwedt

Am polnischen Oder-Ufer kurz vor Schwedt

Das Bild hier gibt es auch mehrfach mit meiner alten BMW F650 GS

Das Bild hier gibt es auch mehrfach mit meiner alten BMW F650 GS

In der Altstadt von Angermünde

In der Altstadt von Angermünde

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Am Grimnitzsee

Liebes Mammut, bitte nicht aufs Mopped kacken

Liebes Mammut, bitte nicht aufs Mopped kacken

Gute Tarnung ist alles

Gute Tarnung ist alles

Raps ist das neue Schwarz

Eindrücke einer kleinen Abendrunde:

Frontumbau der MT-07 – Teil 3

Gestern Abend endlich habe ich den Frontumbau mit Hilfe des anonymen Motoradschraubertreffs Südstern zu Ende bringen können. Yeah! Doch eines nach dem anderen.

Wir erinnern uns an den Teil 2 des Umbaus, hier konnte man schon mal einen guten Blick in die Innereien hinter der Lampenmaske werfen. Und das alles soll hinter der kleinen, zierlichen JvB-Maske verschwinden?

Meinen Lackpfusch vom letzten Mal konnte ich einigermassen ausbessern. Es ist jetzt nicht wirklich gut geworden, vielleicht etwas weniger schlecht. Zumindest kam ich in dem Durchgang auf die Idee, die Schutzblechhalter gleich mattschwarz mitzulackieren.

Auf der Fahrt in die Werkstatt verabschiedete sich das Abblendlicht Ich wertete das als Zeichen des Motorrades, daß es auch an einer neuen Lampenlösung interessiert war. Die ersten Arbeiten waren schnell erledigt: alte Lampenmaske runter, alten Lampanhalter abschrauben, den neuen Lampenhalter in die gleichen Bohrungen anschrauben und die Bremsleitungen verlegen in die neue Aufnahme am Lampenhalter. Dann kam der Gummischutz für die Kabelverbindungen raus und wir machten uns Gedanken, wie wir die Kabel so neu sortieren, damit die JvB-Maske draufpasste.

Nach etwas Gepuzzel hatten wir einen Ansatz. Auf der rechten Seite war der Kabelbaum mittels Kabelschelle an einer Halterung fixiert. Diese Kabelschelle lösten wir und konnten den Kabelbaum etwas zurück unter den Tank ziehen und die anderen Kabelstränge drumrum sortieren und mit anderen Kabelbindern etwas gruppieren. Der etwas kniffligere Part waren die beiden Kabelhalter in den beiden Bildern oben, denn beide standen dem planen Anlegen der Lampenmaske an die Federgabeln im Weg. Den auf der linken Seiten konnten wir etwas nach hinten unten wegbiegen, der auf der rechten Seite war etwas massiver ausgeprägt, umbiegen war hier keine Lösung. Mit der Präzision eines Gehirnchirurgen (hüstel) dremelte ich das Ding schliesslich ab und bogen den Rest dann auch nach hinten.

Die mit den Teilen mitgelieferte Anleitung zeigte die Front der XSR 700, hier sind die Halter anders angeordnet, auch hat es auf der Abbildung den Anschein, daß die Kabelführung etwas anders ist. Ich schreibe mal Kedo, daß sie da vielleicht zwei verschiedene Anleitungen / Abbildungen mitschicken.
Mit dem Endergebnis jedenfalls könnte ich nicht zufriedener sein. Tadaa:

Die nach unten fallende Linie des Serienscheinwerfers wird durch das JvB-Teil aufgehoben. Ich finde sie wird dadurch noch kompakter und gedrungener.

Zur Illustration hier noch eine kleine Gegenüberstellung:

Neue Spiegel hatte ich auch noch rumliegen und bei der Gelegenheit montiert. Aber irgendwie stehen die mir zu hoch, ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Aber jetzt freue ich mir erstmal einen Ast und gehe fahren bei dem schönen Frühlingswetter.

Acht Monate mit der Yamaha MT-07: erstes Zwischenfazit

Seit letztem September nenne ich die Yamaha MT-07 mein Eigen. Und auch wenn zwischendrin Winter war und ich nicht so viel zum Fahren kam, sind zumindest 2.500 Kilometer mehr auf der Uhr. Zeit für ein kleines Resumée.

Wie ihr im Video seht, habe ich nach wie vor Spaß wie ein kleiner Junge mit der Yamaha. Die Handlichkeit (1.400 Millimetern Radstand) und der Druck von unten raus machen (ab 4.000 Umdrehungen liegen fast durchgehend 60 Nm Drehmoment an) die MT-07 zum Landstraßenräuber allererster Güte. Die Drehfreudigkeit bis in den fünfstelligen Bereich lässt auch die bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn den Spaß nicht vermissen. Das Sechsganggetriebe schaltet kurz und knackig, lediglich bei schnellem Runterschalten hakt es gelegentlich und manchmal ist die Suche nach dem Leerlauf etwas fummelig.
Lenkerposition passt mir perfekt, die Schalter und Armaturen geben keine Rätsel auf. Vor allem die Schalter finde ich für ein Serienbike erstaunlich gut und klar gestaltet, aber das nur am Rande. Von der Sitzposition her könnte es für mich ein paar Zentimeter höher sein, 805 Millimeter Sitzhöhe sind bei 182 cm Körperlänge etwas wenig. Bei kürzeren Trips fällt das nicht so ins Gewicht, aber bei längeren Autobahnetappen wir im letzten Herbst nach Hamburg zwickt es ob des etwas engen Kniewinkels doch etwas. Vielleicht bringt hier der geplante Umbau auf die JvB-Sitzbank noch etwas Komfortgewinn.

Bei den Verbräuchen hatte ich je nach Fahrweise eine Bandbreite von knapp unter vier Litern bei entspannter Landstrassenfahrt bis hin zu sechs Litern bei Autobahngeballer – wie bei der Überführung der Maschine aus Niedersachen nach Berlin. Hier habe ich dank freier Bahn längere Zeit Tempi zwischen 180 bis 200 km/h anliegen. Reichweiten über 300 km sind dank des 14 Liter-Tanks auf jeden Fall drin. Beim Tanken braucht es allerdings etwas Geduld, wenn man randvoll füllen möchte. Der letzte Liter ziert sich immer etwas.
Stichwort Autobahn: hier lag die Maschine immer bolzenstabil. Ohne Windschutz wird es aber 160 km/h aber etwas anstrengend. Als ich die Maschine kaufte, war ein Puig Windschild montiert. Sah häßlich aus, verrichtete aber ihre Dienste sehr effektiv. Das Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit war mit Windschild kein Thema, ohne eher eine Qual.

Die Bremsen bremsen: vorne Doppelscheiben im hübsch anzuschauenden Wave-Design, hinten Einzelscheibe verrichten beide ihre Arbeit bissfest und kontrollierbar. Das ABS regelt, alles fein.
Mein einziger Kritikpunkt ist die Federung. Sobald sich der Asphalt vom Oberflächenzustand „glatt“ entfernt, fängt es im Gebälk an zu rumpeln. Bodenwellen könnten schneller weggedrückt werden, geht man kurveneingangs hart in die Bremse und kurvenausgangs ebenso forsch ans Gas, könnte die Maschine noch satter und präziser liegen.
Neben den noch anstehenden optischen Modifikationen habe ich beim Jahresservice dieses Jahr die Serienbereifung Michelin Pilot Road 3 (Reifendimensionen übrigens 120/70 ZR 17 vorne und 180/55 ZR 17 hinten) gegen die Avon Trailrider getauscht. Die Michelin haben ihren Job gut gemacht, sie waren mir optisch aber zu fad. Die Avon-Pellen bringen mehr die Trecker-Optik mit, die ich gerne auf dem Moped hätte. Bei der Ausfahrt am Wochenende waren sie soweit eingefahren, dass man damit auch mal härter ans Gas gehen konnte. Und ich war sehr positiv überrascht. Auch wenn bisher bei meist trockener Witterung unterwegs war, der Reifen fährt sich stabil und baut gut Grip auf. Das Abrollgeräusch ist auch nicht lauter als beim Michelin. Die Regenwertung steht noch aus, aber soweit gibt es von mir sehr gute Noten für den Gummi.

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