Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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On Any Sunday – The original film

Eine der coolsten Leinwandsäue und Gearheads hatte gestern Geburtstag. Steve McQueen war nicht nur Darsteller in vielen Filmen mit Auto-, Motorrad- oder Rennkontext, privat war er genauso Enthusiast von mit fossilen Brennstoffen angetriebenen Fahrzeugen.

Einer der Filme, die er geprägt hat war der 1971 erschienene „On Any Sunday“. Laßt uns heute abend ein Bierchen aufmachen, den Film geniessen und in Gedanken Steve zum Geburtstag gratulieren!

Enjoy!

Buchpräsentation „Wheels & Waves“

Jo Fischers „Wheels & Waves“-Buch habe ich Euch schon vor ein paar Wochen vorgestellt. Bei der Buchpräsentation heute Abend im Harry Damson Speed Shop habt ihr die Möglichkeit, es Euch live und in Farbe Schwarz-Weiß anzuschauen und natürlich käuflich zu erwerben.

Jo Fischer Buchpräsentation

Nach dem Wheels & Waves ist vor dem Wheels & Waves

Der Berliner Fotograf und Zweiventilboxerfahrer Jo Fischer hat das Wheels & Waves in den letzten beiden Jahren fotografisch mit seiner Leica festgehalten. Für ihn typisch ist die kontrast- und ausdrucksstarke Schwarz-Weiss-Fotografie, mit der er auf 140 Seiten eines der führenden Happenings der Motorradkultur unserer Tage dokumentiert hat.

wheels and waves jo fischer photography

Angelegt auf DIN A4 quer, ausgeführt im Offsetdruck, hardcover-gebunden ist der Bildband nun in einer Kleinauflage von 500 Stück verfügbar. Zu beziehen ab dem 15.02.2015 für 49,00 €, Vorbestellungen sind schon jetzt unter http://jofischer.com/shop möglich, dafür gibts auch noch eine Handsignatur dazu.

Marc Coma in den Dünen von Iquique in Stage 8; Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Das Leiden mit der Dakar Rallye

Marc Coma in den Dünen von Iquique in Stage 8; Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Marc Coma in den Dünen von Iquique in Stage 8; Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Die härteste aller Rallyes geht am Wochenende zu Ende. Und wieder einmal muss ich mich wundern, warum man um auf dem heimischen Sofa einen der spektakulärsten Motorsport-Events nicht einfach so im Fernsehen verfolgen kann. Ja klar, Eurosport liefert jeden Tag eine halbstündige Zusammenfassung der Ereignisse, die aber fast nie pünktlich anfängt, weil man davor stundenlang Snooker kucken muss.

Und wenn die Sendung dann endlich kommt, macht sie einen auch nicht glücklich.

Ironischerweise könnte ich an dieser Stelle einen kompletten Blogartikel aus meinem früheren Randgruppensportarten-Blog (Golf) zitieren. Außerhalb starrer PayTV-Modelle gab es dort auch nur sehr schmale Kost irgendwo in den Untiefen des kruden Eurosport-Sendeschemas. Alternativ konnte man sich auf die Suche nach dubiosen Online-Streams über russische Server machen in einer beschissenen Qualität.

Dabei würde ich für den Bezug einer guten Liveberichterstattung auch Geld ausgeben. Aber eben nicht in einem vollgepfropftem Sport-Bundle irgendeines Pay TV-Anbieters sondern bezogen auf spezielle Events. Gebt mir einen HD-Livestream, den ich überall kucken kann wo ich WLAN habe und ich bin glücklich. Warum sollte ein Big Player wie das Red Bull Media House in Verbindung mit deren eigenen Fernsehsender ServusTV nicht hinbekommen? Beim Fallschirmsprung von Felix Baumgartner aus dem Weltall hat es doch auch geklappt, ein mediales Event weltweit zu streamen (und dabei mal eben knapp 8% der weltweiten Bandbreite zu verbrauchen). Das verbunden mit einem vernünftigen Micropayment und ich wäre dabei. Das kann ja gerne auch eingebettet sein in die offizielle Dakar-Website als weiterer Kanal, von den Erlösen würde dann auch der Veranstalter profitieren neben der herkömmlichen Vermarktung der Fernsehrechte.

So bleiben mir erstmal die 5-minütigen Zusammenfassungen aus den YouTube-Kanal der Dakar wie dieser hier:

Spannende Insights gibt es auch abseits der TV-Anstalten, hier zum Beispiel erklärt der Tscheche Ondrej Klymciw ausführlich sein Bike – für viele Zuschauer sicherlich interessanter als zu erfahren, was die mitreisenden Fotografen so machen (s.o.):

Oder auch Laia Sanz, die nicht nur fahrerisch sehr erfolgreich in de Top 10 mitmischt, sondern auch noch täglich Zeit findet, von ihrem Alltag auf der Dakar zu berichten.

Ein weiteres Ärgernis finde ich – und auch hier zeigen sich die Parallelen zum Golfsport – daß die offizielle Website nicht das beste Leaderboard hat.

Dakar Timing

Vor allem wenn man mehrere Fahrer über mehrere Wertungsprüfungen parallel verfolgen will, sind Angebote wie die von http://trackingdakar.nl/ sehr viel übersichtlicher und informativer:

trackingdakar.nl   Argentina Bolivia Chile Dakar 2015   Live Timing  Bikes

Meine beste Informationsquelle zur Dakar ist im übrigen nicht irgendein „offizielles Medium“, sondern Blogkollege Der alte Griesgram, der auf Twitter und Facebook den besten Liveticker abgibt. Sollte es irgendwann den oben beschriebenen Livestream geben, nominiere ich den Kollegen Griesgram als Kommentator!

Neu am Magazinhimmel: Craftrad – Magazin für Motorradkultur

Derzeit herrscht kein Mangel an Neuerscheinungen von motorradaffinen Magazinen und heute kam ein weiterer dazu.

Craftrad Logo

Craftrad hat heute seine ersten Digitalkanäle (Facebook, Instagram, Twitter, tumblr) geöffnet. Das eigentliche Printmagazin wird später dieses Jahr folgen.

Wir lassen uns überraschen, das Introvideo ist schon mal gelungen:

UP & RUNNING from CRAFTRAD on Vimeo.

Abenteuer Pyrenäen

Im Frühjahr diesen Jahres starteten Dirk Schäfer und Andreas Prinz eine Crowdfunding-Aktion um ihr neuestes Filmprojekt: eine Motorradreise durch die Pyrenäen. Begleitet von Stephan Fritsch als Kameramann machten sich die drei im Juni diesen Jahres auf die Reise um die Pyrenäen zu durchqueren, vom Mittelmeer zum Atlantik und wieder zurück.

Vor vier Wochen hatte der Film Premiere und pünktlich zu Weihnachten waren die DVD-Kopien auch fertig. So konnte ich mir kurz nach den Crowdfunding-Unterstützern auch meinen Eindruck von dem Film verschaffen. Die Tour führte die drei Jungs durch Frankreich, Andorra und Spanien, über Tour de France-Klassiker wie den Col de Tourmalet, zu Fuß auf den Puerto de Bujaruelo sowie zur Übernachtung auf eine Sternwarte. Das gemeinsame Moppedumschmeissen auf irgendeinem Dorfplatz nicht zu vergessen, sehr zur Erheiterung der umstehenden Eingeborenen.

Der Film überzeugt mit wirklich sehr schönen Aufnahmen, seien es Fahr- oder Landschaftsaufnahmen, Luftbilder oder Timelapses des sternenklaren Nachthimmels. Der Aufwand dafür war auch nicht unerheblich, Stephan Fritsch hat mal aufgezählt, was an Equipment dafür alles an Bord war: 1 Canon Cine Kamera, 2 Spiegelreflexkameras, 1 Videokamera, 2 GoPros und 1 Quadrocopter. Dazu noch 3 Stative, 2 Schienen, Tontechnik, Akkus, Notebooks, Festplatten und Kleinkram.

Für mich als Kartenfetischist fehlten ein paar detailliertere Angaben zur Streckenführung, zumindest in den Extras zur DVD. Zumindest einige kulturhistorische Ausführungen zu den Sehenswürdigkeiten an der Strecke bereichern die tollen Aufnahmen. Auf was ich persönlich überhaupt nicht konnte war der sehr gewöhnungsbedürftige Humor v.a. von Dirk Schäfer, aber das ist Ansichtssache.

Alles in allem aber ein toller Film, der wirklich Lust auf die Pyrenäen als Motorradrevier macht.

Zu bestellen ist der Film auf der Website zum Projekt oder bei den unterstützenden Firmen Touratech oder Louis.

Malaysia to UK: a C90 Adventure

Ed March und seine Besessenheit für Motorradreisen mit einer Honda C90 hatte ich euch letzten Monat bereits vorgestellt. Damals bestellte ich auch gleich seine DVD über seinen Trip von Malaysia nach England. Dank der Unfähigkeit des GLS-Paketdienstes (beschissenster Service ever) dauerte es ein paar Wochen mehr, bis die DVD dann diese Woche Montag in meinem Briefkasten landete.

ed march malaysia to uk

Sein Roadmovie ist wirklich sehr unterhaltsam, der Typ hat wirklich bunte Knete im Kopf. Er ist allein mit einer kleinen Kamera unterwegs, große Bilder fallen da flach, aber er erzählt die Geschichte seiner achtmonatigen Reise durch 17 Länder sehr humorvoll. Unter anderem versucht er seine Honda zu heiraten, muss mit einer alten Frau am Wegesrand selbstgebrannten Schnaps trinken, besticht die kambodschanische Armee und rüstet seine Honda kurzfristig zum Militärfahrzeug um und ist wohl der einzige Mensch, der das Mount Everest Basiscamp mit Turnschuhen zu besteigen versucht.

Laufend macht Ed Witze über vollausgestattete BMW R1200 GS-Fahrer auf Weltumrundungsfahrt, während er seine C90 für umgerechnet 10 Euro einer kompletten Motorrevision in einer asiatischen Hinterhofwerkstatt machen lässt. Aber er tritt ja den besten Beweis an, daß man auch auf einem Mopped im Gegenwert von ein paar hundert Euro auch bestens um die Welt reisen kann.

Die DVD könnt ihr für 10,00 GBP als Download oder für 18,50 GBP auf DVD bestellen. Egal in welcher Form, der Film ist ein großer Spaß und sehr empfehlenswert!

Die Lifestylisierung der Motorrad-Presse

Motorrad-Lifestyle-Magazine

Wes Siler reflektiert Anfang der Woche auf Lanesplitter die Pressevorstellung der neuen Ducati Scrambler, bei der nicht nur die klassische Motorjournaille anwesend war, sondern auch diverse Lifestylemagazine mit lumbersexuellen Redakteuren. Für Ducati reflektiert das die Positionierung der neuen Scrambler, aber es zeigt auch die notwendigen Schritte, die ein Hersteller gehen muss, um wieder jüngere Zielgruppen ans Motorrad heranzuführen. Nicht nur ein Motorrad bauen, welches dieser Zielgruppe entspricht, sondern auch jenseits der oft ingenieursgetriebenen Journaille neue Verbreitungswege zu suchen.

BikeExifs Chris Hunter kommentierte zu diesem Artikel und richtete seine Kritik gegen die Verlagshäuser:

It makes me wonder if we are approaching the endgame for the mainstream US moto press. I know that some advertisers are questioning why they should pay $15, $25 or $35 CPM for ads. Especially when they can get similar audience reach elsewhere, and for less money. Where there aren’t so many overheads or salaries or lunches or offices.

Die deutsche Motorrad-Presselandschaft ist bereits sehr vielfältig, von den Klassikern wie MO und Motorrad über die Custombike zu mehr oder weniger professionellen, reiseorientierten Motorradmagazinen. In den letzten Wochen kamen nun zwei Verlage mit neuen, lifestyleorientierten Titeln auf den Markt: die Motor Presse Stuttgart launchte diese Woche die“FUEL“, der Huber Verlag aus Mannheim brachte „Roadster“ bereits vor ein paar Wochen in den Handel.

In ihrer Themenauswahl gibt es einige Parallelen:

  • über das Wheels & Waves schreibt in der FUEL Sven Wedemayer, im Roadster Herrmann Köpf. Beide schätze ich sehr, jeder bringt seine persönlichen Eindrücke zu Papier, Herrmann fokussiert mehr auf das Event an sich, Sven bringt mehr den generellen Fokus auf die Motorradszene.
  • die Suzuki Fat Mile sowie die Ducati Scrambler wird in beiden Magazinen vorgestellt,
  • Custom-Schrauber werden vorgestellt (HB Custom in der Roadster, Urban Motor in der FUEL), sowie
  • Menschen und ihre Custombikes werden präsentiert.

Fehlt nur noch der Glemseck-Artikel und der übliche Themenmix wäre komplett. Ich würde mir ja wünschen, daß gerade in diesen etwas ambitionierter positionierten Titeln neue Themen gespielt würden. Gerade bei den Customschraubern gibt es noch so viele un- oder wenig bekannte wie Mokka Cycles aus Budapest, Red Hot Chili Customs aus Stettin oder ER Motorcycles aus Slowenien. Überm großen Teich gibt es auch noch Dustin Kott oder Max Hazan. Ebenso existieren neben dem Glemseck und dem W&W viele interessante Motorradtreffen, beispielsweise die im letzten Jahr sehr ambitioniert gestarteten BSMC-Events oder das Dirt Quake.

Von den sonstigen Artikeln ist die Roadster etwas mehr motorrad-fokussiert und bietet auch noch einige Tests im Heft, die FUEL bringt eher Roadtrips wie Svens Bericht über eine nächtliche Ausfahrt durch Berlin mit zwei alten Guzzi V7 Special oder ein Interview mit Motoraver-Helge über den Film „Königreich Klitmøller“ (der allerdings schon über ein Jahr alt ist).

Fazit: beide Titel haben Potential, die Profile der Titel sollten noch etwas geschärft werden und neue Themen aufgegriffen werden, anstatt bekanntes in neuem Anstrich zu präsentieren.

Um das Statement von Chris Hunter nochmals aufzugreifen, weiss ich nicht, ob beide Titel sich in dem gesättigten Special Interest-Markt durchsetzen können. Hierzu sind neben entsprechenden Aboeinnahmen auch Anzeigenerlöse notwendig. Und vielleicht ein ernst zu nehmendes, begleitendes Digitalangebot, was bei beiden noch deutlich ausbaufähig ist.

Der Chopper – Die wahre Geschichte

Egal ob man Motorräder liebt oder sie lieber mit Steinen bewerfen würde wenn sie an einem vorbeidonnern – die Geschichte des Choppers sollte man kennen. Denn die Geschichte des Choppers ist die Geschichte der Popkultur.

Paul d’Orléans macht keine halben Sachen. Auch wenn die Chopperkultur in den 60ern und 70ern ihren Höhepunkt hatte, fängt er in seinem Buch „Der Chopper – Die wahre Geschichte“ bei den Anfängen des Motorradbaus um 1900 an. Eigentlich beschreibt er hier die Wiege der Customkultur, als viele Motorradfahrer Anfang der 1920er Jahre begannen, ihre Maschinen umzubauen, damals nannte man das Specials.

The Story of the Chopper—As Told by the Vintagent from Gestalten on Vimeo.

Ob Weltwirtschaftskrise, die Jugendbewegungen der 1960er, Rockerbanden, amerikanische Folk Art, die konservative Presse oder die Rückkehr der Alten Schule – der Chopper hat mit all dem zu tun. Auf 290 Seiten wird dies in sieben detailreichen Kapiteln und mit einer Vielzahl historischer und zeitgenössischer Fotografien vermittelt.

Natürlich bekommt auch die Chopper-Ikone schlechthin ihren würdigen Platz: die „Captain America“ aus dem Film Easy Rider. Die Maschine wurde vor einigen Wochen für 1,35 Millionen US-Dollar an einen anonymen Bieter versteigert. Den Film habe ich tatsächlich letzte Woche das erste Mal gesehen, parallel zur Lektüre des Buches. Die „epochale Bedeutung“ des Films erschliesst sich aus heutiger Zeit sehr viel weniger als 1969, stilprägend war die Captain America aber auf jeden Fall. Und hat Harley-Davidson den Arsch gerettet, deren Verkaufszahlen 1968 am absoluten Tiefpunkt angelangt waren. Dabei war Harley-Davidson nicht vom Filmvorhaben begeistert und stellte daher keine Filmmotorräder zur Verfügung.

Die Anmerkung der Herausgeber, daß im Sinne einer umfassenden Dokumentation auch Bildmaterial von nicht optimaler Druckqualität verwandt wurde, mutet fast niedlich an. Das Buch ist eine ungleich komplette Dokumentation einer der prägendsten Motorradkulturen. Und eine 62er FL-Panhead hat heute auch Patina, dementsprechend dürfen die historischen Bilder heute auch eine haben.

Am Buch mitgewirkt hat übrigens auch Maximilian Funk, der Paul d’Orleans in der Recherche von Kontakten und Bildern unterstützte.

Zu bestellen ist das Buch beim Gestalten Verlag in deutsch oder englisch für 49,90 €.

Kinopremiere: Abenteuer Pyrenäen

Andreas Prinz, Dirk Schäfer und Stephan Fritsch zogen los, die Pyrenäen zu überqueren und daraus einen Film zu machen. Einige von Euch werden sich an die Crowdfunding-Aktion im Frühjahr diesen Jahres erinnern. Mittlerweile ist die Tour gefahren, das Filmmaterial geschnitten – siehe Teaser oben – und der Kinosaal für die Premiere am 23.11.2014 gemietet. Wer sich von Euch nun spontan entscheidet am Premierenabend zum Astra-Kino in Essen zu wackeln, den muss ich enttäuschen. Die Premiere ist bereits seit Wochen ausverkauft. Weitere Kinovorstellungen sind erstmal nicht geplant, aber ab Ende November soll die DVD über die Abenteuer Pyrenäen-Website bestellbar sein. Weihnachten ist ja auch bald.

Edit:
Es wird wohl noch zwei weitere Filmvorstellungen geben:
28.11. Aachen, BMW Kohl, zusammen mit „Wilde Ritte, 30 Jahre unterwegs“
12.12. Niedereschach, Touratech Headquarter

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