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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Raw Craft with Anthony Bourdain – Episode Twelve: Max Hazan


Max Hazan ist für mich ja einer der Custombike-Götter. Sein ästhetisches Verständnis gepaart mit handwerklichem Geschick produziert immer wieder Motorräder, die einen staunen lassen. Sei es ob der Idee oder des unfassbaren Aufwands und der Detailliebe, mit dem die Idee umgesetzt wurde.
Und ja: das Video enthält Whisky-Produktplatzierungen, lass ich aber mal gelten.

Hazan Motorworks auf YouTube

Max Hazan hat seinen eigenen YouTube-Channel eingerichtet, so daß wir ihm besser zukucken können beim Verbiegen von Stahl und Aluminium:

Max Hazan – Hazan Motorworks

Einige von Euch werden die Royal Enfield Bullet von Hazan Motorworks schon gesehen haben. Im Endeffekt ist es nur der Motor der Enfield, den Rest des Motorrades hat Max Hazan selber gebaut.

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Als gelernter Designer hat er sich früher eher der Gestaltung von Booten, Flugzeugen und Möbeln gewidmet. Wie er jetzt zum Bau von Motorrädern kommt, erklärt er selbst in diesem Kurzfilm (via MotoMucci):

Hazan Motorworks from Cinema Mercantile on Vimeo.

Im Film zu sehen ist die Harley-Davidson Ironhead, die mittlerweile fertiggestellt ist und hier auf BikeExif ausführlich vorgestellt wird.

Mir gefallen seine Designs außerordentlich, ein sehr eigener Stil, die Faszination puren Metalls.

Etwas, das ich bei der neuen Brough Superior beispielsweise vermisse: im Gegensatz zu den Motorrädern von Max Hazan hat die Brough nicht diese fließende Gesamtästhetik, sondern sieht eher so aus, als ob man diverse Einzelteile versucht hätte, in eine Form zu bringen. Auch wenn das als Zitat der Formensprache der 20er Jahre verstanden wird, überzeugt es mich nicht.

The Salt Flats – Eleven Ninety Eight

Filme über die Bonneville Speed Week habe ich Euch schon mehrere vorgestellt, zuletzt Salt Fever, davor Out of Nothing oder Why we Ride.

Den neuesten Film in diesen Reigen hat heute der englische Regisseur Josh Allen vorgestellt: The Salt Flats – Eleven Ninety Eight

Kein geringerer als der supertalentierte Max Hazan schwingt sich hiermit deinem Kumpel Gerald ‚Gerry‘ Harrison in den Sattel einer umgebauten Ducati. Nicht, um Rekorde zu brechen, aber um den Geist dieser legendären Veranstaltung in sich aufzunehmen. Schöne Kurzdokumentation, schauts Euch gerne mal an.

Die Lifestylisierung der Motorrad-Presse

Motorrad-Lifestyle-Magazine

Wes Siler reflektiert Anfang der Woche auf Lanesplitter die Pressevorstellung der neuen Ducati Scrambler, bei der nicht nur die klassische Motorjournaille anwesend war, sondern auch diverse Lifestylemagazine mit lumbersexuellen Redakteuren. Für Ducati reflektiert das die Positionierung der neuen Scrambler, aber es zeigt auch die notwendigen Schritte, die ein Hersteller gehen muss, um wieder jüngere Zielgruppen ans Motorrad heranzuführen. Nicht nur ein Motorrad bauen, welches dieser Zielgruppe entspricht, sondern auch jenseits der oft ingenieursgetriebenen Journaille neue Verbreitungswege zu suchen.

BikeExifs Chris Hunter kommentierte zu diesem Artikel und richtete seine Kritik gegen die Verlagshäuser:

It makes me wonder if we are approaching the endgame for the mainstream US moto press. I know that some advertisers are questioning why they should pay $15, $25 or $35 CPM for ads. Especially when they can get similar audience reach elsewhere, and for less money. Where there aren’t so many overheads or salaries or lunches or offices.

Die deutsche Motorrad-Presselandschaft ist bereits sehr vielfältig, von den Klassikern wie MO und Motorrad über die Custombike zu mehr oder weniger professionellen, reiseorientierten Motorradmagazinen. In den letzten Wochen kamen nun zwei Verlage mit neuen, lifestyleorientierten Titeln auf den Markt: die Motor Presse Stuttgart launchte diese Woche die“FUEL“, der Huber Verlag aus Mannheim brachte „Roadster“ bereits vor ein paar Wochen in den Handel.

In ihrer Themenauswahl gibt es einige Parallelen:

  • über das Wheels & Waves schreibt in der FUEL Sven Wedemayer, im Roadster Herrmann Köpf. Beide schätze ich sehr, jeder bringt seine persönlichen Eindrücke zu Papier, Herrmann fokussiert mehr auf das Event an sich, Sven bringt mehr den generellen Fokus auf die Motorradszene.
  • die Suzuki Fat Mile sowie die Ducati Scrambler wird in beiden Magazinen vorgestellt,
  • Custom-Schrauber werden vorgestellt (HB Custom in der Roadster, Urban Motor in der FUEL), sowie
  • Menschen und ihre Custombikes werden präsentiert.

Fehlt nur noch der Glemseck-Artikel und der übliche Themenmix wäre komplett. Ich würde mir ja wünschen, daß gerade in diesen etwas ambitionierter positionierten Titeln neue Themen gespielt würden. Gerade bei den Customschraubern gibt es noch so viele un- oder wenig bekannte wie Mokka Cycles aus Budapest, Red Hot Chili Customs aus Stettin oder ER Motorcycles aus Slowenien. Überm großen Teich gibt es auch noch Dustin Kott oder Max Hazan. Ebenso existieren neben dem Glemseck und dem W&W viele interessante Motorradtreffen, beispielsweise die im letzten Jahr sehr ambitioniert gestarteten BSMC-Events oder das Dirt Quake.

Von den sonstigen Artikeln ist die Roadster etwas mehr motorrad-fokussiert und bietet auch noch einige Tests im Heft, die FUEL bringt eher Roadtrips wie Svens Bericht über eine nächtliche Ausfahrt durch Berlin mit zwei alten Guzzi V7 Special oder ein Interview mit Motoraver-Helge über den Film „Königreich Klitmøller“ (der allerdings schon über ein Jahr alt ist).

Fazit: beide Titel haben Potential, die Profile der Titel sollten noch etwas geschärft werden und neue Themen aufgegriffen werden, anstatt bekanntes in neuem Anstrich zu präsentieren.

Um das Statement von Chris Hunter nochmals aufzugreifen, weiss ich nicht, ob beide Titel sich in dem gesättigten Special Interest-Markt durchsetzen können. Hierzu sind neben entsprechenden Aboeinnahmen auch Anzeigenerlöse notwendig. Und vielleicht ein ernst zu nehmendes, begleitendes Digitalangebot, was bei beiden noch deutlich ausbaufähig ist.

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