Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Suchergebnis: „Tourimpressionen“

Tourimpressionen: Rhön und Spessart

Mist, jemand hat unsere Moppeds ausgetauscht gegen das hier!

Mist, jemand hat unsere Moppeds ausgetauscht gegen das hier!

Raus aus dem Thüringer Wald und rein in die Rhön. Das gute Wetter blieb uns an diesem Tag treu. Zum richtig wach werden benötigten wir keinen doppelten Espresso, dazu reichte gleich zu Beginn des Tages der Streckenabschnitt zwischen Stepfershausen und Hörbach. In Stepfershausen geht es kurz vor dem Ortsende um die Ecke und plötzlich geht es steil bergauf wie auf einer Startrampe. Laut meine GPS-Daten liegt Stepfershausen auf 390 Höhenmetern. Ungefähr 1-2 Kilometer später waren wir auf 725 Höhenmetern. Und gleich danach geht es den Berg wieder runter nach Hörbach, was auf 480 Höhenmetern liegt. Das sind zwar nur 9 Kilometer Strecke, aber selbst wenn ihr den ganzen Tag das hin- und zurückfahrt, habt ihr mehr Spaß als manche Leute in ihrem ganzen Leben!

Danach ging es gleich weiter von Stetten aus auf die Rother Kuppe hoch. Hinter Roth geht es schön kurvig den Berg hoch und nur die Kühe wundern sich über das Hochdrehen der Motoren aus den Kurvenscheiteln heraus. Oben angekommen kann man auf der Rother Kuppe den Aussichtsturm erklingen und hat bei gutem Wetter einen tollen Rundumblick über die Rhön. Die sich dann anschliessende Hochrhönstrasse bietet entspannte Kilometer durch schöne, unberührte Natur. Wer möchte kann am Schwarzen Moor anhalten und denn Moorwanderweg gehen, wir entschieden und jedoch für die Gegenrichtung und besichtigten die ehemaligen Zonengrenzanlagen ca. 500 Meter hinter dem Parkplatz des Schwarzen Moors. Ein paar Kilometer später erreichten wir die Wasserkuppe, den höchsten Punkt des heutigen Tages. Da es bestes Flugwetter war herrsche Hochbetrieb auf der Landebahn. Und auf dem Motorradparkplatz auch, als wir ankamen, standen da 10 Bikes, als wir gingen waren es locker 30. Die Wasserkuppe runter ging es durch Poppenhausen – pubertäres Kichern der beiden Mitfahrer inklusive.

Die Weiterfahrt Richtung Spessart war etwas enttäuschend. Die Routenplanung sah auf dem Papier gut aus, aber der Fahrfluß wurde immer wieder durch die vielen, kleinen Ortschaften unterbrochen (in denen ALLE Bewohner nicht nur ihre Hofeinfhrt kehrten sondern auch den Rinnstein der Straße vor ihrem Haus – kannste dir nicht vorstellen).

Zwei kleine Teilstücke waren dennoch erwähnenswert. Nur dank einer Umleitung kamen wir auf die kleine Landstrasse zwischen Vollmerz und Elm, die – genau wie die Strecke zwischen Schmalkalden und Trusetal – als Einbahnstrasse ausgelegt war. Sind nur 5 Kilometer aber ohne auf Gegenverkehr achten zu müssen kann man schön frei fahren:

Zwischen Lohrhaupten und Langenprozelten wurden wir von einigen lokalen Moppedfahrern begleitet, das werten wir mal als Qualitätsmerkmal für die Strecke. Nach Ruppertshütten gilt für Motorradfahrer eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h, an die wir uns zumindest in den Kurvenscheiteln gehalten haben.

Fazit dieses Tages: mehr Rhön, weniger Spessart beim nächsten Mal.

Tourimpressionen: Obere Saale und Thüringer Wald

Abfahrt Tag 2: endlich zu dritt!

Abfahrt Tag 2: endlich zu dritt!

Sonne, zwei Mitfahrer und eine tolle Tourplanung für den Tag, was kann schiefgehen? Der heutige Tag sollte vom Wetter und von der Strecke der beste der Tour werden. Es fing gleich morgens an, als wir dem Saaletal folgten. Erster Halt war im Schloss Burgk, von dem man einen schöne Ausblick über die Gegend hatte. Von dort wurde es ein lustiges Auf und Ab die Hänge des Saaletals rauf und runter. In Linkenmühle nahmen wir die Fähre über die Saale um in Richtung Altenbeuthen wieder den Hang hoch zu fahren. Rein fahrerisch hatten wir den größten Spaß zwischen Reitzengschwenda und der Talsperre Hohenwarte, direkt am Ufer des Stausee entlang. Die Strecke war leer, schön geschwungen und übersichtlich genug, um derbe Kurven zu wetzen. Sieht so aus:

Über Saalfeld und Bad Blankenburg mussten wir uns über die Bundesstrasse quälen, kannste vergessen. Danach fing der Spaß aber wieder schnell an über das Schwarzatal und Neustadt am Rennsteig Richtung Großer Beerberg zum höchsten Punkt des Thüringer Waldes mit 1.001 Metern. Sau-gei-le Strecke. Mit jedem Höhenmeter wurde es besser, derbstes Grinsen unterm Helm. Für mich war der Abschnitt zwischen Neustadt und dem Rennsteiggarten der beste der Tour.

MGBT-Tag-2-13

Von da aus ging es auf der gut ausgebauten Strecke runter nach Zella-Mehlis. Von dort aus Innenstadtgewurschtel über Suhl bis St. Kilian. Die folgende Passage war zwar flacher, aber fahrerisch trotzdem eine sehr ansprechende, schmalere Landstrasse:

Wie heißt es so schön? Save the best for last. Oder in dem fall second best nach der Passage über den Großen Beerberg. Wir taten uns etwas schwer in Schmalkalden die Seitenstrasse zur L2608 zu finden Richtung Trusetal. Diese Strasse ist eine Einbahnstrasse, die durch den Wald bergauf führt. Zwar auch schmal, aber man kann ohne Gegenverkehr zu fürchten den Berg hoch- und die Kurven durchzuballern. Danach gings Richtung Bad Liebenstein und Steinbach, wo wie Glasbachrennstrecke unter die Räder nahmen. Das erste Drittel der Rennstrecke ist innerstädtisch, also kann man es erst später fliegen lassen. Wenn man nicht einen schneckenden Kleinwagen vor sich hat wie wir. Durchgezogene Linie heisst halt Überholverbot.

Eigentlich wollten wir von da aus noch eine Schleife über Kleinschmalkalden fahren, aber da wir zu dem Zeitpunkt schon über 300 Tageskilometer auf der Uhr hatten und Thomas bereits beim Mäckes mit Kaffee aufgetankt werden musste, entschieden wir uns für die Abkürzung nach Brotterode zu nehmen. Und diese Strecke durch den Wald war noch besser als die Glasbachrennstrecke.

Kinnings, fahrt in den Thüringer Wald. Ihr könnt da nix falsch machen, egal wo ihr abbiegt, es wird geil!

Tourimpressionen: Erzgebirge und Vogtland

Auf den 1.600 Kilometern der Mittelgebirgstour hatten wir sehr viel schöne Streckenabschnitte. Über 90% der Strecke fuhr ich das erste Mal, da musste man sich auf die „Papierform“ verlassen, sprich den Strassenverlauf auf der Karte. Glücklicherweise ist das bei dieser Planung hier in großen Teilen sehr gut gelungen. Die besten Abschnitte möchte ich Euch vorstellen.

Lost in Erzgebirge

Lost in Erzgebirge

Meine Runde ins Erzgebirge begann ich in Heidenau, von dort aus konnte ich bei wenig Verkehr die schöne Strecke durch das Müglitztal über Glashütte, Bärenstein bis Altenberg. Die ca. 35 Landstrassenkilometer bieten einem viele schöne Kurven, vor allem vor und hinter Glashütte reiht sich eine an die andere. Zum Teil sind die Radien etwas enger und die Strasse etwas schmaler gebaut, aber dann kommt man auch nicht in die Verlegenheit, das Tempolimit von 80 km/h zu überschreiten, das reicht bei der Strecke allemal.

Der zweite Streckenabschnitt führt durch die Tschechei, von Zinnwald nach Český Jiřetín. Wie die meisten Strecken abseits der großen Fernverkehrsrouten ist diese Strecke nichts zum „Fliegen lassen“, sehr schmale Strassen und schlechter Strassenbelag verhindern das. Wer sich aber darauf einläßt, eher entspanntes Enduro-wandern zu betreiben ist hier genau richtig. Tolle Ausblicke auf unberührte Natur, schlechte bis gar keine Beschilderung und streckenweise kein Handyempfang machen die Route etwas zum Abenteuer. Am Stausee von Přehrada Fláje traf ich einen deutschen Mountainbiker, der den Fernradweg 23 entlang des tschechischen Erzgebirgskamms fuhr und meinte, daß dieser auch für Motorräder gut geeignet sei. Ein Teil der von mir gefahrenen Strecke deckt sich mit diesem Fahrradweg.

Spannend war auch das Teilstück zwischen Marienberg über Jöhstädt nach Oberwiesenthal. Hier bog ich nach Marienberg nach Steinbach ab, die einsame Strasse durch den Wald führt entlang eines Truppenübungsplatzes, ist auch schmaler ausgebaut aber hat schöne nette Kurven.

Ob der schlechten Witterung änderte ich meine Routenplanung ab dem Fichtelberg. Anstatt auf tschechischer Seite weiterzufahren blieb ich auf deutschen Strassen. Bessere Beschilderung und bessere Strassenoberflächen gaben den Ausschlag dafür. Die Strecke war auch sehr nett, vor allem zwischen Johanngeorgenstadt und Klingenthal. Generell ist die B283 sicherlich bereits ab Aue eine schöne Motorradstrecke, gut ausgebaute Landstrasse mit zahlreichen Kurven. Da wird es weniger schnell brenzlig, wenn man mal mit drei km/h zu schnell in die Kurve einfährt.

Zur Entspannung diente dann der letzte Streckenabschnitt durch das Vogtland. Man baut so langsam die Höhenmeter des Erzgebirges ab und es bietet sich einem ein herrlicher Blick über die Rapsfelder des Vogtlands in der Abendsonne.

Der Kettenritzel Jahresrückblick 2014

Puh, wie soll man dieses Jahr zusammenfassen? War ich im letzten Jahresrückblick schon sehr euphorisch müsste ich dieses Jahr eigentlich ausrasten! Die Leserzahl dieses kleinen, bescheidenen Motorradblogs hat sich in diesem Jahr verfünffacht! Die 3.380 Leser des erfolgreichsten Artikels diesen Jahres hätten im letzten Jahr für einen ganzen Monat gereicht.

Mit mehr Lesern mache ich mir selber immer mehr Druck auch mehr zu schreiben. Eigentlich unnötig, aber ich mach mir da immer einen Kopf drum. Meinen längsten Lauf hatte ich vom 20 Februar – 28 März: 37 Tage an denen jeden Tag ein neuer Artikel erschien. Das lässt sich natürlich nicht beliebig steigern, wenn man das als Hobby betreibt. Zumal die interessanteren Formate wie die Benzingespräche deutlich mehr Vorlauf benötigen wie ein kleines Posting mit einem Bullshit Hipster Bike Video.

Auch wenn der Blick auf die Leserzahlen eher abstrakt ist, für mich ist es eine schöne Bestätigung dessen, was ich hier mache. Ebenso wertvoll sind die vielen, tollen Kontakte, die ich persönlich oder digital auf- und ausbauen konnte. Ihr Moppedfahrer seid schon ein spezielles Völkchen und ich freu mich, einer von Euch zu sein.

Meine Blog-Highlights des Jahres:

Kommt gut ins neue Jahr!

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

:)