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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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This world ahead – coming home

Seit 15 Monaten war Rolf mit dem Motorrad unterwegs um die Welt, Samstag kam er zurück nach München und wurde gebührend von Freunden und Familie empfangen (unter anderem von unserem Alpenblitz-Mitfahrer Akki als Geleitschutz, im Video bei 2:05 zu sehen). Herzlich Willkommen zurück, Rolf!

Ein kurzer Beitrag in der Abendschau des BR, hoffentlich bald ausführlicher hier! Nicht wahr, Rolf?

This world ahead – Vier Monate Afrika

Vier Monate fuhr Rolf Lange von This World Ahead nun durch Afrika, der letzte Kontinent vor seiner Rückkehr nach Europa und ins heimische München. Vier Minuten können zwar nicht annähernd die Eindrücke wiedergeben, die Rolf während seiner Reise gesammelt hat, stimmungsvoll und fernwehfördernd ist es auf jeden Fall.


Mehr zu Rolfs Reise in seinem Blog oder auf Facebook.

Benzingespräch: Rolf und Joe von „This World Ahead“ (Teil 1)

Seit Juli diesen Jahres bereisen Rolf und Joe auf zwei BMW R 1200 GSen die Welt, sie gaben ihre Jobs auf, ließen die Familien und Freunde zurück und starteten von Ihrem Heimatort München auf eine Reise durch 5 Kontinente, 15 Monaten und über ca. 70.000km. Um den Jahreswechsel lurchen die Jungs gerade durch Kambodscha und Thailand und ich konnte Rolf per E-Mail über den bisherigen Reiseverlauf interviewen, den sie unter „This World Ahead“ regelmäßig dokumentieren.

Reiseplanung This World Ahead

Reiseplanung This World Ahead

Rolf, ihr habt Euch über zwei Jahre auf diesen Trip vorbereitet, habt Eure Motorräder auf- und ausgerüstet, im Enduropark grobes Geläuf trainiert, Routen geplant und Visas beantragt. Jetzt müßte mehr als ein Drittel Eurer Reise hinter Euch liegen. Wie sehr unterscheiden sich Planung und Reisewirklichkeit voneinander?

Der größte Unterschied ist die mittlerweile eingekehrte Gelassenheit. Vor der Reise, also während des gesamten Planungsprozesses und vor allem kurz vor der Abfahrt haben wir uns viele Gedanken über etwaige Schwierigkeiten gemacht – seien es technische Probleme, Gefahren aller Art oder Ärgernisse mit den Behörden z.B. bei Grenzübertritten. Natürlich begegnen wir immer wieder kleineren Herausforderungen, doch nichts hat uns wirklich aus der Spur gebracht. Insofern war die ein oder andere Aufregung vorher unnötig.
Ansonsten verläuft unsere Reise tatsächlich nahezu so wie wir sie auch geplant haben. Wir sind daher auch ein wenig stolz auf unsere Vorbereitung. Lediglich hier in Südostasien nehmen wir uns aktuell ein wenig mehr Zeit als vorgesehen, einfach weil es zu schön hier ist. Aber eben genau die richtige Mischung aus Planung und Flexibilität macht diese Reise so wunderbar.

Was war Euer Antrieb für diesen Trip? Welcher Aspekt steht für Euch im Vordergrund bei der Weltreise?

Das ist einfach: Wir beide reisen gerne, und wir fahren leidenschaftlich gerne Motorrad. Im Vordergrund steht dabei sicherlich das Entdecken fremder Länder und Kulturen, auch abseits der touristischen Wegpunkte. Dafür eignet sich das Motorrad perfekt: Mit kaum einem anderen Fortbewegungsmittel kann man so sehr in andere Länder eintauchen. Wir fahren bewusst aufs Land in Gegenden, die kaum von Touristen frequentiert werden. Dort halten wir gerne in Dörfern und nehmen Kontakt mit den Menschen auf. Das sind wunderbare, teilweise sehr prägende Erfahrungen.

Hattet Ihr bei Eurer Reiseplanung gewisse Fixpunkte im Kopf? Wie entstand Eure Route?

Das war ein langer und ebenso spannender Prozess. Zunächst haben wir Länder und Regionen gesammelt die wir gerne bereisen möchten. Im zweiten Schritt haben wir uns viel mit Klimatabellen beschäftigt, um beispielsweise nicht genau während des Monsuns in Südostasien zu sein. Zudem erschien es uns richtig zu Beginn weit zu fahren und Flüge erst mal zu vermeiden.
Als dann eine erste Linie sichtbar wurde ging es an die Formalitäten wie Einreise- und Zollbedingungen. Und zum Schluss haben wir gekürzt – wir können leider nicht alles auf einmal machen. Wir haben dabei bewusst Dinge weggelassen die sich als eigenes Projekt auch später noch bereisen lassen, z.B. Australien. Wir werden also auch nach dieser Weltreise wieder unterwegs sein.

Wie genau könnt ihr Euch unterwegs an Eure Route halten? Gabe es gewollte oder ungewollte Abweichungen?

Im Prinzip haben wir keine exakte Route, wir wissen vorher lediglich in welcher Region wir zu einem ungefähren Zeitpunkt sein möchten. Die genaue Strecke und die Orte, in denen wir übernachten, legen wir eigentlich erst wenige Tage vorher fest. Dabei tauschen wir uns gerne auch mit Einheimischen aus, die kennen ihre Ecken ja am besten.
Eine größere Planänderung hatten wir bisher nur in Indien: Ursprünglich wollten wir dort mehr Zeit auf dem Motorrad verbringen und hatten angedacht bis nach Kalkutta ans Meer zu fahren. Doch die ersten drei Tage in der Provinz Bihar im Norden gingen uns regelrecht an die Nieren – unfassbar viel und aggressiver Verkehr, Lärm, und einfach zu viele Menschen auf einem Fleck. Es kam mindestens zweimal am Tag vor dass wir eine Stunde oder mehr für wenige Kilometer gebraucht haben. Das war frustrierend. Wir haben die Motorradetappen dann auf das Notwendigste gekürzt und sind auf nahezu direktem Weg nach Myanmar. Nach Delhi haben wir einen Abstecher mit dem Billigflieger gemacht.

Wie ist es mit der Versorgung für Mensch und Maschine unterwegs? Habt ihr Probleme mit Ersatzteilen oder Tankstellen? Wie stark musstet ihr bislang improvisieren?

Bisher klappt alles nahezu reibungslos. Man muss natürlich ein paar Dinge rechtzeitig organisieren, z.B. neue Reifen. Aber es lässt sich ja absehen wann der Gummi auf dem Zahnfleisch gehen wird, und wir bestellen dann vor.
Ansonsten gilt auch hier: Viel mit den Einheimischen sprechen! In Usbekistan z.B. gibt es kaum Tankstellen mit Benzin, da nahezu alle mit Erdgas fahren. Also frägst du eben die Bedienung im Restaurant, die kennt dann jemanden die jemanden kennt usw. Am nächsten Tag stehen dann 50 Liter Benzin in Plastikflaschen vor der Tür.
Für einige Regionen Afrikas erwarten wir durchaus schwierigere Bedingungen, aber ich denke wir bringen dann genug Erfahrung mit.

Für Euren Trip vertraut Ihr auf den Klassiker, den Weltumrundungspanzer BMW R 1200 GS. Warum habt ihr Euch gerade für die BMW entschieden?

Wie deine liebevoll gewählte Bezeichnung schon sagt: Damit kommt man überall durch. Spaß beiseite – die große GS war eine sehr gute Wahl. Sie macht erstaunlich viel mit und bereitet uns dabei sehr viel Freude: Auf groben, steilen Schotterwegen, geschwungenen, auf 5000 Meter hohen Asphaltrouten im Himalaya und auch auf kurvenarmen Sitzfleisch-Etappen. Natürlich gab es bisher auch Situationen in denen wir uns für den Moment ein leichteres Gefährt gewünscht hätten, aber wir haben alle bisher gemeistert. Die GS ist ein Allrounder und damit für unsere Bedürfnisse auf dieser Reise perfekt.

Welche Highlights hattet ihr bisher auf Eurem Trip? Landschaft, Route, Begegnungen?

Es sind so viele. Die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen im Iran. Die Einsamkeit der Berge Kirgistans. Die atemberaubende Landschaft und spirituelle Kultur Tibets. Das Lächeln in Myanmar. Das gemeinsame Unterwegssein mit anderen Überland-Reisenden. Diese Reise steckt voller Höhepunkte.

Was vermisst ihr am meisten momentan?

Familie und Freunde. Heimisches Essen – so lecker das hier alles ist, ab und an vermisse ich einen bayerischen Schweinsbraten. Und ja, manchmal auch die gemütliche Couch am Sonntagabend beim Tatort schauen. Auf so einer langen Reise bekommt man eine ganz wunderbare Wertschätzung für die selbstverständlichen und banalen Dinge zu Hause.

Könnt ihr schon daran denken, irgendwann wieder in der Heimat anzukommen und wieder einem „normalen“ Bürojob nachzugehen?

Ehrlich gesagt denken wir derzeit gar nicht so viel darüber nach. Aber wenn, dann freuen wir uns darauf auch ein wenig; und ich glaube das ist auch richtig so. Denn so sehr wir das „Jetzt“ genießen, so schön ist es auch zu wissen dass man daheim gut aufgehoben ist und sich wohl fühlen wird, inklusive eines „gewöhnlichen“ Alltags. Wie der allerdings aussehen wird wissen wir noch überhaupt nicht. Eine so lange Reise verändert einen ja auch, und wer weiß was wir machen wollen wenn wir zurück sind. Das ist im Übrigen ein unschätzbar gutes Gefühl.

Rolf, vielen Dank für das Interview!

Wie ihr dem Titel des Artikels entnehmen könnt, soll dies nur der erste Teil des Interviews sein. Wenn es klappt, machen wir nach der Südamerika-Durchquerung und nach der Heimkehr der beiden noch zwei weitere Interviews. Das letzte dann gerne bei Schweinsbraten und Bier in München.
Unter http://thisworldahead.com/ und auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/ThisWorldAhead könnt ihr die weitere Reise der beiden mitverfolgen.

Foto-Credits: Rolf Lange, Joe Dannemann, Reinhard Schneider (und dank an Akki!)

Rolf Langes Weltenreise – Mit dem Motorrad ins Abenteuer und zurück

Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Die Geschichte des Buches neben mir auf dem Schreibtisch begann für mich mit einem Motorradblog, welches ich vor ein paar Jahren entdeckte. Unter www.thisworldahead.com dokumentierte Rolf Lange die Vorbereitungen zu einer Weltumrundung mit dem Motorrad. Mit Spannung verfolgte ich die Reise, interviewte ihn unterwegs und fuhr mittlerweile zwei Alpentouren mit ihm.

Wenn ich jetzt also hier über sein Buch schreibe, fällt mir das sehr schwer, dies mit einem neutralen Blick zu tun. Denn Rolf ist von irgendeinem Motorradfahrer der ins Internet schreibt zu einem Freund und Roadbuddy geworden.

65.266 Kilometer fuhr er in 17 Monaten durch 42 Länger auf 5 Kontinenten. Anfangs zu zweit mit seinem Freund Joe, am Schluß alleine. Er läßt Freunde, Familie, eine erfolgreiche Karriere und seine Komfortzone hinter sich. Anders als andere Bücher über Weltreisen mit dem Motorrad ist Rolfs Buch kein Motorrad-Reiseführer. Man findet keine detaillierten Routenempfehlungen oder Planungshilfen. Was man findet ist ein persönlicher Blick auf diese Welt, auf überraschende Begegnungen und nicht gekannte Einblicke in Menschen, Länder und Kulturen.

Die neun Kapitel des Buches zeigen Highlights aus dieser langen Reise, prägende Erlebnisse, die Rolf auf eine sehr warmherzige und wertschätzende Art und Weise schildert. Die Kapitel stehen aber auch stellvertretend für neun inspirierende Erkenntnissen über das Leben außerhalb der Komfortzone. Neben vielen wunderschönen Landschafts- und Naturaufnahmen findet Rolfs Kamera immer wieder den Fokus auf die Menschen, die er traf. Man sitzt förmlich neben Rolf in der kirgisischen Jurte oder in Godfreys Haus in Tansania. Man fühlt mit ihm, wenn er das Dadestal in der marokkanischen Provinz Tinghir durchfährt und so dem Reisetipp seines verstorbenen Vaters folgt.

Diese sehr persönlichen Erzählungen machen die Lektüre des Buches für mich so wertvoll. Sie sind wie eine Begegnung mit Rolf: warmherzig, wertschätzend, weltoffen.

Das Buch „Weltenreise: Mit dem Motorrad ins Abenteuer und zurück.“ könnt ihr hier bei Amazon bestellen.

Alle Berliner haben die Möglichkeit, Rolfs Vortrag über seine Reise am 6. November hier in Berlin zu hören. Er stellt seine Reise und sein Buch beim 11. Moto Cycle Pow Wow vor. Los geht es um 19:00 Uhr im Rosis in der Revaler Str. 29, 10245 Berlin. Weitere Details hierzu findet ihr im Facebook-Event.

Unterwegs mit einem Weltreisenden

„Botswana, südliches Okawango-Delta, ein Morgen im August. Rolf Lange steht vor seinem einfachen Zelt im afrikanischen Busch. Gerade noch hat er ein entspanntes Frühstück an einer kleinen Bar in der Nähe genossen. Doch jetzt ist klar: Ein Affe hat unterdessen sein Zelt ramponiert. Das Moskitonetz ist zerrissen, der Eingang steht jedermann einladend weit offen. Im Inneren zeichnet sich ein Durcheinander aus Bananenschalen auf dem zerpflückten Schlafsack ab. Rolf stöhnt kurz, wirkt aber gelassen: „Tja, Anfängerfehler! Bananen sollte man vor den Kollegen besser verstecken…“. Die krummen Früchte waren offenbar das Frühstück eines kleinen Primaten.
Diese Gelassenheit hatte Rolf nicht immer. Früher leitete er eine große Werbeagentur und stand ständig unter Druck. Der Job war traumhaft, machte aus ihm aber auch einen Getriebenen – immer unter Strom, immer 110%.“

(Quelle: Wheels of Stil für TURNS)
Rolf Lange kenne ich seit drei Jahren. Über sein Blog erfuhr ich von seinem Plan zur Weltreise, verfolgte die Reisevorbereitungen und die Erfahrungen, die er auf den 65.266 Kilometern seiner Reise durch fünf Konti
nente und 42 Länder machte. Von Rolfs Weltumrundung habe ich bereits hier berichtet.
Persönlich getroffen hatten wir uns allerdings noch nie. Umso mehr freute ich mich auf unser erstes Zusammentreffen in Person, welches diesen Juli an einem Samstagmorgens an einer Tankstelle in München stattfand. Es ist immer wieder seltsam, jemanden so lange zu kennen und bereits einen Grad von Vertrautheit zu haben, ohne sich persönlich getroffen zu haben. Doch nun hatten wir Gelegenheit, uns auf die naheliegendste Art und Weise kennenzulernen, die es für Motorradfahrer gibt: Wir fuhren eine Tour zusammen.
Als ich Rolf fragte, ob er beim Alpenblitz mitfahren wollte, war ich gespannt auf seine Antwort. Reizt es jemanden nach einer Welttour überhaupt noch, eine kleine Wochenendrunde durch die Alpen zu fahren? „Motorradfahren geht immer!“ war Rolfs Antwort. So rollten wir uns nach einem Tankstellenkaffee nebst Frühstückszigarette und Luftdruck- sowie Benzinuhrcheck erstmal auf der Autobahn Richtung Garmisch warm.
KRCC_Alpenblitz2016_Abfahrt_Tankstelle
Die Zusammenstellung unserer Tourtruppe hat sich jedes Jahr verändert und erweitert. Fuhren Anfangs nur Thomas und ich gemeinsam, kamen nach und nach Sebastian, Akki und Siggi hinzu. Rolf war also „der Neue“ und ich war gespannt, wie er sich fahrdynamisch so einsortieren würde. Die Antwort gab Rolf relativ schnell nach den ersten Kilometern durchs Namlostal. Während ich mich auf der S1000RR noch etwas sortieren musste, warf er seine R1200GS vor mir mit Verve und Leichtigkeit in die Kurven, daß es ein großer Spaß war ihm zu folgen. Gleichtzeitig musste ich schon einiges tun, um überhaupt dranzubleiben. Wer fuhr hier jetzt den Supersportler und wer die Reiseenduro? Wenn man 17 Monate auf einer Maschine wohnt, geht man wohl diese symbiotische Vereinigung mit ihr ein, deren Zeuge ich hier gerade wurde.
KRCC_Alpenblitz2016_Rolf_Ettal
KRCC_Alpenblitz2016_Ofenpass_Gruppenbild
Im Laufe des Wochenendes sprechen wir oft über seine Weltreise. Ich erlebe Rolf dabei als einen wirklich in sich ruhenden Menschen. Nicht, daß ich eine Referenz seiner Persönlichkeit vor seiner Weltreise hätte, aber man spürt, daß die Erlebnisse, die Begegnungen und die Bilder die er in dieser Zeit in sich aufgesogen hat in ihm etwas bewegt haben. Man merkt ihm den Stolz an mit dem er berichtet, in der Ted Simon Foundation als Jupiter’s Travellers aufgenommen worden zu sein. Die Stiftung hat sich zum Ziel gemacht, Weltreisende dabei zu unterstützen, ihre Erlebnisse weiter zu erzählen: „Encouraging adventurers to go the extra mile and be reporters of truth in the world.“
KRCC_Alpenblitz2016_Mittagessen_Samstag
In Berichten anderer Weltreisender liest man oft, wie schwer es ist wieder zu Hause anzukommen und sich in den Alltag wieder einzugliedern. Direkt darauf angesprochen meint Rolf, daß er es genossen habe, wieder heimzukehren. Auf den letzten Tagesetappen seiner Weltumrundung hat Akki ihn begleitet. Beide erzählten, wie sonderbar es sich anfühlte, sich nach über 1,5 Jahren in einem kleinen Hotel in Frankreich zu verabreden und fast zeitgleich dort auf den Hof zu rollen. Zurück ihn München empfangen ihn Familie und Freunde mit einer Stadtrundfahrt durch seine Heimatstadt.
Das Erreichte und Erlebte ist ein festes und prägendes Kapitel in seinem Leben. Die Entscheidung, alleine weiter zu fahren, als sein Kumpel Joe nach 20.000 km der Liebe wegen zurück bleiben will, hätte er zu Beginn der Reise wohl nicht getroffen. Zumal er noch halb Südamerika und die ganze Durchquerung Afrikas vor der Brust hatte. Doch mit dem bereits Erlebten stieg das Vertrauen und die Zuversicht, auf sich alleine gestellt die Reise fortzusetzen. Auch wenn es alleine um so anstrengender ist, eine festgefahrene, vollbeladene GS wieder aus dem Sand zu zerren oder lange, Kräfte zehrende Tagesetappen zu fahren.
KRCC_Alpenblitz2016_Silvretta_Hochalpenstrasse_Gruppenfoto
Rolfs GS parkt neben meiner RR, als wir am Morgen des zweiten Tourtages die Maschinen wieder beladen. Meinen Rucksack schnalle ich bei Rolf auf den Heckträger und begutachte die Maschine, die ihn einmal um den Globus gebracht hat. Irgendwie hatte ich erwartet, daß die Maschine größere Kampfspuren aufzeigt nach solch einer Tortur. Das auffälligste sind die vielen Aufkleber aus den bereisten Ländern auf den Alukoffern. Natürlich hat Rolf sich mit der Wartung seiner GS im Vorfeld der Tour auseinandergesetzt. „Aber da ging nix kaputt!“ meint er lachend. Einmal in Asien wollte die Maschine morgens nicht anspringen, obwohl sie am Vortag klaglos ihren Dienst getan hatte. Auf der Fehlersuche wurde diverse Teile an der Maschine zerlegt und inspiziert. Ohne Befund. Nachdem alles wieder zusammen gebaut war, unternahm Rolf auf gut Glück einen weiteren Startversuch und schwupps, brummte der Boxer zufrieden vor sich hin. Vermutlich war, als die Maschine am Vorabend von den Einheimischen mit viel Liebe geputzt worden war, Feuchtigkeit in irgendeinen Sensor eingedrungen, die sich dann nach dem Zerlegen wieder verflüchtigt hatte. Was lernen wir daraus? Putze niemals eine Enduro!
KRCC_Alpenblitz2016_Motorradtausch_R1200GS_S1000RR
Für einen kurzen Moment wird Rolf seiner GS aber untreu: er tauscht mit Thomas GS gegen RR. Was Thomas wohl zum ersten GS-Fahrer machen dürfte, der in Rennlederkombi unterwegs war. Ein paar Kilometer später wird aber wieder zurückgetauscht, die Symbiose muss wieder hergestellt werden.
Rolf hat über seine Reise einen Vortrag geschrieben. Premiere hat er im November in München:

DIE GROSSE AUSFAHRT
Erlebnisse und Erkenntnisse einer Motorrad-Weltreise
90-minütiger Live-Vortrag auf Großbildleinwand mit Original-Sounds und Musik
Donnerstag, 17. November 2016
Beginn: 20 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr
Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, München
(500 Meter vom U-Bahnhof Milbertshofen, U2)
„Die große Ausfahrt“ ist mehr als ein chronologischer Reisebericht und richtet sich an weit umfassendere Zielgruppen als Motorradfahrer oder Reiseinteressierte. Sieben ausgewählte Erlebnisse, umrahmt von kleinen Anekdoten, untermalt von faszinierenden Naturaufnahmen und fesselnden Eindrücken fremder Kulturen: Rolf Lange erzählt von unerwarteten Begegnungen und porträtiert Menschen im Umfeld ihrer Heimat. In seine Geschichten fließt auch manch überraschende Erkenntnis über das ein oder andere Land ein.

Die Anmeldung zum Vortrag ist auf seiner Website möglich. Weitere Termine in Köln und Augsburg stehen auch bereits fest.
Und für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern und Kunden einen inspirierenden Blick über den Tellerrand hinaus geben wollen: Rolfs Vortrag ist auch für Firmenveranstaltungen buchbar. Mehr Infos dazu hier: http://thisworldahead.com

Die Alpen aus Sicht einer BMW S 1000 RR

Da stand sie nun vor mir, die nächste Evolutionsstufe in meinem Motorradfahrerleben. Und dazu eine der höchsten, strassenzugelassenen Evolutionsstufen: die BMW S 1000 RR. Das Neonlicht in der Halle des BMW Fuhrparkzentrums spiegelte sich in den Konturen des in blackstorm metallic lackierten Supersportlers.
Überarbeitet seit dem Modelljahr 2015 drückt der Motor 199 PS (146 kW) auf die Kurbelwelle, um 6 PS stärker als ihre Vorgängerin. Um diese Leistung im Zaum zu halten bzw. auf die Strasse zu bringen sind zahlreiche elektronische Helferlein aktiv, ohne die weniger rennstreckengeübte Fahrer (also ich) die Maschine schneller in die Hecke fahren würden als man „DTC“ sagen kann. Für den Schaltassistent Pro, der Hoch- und Runterschalten ohne Kuppeln ermöglicht, war ich im Laufe der folgenden Tage ebenfalls sehr dankbar. Zum einen, weil es die Schaltvorgänge sehr viel einfacher machte, zum anderen, weil ich mich dann mit der ganzen linken Hand besser am Lenker festhalten konnte. Gerade am ersten Tag gab mir das ein klein wenig mehr Zuversicht hinsichtlich der gefühlten Kontrolle über die Doppel-R.
KRCC_Alpenblitz2016_Abholung_S1000RR_Schatten
KRCC_Alpenblitz2016_Abholung_Schlüsselband
Nach dem Anbringen des temporären Besitzstandanzeigers schickte ich mich an, die Eigenschaften der S 1000 RR zu erkunden. Nicht auf der Jagd nach den besten Rundenzeiten auf der Rennstrecke – etwas, für was diese Maschine zweifelsohne geboren wurde – sondern um ihre Eignung als (Renn-) Sporttourer herauszufinden.
Hierfür hatte ich zwei Tage Zeit und eine ca. 900km lange Route über deutsche, österreichische, schweizerische und italienische Alpenstrassen und -pässe: den #Alpenblitz2016.
Die einzelnen Streckenabschnitte bekommen gemäß ihrer Eignung für „der Gerät“ – so hatte ich die Maschine liebevoll getauft – eine Wertung von „R“ (=komplett bocklos) bis zu „RRRRR“ (=um Himmels willen, fahr da unbedingt hin). Wobei die Eignung sich nicht auf den Umstand bezieht, ob man mit der Doppel-R da hinfahren kann, sondern ob man es aus Fahrspaßgründen tun sollte.

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Alpenblitz II – Crew & Rides

Es sind fast genau noch 8 Wochen bis zum Alpenblitz II und die Planung konkretisiert sich. Die Route steht ja schon und jetzt ist auch das Team komplett:
HZ_RR
Mit Thomas habe ich die Tour ausgeheckt, er wird seiner neuen BMW S1000RR die Sporen geben.
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Akki ist nach dem Alpenblitz I auch beim Alpenblitz II dabei auf seiner BMW R 1200 GS Adventure (und dem nicht zu übersehenden Neonhelm).
Stilechte Flussüberquerung im Bayern-Trikot
Besonders freue ich mich auf Rolf, der nach seiner Weltumrundung mit dem Motorrad nicht die Lust an einer kleinen Wochenend-Spritztour durch die Alpen verloren hat und seine treue BMW R 1200 GS mitbringt. Bei der Gelegenheit können wir uns mal endlich persönlich kennenlernen und uns über seine Erfahrungen während seiner großen Tour austauschen. Ich hoffe sehr, daß Rolf auch im Bayern-Trikot erscheint!
Dank der freundlichen Unterstützung von BMW Motorrad kann ich das Kräfteverhältnis von Großenduro zu Supersportler auf diese Tour ausgeglichen gestalten, denn ich werde auch eine BMW S1000 RR pilotieren.
BMW_S1000RR_Rennstrecke
Auf das Bike bin ich sehr gespannt, Thomas hat mir bereits sehr davon vorgeschwärmt. Akkis Kommentar war ein ironisches „Dann nehmt Euch genug Snacks mit für die Pausen, in denen ihr auf uns warten müsst!“ Dann haben wir auch genügend Zeit für Fotostopps für die Daheimgebliebenen Sebastian und Siggi, die uns leider auf dieser Tour nicht begleiten können.

Der Kettenritzel Jahresrückblick 2015

Heute geht mein drittes Jahr als Motorradfahrer zu Ende. Und irgendwie fühlt sich alles schon sehr viel länger an, als es tatsächlich war. Sehr bewegt war das Jahr in jedem Fall, auch wenn ich nicht so viel schreiben konnte wie im letzten Jahr:

Wie bereits in den letzten Jahren freue mich über jeden neuen Besucher hier im Blog und jede neue persönliche Bekanntschaft. Auch in 2016.

Der Liebster Award

Früher (also vor dem Krieg) nannten wir sowas ja noch Stöckchen. Jetzt also Liebster Award, zu dem mich Kutze nominiert hat. Vielen Dank dafür!

Eine kurze Erklärung zu dem “Liebster Award”. Liebster Award ist eine Blogartikelserie, in der sich Blogger gegenseitig 11 Fragen stellen und weitere Blogs mit neuen Fragen nominieren. Das Ziel ist die Vernetzung untereinander und die Leser können so mehr über die Blogger und deren Beweggründe erfahren.

Aber nun zu den Fragen, die Kutze uns gestellt hat:

Warum fährst du überhaupt Motorrad?
Eigentlich fahre ich Vespa, seit ich einen Führerschein besitze. Nach über 20 Jahren mit 50 Kubik wollte ich upgraden auf eine große Vespa und machte deshalb den Motorradführerschein. Als ich mich nach einer 300er Vespa umschaute, war ich sehr überrascht über die hohen Gebrauchtpreise und die geringe Verfügbarkeit. So investierte ich mein Geld dann erstmal in ein richtiges Motorrad.

Warum hast du dich für das Modell entschieden was du fährst?
Meine BMW F650 GS fahre eigentlich wegen dem Doppelrohr-Auspuff und dem Einzylinder-Braaaap. Nach der Definition hätte es auch genauso gut eine Honda Dominator werden können. Und vielleicht wird die Domi auch mein nächstes Mopped. Der Endurolenker ist mir auf jeden Fall näher als die Rennstummeln.

Warum kein anderes?
Naja, parallel zur Enduro fahre ich jetzt doch eine Vespa 300 GTS Super. Nach einem Jahr Enduro fahren im Stadtverkehr schaute ich mich doch wieder nach einer Vespa als Zweit-Zweirad um. Mit viel Glück fand ich eine gut gepflegte 300er Vespa in Berlin zum erschwinglichen Preis. Seitdem ist sie mein Daily Driver und in 21 Monaten mit ihr habe ich neulich schon den 10.000ten Kilometer absolviert. Und ihre Langstreckentauglichkeit beim Harzer Roller erfolgreich getestet.

Welches war dein erstes Motorrad/Zweirad?
Die 77er Vespa V50 Special, die ich meiner großen Cousine abgekauft hatte.

Schraubst du selbst oder lässt du lieber schrauben?
Kleinere Sachen mache ich selber, größere Dinge machen mangels Garage und persönlichen Fähigkeiten die Vespa- bzw. BMW-Händler meines Vertrauens.

Wie schätzt du selbst dein fahrerisches Körnnen ein?
Ziemlich solide. Über 20 Jahre Fahrpraxis auf dem Roller, drei Jahre mit dem Motorrad, diverse ADAC-Trainings und Offroad-Erfahrungen später denke ich, daß ich nicht der schlechteste Fahrer bin. Zum Precision Driver reicht es zwar nicht, aber ich bin zufrieden und fühle mich auf dem Mopped sehr gut.

Hast du Lieblingslektüre zum Thema Motorrad? Wenn ja welche, wenn nein, warum nicht?
Ich vertiefe mich gerne in schöne Motorradbücher wie „The Ride„, „Rusty Diamonds“ und „Der Chopper„. Die letzten beiden Bücher, die ich kaufte, waren Jo Fischers Bildband über das Wheels & Waves und das Buch über den Roadtrip „Mit der Vespa durch die USA„.

Liest du regelmäßig eine motorradbezogene Zeitschrift?
Abonniert habe ich keine, aber lese regelmäßig MO, Motorrad, Fuel, Roadster, ramp, BMW Motorräder und seit kurzem natürlich Craftrad.

Welches Ziel/Land sollten deiner Meinung nach andere Motorradfahrer mal besuchen?
Wo immer es einen auch hinzieht, zum nächsten Badesee oder rund um die Welt. Fahrt hin. Tut, was Euch glücklich macht!

Hast du ein Traumziel?
Das Traumziel ist immer das nächste: in zehn Tagen fahre ich meine erste Alpentour. Was danach kommt, lest ihr hier im Blog.

Und was lockeres zum Ende: Welcher ist dein Lieblingswitz?
Einer meiner all time favourites:

Ich nominiere Rolf, Philipp und Clemens mit den oben gestellten Fragen.

Träumen von der Transfăgărășan

So oft ist mir die Transfăgărășan oder Transfogarascher Hochstraße schon begegnet, zuerst bei Top Gear, die die Strasse zur besten Alpenstrasse der Welt kürten, dann in diversen Motorradmagazinen, schliesslich fuhr Rolf auf seiner Tour um die Welt im Juli über die Transfăgărășan, bei ihm habe ich auch das Bild hier entliehen:

Es juckt mich wirklich sehr in den Fingern, diese Strasse mal zu fahren. Das Problem: die Anreise von Berlin ist über 1.400km lang. Mal eben schnell mit dem eigenen Mopped da hin fahren kann man sich also fast klemmen. Aus Spaß habe ich aber mal die Google Flugsuche bemüht, und wenn bei den Flugdaten einigermassen flexibel ist, bringt einen die Lufthansa für unter 300 € von Berlin über München nach Sibiu und zurück. Bei KTM in Sibiu könnte man dann für 2 Tage ein Motorrad mieten um dann von Sibiu über die Transfăgărășan nach Pitești zu fahren und über die Nachbarpässe wieder zurück nach Sibiu. Und am nächsten Tag das Ganz nochmal:

Karpatenkreisel

Und wenn es einem dann immer noch langweilig ist, tauscht man die Strassenmaschine gegen eine Hardenduro und fährt die Strecke der Red Bull Romaniacs nach.

Und? Wer ist dabei?

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