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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Benzingespräch mit Jens vom Brauck – JvB-Moto

Lange ist es her seit dem letzten Benzingespräch. Doch mit meinem heutigen Gesprächspartner Jens vom Brauck schliesst sich der Kreis zu meinem ersten Benzingespräch mit Peter Dannenberg von Urban Motor vor fast genau drei Jahren. Er nannte Jens vom Braucks Ducati Flat Red als eine seiner großen Inspirationen. Seitdem ist viel passiert, höchste Zeit, den Mann hinter den Bikes näher kennenzulernen.
Jens hat seine Werkstatt unweit der Kölner Messe, so bot es sich an, daß ich ihm nach einem langen Tag auf der Messe noch für einen Plausch einen Besuch abstatte.

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Auf der Rückseite eines alten Backsteingebäudes direkt am Rhein öffnet sich die große Stahltür, als ich um die Ecke komme. Jens tritt vor die Türe und steht neben seinem neuesten Bike, der blauen MT-07, die momentan auf allen Kanälen abgefeiert wird. Wir betreten die Werkstatt und ich stolpere erst einmal über die Ducati Pantah, Yamaha Vmax Infrared und Jens SR 500, die dicht an dicht nebeneinander stehen. Links in der Ecke parkt die XSR700, auf der Montagebühne steht eine zerlegte R nineT Scambler.

Was machst Du denn mit der R nineT Scrambler, die hier gerade zerpflückt in Deiner Werkstatt steht?
Die mach ich schön (lacht). Das ist mein erstes Projekt für BMW und hier siehst Du auch gleich, wie ich loslege. Bevor ich irgendwas mache, muss ich die Maschine erst fahren, um ein Gefühl dafür zu entwickeln. Dann versuche ich immer erst einen Proportionscheck zu machen und eine grobe Zeichnung, um für mich zu sehen ob das so hinkommt wie ich mir das denke. Beim Bauen kommen dann oft noch neue Ideen hinzu.
Bei der Scrambler weiss ich aber relativ genau, wie sie aussehen soll. Sie soll schon relativ zierlich sein, bis auf den fetten Motor. Und die Räder sollen auch sehr dominant werden. Die technischen Teile wie der Kardan werden herausstechen, aber der Tank und die Kotflügel werden klein.
An sich eine geile Sache, ich habe noch nie einen Boxer gemacht, das ist auf jeden Fall eine neue Herausforderung.
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Wie fand denn Deine Sozialisierung mit Motorrädern statt?
Ich glaube mit 14 bin ich das erste Mal auf dem Mofa eines Freundes gefahren und war sofort angefixt. Mein Vater war Kraftfahrzeugmeister und hatte eine Tankstelle. Er war schon ein Autofreak, wir sind immer zum Nürburgring zu den Formel 1-Rennen gefahren. Ich bin also schon sehr früh mit Motorsport, Autos und Krach in Berührung gekommen.
Einen 80er-Führerschein habe ich nie gemacht, weil ich es mir nicht leisten konnte. Stattdessen habe ich mir mit einem Freund eine alte 80er gekauft und sind nur bei uns im Panzergelände rumgefahren. Ich komme aus Iserlohn aus dem Sauerland, da gibt es Panzergelände, auf denen es geduldet war wenn man da rumfuhr.

An Motorrädern habe ich schon immer rumgeschraubt. Zehn Jahre lang habe ich ein Zigeunerleben geführt, habe irgendwo gejobbt und bin durch die Weltgeschichte gereist: Malaga, England, Mexiko, Australien.
Als 2001 meine Tochter geboren wurde, war ich dann eh‘ ein bischen durch mit diesem Lifestyle. Auf Dauer wollte ich dann mal etwas vernünftiges machen und habe dann angefangen, mein erstes eigenes Motorrad zu bauen. So einen richtig krassen Umbau um zu sehen, was man damit erreichen kann und ob man damit Geld verdienen kann.
So machte ich damals bei diesem Ducati Designwettbewerb mit. Schon als Kind habe ich immer so kleine Modelle gebaut, von Tamiya oder Revell. Den ganzen Kram hatte ich noch bei meiner Mutter im Keller liegen und habe dann aus diesen Modellen eine Ducati gebaut für diesen Wettbewerb. Und erstaunlicherweise habe ich das Ding dann auch gewonnen. Das brachte mir dann ein bisschen Aufmerksamkeit und darüber bin ich dann damals bei MZ gelandet. Christoph Baumgärtner, der Geschäftsführer, versuchte damals den Turnaround hinzubekommen. Ich hatte zwar etwas Feeling für Motorräder und wußte, wie so was aussehen muss, aber wie man eine Produktion dann auch umsetzt, das war eine richtig harte Schule für mich. Gerade mit den alten Ingenieuren, die da schon seit 50 Jahren saßen war es echt nicht so einfach, aber da habe ich auch eine Menge gelernt.
Danach habe ich dann mein eigenes Ding gemacht – mit Höhen und Tiefen. Seitdem ich mit Kedo zusammen die Teile produziere, läuft es eigentlich gut.

Was ist denn mittlerweile Dein Schwerpunkt, die Umbauten oder die Teile?
Ganz klar die Teile, ich mach mittlerweile auch keine Umbauten mehr. Es ist halt schwer zu kalkulieren. Bei einem Kit-Bike, für das du die Teile hast ist das noch zu kalkulieren. Aber wenn Du Einzelanfertigungen machst, ist es unglaublich schwer abzuschätzen, was das kostet. Vor allem, wenn es etwas spezielles werden soll und tief ins Design geht. Solche Sachen mache ich mittlerweile nur noch für große Firmen wie Yamaha oder jetzt BMW.
Roland Sands meinte mal zu mir, daß er nicht verstehen könne, wie Leute nur von Motorrädern leben. Wenn Du nicht Deine eigenen Teile machst, hast Du keine Chance. Das Teilegeschäft sorgt für das nötige Grundrauschen, damit man überhaupt in der Lage ist wieder was Neues zu machen.
So bin ich in der glücklichen Lage, beides machen zu können. Und die Scrambler hier ist jetzt eben auch gedacht als Promotionmotorrad für BMW, aber auch halt um mich in dieser Szene zu etablieren und aufzuzeigen, daß in der Richtung später auch Teile kommen.

Was sind die typischen Merkmale eines JvB-Umbaus? Welche Note versuchst Du Deinen Motorrädern mitzugeben?
Puh, da müsstest Du jemanden anders fragen. Bisher hatte ich das Glück, daß alle meine Umbauten Motorräder waren, die ich in der Basis schon geil fand. Das Bike muss auch immer mit mir sprechen und dann versuche ich das immer so zu bauen, wie es sich für mich anfühlt.
Generell versuche ich immer, das Motorrad möglichst minimalistisch zu bauen, so klar wie möglich. Auf jeden Fall kein Retro, man kann es vielleicht beschreiben als eine reduzierte Mischung aus modern und oldschool. Kein Industriedesign, es geht aber von der Formensprache schon so in die Richtung.

Ein Detail, was ich immer sehr auffällig bei deinen Umbauten finde ist der Tank. Angefangen bei der Flat Red über die Pantah bis hin zu Vmax Infrared, der Tank ist immer schmaler, flacher, enthält tolle Details und prägt die Gesamtlinie des Motorrades. Wäre es vermessen, dich als Tankfetischisten zu bezeichnen?
Ja klar, das ist auch ein bißchen meine Philosophie. Für mich ist das einzelne Teil überhaupt nicht wichtig. Natürlich gebe ich mir bei jedem Detail sehr viel Mühe. Aber das übergeordnete Ziel ist, daß es der Gesamteindruck harmoniert.

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Du baust nicht nur Motorräder, Du fährst Deine Umbauten auch selber und das nicht nur bei Sprintrennen wie die Flat Red 2 vor zwei Jahren am Glemseck. Du bist mit der Triumph Scrambler über die Pyrenäen, mit Deiner Ducati 750 SS von Köln nach Biarritz und nach Monthléry und mit Deiner Super Seven durch die Vogesen gefahren.
Das finde ich auch echt quatsch, ein Motorrad zu bauen, das Du nicht fährst. Du brauchst eine Karre, die auch funktioniert und die auch Laune macht beim fahren. Gerade die 750 SS macht einen Riesenspaß, auch wenn sie unbequem zu fahren ist. Das Motorrad habe ich auch nur für mich gebaut, damit ich die Pantah verkaufen kann, damit das nicht so weh tut.

Gibt es für Dich eine gewisse Gewichtung zwischen Performance und Fahrbarkeit auf der einen Seite und Design oder Aussehen auf der anderen?
Beides ist mir gleich wichtig. Ich suche mir schon immer Motorräder aus, die gut fahren. Wenn das dann auch top aussieht, müsste ich ja nichts mehr machen. Aber die meisten Maschinen sind komplett überdesignt, da geht es dann viel um Reduktion. Daher suche ich erstmal nur Motorräder die geil sind, die zu mir sprechen, sich gut fahren und Laune machen.
Meine Gewichtung ist ganz klar Design und Ergonomie. Um Technik kümmere ich mich kaum. Klar, bei der MT habe ich das Fahrwerk fit gemacht und andere Räder oder Reifen draufgemacht. Aber ich gehe jetzt nicht hin und verbaue andere Gabeln oder schweisse den Rahmen um. Das ist auch garnicht meine Stärke. Ich finde die modernen Motorräder mittlerweile auch alle so top, daß man das nicht braucht.

Ein älteres Zitat von Dir anläßlich der Vorstellung der D-Track vor 5 Jahren: „Moderne Motorräder sind viel zu vernünftig und emotionslos geworden. Es geht um das Gefühl. Es geht um den Sound, den Rhythmus des Motors, um den Kontakt zur Maschine, so pur und ungefiltert wie möglich. Moderne Motorräder sind viel zu vernünftig und emotionslos geworden.“ Im Rahmen des Yard Built-Programms baust Du neue Motorräder um, ist das ein Widerspruch zu Deinem Statement von damals? Oder hat sich an der Motorradindustrie etwas geändert?
Das hat sich definitiv gebessert. Mittlerweile haben das auch die Hersteller verstanden, daß man in die Richtung gehen muss. Was bis vor 6-8 Jahren passiert ist, war ja gruselig. Die Motorräder wurden immer perfekter, aber auch immer langweiliger. Schau Dir die R nineT hier an, bei BMW wäre das Bike vor zehn Jahren nicht möglich gewesen. Da hat auf jeden Fall ein Umdenken stattgefunden. Trotzdem haben die Hersteller noch immer unheimlich viele Restriktionen, die können nicht das machen, was ich machen kann. Und das ist meine Chance. Für mich ist es ok, wenn ein von mir modifizierter Tank nur 12 Liter fasst oder das kurze Schutzblech bei schlechtem Wetter keinen optimalen Spritzschutz bietet. Für den Großserienkunden geht das aber nicht.

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Als regelmäßiger Dauergast in Biarritz, Monthléry und am Glemseck. Was hat Dich da die letzten Jahre am meisten bewegt?
Die Szene ist offener geworden. Früher musstest Du in einer Nische unterwegs sein. Als ich meine erste Ducati – die Flat Red – gebaut hatte, war das für die Ducati-Leute ein kompletter Faux-Pas, weil Du mit der gar nicht auf die Rennstrecke gehen konntest wegen der mangelnden Bodenfreiheit. Für die Chopperfraktion ging der Umbau auch nicht, weil die Maschine keinen Harley-Motor hatte. Damals waren diese Szenen noch viel verkrusteter. Mittlerweile ist das aufgeweicht, was dafür sorgt, daß eine stärkere, gegenseitige Befruchtung stattfindet. Es kamen auch viele Skater- und BMX-Leute hinzu, die auch frischen Wind in die Szene gebracht haben. Da ist schon eine Menge passiert.
In den letzten ein, zwei Jahren habe ich nicht mehr so viele, neue Impulse gesehen. Natürlich geht jetzt auch die Industrie in diese neue Custom-Szene rein. Ich profitiere ja auch davon durch die Kooperationen mit Yamaha oder BMW, aber einer Underground-Szene tut das natürlich nicht so gut. Vielleicht ist die aktuelle Retro-Welle auch in ein, zwei Jahren wieder tot. Auf jeden Fall hat es viele Leute inspiriert, da mit zu machen. Von den Leuten, die sich jetzt neu oder wieder mit dem Motorrad beschäftigen, werden sicher hängenbleiben.
Modelle wie die MT-07 oder die XSR700 werden ziemlich viel Zukunft haben, wenn Du die bißchen knackig machst. Die fahren so unglaublich gut, machen viel Laune und sind billig. Um Spaß zu haben braucht eigentlich keine Sau mehr als so ein Motorrad. Darin sehe ich die Zukunft. In einem minimalistischen, einfachen Motorrad ohne viel Schnickschnack. Und das kapieren auch die Hersteller, wenn Du Dir zum Beispiel Husqvarna anschaust.

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Die Super Seven-Umbauten bekommen sehr viel Aufmerksamkeit derzeit, zuletzt die MT-07. Wie wichtig ist Dir die Meinung anderer? Wenn jedes Deiner Umbauten auf BikeExif landet, wird das Routine?
Das freut mich immer noch total. Und ich muss die Sachen ja auch promoten und Teile verkaufen, schliesslich lebe ich davon. Ich brauche aber auch das Feedback und lese mir die Kommentare durch um zu prüfen, ob ich mit meinen Gedanken auch durchkomme. Oder ob ich der einzige bin der so denkt oder fühlt.

Nach über 10 Jahren Motorrad-Customizing, hast Du dann nicht Bock auf was komplett anderes? Was motiviert Dich, jeden Tag wieder in die Werkstatt zu fahren?
Och, eigentlich nicht. Was mich in der Vergangenheit zum Teil sehr gestresst hat, waren die Motorräder im Kundenauftrag. Da hast Du schwierige Leute, Dinge, die nicht richtig funktionieren oder Du kommst mit Deiner Kalkulation nicht hin. Später kommen die Leute dann wieder, weil ein Blinker abgebrochen ist und machen ein Riesentheater… das bringt Dich auch nicht weiter. Deshalb bin ich froh, daß das Teilegeschäft jetzt gut funktioniert. Dadurch kann ich neue Dinge machen, die mich auch selber kicken und motivieren. Wie dieses BMW-Projekt hier, da habe ich tierisch Bock rauf. Eigentlich hätte ich mir schon viel früher eine BMW holen und für die Teile entwickeln sollen. Wirtschaftlich wäre das die deutlich bessere Option gewesen, aber ich war so heiss auf diese Yamaha.
Um auf Deine Frage zurück zu kommen: ich muss schon immer kucken, daß ich Sachen mache die mir selber einen Kick geben um nach über 15 Jahren Motorrädern die Motivation aufrecht zu erhalten.

Jens, vielen Dank für das Gespräch und Deine Zeit!

Nach unserem Gespräch stehen wir vor der MT-07 und ich taxiere aufmerksam die Details des Umbaus. Irgendwann fragt Jens: „Bist Du die denn schon mal gefahren?“ „Nö!“ „Hier, mein Helm, meine Handschuhe, Schlüssel steckt, fahr doch mal ne Runde!“ Und schwupps, fand ich mich auf einer BRAAAAAAAP-Runde durch Köln wieder.

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WAS. FÜR. EIN. GEILER. HOBEL. Ich bin Moppeds gefahren mit der dreifachen Leistung. Ich bin Moppeds gefahren, die leichter waren. Aber die Kombination von Spritzigkeit, Handling, Anzug wie die MT-07 hat noch kein Motorrad erreicht, das ich bis jetzt gefahren bin. Das ging nicht nur mir so. Sondern auch allen meinen drei Kumpels, die die Chance hatten, Jens MT oder XSR zu fahren.

Und das beste? Jens hat seine MT fast nur optisch verbessert und etwas leichter gemacht. Das Basispaket ist aber immer noch die Serien-MT. Mehr Mopped braucht kein Mensch zum Spaß haben, sagte Jens oben im Interview. Nuff said! Und wenn man sich jetzt mal in den Onlinebörsen nach gebrauchten MT-07 umschaut, bekommt man die in anständigem Zustand für unter 5.000€. Knaller! Da hat man noch den einen oder anderen Taler übrig, die man in Jens Webshop ausgeben kann.

Silent Alarm: Custom Harley LiveWire von JvB-moto

Wenn es einen Custombike-Bauer gibt, dessen uneingeschränkter Fanboy ich bin, dann ist es Jens vom Brauck. Er hat in all den Jahren schon die unterschiedlichsten Bikes umgebaut, von einer frühen Ducati Pantah über eine Yamaha Vmax oder BMW RnineT Scrambler. Seine MT-07 ließ er mich Probe fahren was dazu geführt hat, dass ich mir eine kaufen und mit seinem Kit komplett umbauen musste.

Sein am Industrial Design orientierter Stil zeigt klare Linien, seine Umbauten sind drahtig ohne überflüssige Ornamentik und er schafft es bei all den unterschiedlichen Basisbikes immer, seine Handschrift klar ins Bike zu massieren. Der runde Frontscheinwerfer steht jedem Bike gut, matte, gut abgestimmte Farbgebungen unterstreichen die Gesamtoptik.

Und jetzt das: der erste Custom-Umbau einer Harley-Davidson Livewire.

Zum Vergleich hier das Original:

Schlecht sieht sie ja nicht aus, aber schaut Euch den Umbau mal im direkten Vergleich an:

In vielen Punkten ist die „Silent Alarm“, wie Jens das Bike taufte, präziser im Design, ausdefinierter und ausgewogener. Wirkt im Original die Sitzbank fast etwas zu leicht ist beim Umbau hier ein viel besseres optisches Gleichgewicht vorhanden, verbunden mit einer sehr viel klareren Linie.

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Intermot 2018

Alle zwei Jahre wieder findet die Intermot in Köln statt und so machte ich mich gemeinsam mit Sandra von http://bike-addicted.de/ auf den Weg, die Neuheiten bei Motorrädern und Zubehör unter die Lupe zu nehmen. Bei den Motorrädern zumindest waren der wirklichen Premieren sehr wenig vorhanden, wie fast jedes Mal sparen sich die Hersteller die großen Neuheiten zur EICMA auf, die wenige Wochen später in Mailand stattfindet.

Hier also unser kleiner, digitaler Messerundgang in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

BMW

Deutlich reduziert war der Messestand von BMW Motorrad und die Neuheiten waren bereits seit Wochen in der Presse. Die BMW R1250 GS ist das neue Flagschiff der BMW Reiseenduros. Optisch nur dezent verändert, steckt die wahre Innovation im Motor. Ein kleines Hubraum-Upgrade sorgen nun für eine Leistung von 136 PS bei 7.750 Touren leistet und ein sattes Drehmoment von 143 Newtonmetern bei 6.250 Touren. Diese Mehrleistung soll bei weniger Spritzverbrauch erreicht werden. Durch eine „Shift Cam“ genannte Technik, werden über zwei variabel eingesetzte Nockenwellen die Variierung der Ventilsteuerzeiten und des Ventilhubs auf Einlassseite erreicht. So wird eine optimale Steuerung bei Teil- und Volllast erreicht.

Den gleichen Antrieb erhält auch die R1250 RT. Und das wars auch schon mit den Neuigkeiten bei den Bajuwaren. Neue Lackierungen für diverse Modelle mal ausgenommen.

Custombikes

Die Custombikes standen vor allem in Halle 10.1 in sehr unterschiedlicher optischer Güte und Machart.

Einer der schönsten Umbauten aus meiner Sicht war dieser cleane Flat Tracker von Hombrese Bikes. Aber auch Mellow Motorcycles beweist mal wieder ihren guten Geschmack:

Hersteller wie BMW oder Indian gönnten sich einen Zweitstand, um ihre eigenen Custom-Modelle auszustellen. „Custom ist das neue Stock“, las ich diese Woche ein einer Online-Diskussion und da ist was dran. Die Zubehörkataloge vieler Hersteller wachsen, heißen „Option 719“ bei BMW oder „Inspiration Kits“ und hier kann man schon ab Werk so ziemlich alles umkonfigurieren, was das Herz begehrt.

Wer aber immer noch selber Hand ans Bike anlegt, der findet zum Beispiel bei BERHAM Customs qualitativ hochwertige Teile, z.B. für die Zweiventilboxer von BMW.

Aber gerade bei diesen Modellen muss ich gestehen, daß ich mich dran satt gesehen habe. Zu inflationär waren die Umbauten auf dieser Basis in den letzten Jahren und zu uniform die Ergebnisse. Vor allem wenn man wie beim Walzwerk da fast ne Serienproduktion draus macht.

Balsam für mein Auge waren dann wieder Jens vom Braucks Bikes auf dem Kedo-Stand. Ich stehe einfach auf seinen Stil, da bin ich Fanboy.

Ducati

Bei den Italienern gab es ein Facelift für die Scrambler-Baureihe, optische Nettigkeiten und neue Lackierungen. Aber auch jetzt mit Kurven-ABS. Ich finde es aber erstaunlich, daß Kleinigkeiten wie „uuuh, wir haben jetzt LED-Blinker..“ ernsthaft in einer Pressekonferenz auf der Bühne erwähnt werden.

Der Panigale V4 konnte ich bei der Gelegenheit auch mal tief in die Augen sehen.

Fantic

ENDLICH! Endlich konnte ich mal ein Fantic Cabellero 500 aus der Nähe sehen und Probe sitzen.

Leider ist der Markteintritt dieses schönen Scramblers immer wieder Verzögerungen unterworfen. Gerade bei der 500er sollen es Probleme mit dem Auspuffsystem gewesen sein, die jetzt aber vom Zulieferer Arrow gelöst worden sind. In ein paar Wochen soll diese Schönheit auch in Berlin beim Händler stehen und dann ist eine Probefahrt so was von fällig!

Die Qualitätsanmutung und die Ergonomie passen auf jeden Fall schon mal.

Husqvarna

Die Husqvarna 401 Svartpilen und Vitpilen sowie die 701 Vitpilen sind schon mal gut am Markt angekommen. Und der nächste Knaller stand in Form des Prototypen der 701 Svartpilen auf dem Messestand der Schweden. I like!

Indian

Die großer Premiere bei Indian war nicht das oben gezeigte, schön gemachte Custombike von Anvil Motocyclette, nein, es war die FTR1200. Den Prototypen konnte ich schon am Glemseck aus der Nähe sehen und hören, das hier war dann endlich die Serienversion. Gute Proportionen, komfortable Sitzposition und der Motor is von der Papierform wahrlich kein Schwächling. Endlich ein ernstzunehmendes Bike jenseits der barocken Fulldresser und Cruiser. Und die Tatsache, daß die Weltpremiere in Europa stattfand, sagt glaube ich einiges über den Zielmarkt der Amerikaner.

 Aber jetzt mal unter uns Gebetsschwestern: was ist denn mit dem Auspuff passiert? Welcher Brotkastenhersteller wurde denn hier als Zulieferer verpflichtet? Naja, die Aftermarket Parts werden es schon richten.

Der Sitzvergleich zur Scout zeigte schon mal, daß ich auf diesem Bike keine 10 Kilometer fahren könnte, ohne das mir der Hintern einschliefe.

MotoGuzzi

Eine weitere Weltpremiere auf der Intermot war die MotoGuzzi V85 TT. Der 850 Kubik-Motor liefert 80 PS ab und soll so für angenehmen Reiseenduro-Vortrieb sorgen. Optisch fand ich sie eher gewöhnungsbedürftig, zumal in der rot-weiß-gelben Lackierung. Bezeichnenderweise war sie nur von alten Männern umlagert, so daß ich nicht mal ein anständiges Foto machen konnte.

SOL

Die SOL Pocket Rocket stand schon am Glemseck rum. Spannendes Konzept, mehr dazu hier:

Suzuki

Bei Suzuki gab es die zweite Weltpremiere der Messe, mit der Katana kehrt eine Ikone zurück. Technisch basiert sie auf der GSX-S1000, optisch leugnet sie ihre Herkunft nicht.

Die Präsentation war allerdings an Langeweile nicht zu überbieten. Ich kann verstehen, daß bei so wichtigen Neuerungen irgendwelche wichtigen und leitenden Angestellten von Suzuki zum Zuge kommen wollen oder müssen. Aber wenn die dann von vier Telepromptern ablesen und dabei versuchen emotional zu wirken dann kann das nur nach hinten losgehen.

Triumph

Triumph schloss den Reigen der Pressekonferenzen am Fachbesuchertag. Präsentiert wurden die neuen Street Twin und Street Scrambler. Die Motoren leisten nun 10 PS mehr und verzögert wird vorne nun mit Vierkolben-Bremssätteln von Brembo. Ebenso verfügen die Modelle nun über unterschiedliche Fahrmodi Road und Rain.

Schmerzlich vermisst wurde die neue 1200er Scrambler, die gibt es erst in ein paar Wochen auf der EICMA. Aber wenigstens war die Pressekonferenz kurzweilig.

Vespa

Ja, man kann bei Vespa immer noch 9.000€ für einen 125er Roller ausgeben. Jetzt sogar in rot.

Yamaha

Die kleine Sandra möchte gerne aus dem R1-Spieleparadies abgeholt werden.

Hier geht es weiter zu den Messe-Eindrücken bei Kraftrad.com. Drüben bei Instagram haben Sandra und ich noch einige Bilder mehr gepostet.

Fazit: wegen der neuen Motorräder muss man nicht zur Intermot, dann lieder zur EICMA. Schön ist es immer noch, die Bikes mal allesamt aus der Nähe zu sehen und Probe zu sitzen. Aber das wichtigste war, bekannte Gesichter wieder zu sehen und neue Leute kennenzulernen. Die Pressekonferenzen der Hersteller haben keinen wirklichen Neuigkeitswert, die letzten Absatzzahlen kann man sich auch online nachlesen und von den neuen Bikes, wenn mal wirklich welche vorgestellt werden, sieht man auf der PK vor lauter Gedränge eh nichts.

Glemseck101 – Ausgabe 13

Seit 13 Jahren treffen sich nun am Glemseck Anfang September Motorrad-Enthusiasten aller Couleur. In all den Jahren hat es sich zu einem der bedeutendsten Custombike-Event Europas entwickelt. Und ich war noch nie da weil es irgendwie immer mit dem Geburtstag meines Sohnes oder meinem kollidierte. Scherzhaft habe ich einmal Jörg Lietzenburger gefragt, ob er mir zuliebe das Event mal um eine Woche nach hinten schieben möchte. Er lachte verschmitzt.

So verfolgte ich das Event immer aus der Ferne. Doch mittlerweile sind die Kinder größer und kurzerhand plante ich einen Familienausflug ans Glemseck. Zu meiner großen Freude tat es mir mein Co-Author HZ gleich und wir trafen uns am Samstag vor Ort.

Obwohl wir früh ankamen, war schon einiges los. Entlang der Landstrasse reihten sich die Stände von Customizern, Ausrüstern und Motorradherstellern. Das erste Highlight war der Stand von Honda, die gleich mehrere spektakuläre Umbauten mitgebracht hatten:

  • eine CB1000 R, die der fünffache MotoGP-Weltmeister Mick Doohan bei den Sprintrennen pilotierte,
  • wunderschöne Umbauten einer CX500 und einer CB750, sowie
  • ein toller Money-Umbau von Dirk Oehlerking sowie eine sehr elegante Goldwing GL1000

Im Indian-Zelt freute ich mich über ein Wiedersehen mit Ola Stenegärd, der seinen Sohn Isaac mitgebracht hatte. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, Isaac ist ein toller Jungdesigner, schaut Euch mal seinen Instagram-Kanal an. Vor uns stand der Prototyp der Indian FTR1200 und unter dem Bike lag Roland Sands und schraubte noch an Details.

Das wird auf jeden Fall ein Hammerbike. Ordentlich Druck hat sie auf jeden Fall, FUEL-Herausgeber Rolf Henniges hatte beim Showrun alle Hände voll zu tun, das Vorderrad unten und das Hinterrad in der Spur zu halten.

Es war wirklich ein schönes Familientreffen der Motorradgemeinde. Nach und nach trafen wir Axel Budde von Kaffeemaschine, Jens vom Brauck von JvBmoto, die Craftrad-Crew und natürlich den fahrenden Zirkus der „Sultans of Sprint“. Der Gründer Sebastian Lorentz war gerade gemeinsam mit dem Zeremonienmeister Andreas Straschewski dabei, die Startpaarungen für den Sprint auszulosen. Ich plauschte kurz mit Jens Kuck, der schon sehr hibbelig war, da er die spektakuläre Yamaha von Workhorse Speedshop pilotieren durfte. Nicht ganz so fröhlich war Ralph Schmuck, denn seine überarbeitete Moonraker hatte beim Warmlaufen ohne Last kurzerhand ein Ventil ausgespuckt. An einen Start war nicht mehr zu denken, aber mit seinem sonnigen Gemüt nahm er es mit Humor.

Der Höhepunkt des Nachmittages waren auf jeden Fall die Sprintrennen in verschiedenen Klassen. Am lustigsten war es auf jeden Fall bei den Sultans of Sprint, nicht zuletzt dank der sensationellen Moderation von Andi „Baba“ Straschewski. Normalerweise sind die Hamburger ja eher zurückhaltend, aber meine Herren kann der Typ quatschen. Großer Spaß.

Genug Action war in den Rennen allemal geboten. Der Sound der von Amelie Mooseder pilotierten VTR Customs Spitfire war erste Sahne, ein feiner Duft von Lachgas lag in der Luft und Rolf Reick von Krautmotors verdiente sich ein Fleißbienchen, weil er irgendwie dauernd auf der Strecke war. Am Ende gewann das italienische Team der South Garage mit ihrem Ducati-Umbau „The Superhero“, was in kollektivem Ausrasten aller Beteiligten resultierte.

Am Abend wurde hart gefeiert, die Jungs von Vibrazioni Art Design feuerten auf sehr rustikale Art und Weise den Grill an, Roland Sands fräste hinter dem Zelt noch ein paar Donuts mit der Indian auf die Wiese und die CURVES schmissen eine Tombola. Herrlich, endlich normale Menschen.

Glemseck, wir kommen wieder.

Die komplette Galerie unserer Glemseck-Bilder findet ihr drüben bei Facebook.

 

Jahresrückblick 2017

Seit fünf Jahren besitze ich den Motorradführerschein und ebenso lange existiert dieses Blog. Und wen ich auf diese – zugegebenermassen sehr kurze Zeitspanne – zurückblicke, kann ich nur sagen: what a ride! Ich hätte mir nicht träumen lassen, daß ich über das Motorrad fahren so viele neue Leute kennen lernen und Freunde gewinnen würde. So viele neue Ecken Deutschlands und Europas habe ich auf dem Zweirad erobert und ganz anders wahrgenommen und in mich aufgesogen, als es beispielsweise mit dem Auto möglich gewesen wäre.
Dieses Jahr war schon ein besonderes. Denn so viel erlebt wie in den letzten 12 Monaten habe ich mit und auf dem Motorrad bislang noch nicht.

Hustle mit der Honda

Mit meiner kleinen Honda CJ250T verband mit eine Hassliebe. Wenn sie lief, war es ein großer Spaß mit ihr durch die Gegend zu tuckern und vor allem mit den Berlin Café Racern kleine und große Ausfahrten zu machen. Doch leider lief sie seltener, als mir lieb war. Gefühlt habe ich den kompletten letzten Winter mit der Tankrevision verbracht und immer wieder fand sich ein Leck, aus dem der Sprit rauspieselte. Die Kupplung wollte auch in den seltensten Fällen so wie ich, zumindest an der Elektrik konnte ich kleinere Dinge machen. Den geplanten Heckumbau ließ ich dann komplett sein und verkaufte sie letztendlich Ende November an einen netten Polen aus Stettin, der ihr hoffentlich die Liebe geben kann, die sie verdient hat. Knapp zwei Jahre nannte ich die CJ dann mein Eigen. Dank ihr habe ich viel über alte Motorräder gelernt und habe auch vor Augen geführt bekommen, wo derzeit noch meine persönlichen Beschränkungen liegen, wenn es um den Motorrad-Umbau geht.

Gipfelstürmen auf der Tour des Grandes Alpes

Das erste Halbjahr stand im Zeichen der Tourvorbereitungen. Meine Vorfreude und mein erwartungsvolles Gehibbel habe ich ja leidlich hier im Blog dokumentiert. Ende Juni ging es dann für acht Tage auf Tour. Bei Yamaha durfte ich meinen fahrbaren Untersatz in Form einer Tracer 900 abholen und machte mich mit ihr auf den Weg, unterwegs erstmal alle Mitfahrer einzusammeln. Wir erlebten sensationelle Tage in den französischen Seealpen, genossen atemberaubende Gipfelpanoramen und die gemeinsame Zeit auf Tour. Bis heute zehre ich von den Eindrücken, das war wirklich unbeschreiblich. Gleichzeitig macht es einem auch die Tourplanung für 2018 nicht einfacher, denn wie will man das toppen?

Testen, testen, testen

Neben der Yamaha Tracer durfte ich noch einige weitere Motorräder erfahren und testen. Den Großteil davon auf dem Honda Pressetag im Mai, auf dem ich mich ausgiebig durchs Sortiment der Japaner testete und die Spessartsträsschen unsicher machte. Große Liebe hatte ich vor allem für die kleine Honda MSX125, die ich dann im Sommer nochmal zwei Wochen durch den Berliner Großstadtverkehr scheuchen durfte.
Ende September kam dann der Oberknaller: BMW Motorrad lud mich ein zur Weltpremiere der neuen BMW G310 GS nach Barcelona. Zwei Tage tolle und spannende Menschen treffen, Motorräder fahren und drüber quatschen, Kurven jagen in wunderschöner Umgebung und noch neue, interessante Bekanntschaften machen.

Das neue Pferd im Stall

Der Platz des „ausgewachsenen“ Motorrads in meiner Garage war seit dem Verkauf meiner F650 GS im letzten Jahr vakant. Fast ebenso lange spukt mir eine Maschine im Kopf rum: seit ich bei Jens vom Brauck zu Besuch war und seine Super Seven testen durfte, stand eine Yamaha MT-07 ganz oben auf meiner Shopping-Liste. Im Herbst diesen Jahres wurde ich dann fündig und konnte eine gebrauchte MT-07 in extrem guten Pflegezustand erbeuten. Leider kam ich bislang viel zu wenig zum Fahren mit ihr, aber das wird sich 2018 definitiv ändern. Über den Winter versuche ich erstmal die paar begonnenen Modifikationen an der Front abzuschliessen. Und wenn ich dann meinen Führerschein wieder habe (hüstel), werden nicht nur ein paar Touren nach Brandenburg auf dem Zettel stehen. Ein paar Wochenendtouren ins Riesengebirge, Erzgebirge, den Thüringer Wald oder in den Harz müssen schon drin sein.

12 von 12 Jahreshighlights auf Instagram

Drüben bei Instagram habe ich seit ein paar Tagen die individuellen Jahreshighlights zusammengetragen. Als da wären:

Danke!

Danke an alle Mitleser, Kommentatoren, Facebook-Liker und Twitter-Retweeter. Danke an meine sensationelle Kettenritzel-Crew: es ist mir jedes Jahr eine besondere Freude, mit Euch unterwegs zu sein. Danke an Yamaha, Honda und BMW für die Unterstützung. Danke an meine Familie für Eure Geduld mit meinem Hobby (Sohn I und II melden langsam Anspruch auf den Soziusplatz bei der nächsten Tour an, hihi).
Ich freue mich auf ein tolles, kurvenreiches 2018 mit Euch!

Das neue Pferd im Stall – meine Yamaha MT-07

Seit ich im letzten Jahr meine BMW verkauft hatte, war ich auf der Suche nach einem Nachfolger-Motorrad. Die Honda war zum cruisen in der Stadt ok, aber Performance geht anders. Als ich Jens vom Braucks Super Seven Probe fahren durfte, war ich schon derbe angezeckt und eine MT-07 stand auf meiner Shoppingliste. Neben einer Honda Dominator und einer Fantic Caballero 500. Also Enduro / Scrambler gegen Naked Bike, 44 gegen 75 PS. Nach monatelangem Rumlungern in allen relevanten Onlinebörsen entscheid ich mich für das Plus an Fahrspaß. Mein ursprünglicher Favorit war die MT in Competition White, aber dann kam ich auf das Matt Grey, welche der Maschine wirklich sehr gut steht.
Von den Fahrleistungen war alles zu haben, von gerade mal eingefahren bis schon knapp an die 30.000 km auf dem Tacho. Letztendlich fündig wurde ich bei einer Maschine in Niedersachsen, die nicht mal 10.000 auf der Uhr hatte und auf den Bildern so aussah, als hätte sie den Schauraum beim Händler nie verlassen. In natura bestätigte sich der Eindruck und für einen anständigen Preis wurden wir uns handelseinig. Am Freitag abend ritt ich die Maschine dann nach Hause über die A2 in den neuen Berliner Stall.



Autobahnschrubben gehört jetzt nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten, aber die Yamaha machte es einem wirklich einfach. Der Antritt ist aus allen sechs Gängen der Knaller, das Handling ist sensationell und auch bei 205 km/h Spitzengeschwindigkeit liegt sie satt auf der Bahn.
Auch wenn das Puig Windschild einen guten Job bei höheren Geschwindigkeiten machte, musste es wieder runter. Optisch war es nicht gerade schmeichelhaft. Ebenso ab ging der SW Motech Evo Tankring sowie die Seitenverkleidungen des Wasserkühlers. So entspricht sie schon eher meinen optischen Vorstellungen:



Ein bisschen shoppen gehen werde ich demnächst bei Kedo, der Vorderradkotflügel und die Lampenmaske von JvB moto werden dann demnächst die Front der MT zieren.


Ob es ein Zufall ist, dass die MT-07 mein siebtes Zweirad ist? Ich freue mich auf jeden Fall auf viele gemeinsame, landstrassenräubernde Kilometer und ein dickes Grinsen unterm Helm. Yeeehaw!

JvB-moto R nine T Scrambler

Als ich Jens letztes Jahr im September in seiner Werkstatt besuchte, stand da eine zerpflückte BMW R nineT Scrambler. Wir sprachen neben all seinen bereits fertiggestellten Umbauten auch über dieses aktuelle Projekt. Und nun ist sie fertig und wird dieses Wochenende in Monza beim Cafe Racer Festival „The Reunion“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
Vorher:

Nachher:

Für BMW Motorrad ist es die erste Zusammenarbeit mit Jens vom Brauck. Zum ersten Mal wurde ein Scrambler nicht nur neu lackiert und um ein paar Anbauteile erweitert, sondern völlig verändert. Insgesamt macht das Bike nun einen schmaleren Eindruck, dafür kommt der große Motor besonders gut zur Geltung. Um den Scrambler genau seinen Vorstellungen entsprechend zu customizen, hat Jens volle acht Monate lang überlegt, gezeichnet und geschraubt. „Die größte Herausforderung war der Tank“, erklärt er, „er ist viel schmaler und sechs Zentimeter kürzer, als das Original. Das verändert das Fahrgefühl völlig, weil der Fahrer viel weiter vorne sitzt.“



Auch Ola Stenegard, Head of Vehicle Design bei BMW Motorrad, fällt ein durchweg positives Urteil: „Jens hat unseren R nineT Scrambler nach seinen ganz eigenen Design-Vorstellungen umgebaut und ihm damit einen völlig neuen Ausdruck verliehen. Ich bin froh, dass wir Jens für uns gewinnen konnten und denke, dass es bestimmt nicht die letzte Zusammenarbeit war.“





Nach der „Reunion“ wird das Bike auf weiteren Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Bike Shed (27./ 28.5.), Wheels & Waves (14.-18.6.), BMW Motorrad Days (7.- 9.7.), Pure & Crafted (26.- 27.8.) und Glemseck (1.- 3.9.) zu sehen sein.

Jahresrückblick 2017

Das Jahr geht zu Ende und wie immer hätte man mehr Motorrad fahren können. In diesem Jahr war es aber besonders schlimm. Die Motorradtour war nur ein Wochenende lang. Die BMW stand sich die Reifen eckig, die Honda war die meiste Zeit unpässlich, nur die Vespa wurde als daily driver ihren Muli-Aufgaben gerecht.
Doch alles der Reihe nach.
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Im Januar passierte nicht viel, ich blickte kurz zurück auf den kleinen Ausflug in den Sand mit der GS, den ich kurz vor Silvester noch unternommen hatte.
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Die ersten Gedanken zum Umbau der Honda machte ich mir im Februar. Es kommt nun vieles anders als damals gedacht. Letztendlich habe ich für mich gelernt, daß man bei Umbauten nichts überstürzen sollte, sondern seine Gedanken erstmal reifen lassen soll, bevor man kurzerhand in Hektik verfällt. Vieles, was ich an der CJ damals ändern wollte ist für mich jetzt für den Charakter der Maschine wichtig wie die Original-Instrumente oder der Auspuff.
Ebenso plante ich ausführlich an einen Motorradtrip durch Kalifornien und Nevada herum, der dann doch nicht zustande kam. Das schöne aber an den Plänen: man kann sie auch noch später realisieren. An der Route wird sich nicht viel ändern, an den Vorbereitungen vielleicht ein bisschen was.
Nach langer Pause fanden auch die Berliner Motorradtage wieder statt.
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Die mechanische Instandsetzung der Honda beschäftigte mich ab März häufiger, als mir vielleicht lieb war. 
Die erste, kleine Wochenendausfahrt zog mich in die Uckermark, wobei ich fast nicht hingefunden hätte. Nachts, im Regen, ohne Navi und Handy.
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Ein Motorrad sollte mich in diesem Jahr ausführlicher beschäftigen, nämlich die Yamaha XSR700 / MT-07. Im April stellten die Jungs von Bunker Custom einen sehr schönen Enduro-Umbau vor, der meiner Meinung nach mit den Umbauten von Jens vom Brauck das beste Custombike auf dieser Fahrzeugbasis darstellt. In diesem Kontext sinnierte ich auch ein wenig über zukunfts- oder vergangenheitsgewandtes Motorraddesign.
Die Tourenplanung für den Alpenblitz 2016 stellte ich Euch ebenfalls vor, die ich zum großen Teil mit dem tollen Planungstool von kurviger.de umgesetzt hatte. Das man auch auf kleinen Hügeln Spaß haben kann, fand ich beim Trialkurs in Jüterbog heraus.
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Im Mai war erstmal das Anrollern angesagt.  BMW Motorrad überraschte auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este mit der R5 Hommage. Bei meiner Honda kümmerte ich mich um Vergaser und Benzintank und unternahm eine erste „größere“ Ausfahrt nach Finowfurt.
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Der Juni brachte ein paar kleinere Touren in die Ostpriegnitz und die Uckermark. Generell sollte man viel öfter in die Uckermark fahren, Landschaft können sie da besonders gut und es gibt auch ein paar kleinere Kurven sowie Bergauf-  und Bergabpassagen.
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Auf den BMW Motorrad Days im Juni präsentierten die Bender-Brüder ihre Benduro auf der Basis der BMW R nineT, eine wirklich beeindruckende Maschine mit einem Fahrwerk vom Feinsten.
Ich durfte das erste Mal auf einer BMW S1000RR Platz nehmen.  Nicht nur das, ich durfte sie auch zum Alpenblitz 2016 ausführen.
Abschied nehmen hieß es dann in Berlin von meiner BMW F650 GS. Nach vier Jahren und 16.000 gemeinsamen Kilometern gelang mir das kleine Kunststück, sie zu einem höheren Preis zu verkaufen als ich sie damals gekauft hatte. Warum ich sie verkaufte? Zum einen hatte ich kaum mehr Gelegenheit, sie regelmässig zu bewegen, zum anderen wollte ich Raum für etwas Neues machen. Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, was dieses Neue sein soll.
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Das Jahres-Highlight unserer gemeinsamen Alpentour schaffte ich dann im August ausführlich in Reisebericht und Video zu dokumentieren.
Währenddessen feierten die Petrolettes bei ihrem ersten Frauen-Motorrad-Festival in Berlin ordentlich ab.
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Was ich beim Motorrad fahren immer sehr schätze sind die Begegnungen mit interessanten Menschen. Beim Alpenblitz traf ich Rolf Lange nach langer digitaler Bekanntschaft das erste mal in Fleisch und Blut, Grund genug für ein kleines Portrait. Der Blogkollege Griesgram kam im Rahmen seiner Roadblog-Aktion im September nach Berlin für eine gemeinsame Ausfahrt.
Das schöne Herbstwetter an diesem Wochenende nutzte ich für eine kleine Spritztour durch Berlin, ebenso genossen wir es auf dem Distinguished Gentlemans Ride, bei dem Stefan und ich die Distinguished Sanitäter gaben.
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Mit der Honda war ich über den Sommer hinweg beleidigt. Weil sie nicht lief, dauernd rumzickte und überhaupt. Ich hatte sie schon zum Verkauf inseriert bis ich mich im Oktober eines besseren besann und mich entschloss, ihr und mir eine zweite Chance zu geben.
Die Ausfahrt zum einjährigen Jubiläum der Berlin Café Racers verpasste ich, weil ich an dem Wochenende ein Event auf Sizilien betreuen musste. Aber wenn man schon mal auf dem Ätna herumgurkt, kann man auch zumindest in Gedanken eine Motorradtour dort planen.
Der Besuch auf der Intermot gehörte auch zum Pflichtprogramm und ich schaute mir dort die Neuvorstellungen sowie die Custombikes an.
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Sträflich vernachlässigt hatte ich in diesem Jahr die Rubrik „Benzingespräche“, aber im November durfte ich Euch ein besonderes Schmankerl kredenzen: ein spannendes und umfangreiches Interview mit Jens vom Brauck. Die anschliessende Probefahrt auf seiner umgebauten Yamaha MT-07 hängt mir noch bis heute nach. Dieses Motorrad ist das ultimative Spaßpaket auf zwei Rädern.
Mit dem Umbau der CJ250T ging es auch langsam voran. Die Seitendeckel wurden entlackt und geschliffen, die neue Sitzbank vorbereitet und zusammen mit Sven Wedemayer der Schutzblechhalter umgearbeitet für das neue Aluschutzblech.
Für die Anhänger des fliegenden Ziegelsteins überraschten und das Team von Titan Motorcycles mit ihrem „Xaver“ genannten Umbau einer K100.
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Der Dezember ist noch nicht ganz rum und ich bin guter Hoffnung, daß ich die Honda wieder auf die Strasse ausführen kann. Den Tank habe ich nochmal professionell entrosten lassen, entlackt und schon mal probehalber montiert. Mit den neuen Blinkern ist der Umbau des Vorderteils der Honda abgeschlossen. Für den Heckumbau werde ich mir Hilfe holen müssen, zwischen den Jahren ist da hoffentlich Zeit für eine erste Konsultation bei Herold Motors.
Ein kleines Klassentreffen der Berliner Motorradszene hatten wir bei der Präsentation des neuen Triumph Bonneville Bobbers in Berlin. Einige kontroverse Diskussionen um das neue Bike wurden an dem Abend am Lagerfeuer noch geführt.
Was bleibt nun von 2016?
1. Die Sehnsucht nach der Ferne
Nicht nur, weil Touren dieses Jahr viel zu kurz kamen habe ich den Drang zur nächsten großen Ausfahrt. Schöne Strecken mit den richtigen Leuten fahren ist einfach ein großartiges Geschenk. Das zeigte sich auch wieder dieses Jahr beim Alpenblitz, auch wenn dieser nur zwei Tage dauerte. Für 2017 planen wir mindestens eine Woche in den Westalpen. Am Tourlayout frickel ich schon seit längerem, die Strassenkarten liegen hier vor mir auf dem Couchtisch und werden regelmäßig mit dem Zeigefinger abgefahren. Ach ja, liebe Motorradhersteller: in der Geschichte des Alpenblitz 2017 ist noch Platz für eines Eurer Motorräder! 😉
2. Die Lust am Schrauben
Vor der Lust kam bei mir der Frust, als es mit der Honda überhaupt nicht voranging und ich vor allem immer wieder merkte, wie wenig Ahnung ich von den Dingen hatte, die ich mir vorgenommen hatte. Aber wie sagt der Lateiner so schön? „Per Ardua as Astra“, durch den Staub zu den Sternen. Man muss einfach machen und aus seinem Scheitern lernen. Wenn Dinge in die Hose gehen, einmal laut „Scheisse“ schreien, ein Frustbier trinken und vielleicht mal jemanden Fragen, der davon Ahnung hat (s.a. Punkt 3). Jeder von uns Gelegenheitsschraubern hat mal ahnungslos angefangen und dazu gelernt. Den Vergaser der Honda kann ich mittlerweile blind zerlegen, irgendwann verstehe ich auch mal die Fahrzeugelektrik oder kann selber eine Sitzbank aufbauen. Man muss halt einfach mal anfangen.
3. Die Gemeinschaft
Viele neue Bekanntschaften haben mein Motorrad-Universum in diesem Jahr bereichert. Vor allem die kleinen Dinge waren es, die dazu beigetragen haben, wie die schönen Motorcycle Nights im Bassy, die Treffen und Ausfahrten mit den Berlin Café Racern über die man immer neue Bekanntschaften gemacht haben, die einem auch gleich mit Rat und Tat beiseite standen (siehe 2). Oder einfach die Gewissheit, Montag abends auf ein Feierabendbier im Crossroads aufzuschlagen und garantiert einen Petrolhead zu treffen. Eine besondere Nennung haben sich hier Aileen, Sven und Stefan verdient. Aileen als Mutter der Kompanie der Berlin Café Racer, die in ihrer Herzlichkeit und ihrer positiven Energie das emotionale Bindeglied zwischen so vielen Menschen ist. Sven, der auch mal gerne und ohne mit der Wimper zu zucken drei Stunden seines Samstagnachmittags opfert, um mir mal schnell was zu schweissen. Und Stefan, mein Brother in Crime: keiner trägt eine Sani-Armbinde so stylish und sexy wie wir!
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In diesem Sinne: bleibt diesem Blog auch in 2017 gewogen und „always keep the rubber side down“!

EICMA 2015 – Teil 2

Klassenreise nach Mailand, Teil 2:

Ducati

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Die Multistrada hat Ducati zum Panzer aufgerüstet mit Stollenreifen, Motorschutz und unfassbar breit bauendem 30l-Tank, das Ergebnis ist der nächste GS-Konkurrent namens Multistrada 1200 Enduro. Ich denke mal, daß die Klientel dieses SUV-Zweirades genau so oft Schotter und Schlamm unter die Reifen bekommt wie der Fahrer eines Porsche Cayenne. Ein Leergewicht über 250 kg empfiehlt die Multistrada auch nicht gerade als Offroad-Leichtgewicht. Aber das tut es bei der BMW 1200 GS Adventure auch nicht.

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Leider komme ich nicht mehr darauf, wo ich den Artikel gelesen habe über das Flat Track-Training eines ehemaligen italienischen Rennprofis, der seine Trainings auf umgebauten Ducati Scramblern macht. Vielleicht war das die Inspiration für die Ducati Scrambler Flat Track Pro.

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Nachdem die Ducati Scrambler als Einstiegsmodell in die Ducati-Welt galt kommt nun die Sixty2 mit 400cc-Motor als Einstiegsmodell in die Scrambler-Welt. Die Hälfte an Hubraum und Leistung für knapp 1.000€ weniger Einstandspreis? Als A2-Führerscheininhaber würde ich mir dann eher die große Scrambler holen in gedrosselter Version.
Die schönste Ducati Scrambler stand nicht bei Ducati selber auf dem Stand sondern eine Halle weiter bei Rizoma (mehr dazu hier). Wo früher Plastik war ist jetzt Alu, wirklich sehr hübsch geworden (fand Aileen auch). Über den Preis der Anbauteile hüllen wir hier den Mantel des Schweigens und geniessen einfach den Anblick:

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Yamaha

Am Spannungsbogen ihrer Pressekonferenzen muss Yamaha noch arbeiten. Der Livestream am Vorabend der EICMA war nicht gerade adrenalinfördernd. Die Moppeds allerdings schon:

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Die MT-Familie bekam auf der EICMA mit der MT-10 ihren Leitwolf. Das Aggregat der R1 in einem Naked Bike ist eine schöne Kampfansage. Die Farbgebung in grau mit signalgelben Akzenten ist toll.

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Den Roland Sands-Umbau „Faster Wasp“ konnte man schon eine Woche vor der EICMA bewundern, die Serienschwester XSR900 ist jetzt keine Sensation, aber wie ich finde um einiges gefälliger anzuschauen als die XSR700. Vielleicht liegt es auch nur an der Farbgebung.

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Jens vom Brauck muss tun, was Jens vom Brauck tun muss. Hier hat er die optisch eher unruhige XSR700 schön geglättet und ein gefälliges Bike draus gemacht. Aber Max sagt, daß der Auspuff kürzer muss.

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Irgendwie habe ich vergessen, mir zu dieser 125er Notizen zu machen. Egal. Nett ist sie auch so.

MV Agusta

EICMA_MV_Agusta

Der Boutiqueshop für exklusive Performancebikes hatte eine überarbeitete Brutale dabei. Und eine von Lewis Hamilton umgestylte Dragster namens RR LH 44.

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Ich fand die etwa so wie Lewis Hamiltons Diamantohrstecker. Etwas overdone.

Mein Favorit war die bereits auf der IAA gezeigte F3 800 AMG, hier auch wieder präsentiert mit dem passenden AMG GT:

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The Bike Shed Paris: Vol.3 – meine Highlights

Hier nun meine persönlichen Highlights vom Bike Shed Paris. Vollkommen subjektiv und tendenziös.

Honda Enduros
Unübersehbar war die schon vorher im Netz zu beobachtende steigende Beliebtheit von Honda-Enduros als Umbaubasis. Die NX-, XT, XL- oder XR-Modelle scheinen die Vortriebsquelle du jour zu sein. Eine Wachablösung für die sonst ubiquitären Zweiventilboxer oder Triumphs? Wohl noch nicht, dazu sind die Geschmäcker zu verschieden. Für mich persönlich mit meiner Endurovorliebe ist es ein sehr interessanter Trend!

Yamaha Yard Built-Projekte
Shun Miyazawa von Yamaha hatte unter anderem Jens vom Brauck (JvB Moto) und Nicholas Bech sowie Per Nielsen (Wrenchmonkees) im Gepäck. Respektive deren neuesten Umbauten im Rahmen des Yamaha Yard Built-Programmes. Den Vmax-Umbau von JvB Moto hatte ich schon auf den Hamburger Motorradtagen live gesehen, aber da war der so schlecht präsentiert, eingezwängt zwischen anderen Motorrädern und mit Band abgesperrt, daß man ihn gar nicht richtig würdigen konnte. Und besser als mit dem Erbauer kann man nicht über den Umbau sprechen. Es war wirklich sehr lustig, wie Shun und Jens parallel erzählten, wie es zu dem Umbau kam. Wie Jens erst nicht wollte, weil die Vmax gar nicht so richtig in sein Umbauportfolio passen wollte und Shun ihn dann über Wochen damit angepingt hat, bis sie doch zusammen kamen. Sehr spaßig. Auf jeden Fall demonstrierte Jens unfreiwillig, wie gut der Tank als Cupholder für seinen Kaffeebecher geeignet war. Darum baut er die also immer so flach. Die Skullmonkee war ein böses, schwarzes Teil in der gewohnten WM-QUalität. Interessanterweise war an dem Umbau nix geschweisst oder geflext, wie mir Shun erklärte. Macht insofern Sinn, daß sie Umbauteile als Bausatz angeboten werden sollen, um auch Dritten den Nachbau zu ermöglichen.

Kruz Company
Die beiden Jungs aus Brüssel hatte ich garnicht auf dem Schirm, aber Max Funk war da gerne mit sachdienlichen Hinweisen behilflich. Angetreten sind sie mit einer Yamaha SR500 und mit einer Honda Dax. Die SR500 war eines der Highlights der Veranstaltung, sehr schöne Farbgebung in blau und cremeweiss mit tollen Linien. Alle Details des Umbaus kann ich nicht mehr wiedergeben, das müßte Max machen. Ich war aber sehr beeindruckt. Und die Dax war ein geiles Spielmobil und einer der tollen Small-CC’s.

Kleine Hubräume
Man kann auch mit 50-250 Kubik glücklich sein. Neben der Dax von Kruz Company waren noch einige interessante anderen kleinhubräumige Töffs anwesend. Persönlich sehr gefreut hat mit das erstmalig persönliche Treffen mit Arpád von Mokka Cycles, der seine Puch und seine Yamaha dabei hatte, beides auch sehr tolle Umbauten mit viel liebe zum Detail und exzellenter Handwerksqualität.

Lucky Cat Garage / Atelier Chatokhine
Neben dem immer wieder toll anzuschauenden Sprintbeemer hatte Sébastien Lorentz seine neuestes Werk dabei, welches er zusammen mit Atelier Chatokhine aufgebaut hatte: einen Dirt Tracker-Umbau auf der Basis einer 1938er Triumph Speedtwin. Allein der Auspuff war ein Kunstwerk. Toll!

Ducati Scrambler
Neben den drei bereits bekannten Ducati Scrambler-Umbauten von Deus, Officine Mermaid und Mr. Martini war noch eine vierte, in blau gehaltene zu sehen. Mein Favorit bleibt aber der Umbau von Officine Mermaid.

BMW R nineT’s
Viele der anwesenden R nineT’s bewiesen, daß es eigentlich nur einer neuen Lackierung bedarf, um der Ninette einen ganz anderen Charakter zu verleihen. Gold und Weiss fand ich persönlich sehr schick!

Die vielen kleinen Details

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