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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

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Erste Eindrücke von der EICMA 2019

Am Pressetag der EICMA fällt es einem immer etwas schwer, nicht immer mit einem Auge auf den Newsfeed und die Livestreams der Hersteller-Pressekonferenzen zu schielen. Gestern Abend scannte ich dann durch die ganzen Newsletter und Pressemitteilungen, bei einigen Neuvorstellungen blieb mein Auge länger hängen.

Husqvarna-Norden 901 Concept

Daß KTM sehr gute Enduros baut, ist hinlänglich bekannt. Mit der Optik mag nicht jeder konform gehen, ich finde vor allem die Insektenaugen immer störend. Daher freute ich mich um so mehr, dieses Konzeptbike von Husqvarna zu sehen. Die Norden 901 übersetzt die neo-retro Designlinie der Vit- und Svartpilens sehr gekonnt auf das Endurosegment. Garniert mit den potenten KTM-Innereien passt hier für mich Packung und Inhalt exzellent zusammen. Haben wollen.

BMW F900 XR

Nicht nur hat BMW die S1000XR überarbeitet, sie hat ihr auch mit der F900 XR eine kleine Schwester an die Seite gestellt (wir erinnern uns an die Novecento-Studie aus dem letzten Jahr). Die versprochenen 105 PS und 220 kg versprechen ein sehr fahraktives Package. Der Vorgänger der S1000XR hatte mich auf der Tour im letzten Jahr sehr begeistert, die F900XR als leichtere und weniger brachiale Variante stellt aus meiner Sicht eine sehr gute Ergänzung im Segment der Sporttourer dar.

Ducati Scrambler X Desert

Na, wer hat denn da ein paar Anleihen bei der Earle Motors Alaskan genommen? Egal ob beabsichtigt oder nicht, mir gefällts sehr!

Honda CB4X Concept

Zwar nur ein Konzept, ich mag das spitze, kantige Design, dieser Design gewordene Vorwärtsdrang durch das hohe optische Gewicht im vorderen Bereich des Bikes. Mal schauen, ob es nur eine gestalterische Fingerübung bleibt.

Suzuki V-Strom 1050


Ich saß nur einmal in meinem Leben auf einer V-Strom und war von den Fahreigenschaften ganz angetan. Gutes, solides Bike, daß sich auch einer großen Fangemeinde erfreut. Aber mit dem Design kam ich nie klar. Um so erfreuter war ich zu sehen, daß Suzuki erfolgreich in der eigenen Modellhistorie gekramst haben und eine schöne Anleihe bei der DR 800 Big genommen haben.

Italjet Dragster

Als die ersten Italjet Dragster 1998 rauskamen, waren sie damals schon der krasseste Shit im Rollersegment mit Gitterrohrrahmen und Achsschenkellenkung. Über 20 Jahre später kommt die nächste Auflage raus und ist heisser denn je. Die Aussage der MOTORRAD-Tester 2001 treffen auch auf die Neuauflage zu: „Dieser Roller ist nichts für Pragmatiker, sondern ein klarer Fall für Exhibitionisten.“.

EICMA 2015 – Teil 3

Oh, da haben sich noch ein paar Bilder auf meiner Kamera gefunden.
Triumph
EICMA_Triumph_Charley_Boorman_Tiger_Explorer
Triumph hat es geschafft, einen undurchsichtigen Kürzelsalat für ihre neue Triumph Tiger Explorer zu kreieren. Aber egal, sie haben Charley Boorman als Markenbotschafter!
EICMA_Triumph_StreetTwin
Auch die Triumph hatte sich entschlossen, seine neue Bonneville/Thruxton-Familie zwei Wochen vor der EICMA in London zu präsentieren. Die Motoren wurden wassergekühlt (mit sehr unauffällig verbauten Wasserkühlern) und bekamen mehr Leistung. Warum Triumph nur das Drehmoment und nicht die PS-Angaben preisgab, mag Gründe haben, aber es erschliesst sich mir nicht.
Die Triumph Streettwin ist eines der neuen Modelle und greift als Basis schon einige Custombike-Merkmale auf.
EICMA_Triumph_Thruxton_R_Icon_2
EICMA_Triumph_Thruxton_R_Icon
Die Thruxton genoß viel Aufmerksamkeit, besonders in dieser Sonderversion Thruxton R Icon.
The best of the rest
Gucksdu hier:

EICMA 2015 – Teil 2

Klassenreise nach Mailand, Teil 2:

Ducati

EICMA_Ducati_Multistrada_1200_Enduro

EICMA_Ducati_Multistrada_1200_Enduro_2

Die Multistrada hat Ducati zum Panzer aufgerüstet mit Stollenreifen, Motorschutz und unfassbar breit bauendem 30l-Tank, das Ergebnis ist der nächste GS-Konkurrent namens Multistrada 1200 Enduro. Ich denke mal, daß die Klientel dieses SUV-Zweirades genau so oft Schotter und Schlamm unter die Reifen bekommt wie der Fahrer eines Porsche Cayenne. Ein Leergewicht über 250 kg empfiehlt die Multistrada auch nicht gerade als Offroad-Leichtgewicht. Aber das tut es bei der BMW 1200 GS Adventure auch nicht.

EICMA_Ducati_Scrambler_Flat_Track_Pro

Leider komme ich nicht mehr darauf, wo ich den Artikel gelesen habe über das Flat Track-Training eines ehemaligen italienischen Rennprofis, der seine Trainings auf umgebauten Ducati Scramblern macht. Vielleicht war das die Inspiration für die Ducati Scrambler Flat Track Pro.

EICMA_Ducati_Scrambler_Sixty2

Nachdem die Ducati Scrambler als Einstiegsmodell in die Ducati-Welt galt kommt nun die Sixty2 mit 400cc-Motor als Einstiegsmodell in die Scrambler-Welt. Die Hälfte an Hubraum und Leistung für knapp 1.000€ weniger Einstandspreis? Als A2-Führerscheininhaber würde ich mir dann eher die große Scrambler holen in gedrosselter Version.
Die schönste Ducati Scrambler stand nicht bei Ducati selber auf dem Stand sondern eine Halle weiter bei Rizoma (mehr dazu hier). Wo früher Plastik war ist jetzt Alu, wirklich sehr hübsch geworden (fand Aileen auch). Über den Preis der Anbauteile hüllen wir hier den Mantel des Schweigens und geniessen einfach den Anblick:

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EICMA_Rizoma_Ducati_Scrambler_2

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Yamaha

Am Spannungsbogen ihrer Pressekonferenzen muss Yamaha noch arbeiten. Der Livestream am Vorabend der EICMA war nicht gerade adrenalinfördernd. Die Moppeds allerdings schon:

EICMA_Yamaha_MT-10_1

EICMA_Yamaha_MT-10_2

Die MT-Familie bekam auf der EICMA mit der MT-10 ihren Leitwolf. Das Aggregat der R1 in einem Naked Bike ist eine schöne Kampfansage. Die Farbgebung in grau mit signalgelben Akzenten ist toll.

EICMA_Yamaha_XSR_900_Roland_Sands_Faster_Wasp

EICMA_Yamaha_XSR_900

Den Roland Sands-Umbau „Faster Wasp“ konnte man schon eine Woche vor der EICMA bewundern, die Serienschwester XSR900 ist jetzt keine Sensation, aber wie ich finde um einiges gefälliger anzuschauen als die XSR700. Vielleicht liegt es auch nur an der Farbgebung.

EICMA_Yamaha_Yard_Built_JvB_Moto_Super_Seven_1

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Jens vom Brauck muss tun, was Jens vom Brauck tun muss. Hier hat er die optisch eher unruhige XSR700 schön geglättet und ein gefälliges Bike draus gemacht. Aber Max sagt, daß der Auspuff kürzer muss.

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Irgendwie habe ich vergessen, mir zu dieser 125er Notizen zu machen. Egal. Nett ist sie auch so.

MV Agusta

EICMA_MV_Agusta

Der Boutiqueshop für exklusive Performancebikes hatte eine überarbeitete Brutale dabei. Und eine von Lewis Hamilton umgestylte Dragster namens RR LH 44.

EICMA_MV_Agusta_Dragster_RR_LH_44_1

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Ich fand die etwa so wie Lewis Hamiltons Diamantohrstecker. Etwas overdone.

Mein Favorit war die bereits auf der IAA gezeigte F3 800 AMG, hier auch wieder präsentiert mit dem passenden AMG GT:

EICMA_MV_Agusta_AMG

EICMA 2015 – Teil 1

Angekommen an der Mailänder Messe wundere ich mich zunächst über die ganzen Anzugträger vor dem Messe-Eingang. Habe ich mich verlaufen? Wie es sich herausstellen sollte, findet hier zeitgleich zur EICMA eine Textilmesse statt. Je länger man über das Gelände lief, desto mehr motorradiger wurde es. Die größte Motorradmesse der Welt teilt sich auf sechs Messehallen auf, von den großen Namen bis zum kleinen, asiatischen Komponentenhersteller war alles vertreten, was sich im Kontext des motorisierten Zweirades tummelt.

Auch wenn ich zwei Tage vor Ort war habe ich nicht alles sehen können. Man stellt das ja immer hinterher fest, wenn man andere Messeberichte liest. Hier der Versuche einer kleinen Zusammenfassung meiner Eindrücke.

BMW R nineT Scrambler

BMW Motorrad hatte im Vorfeld der Messe seine großen Neuerscheinungen schon präsentiert. Die G310 wurde bereits am 11.11. in München vorgestellt, die ersten Bilder der BMW R nineT Scrambler sickerten – Ups! – im Vorfeld der Messe bereits durch und wurden schon durch mehrere Webseiten gehechelt. Vielleicht wollte man sich die ungeteilte Aufmerksamkeit vor der Messe sichern und nicht in der gesamten EICMA-Berichterstattung untergehen.

Die G310 jedenfalls macht einen sehr erwachsenen Eindruck. Wenn man nicht genau die Größe des Motors taxiert, könnte man meinen, daß ein großvolumigeres Bike vor einem steht. Preise stehen noch nicht fest, ich bin mal gespannt, wie die G310 sich gegen die zahlreiche Konkurrenz in der 300er-Klasse schlägt.

Mein persönliches Augenmerk galt aber der R nineT Scrambler. Seit dem Erscheinen der R nineT haben ihr schon viele Customschrauber Stollenreifen aufgeschnallt, die in meinen Augen überzeugendste Fassung kam in Form des Umbaus von Luis Moto. BMW hatte beim Wheels & Waves mit der Concept Path 22 schon seine eigene Vorschau zum Thema gegeben. So war die auf der EICMA präsenterte, endgültige Form der R nineT Scrambler wenig überraschend (manche Kommentatoren zu den geleakten Pressevideos gingen in die Richung „war das schon alles?“). Etwas mehr Federweg, geänderte Vorderradgabel mit Faltenbälgen, Stahl- statt Alutank und zwei verschiedene Sitzbankvarianten und der unvermeidliche, hochgelegte Auspuff unterscheiden die Scrambler von der normalen R nineT. Das Einzelinstrument ist wohltuend aufgeräumt und ein deutlicher, optischer Fortschritt gegenüber der R nineT-Brotdose.

Mein persönlicher Favorit ist die Version mit Einzelsitz und den Speichenfelgen (ein Muss!). Schön, kernige Optik. Das einzige, was man sich noch mal anschauen sollte ist der Kennzeichenhalter, der die Hecklinie etwas stört.
Preise wurden noch nicht genannt, aber günstiger als die Standardversion soll die Scrambler in jedem Fall werden. Irgendwas mit einer 13 vorne, schätze ich mal.

Honda

EICMA_Honda_Africa_Twin

Die erste Sitzprobe auf der neuen Africa Twin fühlte sich schon mal sehr gut an. Gold eloxierte Felgen kann man auch machen. Hätte sie etwas mehr Leistung und 20kg weniger Gewicht, wäre ich noch begeisterter.

EICMA_Honda_Montesa_4Ride_1

EICMA_Honda_Montesa_4Ride_2

Die Honda Montesa 4Ride scheint schon sehr nah dran zu sein an der optimalen Endurowander- und Bergziegenmaschine. Beim Preisschild von 7.900€ für die 250-Kubik-Maschine hoffe ich, daß da die italienische Mehrwertsteuer die Summe etwas verfälscht.

EICMA_Honda_City_Adventure_Concept

Das Honda City Adventure Concept fand ich sehr spannend. Für diesen SUV-Roller würde ich glatt meine Vespa 300 eintauschen. Mal kucken ob es zur Serienreife findet.

EICMA_Honda_Studie_CB_Six50_2

EICMA_Honda_Studie_CB_Six50

Zu Unrecht versteckte Honda diese CB Six50 genannte Studie hinten rechts auf dem Messestand.

Husqvarna

Den größten „Shut-up-and-take-my-money-Moment“ auf der ganzen Messe hatte ich auf dem Husqvarna-Stand. War ich schon großer Fan der 401 Svartpilen und Vitpilen haute mich die frisch präsentierte 701 Vitpilen vollkommen von den Socken.

Es ist zwar erst eine Studie, aber 2018 soll sie marktreif sein. Die aussergewöhnliche und eigenständige Formensprache hat mich sehr begeistert. Die grüne Linie, die sich vom Tank bis zur Auspuffhalterung durchzieht oder das 701-Logo im Scheinwerfer zeugen von einer ausgeprägten Detailliebe der Designer von Kiska. Generell würde ich alles kaufen, auf dem die Zahl 701 prangt. Auch die 701 Supermoto oder die 701 Enduro sind absolutes Beuteschema für mich!

EICMA_Husqvarna_701_Enduro

Husqvarna macht gerade ziemlich viel richtig. Die Marke hat es aber auch verdient.

Warum die Motorradsaison 2020 bereits jetzt am Arsch ist

Es ist Anfang April und seit knapp drei Wochen sind in Berlin die Schulen zu, meine Frau und ich arbeiten aus dem Homeoffice und es ist an alles zu denken nur nicht ans Motorradfahren.

Bei der letzten Ausfahrt mit Tom vor zwei Wochen stellte er fest, daß mein TÜV seit Februar abgelaufen ist. Ich so „Ne, kann nicht sein, der ist doch im April fällig!“. Der Blick aufs Nummernschild zeigt, daß Tom Recht hat. Na super. Der nächste Service- und TÜV-Termin beim Triumph-Händler, der zu bekommen war, liegt Ende Mai. Es sollte sich herausstellen, daß es eh egal ist, denn wahrscheinlich ist dank Corona vorher eh‘ nicht an eine Ausfahrt zu denken. Zur aktuellen Situation in den Werkstätten schrieb 1000PS bereits neulich.

Ad acta gelegt sind alle Tourenplanungen für dieses Jahr. Mit Rolf plante ich neulich noch einen Ausflug zu den diesjährigen BMW Motorrad Days, bevor diese einige Tage später abgesagt wurden. Ebenso wie BMW seine Teilnahme an der EICMA und INTERMOT gecancelt hat. KTM zog einen Tags später mit einer Absage nach.

Auch wenn das Wetter gerade heute dazu einlädt, sich auf den Bock zu schwingen, es ist nicht einfach mehr so möglich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen (eine Übersicht was noch erlaubt ist findet ihr z.B. hier). Was ja auch sinnvoll ist. Meine Schwester ist Krankenschwester und ihre Berichte über die derzeitige Situation in den Krankenhäusern legen umso mehr nahe, kein Hobby zu verfolgen, bei dem man wenn es blöd läuft ein Krankenhausbett mehr belegt als nötig ist. Und jetzt kommt mir nicht mit den Unfallzahlen im Haushalt.

„If you must take action then take the safe route.“ ist die Empfehlung der Scenic-App, die das Fahrverhalten von Motorradfahrern weltweit in diesen aktuellen Wochen untersucht hat.

Was macht das mit den Händlern? 1000PS sieht die derzeitige Situation als Katalysator für die Branche, als Beschleuniger für Entwicklungen, die eh gekommen wären. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im März 2020 16,3 Prozent weniger Zweiräder zugelassen worden.

Seit einigen Wochen schleiche ich gedanklich um ein Motorrad herum, welches ich vor knapp acht Jahren im Schauraum meines BMW-Händler ansabberte.

Mittlerweile ist die BMW F800 GS in Kalamata Metallic (und nur in dieser Farbe will ich sie) gebraucht in gepflegtem Zustand in Preisregionen angelangt, die für mich langsam erschwinglich werden. Ein paar Exemplare habe ich auch schon auf den gängigen Gebrauchtbörsen gefunden und geparkt. Aber weder an Probefahrt noch an Überführung ist derzeit zu denken und zugelassen bekommt man die sowieso nicht, wenn alle Ämter zu haben oder im Notbetrieb arbeiten.

Aber wer weiß, wie sich die wirtschaftliche Lage insgesamt entwickelt. Wahrscheinlich wäre es derzeit eh töricht, so eine Investition zu tätigen, wenn man nicht weiß, ob man die Kohle demnächst an anderer Stelle nötiger bräuchte.

Was bleibt vom Hobby in 2020? Das ganze Jahr Motorrad putzen oder schrauben? In vergangenen Erinnerungen schwelgen? Oder in Hoffnung auf bessere Zeiten doch die nächste Tour planen? Was macht ihr in diesen Zeiten?

Ducati DesertX Studie

Die EICMA ist nun schon ein paar Wochen her, aber das eine oder andere Modell bleibt mir im Kopf. Die Ducati DesertX Studie, zum Beispiel.

Die optischen Anleihen sind klar identifiziert. Edi Orioli siegte 1990 auf einer Cagiva Elefant mit Ducati Triebwerk. im Folgejahr erschien die Cagiva Elefant 900 i.e. Lucky Explorer im Design der Werksmaschinen.

Mit elektronischer Magneti Marelli Einspritzanlage, Öhlins-Federbein, sowie Marzocchi-Gabel in Verbindung mit einem – damals ungewöhnlichen – 19″-Vorderrad besaß sie ansprechende Zutaten. Der hohe Neupreis von ca. 18.500 DM (eine Honda XRV 750 Africa Twin kostete zu der Zeit 10.500 DM) verhinderte damals allerdings eine weite Verbreitung. Es wurden nur knapp 1.000 Motorräder gebaut, von denen heute nur noch wenige im Originalzustand erhalten sind. Die CRAFTRAD nahm sie letztes Jahr in die Reihe der unterschätzten Meisterwerke auf.

Und Ducati – zu denen die Marke Cagiva mittlerweile gehört – hat erfolgteich in der Erinnerungskiste gekramst und mit der „DesertX“ auf der EICMA ein Scrambler-Konzeptbike vorgestellt, welches sich an die legendären Rennmotorräder der Rallye-Raids der 90er Jahre anlehnt.

Basierend auf der 1100er Scrambler, kann man hier auch von einer Leistung von 86 PS und 88 Nm rechnen. Mit einem vorderen und hinteren Benzintank nimmt das Bike auch in der Aufteilung Anleihen an den Rallyemaschinen.

Mag man diversen Messeberichten von der EICMA glauben, will es Ducati von der Publikumsresonanz abhängig machen, ob sie das Bike bauen wollen oder nicht. Wie es so scheint, haben sie nun keine andere Wahl mehr. Ich wette ’nen Kasten Bier, daß die Maschine 2021 beim Händler steht.

Die Zukunft ist elektrisch und sie sieht gut aus

Zwei Premieren auf der EICMA blieben unter meinem Radar und erst Tage später nahm ich sie wahr, dank Jochen Vorfelder und Mike Frison. Um so spektakulärer sind sie aber.

BST Hypertrek

Der BST HyperTrek sieht auf den ersten Blick aus wie ein Lego Bausatz mit einem Motor, der etwas an eine Moto Guzzi Nuovo Falcone erinnert. Mit dem Unterschied, daß es sich dabei um einen Elektromotor handelt. Das Design stammt aus der Feder des ehemaligen Ducati Chefdesigners Pierre Terblanche und könnte spektakulärer nicht sein.

Der HyperTEK verfügt über einen neuartigen Elektromotor mit 80kw und 120nm Drehmoment. Das 205kg schwere Motorrad soll eine Reichweite von bis zu 300km haben

Image Gallery

Verge TS

Die 300km Reichweite sind eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die die BST mir der Verge gemeinsam hat. Das Elektromotorrad, früher bekannt als RMK E2, verfügt über ein markantes, nabenloses Hinterrad, in dem auch der 80 kW (107 PS) Motor des Motorrads untergebracht ist.

Im Sinne eines echten Tron Motorrades ist der Motor in der Felge des Rades verborgen und lässt die gesamte Mitte des Rades offen. Der Motor ist ungefähr so leistungsstark wie der eine Zero SR/F, bietet aber ein Drehmoment von 1.000 Nm. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich das anfühlen kann. Man sollte aber einen guten Draht zu seinem Reifendealer haben, wenn man es zu oft zu sehr krachen lässt.

Tron-style electric motorcycle gets 300 km range and insane 1,000 NM torque

Gestalten: The Current

Für alle unter Euch, die sich für das Thema Elektromobilität in Form von Elektromotorrädern, Fahrrädern und Hybriden interessieren habe ich noch eine Buchemfehlung: The Current: New Wheels for the Post-Petrol Age untersucht den Wandel hin zu umweltfreundlichem Fahren, indem es die Pioniere auf dem Gebiet vorstellt. Technik und Custom Design, klassische Marken und neue Projekte, zwei oder drei Räder, aber auch Autos.

Ich war überrascht von der Vielfältigkeit der Konzepte und Entwürfe. Auf jeden Fall eine spannende Lektüre.

Edit:
Kann es sein, daß ich mal ein Thema FÜNF Tage vor der BikeEXIF im Blog hatte? Irre!

Intermot 2018

Alle zwei Jahre wieder findet die Intermot in Köln statt und so machte ich mich gemeinsam mit Sandra von http://bike-addicted.de/ auf den Weg, die Neuheiten bei Motorrädern und Zubehör unter die Lupe zu nehmen. Bei den Motorrädern zumindest waren der wirklichen Premieren sehr wenig vorhanden, wie fast jedes Mal sparen sich die Hersteller die großen Neuheiten zur EICMA auf, die wenige Wochen später in Mailand stattfindet.

Hier also unser kleiner, digitaler Messerundgang in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

BMW

Deutlich reduziert war der Messestand von BMW Motorrad und die Neuheiten waren bereits seit Wochen in der Presse. Die BMW R1250 GS ist das neue Flagschiff der BMW Reiseenduros. Optisch nur dezent verändert, steckt die wahre Innovation im Motor. Ein kleines Hubraum-Upgrade sorgen nun für eine Leistung von 136 PS bei 7.750 Touren leistet und ein sattes Drehmoment von 143 Newtonmetern bei 6.250 Touren. Diese Mehrleistung soll bei weniger Spritzverbrauch erreicht werden. Durch eine „Shift Cam“ genannte Technik, werden über zwei variabel eingesetzte Nockenwellen die Variierung der Ventilsteuerzeiten und des Ventilhubs auf Einlassseite erreicht. So wird eine optimale Steuerung bei Teil- und Volllast erreicht.

Den gleichen Antrieb erhält auch die R1250 RT. Und das wars auch schon mit den Neuigkeiten bei den Bajuwaren. Neue Lackierungen für diverse Modelle mal ausgenommen.

Custombikes

Die Custombikes standen vor allem in Halle 10.1 in sehr unterschiedlicher optischer Güte und Machart.

Einer der schönsten Umbauten aus meiner Sicht war dieser cleane Flat Tracker von Hombrese Bikes. Aber auch Mellow Motorcycles beweist mal wieder ihren guten Geschmack:

Hersteller wie BMW oder Indian gönnten sich einen Zweitstand, um ihre eigenen Custom-Modelle auszustellen. „Custom ist das neue Stock“, las ich diese Woche ein einer Online-Diskussion und da ist was dran. Die Zubehörkataloge vieler Hersteller wachsen, heißen „Option 719“ bei BMW oder „Inspiration Kits“ und hier kann man schon ab Werk so ziemlich alles umkonfigurieren, was das Herz begehrt.

Wer aber immer noch selber Hand ans Bike anlegt, der findet zum Beispiel bei BERHAM Customs qualitativ hochwertige Teile, z.B. für die Zweiventilboxer von BMW.

Aber gerade bei diesen Modellen muss ich gestehen, daß ich mich dran satt gesehen habe. Zu inflationär waren die Umbauten auf dieser Basis in den letzten Jahren und zu uniform die Ergebnisse. Vor allem wenn man wie beim Walzwerk da fast ne Serienproduktion draus macht.

Balsam für mein Auge waren dann wieder Jens vom Braucks Bikes auf dem Kedo-Stand. Ich stehe einfach auf seinen Stil, da bin ich Fanboy.

Ducati

Bei den Italienern gab es ein Facelift für die Scrambler-Baureihe, optische Nettigkeiten und neue Lackierungen. Aber auch jetzt mit Kurven-ABS. Ich finde es aber erstaunlich, daß Kleinigkeiten wie „uuuh, wir haben jetzt LED-Blinker..“ ernsthaft in einer Pressekonferenz auf der Bühne erwähnt werden.

Der Panigale V4 konnte ich bei der Gelegenheit auch mal tief in die Augen sehen.

Fantic

ENDLICH! Endlich konnte ich mal ein Fantic Cabellero 500 aus der Nähe sehen und Probe sitzen.

Leider ist der Markteintritt dieses schönen Scramblers immer wieder Verzögerungen unterworfen. Gerade bei der 500er sollen es Probleme mit dem Auspuffsystem gewesen sein, die jetzt aber vom Zulieferer Arrow gelöst worden sind. In ein paar Wochen soll diese Schönheit auch in Berlin beim Händler stehen und dann ist eine Probefahrt so was von fällig!

Die Qualitätsanmutung und die Ergonomie passen auf jeden Fall schon mal.

Husqvarna

Die Husqvarna 401 Svartpilen und Vitpilen sowie die 701 Vitpilen sind schon mal gut am Markt angekommen. Und der nächste Knaller stand in Form des Prototypen der 701 Svartpilen auf dem Messestand der Schweden. I like!

Indian

Die großer Premiere bei Indian war nicht das oben gezeigte, schön gemachte Custombike von Anvil Motocyclette, nein, es war die FTR1200. Den Prototypen konnte ich schon am Glemseck aus der Nähe sehen und hören, das hier war dann endlich die Serienversion. Gute Proportionen, komfortable Sitzposition und der Motor is von der Papierform wahrlich kein Schwächling. Endlich ein ernstzunehmendes Bike jenseits der barocken Fulldresser und Cruiser. Und die Tatsache, daß die Weltpremiere in Europa stattfand, sagt glaube ich einiges über den Zielmarkt der Amerikaner.

 Aber jetzt mal unter uns Gebetsschwestern: was ist denn mit dem Auspuff passiert? Welcher Brotkastenhersteller wurde denn hier als Zulieferer verpflichtet? Naja, die Aftermarket Parts werden es schon richten.

Der Sitzvergleich zur Scout zeigte schon mal, daß ich auf diesem Bike keine 10 Kilometer fahren könnte, ohne das mir der Hintern einschliefe.

MotoGuzzi

Eine weitere Weltpremiere auf der Intermot war die MotoGuzzi V85 TT. Der 850 Kubik-Motor liefert 80 PS ab und soll so für angenehmen Reiseenduro-Vortrieb sorgen. Optisch fand ich sie eher gewöhnungsbedürftig, zumal in der rot-weiß-gelben Lackierung. Bezeichnenderweise war sie nur von alten Männern umlagert, so daß ich nicht mal ein anständiges Foto machen konnte.

SOL

Die SOL Pocket Rocket stand schon am Glemseck rum. Spannendes Konzept, mehr dazu hier:

Suzuki

Bei Suzuki gab es die zweite Weltpremiere der Messe, mit der Katana kehrt eine Ikone zurück. Technisch basiert sie auf der GSX-S1000, optisch leugnet sie ihre Herkunft nicht.

Die Präsentation war allerdings an Langeweile nicht zu überbieten. Ich kann verstehen, daß bei so wichtigen Neuerungen irgendwelche wichtigen und leitenden Angestellten von Suzuki zum Zuge kommen wollen oder müssen. Aber wenn die dann von vier Telepromptern ablesen und dabei versuchen emotional zu wirken dann kann das nur nach hinten losgehen.

Triumph

Triumph schloss den Reigen der Pressekonferenzen am Fachbesuchertag. Präsentiert wurden die neuen Street Twin und Street Scrambler. Die Motoren leisten nun 10 PS mehr und verzögert wird vorne nun mit Vierkolben-Bremssätteln von Brembo. Ebenso verfügen die Modelle nun über unterschiedliche Fahrmodi Road und Rain.

Schmerzlich vermisst wurde die neue 1200er Scrambler, die gibt es erst in ein paar Wochen auf der EICMA. Aber wenigstens war die Pressekonferenz kurzweilig.

Vespa

Ja, man kann bei Vespa immer noch 9.000€ für einen 125er Roller ausgeben. Jetzt sogar in rot.

Yamaha

Die kleine Sandra möchte gerne aus dem R1-Spieleparadies abgeholt werden.

Hier geht es weiter zu den Messe-Eindrücken bei Kraftrad.com. Drüben bei Instagram haben Sandra und ich noch einige Bilder mehr gepostet.

Fazit: wegen der neuen Motorräder muss man nicht zur Intermot, dann lieder zur EICMA. Schön ist es immer noch, die Bikes mal allesamt aus der Nähe zu sehen und Probe zu sitzen. Aber das wichtigste war, bekannte Gesichter wieder zu sehen und neue Leute kennenzulernen. Die Pressekonferenzen der Hersteller haben keinen wirklichen Neuigkeitswert, die letzten Absatzzahlen kann man sich auch online nachlesen und von den neuen Bikes, wenn mal wirklich welche vorgestellt werden, sieht man auf der PK vor lauter Gedränge eh nichts.

KRCC VLOG 4/2017: Honda Motorrad Pressetag 2017

In dieser Woche war die erste Kachel meiner Wetter-App auf Weibersbrunn eingestellt und der Blick darauf sagte immer das gleiche: Regen, Regen, mehr Regen, weniger Regen aber auch Regen. Ich machte mich also auf das Schlimmste gefasst und packte alles an Regenklamotte ein, was ich in meiner Wohnung finden konnte.

Im besagten, beschaulichen Spessartstädtchen fanden die Honda Motorrad Pressetage 2017 statt. Als ich am Donnerstag Nachmittag dort ankam, setzte gerade ein Gewitter ein und einige der Testfahrer kamen sogar in kurze Hagelschauer. Umso erfreulicher war der Blick aus dem Hotelzimmer am Freitag morgen: Wolken hingen zwar immer noch am Himmel, aber hielten sich geschlossen. Im Laufe des Vormittages trockneten auch die Straßen ab und so stand einem vergnüglichen Testtag nichts im Wege.
Der Hof stand voll mit ungefähr 35 Motorrädern, in allen steckte der Schlüssel und ich hatte mir ein strammes Programm vorgenommen.

Im Laufe des Tages hatte ich die Möglichkeit, die folgenden Motorräder zu testen:
1. Honda Africa Twin mit DCT-Getriebe
2. Honda X-ADV
3. Honda CBR1000 Fireblade SP
4. Honda MSX 125
5. Honda CB1100 RS
6. Honda CMX500 Rebel
7. Honda CRF250 Rallye
8. Honda Africa Twin mit Schaltgetriebe

Im Vlog habe ich meine ersten Eindrücke geschildert, im Nachgang fielen mir noch einige Dinge auf, daher möchte ich meine Fahreindrücke hier noch komplettieren.

Honda Africa Twin mit DCT-Getriebe

Gleich zu Anfang schnappte ich mir das Motorrad, auf das ich am meisten gespannt war. Die Africa Twin – vor allem in der gefahrenen Tricolor-Lackierung – ist für mich die schönste Reiseenduro, die derzeit auf dem Markt ist. Die sensationellen Verkaufszahlen seit der Markteinführung zeigen, daß es auch vielen anderen Leuten so geht. Ich gebe zu, ich hatte eine emotionale Vorprägung, bevor ich überhaupt den Zündschlüssel der Maschine drehte. Ich wollte sie geil finden.
Als ich dann vom Hof rollte und das DCT-Getriebe im D-Modus für mich die Schaltarbeit übernahm, fühlte sich das nur so Mittel an. Es ist natürlich erstmal gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem waren das nicht so meine Schaltpunkte, ich fühlte mich bevormundet. In den S-Modi passte das schon besser, ich griff aber des öfteren über die Schaltpaddel selber ein. Ebenso haderte ich mit dem Windschild, welche den Fahrtwind zwar gut vom Körper abhielt, aber auch dafür sorgte, daß der Helm im oberen Bereich angeströmt wird und für nervige Verwirbelungen sorgte. Für den Dauerbetrieb bräuchte ich da noch einen extra Windabweiser an der oberen Abrißkante.

Genug gemeckert, zu den positiven Dingen: die Sitzposition ist für mich optimal, die Füße kommen im Stand gerade noch so flach auf den Boden, während der Fahrt hat man einen sehr angenehmen Kniewinkel, die Sitzbank lädt auch zum Kilometerschrubben ein. Cockpit und Schaltereinheiten sind intuitiv bedienbar und geben keine Rätsel auf. Der taillierte Tank ermöglicht einen guten Knieschluss, sowohl im Sitzen als auch im Stehen.

Auf der Landstrasse macht sie eine gute Figur, der Motor hängt gut am Gas (wenn man mitschaltet) und es bellt knurrig aus dem Auspufftopf. Das Mehrgewicht gegenüber einer BMW F800 GS beispielsweise merkt man schon, sie ist jetzt nicht schwerfällig, aber man merkt, daß man etwas mehr bewegen muss. Schnelles Reisen auf der Autobahn geht auch gut, im Korridor von 140-160 km/h Reisetempo ist man gut unterwegs, über 180 km/h bis zur Endgeschwindigkeit von knapp 200 km/h wird es etwas dünn mit dem Durchzug.

Kam ich mit etwas gemischten Gefühlen von der Testfahrt mit der DCT-Variante zurück, schnappte ich mit zum Ende des Tages nochmal die Schaltvariante der Africa Twin. Der kurze Ausritt versöhnte mich mit dem Motorrad wieder. So fahre ich sie gerne, die Fremdbestimmung durch das DCT-Getriebe passte mir überhaupt nicht. Die Qualität des DCT konnte ich im Gelände nicht testen, das war der Motorradjournaille bei der Markteinführung ein einhelliges Lob wert.

Honda X-ADV

Als ich vor zwei Jahren auf der EICMA vor der Studie der X-ADV stand, gefiel mir das Konzept spontan. Die Serienumsetzung blieb nah an der Studie, vom Design her finde ich sie sehr schön anzuschauen. Der Motor aus der NC750 schiebt hier stattliche 238kg durch die Gegend, es geht gut voran, aber es fällt mir schwer, sie als besonders spritzig zu bezeichnen. Wenn sie aber mal Fahrt aufgenommen hat, liegt sie bolzenstabil auf der Strecke, dem langen Radstand und dem tiefen Schwerpunkt sei Dank. Die Sitzposition würde ich am ehesten als chopperartig beschreiben, man sitzt tief und gestreckt, die Füße stabil auf dem vorderen Trittbrett positioniert. Auf jeden Fall sehr komfortabel und auch für längere Strecken geeignet.

Honda hat die X-ADV ihrem Adventure-Segment zugeordnet, nach dem ersten kleinen Offroadausritt über Feld- und Waldwege merkt man, daß die längeren Federwege ihr hier gut helfen, aber das bevorzugte Revier wäre meiner Meinung nach doch eher die Strasse. Zumal für den Offroadeinsatz die Sitzposition zu komfortabel ist. Für mich ist die X-ADV ein schön designter und gut gemachter Großroller, mit dem man aber auch mal eine Wochenendtour ins Brandenburgische machen kann. Dort gibt es auch genug Schotter- und Sandpisten, auf dem der X-ADV sich ein bisschen einsauen darf.

Edit:
Lest bitte unbedingt den Artikel von Clemens Gleich zum X-ADV auf heise.de, großartig!

Hondas X-ADV dagegen ist eine derart alberne Kreatur, dass man sie lieben muss. Sie nimmt (Absicht oder nicht) jeden Ernst aus dem sonst so bieder präsentierten Thema und gibt ihm einen lebensfrohen Kunst-Aspekt. Ich betrachte sie wie ein Katzen-mit-Gurken-Video auf Youtube und küre sie daher – all things considered – zur besten Reiseenduro des Jahres 2017.

 

Honda CBR1000RR Fireblade SP

Im Gegensatz zur Africa Twin hatte ich bei der CBR1000RR Fireblade noch gar keine Erwartungshaltung im Kopf. Außer meiner Wochenendtour auf der BMW S1000RR im letzten Jahr hatte ich auch noch keine größeren Berührungspunkte mit der Gattung Supersportler. Meine Herrn, habe ich was verpasst. Hier treffen 192PS auf 195kg, für die Bodenhaftung sorgt ein feines Öhlins-Fahrwerk. Und wenn man nicht aufpasst ist nach ein paar Sekunden der Führerschein weg. Scherz beiseite, man muss schon eine gewisse Charakterstärke haben, um dieses Gefährt im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu bewegen.

Auch auf den schlechteren Landstraßen bügelte das Fahrwerk die Unebenheiten sauber weg, man kann die Maschine auch sehr schaltfaul und trotzdem schnell fahren. Selbst im 6. Gang zerrt dich der Motor so dermassen vehement aus den Ecken raus, daß es eine wahre Freude ist. Mit knapp über 22.000€ ist die Maschine kein Schnäppchen, die SP-Version liegt damit zwischen der Ducati Panigale und Panigale S. Und neben der muss sich die Fireblade weder optisch noch performancemäßig verstecken.

Honda MSX 125

DIE MSX IST SOOOO LUSTIG! Man kann auch mit 10 PS Spaß haben, vor allem wenn sie in so einem kleinen und agilen Hocker stecken wie hier. Man kann gar keine schlechte Laune bekommen, wenn man auf der MSX unterwegs ist. Können meine Söhne nicht früher 16 werden, damit ich eine Entschuldigung habe, so was zu kaufen?

Honda CB1100 RS

Nach dem Exkurs auf der MSX jetzt wieder ein Bike für erwachsene Menschen. Eine stattliche, klassische Silhouette mit Vierzylindermotor, der genauso viel PS wie Newtonmeter abliefert und zum ambitionierten Cruisen einlädt. Wenn man möchte, kann man die CB1100 aber auch sehr sportlich bewegen, das Showa-Fahrwerk hat genug Reserven, die Maschine kippt in den Kurven gut ab und die Rasten sind schneller am Boden, als man diesem großen Bike zutraut. Chrom, gebürstetes Metall, klassische Armaturen, die Retro-Optik wird hier sehr gepflegt und sie gefällt mir ausgezeichnet. Und wer es noch klassischer mag, nimmt die EX-Version mit Speichenrädern.

Honda CMX500 Rebel

Ganz direkt: die Rebel war das einzige Motorrad an diesem Tag, dem ich gar nichts abgewinnen konnte. Weder von der Optik, der Sitzposition oder den Fahrleistungen. Da bin ich leider raus.

Honda CRF250 Rallye

Als ich letzten September mit dem Griesgram unterwegs war, konnte ich seine CRF250L mal kurz durch den brandenburgischen Sand treiben. Die Langstreckentauglichkeit seiner Maschine hatte er alleine schon mit der 700km langen Anreise nach Berlin (über Landstrasse, an einem Tag) unter Beweis gestellt. Wer es ihm mit der CRF250 Rallye nachtun will, der braucht etwas Geduld. Mit 25PS ist man auf der Landstrasse nicht wirklich der schnellste. Im Gelände überzeugt sie durch ihre längeren Federwege, ihre Leichtigkeit und das exzellente Handling. Wer eine leichte Einzylinder-Enduro sucht, ist bei der CRF250 auf jeden Fall an der richtigen Stelle. Ob es gleich die Rallye sein muss, darf jeder selber entscheiden. Wenn gegebenenfalls zur EICMA eine 450er Version rauskommt, dürfte es spannend werden.

Es war auf jeden Fall ein intensiver und spannender Tag. Vielen Dank an Honda Motorrad für die Einladung, dank auch an die alten und neuen Bekannten für die tollen Benzingespräche: Canan und Stefan von Motorradreise.tv, Mike von Renn.tv, Alexander von Fastforwardfilms, Nasty Nils von 1000PS, Torsten Thimm vom TT Motorbike Blog und dem Nolan-Team.

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Neu: BMW R nineT Urban G/S

Was sich mit der Studie „Lac Rosé“ im Juni auf dem Wheels & Waves bereits ankündigte, wurde heute morgen auf der EICMA von BMW Motorrad in serienreifem Zustand präsentiert: das letzte Modell in der Heritage-Familie, die BMW R nineT Urban G/S.
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Seit mehr als 35 Jahren steht das Kürzel GS in Verbindung mit BMW Motorrad quasi synonym für Freiheit und Abenteuerlust auf zwei Rädern, onroad als auch offroad. Die R nineT Urban G/S greift die Gene der allerersten und legendären BMW R 80 G/S aus dem Jahre 1980 wieder auf und überträgt sie mit moderner Technik in Form eines klassischen BMW Motorrades mit Boxermotor im Enduro-Stil in die heutige Zeit. Meines Erachtens nach tut sie das noch konsequenter als die R nineT Scrambler.
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Bei der R nineT Urban G/S arbeitet vorne eine konventionelle Teleskopgabel, während hinten analog zur R nineT der BMW Paralever in Verbindung mit einem Zentralfederbein zum Einsatz kommt.
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Die Highlights der R nineT Urban G/S:

  • Boxer-Motor mit 1.170 cm3 Hubraum und 81 kW (110 PS) nach EU-4-Richtlinien
  • Leichtmetallgussrädern und 19-Zoll-Vorderrad im Enduro-Stil (Drahtspeichenrädern sind optional erhältlich
  • 320-Millimeter-Doppelscheibenbremse vorne.
  • ABS serienmäßig.
  • ASC als Sonderausstattung ab Werk.
  • Farbgebung in Lightwhite uni in Kombination mit Tankdekor in zwei Blautönen sowie hellroter Sitzbank – angelehnt an die früheren BMW Motorsportfarben

Für 13.000,- geht die R nineT Urban G/S über den Ladentisch, zum gleichen Preis wie die Scrambler also.
Alle Bilder: BMW Motorrad

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