Es gibt Wochenenden, auf die man sich schon Monate vorher freut. Nicht wegen eines einzelnen Highlights – sondern weil man weiß, dass es einfach stimmt. Das RIDE – The Moto Festival ist so ein Wochenende. Und 2026 zieht es nach Ruhpolding.

Wer das MaxlRIDE kannte, weiß, worum es geht. Matthias und Barbara Berger sowie Silke Hoerl haben 2023 in Maxlrain etwas auf die Beine gestellt, das in der deutschen Motorradszene so nicht existierte: kein Herstellerevent, keine Messe, kein Krawall – sondern ein echtes ein echtes Motorradfestival in Ruhpolding für Leute, die Motorräder lieben. 3.000 kamen zur Premiere, 5.000 ein Jahr später. Dann kam 2025 nicht, weil es nicht gereicht hat. Wer die Kalkulation solcher Events kennt, weiß wie schmal der Grat ist.

Jetzt kommt der nächste Anlauf – und der sieht gut aus.

Warum Ruhpolding funktioniert

Der neue Standort macht auf den ersten Blick einen anderen Eindruck als das überschaubare Brauereigelände in Maxlrain. Ruhpolding ist touristischer, bekannter, größer. Was dafür spricht: Die Infrastruktur ist da. Der Kurpark ist groß genug für eine Bühne und eine ordentliche Händlermeile. Die Hauptstraße lässt sich sperren. Und die Chiemgauer Alpen liegen direkt vor der Tür – was bedeutet, dass geführte Touren ohne stundenlange Anfahrt stattfinden können.

Die Speedway Arena gibt dem Ganzen außerdem einen emotionalen Anker, den eine Wiese nie hätte: Das Stadion hat Geschichte. In den 70ern und 80ern fanden hier WM-Läufe statt. Josef „Seppi“ Angermüller fuhr vor bis zu 8.000 Zuschauern. Dann kamen Lärmbeschwerden und das war’s. Jetzt kommen die Motorräder zurück – als Offroad-Parcours, Fahrtechnikfläche und Trial-Showbühne, betrieben von ACT, High Enduro End, Motorbike Concept und dem MSC Ruhpolding selbst.

Was einen erwartet

Donnerstag, 23. Juli – Pre-Opening Party

Wer früh anreist, wird nicht mit einem leeren Parkplatz empfangen. Die Eröffnungsfeier am Donnerstagabend gehört allen – Festivalgästen und Ruhpoldingern gleichermaßen, kein Ticket erforderlich. Ab 18 Uhr legt DJ Reddy auf, die Foodtrucks haben offen, der Wieninger Bierausschank und die Bar der Moordestillerie sind aufgebaut. Wer sein Zelt schon stehen hat oder sein Zimmer bezogen hat, findet ab dem ersten Abend genug Grund, nicht früh schlafen zu gehen.

Freitag bis Sonntag – Händlermeile, Probefahrten, Touren

Ab 10 Uhr ist die Hauptstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt – Zufahrt nur noch für Motorräder. Rund 50 Aussteller verteilen sich auf Straße und Kurpark, der Eintritt ist kostenlos. Wer Probe fahren möchte, hat die Wahl: Royal Enfield, Triumph, Suzuki, Zero Motorcycles und Ineos Grenadier sind als Probefahrtpartner bestätigt. Führerschein und Helm mitbringen, registrieren, losfahren.

Wer die Region kennenlernen oder einfach ein paar Stunden in den Alpen verbringen will, kann sich für eine der geführten Halbtagstouren anmelden. Täglich bis zu 20 Touren, organisiert von ACT, Ballerrosso und Münchener Guides, in kleinen Gruppen von acht bis zehn Personen – auf Asphalt, aber auch auf Schotter und Forstwegen abseits der bekannten Routen. Anmeldung ist für Ticketinhaber rund vier Wochen vor dem Festival möglich.

Royal Enfield nutzt das RIDE außerdem als Bühne für sein 125-jähriges Markenjubiläum. Laut Veranstalter wird es eine eigene Ausstellung und Sonderaktionen geben – die genauen Details sind noch nicht kommuniziert, aber das Jubiläum allein ist schon ein Grund für Enfield-Fans, den Termin im Kalender zu markieren.

Freitagabend

Den Abend eröffnet Azur ab 18:30 Uhr zur Einstimmung im Kurpark. Ab 21 Uhr übernehmen Jimmy Cornett & The Deadmen die Bühne – eine der bekanntesten Southern-Rock-Bands, deren Sound sich anfühlt wie eine endlose Landstraße im Sommer. Wer nach zwei Stunden Musik lieber die Stille sucht, findet sie nebenan im Open-Air-Kino: Motorradkurzfilme, Liegestuhl, Sternenhimmel über den Chiemgauer Alpen. DJ Reddy macht den Abend bis 1 Uhr fertig.

Samstagabend

Am Samstag stimmt BackWood ab 18:30 Uhr ein, bevor ab 21 Uhr die Saubartln aus Österreich die Bühne übernehmen. Wer die Saubartln kennt, weiß, was das bedeutet: Bierzelt-Energie, die niemanden auf dem Stuhl lässt. Wer sie noch nicht kennt: Das wird sich ändern.

Sonntagvormittag

Der letzte Festivaltag beginnt anders als die beiden davor. Um 10:30 Uhr eröffnen D’Rauschberger Musi Ruhpolding den Morgen mit echter bayerischer Blasmusik zum Frühschoppen – Berge im Blick, Bier oder Kaffee in der Hand, je nach Verfassung. Danach öffnen alle Stände ein letztes Mal, die Touren laufen, die Parcours laufen, und irgendwo zwischen dem letzten Gespräch und dem Packen des Zelts ist das RIDE um 18 Uhr schon wieder vorbei.

Camping

400 Zeltplätze und 100 Wohnmobilstellplätze an der Seehauser Straße, 5 km vom Festivalgelände entfernt, mit kostenlosem Abend-Shuttle. Camping-Gäste mit Late-Check-out können bis Montagvormittag bleiben. Wer ein Bett bevorzugt: Ruhpolding hat Hotels, Gasthöfe und Ferienwohnungen – aber der Ort ist im Juli Tourismushochsaison. Wer plant, sollte sich beeilen.

Für wen ist das was

Wer das MaxlRIDE kannte und mochte, wird sich hier sofort wiederfinden – die Leute dahinter sind dieselben, das Prinzip auch. Markenoffen, ADV und Custom nebeneinander, keine Motorradhierarchie. Tagesbesucher aus der Region kommen ohne Ticket auf die Händlermeile und können trotzdem Probefahrten machen. Wer drei Tage durchziehen will, findet genug Programm dafür.

Wer ein ruhiges Wochenende in den Chiemgauer Bergen sucht, sollte die Woche davor fahren. Vom 24. bis 26. Juli gehört Ruhpolding den Motorrädern.

Ich bin auf jeden Fall dabei, Du auch? Tickets und Infos findet Du auf ridemotofestival.com