Drei Ausgaben war das Reload.Land eine Berliner Insider-Veranstaltung. Die Szene kannte es, die Branche schätzte es, und wer einmal beim Silent Ride dabei war, wollte nicht mehr fehlen. Das ändert sich jetzt. Für die vierte Edition zieht das Festival auf das Tempelhofer Feld – und zwar direkt ins Fan Village des Hankook Berlin E-Prix. Elektrische Rennwagen auf dem Rundkurs, elektrische Motorräder daneben. Ich hätte mir das vor drei Jahren noch nicht vorstellen können.

Warum Tempelhof ein anderes Kaliber ist
Der Ortswechsel ist keine Kleinigkeit. Das Craftwerk, der Napoleon Komplex – das waren Locations mit Charakter, aber überschaubarer Größe. Tempelhof ist laut Veranstalter auf 40.000 Besucher ausgelegt. Zum Vergleich: Bei den ersten drei Ausgaben zusammen waren es etwas mehr als 4.000. Das ist kein graduelles Wachstum, das ist eine andere Dimension.
Ob das gut geht? Größere Events verlieren manchmal genau das, was sie groß gemacht hat. Aber ich traue Max Funk und seinem Team zu, dass sie den kuratierten Charakter trotzdem halten. Das Custom-Bike-Segment, die Art Exhibition, die Qualität der Talks – das war immer das Rückgrat des Festivals. Wenn das bleibt, passt alles andere drum herum.
Was läuft an den beiden Show-Tagen
Die Kerninhalte sind bekannt: Hersteller, Prototypen und Concept Bikes auf Ausstellungsflächen zwischen 15 und 100 Quadratmetern. Custom Electric Exhibition – kuratiert, nicht jeder darf rein mit seinem Umbau. Panel Talks mit Leuten, die tatsächlich etwas zu sagen haben, nicht nur PR-Sprech. Und Testfahrten auf öffentlichen Straßen, weil es ein direktes Ausfahrtsgate gibt.

Dazu kommt die Art Exhibition, in der Newcomer und etablierte Designer zeigen, was in 20 oder 30 Jahren auf zwei Rädern möglich sein könnte. Ein konkretes Highlight laut Pressemitteilung: das Panzer-Soundsystem von Berliner Künstler Nik Nowak – eine mobile Klanginstallation auf Kettenfahrwerk, die schon international auf Festivals und in Museen zu sehen war. Das klingt absurder als es ist. Ich bin gespannt.
Neu ist außerdem die Möglichkeit, auf der Formula-E-Hauptbühne zu sprechen – was den Teilnehmenden eine ganz andere Reichweite gibt als die bisherigen Reload-eigenen Panels.
Das Ticket kostet 10 Euro und gilt gleichzeitig als Eintritt für das Fan Village des Formel-E-Rennens. Für diesen Preis ist das schwer zu schlagen. Und wenn man schon vor Ort ist, sollte man sich die Formel-E-Rennen auch geben. Wir waren letztes Jahr mit der Familie da und durften richtig gute Renn-Action erleben!
Silent Ride am Samstagabend
Der Silent Ride ist seit der ersten Ausgabe das emotionale Herzstück des Wochenendes. 2025 waren es laut Veranstalter knapp 100 elektrische Bikes. Was mit dem Sprung auf Tempelhof-Dimensionen daraus wird, bleibt abzuwarten. Start ist am 2. Mai, irgendwo zwischen 17:30 und 19:00 Uhr. Danach Afterparty auf dem Gelände.
Wer ein E-Motorrad, einen E-Scooter oder ein elektrisches Moped hat: anmelden, hinfahren, mitfahren. Es bleibt ein besonderes Gefühl, lautlos mit einer Kolonne durch Berlin zu rollen – egal wie oft man es gemacht hat.
Der Vollständigkeit halber: Termine
- Show Day 1: Samstag, 2. Mai, 10:00–18:00 Uhr
- Silent Ride: 17:30–19:00 Uhr
- Afterparty ab 19:00 Uhr
- Show Day 2: Sonntag, 3. Mai, 10:00–18:30 Uhr
- Location: Flughafen Tempelhof, Berlin – Fan Village des Hankook Berlin E-Prix
Tickets und weitere Infos: reload.land
Für wen ist das?
Wer elektrische Mobilität primär als Notlösung für den Stadtverkehr betrachtet, wird wenig mitnehmen. Wer aber wissen will, was gerade in Sachen Elektromobilität, Custom-Kultur und Design passiert – und das nicht aus Pressemitteilungen, sondern aus erster Hand – der ist hier richtig. Die bisherigen Ausgaben hatten eine ungewöhnliche Mischung aus C-Level, Designern, Bastlern und neugierigen Fahrern, die einfach mal schauen wollten. Das war gut. Ich hoffe, das bleibt so, auch wenn das Gelände jetzt zehnmal so groß ist.
Ich bin auf jeden Fall wieder dabei.
Jens
Der Umzug des Reload.Land auf das Tempelhofer Feld ist eine spannende Entwicklung! Von 4.000 auf 40.000 Besucher – das ist wirklich eine andere Dimension.
Interessant auch der Fokus auf Electric Custom Bikes. Mit den neuen E-Bike-Typen kommen auch neue Anforderungen an die Schutzausrüstung. Diese Übersicht zu Helmtypen fand ich sehr aufschlussreich: https://uk.qualitaes-helme.de/motorcycle-helmets/types-of-helmet
Höhere Geschwindigkeiten, anderes Fahrverhalten – der passende Helm macht den Unterschied. Tolles Magazin mit echter Tiefe!