Triumph spendiert seinen beiden 660er-Modellen zum Modelljahr 2026 ein umfangreiches Update. Trident 660 und Tiger Sport 660 bekommen deutlich mehr Leistung, überarbeitete Fahrwerke und eine geschärfte Optik. Wir schauen uns an, wie sich das Paket im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.


Der Dreizylinder wächst über sich hinaus
Das Herzstück der Überarbeitung ist der Motor. Statt bisher 81 PS leistet der 660er-Dreizylinder jetzt 95 PS bei 11.250 U/min. Das maximale Drehmoment steigt auf 68 Nm bei 8.250 U/min. Besonders beeindruckend: Die Drehzahlgrenze klettert um satte 20 Prozent auf 12.650 U/min.
Triumph hat dafür tief in die technische Trickkiste gegriffen. Aus einem zentralen Drosselklappenkörper wurden drei separate 44-mm-Drosselklappen – eine pro Zylinder. Dazu kommen eine größere Airbox für besseren Durchsatz, ein überarbeiteter Zylinderkopf mit größeren Auslassventilen sowie ein neues Kühlsystem mit leistungsfähigerem Kühler.
Damit die neue Kraft auch sauber auf die Straße kommt, wurde das Sechsgang-Getriebe samt Übersetzungen und Quickshifter-Funktion (Triumph Shift Assist) feingeschliffen. Eine Slip-Assist-Kupplung reduziert zudem spürbar die Handkraft am Hebel.
Triumph 660 Update 2026: Die Konkurrenz im Rückspiegel?
Mit 95 PS spielt die Trident nun in derselben Liga wie die Yamaha MT-07 mit ihren 73,4 PS… Moment, das stimmt nicht. Die MT-07 hat deutlich weniger Leistung. Schauen wir auf die direkteren Konkurrenten:
- Kawasaki Z650: 68 PS – bleibt deutlich zurück
- Yamaha MT-07: 73,4 PS – auch überholt
- Aprilia RS 660: 100 PS – liegt knapp vorne
- KTM 890 Duke: 115 PS – spielt in einer anderen Liga
Die Trident positioniert sich damit im oberen Mittelfeld der Mittelklasse. Gegen die klassischen Paralleltwins gewinnt der Dreizylinder das Leistungsduell nun deutlich, während die sehr sportlich ausgelegten Konkurrenten oder hubraumstärkeren Bikes (wie die 850er-Modelle) weiterhin einen Vorsprung behalten.
Beim Tiger Sport 660 ist die Situation ähnlich eindeutig: Die Kawasaki Versys 650 (67 PS) und die Honda NC750X (58 PS) lässt Triumph leistungstechnisch hinter sich.






Fahrwerk und Optik: Punktuelle Verbesserungen
Während die Trident auf Agilität trimmt, setzt die Tiger Sport 660 verstärkt auf Langstreckenkomfort. Die Trident erhält einen überarbeiteten Rahmen und ein neues Showa-Federbein mit einstellbarer Vorspannung und Zugstufe. Die Tiger Sport behält ihre 150 mm Federweg, bekommt aber ebenfalls einen angepassten Rahmen und ein per Handrad verstellbares Federbein – ideal für den Wechsel zwischen Solo-Betrieb und voller Beladung.
Optisch wirkt die Trident durch den breiteren Tank und die neue geteilte Sitzbank deutlich muskulöser. Bei der Tiger Sport wächst der Tankinhalt von 14 auf 18,6 Liter, was die Reichweite für Touren massiv erhöht. Die neue, einhändig verstellbare Scheibe und optimierte Kühlerverkleidungen sollen zudem den Windschutz verbessern.






Elektronik: Solide Basis serienmäßig
Beide Modelle liefern ein Paket ab, das in dieser Klasse mittlerweile zum guten Ton gehört, bei Triumph aber direkt ab Werk an Bord ist:
- Drei Fahrmodi (Sport, Road, Rain).
- Kurven-ABS und Traktionskontrolle dank 6-Achsen-IMU.
- Quickshifter für kupplungsloses Rauf- und Runterschalten.
- Tempomat und MyTriumph-Connectivity (Navigation/Smartphone).
Preis und Unterhalt
Der Trident 660 startet bei 8.695 Euro, die Tiger Sport 660 bei 9.895 Euro. Auf den ersten Blick liegen die Briten damit über den japanischen Einsteiger-Twins, doch das Gesamtpaket relativiert den Preis.
Triumph gewährt in Deutschland serienmäßig vier Jahre Herstellergarantie. In Kombination mit den Serviceintervallen von 16.000 km sorgt das für niedrige Unterhaltskosten. Wer sein Bike viel nutzt, profitiert hier von der hohen Zuverlässigkeit und den geringen Werkstattzeiten.
Fazit: Mehr Punch für den britischen Charakter
Triumph hat bei den 660ern genau an den richtigen Stellschrauben gedreht. Das deutliche Leistungsplus auf 95 PS rückt beide Modelle in der Hierarchie ein ordentliches Stück nach oben, ohne die Einsteigerfreundlichkeit zu opfern. Der Dreizylinder bleibt dabei das Alleinstellungsmerkmal: Wer diesen speziellen Triple-Sound und die lineare Kraftentfaltung sucht, findet in dieser Hubraumklasse keine echte Alternative.
Während die Trident jetzt deutlich sportlicher auftritt, ist die Tiger Sport durch den größeren Tank zu einem ernstzunehmenden Kilometerfresser gereift.
Lange gedulden müssen sich Interessenten nicht mehr. Bereits ab März 2026 werden die ersten Maschinen bei den Triumph-Händlern stehen. Wer einen charakterstarken Allrounder mit modernster Elektronik sucht, sollte für das Frühjahr definitiv eine Probefahrt einplanen
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