Bad & Bold entstand nicht aus einem Businessplan, sondern aus Frust. Frust darüber, dass Motorradkleidung entweder sicher war oder gut aussah – aber selten beides. Barbara kam aus der Mode, Matthias aus Marketing und Community. Motorradfahren war Leidenschaft, Kleidung ein Problem. Also machten sie es selbst. Die Idee war simpel und radikal zugleich: funktionale, zertifizierte Motorradbekleidung, die man auch nach dem Absteigen noch tragen will. Kein Power-Ranger-Look, keine Plastikoptik, keine Logoschlacht. Stattdessen ehrliche Materialien, gute Schnitte, kleine Hersteller, viel Handarbeit und noch mehr Haltung.

Aus dieser Haltung wurde über fast 14 Jahre eine Marke. Ein Online-Shop, der bewusst kein Bauchladen ist. Events, Ausfahrten, eigene Formate. Eine Community, die nicht wegen Rabatten kam, sondern wegen Vertrauen. Bad & Bold war nie laut, nie billig, nie beliebig. Und genau deshalb relevant.

Ein gewachsener Ort für Motorradkultur

Bad & Bold war immer mehr als E-Commerce. Wer dort kaufte, kaufte auch die Geschichte dahinter: warum ein Stoff so ist, warum ein Hersteller ausgewählt wurde, warum manches bewusst nicht verkauft wird. Barbara kennt jedes Teil im Shop nicht nur beim Namen, sondern im Aufbau. Matthias hat das Ganze nach außen getragen, vernetzt, erzählt, weitergedacht.

Das zeigte sich besonders bei Events wie RIDE – The Moto Festival. Kein klassisches Messeformat, sondern ein Treffpunkt für Custom, Adventure, Design und Menschen. Keine Sales-Schlacht, sondern Austausch. Wer da war, hat verstanden, was Bad & Bold meint, wenn sie von Community sprechen.

Der Wendepunkt: Kanada statt Stillstand

Nach vielen Gesprächen, Reisen und Überlegungen haben Barbara und Matthias entschieden, 2026 ein neues Kapitel aufzuschlagen. Sie ziehen nach Victoria auf Vancouver Island in Kanada. Nicht, um etwas zu beenden, sondern um etwas Neues zu beginnen. Eine berufliche Chance, familiäre Verbindungen und die Möglichkeit, ihre Erfahrung in einem anderen Markt einzubringen. Ihre Beweggründe haben sie in diesem Interview bei Moto Reloaded erklärt:

Wichtig dabei: Bad & Bold soll nicht verschwinden. Im Gegenteil. Die Marke soll bleiben – nur mit neuen Menschen, die sie weiterführen.

Bad & Bold sucht eine Nachfolge

Barbara und Matthias suchen aktiv eine Nachfolge für Bad & Bold. Offen für unterschiedliche Modelle: Übernahme, Asset-Deal oder eine andere passende Form. Entscheidend ist nicht die juristische Konstruktion, sondern das Verständnis für die Marke. Gesucht wird niemand, der nur einen funktionierenden Shop übernimmt. Sondern jemand, der versteht, dass Bad & Bold ein Qualitätsversprechen ist. Dass es um Motorradleidenschaft, Community und Haltung geht. Und dass Wachstum hier nie Selbstzweck war, sondern Ergebnis von Glaubwürdigkeit.

RIDE 2026 findet statt – und alles läuft weiter

Bis nach dem RIDE 2026 bleiben Barbara und Matthias präsent. Bad & Bold läuft weiter wie gewohnt. RIDE – The Moto Festival findet vom 24. bis 26. Juli 2026 statt, erste Aussteller sind bestätigt, die Planung läuft, der Ticketverkauf startet bald. Für die beiden wird es ein emotionaler Höhepunkt – und ein bewusster Übergabepunkt.

Rückblick und Ausblick

Wer tiefer verstehen will, wie Bad & Bold tickt, findet in unserem TwinSpark Motorrad Podcast ein ausführliches Gespräch mit Barbara und Matthias, in dem sie erzählen, wie alles begann und warum sie vieles bewusst anders gemacht haben.

Wenn man sich so eine Marke aufgebaut hat, finde ich den Schritt sehr mutig, das alles hinter sich zu lassen und etwas neues aufzubauen.

So steht Bad & Bold jetzt an einem seltenen Punkt. Eine starke Marke, eine treue Community, eine klare Haltung – und die ehrliche Frage: Wer will das weitertragen? Freiwillige vor!