Manchmal sitzt du einem Gast gegenüber und merkst nach fünf Minuten: Der Mann meint es ernst. Nicht mit sich – aber mit dem, was er tut. Christoph, besser bekannt als Kuhlewu, erzählt im Gespräch, wie aus ein paar GoPro-Experimenten in Berlin ein Kanal wurde, der heute über eine halbe Million Menschen erreicht. Und warum er trotzdem noch weiß, wie sich 1.500 Euro Netto im ersten Jahr anfühlen, wenn du dafür jeden Tag acht Stunden durch die Stadt fährst und am nächsten Tag acht Stunden schneidest.

Dabei beginnt seine Motorradgeschichte mit einem Warnhinweis: Die Nachbarin verlor ihren Sohn bei einem Unfall, seine Mutter bat ihn damals, niemals Motorrad zu fahren. Jahre später meldet er sich einfach in der Fahrschule an, entdeckt MotoVlogs über YouTube-Empfehlungen und rutscht hinein in etwas, das er nie geplant hatte.

Das berühmte „Flirt-mit-Polizistin“-Video bringt ihm damals 80.000 neue Abonnenten in ein paar Tagen. Der Algorithmus war gnädig, sagt er heute. Ab da ging es weiter – mit Berliner City-Videos, mit Challenges, die niemand braucht: drei Stunden Kreisverkehr, drei Stunden McDrive, eine Navi-Tour, bei der er konsequent immer in die falsche Richtung fährt.

Irgendwann reicht Berlin nicht mehr. Also kauft er für 900 Euro einen 125er Roller und fährt übers Wochenende nach Paris und zurück. Für Afrika reicht es dann fast: 300 Kilometer vor Gibraltar Motorschaden. „Ich bin auf jeder Raststätte auf den Rücken gefallen, weil alles weh tat“, sagt er. Trotzdem war das der Moment, in dem er merkte: Reisen sind sein Ding. Und: Sie sind leichter zu produzieren als stundenlange Großstadtlotterie.

Heute reist er mit Moji durch Japan, Australien, Thailand und halb Europa. Hochglanz ist das nicht. Eher zwölf Stunden im Sattel, Hotels mit grenzwertigem Internet und die ständige Angst, dass eine SD-Karte stirbt. Aber Christoph beschreibt es wie ein Marathon: Währenddessen tut es weh, danach bleibt nur das Dopamin.

Über Erfolge spricht er offen – aber auch über den Druck. Wenn ein Video eine „10 von 10“ wird, also das schlechteste der letzten zehn Videos, trifft ihn das immer noch. Nur nicht mehr so brutal wie früher, weil inzwischen Kooperationen einen Teil des Risikos abfedern.

Am Ende erzählt er von neuen Ideen: mehr Schrauben, vielleicht wieder mehr Challenges. Und von einem geplanten Weltrekordversuch: In 24 Stunden durch 16 Länder. Zweitausend Kilometer, kaum Pausen. Die Art von Unsinn, bei der Christoph sofort anfängt zu lächeln.

Der Podcast zeigt: Kuhlewu ist keiner, der sich selbst zu wichtig nimmt. Aber er nimmt das, was er tut – das Fahren, das Produzieren, ja sogar das Leiden – sehr ernst. Und genau deshalb macht es Spaß, ihm zuzuhören.

Kuhlewu TwinSpark Motorrad Podcast - unsere Besucher

Was Carina und mich persönlich sehr gefreut hat, waren die vielen Freunde unter den zahlreichen Besuchern, darunter auf einige Podcastgäste aus früheren Folgen. Von links nach rechts im Bild, Chris Sautter, Irene Seidler, Tanja Frank, Alex, Carina und Sandra Bartel.

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