Am Nürburgring erlebten 78.000 Zuschauer ein intensives DTM-Wochenende mit zwei völlig unterschiedlichen Rennausgängen. Bestes Sommerwetter, volles Haus und harte Rad-an-Rad-Duelle sorgten dafür, dass die Fans an beiden Tagen voll auf ihre Kosten kamen. Während am Samstag Emil Frey Racing mit einem Doppelsieg für Ferrari jubelte, drehte BMW am Sonntag den Spieß um und sicherte sich seinerseits einen Doppelerfolg.

Rennen 1 – Aitken holt Ferrari-Doppelsieg

Das Samstagsrennen startete chaotisch: Schon in den ersten Kurven kam es zu mehreren Berührungen und Ausfällen, was die Rennleitung zu einer Unterbrechung zwang. Nach dem Re-Start behauptete Pole-Setter Jack Aitken die Führung, direkt gefolgt von seinem Emil-Frey-Teamkollegen Ben Green. Dahinter mischten sich Ricardo Feller im Audi, Jordan Pepper im Lamborghini und Marco Wittmann im BMW in die Verfolgergruppe ein.

Die taktische Vielfalt zeigte sich früh: Feller suchte sein Glück mit einem sehr frühen Boxenstopp, der ihn zunächst nach vorn brachte. Aitken hingegen wartete als einer der Letzten auf seinen Reifenwechsel und kam mit frischen Pirellis zurück auf die Strecke – allerdings zunächst hinter Feller. Es folgte ein sehenswerter Zweikampf über mehrere Runden, bei dem sich der Brite schließlich durchsetzte. Kurz darauf schnappte sich auch Green den Audi und machte den Ferrari-Doppelsieg perfekt.

Marco Wittmann zeigte im BMW eine kämpferische Leistung und machte neun Plätze gut, nachdem er von Rang 14 gestartet war. Für die Gesamtwertung bedeutete der fünfte Platz wichtige Punkte, auch wenn er nicht ganz mit der Pace der beiden Ferraris und des Audi mithalten konnte. Auer, der bis dahin die Meisterschaft anführte, hatte einen zu langen Boxenstopp und musste sich mit Platz sechs begnügen.

Ergebnisse Rennen 1 (Top 5)

DTM Nürburgring – Rennen 1 (Top 5)
Pos Fahrer Team / Fahrzeug Zeit / Rückstand
1 Jack Aitken Emil Frey Racing / Ferrari 296 GT3
2 Ben Green Emil Frey Racing / Ferrari 296 GT3 +0,684 s
3 Ricardo Feller Land Motorsport / Audi R8 LMS GT3 Evo II +3,097 s
4 Jordan Pepper TGI Team Lamborghini by GRT / Lamborghini Huracán GT3 Evo2 +3,508 s
5 Marco Wittmann Schubert Motorsport / BMW M4 GT3 Evo +4,726 s

Rennen 2 – Rast feiert 30. DTM-Sieg

Am Sonntag gehörte die große Bühne René Rast. Vom sechsten Startplatz aus legte er einen Traumstart hin und machte schon in den ersten Kurven drei Positionen gut. Nach einer kurzen Anlaufphase setzte er in Runde sechs das entscheidende Überholmanöver gegen Ben Dörr und übernahm die Führung. Dahinter verteidigte Lucas Auer zunächst Platz zwei, während sich Marco Wittmann von Rang sieben aus in Schlagdistanz brachte.

Rast fuhr einen kontrollierten ersten Stint, während viele seiner Konkurrenten früh zum Reifenwechsel kamen. Schubert Motorsport entschied sich, Rast so lange wie möglich draußen zu lassen – ein Plan, der aufging. Als letzter Fahrer im Feld kam er an die Box, kehrte mit weiterhin deutlichem Vorsprung zurück und konnte das Rennen von der Spitze aus verwalten. Wittmann nutzte seine frühe Stoppphase, um sich zunächst an Auer heranzuarbeiten und ihn kurz nach Rast’s Reifenwechsel zu überholen.

Auer musste sich mit Platz drei zufriedengeben, hatte damit aber immerhin die Tabellenführung zurückerobert. Maro Engel fuhr im Mercedes-AMG ein unauffälliges, aber sauberes Rennen und holte Platz vier. Ayhancan Güven bescherte dem Manthey-Team beim Heimspiel mit Rang fünf ein solides Resultat. Rast hingegen konnte auf den letzten Runden das Tempo etwas herausnehmen und dennoch einen Vorsprung von fast acht Sekunden ins Ziel bringen – ein Jubiläumssieg, der seine Chancen im Titelkampf wieder deutlich erhöht.

Ergebnisse Rennen 2 (Top 5)

DTM Nürburgring – Rennen 2 (Top 5)
Pos Fahrer Team / Fahrzeug Zeit / Rückstand
1 René Rast Schubert Motorsport / BMW M4 GT3 Evo
2 Marco Wittmann Schubert Motorsport / BMW M4 GT3 Evo +7,795 s
3 Lucas Auer Mercedes-AMG Team Landgraf / Mercedes-AMG GT3 +12,846 s
4 Maro Engel Mercedes-AMG Team Winward Racing / Mercedes-AMG GT3 +13,790 s
5 Ayhancan Güven Manthey EMA / Porsche 911 GT3 R +15,321 s