Nach einer ruhigen Nacht und einem stärkenden Frühstück mit Blick auf die Dolomiten machten wir uns auf zur letzten Etappe. Doch bevor wir dazu kommen möchten ich Euch die Halslhütte in der wir genächtigt hatten sehr empfehlen. Die Halslhütte liegt auf 1.620 Metern Höhe am Fuße des Würzjochs und ist gut über die kurvige, teils enge Passstraße von Brixen oder St. Martin in Thurn erreichbar. Wer mit dem Motorrad kommt, parkt direkt vor der Hütte – mit Aussicht auf die Dolomiten inklusive.
Motorradfreundliche Übernachtung auf der Halslhütte
Drinnen erwartet einen eine gemütliche Stube mit viel Holz, Dielenboden und Kachelofen. Draußen gibt’s eine große Sonnenterrasse mit Panoramablick. Die Küche ist bodenständig-südtirolerisch, hausgemacht und ohne Schnickschnack. Knödel, Schlutzkrapfen, Speck – alles, was man nach einem langen Tag im Sattel braucht.




Übernachten kann man in einfachen, aber sauberen Zimmern oder im Lager. Warmes Wasser, frische Bettwäsche, gutes Frühstück – alles da. Wir haben die familiäre Atmosphäre und die herzliche Gastfreundschaft sehr geschätzt. Wenn man abends beim Stiefelbier auf der Terrasse sitzt und die Sonne langsam hinter den Zacken der Dolomiten verschwindet – dann weiß man, warum sich der Weg hierher gelohnt hat. Vielen Dank an Siggi, der die Hütte recherchiert und gebucht hatte.
Kurviger Start über das Würzjoch bis zum Jaufenpass



Über das schmale Asphaltbands des Würzjochs rollten wir hinunter nach Brixen, von dort aus folgten wir der Brennerstrasse bis Sterzing. Hier trennten sich Sandra und Siggi von uns, die über den Brenner den direkteren Heimweg nahmen. Der Rest von uns nahm Kurs auf den Jaufenpass. Der verbindet das Eisacktal mit dem Passeiertal und zählt zu den abwechslungsreichsten Pässen Südtirols. Die Straße ist durchgehend asphaltiert, bietet in der Nordauffahrt schnelle Kurven mit weitem Blick, oben dann enge Kehren, kleine Galerien, kurze Waldstücke – alles dabei. Wer früh unterwegs ist, bekommt das volle Programm fast für sich allein.





Timmelsjoch: Hochalpenstraße mit Geschichte
Danach ging’s weiter zum Timmelsjoch, das sich spektakulär auf 2.474 Meter hochschraubt und die Grenze zwischen Südtirol und Tirol markiert. Die Südseite ist schroff, ausgesetzt, mit engen Kehren und viel Aussicht – fahrerisch ein Highlight, aber an Wochenenden oft überfüllt. So auch bei uns: Ein überlanger Camper sorgte für einen kilometerlangen Stau, den wir mühsam umkurvten. Spaß sieht anders aus, aber immerhin hatten wir ab der Passhöhe wieder freie Fahrt ins Ötztal.




Top Mountain Crosspoint: Motorradmuseum auf 2.175 Metern
Ein Highlight am Timmelsjoch ist das Motorradmuseum an der Mautstation Top Mountain Crosspoint. Das ursprüngliche Museum war 2021 bei einem Großbrand komplett zerstört worden. Über 200 historische Motorräder und zahlreiche Exponate aus der Automobilgeschichte gingen damals verloren. In beeindruckendem Tempo wurde das Gebäude neu errichtet 2022 wieder geöffnet und präsentiert heute wieder über 450 Fahrzeuge auf zwei Etagen. Der Fokus liegt auf Klassikern europäischer und amerikanischer Marken, ergänzt durch Sonderausstellungen und digitale Installationen. Geöffnet ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, der Eintritt kostet aktuell 15 Euro für Erwachsene. Wer schon mal oben am Timmelsjoch steht, sollte sich die Zeit nehmen
Fernpass statt Kühtai: Rückfahrt über Tirol
In Sölden machten wir Mittagspause, beobachteten den Reiseverkehr und entschieden spontan, den geplanten Schlenker über das Kühtai auszulassen. Stattdessen nahmen wir direkt den Fernpass – er verbindet Tirol mit Bayern, ist landschaftlich schön, aber gerade an Sonntagen mit Rückreiseverkehr oft zäh. Wir kamen noch halbwegs durch und rollten in Garmisch ein.
Von dort aus fuhren wir über die Autobahn zurück nach München – bei 34 Grad und Stau auf dem Mittleren Ring der letzte Test für Mensch und Maschine. Abends gaben wir die R12-Bikes bei BMW ab, staubig, verschwitzt – aber zufrieden.
Vier Tage, drei Motorräder, unzählige Eindrücke – und trotz Stau, Hitze und Campern steht fest: Diese Tour hatte alles, was es braucht.
Die Route habe ich nur bis Garmisch getrackt, die Aufzeichnung findet ihr hier mit GPX-Download. Oder ihr zieht euch den ursprünglich geplanten Track hier aus der Karte:
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