Motorrad-Magazin über Benzinkultur, Motorrad-Touren und Custombikes

Alte Leidenschaft, neue Maschinen – Preview unserer R12 Heritage Tour

Vor ziemlich genau zehn Jahren bin ich meine erste richtige Alpentour gefahren. Damals auf einer frisch eingefahrenen BMW R nineT, die mir nicht nur den Einstieg ins sportliche Tourenfahren erleichtert hat, sondern auch die Leidenschaft für lange Tage im Sattel geweckt hat. Kurven, Ausblicke, Alpenpässe – und das Gefühl, sich mit jedem Höhenmeter freier zu fahren. Unter anderem hat sich dieses Bild von damals fest in mein Gehirn eingebrannt, welches bei der Abfahrt von den Drei Zinnen entstand.

Zehn Jahre später ist die R nineT erwachsen geworden – und hat Gesellschaft bekommen. Die neue R 12 Familie von BMW Motorrad besteht aus drei Modellen: der klassisch gestylten R 12 nineT, dem coolen Cruiser R 12 und der offroad-orientierten R 12 G/S. Drei unterschiedliche Charaktere, die sich trotzdem eine technische Basis teilen. Und was liegt da näher, als mit allen dreien genau dorthin zurückzukehren, wo alles begann? Sandra wird die R 12 nineT pilotieren, Stephan die R 12 und ich freue mich sehr auf die R 12 G/S. Begleitet werden wir von Carina, Siggi, Tom und Simon Kommende Woche geht es schon los.

Prolog – Von München nach Berchtesgaden

Am Mittwoch starten wir in München. Nach der Übergabe der Motorräder cruisen wir über Landstraßen Richtung Alpen. Bad Aibling, Aschau im Chiemgau, Reit im Winkl – und dann über die Deutsche Alpenstraße nach Berchtesgaden. Eine entspannte Einrollrunde, um sich schon mal mit den Bikes vertraut zu machen.

Tag 1 – Rossfeld, Katschberg, Nockalm und Wurzenpass

Von Berchtesgaden starten wir auf die Rossfeld-Panoramastraße – eine der höchstgelegenen durchgängig befahrbaren Straßen Deutschlands. Sie schlängelt sich oberhalb von Berchtesgaden entlang, bietet freie Blicke auf das Salzburger Land und die Berchtesgadener Alpen. Perfekt, um den Tag mit einer Portion Panorama zu beginnen.

Im weiteren Tagesverlauf folgen wir der Route, die wir bereits 2018 auf unserer Slowenientour befuhren. Über Hallein, Obertauern und den Katschberg geht es weiter zur Nockalmstraße – einer kurvenreichen Hochalpenstraße mitten im Biosphärenpark Nockberge. Rund 35 Kilometer, 52 Kehren und ständig wechselnde Ausblicke auf die sanften Kuppen der Nockberge. Ein echtes Highlight für alle, die gerne flüssig und rhythmisch fahren. Und weil uns diese Etappe schon 2017 so begeistert hat, fahren wir sie jetzt einfach noch mal – mit anderen Motorrädern, aber der gleichen Freude.

Über den Wurzenpass erreichen wir am Abend Slowenien und unser Etappenziel Kranjska Gora. Erste richtige Etappe, viele Kurven, wenig Verkehr – genau so darf’s weitergehen.

R12 Heritage Tour – Tag 1: Regen, Kurven und Kärntner Reidn – Motorradtour durch Österreichs Alpenpässe

Tag 2 – Vršič-Pass, Soča-Tal, Slowenische Grenzkammstraße und Mangart

Wir starten in Kranjska Gora mit dem Vršič-Pass – 50 Kehren, davon viele noch mit grobem Kopfsteinpflaster. Historisch, spektakulär und fahrerisch fordernd. Dahinter öffnet sich das Soča-Tal, dessen türkisgrünes Wasser fast unwirklich leuchtet. Hier lohnt sich jeder Fotostopp – und ein kurzer Spaziergang ans Ufer.

Nach einer Mittagspause in Kobarid biegen wir ab auf die Slowenische Grenzkammstraße. Eine schmale, teils geschotterte Strecke, die sich hoch über dem Tal am Kamm entlangzieht. Ideal für die R 12 G/S, aber auch mit den anderen Bikes machbar – sofern man enge Spitzkehren und lose Passagen nicht scheut.

Den Abschluss bildet die Mangartstraße – sie führt auf die höchste befahrbare Straße Sloweniens, über 2.000 Meter hoch. Der Blick reicht bis nach Italien und zurück. Über den Predil-Pass und Sella Nevea rollen wir hinunter nach Venzone, wo wir den Tag bei Pizza und italienischem Wein ausklingen lassen.

R12 Heritage Tour – Tag 2: Vršič, Soča, Mangart – Kurvenkino in Slowenien und Italien

Tag 3 – Friaul und Dolomiten satt, onroad wie offroad

Der heutige Tag bringt uns zwei Routenvarianten. Eine für die Strassen- und einen für die Stollenfraktion. Die Strassenfahrer starten zum Monte Zoncolan – einer der steilsten Anstiege Italiens, bekannt aus dem Giro d’Italia. Oben angekommen ist’s schmal, steil und spektakulär. Die Stollenfraktion fährt ein Tal weiter nördlich auf den Monte Zoufplan und die Panoramica delle Vette – Alpenschotter und spektakuläre Ausblicke garantiert.

Ab Comeglians treffen sich die Routen wieder, danach passieren wir die Forcella Lavardet (leider unpassierbar) und die Sella Ciampigotto. Am Nachmittag stehen die Drei Zinnen auf dem Programm. Es folgen in kurzen Abständen absolute Hochkaräter wie der Passo Giau, Falzarego und der Valparola. Unser Ziel: das Würzjoch, mit Blick auf die Geislerspitzen und einer kleinen Berghütte hinter der Passhöhe als Unterkunft.

R12 Heritage Tour – Tag 3: Schotter, Serpentinen und ein neuer Lieblingspass

Tag 4 – Klassiker zum Schluss

Zum Abschluss gibt’s noch mal zwei Hochkaräter. Vom Würzjoch rollen wir hinunter nach Brixen und nehmen Kurs auf den Jaufenpass – eine echte Kurvenorgie mit Aussicht. Danach folgt das Timmelsjoch, das sich auf fast 2.500 Meter hochschraubt und nicht nur fahrerisch, sondern auch architektonisch einiges bietet: mit dem Top Mountain Crosspoint steht hier das höchstgelegene Motorradmuseum Europas.

Nach einer Mittagspause dort geht’s durchs Ötztal, den Kühtai und Fernpass nach Garmisch-Partenkirchen. Von hier aus nehmen wir voraussichtlich die Autobahn zurück Richtung München. Ein langer letzter Tag – aber genau richtig, um eine besondere Tour auch besonders zu beenden. Vier Tage, drei Motorräder, unzählige Eindrücke – und bestimmt mehr als ein Grund, das Ganze irgendwann zu wiederholen.

Und dann?

Ab August erzählen wir die ganze Geschichte – in Bildern, im Blog, im TwinSpark Podcast und in einem ausführlichen Tourvideo. Folgt dem Hashtag #r12heritagetour um unsere Updates von unterwegs nicht zu verpassen.

Wer Fragen zur Tour, zur R 12 Familie oder zur Route hat: her damit. Wir nehmen euch gerne mit – virtuell und vielleicht beim nächsten Mal auch live.

Zurück

Motorsport-Wochenende: Hülkenberg auf dem Podium, Preining doppelt stark

Nächster Beitrag

Kleiner Bock fürs Grobe – die neue Triumph Scrambler 400 XC

  1. Stefan

    Da kommen Erinnerungen hoch. Ich war im letzten Jahr auf dem Maxlride Festival und von dort ging es ins Friaul. Den Zoncolan und einige Abschnitte eurer geplanten Tour, bin ich auch gefahren. Viel Spaß und ich freue mich auf den Reisebericht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich bin einverstanden

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén