Mit über über 185.000 erworbenen Führerscheinerweiterungen innerhalb von drei Jahren stieß der B196-Führerschein in Deutschland auf reges Interesse. Auf diese erfreuliche Entwicklung reagieren auch die Hersteller und es bieten sich spannende Alternativen in der 11 KW-Klasse. Anlass genug, euch in einer kleinen Artikelserie einige der aktuellen Modelle vorzustellen. Wir beginnen mit einer sehr stylischen Vertreterin dieser Klasse, der Husqvarna Svartpilen 125.

Optisch reicht sich die Svartpilen 125 nahtlos in die Linie ihrer größeren Schwestern 401 und 701 ein. Wer auf eine moderne Designsprache steht, ist hier genau richtig. Die in Pirelli Scorpion Rally STR-Gummi gehüllten 17 Zoll-Speichenfelgen sorgen für einen rustikalen Auftritt und einen erwachseneren Auftritt der Maschine im Vergleich zu anderen Motorrädern dieser Klasse.

Die Svartpilen 125 enstand aus dem Konzernbaukasten. Grundlage ist die größere Svartpilen 401, von der ein Großteil der Komponenten übernommen wurde, der Motor kommt von der KTM 125 Duke. Was aus Produktionssicht praktisch ist, kommt mit einem Nachteil: mit einem fahrfertigen Gewicht von 156 kg hat die kleine Svartpilen viel Masse zu bewegen mit den 11 kW, die das Achtelliter-Aggregat mitbringt.

Mit einer Sitzhöhe von 835 mm ist sie sehr zugänglich, die Sitzposition ist aufrecht, der Lenker harmoniert auch mit breiteren Schultern, die Knie finden ausreichend Platz unter der markanten Tankkante. Das Digitaldisplay sitzt in einem runden Gehäuse hinter dem Lenker im Enduro-Stil. Die Ablesbarkeit des LC-Displays ist ok, über mit Nachdruck zu bedienende Schalter kann man sich durch die Menüs klicken.

Doch jetzt den Anlasser gedrückt los. Um flott voranzukommen gilt das alte Rezept für kleinere Bikes: Drehzahl und flott schalten. Unter 4.000 Umdrehungen passiert relativ wenig, aber sobald man Fahrt aufgenommen hat und fleissig durchs leicht zu schaltende Getriebe steppt, kann man flott durch den städtischen Verkehr wuseln. Der Motor ist spontan in der Gassannahme und dreht flott hoch, bis einen das kleine rote Lämpchen im Display zum Einlegen des nächsthöheren Gangs nötigt. Auf der Stadtautobahn ist man auch kein Hindernis, mit mir beladen schafft es die kleine Husky bis auf eine Geschwindigkeit von 105 km/h (Tacho-Anzeige), die letzten km/h muss man bisschen aus dem Aggregat auswringen. Aber hey, es sind 125 Kubik und nicht 1.000. Ist der 9,5l-Tank voll vermeldet das Display eine Reichweite von 260 Kilometern, damit könnte ich fast eine Woche lang ins Büro pendeln ohne tanken zu müssen. Das schafft meine 300er Vespa nicht mit viel gutem Zureden und einer sensiblen Gashand.

Das WP-Fahrwerk macht einen guten Job, lediglich das stramme Sitzkissen zwickt spätestens nach 30-45 Minuten am Gesäß. Für Verzögerung sorgen Bybre-Bremsen, vorne beisst die Vierkolben-Bremse in amtliche 320mm Bremsscheiben, geregelt über ein Zweikanal-ABS von Bosch. Vielleicht nicht für den Führerscheinneuling sofort zu empfehlen ist der Supermoto-Modus, den die Maschine bietet. Hier wird das ABS am Hinterrad abgeschaltet und man kann gepflegt quer um die Kurven manövrieren.

An der Maschine ist vieles sehr durchdacht und sie glänzt mit einer soliden Bauart, ein kleines Detail stört mich dennoch: der Seitenständer endet direkt unter der linken Fußraste, so dass man immer mit einem Balletfüßchen nach dem Ende des Ständers fischen muss, bevor man das Motorrad auf dem selbigen abstellen kann.

Mit einem Listenpreis von 5.199,00 € ist die Svartpilen 125 nicht wirklich kompatibel mit dem Taschengeld eines 16jährigen. Das will sie vielleicht aber auch gar nicht. Der in diesem Segment eher im höheren Bereich angesiedelten Einstandspreis bietet einem ein erwachsenes Motorrad in der Achtelliterklasse mit einer sehr eingeständigen Formensprache und sehr guter Ausstattung.

Weitere B196 Bikes findet ihr hier.