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Meine neue Reisebegleiterin: DJI Mavic Mini

Kurz nach meinem Motorradführerschein kam die erste GoPro ins Haus. Begleiter auf kleinen und großen Touren, um möglichst alles zu dokumentieren. Ich gebe zu, damals ging Quantität vor Qualität. Einige Generationen GoPros später fotografiere ich auf kleinen Touren mittlerweile nur mit dem iPhone und während der Fahrt mit dem Sena 10C Evo. Lediglich bei den größeren Touren wird mehr mitgefilmt und fotografiert.

Nicht erst seit der Slowenientour – bei der Sandra eine DJI Mavic Air dabei hatte – lungere ich um eine Drohne rum. Die Möglichkeiten, neue Perspektiven und Blinkwinkel zu nutzen, waren einfach zu verlockend. Wir spulen ein paar Jahre vor. Neulich feierte ich einen runden Geburtstag und viele meiner Partygäste trugen dazu bei, daß ich nun eine DJI Mavic Mini mein Eigen nennen kann:

Die Drohne

Bewusst hatte ich mich für die kleinste der DJI Mavic Drohnen entschieden. Als Begleiterin auf Motorradtouren waren für mich kleines Packmaß wichtiger als höchste Auflösung und Fluggeschwindigkeit. Mit 249g Fluggewicht besteht für sie nicht einmal Kennzeichnungspflicht (aber dazu mehr unten bei Versicherungen).

Ein paar Eckdaten:

  • 249 g ultraleicht
  • Bis zu 30 Minuten Flugzeit
  • 2 km HD-Videoübertragung
  • Sichtsensoren + präziser Schwebeflug mit GPS
  • Kamera mit 2,7K Video und Stabilisierung auf drei Achsen
  • Abmessungen gefaltet: 140 × 82 × 57 mm
  • Abmessungen ausgefaltet: 245 × 290 × 55 mm (mit Propellern)

Bezüglich der maximalen Flugzeit reicht sie fast an ihre größeren Schwestern Mavic Air 2 und Mavic 2 Pro heran. Zurückstecken muss sie allerdings bei der maximalen Fluggeschwindigkeit. Hier erreicht sie nur 46,8 km/h im Modus „S“, während die Mavic Air 2 knapp 69 km/h erreichet und die Mavic 2 Pro 72 km/h (Detailvergleich hier). Als Drohnen-Anfänger reicht mir die Kleinkraftrad-Stadt-Höchstgeschwindigkeit völlig aus. Das muss man erstmal kontrolliert fliegen können (und zwar nicht nur geradeaus).

Die maximale Videoauflösung beträgt 2,7K mit 30 fps, die maximale Fotoauflösung 12 Megapixel. Für meine Zwecke reicht das völlig aus, ich will ja keine Riesenposter drucken oder Kinofilme produzieren, sondern Blog und Social Media-Profile damit befeuern.

Die Fly-More-Combo umfasste neben der Drohen und Fernbedienung noch drei Akkus nebst Ladestation sowie Propellerschutz und Tragetasche.

Und wie geht das jetzt?

Die ersten Flugversuche habe ich diese und letzte Woche in Berlin unternommen, bereitwillig unterstützt von Sohn I und Sohn II. Die Hauptstadt sieht aus 30 Metern Höhe ganz anders aus. Momentan sind Sonnenauf- und -untergänge gern genommene Sujets. Aber die ersten Motorradmotive kommen sicher bald.

Deus ex Machina Berlin

Sonnenuntergang über Lichtenberg

Jüdischer Friedhof in Weissensee

Sonnenaufgang über Weissensee

Sonnenuntergang über Weissensee

Zusatz-Equipment

Etwas Zubehör habe ich mir dazubestellt:

Hensych Tragetasche

Da das Hardcase der Mavic nicht in meinen Tankrucksack passt, habe ich mich nach etwas kleinerem umgesehen. Mit am kompaktesten war die Tragetasche von Hensych. Sie ist zwar nicht so robust wie ein Hardcase, aber im Tankrucksack liegt sie eh geschützt und da ist platzsparende Unterbringung wichtiger. In die innen mit Flanell und Trennsteg ausgestattete Tasche passen die Drohne und die Fernbedienung. Die Ladestation sowie die Reservebatterien packe ich separat in den Tankrucksack. Da ich in der Frontverkleidung meiner BMW eine Doppel-USB-Ladebuchse habe, ist ein Port frei für das Laden der Batterien während der Fahrt.

Propellerschutz aus Silikon

Eines der Dinge, die mir relativ früh beim Aus- und Einpacken der Drohen auf den Keks gingen, waren die umherflatternden Propeller. Um sie einzufangen, habe ich mir einen Satz Silkon-Propellerschutz bestellt. Ist quasi wie ein Suspensorium für die Propeller, hält sie schön zusammen und dämpft Stöße. Problem ist nur, daß die Ausschnitte im DJI-Case so knapp geschnitten sind, daß sich die Drohne mit dem Propellerschutz untenrum nicht einpacken lässt. Packt man sie aber in die Hensych Tragetasche, passen beide bestens drauf.

PGYTECH Filter Combo ND PRO

Die ersten Flüge bei strahlender Mittagssonne zeigten schnell, daß der Kamerasensor in der Drohne mit der Lichtmenge etwas überfordert war. Deswegen habe ich ihr vier Sonnenbrillen gekauft, quasi. Das Set aus 4 Neutraldichtefiltern (ND8, ND16, ND32, ND64) reduziert die Lichtmenge bei sehr hellen Bedingungen, so dass Überbelichtung vermieden wird. Ebenso wird die Farbsättigung des Bildes erhöht, das Bild wird transparenter und lebendiger.

Die Dinge sind wirklich sehr klitzeklein, getestet habe ich sie noch nicht, aber ein Erfahrungsbericht wird folgen.

Drone crashen und reparieren: so geht’s

Auf Hunderunde in Malchow

Auf Hunderunde in Malchow

Der gestrige Drohnenflug auf der morgendlichen Hunderunde enthielt auch eine Premiere: mein erster Drohnenabsturz. Bei 5° Aussentemperatur verkürzte sich die Akkulaufzeit deutlich und plötzlich wollte die Drohne zur Startposition zurückkehren. Da ich mit ihr aber eine gute Strecke unterwegs gewesen war, trennten uns von der Startposition zwei hohe Baumreihen. Zur Erinnerung: die Mavic Mini hat nur eine Hinderniserkennung nach unten. Nicht nach vorne, seitlich oder oben. Nur unten. Bis ich es geschafft hatte, das Landemanöver abzubrechen um die Drohen manuell bei mir zu landen, war sie schon über die nächste Baumreihe weg ausser Sichtweite. Problem: zwischen mir und der Baumreihe war ein Fluß, den ich nicht so einfach überspringen konnte, zumal hatte ich noch den Hund dabei.

Übers Kamerabild konnte ich mich auch nicht richtig orientieren, also blieb nur die Option, den Sichtkontakt wieder herzustellen, also sprintete ich mit Hund um den Fluss und die Baumreihe herum. Und stand vor einem Feld, welches mit hüfthohem Gesträuch bewachsen war. Keine Drohne zu sehen, nicht mal zu hören. Über das Kamerabild versuchte ich noch, die Drohne auf einen weniger hoch bewachsenen Fleck zu steuern, als die Batterie alle war und die Drohne aus niedriger Höhe crashte. Ich hatte aber Glück und konnte die Drohne nach einigen Minuten des Suchens wieder finden. Grasbüschel hingen in den Propellern und das Kameragimbal war ausgehakt.

Das Gimbal ist oben und unten mit kleinen Gummipuffern mit dem Drohnengehäuse verbunden und somit elastisch gelagert. Oben waren sie noch intakt, die beiden unteren hatten sich ausgehakt. Nach Ansehen des folgenden Reparaturvideos wusste ich aber, daß es zu beheben war:

Da es nur die unteren Puffer betraf, musste ich nicht mal den Gehäusedeckel abnehmen. Mit ner Pinzette und etwas Gefummel waren sie wieder eingefädelt und das Gimbal hing wieder gerade.

Dinge können also kaputt gehen beim Drohnenfliegen. Entweder die eigenen, oder auch fremde. Deswegen sollte man sich auch mit dem folgenden Thema beschäftigen.

Versicherung

Hobbypiloten sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für ihre Drohne abzuschließen. Denn auch wenn sie für einen Schaden nichts können, beispielsweise weil die Drohne durch eine Windböe weggetragen wird und einen Verkehrsunfall verursacht, haften sie gegenüber den Geschädigten in voller Höhe.

Dafür ist nicht unbedingt eine gesonderte Versicherung notwendig. Rund zwei Drittel aller Privathaftpflichtversicherungen decken das Risiko Drohnenfliegen mittlerweile ab. Wenn ihr eine ältere Versicherung habt, prüft das aber noch mal nach, ob das da auch enthalten ist. Gute Privathaftpflichtversicherungen mit Drohnenschutz gibt es ab 30 Euro im Jahr.

Ich hab mir über GetSafe für 4€ pro Monat eine eigene für die Drohne geholt.

Was aber, wenn ich nix anderes kaputt mache und „nur“ die Drohen crashe? Dazu gibt es bei DJI das „Care Refresh Service Agreement“. Für eine kleine zusätzliche Gebühr von 39€ bietet DJI Care Refresh, innerhalb eines Jahres bis zu zwei Ersatzgeräte. Es werden verschiedene Unfallschäden, wie beispielsweise aus Kollisionen oder dem Kontakt mit Wasser abgedeckt. Die Ersatzgeräte sind neu oder sind hinsichtlich Leistung und Zuverlässigkeit gleichwertig zu einem Neugerät. Fand ich sinnvoll und damit fliege ich dann auch entspannter.

Was sonst noch zu wissen ist

Neben der richtigen Versicherung gibt es auch noch andere Punkte, auf die Drohnenbesitzer achten sollten. Wiegt die Drohne über 250 Gramm, müssen Besitzer eine feuerfeste Plakette mit Namen und Adresse anbringen, ab zwei Kilogramm muss der Pilot eine bestandene Theorieprüfung nachweisen, ab fünf Kilogramm braucht es sogar eine behördliche Erlaubnis.

Außerhalb von Modellflugplätzen dürfen Drohnen nur bis zu einer Höhe von 100 Metern fliegen. Auch ist das Überfliegen von fremden Grundstücken ohne Genehmigung nicht erlaubt. In Flugverbotszonen zum Beispiel in der Nähe von Flughäfen oder Regierungsgebäuden dürfen Drohnen gar nicht erst abheben.

Die DJI App zeigt die Flugverbotszonen oder Flugeinschränkungen an. Aber eben nur für den Standort, an dem man gerade ist. Ausführlichere Daten zeigt die App von Map2Fly an.

In diesem Sinne: happy flying!

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  1. Max

    Die steht ja nun auch bei mir, nachdem mir meine DJI Spark im Schweiz-Urlaub leider so ungünstig abgestürzt ist, auch bei dem Versuch mit leerem Akku zurückzukehren, dass eine Reparatur deutlich den Neupreis übersteigt.

    Die Spark, damals die Kleinste der DJI Familie, hat(te) aber immerhin auch eine Hinderniserkennung nach vorn und konnte neben ein paar Kreativmodi auch Follow-Me. Das wird mir vermutlich etwas fehlen bei der Mini, mal schauen.
    Ansonsten ist die schon ganz nett, bzgl Zubehör, ähnliches hatte ich für die Spark auch schon, habe ich für die Propeller den ‚Gurt‘ im Auge. Bei den Filter sind zwar die ND-Filter nett, aber ein Polfilter macht gerade bei viel Sonne dann doch mehr Sinn.

    Bezüglich der Versicherung, in meiner regulären Haftpflichtversicherung sind auch kleine Drohnen inklusive, daher brauchte ich schon bei der Spark keine zusätzliche Versicherung, daher sollte man vorher mal die Unterlagen prüfen bzw bei der Versicherung nachfragen.

    • Wegen der Follow-Me-Funktion habe ich auch länger überlegt. Aber das wäre dann die Mavic Air 2 gewesen und in der Fly More-Combo hätte die fast doppelt so viel gekostet. Das war mir für den Anfang zu viel.

      • Max

        Ich finde es ein wenig schade, dass die Funktionen der Spark, oder ein Teil davon, es nicht in die der Mini geschafft haben und die Spark damals schon stiefmütterlich behandelt wurde. Die Fernbedienung der Mini hat auch weniger Tasten als die der Spark, so sind Schnellzugriffe auf Funktionen nicht möglich. Aber das geringere Gewicht und die längere Flugzeit der Mini sind dagegen große Vorteile.

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