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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Monat: August 2020

Lieblingsstück: Held Sambia Sommerhandschuhe

Hat nicht jeder von uns das eine Teil seiner Motorradausrüstung, welches er nicht missen möchte. Bei mir sind es meine ICON 1000 Elsinore Motorradstiefel, die Vigilante Jacket – ebenfalls von ICON – sowie die Held Sambia Motorradhandschuhe.

Die Teile fahre ich nun schon seit mehreren Jahren. Und obwohl sie als Sommerhandschuhe deklariert sind fahre ich sie von April bis Oktober. Gut, hier und da mach ich dann bei frischerer Witterung mal die Griffheizung an.

Sie passen, super, sind auch bei längeren Tagesritten bequem, es zwickt nix, sie sind gut belüftet und bieten eine sehr gute Sicherheitsausstattung.

Wer einen ausführlichen Test lesen will, dem empfehle ich diesen Artikel in Martins Blog 600ccm. Er hat sich wirklich sehr detailiert damit auseinandergesetzt.

Edit: Auch Marco fährt den Sabia seit Jahren und hat seine Erfahrungen damit zusammengetragen.

Nach all den Jahren hat sich nun eine Naht am Zeigefinger verabschiedet. Kann mal passieren, wenn man quasi die ganze Motorradsaison in den Dingern wohnt. Nix, was man nicht flicken lassen kann. Ich habe es aber zum Anlass genaommen, mir ein neues Paar zu bestellen. Dann habe ich nun ein Backup, das ich mal durchwechseln kann.

Was sind denn Eure „Must-Have-Teile“?

Triumph erweckt die Trident zu neuem Leben

In der Motorrad-Mittelklasse steppt der Bär und Triumph will da nicht am Rand der Tanzfläche stehen sondern mittendrin. Um mit der Honda CB 650 oder Yamaha MT-07 konkurrieren zu können, bringt Triumph im kommenden Jahr ein neues Modell in den Markt mit altbekanntem Namen: Trident.

Letzten Freitag präsentierte Triumph die Designstudie für das neue Modell. Nüchtern komplett in weiß gehalten soll es die Charakteristiken des Mittelklasse-Roadsters zeigen. Technische Daten zum Motorrad oder zum Motor gab es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht. Nur soviel: der Motor wird ein Drilling werden und er wird A2-kompatibel sein. Drehmomentstärke wird im Presskit ausgelobt. Leistungsvorteil, klassenführende Technologie und wettbewerbsfähiger Preis sollen sie vom Konkurrenzangebot differenzieren.

Mangels technischer Details oder Spezifika zur Ausstattung bleibt erstmal der Blick aufs Design. Pur, minimalistisch, britisches Design mit italienischem Flair will mir die Pressemitteilung vermitteln. Vornerum Rundscheinwerfer und klassische Tankform mit Knieaussparungen, hintenrum cleanes, modernes Heck welches an die Street Triple erinnert. Die Triumph Formensprache erkenne ich schon wieder, aber die Mischung wirkt unharmonisch und zusammengetackert. Ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll. Die Farbgebung trägt ja auch einiges zum Charakter eines Motorrades bei, vielleicht ist es hier durch das reinweiss noch etwas unakzentuiert.

Aber über Geschmack lässt sich bekanntlicherweise streiten. Es gibt ja auch Menschen, die moderne Kawasakis kaufen, erschliesst sich mir garnicht. Lasst mich eine Prognose abgeben: 180kg nass, um die 85 PS und knapp unter 8.000€ um sie unterhalb der Street Triple zu positionieren. Und in Schlagdistanz zur MT-07 und CB650R Neo Sports Café. Dann reden wir nochmal.

Edit:


Triumph hat die Katze aus dem Sack gelassen und ich muss sagen, ich lag ziemlich nah dran mit meinen Schätzungen:

  • 81 PS Spitzenleistung bei 10.250 U/min und 64 Nm Spitzendrehmoment bei 6.250 U/min.
  • Gewicht fahrfertig 189 kg
  • ab 7.343 Euro in Deutschland (zzgl. Liefernebenkosten)

Krowdrace Wolfslake 2020

Mit dem ersten von drei geplanten Rennen startete heute nach langer Corona-Pause der zum KROWDRACE-CUP in die neue Saison! Austragungsort der Auftakt-Veranstaltung war der Eichenring vom Speedway-Team Wolfslake e.V. bei Berlin.

Gestartet wurde in 10 verschiedenen Klassen: Anfänger und Interessierte konnten auf ihren Motorrädern mit Straßen- oder Endurobereifung (keine Motocross-Stollen) in der Klasse „Run What You Brung“ und „Newbies“ erste Runden auf einer Sandbahn drehen, für Damen gab es die „Supergirls“-Klasse und diejenigen Fahrer, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben, starteten in den Klassen „Rookies/Amateure“, Profis und sonstige Haudegen in den Klassen „Pro“ und „Hooligan“, für „Vintage pre-79“ Motorräder war ebenfalls eine eigene Klasse ausgeschrieben.

Samstags war Trainingstag. Hier konnte man auch gegen eine Teilnahmegebühr von 25€ nur mal so mitfahren und Flat Track-Luft schnuppern. Zum Beispiel wenn man die Flat Track Eigenschaften seiner Vespa austesten wollte:

Sohn II und ich machten uns nach dem sonntäglichen Frühstück auf den Weg um die Rennen des Vormittags anzuschauen. Jede Klasse startete zu drei Umläufen à 6 Runden.  Die Newbies liessen es noch etwas verhaltener angehen, aber schon bei den Rookies wurde schon ordentlich um Positionen gekämpft.

Es war großartig zu sehen, was da alles an Zweirädern um den Kurs bewegt wurde. Herkömmliche Enduros, mit Liebe aufgebaute Flattracker bis hin zu Zweitakt-Mofas. Großartig fand ich Nadda, die in der Supergirls-Klasse ihre BSA mit stoischer Ruhe um den Kurs bewegte.

Von einigen Teilnehmern wusste ich, daß sie gerade erst mit dem Flat Track angefangen hatten und dies mit ihre ersten Wettbewerbsrunden waren. Die Freude am Ausprobieren und Lernen war spürbar. Hauptsache erstmal nicht gestürzt und nicht überrundet werden.

Die nächsten beiden Rennen zum Krowdrace-Cup finden im September statt: am 19.-20.09. in Parchim sowie am 26.-27.09. im Rahmen Petrol Days in Nordhastedt.

Edit:

Juliane Eger war für 1000PS in Parchim beim Krowdrace und hat ein tolles Video mitgebracht:

972 Breakdowns – auf dem Landweg nach New York

Sicher jeder von uns hatte mal bekloppte Ideen. Über die meisten hat man sich im Kopf amüsiert, die wenigsten sind zur Umsetzung gekommen. Das Vorhaben, mit russischen Ural-Gespannen von Halle /Saale den Landweg nach New York zu nehmen, gehört sicher zu den abenteuerlicheren Ideen. Ist aber wahr geworden für fünf frisch gebackene Künstler, die gerade ihren Motorradführerschein gemacht haben. Die Reise über 45.000 km sollte vom Herbst 2014 bis Januar 2017 dauern.

Die Wahl des Vehikels war hierbei ausschlaggebend – die Ural 650. Sie gilt als robust, leicht zu reparieren – vor allem aber als extrem unzuverlässig. Dementsprechend hatten die Fünf mehr Pannen, als es Moskitos in Sibirien gibt! Doch das war der Plan. Denn es ging darum in engen Kontakt mit der Bevölkerung zu gelangen. Denn eine Panne zu haben gleicht einer universellen Sprache, jeder kann das einfach verstehen und aktiv werden.

Da keiner von ihnen jemals vor diesem Projekt Motorrad gefahren ist, standen die Künstler vor einer großen Herausforderung. Eigentlich scheiterten sie jeden Tag, lernten aus ihren Fehlern und verstanden den Zufall für sich zu nutzen, um weiter zugehen.

Ihre Geschichte haben sie schon als Vortrag erzählt, als Buch niedergeschrieben und nun auch als Film herausgebracht.

Wo der eigene Plan nicht mehr aufgeht, wird es spannend… Willkommen im Beiwagen eines charmanten aber auch launischen russischen Motorrades auf dem Landweg nach New York.

972 Breakdowns – In diesem Pannentheater begegnen uns die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus. Mit Ihrer Hilfe fahren wir immer ein Stückchen weiter – bis zum nächsten Breakdown.

Wir wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben… stets auf der Suche nach dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergehen kann …!

Den Vortrag bei einem Motocycle PowWow habe ich verpasst. Die Film-Vorführung heute Abend im Sommerkino am Kulturforum verpasse ich gerade. Zahlreiche Vorführungen deutschlandweit geben Euch aber die Chance, die Dokumentation dieses Abenteuers in Spielfilmlänge zu sehen. Sogar in meinem schwäbischen Heimatkaff Kirchheim / Teck wird der Film gezeigt. Ihr habt also keine Entschuldigung, den Film nicht zu sehen. Und vielleicht schaffe ich es auch noch. Abenteuer kann man nicht genug haben!

Motorrad-Reise-Enduro-Training beim ADAC

Dinge, die man nicht oft genug machen kann: Motorrad-Trainings. Vor ein paar Wochen hatte ich mich schon mal dazu ausgelassen. Wenn ich mich mal selber zitieren darf:

Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!

Den eigenen Rat zu Herzen genommen, buchte ich mich fürs Wochenende beim ADAC in Linthe zu einem Reiseenduro-Training ein. Schließlich hatte ich mein neues Motorrad noch nicht im Training bewegt. Das größere Ziel ist ein Trainingswochenende beim Enduro Action Team. Das ADAC-Training sollte das kleine Warmup dazu werden. Ein bisschen Zweifel hatte ich, ob die als Einsteigertraining ausgewiesene Veranstaltung ggf. zu langweilig werden könnte. „An den Basics kann man immer arbeiten!“ dachte ich mir dann aber.

So klingelte Sonntags um 6:00 der Wecker, denn die Trainings beginnen bereits um 08:00 Uhr. Die Morgensonne begleitete mich und ich hatte sogar noch die Zeit, ein Stück Landstrasse durch den Hohen Fläming bis nach Linthe mitzunehmen.

Dort angekommen formierte sich unsere Trainingsgruppe um unseren Trainer Peer. Mit meiner F800GS war ich bischen der Exot, alle anderen fuhren GS-Boxer, von 1100 über 1150, 1200 bis zur neuesten 1250er war alles vertreten. Die einzige Ausnahme bildete ein Teilnehmer mit einer brandneuen Triumph Tiger 900 GT.

Die erste Trainigseinheit am Vormittag verbrachten wir erstmal auf Asphalt. Bergauf- und Bergabbremsungen jeweils nur mit Vorder- oder Hinterradbremse, im Schrittempo am Lenkeranschlag wenden, Notstopp am Berg. Oder wie der Trainer es nannte: „Was tun, wenn der Berg gewinnt?“ In dem Falle die Maschine durch Motor abwürgen mit eingelegtem Gang zum Halten bringen. Anschliessend Lenker an den Anschlag bringen und durch ganz zartes Dosieren der Kupplung rückwärts rollen lassen um die Maschine parallel zum Berg bringen. Anschließend durch wechselnde Lenkereinschläge das Vorderrad dazu bringen, bergab zu rutschen um eine ungefährdete Linie bergab zu haben.

Am späteren Vormittag ging es dann auf den Offroadparcours. Fahren auf Sand war angesagt. Für mich so ein bisschen der ungeliebte Endgegner. Um es richtig zu lernen, standen wir vor der „Elefantengrube“, einer tiefen, mit Sand gefüllten Senke. Aber auch mit einer dicken Adventure-GS mit wenig Profil auf den Strassenreifen war die Durchfahrt durch das Becken zu bewältigen, wie unser Trainer zeigte. Und ich muss gestehen, ich gewöhnte mich immer mehr daran. Erstmal mit den Füßen noch unterstützend am Boden. Dem Vorderrad etwas Spiel geben, damit es sich durchpflügen kann und vor allem wie bei allen anderen Fahrmanövern auch den Blick in der Ferne gerichtet und nicht auf das Terrain kurz vorm Vorderrad. Wenn man auch bei langsamen Tempo die Balance gut halten kann, findet das Motorrad schon seinen Weg.

In Zweierteams fuhren wir Runden durch unseren Parcours, später ergänzt mit Bergauf- und Bergabpassagen. Ich hatte mich mit Achim zusammengetan, lustigerweise kam er aus meiner schwäbischen Heimat. In Brandenburg machte er gerade Urlaub und nahm das Endurotraining als passende Abwechslung mit. Wir ergänzten uns sehr gut und mussten eher den anderen beim Motorrad aufheben helfen. Zwei, drei der Teilnehmer hatten durchaus zu schaffen mit den noch leichten Offroadbedingungen. Nach leichten Stürzen strichen auch zwei Mitfahrer die Segel und brachen das Training ab.

Später am Nachmittag hatten wir das gesamte Offroadgelände für uns und konnten uns durch schmale Pfade im Wald wühlen, auf Waldboden, Sand und Schotter in unterschiedlichster Körnung und Konsistenz. Die hohen Temperaturen den Tag über zehrten aber an der Kondition, viele Trink- und Verschnaufpausen halfen da, die Konzentration dennoch hoch zu halten.

Mach 8 Stunden Training ging es zurück nach Hause. Insgesamt fand ich es gut aufgebaut, an den Grundlagen konnte ich gut weiter feilen. Beim nächsten Training darf es aber gerne etwas anspruchsvoller sein.

Auf der Heimreise fiel die 50.000 Kilometer-Marke. Ich kann meine Maschine also als gut eingefahren bezeichnen. Mögen viele, spannende Kilometer auch abseits asphaltierter Strassen folgen.

Motorradfahren bei Sommerhitze: was zieh ich an?

Dieser Tweet von Clemens erinnerte mich daran, daß ich noch einen Beitrag zu meiner neuen Sommerjacke schreiben wollte.

Bei der derzeitigen Hitze sehe ich immer wieder Motorradfahrer in kurzen Hosen und T-Shirt Motorradfahren. Mag zwar temperaturmäßig angenehmer sein, aber vong Fahrsicherheit her isses halt Scheiße. Auch ich erinnere mich an eine Motorradtour vor einigen Jahren bei ca. 36-38 Grad. Ich trug ne Kombi von Polo mit ner Materialmischung aus Känguruhleder an den Gefährdungsstellen und Meshgewebe an den weniger gefährdeten Stellen. Während der Fahrt war es auszuhalten, aber als ich auf dem Rückweg nach Hause im städtischen Stau stand, wollte nicht nur der Einzylinder unter mit kollabieren sondern ich auch.

Für diesen Sommer habe ich mir was neues zugelegt für die heißen Tage: die Rev’it Eclipse Jacke.

Sturzgefährdete Bereiche bestehen aus abriebfestem Polyester 600D; Front, Rücken und die Ärmel innen aus Mesh-Gewebe gewährleisten die Belüftung des Oberkörpers. CE-Protektoren an Ellbogen und Schulter sind bereits integriert, ein Rückenprotektor kann nachgerüstet werden. Praktischerweise passte der Rückenprotektor meiner anderen Rev’it-Jacke.

Mit den Verstellriemen und an Hüfte und an den Handgelenken kann man die Jacke den eigenen Bedürfnissen bzw. Körperformen anpassen. Hier zeigt sich ein Nachteil der Jacke, die Klettverbindungen sind ziemlich lasch und halten nicht sehr gut.

Gut sind die doppelten Jeansschlaufen, mit der man die Jacke mit dem Hosengürtel verbinden kann, was das verrutschen der Jacke während der Fahrt unterbindet.

Für 120-130€ ist die Jacke superfair bepreist und eine sehr gute Ergänzung zu jeder Motorrad-Garderobe. Mit sieben verschiedenen Farbvarianten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die braune Variante passt auch exzellent zu dem Kalamata Metallic meiner F800GS.

Ich konnte sogar meine Frau davon überzeugen, daß sie die Damenvariante in schwarz für ihre städtischen Vespafahrten sinnvoll und schick ist. Man kann also auch in der sommerlichen Hitze sicher unterwegs sein ohne sich totzuschwitzen.

Pol Tarrés – The Seeker Movie

Wenn jemand dem Trial-Champion und Extrem-Enduro-Fahrer Pol Tarrés Roca gesagt hat, dass man auf einer 700 Kubik-Enduro keine radikalen, der Schwerkraft trotzenden Stunts machen kann, wird er spätestens hier eines besseren belehrt.

The Seeker, ein wunderschön gedrehter und witziger Kurzfilm, der Pol bei seinen scheinbar unmöglichen Manövern auf einer serienmäßigen Yamaha Ténéré folgt. Dies ist die zweite Kooperation des Spaniers in einer Reihe von Videos, die von den Echevarría-Brüdern, auch bekannt als The Who, gedreht wurden. Aber schaut selber:

Angeblich waren die einzigen Anpassungen am Motorrad der Tausch der Bereifung gegen Mitas Endurogummis sowie Anpassung der Federung durch mehr Öl in der Gabel. Krass, was Pol auf der Maschine abliefert. Das machen andere nicht auf einer Wettbewerbs-Trial oder Hardenduro-Maschine.

Pol lebt und trainiert in Katalonien, wo auch der größte Teil des Videos gefilmt wurde. Mit 27 Jahren ist er bereits eine Trial-Legende und rangiert nun konstant in den Top Ten der aufreibenden WESS World Enduro Championship-Serie. Es überrascht nicht, dass er schon als kleines Kind mit BMX und Trial-Fahren begann, schließlich ist sein Onkel der siebenfache Trial-Weltmeister Jordi Tarres.

Mehr Action findet ihr auf Pols YouTube-Kanal, nicht weniger aufregend ist die Produktion „Hebo Dominicana“ aus dem letzten Jahr:

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