Kettenritzel.cc

Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Throwback Thursday: Bike Life in the Pathetic North-Wet.

1995/96 war ich den vereinigten Staaten. Portland, Oregon, gelegen im pazifischen Nordwesten, ist jetzt nicht die Motorradhauptstadt der vereinigten Staaten. Vielmehr wird die Gegend von den dort Heimischen statt „pacific northwest“ liebevoll „pathetic north wet“ genannt.

Egal.

USA, Land der Freiheit, ein Motorrad musste her. Und so habe ich an einem schummrigen, vermutlich regnerischen Abend in Portland eine Kawasaki KZ400S gekauft. Am Rande bemerkt: ein Motorrad, dass hierzulande Z400S heißt, denn der internationale Name klingt doch zu geschichtsträchtig für den deutschen Markt.

Mag03039 Mag03040

Irgendein Hinterhofschrauber hatte die Kiste frisch zusammengenagelt und lackiert. Das „S“ – so hat er mir das erklärt – steht für „Sport“ und bedeutete in diesem Fall Speichenräder und Trommelbremsen vorne und hinten.

Rot war sie, frisch lackiert, leider mit einem (so sollte sich später herausstellen) nicht Benzin-festen Lack. Und so sah die Mühle bald nicht mehr hübsch sondern eher rattig aus.

Weil alleine trinken doof und alleine Motorrad fahren einsam macht musste Anschluss her. Und dieser war die „TAHRS“ – tortoise and hare riding society. Jedes zweite Wochenende ging es auf die Piste. Die Amis um mich herum waren herzlich und voller Mitleid mit mir. Waren sie doch auf den Harleys, GSen, VFRs und anderen dicken Maschinen unterwegs, während meine 400er zunehmend an Farbe am Tank verlor.

Und als dann beim „DTOC“ (down the Oregonian coast) 200 Meilen von der Heimat die Kawa noch die Kette verlor und dabei das Motorengehäuse zerschlug war genug. Entweder ein neues Bike oder ich war raus.

Tom hätte da eines. Eine Kawasaki GPZ 550.

Mag05029 Mag05030

Immer noch keine Goldwing, aber vier Zylinder, reichlich bums und einer 4-in-1 Tüte die in Europa sicher nicht zulassungsfähig gewesen wäre. Gut, ab da musste ich immer hinten fahren.

Das alles erzähle ich Euch nur, weil neben mir gerade der Diascanner steht, der die Jahre in den USA aufarbeitet.

Beim Durchsehen der Bilder kann ich Euch aber sagen, der Nordwesten der USA ist motorrad-technisch eine Reise wert. Nicht im Winter, nicht im Frühling, weil da regnet es. Aber im Sommer allemal.

Zurück

Yamaha Yard Built XSR700 von Bunker Custom Motorcycles

Nächster Beitrag

Full Gear Friday.

  1. Andreas

    Haha, sehr schön. Ich hatte in Vancouver eine klapprige Yamaha xj 750 seca, damit konnte ich auch nur Mitleidige Blicke ernten aber zumindest kam man damit schnell ins Gespräch. Nach dem Motto.. „So ein kleines Motorrad hatte ich auch als Teenager“ 🙂

  2. rideon

    Jeder fängt mal klein an. Und im Ausland erst recht. By the way: in unserer Oregonischen Mopped-Clicke war auch eine Frau auf einer Seca II dabei. Sie war hübsch. Die Frau (und die Seca II), und damit hatte sie nie mit dem Teenager-Image zu kämpfen. Im Gegensatz zu mir. Lustig war nur, wenn morgens beim Zelten der Harley-Fahrer seine Maschine angelassen hat mit ungefähr einer Zündung pro Minute. Und daneben die Seca II bereits bei ungefährt 12.000 Umdrehungen war. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich bin einverstanden

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén