Benzingespräche: URBAN MOTOR

Neulich als wir bei Bier und Burger bei Burg & Schild mit den Wrenchmonkees zusammenstanden war wieder so ein Abend geiler Benzingespräche mit zum Teil wildfremden Leuten, die aber alle eine Gemeinsamkeit hatten. Die Leidenschaft für das von fossilen Brennstoffen angetrieben Zwei- oder Vierrad. Da viele dieser Gespräche es wirklich Wert sind, festgehalten zu werden, möchte ich in Zukunft versuchen, den einen oder anderen Gearhead zu einem kleinen Benzingespräch zu verhaften und dieses hier zu dokumentieren.

Den Anfang dieser hoffentlich illustren Reihe mach Peter Dannenberg von Urban Motor, den ich letzte Woche traf.

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Was ist denn die Geschichte von Urban Motor? Wie seid ihr entstanden? 

Aus Unlust und Lust. Unlust aus dem, was wir damals alle gemacht haben und Lust, was zu Tun, was wir mit Leidenschaft tun können. Ich kann’s am besten für mich persönlich sagen, ich habe damals im Marketing in der Musikindustrie gearbeitet  und ich hatte eigentlich schon einige Jahre die Schnauze voll und habe dann auch tatsächlich in den Sack gehauen. Ich hatte Anteile an einer Agentur, die habe ich dann verkauft, bin Vater geworden und als ich dann ein Jahr lang auf das Kind aufgepasst habe, habe ich überlegt was man machen kann. Und es gab für mich eigentlich nur zwei große Themen für mich, die Leidenschaft für den Sport und die Leidenschaft für Motorräder, die ich schon seit frühester Jugend habe. Da dachte ich mir, das was ich kann, kann ich auch im Bereich Motorrad machen. Und da ich eine Leidenschaft für Exoten habe und besondere Motorräder und damals schon zwei Leute kennengelernt hatte die Bock hatten was zu machen – und die beide Zweiradmechaniker waren  – dachte ich, daß wir ein gutes Team werden können. Das Konzept haben wir über ein Jahr hinweg ausgearbeitet und haben Urban Motor entstehen lassen.

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Und seit wann gibt es Euch?

Eröffnet haben wir 2009, das heißt aber, daß die Idee schon früher stand. Ich habe 2007 angefangen am Konzept zu arbeiten, wir hatten Ende 2008 auch schon die Location gefunden, was auch ganz wichtig war. Im Herbst 2008 haben wir dann angefangen das hier auszubauen, die große Eröffnungsparty war dann im April 2009 und seitdem gibt es uns offiziell.

Mit welchen Zielen und Erwartungen seid ihr damals an den Start gegangen?

Spaß zu haben! So naiv das klingt bei drei Jungs, die fast alle 40 sind und sagten „wir wollen nur Spaß haben“, aber das war das Hauptziel. Wir wussten alle, daß wir enorme materielle Einschnitte würden machen müssen. Im Vorfeld haben wir natürlich den Markt abgecheckt und wußten, daß das was wir vorhatten, enorm risikoreich war. Und viele Leute haben uns den Vogel gezeigt als wir sagten, wir nehmen hauptsächlich alte Europäer – v.a. BMW Zweiventilboxer – und machen die schön. Das haben uns die meisten schon nicht geglaubt. Das absolute No-Go war dann unser Plan, damit auch noch Geld verdienen zu wollen. Da haben uns viele für komplett irre erklärt. Aber wir dachten uns, wenn wir drei darauf schon Bock haben gibt es da draußen sicher noch viel mehr Leute, denen das gefällt. Und mittlerweile glauben wir schon, daß wir viele der damaligen „Vogelzeiger“ eines Besseren belehrt haben.

Gibt es Differenzierungsmerkmale von einem Urban Motor-Umbau zu anderen? Gibt es bestimmte Stilmerkmale die Euch wichtig sind und die in Euren Bikes wiedererkannt werden sollen?

Das ist eigentlich ganz schwierig, denn wir sind eigentlich keine typischen Designer. Wir sind eher Bauchtypen und Motorradfahrer. Gibt es ein Stilmerkmal? Bemerkenswert war sicherlich, daß wir als Urban Motor vor allem BMW Zweiventilboxer umgebaut haben. Das hat damals keiner gemacht, also nicht ernsthaft. Das hat vielleicht jemand für sich zu Hause privat gemacht, weil er schon immer darauf abgefahren ist. Aber das hat keiner gemacht mit einem wirtschaftlichen oder professionellen Interesse dahinter. Ich glaube nicht, daß es wirklich ein Stilmerkmal gibt außer der Tatsache, daß wir enorm auf Reduktion und Vereinfachung stehen aber auch auf eine Form von Perfektion, wenn man das tut. Also daß es auch wirklich ineinandergreift, was man da tut. Nicht nur abhacken, sondern wirklich verändern. Man muss ein Design immer verändern, wenn man das tut damit eine Linie erhalten bleibt. Aber da spricht sicherlich der Blinde von der Farbe, weil – wir wie eingangs gesagt – eigentlich keine Designer sind. Wir denken aber daß wir für die Materie, mit der wir uns beschäftigen ein gutes Gefühl haben.

Wieso genau BMW? Es gibt auch andere Hersteller, die nicht unbedingt häßliche Motorräder bauen wie Guzzi oder Triumph, die auch gerne für Umbauten als Basis genommen werden.

Ganz ehrlich: wir wollten ja auch anders sein! BMW ist jetzt nicht das Motorrad von dem ich als 18-jähriger geträumt hätte. Ganz im Gegenteil. Als ich 18 war, da war das das Allerletzte. Aber genau diese Motorräder, die neu vom Band liefen als ich 18 war, die bauen wir heute um. Und ich glaube auch ein bißchen um uns abzugrenzen. Wir wollten was anderes machen. Es gab Ducati Customizer in Deutschland, es gab schon lange – auch in Berlin – Guzzi Customizer, das war nix neues. Mein Herz hängt von der Ästhetik her an Moto Guzzi, ich bin auch viele Jahre Moto Guzzi gefahren, muß aber auch zugeben daß es auch eine Phase als Student gab, in der ich auch BMW gefahren bin. BMW war in gewisser Form die erste Art der Abgrenzung: „wir machen was, was noch keiner gemacht hat!“ Klar gibt es auch in Berlin Mitbewerber wie die Boxerschmiede , die aber mehr als Reparaturwerkstatt galten und ab und zu mal irgendwas umgebaut haben.

Wir wollten uns aber wirklich als Customizer positionieren, also ein Motorrad als Basis nehmen was technisch gut ist – und das ist ein alter BMW Boxer immer. Ich bin nach wie vor – da staunen immer die Leute, das ist aber kein Widerspruch – kein großer Fan von der Ästhetik des Boxermotors. Aber wir wollten uns damals etwas abgrenzen und wir haben einfach technisch eine sausolide Basis, bei denen man den Leuten auch offen und ehrlich sagen kann: du kaufst da was Gutes und wir geben Dir gerne die Gewährleistung. Man kann sich das ja vorher alles ankucken und wir revidieren das Fahrzeug sowieso komplett, also auch den Motor, den Antriebsstrang und das Getriebe. Und danach ist das Ding wieder für die nächsten 100.000 km gut. Es ist grundsolide Technik, es ist alltagstauglich obwohl es Old- und Youngtimer sind.

Wenn Du Dir jetzt andere Customizer anschaust – national oder international – gibt es da einen Umbau – BMW oder auch nicht – , bei dem Du gedacht hast „geil, das hätte ich auch gerne gemacht!“?

Ja, der allererste Titel der Wrenchmonkees in der MO, dieser Honda Reihenvierzylinder, das war einfach ein saugeiles Motorrad. Vorher hatte ich auch geile Sachen von DEUS gesehen. Die haben auch diesen Hang zu Reduktion, kombiniert mit den designerischen Veränderungen, was das ganze wunderschön macht. Die haben da einfach ein Händchen dafür.

Ich fand auch die Flat Red von Jens vom Brauck total geil. Das war ein oder zwei Jahre bevor ich auf die Idee kam, meinen Scheiß mal hinzuschmeissen und zu überlegen, ob ich nicht mal was neues im Leben machen kann. Damals bin ich auch das erste Mal mit Jens – der heute ein guter Freund von mir ist – in Kontakt getreten und der hat nur gesagt „Sowas bau ich nicht nochmal für kein Geld der Welt!“ Er ist halt auch ein Künstler, aber das ist halt auch Reduktion, wenig, schön gestaltet, basierend auf einem älteren Motorrad, das sind schon die Dinge… aber daß ich sagen würde ich hätte es gerne gemacht? Nein, ich freue mich wenn andere Leute schöne Sachen bauen. Ich freue mich total über ästhetisch wertvolle Motorräder, ich freue mich über alle Dinge, die ästhetisch wertvoll sind.

Wie entsteht bei Euch ein Umbau? Habt ihr selber eine Idee oder kommt ein Kunde mit einem Basismotorrad und / oder eigenen Vorstellungen?

Ich kann Dir sagen wie wir angefangen haben. Wir haben diese Firma gegründet und dann vier, fünf Motorräder gebaut und dann versucht, die in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Motorräder hatten unterschiedliche Stilrichtungen, so wie wir sie schön fanden und die sind gut angekommen. Seitdem ist es fast ausschließlich so, daß wir im Kundenauftrag Motorräder bauen. Aber das basiert immer auf unseren Ideen und die Leute werden halt auf uns aufmerksam weil sie irgendwas schön finden was sie bei uns gesehen haben und sicherlich lassen die auch ihre individuellen Wünsche bei uns einfließen aber wir würden nie etwas bauen was wir nicht gut finden. Also so ’ne Anfrage nach einem Chopper würden wir ablehnen. Zum einen haben wir genug zu tun und zum zweiten haben wir da auch gar keinen Bock drauf. Keiner von uns ist Chopper-Fahrer oder hat ein Bedürfnis danach. Ich will ja nicht sagen daß das in 20 Jahren anders aussieht, aber im Augenblick nicht. Wir würden nie was bauen, was uns nicht gefällt.

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Gab es schon den Fall, daß ein Kunde ankommt und sagt, ich hätte gerne das oder das Basismotorrad und ihr habt den Umbau abgelehnt?

Wir sind ja in kürzester Zeit schon sehr spezialisiert gewesen und es ist ja auch eine wirtschaftliche Problematik. In dem Moment in dem Du dich auf einschießt auf irgendwas und das war bei uns Guzzi und BMW, dann hast Du natürlich ein gewisses Know-How und auch Ersatzteile da sowie einen gewissen Workflow. Wenn jemand nach einer Schublade fragt für uns dann sind das in erster Linie Young- und Oldtimer aus Europa, hauptsächlich Moto Guzzi, Ducati und BMW, aber wir haben ja auch Triumph gemacht in Zusammenarbeit mit Jens (vom Brauck) und andere Geschichten. Wir machen einfach keine japanischen Motorräder. Know-How wäre sogar da, aber mit der Ersatzteilversorgung haben wir uns gar nicht beschäftigt und es machen so viel andere. Die Göttlichen – DEUS – haben es allen vorgemacht und denen brauche ich auch nicht nachzueifern. Geiler kann man es nicht machen, warum soll also ich das machen. Wir sind nicht angetreten um irgendwas nachzumachen. Wir lieben alle Motorräder, auch japanische. Gerade heute habe ich wieder ein Anfrage gehabt, ob wir eine (Yamaha) MT01 umbauen würden. Das würde ich super gerne machen, aber wir haben keine Erfahrung damit und das würde super viel Kapazitäten wegziehen, daß es auch unwirtschaftlich für uns wäre. Wir haben immer auch das Thema der Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen, weil wir das alle auf professioneller Basis machen und auch davon Leben wollen. Das ist keine Spielerei mehr, wir können eben nicht mal schnell eine MT01 umbauen mit dem Gedanken, da könnte man wirklich was geiles draus machen. Da sind uns materiell auch die Hände gebunden.

Wie sieht den Euer Verhältnis zu Privatschraubern aus? Ihr hattet ja schon gemeinsame Projekte wie beispielsweise die „Scoro“ von Sven Wedemayer?

Ich finde das gut, wenn Leute was Gutes bauen. Man muss nur ganz klar wissen wo wir dann die Schnittstellen setzen. Die Nummer „Ich hab’ da mal was versucht und es ist nach hinten losgegangen. Könnt ihr das mal fertigmachen?“ ist immer ganz schlecht. Heute hatte ich wieder eine lange Diskussion mit einem Kunden, der wollte sich selber eine neue Elektrik mit einer Unit von Motogadget machen und hatte schon angefangen. Das war katastrophal, ich musste dem Kunden sagen „Nimm es mir nicht übel, aber das müssen wir alles rausreißen was du versucht hast und es komplett neu machen!“

Ich mag das total gerne, wenn Leute selbst schrauben. Und meistens kommen bei diesen Leuten die es richtig draufhaben ganz tolle Sachen bei raus. Tollerer als man die wirtschaftlich vielleicht bauen könnte!

Sven Wedemayer – hast Du gerade selbst erwähnt – der hat noch alle seine Schraubenköpfe eloxieren lassen damit die alle die richtige Farbe hatten! Das war bis ins letzte Detail so wunderbar durchdacht und schön! Da haben wir den Motor gemacht, das Getriebe und die Elektrik gemacht, da hat er (Sven) ganz klar gesagt: „das kann ich nicht, das will ich auch nicht“ aber er hat sich um die Ästhetik dieses Fahrzeuges so wunderbar gekümmert, so gut hätten wir das gar nicht tun können. Und deshalb finde ich das gut und freue mich über solche Leute! Ich freue mich über jeden, der Motorrad fährt, über jeden der schraubt und wenn man da ganz klare Schnittpunkte findet, dann bin ich gerne bereit nur einen Heckrahmen zu bauen für einen, der an seinem eigenen Projekt arbeitet.

Wie lange dauert eigentlich so ein durchschnittlicher Umbau bei Euch? Kann man das sagen?

Naja, man berechnet das immer in Arbeitsstunden, die man wirklich abrechnen kann. Ich würde sagen je nach Komplexität liegt das in der Regel zwischen 70 und 150 Stunden. Es können sicher mal auf 200 werden wenn es ein totales Unikat werden soll bei dem alles angefertigt werden muss bis hin zur Krümmeranlage. Insgesamt hängt das aber auch immer ab von der Gesamtauslastung der Werkstatt. Momentan haben wir Lieferzeiten von einem halben bis einem Jahr. Neben den Umbauten halten wir ja auch einen ganz normalen Werkstattbetrieb aufrecht und im Sommer stellen wir die Umbauten fast komplett ein und kümmern uns um die Motorräder unserer Kunden, was auch ein ganz wichtiges Standbein für unser Unternehmen ist.

Stichwort Vermarktung, was Du vorhin auch schon erwähnt hast. Wie wichtig ist für ein ein Feature in der MO oder bei BIKEEXIF?

Total wichtig! Es ist ja ein einfaches Gesetz des Marketings, daß es keine bessere Werbung gibt wenn jemand freiwillig positiv über dich berichtet! Und wir hatten ja das Glück ganz zu Anfang schon relativ große Aufmerksamkeit erregt. Zu dem Zeitpunkt war es sowohl Segen als auch Fluch, weil es uns ein bisschen überrollt hat. Wir waren ja gerade ein halbes Jahr da, als bereits die MO und die Motorrad was über uns gebracht hatten. Die Custom Bike stand hier an und alle wollten immer was Neues und wir mussten denen sagen, daß wir nix Neues haben, da es uns erst seit einem halben Jahr gab! Aber das war natürlich großartig.

BIKEEXIF war für das internationale Geschäft auch ein ziemlicher Durchbruch. Das festigt eine Marke auch in einem gewissen Maße. Es ist natürlich nicht so, daß dann auf einem Mal Australier und Japaner bei dir vor der Tür stehen, aber es ist für die Marke unheimlich gut. Es ist tatsächlich so daß ich in Amerika auf irgendeiner Show stehen kann uns sagen „Ich bin Peter von Urban Motor.“ und die Leute sagen „I know, I’ve seen your pictures.“ Das ist schön und bestätigt die Arbeit die man macht.

Welchen Stellenwert hat der Kontakt zu den Kunden? Ihr wart auf der Custom Bike in Bad Salzuflen, auf den BMW Motorrad Days, beim Glemseck…

… jedes Jahr. Wir sind unterwegs und das finde ich ganz wichtig. Im Kontakt zu den Kunden kann ich immer Reaktionen messen, wenn wir was Neues haben versuchen wir immer auf irgendeine Show damit zu fahren um einfach zu sehen, wie Leute darauf reagieren. Man muss nicht mal mit denen reden, es geht einfach um den visuellen Eindruck, wie die auf sowas reagieren.

Wichtig ist auch zu wissen, was Deine Mitbewerber machen. Kenn’ die auch! Auch etwas was von vielen Leuten total unterschätzt wird. Ich bin viel durch Deutschland gefahren und habe meine Mitbewerber besucht. Also Leute, die die gleiche Leidenschaft wie ich haben. Ob das ein Markus Walz oder Jens vom Brauck waren oder die Benders die jetzt gerade out-of-the-box kommen da in Karlsruhe… da hat man sich dann in Bad Salzuflen zufällig kennengelernt. Kenne deine Kunden gut, weiß, was deine Kunden wollen und kenne deine Mitbewerber.

Das ist so eine kleine Szene, so eine kleine Familie und wir haben alle die gleiche Leidenschaft und ich finde man sollte sich dann auch kennen. Und so kann man auch viel füreinander tun und kann die Synergieeffekte nutzen.

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Was ich aktuell ganz spannend fand als die BMW die R90S Concept rausgebracht hat, daß die mit als eine der ersten Events zum Wheels & Waves gefahren sind…

Ja, und das ist auch richtig so. Das Marketing von BMW hat das langsam echt begriffen. Die haben uns ja vor drei Jahren bereits schon zu den Motorrad Days eingeladen, da konnten wir leider nicht, da es so kurzfristig war. Im letzten Jahr waren wir das erst Mal und dieses Jahr wieder mit großer Begeisterung. Und man sieht auch die große Begeisterung bei BMW Motorrad selbst. Das bestätigt uns natürlich auch in unserer Arbeit wenn Edgar Heinrich zu uns kommt und sagt, daß er seit Jahren verfolgt was wir machen, daß auch unsere Arbeit einen Einfluss hatte auf die R90S Concept. Wir haben Roland Sands da kennen gelernt, der auch Begeisterung für unsere Arbeit zeigte und gleich auf unsere neueste Karre sprang und einmal um den Block heizte und sich total freute. Das ist wieder das was ich mit der kleinen Szene meinte, auf der Welt fahren so wenig Leute Motorrad und Custom Bikes noch viel weniger. Und BMW macht es eben richtig, wenn sie zu Wheels & Waves fahren und in Garmisch die R90S Concept nicht einfach oben auf ein Podest stellen sondern damit die Achtelmeile mitheizen. Das ist authentisch, das kommt gut rüber – auch bei den Kunden.

Wobei Triumph da viel früher am Zahn der Zeit war mit den Tridays, obwohl daß haben sie eigentlich Uli Brée zu verdanken, den muss man namentlich wirklich in dem Zusammenhang erwähnen. Uli Brée ist ja kein Mann von Triumph sondern ein begeisterer Triumph-Fahrer der sich dachte, daß es nicht sein kann, daß Harley-Davidson in der ganzen Welt Harley-Days hat mit hunderttausenden von Leuten und BMW in Garmisch jedes Jahr abfeiert und wenn für Triumph das keiner macht, dann macht er das halt. Und dann ist Triumph dann auf den Zug einer Privatperson aufgesprungen und zieht jetzt diesen Zug mit, hat aber schon früher mit ihrer Modellpalette begriffen, in welche Richtung das geht. Nämlich daß die Leute einfache, überschaubare Retrobikes haben wollen. Und damit waren sie ja sehr erfolgreich. Und BMW macht das jetzt erst, die wollen ja demnächst eins rausbringen.

Das wird ja schon seit Jahren diskutiert, ob und wie dieses BMW Retrobike kommen soll…

… ja, werden sie bestimmt machen aber ich habe zu allen BMW-Leuten da gesagt: bringt sie 1:1. Und alle meinten, daß sie nie im Leben dafür eine EU-Zulassung bekommen. Das geht dann wieder nicht mit all den Regularien. Dann müssen die sich halt Mühe geben, mit all der Macht die so ein Großkonzern hat. Dann macht es halt nicht 1:1 sondern 1:1,1 und grübelt nicht ewig darüber, daraus ein serienkompatibles irgendwas zu machen. Ich habe zu Edgar Heinrich gesagt, wenn ihr das macht bin ich der Erste, der eine kauft; das verspreche ich Dir.

Ist das, was ihr jetzt mit Mission Manx oder Motor Circus macht Privatvergnügen oder auch Vermarktung?

Das ist Privatvergnügen! Ursprünglich war die Idee, daß sechs Jungs zur Isle of Man fahren, dann ist daraus Mission Manx geworden. Ich bin ja nicht ganz schuldlos dahinter, weil ich auch alles professionell sehen muss und meinte, daß man ja auch einen Film drüber drehen kann. Das bedeutet dann auch Sponsorensuche und ist wahnsinnig viel Arbeit und nicht nur Spaß, aber kostet dann halt nichts. Daraus ist dann Motor Circus entstanden, weil dann auch eine GbR gegründet werden musste. Privat bin ich da ausgestiegen, weil ich das physisch nicht mehr schaffe wegen meines total kaputten Rückens. Ich kann einfach nicht drei Wochen am Stück Motorrad fahren.

Nun wird darüber ein Roadmovie gedreht. Es haben sich Sponsoren gefunden, allen voran BMW Motorrad selbst und wir als Urban Motor nebst ein paar anderen. Ich hoffe, daß das ein toller Film wird und alles gut läuft, nicht nur als Sponsor sondern auch als jemand, der drei der vier Kisten gebaut hat.

Peter, vielen Dank für Deine Zeit und dieses Interview.

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5 Gedanken zu “Benzingespräche: URBAN MOTOR

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